
von Thorrus
Endgame
Lord Voldemort, dunkler Lord extraordinär, stand an dem Ort, an dem seine Herrschaft einst endete. Das kleine Cottage in Godric's Hollow war mit Unkraut überwuchert. Stücken von Ziegeln und wild wachsendem Gras überzogen. Ein apokalyptischer Anblick. Voldemort fühlte die Macht, die vom kleinsten der Zimmer ausging. Die letzte Erinnerung, an seinen ultimativen Untergang.
Vor ihm stand, in einer defensiven Haltung, der ihm prophezeite Gegner. Sein Haar peitschte um sein Gesicht und flatterte im kühlen Wind. Seine Augen waren kalt und hart, offenbarten einen gelangweilten Blick in Voldemorts amüsierte Augen.
"Das ist das Ende, Potter", sagte Voldemort leise, seine hohe Stimme hallte kreuz und quer durch die Stadt.
Harry Blick wurde stählern. "Für dich vielleicht."
Voldemort lachte. "Vielleicht."
Wie auf einen unsichtbaren Befehl hin, feuerten beide gleichzeitig ihre Flüche ab.
"Avada Kedavra!"
"Reducto!"
Die Zauber verbanden sich. Voldemort zog einfach seine Hand zurück und brach so die Verbindung ab. Wieder kollidierten Flüche in der Luft. Sie trennten sich, stellten sich auf wie eine Kobra, die bereit ist, auf ihre Beute hinab zu stoßen. Harry schoss erneut. Eine Spitze aus Diamant, die Voldemort beiseite wischte, als wäre sie nicht mehr, als eine lästige Fliege.
Voldemort streckte, mit einem Ausdruck des kalten Vergnügens auf dem Gesicht, seine Hände empor. "Jetzt wirst du die wahre Macht der dunklen Künste spüren!" Mit einem Zucken seiner Handfläche, brach der rote Blitz aus seinen Fingerspitzen hervor. Harry beschwor, ohne Erfolg, ein Schild. Die Ranken durchbohrten das mächtige magische Schild, als wäre es weniger als Luft.
Harry wand sich auf dem Boden und schrie vor Agonie. Dampf war auf seiner Haut zu sehen, böse Striemen bildeten sich dort, wo die Blitze einschlugen. Das rote Licht spiegelte sich in seinen smaragdgrünen Augen. Beleuchtete schaurig ihren schmerzlichen Ausdruck.
Voldemort stoppte seinen Angriff und gackerte dabei wie verrückt. "So, Potter. Bereit aufzugeben?"
Harry grunzte und zog sich hoch. "Niemals."
Der Blitz schlug wieder zu, aber diesmal war Harry schneller. Fünf massive Metallsäulen erhoben sich vom Boden und zogen die schmerzhaften Lanzen an, wie die Motten das Licht. Die Luft knisterte voller Strom und das silberne Metall, begann sich zu verflüssigen.
"Du hast nie Muggelkunde belegt, oder Tom?", verhöhnte Harry ihn und hielt sich seine verbrannte Seite. Voldemort knurrte, aber Harry unterbrach ihn. "Blitzableiter, Tom."
Voldemort starrte Harry an und ließ seine Hände sinken. "Das ist nicht der einzige Trick, den ich habe, Potter."
Harry lachte. Doch der Schmerz ließ ihn innehalten. "Ich habe auch noch mehr Tricks drauf, Tom." Er drehte sich um und verschwand direkt. Voldemort wirbelte, auf der verzweifelten Suche nach seiner Beute, wahllos herum. Harry grinste, versteckt unter seinem Tarnumhang an der exakt gleichen Stelle, an der er vorher war.
Sorgfältig zielend feuerte Harry einen Zauber auf Voldemort, der sich wieder herumdrehte. "Reducto!"
Der rote Lichtstrahl brach aus der Spitze seines Zauberstabes, der ungehindert durch seinen Tarnumhang flog, bevor er in Voldemorts Kopf einschlug. Blut, Knochen und Hirnmasse explodierten nach außen und regneten auf den ungepflegten Rasen. Sein zerknitterte Körper, fiel auf die Knie, bevor er endgültig auf den Boden schlug.
Die Chance nutzend, feuerte Harry weitere Zauber auf ihn und verursachte mehrere Löcher in Voldemorts Körper. Als Harry endlich aufgehört hatte, zeigte er sich zuversichtlich, dass Voldemort tot war.
"Incendio", intonierte Harry und versuchte, den verstümmelten Körper zu verbrennen. Zu seiner Überraschung, blockiert ein silbernes sechseckiges Schild den Feuerball. Harrys Augen weiteten sich.
Eine silberne Substanz füllte langsam Voldemorts Wunden, plätscherte sanft im Wind. Die Substanz selbst formte langsam die Haut Voldemorts und imitierte die zerstörten Teile seiner Körper perfekt. Hustend stand Voldemort auf. Seine silberne Haut glänzte im weichen Mondlicht.
"Komm raus, komm raus, wo immer du bist", hallte Toms Stimme spöttisch über den Wald und scheuchte die verschreckte Eulen auf.
Harry schüttelte sich, entschlossen Tom irgendwie zerstören. "Ich bin hier, Tom."
Voldemort lächelte sanft. "Ich wusste, dass du dich selbst verraten würdest. Genau so schwach, wie dein Vater." Voldemort beschwor einen Stuhl, ließ sich darauf nieder und nahm einen Bissen von einem beschworenen Apfel. "Er starb aufrecht, und erhobenen Hauptes. Er versuchte sogar eine Art von Muggel-Duell." Voldemort lachte. "Erbärmlich."
Ein Schwall heißer Wut stieg in Harrys Magen auf und er feuerte kaltblütig einen weiteren Fluch auf Voldemort. Tom ignorierte den tödlichen gelben Fluch und bewegte nur kurz seine Augen, um ein Schild zu zaubern.
"Denkst du, dass du mich besiegen kannst, Junge?", lachte Tom. "Vielleicht mit Dumbledores edler 'Liebe'?"
Harry starrte ihn hasserfüllt an. "Du nicht, du sollst seinen Namen nicht beschmutzen!"
Voldemort lachte grausam. "Loyal bis zum Ende, Harry?"
Harry kniff die Augen vor Wut zusammen. "Zu deinem Ende, Tom."
Voldemort lächelte böse. "Sag mir, Harry. Wenn die Liebe so eine große Waffe ist, warum konntest du mich dann nicht so einfach töten?" Voldemort schnippte mit den Fingern und eine gefesselte und geknebelte Gabrielle erschien. "Du hast die Macht."
Harrys Gesicht wurde blass "Lass sie gehen, Tom."
Voldemort kicherte böse. "Warum zwingst du mich nicht?"
Harry starrte in Gabrielles Augen, diese blau leuchtenden Augen voller Angst. "Verrückt, wie dumm die Liebe uns macht", kommentierte Voldemort beiläufig. "Sie folgte dir hier her. Wahrscheinlich, um zu versuchen, mich zu verfluchen, wenn ich abgelenkt bin."
Gabrielle starrte Voldemort an. Hass mischte sich mit ihrer Todesangst. Harry war vor Entsetzen nicht in der Lage, zu sprechen. Schmerz durchbohrte sein Herz und Angst verschnürte seine Brust.
Langsam drehte er sich zu Voldemort. Wut, Hass und Liebe loderte wie eins in seinem Herzen. Seine Magie rumorte in einem verwirrenden Chaos. Gedanken durchdrangen Harrys Geist. Sowohl Widersprüchliche, als auch Unterstützende. Alles, was er in diesem Moment wusste, war, dass Voldemort sterben musste.
Voldemorts Augen weiteten sich vor Entsetzen, als Harry begann, in einem überirdischen Licht zu leuchten. Wind wirbelte um sie herum und hob Voldemort in die Luft. Tom versuchte zu apparieren, aber der Luftwirbel hielt ihn fest. Er war gefangen.
Grüne Energie schlug wie Feuer in Voldemort ein und verbrannte sein Fleisch zu Asche. Graue Flecken fielen von den Silber-Implantaten, als sie wie Pflaumen in einer Verbrennungsanlage verschrumpelten. Flüssigkeit lief aus den Überresten und versuchte erneut zu erstarren, aber die intensive Hitze der Strahlen war zu viel.
Mit einem überirdischen Schrei war Lord Voldemort nicht mehr. Seine Asche wirbelte kurz herum, bevor der Wind sie in alle Richtungen verstreute.
Müde fiel Harry auf seine Knie. Gabrielle lief auf ihn zu und die Seile fielen von ihr ab. Sie hielten sich für eine gefühlte Ewigkeit fest und starrten sich in die Augen. Schließlich sprach Gabrielle.
"Was ? werden wir jetzt tun?", fragte sie nach diesem Moment zögernd.
Harry lächelte sie an. "Alles, was wir wollen."
ENDE
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