
//Ungarische Hornschwanzdame POV//
Ich konnte meine Gefühle mit einem Wort beschreiben und das war: Hass.
Inbrünstiger Hass auf diese Mickrigen Menschen, die es erst gewagt hatten mich zu fangen, mich in ein Gehege gesperrt hatten und mich dann scheinbar freiließen nur um mich in dieses seltsame größere Gehege zu sperren.
Ich spürte das unbändige Verlangen mich zu bewegen. Doch das klicken und klacken der eisernen Kette an meinem Bein erinnerte mich an meine Gefangenschaft.
Mutlos sank ich zu Boden.
Zu viel Kraft hatte ich im Kampf gegen diese Winzlinge verbraucht.
Ich musste mich ausruhen.
So bettete ich meinen Kopf auf meine Arme nieder.
Ich erwachte von einem metallischen Klang.
War das ein Gong? Natürlich war das ein Gong, und – wie ich dank meines feinen Drachengehörs zweifelsfrei erkennen konnte- zwar die Sorte von Gong, die normalerweise nur dann geschlagen wurde, wenn irgendwo ein Kampf eingeläutet werden sollte. Was das wohl zu bedeuten hatte?
Träge öffnete ich die Augen. Nach dem Kurzen Nickerchen fühlte ich mich wie neu.
So nahm ich mir die Zeit meine Umgebung genauer zu betrachten.
Erstmals nahm ich also wahr, dass um mich herum lauter dieser Menschen saßen.
Was wollten sie hier?
Leicht bewegte ich mich hin und her und spürte etwas unter meinem Bauch.
Als ich hinsah traute ich meinen Augen kaum. War das ein Ei?
Ein goldenes Ei? Das war mir neu, dass ich goldene Eier legen konnte.
Trotzdem legte ich mich sanft darüber um es zu wärmen.
Plötzlich durchbrach ein lautes Getöse die stille.
Die Menschen, sie hatten begonnen zu klatschen.
Was war da los?
Neugierig sah ich mich um und entdeckte ein wirklich kurz geratenes Exemplar der menschlichen Rasse einige Meter vor mir.
Ich stellte mich auf meine Hinterbeine. Wollte ihn erschrecken.
„Accio Feuerblitz!“, rief er.
Ich verharrte. Was hatte er vor?
Dann plötzlich hielt er einen Besen in der Hand der einfach zu ihm geflogen war, setzte sich darauf und stieg in die Lüfte.
Jetzt umkreiste er mich wie eine Fliege.
Langsam begann mich das zu amüsieren.
Trotzdem wollte ich lieber meine Ruhe haben.
Was wollte dieser Wicht überhaupt von mir?
Die Menge jubelte. Der Mensch flog. Ich lachte.
Dieses Kind wollte mich doch nicht wirklich herausfordern?
Ich spürte wie sich Feuer den Weg durch meine Kehle bahnen wollte.
Ich unterband es, war ich doch nicht wirklich auf eine Konfrontation aus. Zumal mir der kleine Mensch auch gar keinen Anlass dazu gab, mit ihm zu kämpfen, denn für diesen Zwerg wäre das ein sehr unfairer Kampf, da ich viel größer und auch stärker war als er.
Würde er mich ab jetzt in Ruhe lassen würde ich großzügig über seine Verfehlungen hinweg sehen.
Ich hatte schließlich ein Ei zu beschützen.
Er stoppte nicht.
Er raste geradewegs auf meinen Buch zu. Ich spürte den Schmerz als er aufprallte.
Nicht mein ungelegtes Ei!
Eine eiskalte rasende Wut erfasste mich, aber einen winzigen Augenblick zuvor hatte ich gemeint ein kleines Kribbeln im Kopf zu spüren, und auch gedacht ein Sirren zu hören, das von hinten auf mich zuraste, das hatte ich mir aber sicher nur eingebildet. Wütend hob ich meine Pranke um zu zuschlagen.
Er war so dumm sich mit mir anzulegen, doch wenn er einen Kampf wollte konnte er ihn haben.
Böse grinste ich in mich hinein.
Es würde ein Kinderspiel werden.
Hart riss ich an der Kette die, wie erwartet, nicht sonderlich stark war und sofort nachgab.
Wie töricht von den Menschen mich so zu unterschätzen.
Ein raunen ging durch die Menge als ich mich aufrichtete.
Sie fürchteten mich. Gut.
Das Kind flog weg von mir über den Rand er Arena hinaus.
Ich spannte die Flügel und hob mich ebenfalls in die Lüfte.
Scheint als wollte er fliehen.
Jetzt wurde es interessant.
Es tat gut den Wind um meine Schnauze wehen zu spüren als ich dem winzigen Punkt vor mir hinterher auf ein Schloss zuflog.
Eine wunderschöne Kulisse um einen Wurm zu grillen. Ich hatte schon immer einen Sinn für die Romantik eines Schlosses.
Er flog enge Kurven, so riss ich bei der Verfolgung einige Steine einfach mit mir.
Es tat mir ein wenig leid um die schönen Mauern.
Langsam wurde mir langweilig, was jedoch meiner Wut keinen Abbruch tat. Also beschloss ich die Sache etwas spannender zu machen und lies das angestaute Feuer los um den Besen in Brand zu stecken.
Dadurch wollte ich auch erreichen, das sich der Zwerg aktiv an dem Kampf gegen mich beteiligte. Jedoch – ich wurde enttäuscht.Keine Reaktion meines Gegners.
So ein Spielverderber.
Wenig später bemerkte ich dass er wieder auf die Arena zuflog. Seinen Besenstiel auf mein Ei ausgerichtet.
Er wollte doch nicht etwa??
Nein!
War er etwa die ganze Zeit nur auf das Ei aus gewesen?
Die ganze Zeit?
Er hatte mich so wütend gemacht.
Nicht um meiner selbst Willen, nicht um die Ehre zu haben gegen mich kämpfen zu dürfen.
Nein.
Wegen dem verdammten Ei.
Tränen der Wut und der Enttäuschung sammelten sich in meinen Augen, verschleierten meinen Blick
Blindwütig flog ich weiter.
Das würde dieser Wicht noch bitter bereuen.
Niemand spielte mit mir. Ich war eine Lady die auch als solche behandelt werden sollte.
Das wars auch schon. Ich möchte mich noch ETREM HERZLICH bei der Fanfiktion.de-Userin Cailana für ihre Mithilfe beim Prolog bedanken, da ansonsten diese Story niemals entstanden wäre. Vielen lieben Dank. Du warst echt meine Rettung.
Ich würde mich über Reviews sehr freuen. Außerdem brauche ich DRINGEND einen Betareader, da ich ansonsten das Zweite Chapter nicht hochladen kann. Also wer Interesse hat, soll sich bitte melden.
Mit freundlichen Grüßen
Darin Cean
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