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Fanfiction

One Wild Night - One Wild Night

von Gipsy

Nervös glättete Hermine ihren Rock, während sie den unauffälligen Eingang betrachtete. Früher am Abend hatte sie den Rock für eine gute Wahl gehalten, doch nun erschien er ihr zu kurz. Oder vielleicht war es auch gar nicht, dass er zu kurz wirkte, sondern vielmehr, dass er viel enger war während sie still stand, und dass er ihr das Gefühl gab, förmlich an ihren Schenkeln zu kleben. Oder vielleicht spielten auch beide Probleme keine Rolle, wenn man bedachte, wie dünn er war...

Sie hatte auch das ungeschriebene Gesetz "Entweder Beine oder Ausschnitt, niemals beides" beiseite geworfen. Vielleicht hätte sie das nicht tun sollen. Vielleicht riskierte sie, deutlich mehr wie ein Flittchen zu wirken als beabsichtigt mit ihrem "smaragdgrünem" Top, das früher am Abend so nett gewirkt hatte als jetzt mit seinen sich kräuselnden Ärmeln, der tief geschnittenen Vorderseite und der sogar noch offenherzigeren Rückenansicht. Sie hatte es mit einem Zauberspruch belegen müssen, damit es nicht ständig von ihren Schultern rutschte. Warum hatte die Notwendigkeit, das Top festhexen zu müssen, nicht ihre Alarmglocken schrillen lassen?

Aber immerhin war es grün. Ron hasste diese Farbe für alle möglichen kindischen Gründe und hatte es stets geschafft, ihre Freude über irgendetwas, was in dieser Farbe daherkam, zu zerstören.

Nunja, heute Nacht würde sie sich darüber keine Gedanken machen müssen. Heute Nacht war sie frei. Das war sie sich selbst schuldig.

Sie richtete sich zu voller Größe auf und fand endlich den Mut, den Tropfenden Kessel zu betreten. Natürlich war sie schon oft hier gewesen, doch nie so spät an einem Freitagabend. Sie vermutete, dass dies nicht der letzte Ort sein würde, den sie heute besuchen wollte, doch für den Anfang würde er ausreichen. Sie kannte ehrlich gesagt auch kaum andere geeignete Lokalitäten.

Die Kneipe wirkte von innen viel dunkler und zwielichtiger als in ihrer Erinnerung, und sie war auch deutlich voller als sie es jemals gesehen hatte. Jeder Tisch war besetzt mit Menschen, die lachten, tranken, stritten ... und plötzlich fiel ihr auf, dass sie alleine war. Diese Erkenntnis ließ sie ihre Tasche so fest umklammern, als hinge ihr Leben davon ab. Vielleicht war irgendwo in der Menge der zusammen gepferchten Zauberer und Hexen jemand, den sie kannte, aber ihr wäre es deutlich lieber, niemandem über den Weg zu laufen. Sie hatte kein Interesse daran, dass irgendjemand wusste, was sie hier tat.

Plötzlich erschien ihr ihre Mission dumm und ein wenig kindisch.

Sie brauchte wirklich etwas zu trinken.

Doch der Reihe nach. Zuerst musste sie einen freien Platz finden, da sie schlecht die Nacht über neben der Tür stehen bleiben konnte. Vorsichtig bewegte sie sich in das Innere des Raumes, ließ ihren Blick über jeden Tisch wandern, immer darauf bedacht, den dort Sitzenden nicht ins Gesicht zu schauen, sondern lediglich nach einem freien Stuhl Ausschau zu halten.

Endlich erspähte sie am anderen Ende des Raumes einen unbesetzten Stuhl, der ihr sogar eine beinahe perfekte Übersicht über den Schankraum gewähren würde. Sie betete, dass ein möglicher Besitzer dieses Stuhls nicht nur gerade auf der Toilette war, trat rasch näher und fragte: "Ist dieser Platz besetzt?", während sie weiterhin nach anderen unbesetzten Plätzen Ausschau hielt.

"Er ist es jetzt", erwiderte eine angenehm tiefe Stimme.

Mit dem Gefühl, dass sie diese Stimme kennen sollte, blickte Hermine endlich runter - und bekam den Schock ihres Lebens. Sie würde dieses blasse Gesicht überall erkennen. Es war nicht ganz so eingefallen wie damals, als sie es das letzte Mal persönlich gesehen hatte, doch sie war mit dieser Person sechs Jahre lang zur Schule gegangen und dessen ständige Beleidigungen ertragen, entsprechend gab es keinen Zweifel. Dies war entweder Draco Malfoy oder sein lange verschollener Zwilling. Offensichtlich hatten seine Augen gerade erst den Weg zu ihrem Gesicht geschafft, denn auch diese weiteten sich in offensichtlicher Überraschung. Dann trat ein nachdenklicher Ausdruck auf sein Gesicht. Großartig. Genau das war es, was sie brauchte: Ausgerechnet Draco Malfoy wusste nun, dass sie auf der Suche war nach ... nunja.

Inzwischen schaute er amüsiert drein, während er eine einladende Geste machte: "Nun, Granger, worauf wartest du? Du wolltest dich doch setzen, oder nicht? Also setz dich!"

"Das ist nicht, wonach es aussieht!", zischte sie verunsichert.

"Oh?", erwiderte er mit einem weiteren, nachlässigen Blick über ihren Körper: "Also bist du nicht auf Ärger aus? Ich liebe übrigens die Farbe."

Hermine errötete leicht. Verdammt, sie hatte doch gewusst, dass ihr Outfit über's Ziel hinaus geschossen war. Vielleicht sollte sie unauffällig ein paar Änderungen vornehmen?

"Das geht dich gar nichts an", entgegnete sie ärgerlich, während sie sich endlich auf den Stuhl sinken ließ, denn es war offensichtlich im gesamten Raum sonst keiner verfügbar. Es war schon ziemlich ironisch: Sie war verzweifelt auf der Suche nach genügend Mut, um ihren Plan durchzuziehen, und sie landete ausgerechnet an einem Tisch mit dem Mann, der ihr am wenigsten dabei helfen würde.

Oder vielleicht war es auch nicht so ironisch. Vielleicht hätte eine vernünftigere Frau einfach entschieden, lieber den ganzen Abend stehend zu verbringen, als sich an einen Tisch seinem unerfreulichen Selbst zu setzen.

Er zuckte ob ihres unfreundlichen Kommentars nur mit den Schultern, offensichtlich unbeeindruckt: "Hey, was auch immer du hier vorhast, wird deine Beziehung zu Weasley kaputt machen, nicht wahr? Und das wiederum wird deine Freundschaft zu Potter belasten, weil er so tief in diese Familie verstrickt ist. Und am Ende seid ihr alle furchtbar unglücklich, was wiederum mich glücklich macht. Also, fahr fort."

Hermine legte den Kopf schräg: "Hat dir jemals jemand gesagt, dass du ein unausstehlicher Idiot bist?"

"Ja, das ist schon ein oder zwei Mal vorgekommen. Ich glaube, sie wollen jetzt deine Bestellung nehmen."

Hermine blickte hoch und bemerkte den Kellner, der an ihrer Schulter wartete: "Oh", machte sie nervös: "Ich denke, ich nehme, was er hat."

Sie warf einen genaueren Blick auf Malfoys Getränk. Nun, was auch immer es war, es sah nicht giftig aus, sondern hatte im Gegenteil eine spannende, dunkle Farbe und da es sich definitiv nicht in einem Weinglas befand, handelte es sich vermutlich um etwas Stärkeres.

"Weißt du überhaupt, was ich hier trinke?", erkundigte er sich. Hermine schüttelte den Kopf.

Ein spöttisches Kichern ertönte: "Nun, das wird eine interessante Nacht. Erzähl mir mal, wonach du bei einem Kerl gehst, vielleicht kann ich dir helfen."

Sie verhielt sich still, während ihr Getränk serviert wurde, doch anschließend setzte sie sich gerade auf und erwiderte deutlich: "Ich denke nicht."

Er warf ihr einen überraschten und abgestoßenen Blick zu: "Nicht so! Aber ich komme öfter hier her als du und kann dir entsprechend helfen, deine ... Perspektiven auszuwerten", erläuterte er, während er wieder ohne ersichtlichen Grund kicherte.

"Warum solltest du mir helfen wollen?", hakte Hermine mit einem düsteren Blick nach. Er schien ein wenig zu viel Freude an der ganzen Sache zu haben.

"Habe ich doch bereits gesagt. Um Chaos und Unglück zu stiften."

"Klar", erwiderte sie mit einem skeptischen Blick.

Er rollte nur mit den Augen: "Schön. Ich langweile mich und dir dabei zuzusehen, wie du dich als Verführerin versuchst, ist besser als nichts tun."

Gut, das konnte sie ihm glauben. Unglücklicherweise für ihn war sie jedoch nicht an Publikum interessiert: "Ich denke nicht, dass du mir helfen kannst, also steck deine Nase nicht in meine Angelegenheiten."

"Ok, schön!", meinte er, während er die Hand, die gerade nicht mit dem Glas vor ihm spielte, wie in Kapitulation hob: "Viel Spaß mit deiner Unternehmung."

Er drehte sich von ihr weg und ließ sie damit tatsächlich alleine. Und so fühlte sie sich auch: allein gelassen. Nervös blickte sie sich um. Wie genau fand man heraus, wer eine zugängige Zielperson sein könnte? So überfüllt diese Kneipe auch war, niemand hier erweckte den Eindruck, als sein es eine gute Idee, ihn anzusprechen. Wie sollte sie wissen, ob jemand verfügbar war? Nichts wäre peinlicher, als zu einem Zauberer zu gehen, nur um dann zu erfahren, dass er verheiratet oder einfach nicht interessiert war. Sie starrte auf ihrem im Schoß abgelegten Hände, ihr Getränk immer noch unberührt. Das war nicht so einfach wie sie es sich vorgestellt hatte. Vielleicht sollte sie einfach wieder gehen.

"Der Zauberer dort drüben, an der Bar, eher links", ertönte so plötzlich Malfoys Stimme neben ihrem Ohr, dass Hermine beinahe von ihrem Stuhl gefallen wäre. Ihr war nicht aufgefallen, dass er wieder näher an sie heran gerückt war. Leise fuhr er fort: "Er kommt öfter her, immer allein, entsprechend vermute ich, dass du dir um Anhang keine Gedanken machen musst."

Sie sah verstohlen zu dem Zauberer, auf den Malfoy deutete, hinüber und stellte fest, dass dieser tatsächlich ihren Blick erwiderte. Hochrot senkte Hermine sofort den Blick wieder auf ihre Hände. Merlin, sie war nicht bereit für diese Sache.

"Und warum erzählst du mir das?", fragte sie stattdessen.

"Du hast so ausgesehen, als ob du aufgeben willst. Und das wäre eine schreckliche, schreckliche Verschwendung", erklärte Malfoy mit einem Grinsen und nahm einen weiteren Schluck aus seinem Glas.

"Nunja ...", machte Hermine, während sie erneut zu dem anderen Zauberer hinüber sah, der nun sein Glas hob, um ihr zu zu prosten. Sie warf ihm ein schwaches Lächeln zu und murmelte zu Malfoy: "Nicht der."

Malfoy zog eine Augenbraue hoch: "Nun werd nicht zu wählerisch. Was stimmt mit ihm nicht?"

"Er hat diesen komischen ... Schnurrbart!", erklärte Hermine: "Ich kann so ein Ding nicht küssen."

"Ah, nun willst du also auch küssen!", seufzte er: "Na gut. Da drüben ist noch einer, der sollte deinen Ansprüchen genügen."

Hermine schaute zu dem Zauberer hinüber, doch erneut wandte sie rasch den Blick ab: "Nein."

"Und was stimmt nun mit dem nicht?"

"Zu gutaussehend."

Malfoy gab sich keine Mühe, sein Starren zu verbergen: "Zu ...! Jetzt stellst du dich bloß an!"

Hermine warf ihm einen bösen Blick zu: "Ich weiß, dass du nur darauf wartest, dass ich von so einem Zauberer einen Korb bekomme, aber ich kenne meinen exakten Wert und meine exakte Grenze. Wenn wir über Onenightstands reden, suchen Zauberer wie der nach Hexen wie ...", sie schaute kurz hoch, nur um zu sehen, dass der Zauberer, über den sie sprachen, bereits Gesellschaft von einer sehr hübschen Hexe bekommen hatte: "... wie ihr!"

Malfoy rollte mit den Augen: "Darum geht es doch überhaupt nicht, Granger. Es geht nur darum, flach gelegt zu werden. Wenn jeder ein paar Drinks hatte und verzweifelt genug nach einem schnellen Fick ausschaut hält, ist das einzige, was zählt, Selbstbewusstsein. Wenn du die richtige Haltung hast, kümmert sich niemand um den Rest. Ist ja nicht so als ob ihr euch am nächsten Morgen ins Gesicht schauen müsst."

"Wow, danke!", erwiderte sie trocken. Sie erwartete ja nicht viel von Malfoy, aber hat er sie gerade wirklich einfach so als hässlich bezeichnet? Sie wusste ziemlich genau, dass sie das nicht war. Sie wusste, dass sie zumindest heute Abend ein wenig besser als der Durchschnitt war. Sie war nur eben nicht ganz in der Liga des anderen Zauberers. Aber so war er, nicht wahr? Er würde immer einen Weg finden, sie zu beleidigen, selbst wenn es dazu einer groben Übertreibung bedurfte.

Er schnaubte, doch kein weiteres Lob kam über seine Lippen. Stattdessen sagte er: "Ich schlage vor, du trinkst aus und versuchst es nochmal!"

oOoOoOo

Ein paar Drinks später fühle Hermine sich besser. Es war nicht so, dass sie sich wirklich schlecht gefühlt hätte vorher, aber inzwischen war sie über den Punkt, sich wirklich um ihr Verhalten zu kümmern, hinaus, und stattdessen kribbelte ihr ganzer Körper vor Erwartung des Kommenden. Ihr gefiel dieses Gefühl.

Malfoy schien bemerkt zu haben, dass sich ihre Nervosität gelegt hatte, denn er setzte an: "Gut, also, was ist mit dem Zauberer? Kein komischer Schnurrbart, aber er macht auch nicht den Eindruck, als würde er auf den Spezialseiten von "Hexen Heute" landen. Und ehe du jetzt meine sexuelle Orientierung in Frage stellst, sag ich dir lieber, dass ich selbst schon ein Feature dort hatte."

Hermine schloss ihren Mund wieder und schmollte etwas darüber, dass ihr dieser einfache Seitenhieb verwehrt wurde. "Muss an einem deiner besseren Tage gewesen sein!", murmelte sie zu sich selbst und brach in ein amüsiertes Kichern aus, ehe sie sich stoppen konnte. Himmel, das war komisch. Warum hatte sie gekichert?

"Ich bin reich!", gab Malfoy, der sie offensichtlich doch gehört hatte, zurück: "Ich muss nicht auch noch gut aussehen. Aber, du hast den Kerl ja nicht einmal angeschaut!"

Sie vermutete, dass Malfoy tatsächlich kein gutes Aussehen brauchte, um in dieser Welt zu bekommen, was er wollte. Aber sie vermutete auch, dass, wenn sie nicht wüsste, was für ein furchtbarer Idiot er war, und wenn er seinen Mund einfach gar nicht aufmachen würde, dass er dann recht gutaussehend sein könnte. Nicht, dass sie ihm das jemals gesagt hätte. Sie hatte den Verdacht, dass schon der kleinste Hinweis auf einen Hauch von einem Kompliment dazu führen würde, dass er endgültig unausstehlich werden würde und sie in der Folge ihren Stuhl aufgeben müsste. Aber sie konnte ihren Stuhl nicht aufgeben. Es war der Stuhl! Sie brauchte ihn!

Nach einem oberflächlichen Blick auf den Zauberer, den Malfoy ihr gezeigt hatte, meinte sie nur: "Nee!"

Er zog die Augenbrauen zusammen und erkundigte sich: "Wieso nicht?"

"Da muss Hitze sein!", erläuterte sie: "Anziehung. Irgendwas. Wenn ich ihn anschaue, kriege ich gar nichts."

Nun, zumindest nichts, was nicht so auch schon da war. Ihr war auch alleine schon heiß genug, aber wenn sie den Zauberer ansah, konnte sie sich nicht vorstellen, das mit ihm zu teilen. Wenn sie einen Zauberer nicht ansehen und sich vorstellen konnte, es irgendwo hart und wild mit ihm zu treiben, was war dann der Sinn der Aktion?

Müde rieb Malfoy sich sein Gesicht: "Und wie willst du rausfinden, ob da Hitze zwischen euch ist, wenn du nicht mal mit einem redest? Und, noch wichtiger, woher willst du wissen, ob du das überhaupt von irgendjemandem bekommen kannst?"

"Naja ... es sind eine Menge Leute hier, ich sollte mich auf jeden Fall zu irgendeinem hingezogen fühlen. Und dann tu ich's!", erwiderte sie. Hermine hatte wirklich keine Vorstellung, wie sie jemanden einfach so ansprechen sollte und ihn dann ganz lässig wieder fallen lassen konnte, falls sie ihre Meinung änderte. Das wäre viel zu peinlich für sie.

Malfoy schnaubte: "Du hast in Wirklichkeit gar nicht vor, das hier durchzuziehen, stimmt's?"

"Natürlich hab ich das! Warum sollte ich nicht?"

"Oh, ich weiß auch nicht. Vielleicht, weil du Hermine Granger bist, die nervigste Streberin, die Hogwarts je gesehen hat. Die beste und einzige weibliche Freundin vom einzigartigen Harry Potter, eine der größten Kriegshelden! Um nicht zu erwähnen, bestimmt dazu, Ron Weasley zu heiraten, egal, was sie jetzt gerade zu glauben scheint."

Er präsentierte diese Liste mit einem sarkastischen Tonfall, der Hermine vermuten ließ, dass er dies alles nicht positiv meinte.

"Ich habe wirklich vor, das hier zu tun!"

"Geh nach Hause, kleines Mädchen! Das hier ist nichts für dich!", sagte er, während er einen weiteren tiefen Zug aus seinem Glas nahm.

"Zunächst einmal", begann Hermine, die es satt hatte, von jemandem so herablassend behandelt zu werden, der selbst alleine zum Trinken herkam: "Ich war die älteste in unserem Jahrgang und jemanden, der älter ist als man selbst, als kleines Mädchen zu bezeichnen, ist, ganz ehrlich, merkwürdig. Außerdem, wenn ich das hier nicht wirklich tun will, warum habe ich dann kein Höschen an? Das ist ziemlich kalt und, ehrlich gesagt, auch nicht gerade hygienisch!"

Er starrte sie eine Sekunde an: "Kein Höschen?"

"Kein Höschen!", erwiderte sie erhitzt. Wenn sie darüber nachdachte - vielleicht war das zu viel Offenheit? Normalerweise hätte sie ihm das nicht erzählt. Warum hatte sie es ihm erzählt? Sie ging nicht davon aus, dass sie betrunken war ... sie hatte sich einfach danach gefühlt, es ihm zu sagen. Warum hatte sie sich danach gefühlt, Draco Malfoy zu sagen, dass sie keine Unterhose trug? Sehnte sie sich wirklich so sehr danach, sich der Lächerlichkeit preis zu geben? Und warum hatte sie dieses unfassbar komische Gefühl, dass schon alles in Ordnung kommen würde?

"Ich glaube dir kein Wort", kam es von Malfoy mit einem nachlässigen Schulterzucken.

"Warum sollte ich so eine Lüge erfinden?", gab Hermine zurück und für einen Moment vergaß sie ihre merkwürdigen Gefühle während sie seine Anschuldigung verdaute.

"Um interessant zu erscheinen. Machen langweilige Mädchen ständig."

Sie seufzte genervt, ergriff dann aber den Saum ihres kurzen Rockes und zog ihn, immer darauf bedacht, nicht ihre intimsten Stellen preis zu geben, auf der einen Seite über ihre Schenkel und Hüfte bis hoch zu ihrer Taille: "Siehst du? Da ist nichts. Können wir jetzt mit diesem Blödsinn aufhören?"

Malfoy starrte und plötzlich ging Hermine auf, was sie da tat. Ihre Wangen flammten hochrot auf und rasch ließ sie den Rock zurück in seine ursprüngliche Position sinken. Hatte sie gerade wirklich vor Draco Malfoy eine ganze Menge Haut entblößt? Um nicht von allen Umstehenden, die vielleicht in Sichtreichweite waren, zu reden? Oh Merlin! Nicht gut! Gar nicht gut! Offensichtlich war ihre Alkoholgrenze niedriger als gedacht. Der leicht träumerische Gesichtsausdruck von Malfoy war allerdings eine deutliche Hilfe für ihr Selbstbewusstsein. Wenn sie es schaffte, dass er sie als Frau wahrnahm, sollte der Rest des Raumes ein Kinderspiel sein.

Er räusperte sich: "Na gut, schön. Du trägst kein Höschen. Aber warum zum Teufel nicht?"

Sie zuckte verlegen die Schultern: "Ich hab mir gedacht, dass es eh nur im Weg wäre oder ich es verliere. Außerdem gibt es mir das Gefühl, anders zu sein."

"Du willst das hier also wirklich und wahrhaftig durchziehen?", erkundigte Malfoy sich leise: "Du bist dir bewusst, dass Weasley Teil einer sehr traditionellen Familie in einer sehr traditionellen Gesellschaft ist? Er wird das nicht so leicht vergeben oder vergessen!"

Hermine rümpfte die Nase - das zerstörte natürlich gar nicht ihre neu gewonnene Positivität! Moment, das war kein Wort! Oder doch? Ach, wen zur Hölle interessierte das überhaupt...

"Es ist nervig, wie du die ganze Zeit annimmst, dass ich Ron immer noch will!", antwortete sie während sie selbst einen tiefen Zug aus ihrem Glas nahm. Es war erstaunlich lecker für etwas, was so effektiv war. Vermutlich war es auch teuer, aber das war unwichtig.

"Ach stimmt ja!", kommentierte Malfoy mit einem nervtötenden, boshaften Grinsen: "Dann kann ich es gar nicht abwarten zu sehen, was du vorhast!"

Hermine schluckte. Ja, sie konnte es selbst nicht abwarten. Sie hatte sich das wirklich nicht weiter überlegt außer herzukommen und es durchzuziehen. Es gab offensichtlich eine ganze Menge Schritte dazwischen, die sie zu Hause nicht bedacht hatte.

"Überanalysiere nicht!", sagte Malfoy, der offensichtlich ihre Gedanken lesen konnte: "Wenn du Nichts siehst, was dir gefällt, trink noch ein paar Gläser, dann sieht die Welt schon ganz anders aus."

Das war leicht zu sagen für ihn: "Du sprichst aus Erfahrung, was?", provozierte sie ihn.

"Ich bin nicht darauf angewiesen, Hexen in einem Pub aufzureißen!", gab er entrüstet zurück.

"Wer ist das schon?", schoss Hermine zurück. Dann gab sie dem Kellner ein Zeichen. Das hier würde wirklich noch mehr Alkohol benötigen. Nicht nur, dass sie das Gespräch mit Malfoy aushalten musste, vor allem aber den Mut aufzubauen, um einen Zauberer anzusprechen - Hitze hin oder her - war alles andere als leicht.

oOoOoOo

"Hey, mach langsam, sonst wird dir nur übel!", sagte ein nicht sonderlich besorgt klingender Malfoy einige Zeit später.

Hermine ließ ihr Glas sinken. Vermutlich hatte er Recht. Der Raum war bereits ein wenig verschwommen und zu schnelle Bewegungen hinterließen ein mulmiges Gefühl in ihrer Magengegend. Vielleicht sollte sie ein wenig warten ehe sie weiter trank. Immerhin lag der ganze Sinn dieses Abends in wilden, schnellen Bewegungen. Wie lange würde es dauern? Wie lange brauchte ein Drink, um vom Körper abgebaut zu werden? Eine Stunde? Eine halbe? Wie viele hatte sie schon getrunken? Sie erstarrte, versuchte sich an die Zahl zu erinnern, doch sie musste zugeben, sie hatte den Überblick verloren. Das war vermutlich nicht gut. Dafür fühlte sie sich sehr warm und ihr ganzer Körper kribbelte. Sie hatte das Bedürfnis vor lauter Lust zu schnurren. Selbst Malfoy erschien ihr nicht mehr als völliger Idiot, er wirkte sogar ganz freundlich - wenn man bedachte, wer er war.

"Und, sieht irgendeiner schon attraktiv aus?", erklang seine Stimme von irgendwo weiter weg als sein Körper. Malfoy, der Bauchredner? Der Gedanke brachte sie zum Kichern.

"Okay, warum stellen wir den flüssigen Mut nicht für einen Moment zur Seite?", fragte er, griff nach ihrem Glas und zog es ihr aus den Fingern.

"Das ... das ist vielleicht eine gute Idee", stimmte sie zu: "Es ist eh nicht sonderlich effektiv. Ich fühle mich immer noch nicht danach, irgendwem die Kleider vom Leib zu reißen."

Oder besser, sie fühlte sich danach, aber von niemandem im speziellen. Und der Gedanke, am Ende niemanden abzubekommen, deprimierte sie zutiefst. Sie hatte das Gefühl, sterben zu müssen, wenn sie heute Nacht niemanden in sich haben würde. Es erschien ihr allerdings deutlich schwerer, auch nur einen einzigen Gedanken in ihrem Kopf zu halten. Und manchmal kam ihr ein Gedanke und sie hatte vergessen, worum es ging, ehe sie ihn zu Ende gedacht hatte.

Malfoy hob eine Augenbraue ob ihrer Aussage. Das schien eine nervtötende Gewohnheit von ihm zu sein. Allerdings nicht halb so nervig wie wenn sein Blick ihr Top hinunter wanderte. Okay, das nervte sie nicht wirklich, sondern amüsierte sie eher. Und schmeichelte ihr. Nicht, dass es sonderlich schmeichelhaft war, dass ein Kerl einer Frau in den Ausschnitt starrte, denn das schien genetisch so programmiert zu sein, aber die Art und Weise, wie sein Blick immer wieder dahin wanderte, schien anzudeuten, dass sie etwas hatte, was es wert war, angeschaut zu werden. Moment, was war es noch gleich, was sie nervte? Sie erstarrte. Verdammt, ein weiterer Gedanke, der für immer verloren gegangen war. Und sicher war er auch noch wichtig gewesen!

"Warum tust du das überhaupt?", erkundigte Malfoy sich: "Versteh mich nicht falsch, ich denke immer noch, dass du es durchziehen solltest, auch wenn du offensichtlich halb bewusstlos sein musst, um es zu tun, aber ... warum?"

Hitze schoss Hermine ins Gesicht. Verdammt sollte er sein: "Das ist ... persönlich."

"Es geht nicht viel persönlicher als Sex!", erwiderte er trocken: "Was war das Problem? Ist Weasleys kleiner Freund zu klein?"

Ein Kichern entfuhr Hermine, ehe sie sich stoppen konnte. Nein, das war nicht lustig. Warum hatte sie gelacht? Verdammter Alkohol! "Nein!", brachte sie heraus, während sie das Lachen zu verhindern suchte.

"Och!", machte Malfoy mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck: "Dann vielleicht ... keine Action? Oder zu schnell? Oder zu ... offen?"

Hermine rümpfte die Nase: "Offen?"

"Du erweckst dein Eindruck eine Frau zu sein, die Rache an einem Verlobten üben würde, der fremdgeht."

"Oh. Nein. Kein Fremdgehen und nein zu dem Rest von dem, was du gesagt hast. Und ... kein Verlobter!"

Sie weigerte sich, ob der letzten Aussage traurig zu sein. Sie hatte ihr eigenes Bett gemacht und sie hatte nicht nur vor, darin zu liegen, sie würde dafür sorgen, dass die Matratze schön unordentlich gemacht werden würde. Gott, es war zu lange her, dass jemand ihr Bett durcheinander gebracht hatte. Sie hatte wirklich vor, es vollständig auseinander zu nehmen! Selbst der Zauberer mit dem Schnurrbart begann, gut auszusehen. Malfoy hatte Recht, Alkohol half wirklich in dem Punkt.

"Oooh, ja, ich vergesse das ständig, ihr seid nicht mehr zusammen. Wie traurig!", sagte er in einem Tonfall, der alles andere als bedauernd klang, sondern vielmehr spottend.

"Macht dich das auch nur im geringsten weniger fixiert darauf, mich mit irgendeinem fremden Zauberer ins Bett zu bringen?", erkundigte Hermine sich, während sie ihr Glas zurückeroberte und den Inhalt in einem Zug austrank.

"Nein", erwiderte er, während er sie neugierig beobachtete: "Weasley wird sich trotzdem daran stören. Was auch immer für eine kleine Zankerei ihr gerade habt, das wird bald vorbei sein, und dann wird es ihn ärgern."

"Zank!", rief Hermine aus, die sich mit einem mal deutlich weniger betrunken und deutlich mehr genervt fühlte: "Zank? Du denkst, dass ich losziehe, um mit jemandem zu schlafen, nach einem bloßen kleinen Streit mit Ron?"

"Also willst du dich über ihn hinwegtrösten?"

"Nein! Das hier ist etwas, was ich tun will!", erwiderte sie, während sie einen Blick auf die Männer an den umliegenden Tischen warf. Das war wirklich etwas, was sie wollte ... in Theorie. In sehr, sehr theoretischer Theorie.

"Um ein Bedürfnis zu stillen?"

"Nein!", seufzte sie verärgert, inzwischen sehr genervt von Malfoys dämlichen Rateversuchen: "Weil ich es tun muss! Weil ...", sie suchte in ihrem vernebelten Hirn nach einer Möglichkeit, sich zu erklären: "Weil ich es immer schon tun musste!"

Nicht, dass sie nicht wirklich ein Bedürfnis hatte. Sie hatte es. Und je länger sie wartete, dieses Bedürfnis zu stillen, umso größer schien es zu werden. Sie rutschte nervös auf ihrem Stuhl hin und her. Das war nicht der Punkt. Wenn es nur ein bloßes Bedürfnis gewesen wäre, hätte sie sich selbst darum kümmern können. Oder sie wäre bei Ron geblieben und hätte es durch ihn erledigen lassen.

Malfoy starrte kurz ins Leere, was Hermine realisieren ließ, dass er vermutlich inzwischen auch ein wenig zu viel getrunken hatte. Verwirrt sagte er: „Du musstest schon immer in eine schäbige Bar gehen und mit einem wildfremden Zauberer Sex haben? Wenn ich das gewusst hätte, hätte unsere gemeinsame Zeit in Hogwarts sehr viel interessanter sein können. Du hättest es mir sagen sollen!“

Hermine rollte mit den Augen und bedeutete dem Kellner mit einer Geste, dass sie ein weiteres Glas des ihr unbekannten Getränks haben wollte. Sie hatte das Gefühl, schon wieder zu nüchtern zu sein, um gleichzeitig mit Draco Malfoy klar kommen zu können und den Mut zu sammeln, ihr Vorhaben durchzuziehen. Vielleicht sollte sie dem Inhaber vorschlagen, ein Getränk zu verkaufen, das einem Mut verlieh. Sie könnten ein Vermögen damit machen.

oOoOoOo

„Denkst du nicht, dass du es etwas langsamer angehen lassen solltest?“, fragte Hermine eine Weile später, während sie das Glas von Malfoy inspizierte. Sie hatte nicht mitgezählt, aber sie war sich sicher, dass er ihr um einiges voraus war, und jeder Versuch ihrerseits, ebenso viel Alkohol zu trinken, würde gewiss in einer Katastrophe enden.

Er lachte nur arrogant: „Ich nehme deine Besorgnis wohlwollend zur Kenntnis, aber ich kenne meine Grenze. Ich habe sie noch nicht erreicht und werde es auch nicht in naher Zukunft. Die Nebenwirkungen allerdings dürften interessant sein.“

„Sag mal, warum bist du eigentlich überhaupt hier, so allein, und trinkst?“, erkundigte Hermine sich, ehe ihr Gehirn mit ihrem Mund aufschließen konnte. Man musste Gehirn allerdings zu Gute halten, dass es sehr professionell von seinem schlimmsten Feind zu Fall gebracht und festgehalten worden war: Alkohol.

„Nunja“, erwiderte er langsam: „Ich bin heute Morgen aufgewacht und habe mich gefragt, was willst du heute Abend tun? Und dann habe ich beschlossen, den Tropfenden Kessel aufzusuchen, weil ich vielleicht die Chance bekommen würde, Weasleys Ex-Verlobte dabei beobachten zu können, wie sie versucht, einen Zauberer aufzureißen, der weder einen komischen Schnurrbart hat noch zu gutaussehend ist.“

Sie rümpfte ihre Nase: „Du bist ja sehr mitteilsam!“

„Es war eine unhöfliche Frage, Granger!“, erwiderte er verächtlich: „Wenn jemand alleine trinkt, ist vielleicht ein wenig mehr Fingerspitzengefühl angebracht, wenn man nach dem Grund fragen will.“

„Oh, komm schon, Malfoy. Ich hab dir meins gezeigt, also zeig mir deins!“, entgegnete sie und kicherte ob ihrer Beinahe-Anzüglichkeit. Alkohol hatte definitiv einen schlechten Einfluss auf ihren Sinn für Humor. Vielleicht versuchte Sinn für Humor ja, Gehirn zu retten? Moment, das ergab keinen Sinn! Welche Eigenschaft machte was nochmal genau warum? Und warum war das eine schlechte Sache?

„Du hast mir überhaupt nicht deins gezeigt!“, wandte Draco ein: „Deine Gründe waren vage, wenn man es freundlich ausdrücken will. Du musstest das hier tun? Was? Weasley war einfach so ohne jeden Grund nicht gut genug für dich?“

Alles in Hermine wurde still. Es war, als wolle ihr Gehirn über diese konkrete Sache nicht im Entferntesten nachdenken. Oder vielleicht hatte Gehirn auch einfach das Firmengelände gänzlich verlassen. Unsicher sagte sie: „So ungefähr.“

„Das ist Blödsinn!“, sagte Malfoy kopfschüttelnd: „Du gibst eine ernsthafte Beziehung auf, um mit einem Fremden zu sein? Du wirst so enttäuscht sein. Ich habe fast schon Mitleid mit dir.“

„Hey, ich brauche mehr als Liebe! Ich brauche Sex!“

Sie zuckte zusammen. Es hätte schlimmer kommen können, nahm sie an. Sie hätte diese peinliche Aussage vor jemandem machen können, der es liebte, sich über sie lustig zu machen – während sie einen dummen Hut trug. Oh, wo war nur Sinn für Humor, wenn sie ihn brauchte?

Wie erwartet lachte er sie aus: „Ich wusste ja, dass er nicht gut im Bett sein kann!“

Sie blickte ihn zornig an: „Das ist nicht der Punkt!“

„Doch, natürlich!“, gab er strahlend zurück, glücklich, etwas Schlechtes über Ron denken zu können: „Dein Liebhaber war eine Niete im Bett und jetzt bist du verzweifelt.“

Hermine seufzte genervt. Es war vermutlich besser, wenn sie ihn korrigierte und die Wahrheit erzählte: „Ron ist keine Niete im Bett, es hat gut funktioniert! Er war nur nicht so sehr interessiert an … sagen wir, er war nicht sehr experimentierfreudig, okay? Ich habe es wieder und wieder versucht. Jahrelang habe ich es versucht. Aber eine Hexe kann sich eben nur eine bestimmt Menge an Malen in einem … anrüchigen Outfit zeigen und gar keine Reaktion darauf erhalten, ehe sie völlig entmutigt ist.“

Das Strahlen auf Malfoys Gesicht verschwand und machte einem nachdenklichen Ausdruck Platz: „Wenn du anrüchige Outfits sagst …“

„Und das ist nicht mal alles, was ich ausprobiert habe!“, fuhr sie fort, während sie völlig ignorierte, was er gesagt hatte: „Ich meine, ich kann nicht einmal anfangen den Katalog an Spielzeugen aufzuzählen, den ich besorgt habe. Sowohl magisch als auch von Muggeln!“

Er blinzelte als sei er betäubt von ihrer Aussage: „Spielzeug?“

„Na, du weißt schon“, erklärte sie mit einer wegwerfenden Handbewegung: „Ketten und Seile in jeglichen Formen, künstliche Körperteile, Augenbinden, Dinge, die vibrieren und reiben und sich generell gut anfühlen, wenn man sie an den richtigen oder manchmal auch falschen Stellen benutzt.“ Dinge, die heute Nacht definitiv benutzt werden würden, wenn sie nicht bald jemanden für ihr Vorhaben fand!

Wenn sie den Blick, den Malfoy ihr zuwarf, richtig deutete, hatte er ihren letzten Gedanken erraten. „Äh … aha“, war alles, was er sagen konnte, während er hart schluckte.

War es wirklich so merkwürdig zu erfahren, dass auch sie Wünsche und Bedürfnisse und Fantasien hatte? Nur, weil er ihren Hunger nach Wissen langweilig fand, hieß das doch nicht, dass er annehmen musste, dass sie Sex nur in der Missionarsstellung bei gelöschtem Licht haben wollte! Aber vermutlich dachte er genau das. Vermutlich ging er auch davon aus, dass sie nicht einmal zum Höhepunkt kommen konnte. Idiot. Sie war absolut gewillt und in der Lage, einen Orgasmus zu haben! Sie war nur nicht in der Lage, einen Zauberer zu finden, der das in irgendeiner Art für sie übernehmen konnte, die aufregend zu nennen war.

„Wie auch immer“; seufzte sie: „Ron hatte eben kein Interesse an solchen Dingen. Er wollte einfach Sex auf die traditionelle Art und Weise haben, vielleicht ein oder zwei Mal die Woche, nur wir beide, Licht aus, kein Spielzeug, keine besonderen Outfits. Das war ja auch alles schön und gut, aber es war eben nicht …“

„Genug?“, bot Malfoy mit rauer Stimme an.

„Genau! Ich meine, vermutlich hätte ich in der Lage sein sollen, mich damit zu arrangieren, aber … er wollte sich ja nicht mal von mir einen blasen lassen!“

Malfoys Augen weiteten sich in wiederholtem Schock: „Was?“

Hah! Sie hätte wetten können, dass er immer gedacht hatte, dass sie zu prüde wäre, jemandem einen zu blasen wollen. Oh, und ob sie das gewollt hatte. Ihr war nur immer ein Strich durch die Rechnung gemacht worden.

Sie schüttelte ihren Kopf, während sie sich daran erinnerte, wie verletzt und gedemütigt sie sich gefühlt hatte: „Weißt du, ich habe dieses Buch gelesen und ich dachte, dass es aussieht, als ob es Spaß macht und ich bin mir sicher, dass ich es richtig gemacht habe, aber er hat nicht so reagiert, wie ich es gehofft hatte. Er hat es mich ein bisschen machen lassen … aber es war ziemlich offensichtlich, dass er das nicht so interessant fand. Er … er hat das danach sogar zugegeben.“

Sie räusperte sich und zwang sich dazu, die Tränen wieder runterzuschlucken. Sie fühlte sich dumm, dass sie so emotional auf eine alte Sache reagierte. Es war nur einfach ein wunder Punkt. Und außerdem war sie eine schlechte Trinkerin: „Du weißt nicht, wie das ist, Malfoy. Wenn man dieses Verlangen hat und nicht einmal das Gefühl hat … begehrt zu werden. Ich weiß, dass er mich immer geliebt hat, aber es wirkt nie so, als ob er mich richtig will. Nicht im körperlichen Sinne.“

Das hätte sie ihm nicht sagen sollen, ging ihr einige Sekunden später durch den Nebel des Alkohols auf, als er immer noch nicht im geringsten reagiert hatte, sondern einfach nur nachdenklich in sein Glas schaute. Er würde sie nur wieder auslachen und sie war immer noch zu verletzt nach all den Streitigkeiten und all den Ablehnungen und dem letzten großen Streit, der ihrer Beziehung zu Ron den Todesstoß gegeben hatte. Der hatte sie her geführt und sie würde ihr Vorhaben durchziehen, selbst wenn es sie umbringen würde. Es war ihr inzwischen sogar egal, ob die Leute sie für eine Schlampe halten würden. Sie brauchte einfach nur mehr. Sie wollte sich begehrt fühlen und befriedigt, wenigstens ein einziges Mal. Es ging nicht nur um einen Orgasmus, es ging darum, richtig gefickt zu werden.

Malfoy sah endlich zu ihr auf, doch dann schaute er wieder zurück in sein halbleeres Glas und räusperte sich: „Das mag dich jetzt vielleicht schockieren, Granger, aber Lust und Verlangen können nach einiger Zeit auch langweilig werden!“, sagte er, merkwürdigerweise ohne dabei amüsiert darüber zu klingen, dass sie ihre Zurückweisung zugegeben hatte.

Komisch. Er hätte ihr den Todesstoß versetzen können, warum also tat er es nicht? Es war vermutlich besser, ihn das nicht zu fragen. Stattdessen erwiderte sie betont: „Ich dachte, du hättest es nicht nötig, One-Night-Stands zu haben?“

„Ich habe ja auch keine. Ich spreche von meiner Freundin … ähm, Ex-Freundin … ach, es ist kompliziert“, entgegnete er, während er mit zusammen gezogenen Augenbrauen auf die Tischplatte starrte.

„Ihr habt Schluss gemacht, aber ihr habt immer noch Sex?“, erkundigte Hermine sich.

„Okay, vielleicht ist es auch nicht so kompliziert“, murmelte er: „Jedenfalls können wir beide kaum die Gegenwart des anderen ertragen. Konnten wir nie. Und trotzdem tendieren wir dazu, miteinander im Bett zu landen. Um genau zu sein ist das der Grund, warum wir überhaupt so lange zusammen geblieben sind. Wir waren nie in der Lage, einen Streit zu beenden, ohne übereinander herzufallen und irgendwie wieder im Bett zu landen. Da ist ziemlich viel Leidenschaft, aber es saugt das Leben aus dir. Eine nette, ruhige Beziehung zu haben, hört sich für mich ehrlich gesagt ziemlich gut an.“

„Ruhig ist gut!“, stimmte Hermine zu: „Aber unsere hat sich fast platonisch angefühlt. Wir waren einfach … glorifizierte Freunde, die manchmal ganz grundlegende Vorzüge hatten. Es war eine tiefe, liebende, langweilige Beziehung. Ich kriege Liebe von einer Menge Leute. Sex wiederum sollte ich nur von meinem speziellen Anderen kriegen, warum also will er es mir nicht geben? Was ist so schlimm daran, mal ein bisschen was auszuprobieren mit dem Lebenspartner an deiner Seite? Ich meine, ich habe ja nicht mal irgendwas extrem Ungewöhnliches von ihm verlangt, einfach nur ein bisschen mehr … Enthusiasmus. Was ist so falsch daran?“

„Ich weiß nicht.“

„Denkst du, er wäre leidenschaftlicher bei jemand anderem, der nicht ich ist?“, fragte sie ruhig, innerlich darauf hoffend, ein wenig Bestätigung zu erfahren, da er sie gerade nicht einfach nur aufzog, sondern sich tatsächlich offen mit ihr unterhielt. Sie war hübsch heute Abend! Sie wusste, dass sie deutlich anders aussah als in seiner Erinnerung, so mit ihrem Haar anständig gemacht und ihrer Schminke, die ihre Vorzüge zum Scheinen brachte – nicht zu schweigen mit ihrer offenherzigen Kleidung. Er musste einfach mehr als ihre Brüste und ihre fehlende Unterwäsche bemerkt haben!

„Ich weiß nicht“, sagte er, während er das Glas erneut an seine Lippen führte: „Vielleicht.“

Hermine versuchte, die Worte nicht an sich heran zu lassen: „Oh, richtig, ich vergesse ständig. Du denkst, dass ich hässlich und nicht begehrenswert bin.“

Sie schnaubte und änderte etwas an dem Zauber, der ihr Top an ihrer Schulter hielt, um wenigstens etwas zu tun. Ihr Selbstbewusstsein war verdammt nah daran, wieder am Boden zerstört zu werden. Vielleicht war sie einfach nicht die Art von Hexe, die ein Mann wirklich wollte.

Er schaute sie für einige Sekunden an, doch dann wandte er sich wieder seinem Glas zu, als er zu ihr sprach. Wenn sie genauer darüber nachdachte, so schien es tatsächlich, als würde er vermeiden, ihr ins Gesicht zu schauen und sie konnte sich nicht erinnern, dass er ihr irgendwann in mindestens der letzten halben Stunde in die Augen geschaut hätte. Vielleicht waren ihre Brüste einfach so viel faszinierender.

„Das ist es nicht wirklich“, sagte er: „Aber manchmal kannst du einfach nichts daran ändern, auf wen du reagierst. Geschlechtsteile sind nicht sehr intelligent.“

Er machte eine Grimasse, die ein selbstironisches Lächeln hätte sein können. Richtig, Geschlechtsteile waren nicht intelligent, dem stimmt sie zu. Aber sie waren manchmal definitiv eigensinnig. Selbst jetzt wollte sie immer noch mit jemandem Sex haben, mit irgendjemandem. Wenn überhaupt, dann wollte sie es sogar noch mehr als zum Zeitpunkt ihrer Ankunft. Sie hatte auch den Verdacht, dass ihre Wangen gerötet sein mussten von all der Hitze, die sie im ganzen Körper verspürte. Glücklicherweise war es relativ heiß in dem Raum und es waren eine Menge geröteter Gesichter und glasiger Augen zu sehen, so dass sie nicht weiter auffiel.

„Ist deine Ex der Grund, warum du heute Abend hier bist?“, fragte sie, ehe sie sich selbst daran hindern konnte. Es war ihr eigentlich auch egal, ob es eine unhöfliche Frage war, denn sie wollte es wirklich wissen. Sie hatte ihre Karten offen auf den Tisch gelegt, jetzt war Malfoy an der Reihe. Vielleicht konnte sie danach den Mut finden, einem potentiellen Korb ins Gesicht zu sehen. Warum musste Malfoy so ein Idiot sein? Wieso konnte er nicht einfach sagen, dass sie nett aussah? Sie brauchte noch einen Drink!

Er zuckte nachlässig die Schultern: „Nicht so, wie du denkst, vermutlich. Ich hatte einfach einen schlechten Tag und dachte, ich trinke besser was, ehe ich mich mit ihr beschäftigen muss, aber dann bin ich hier geblieben, weil deine Unfähigkeit, dich flachlegen zu lassen, lustiger war.“

Und er musste einfach Salz in die Wunde streuen, nicht wahr?

„Mit jemandem zu schlafen, den man hasst, ist schlimmer, als mit einem Fremden zu schlafen!“, stellte sie fest.

„Wieso? Ich weiß ja schon, dass der Sex gut wird. Mit einem Fremden hast du diese Sicherheit nicht. Meistens ist es eher gerade so akzeptabel.“

„Und woher willst du das wissen?“

Er seufzte: „Ich bin schon seit Jahren keine Jungfrau mehr, Granger. Ich habe in der Vergangenheit immer mal wieder eine an mich heran gelassen, die nur auf mein Geld aus war und dachte, sie hätte mich um den Finger gewickelt“, erklärte er mit einer Grimasse, die irgendwas zwischen Grinsen und Spott war: „Ist immer die gleiche verdammte Sache, nicht wahr?“

Hermine hatte keine Ahnung, da sie kaum wusste, worauf er anspielte, aber sie ging davon aus, dass es stimmte, wenn er es sagte.

Malfoy erhob sein Glas und lächelte sie merkwürdig an: „Auf dich, auf dass du den Sex kriegst, den du willst, und auf mich, dass ich diese Nacht irgendwie überstehe, ohne meine geistige Gesundheit zu verlieren.“

oOoOoOo

„Wie wäre es mit der Hexe?“, fragte Hermine, während sie auf eine hübsche dunkelhaarige Hexe am anderen Ende des Raums deutete. Malfoy und sie hatten eine ganze Weile nicht miteinander geredet, aber plötzlich war es ihr als gute Idee erschienen, diesen Vorschlag zu machen. Und warum zur Hölle sollte sie auch nicht?

Malfoy verschluckte sich beinahe: „Himmel, Granger, ich hatte ja keine Ahnung!“

„Nein!“, rief sie schnell aus: „Ich meine, sicher, wenn ich mit jemandem zusammen wäre und er wollte …“, sie brach ab und biss sich errötend auf die Lippen. Sie sollte ihm vermutlich besser nicht von diesen Fantasien erzählen: „Ich meinte für dich!“

„Ich sagte dir doch, dass ich es nicht nötig habe, jemanden hier aufzugabeln. Sobald ich hier fertig bin, werde ich einfach zu meiner Ex apparieren. Zumindest wenn ich dann noch stehen kann. Sie wird genervt sein über die Störung und mich dafür bestrafen, indem sie mir das Hirn aus dem Kopf vögelt.“

Hermine zog die Augenbrauen zusammen und schüttelte den Kopf: „Du solltest nicht apparieren, während du betrunken bist. Das ist nicht sicher.“

Er schnaubte: „Wie genorö… generö… freundlich von dir, über meine Sicherheit nachzudenken. Ich weiß schon, was ich tu.“

„Und, angesehen davon, du kannst doch nicht so weiter machen und immer wieder zu etwas zurückkehren, was so verquer und ungesund ist. Die Hexe dadrüben könnte dir helfen, deine geistige Gesundheit zu behalten. War es nicht das, was du wolltest?“

Er schaute sie scharf an: „Jaaah, ähm, Granger? Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du nicht versuchen würdest, mich zu therapieren. Insbesondere weil du keine Ahnung hast, wovon du redest.“

„Ich versuche nicht, dich zu therapieren.“

„Dann halt mein Leben zu reparieren. Was auch immer. Hör auf damit.“

„Du weißt, dass es dich kaputt machen wird!“, sagte sie bestimmend, denn sie war sich sicher, dass sie das Recht dazu hatte, und außerdem schon zu betrunken, um sich darum zu kümmern, was er davon hielt, dass sie so eine deutliche Meinung hatte.

„Nein. Was ich weiß, ist, dass du hier rein gekommen bist mit der Aussage, dass du von irgendeinem Kerl hier flachgelegt werden musst, aber bis jetzt hast du nichts getan, um das in die Realität umzusetzen, und hier rum zu sitzen und zu warten, dass irgendwas passiert, wird langsam langweilig.“

„Du hast Recht“, sagte Hermine und erlaubte damit den Themenwechsel, während sie sich erhob, ehe sie es sich wieder anders überlegte: „Du hast absolut Recht. Ich muss etwas tun und nicht nur hier sitzen und meine Sorgen in Alkohol ertränken zusammen mit jemandem, der lieber mit wem schläft, den er hasst, als die Chance zu ergreifen, wen Neues auszuprobieren. Also, sieht irgendjemand interessiert aus?“

Er öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Dann öffnete er ihn erneut und sagte: „Ich dachte, du wolltest Hitze und Leidenschaft spüren.“

„Ja, naja, vielleicht bin ich betrunken genug, dass mir das egal ist!“, erwiderte sie. Oder verzweifelt genug. Ganz sicher war sie scharf genug. Sie war inzwischen an einem Punkt angekommen, wo sogar ihre eng anliegende Kleidung überall da, wo sie sie berührte und sich an ihr rieb, sie beinahe um den Verstand brachte. Sie blickte sich im Raum um in der Hoffnung, dass irgendjemand interessiert aussah.

Malfoy rieb sich sein Gesicht mit einer Hand und sah plötzlich erschöpft aus: „Geh einfach zu irgendeinem Kerl, der alleine rumsteht, Granger. Keiner wird Nein sagen.“

„Vielleicht sind sie nicht auf Sex aus!“, gab sie zurück, während sie wieder auf ihrer Unterlippe herum kaute.

„Man muss nicht auf Sex aus sein, um ihn anzunehmen und heißer, schneller Sex ohne Hintergedanken ist der feuchte Traum von so ziemlich jedem Kerl!“, erklärte er mit einem genervten Gesichtsausdruck. Warum sollte er bitte schön von ihr genervt sein?

„Du widersprichst dir! Du hast eben noch gesagt, dass du nicht interessiert bist!“, stellte sie fest, während sie sich innerlich dazu gratulierte, trotz Alkohol und Geilheit so gut argumentieren zu können. War Geilheit überhaupt ein Wort? Es war ihr egal.

„Ich sagte, dass ich nicht danach suche. Wenn es sich von selbst anbietet …“, er schüttelte den Kopf mit einer sarkastischen Grimasse: „Geh halt endlich!“

„Gut“, murmelte Hermine und setzte vorsichtig einen sehr unsicheren Schritt. Ihr Blick registrierte einen Zauberer, der sehr einladend zu ihr hinüber schaute. Er sah in Ordnung aus. Während sie versuchte, ihr nervöses Zittern zu unterdrücken, setzte sie ein Lächeln auf und ging zu ihm hinüber.

oOoOoOo

Hermine ließ sich auf ihren Stuhl fallen und seufzte tief.

„Also, was ist passiert?“, fragte Malfoy, der merkwürdig bedrückt ob ihrer Rückkehr wirkte. Nicht, dass sie erwartet hätte, dass er erfreut über ihre Gesellschaft gewesen wäre, aber er hätte wenigstens ein bisschen weniger negativ darüber denken können. Oh, warte, war das ein sarkastisches Grinsen? Wie liebreizend. Er schien seine gute Laune wiedergefunden zu haben, nachdem sie einen Korb bekommen hatte. Warum trank sie nicht einfach eine Phiole mit Gift und beendete die ganze Sache ein für alle Mal?

„Ich hab meine Handtasche vergessen“, sagte sie lahm.

„Passiert mir dauernd, wenn ich flach gelegt werden will.“

„Das war alles, woran ich denken konnte, während ich mit ihm geredet hab“, versuchte sie zu erklären: „Dass ich meine Handtasche hier gelassen habe. Bei dir. Und dass ich nicht wusste, ob du sie hier liegen lassen würdest. Und dass da drin meine Schlüssel und mein Portemonnaie und das Buch, das ich gerade lese …“

„Ein Buch?“

„Ich hab es geschrumpft.“

„Wer bringt ein Buch in eine Kneipe?“, fragte er kopfschüttelnd: „Weißt du was, ist auch egal. Deine Handtasche ist sicher. Du kannst sie jetzt einfach mitnehmen.“

„Nein!“, sagte sie, während sie spürte, wie Tränen der Frustration in ihr hochkamen: „Ich kann nicht. Ich kann es nicht tun. Nach all dem Aufwand und allem, das ich geopfert habe, kann ich es nicht einmal durchziehen. Ich weiß einfach nicht, wie ich so aggressiv und überzeugend sein soll. Ich weiß nicht, wie ich so selbstbewusst sein könnte.“

Er starrte sie an: „Du denkst, du weißt nicht, wie man selbstbewusst ist?“

Nicht, wenn es darauf ankam offensichtlich. Sie fühlte sich dumm. Und ihr war schwindelig: „Ich sollte einfach heimgehen, richtig? Wie du gesagt hast.“

Er starrte sie immer noch an und sie erwartete, dass er sagen würde: Ja, geh heim. Du bist für sowas hier nicht geschaffen, aber stattdessen sagte er: „Nein. Bleib.“

Der tiefe, raue Tonfall seiner Stimme stellte etwas mit ihrem Innersten an und sie sie schaute auf, ohne sich überhaupt zu bemühen, ihre Verzweiflung zu verbergen: „Warum? Was ist der Sinn darin?“

Er zögerte für einen Bruchteil einer Sekunde, dann rückte er so nah an sie heran, dass er seine Stimme kaum heben musste, damit sie ihn verstehen konnte: „Du solltest aufhören, nach Sinn zu suchen. Wenn du das hier tust … der Sinn liegt nur in dem, was sich jetzt und hier gut anfühlt. Alles andere ist unwichtig.“

„Hier bleiben würde sich nicht gut anfühlen!“, sagte sie, während sie runter schaute und begann, ihre Handtasche zu ordnen. Sie hatte keine Lust, diese Aussage zu erklären, denn sie verspürte nicht das Bedürfnis ihm zu sagen, dass sich ihr Körper anfühlte, als stünde er in Flammen und dass sie so frustriert war, dass sie weinen könnte, und dass die Zeit, die sie hier war, nicht half, ihr Verlangen zu stillen … und sie wollte einfach heim gehen.

„Es könnte“, sagte er leise. Sein Tonfall ließ sie überrascht aufblicken. Meinte er etwa …?

„Wäre es wirklich so schlimm?“, fragte er: „Du willst vielleicht wirklich nicht mit einem Fremden schlafen, aber ich bin nicht wirklich ein Fremder, oder? Und ich weiß, wie du dich fühlst. Du brauchst das.“

Lust flackerte in seinen Augen und sie fühlte, wie ihr Innerstes sich als Antwort darauf zusammen zog, während durch ihren Kopf Bilder von ihnen beiden schossen in allen möglichen und unmöglichen anzüglichen Posen. Sie hatte einfach nicht gedacht … sich nicht vorstellen können … dass sie beide zusammen … Jetzt gerade war es allerdings ein anziehender Gedanke, sehr anziehend. Sie hatten sich die ganze Nacht unterhalten, entsprechend fühlte sie sich entspannt in seiner Gegenwart, und die Art, wie er sie gerade anschaute … oh ja. Aber … das war Draco Malfoy. Genauso gut könnte sie der Katastrophe direkt Tür und Tor öffnen.

Als sie nicht sofort antwortete, weil sie zu beschäftigt damit war, die richtigen Worte zu finden, fiel sein Blick auf ihre Lippen und er beugte sich vor, um den Abstand zwischen ihnen zu schließen. Ihre Augen weiteten sich und in einem instinktiven Impuls wollte sie sich zurückziehen, doch eine Hand von ihm griff nach ihrem Haar und hielt sie an Ort und Stelle.

Das war so falsch. Das sollte nicht passieren.

Ihr zweiter Instinkt sagte ihr, einfach die Augen zu schließen und zu vergessen, dass es falsch war. Sie fühlte sich benebelt, nahm aber an, dass es vom Alkohol kam, und dass ihr Herz schneller schlug kam vermutlich nur von der Aufregung. Das Prickeln in ihrem Bauch und ihren Armen und Beinen kam nur von der Erwartung des Kommenden, die sich die ganze Nacht über stetig aufgebaut hatte. Diese Erwartung war auch verantwortlich für die schiere Explosion von Gefühlen, die sie spürte, als seine Lippen die ihren berührten, da war sie sich sicher. Als er spürte, dass sie nachgab, entließ er ihren Kopf aus seiner Hand, um ihr Bewegungsfreiheit zu geben. Seine Lippen verführten sie mit beinahe unanständig köstlichen Streicheleinheiten dazu, dass sie die ihren öffnete, und dann begann seine Zunge damit, die ihre zu massieren, und jede Faser ihres Körpers schrie nach mehr, wollte ebenso beachtet und berührt werden.

Und es war aggressiv auf eine Art und Weise, dass eine Hexe denken konnte, dass sie Verlangen hervorrufen konnte.

Ah, richtig.

Sie kämpfte sich frei: „Was tust du?“, verlangte sie zu wissen. Hatte er gedacht, das hier war es, was sie wollte, als sie zum Tisch zurückgekommen war? War es das gewesen, was sie wollte? Nein, sie war sich ziemlich sicher, dass sie nicht gedacht hatte, dass er vorschlagen würde, dass sie miteinander Sex haben könnten, und sie dann küssen würde. Sie hatte einfach nur … sie wusste es selbst nicht. Sie hätte vermutlich einfach gehen sollen, aber ihre Unterhaltung hatte sich so nett angefühlt. Sie wollte von ihm getröstet werden.

Galt das hier als trösten?

„Halt die Klappe“, murmelte er: „Sei einfach still. Ich kann dir geben, was du willst, aber nur, wenn du aufhörst zu reden.“

Er griff nach ihrer Hand und bevor ihr alkoholverseuchtes Gehirn irgendeinen Protest formulieren konnte, hatte er sie auf ihre Füße gezogen und schleppte sie zur Bar. Er musste den Wirt besser kennen als angenommen, denn ein paar Worte später öffnete der eine Tür, die sie zuvor nicht bemerkt hatte, und Malfoy zerrte sie hindurch, schloss die Tür wieder und presste sie dagegen. Nach den schwach erleuchteten Treppenstufen zu urteilen, führte die Tür zu irgendeiner Art von Lagerraum.

„Du bist ja ziemlich dicke mit dem Wirt“, merkte sie nervös an. Es fühlte sich so gut an, gegen einen anderen Menschen gepresst zu werden. Ihr Körper schien sich nicht darum zu kümmern, wer es war, er prickelte einfach nur vor lauter nervöser Erwartung. Sie tanzte schon jetzt ohne ersichtlichen Grund auf der Klippe und musste einfach nur noch drüber gestoßen werden. Gott, sie wollte, dass er es tat, aber sie war immer noch zu unsicher, als dass sie selbst die Initiative ergriffen hätte. Das hier war immerhin Malfoy! Seit wann wollte der mit ihr schlafen?

„Ne, nicht wirklich“, flüsterte er, während er heftig gegen ihren Nacken atmete und damit eine Gänsehaut über ihren Körper jagte und Hitze zwischen ihre Beine. Einfach nur von seinem verdammten Atem! Sie schloss die Augen als Malfoy fortfuhr: „Solange man anständig bezahlt, kümmert es den Mann einfach nur nicht.“

„Wenn du eh dafür bezahlen wolltest, warum hast du uns nicht ein Zimmer besorgt?“, fragte sie atemlos. Es war schwer, bei Sinnen zu bleiben, wenn jede seiner Bewegungen sie irgendwo berührte und sie damit beinahe zum Schreien brachte. Merlin, sie brauchte das hier.

„Erzähl mir nicht, dass du ein Bett wolltest!“, entgegnete er und sie konnte sein selbstzufriedenes Grinsen beinahe hören: „Da sind Menschen auf der anderen Seite der Tür. Eine Menge Menschen. Und wenn du nicht wirklich, wirklich leise bist, werden sie alle wissen, was wir hier treiben.“

Hermine schluckte. Das war tatsächlich ziemlich nah an dem, was sie sich vorgestellt hatte: „Du musst das hier nicht tun“, flüsterte sie unter Aufbietung all ihrer Konzentration, als er seine Zunge über ihren Nacken wandern ließ: „Ich brauche keinen Mitleids-Fick.“

Außer dass sie es vielleicht doch irgendwie brauchte. Sie wusste nur, dass sie sich vermutlich zu Tode schämen würde, sobald der Alkohol nachließ und ihr aufging, dass sie zugelassen hatte, dass Draco Malfoy Mitleid mit ihrer unglaublichen Unfähigkeit, Sex zu kriegen, bekommen hatte.

„Das kann nicht dein Ernst sein!“, knurrte er mit einem bösen Blick: „Du bist zu klug, um das ernst zu meinen. Dir muss doch klar sein, dass du sehr wenig der Vorstellung überlassen hast, als du deinen Rock hochgezogen hast. Von dem erstklassigen Blick auf deinen Ausschnitt ganz zu schweigen, den du mir den ganzen Abend geboten hast. Und dann das ganze Gerede über Sex und Spielzeuge und mein Wissen, warum du hier bist … leb einfach deine Fantasie aus. Alles wird gut.“

Hermine entschloss sich dazu, ihm zu glauben. Was war schon das schlimmste, was passieren konnte? Okay, vielleicht sollte sie nicht genauer darüber nachdenken.

Er presste seine Schenkel zwischen ihre Beine und das fühlte sich so gut an, dass sie tatsächlich nach Luft schnappte und ihren Kopf in den Nacken warf. Offensichtlich sah er das als Einladung an, denn seine Lippen waren sofort wieder auf ihren. Bereitwillig öffnete sie ihre Lippen, lud ihn ein, während sie am Rande ihres Bewusstseins darüber staunte, wie empfindlich das Innere ihres Mundes sein konnte. Sie vergaß diesen Gedanken aber sehr schnell, als sie spürte, wie er sich noch enger an sie presste und damit auch seine Schenkel noch heftiger zwischen ihre Beine drückten und sie ein wenig rieb. Sie seufzte und packte seine Arme, während sie gierig den Kuss vertiefte und ihre Brüste an ihm rieb, um sich zumindest ein wenig Erleichterung zu verschaffen.

Offensichtlich verstand er ihre nicht so subtile Zustimmung zu seinen Bewegungen, denn er wiederholte es und es fühlte sich genauso gut an wie zuvor. Und dann noch einmal. Und wieder. Es dauerte nur einige Sekunden, ehe Hermine sich ebenfalls an seiner Hüfte rieb, aber es war nicht genug, es war einfach nicht genug. Ihre Bewegungen wurden schneller und heftiger und gerade, als sie meinte, ein ersticktes Stöhnen von ihm zu hören, überrollte sie die Welle ihres Orgasmus, der sie schreien ließ ob seiner puren Gewalt. Nie zuvor hatte sie irgendetwas Vergleichbares gespürt. Jedes Bisschen von ihr vibrierte und ihr ganzer Körper zuckte. Es fühlte sich großartig an auf eine etwas beängstigende Art und Weise.

Nachdem ihr Körper sich ein wenig beruhigt hatte, öffnete sie ihre Augen und bemerkte, dass auch seine Augen geschlossen waren und dass er sich mit tiefen Atemzügen dazu zwang, selbst wieder ruhiger zu werden. Sie erinnerte sich, irgendetwas über Atmung gelesen zu haben in dem Buch über tantrischen Sex, für den sie Ron hatte begeistern wollen. Obwohl das hier kaum tantrisch war, konnte sie vielleicht doch davon profitieren, um selbst wieder ruhiger zu werden.

Auch wenn es zu spät war, um zu verhindern, dass sie ein Spektakel aus sich selbst gemacht hatte.

„Es … es tut mir leid“, stotterte sie nervös: „Ich weiß nicht, was da gerade über mich gekommen ist.“

Seine Mundwinkel zuckten und er öffnete die Augen: „Ich glaube, das war ein Orgasmus …“

Sie errötete: „Ich meine, warum ich das getan habe. Mich an dir zu reiben wie … wie ein paar Jugendliche in einem Besenschrank in Hogwarts.“

„Ich weiß aus glaubwürdigen Quellen, dass auch Erwachsene die Vorzüge von Reibung anerkennen können“, flüsterte er offensichtlich immer noch amüsiert.

„Ja, schon, aber du bist nicht hergekommen, damit ich mich an dir reibe, richtig?“, fragte sie genervt und peinlich berührt.

„Mir hat das ziemlich gefallen, ehrlich gesagt. Und wir sind ja noch nicht fertig, oder?“, murmelte er in ihr Ohr. Richtig, sie waren wirklich noch nicht fertig. Trotz des gewaltigen Orgasmus und dem Gefühl, sich lächerlich gemacht zu haben, war sie immer noch scharf genug, um ihm die Kleider vom Leib zu reißen.

Sie fummelte an sich herum, um ihren Zauberstab zu finden, und entfernte dann den Spruch, mit dem ihr Top an ihren Schultern gehalten hatte. Sofort glitten sie ihre Arme hinab und hinterließen sie mit einem Gefühl extremer Nacktheit, das sie gleichzeitig aber auch merkwürdig befriedigte. Er gab einen anerkennenden Laut von sich und hob sie hoch auf seine Hüfte, ehe er sich zu ihr runter beugte und begann, die Haut gerade über ihren Brüsten zu küssen. Er zupfte ein wenig am Stoff ihres Oberteils, so dass es bis zu auf ihre Hüfte hinunter glitt, dann nahm er so viel wie er konnte von einer ihrer Brüste in den Mund.

Hermine japste, als sie die warme Feuchtigkeit und seine neckende Zunge spürte, die ihr kurz schwarz vor Augen werden ließ: „Das macht keinen Sinn. Alkohol lässt einen weniger fühlen, warum bin ich jetzt so empfindlich?“

Malfoy hob den Kopf und erwiderte herrisch: „Ich habe dir gesagt, dass du aufhören sollst zu reden, Granger!“

Sie griff nach seinem Hemd, damit sie es Knopf um quälenden Knopf öffnen und dann endlich ihre Finger über seine nackte, bleiche Brust fahren lassen zu können.

„Denk dran, ich trage keine Unterwäsche!“, sagte sie, ohne genau zu wissen, warum, aber es erschien ihr als genau die freche Aussage, die man zu einem Zeitpunkt wie diesem machen sollte. Es hatte mehr Effekt als sie gedacht hätte. Mit einigen sehr erfindungsreichen Beschreibungen für ihren Charakter griff er zwischen ihre Beine, um es selbst zu erfühlen: „In der Tat, du trägst nichts“, flüsterte er ihr ins Ohr, während er seine Finger hauchzart über ihre empfindlichste Stelle tanzen ließ. Wieder schnappte Hermine nach Luft. Sie wusste, dass sie ziemlich feucht war, und die Art und Weise, wie sein Kiefer sich anspannte und mahlte, verriet ihr, dass er das ziemlich genoss.

Seine Finger hörten nicht auf, sie zu streicheln, während seine Lippen sie wieder in einen leidenschaftlichen Kuss zwangen und plötzlich drang er mit mehreren Fingern tief in sie ein. Sie drückte den Rücken durch, doch es gab kein Entkommen von der schieren Intensität des Gefühls, ihn in sich zu spüren. Sie kam erneut, ihre Muskeln verkrampften sich um seine verfluchten göttlichen Finger. Er ließ sie, wo sie waren, bis sie sich wieder beruhigt hatten, und zog sie dann rasch raus, während sein Gesicht einen absichtsvollen Ausdruck annahm. Nach wenigen präzisen Bewegungen hatte er seine Hose geöffnet ohne sie runter zu lassen, und sie konnte sein nacktes Fleisch gegen sie gepresst spüren.

Sie war wirklich, wirklich froh, dass sie sich dazu entschieden hatte, heute Abend keine Unterwäsche anzuziehen.

Er beugte sich zu ihr runter und flüsterte in ihr Ohr: „Das ist jetzt der Zeitpunkt, da ein anständiger Kerl dir die Gelegenheit geben würde, dir das Ganze nochmal zu überlegen, aufzuhören, ehe wirklich irgendetwas passiert. Aber du hattest genug solcher Gelegenheiten heute Abend. Jetzt ist es zu spät. Du wirst mich nicht stoppen können, also denk nicht einmal daran, dich aufzuführen oder es mitten drin zu bereuen. Ich werde bekommen, womit du den ganzen Abend über gespielt hast. Wir werden nicht aufhören, ehe ich fertig bin!“

Hermine seufzte. Die fortschrittliche Feministin in ihr hätte vermutlich dagegen protestieren sollen, so von ihm behandelt zu werden, aber der sehr viel größere Teil von ihr wurde von ihren Hormonen kontrolliert und sie liebte die Aussicht, völlig von einem Mann eingenommen zu werden, der von purer, unverstellter Lust getrieben wurde.

Ohne Vorwarnung stieß er in sie und ließ sie Sterne sehen nur von dem Gefühl, auf diese Weise genommen zu werden. Wenn sie weniger feucht gewesen wäre, hätte er ihr sicherlich wehgetan, aber sie war es nicht und er tat es nicht. Er stöhnte, als leide er selbst Schmerzen, und grub seine Finger so heftig in ihre Hüften, dass er Abdrücke hinterließ. Sie bewegte sich ein wenig, um ihn noch tiefer zu spüren, und bemerkte, dass sie die Muskeln ihrer Beine nutzen konnte, um sich gegen ihn zu bewegen.

„Granger!“, japste er, doch sie ignorierte ihn. Sie hatte ein ganz bestimmtes Ziel vor Augen. Sie hatte keine Vorstellung, wie das möglich war, aber heute Nacht schien alles passieren zu können. Und da war es, es würde nicht mehr lange dauern …

Sie schrie erneut und fiel gegen die Tür, als ein weiterer Orgasmus über sie kam. Ihr Kopf traf heftig auf das Holz, doch es kümmerte sie nicht. Derselbe Trieb, der sie ergriffen hatte, schien nun auch Malfoy im Griff zu haben, denn er stöhnte und nahm den Rhythmus, den sie vorgegeben hatte, beinahe gewaltsam wieder auf, bis er nach wenigen Stößen mit einem beinahe verzweifelten Geräusch tief in sie eindrang und kam.

Sie ließ sich ein wenig gegen ihn fallen und genoss das Gefühl der Befriedigung, gemischt allerdings mit Bedauern, dass es so schnell um war. Sie hätte die ganze Nacht weiter machen können. Vielleicht würde ihr Spielzeug zu Hause doch noch zum Einsatz kommen.

Sie war unersättlich wie es schien.

Sie öffnete die Beine und drückte ihn ein wenig von sich, damit sie zu Boden gleiten konnte.

„Oh nein, das tust du nicht!“, flüstere er rau und nahm die Bewegung wieder auf: „Ich habe es dir gesagt: Wir werden das durchziehen!“

Auf der einen Seite war Hermine sehr verwirrt. Sie hätte schwören können, dass er gerade gekommen war. Auf der anderen Seite fühlte es sich einfach großartig an, wie er sich in ihr bewegte, und es war ihr egal, wie oder warum. Er ließ eine Hand zwischen ihren Körpern hinunter gleiten, um sie wieder zu streicheln, und das machte einen gewaltigen Unterschied. Nach nur wenigen Minuten kam sie erneut, sogar noch heftiger als zuvor, schluchzte beinahe gegen seinen Nacken. Sie hatte nie zuvor irgendetwas wie das hier verspürt und sie wollte nicht, dass er jemals damit aufhörte, auch wenn sie sich nicht sicher war, noch einen Orgasmus aushalten zu können. Sie würde so wund sein morgen früh!

„Wenn du nicht leiser bist, werden sie dich da draußen wahrscheinlich hören!“, presste er zwischen den Lippen hervor: „Da sind wirklich Leute auf der anderen Seite der Tür, weißt du…“

„Ist mir egal. Hör nicht auf.“

Er beugte sich erneut runter, um sie zu küssen, und sie gab sich bereitwillig hin, dankbar für jeden Reiz, den sie bekommen konnte.

„Ich muss vielleicht früher als mir lieb ist“, gab er zu: „Granger …“

„Ja?“

Seine Augen rollten zurück und sein Griff um ihre Hüfte wurde wieder fester. Die blauen Flecke würden sicher spektakulär sein.

„Ich hätte dir das vielleicht früher sagen sollen …“

„Was sagen?“, fragte sie atemlos. Die Art, wie er sich gegen sie bewegte, würde es ihr für die nächsten Tage unmöglich machen zu sitzen, aber es fühlte sich so gut an! Sie kam erneut, sie konnte es fühlen. Sie grub ihre Nägel in seine Schultern. Nie zuvor war sie so oft und so heftig nacheinander gekommen. Sie hatte immer gedacht, dass das physikalisch unmöglich war. Es war ihr sogar egal, warum es passierte. Das hier war der beste Sex, den sie je gehabt hatte.

„Das Getränk…“, murmelte er, sobald sie ihn wieder hören konnte: „Da war magisches Aphrodisiakum drin. Ich … ich dachte, es würde lustig sein, dir dabei zuzusehen … aber dass ich es selbst getrunken hab, ist richtig schön nach hinten losgegangen. Gott, ich werde explodieren.“

Hermines Augen weiteten sich, aber es war schwer, die Information zu verarbeiten, während ihr verräterischer Körper einfach nur geküsst, besessen und immer und immer wieder genommen werden wollte. Sie konnte einfach nicht verhindern auf ihn zu reagieren, so, wie er völlig außer Kontrolle geriet und wieder kam. Das war es doch, was er gemeint hatte, oder? Dass sie beide unersättlich waren, weil sie das Zeug getrunken hatten? Also war er tatsächlich zuvor gekommen, genau wie sie, aber hatte nicht im Traum daran gedacht, danach aufzuhören?

Es war egal, denn sie erreicht gerade ebenfalls erneut den Höhepunkt.

Das war wahnsinnig.

Er japste gegen ihren Nacken und stöhnte dann schmerzerfüllt auf: „Ich bin noch nie so heftig gekommen, dass es weh tut!“, flüsterte er leise: „Ich bezweifle, dass das sicher ist …“

Das war der Punkt, wo es ihr aufging. Er hatte nur Sex mit ihr, weil er unter dem Einfluss des Aphrodisiakums stand, richtig? Ihr Körper schrie immer noch nach mehr trotz ihrer vier – oder waren es fünf? Vielleicht sechs? – Orgasmen, die sie bereits gehabt hatte. Das Level ihrer Lust war sicherlich künstlich, aber das hier war es, was sie die ganze Zeit gewollt hatte. Er wiederum hatte eine viel höhere Dosis derselben Droge gebraucht – was ganz sicher gefährlich war – um überhaupt in Betracht zu ziehen, mit ihr zu schlafen.

„Dann sollten wir wohl besser aufhören“, sagte sie und staunte selbst über die Kühle in ihrer Stimme. Malfoy schaute ebenfalls überrascht.

„Ich meine, klar, wir können noch ein paar Mal mehr kommen, aber wenn das Aphrodisiakum es so schmerzhaft macht, warum sollten wir eine Verletzung riskieren?“

Er blickte ihr für einige Momente mit zusammen gezogenen Augenbrauen ins Gesicht, ehe er erwiderte: „Ich komm schon klar, mach dir keine Sorgen. Es war mehr die Intensität, die mich überwältigt hat.“

„Nein, wirklich, ich bestehe darauf“, sagte sie und drückte ihn von sich weg, da sie ihn plötzlich nicht mehr so nahe haben wollte. Ihr Körper bebte noch immer und bettelte förmlich darum, dass er weiter machte, was er auch tun würde, wenn er seinen eigenen Worten treu blieb. Und ein Teil von ihr wollte das. Aber der Teil von ihr, der zumindest einen letzten Rest Respekt für sich selbst behalten wollte, konnte nicht weiter machen.

Er schaute an ihrem Körper hinab und die Lust in seinen Augen sagte ihr deutlich, dass er ganz und gar nicht aufhören wollte, doch dann schien er seine Meinung zu ändern, ließ sie abrupt runter und trat zurück. Plötzlich war ihr kalt und sie fühlte sich nackt. Rasch richtete sie ihre Kleidung, ehe sie es sich anders überlegen konnte, aber selbst vollständig angezogen fühlte sie sich immer noch nackt.

Er schloss seine Hose und schaute sie dann einfach an mit einem harten Ausdruck in seinen Augen, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Mit einem Tonfall, der vor Sarkasmus beinahe triefte, sagte er: „Ja, du hast wahrscheinlich Recht. Es ist wirklich großartig von dir, um meine Gesundheit besorgt zu sein.“

Ganz offensichtlich kaufte er ihr das nicht ab. Und vermutlich war er frustriert, weil er hatte aufhören müssen, obwohl er immer noch hart war.

„Wenn ich … wenn ich das von dem Aphrodisiakum gewusst hätte, hätte ich anders gehandelt“, bot sie an: „Alles in allem warst du heute Abend ziemlich anständig. Merlin, vermutlich habe ich jemanden gebraucht, der mir was in mein Getränk mischt, um irgendetwas zu erreichen. Es tut mir nur leid, dass … es tut mir einfach nur leid.

Halb blind suchte sie nach dem Türgriff und ergriff die Flucht, lief davon mit einem Gefühl brennender Demütigung. Jetzt wusste sie, was sich noch schlimmer anfühlte als ein Mitleids-Fick: ein Mitleids-Fick, bei dem der Zauberer sich erst unter Drogen setzen musste, um sie überhaupt anfassen zu wollen.

oOoOoOo

Langsam öffnete Hermine ihre Augen und gähnte. Ihr Bett war weich und warm und sie wollte gar nicht aufstehen. Irgendetwas in einer hinteren Ecke ihres Gedächtnisses gab ihr allerding keine Ruhe. Es war wie ein Traum, sie konnte sich fast daran erinnern. Was war es nur? Oh, richtig. Dunkel erinnerte sie sich. Sie war ausgegangen, um ein Sex-Abenteuer zu finden, und am Ende hatte sie mit Draco Malfoy geschlafen. Genau. Das Hirn dachte sich manchmal wirklich die merkwürdigsten Dinge aus. Sie hatte seit Jahren nicht mehr an Malfoy gedacht und jetzt träumte sie von wildem Sex mit ihm? Interessant.

Sie streckte sich und schnappte nach Luft, als plötzlich ein scharfer Schmerz und ein dumpfes Klopfen an ihren Schenkeln und zwischen ihren Beinen auftraten. Was zur …?

Ihr Verstand gefror. Nein, das konnte nicht sein!

Sehr vorsichtig stand sie auf, um dann vor einem Spiegel langsam ihre Schlafanzughose herunter zu ziehen.

Offenbar konnte es doch sein. Auf ihrer Hüfte prangen mehrere dunkelrote Male, die verdächtig danach aussahen, als habe jemand seine Finger in einem Moment der Leidenschaft darin vergraben. Sie bezweifelte, dass Träume so lebhaft sein konnten. Abgesehen davon kamen die Erinnerungen jetzt in großer Detailtreue zurück.

Verdammter Mist.

Jetzt, da sie sich richtig erinnerte, kam auch das brennende Gefühl der Demütigung zurück. Ihr Schamgefühl wurde noch gesteigert von der Erinnerung, wie sie davon gelaufen war, verletzt und beleidigt, obwohl es, wenn man ehrlich war, nichts gab, weswegen sie sich hätte beleidigt fühlen sollen. Sie hatte immerhin ihren One-Night-Stand bekommen.

Malfoy hatte sich als sehr zuvorkommend erwiesen, wenn man es genau nahm.

Sie wünschte sich nur, er hätte ihr niemals von dem Aphrodisiakum erzählt. Sie wäre so viel glücklicher gewesen, wenn sie wenigstens einmal das Gefühl hätte haben können, dass ein Zauberer sie wirklich wollte, sie mit alles verzehrender Leidenschaft begehrte. Selbst wenn es eine lächerlich übertriebene Erfahrung gewesen wäre.

Aber es war ja nicht seine Aufgabe, sie glücklich zu machen, richtig?

Im Endeffekt war es auch egal. Sie hatte ihre Fantasie ausgelebt und festgestellt, dass sie niemand war, der einfach so Sex mit einem Fremden haben konnte. Himmel, Malfoy war ja nicht einmal ein Fremder gewesen. Vielleicht hatten alle anderen Recht und in Wirklichkeit war sie mit Ron viel besser dran als sie gedacht hätte. Sicher, sie hatte nie zuvor fünf oder mehr unfassbare Orgasmen hintereinander gehabt, aber vielleicht war es langsam an der Zeit, dass sie ihre Obsession mit Sex ad acta legte und sich auf die Realität konzentrierte. Zeit, erwachsen zu sein. So wie Ron es immer wollte.

Ein Klopfen ertönte von ihrer Tür.

Mit einem erschöpften Seufzen zog Hermine ihre Hose wieder hoch und ging, um zu öffnen. Es war vermutlich ihre Vermieterin, die sich über die späte Stunde, zu der sie nach Hause gekommen war, beschweren wollte. Sie brauchte wirklich eine andere Wohnung mit weniger neugierigen Leuten im Haus. Oder vielleicht sollte sie einfach zu Ron zurückziehen. Weil er natürlich begeistert sein würde, von ihrem Sex mit Malfoy zu erfahren.

Andererseits, er musste davon ja nichts erfahren, oder?

Als sie die Tür öffnete, war es allerdings nichts die Vermieterin.

„Malfoy?“, sagte sie wie erstarrt: „Hast du … etwas vergessen?“

Sie versuchte im Geiste, sich nicht dafür zu schämen, von ihm im Schlafanzug und mit ihrem zerzausten Haar gesehen zu werden. Das war wirklich das letzte Problem gerade.

„Ja“, sagte er ein wenig besorgt: „Gestern war ich … ähm, so abgelenkt, dass ich vergessen habe, irgendetwas zu benutzen. Wird das ein Problem darstellen?“

„Ah“, machte Hermine, während ihre Schultern ein wenig herabsanken. Warum fühlte sie sich so merkwürdig enttäuscht? Es war eine legitime Sorge, ein wenig spät, aber legitim: „Nein, keine Sorge, ich bin nicht unvorbereitet gegangen.“

Sein Gesicht hellte sich auf: „Ich wusste, dass ich auf dich zählen kann.“

Ja, war sie nicht eine verlässliche Person?

„Du hättest nicht extra so früh am Morgen dafür herkommen müssen.“

Er schaute amüsiert drein: „Granger, es ist zwei Uhr mittags.“

Wirklich? Naja, zu ihrer Verteidigung, sie hatte eine lange Nacht gehabt. Sie verschränkte die Arme vor der Brust: „Du hättest trotzdem nicht herkommen müssen.“

„Ich weiß“, sagte er und sein Blick flackerte: „Ich habe mich nur gefragt … willst du vielleicht später was mit mir trinken gehen?“

Hermines Kinn sackte herab: „Was?“

Er setzte einen abfälligen Ausdruck auf, den Hermine inzwischen als Maske durchschaute, und erwiderte: „Ich weiß, dass ich dich gestern habe gehen lassen, aber ich war nicht fertig.“

„Nein“, gab sie trocken zu: „Natürlich warst du das nicht. Seit wann ist irgendein Kerl jemals fertig gewesen, nachdem er nur … waren es zwei Mal, die du gekommen bist?“

„Drei, ehrlich gesagt“, sagte er mit einem nachlässigen Schulterzucken: „Du hast das erste Mal nicht mitbekommen. Ich war genauso vorschnell gewesen wie du. Die ersten paar Mal passieren meistens eher schnell unter dem Einfluss von Ambrosia.“

„Oh, drei Mal, das macht es besser.“

„Ich bin locker schon fünf Mal gekommen mit dem Zeug und so viel, wie ich gestern davon getrunken habe, wer weiß, wie viele Male mehr ich hätte kommen können, ehe ich bewusstlos geworden wäre oder zu wund? Aber das ist nicht der Punkt.“

„Was genau ist der Punkt?“

Er lehnte sich gegen den Türrahmen: „Abgesehen davon, dass ich noch nicht fertig war, meinst du? Ich habe ein Verlies.“

„Was?“

„Du hast es schon gesehen, glaube ich?“, sagte er als ob er nicht genau wüsste, dass er sie hoffnungslos verwirrte: „Es ist ein echtes Verlies. Mit Ketten. Und Handschellen. Ich habe darüber nachgedacht, wie mir nie das echte Potential davon aufgegangen ist …“

Ein Verlies klang seltsam verlockend, aber er konnte doch nicht ernsthaft andeuten, dass sie beide …?

„Und in ein paar Wochen gebe ich eine Feier für das Ministerium. Ich glaube, deine Abteilung ist auch eingeladen.“

Hermine zwinkerte. Verdammt, er hatte Recht: „Oh, ja. Ich habe das schon wieder ganz vergessen. Meine Vorgesetzten zwingen mich dazu hinzugehen.“ Das könnte peinlich werden …

Er schnaubte: „Jedermanns Vorgesetzter zwingt jeden dazu hinzugehen. Es ist eines von diesen Dingen, wo niemand hingehen will. Himmel, selbst ich will nicht und es ist meine Feier. Aber genau daneben ist ein eher dunkler kleiner Privatwald mit einem versteckten Pfad zu einer Lichtung, die sehr nahe an dem langweiligen Event ist, aber sicher nicht so schnell entdeckt wird.“

Hermine schluckte. Draußen? Ron hatte nie mit ihr draußen Sex haben wollen. Hermine liebte Bäume und Gras und Pflanzen und sie hätte so gerne draußen Liebe gemacht, aber ganz egal, wie abgeschieden sie gewesen waren, sie hatte ihn nie dazu überreden können.

„Und war heute Abend angeht … da ist diese Kneipe in der Nokturngasse. Die Gläser sind schmutzig und das Klientel ist noch schmutziger, aber ich könnte mir vorstellen, dass dir der Hinterhof gefallen würde. Ich zeig ihn dir.“

Ein Hinterhof? Er würde da Sex mit ihr haben? Warum hat ihr nie zuvor jemand erzählt, dass sexuelle Beziehungen so … interessant sein können? Und angsteinflößend. Sie veränderte ihre Haltung ein wenig und zuckte unter dem Schmerz zusammen. Es war definitiv körperlich anstrengend: „Ich kann nicht. Ich bin völlig wund.“

Seine Augen verdunkelten sich vor Zorn: „Lahme Ausrede, Granger. Du und ich wissen beide, dass das innerhalb von Stunden kuriert werden kann. Wenn du es nicht aushältst, nüchtern mit mir zu schlafen, sag es einfach. Dann finde ich wen, der es kann. Das wird definitiv nicht so schwer sein.“

Hermine zog die Augenbrauen zusammen. War es wirklich so komisch, dass sie Probleme damit hatte ihn anzusehen, nüchtern, am helllichten Tag, ohne Einfluss von Aphrodisiakum um ihren Verstand zu vernebeln, und sich vorzustellen, unanständige Dinge mit ihm anzustellen? „Denkst du nicht, dass das ziemlich komisch ist?“

„Nein, es ist mir egal!“, knurrte er: „Ich will einfach nur fantastischen Sex und ich hatte den Eindruck, du auch. Aber vielleicht hast du ja genug? Vielleicht warst du ja doch nicht so interessiert daran, neue Dinge auszuprobieren, und bist jetzt wieder bereit, zu Weasley zurückzukehren? Ist es das?“ Seine Augen bohrten sich in ihre.

Er hatte immer noch nicht wirklich ihre Wohnung betreten. Sie hatte es ihm nicht angeboten und er hatte auch nicht danach gefragt. Er stand einfach nur da, mitten im Flur, gegen ihren Türrahmen gelehnt, und sprach ohne Hemmungen über Sexfantasien und ob sie ihre noch hatte. Ihre Vermieterin lauschte vermutlich und Hermine war es egal. Sie blickte in dieses Paar eisgrauer Augen, die ihr immer so kalt erschienen waren, und diese Augen fragten sie, ob sie aufregenden Sex haben wollte oder nicht. Und ob sie das wollte! Aber … mit ihm? Nüchtern? Wollte er das wirklich?

Dann registrierte sie seine letzten Worte und errötete ein wenig, da die Anschuldigung, dass sie vielleicht schon wieder zu Ron zurück wollte, doch ein wenig zu nah an der Wahrheit war. Es war ja nicht so, dass sie an Ausprobieren kein Interesse hatte. Sie war nur nicht gut darin, Leute dafür kennen zu lernen, und sie hatte ganz sicher nicht damit gerechnet, dass Malfoy hier auftauchen würde. Aber jetzt war er da und … naja.

„Es ist wirklich beleidigend, wie du davon ausgehst, dass ich am Ende wieder zu Wea- … zu Ron zurückkehren werde.“

Er grinste: „Bisher habe ich keinen Hinweis, dass du es nicht tun wirst.“

Außer, dass sie mit Malfoy geschlafen hatte. Und darüber nachdachte, es wieder zu tun. Die Art von Abenteuer, die er ihr anbot, war eine einmalige Gelegenheit, aber sie war sich darüber im Klaren, dass, sollte sie annehmen, die Chance, wieder zu Ron zurück zu können, sehr gering war. Sich von der Vergangenheit zu verabschieden war beängstigend. Sie brauchte Zeit zum Nachdenken: „Nokturengasse, mh?“

Er zog eine Augenbraue hoch: „Ich werde jede deiner Fantasien erfüllen und dir sogar ein paar neue geben. Unter drei Bedingungen.“

Fantasien zu erfüllen klang gut, aber … jetzt kam er mit Bedingungen an? Vorsichtig fragte sie: „Was? Aphrodisiakum jedes Mal?“ Das wäre eine Möglichkeit für ihn, nahm sie an …

Er warf ihr einen verärgerten Blick zu: „Nein, das könnte mich umbringen. Ich habe die halbe Nacht in Eiswasser verbracht, unfähig, meinen … meine Zehen zu spüren. Nein, also, erst einmal, im Gegensatz zu deinem Weasley liebe ich es, einen geblasen zu bekommen und ich will wirklich gerne deinen Mund am Werke sehen. Der Gedanke alleine hat mich dazu gezwungen, eine weitere Stunde in dem verdammten eisigen Wasser zu verbringen.“

Sie schluckte, ihr Mund fühlte sich merkwürdig trocken an: „Ich denke, das ist vernünftig.“ Eine weitere Stunde im Eiswasser hatte er gesagt? War das wegen des Aphrodisiakums oder war es … Verlangen? Sie wollte Verlangen! Sie wäre wirklich glücklich und dankbar, wenn ein wenig Verlangen ihre Richtung einschlug. Und sie würde sicherstellen, ihm zu zeigen, wie dankbar sie war. Sie war eine wirklich gute Schülerin.

Seine Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln als ob er wüsste, dass allein der Gedanke, was sie zusammen anstellen konnten, ihr eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagte: „Zweitens, du hast Spielzeug erwähnt. Ich möchte das ausprobieren.“

Hermine schürzte die Lippen bei dem Gedanken an den großen Umzugskarton im Schlafzimmer: „Alle?“ Das könnte eine Zeit dauern. Nicht, dass es ihr was ausmachte, aber … sie ging davon aus, dass er zu der Sorte Zauberer gehörte, der sich schnell langweilte.

Er zuckte die Schultern: „Alles, was Weasley nicht genutzt hat. Mein Verlangen, Dinge zu erkunden, hat Grenzen. Und drittens …“, er stieß einen erschöpften Seufzer aus: „Ein Bett. Nur ab und an mal.“

Hermine zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen: „So wie in … ein Zimmer mieten?“

„Nein. Ich meine, ja, sicher, warum nicht. Aber manchmal wäre ich gerne irgendwo, wo ich einfach umfallen und schlafen kann, ohne mir Gedanken machen zu müssen, wann ich wieder gehen muss. Du hast doch ein Bett, oder, Granger?“ Da war er wieder und musste sie aufziehen.

„Ja, habe ich, aber das können wir nicht nutzen. Es ist mir nicht erlaubt, Zauberer zum Übernachten zu haben.“ Er warf ihr einen ungläubigen Blick zu, ehe sie fortfuhr: „Naja, das wirkte damals nicht so, als wäre es ein Problem.“ Sie hatte einfach nur irgendeine Wohnung gebraucht und zwar schnell und da hatte sie gar nicht daran gedacht, dass sie vielleicht mal jemanden über Nacht da haben könnte.

„Schön“, sagte er widerwillig: „Ich denke, ich habe über ein Dutzend Betten.“

„Aber keines, in dem du mich schlafen lassen willst“, stellte sie fest. Jetzt kannte sie ihn wieder. Sie war niemals dem Irrglauben gefolgt anzunehmen, dass das hier mehr als eine rein körperliche Sache werden würde, aber dass er sie nicht einmal in der Nähe seines Bettes haben wollte, tat weh. Wollte sie wirklich mit jemandem schlafen, der auf persönlicher Ebene so wenig von ihr hielt?

„Mein Bett … gehört mir“, gab er zu: „Ich mag es nicht, das zu teilen. Mit keinem. Solange das kein Problem ist, können wir die Gästezimmer nutzen.“

Hermine zuckte die Schultern, war aber ein wenig besänftigt davon zu hören, dass er nicht nur ihr das Bett verwehrte: „Ich muss nicht unbedingt bei dir übernachten. Aber bevor ich mich auf irgendetwas einlasse, habe ich auch ein paar Fragen.“ Wenn er Bedingungen aufstellen konnte, dann konnte sie das erst recht. Und es gab da einfach ein paar Dinge, die sie wissen musste.

Er hob eine Augenbraue: „Schieß los.“

„Erstens, was ist mit deiner Ex?“, fragte sie. Sie konnte genauso gut direkt damit anfangen. Sie hatte kein Interesse daran, zwischen anderen Hexen mit ihm Termine ausmachen zu müssen, nur um ihre Bedürfnisse zu stillen.

„Naja …“, sagte er langgezogen: „Wenn du wissen willst, ob ich sie noch sehe, ist die Antwort ein erleichtertes Nein. Ich habe nicht das Durchhaltevermögen für zwei von euch und ich bin ziemlich froh, sie los zu sein. Wenn du mich fragst, ob ich es ihr sagen werde: Das habe ich nicht vor. Sie ist eh schon meine Ex und ich schulde ihr keine Erklärung.“

„Es wäre nett von dir, wenn du ihr eine Eule senden würdest, um ihr mitzuteilen, dass du euer Arrangement beendest – für den Augenblick. Falls wir das hier machen.“

„Da ist nichts Nettes an ihr oder mir, aber wenn dich das zum Schweigen bringen, schick ich ihr einen Brief.“

Nun war es an ihr, eine Augenbraue zu heben. Oh, sie hatte nicht gemeint, dass es für seine Ex nett wäre, aber egal: „Gut. Zweitens … was ist passiert?“ Sie schluckte erneut und versuchte zu ignorieren, dass ihre Handflächen plötzlich deucht wurden. Vielleicht wollte sie das doch lieber nicht wissen.

„Was ist wann passiert?“

Sie nahm einen tiefen Atemzug: „Was ist passiert, dass du von Verachtung über Desinteresse über künstliches Interesse … hier gelandet bist?“

„Desinteresse? Künstliches Interesse?“

„Na, du weißt schon. Der Teil zwischen ich setze mich zu dir und du ziehst mich in den Weinkeller – oder was auch immer das war – um extremen Sex mit mir zu haben.“

Er blieb stumm. Es war eine Stille, die sie nervös werde ließ: „Ich meine, letzte Nacht kann ich verstehen!“, fuhr sie rasch fort, um die Stille zu füllen: „Du hast eine Menge von diesem Zeug getrunken und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es ziemlich effektiv ist, und ich war eine bequeme Option … ist es das, warum du hier bist? Weil es dir besser gefallen hat als gedacht und du lieber Sex mit irgendwem als mit deiner Ex hast? Es ist okay, wenn das der Fall ist, ich würde es nur … gerne wissen.“

Es war nicht wirklich so, dass es okay gewesen wäre, aber Hermine hatte schon lange akzeptiert, dass sie große Opfer bringen musste, um großartigen Sex haben zu können. Gestern hatte sie gelernt, dass ein großer Teil ihrer Selbstachtung dem Ganzen zum Opfer fallen würde. Das hieß aber nicht, dass sie nicht dachte, dass sie ihn befriedigen konnte. Sie hatte vielleicht keinen Sexappeal, aber sie würde verdammt noch mal sicherstellen, dass er mitbekam, wie schnell sie lernen konnte.

„Granger“, sagte Malfoy mit einem zögerlichen Seufzer: „Ambrosia kann dich nicht dazu bringen, etwas zu tun, was du andernfalls nicht tun willst. Es macht es nur einfacher und besser, das zu bekommen, was man will.“

„Na klar“, sagte sie nickend: „Sex. Das wolltest du. Eine Menge.“

„Ja, aber Ambrosia wird nichts dazu beitragen, dass du mit jemandem schläfst, mit dem du nicht schlafen willst. Du hast es doch selbst bemerkt, dass es dir nicht leichter fiel, irgendeinen fremden Kerl anzuquatschen. Du wolltest das nicht. Du wolltest keinen Fremden. Ich denke, dass du einfach nur dachtest, dass ein Fremder die einzige Möglichkeit wäre, das zu bekommen, was du wolltest.“

„Und du sagst, dass ich dich wollte?“

„In gewisser Weise“, sagte er mit einem nachlässigen Zucken: „Wahrscheinlich, weil ich dir sicherer schien als die Alternativen. Du kennst mich. Du weißt, dass ich ein harmloser Idiot bin. Und ich wollte dich, weil du nicht aufgehört hast, dich in einer Art zu bewegen, die deutlich machte, dass du keinerlei Ahnung hast, wie man sich in tief ausgeschnittenen Oberteilen bewegen sollte, und weil du immer weiter über dein Sexleben geredet hast und über Outfits und Spielzeug und ich konnte einfach nicht verhindern, mir das alles vorzustellen …“

„Du hast vorgegeben, mich nicht zu wollen!“

Er seufzte erneut und rieb sich müde das Gesicht: „Erwartest du ernsthaft von mir, dass ich mich an jedes Wort, das ich gesagt habe, erinnere? Ja, vielleicht habe ich dich angelogen. Ich bin kein ehrlicher Kerl. Aber Fakt bleibt, dass Ambrosia dich nicht dazu bringt, irgendetwas zu tun, was du nicht sonst auch tun würdest. Es … lässt dich einfach nur locker werden.“

„Locker werden lassen?“, fragte Hermine skeptisch. Das klang ziemlich schwierig.

„Ja. Es macht es unmöglich, sich bei irgendwas zurückzuhalten. Nervosität, Ängste … all sowas spielt keine Rolle mehr. Das einzige, was zählt, ist, was du willst. Du kannst einfach nicht mehr Nein sagen. Manche Leute können Unmengen Ambrosia trinken und trotzdem keine Befriedigung von irgendjemandem oder sich selbst bekommen, einfach weil sie dazu nicht fähig sind. Ihnen fehlt dieser natürliche Instinkt.“

„Aha“, war alles, was sie sagen konnte. Wäre es nicht großartig, wenn das Getränk wirklich so wirkte, wie er sagte?“

„Hey, du liest doch so gerne!“, sagte er mit einem inzwischen genervten Blick, dass sie ihm nicht glauben wollte: „Schau es halt nach.“

Vielleicht würde sie das tun. Denn wenn es stimmte, was er sagte … damit wäre ihr Tag gerettet, ach was, das ganze Jahr!

„Okay, nächste Frage!“, sagte sie, um zu verbergen, dass sie pubertäre Glückseligkeit verspürte ob dem Gedanken, vielleicht doch begehrt zu werden: „Du hast gesagt, dass es noch nie zu extrem war. Dass es weh getan hat oder irgendwie so. Warum war das so?“

„Ich habe noch nie so viel Ambrosia getrunken“, sagte er: „Ehrlich, es war richtiggehend unbequem. Ich war den ganzen Abend über hart und wund und hatte dann drei heftige Orgasmen schnell hintereinander, und das hat immer noch nichts an meinem Zustand geändert. Ich denke, es war vermutlich richtig von dir, mich zu stoppen, ehe ich mich wirklich verletzte, und ich bezweifle, dass ich jemals wieder so viel von dem Zeug trinken will wie gestern Abend. Es war fast schon furchteinflößend.“

„Ich bin froh, dass du das auch so siehst“, murmelte sie.

„Lass es uns einfach auf die althergebrachte Weise versuchen, keine Drogen. Himmel, lass uns am besten ganz auf Alkohol verzichten!“

Er verlangte von ihr, dass sie völlig nüchtern irgendwo in der Nokturengasse mit ihm Sex hatte heute Abend? Vorsichtig merkte sie an: „Wow, du musst wirklich scharf darauf sein, Abwechslung von deiner Ex zu bekommen.“

„Ja, bin ich! Aber es war nicht sie, an die ich den ganzen Morgen denken musste. Dein nacktes Bein mit deinem Rock bis zur Taille hochgezogen … also, das Bild habe ich immer noch im Kopf. Zusammen mit all den Bildern, wie du auf mir kommst, unter mir, überall. Ich will wissen, wie einfach das ist, wenn du nicht unter Drogen stehst. Und wie oft ich dich zum Höhepunkt bringen kann.“

Hermines Herz begann zu rasen und sie schluckte. Wenn er es so ausdrückte …

„Aber“, fügte er an: „Ich denke, es ist an dir zu entscheiden, ob du das Risiko wirklich eingehen willst.“

„Welches… welches Risiko?“, fragte sie erstarrt.

„Naja, man kann es nicht einmal Risiko nennen, sondern eher garantierte, negative Nebenwirkungen. Vielleicht wurden wir gestern Abend gesehen von irgendwem, der uns kennt. Oder es passiert heute Abend. Oder danach. Irgendwann wird irgendjemand uns sehen und das wird ganz schnell deine Freunde erreichen. Ich werde nicht jede Menge Energie aufwenden, um das Ganze geheim zu halten, wo doch keiner von uns verheiratet ist.“

„Oh…“, machte sie. Sie konnte diesen Punkt verstehen und sie freute sich definitiv nicht auf die anschließenden Konfrontationen: „Oh, was ist mit deiner Familie? Werden die nicht auch Wind davon bekommen?“

„Es wird ihnen egal sein.“

„Werden sie es nicht … unangemessen finden? Eine Gefahr für die Linie?“

Er zuckte mit den Schultern und schaute beinahe gelangweilt drein: „Unangemessen, vielleicht. Aber sie wissen, dass ich die zukünftige Mrs. Malfoy nicht in eine vulgäre Kneipe wie den Tropfenden Kessel oder irgendwas, was in der Nokturengasse liegt, mitnehmen würde. Und ich würde ganz sicher keinen Sex dort mit ihr haben.“

„Oh, richtig. Mein Fehler“, kommentierte Hermine trocken, die nicht überrascht war ob dieser Antwort. Sie war immerhin eine Muggelgeborene und Malfoy war … naja, ein gemeiner Idiot. Es war gut, daran erinnert zu werden. Und vielleicht war das ja eine Zauberer-Sache, dass Leidenschaft nicht in eine ernsthafte, langfristige Beziehung passte.

Die ganze „Jungfrau oder Hure“ Sache wurde langsam alt.

„Ich werde versuchen, es Weasley nicht allzu schwer zu machen, dir eines Tages zu vergeben“, sagte er dann. Sie öffnete den Mund, um zu protestieren, doch er schnitt ihr das Wort ab: „Tu nicht so, als ob du nicht früher oder später zu ihm zurückgehst. Wir wissen beide, dass das hier nur eine Phase ist. Sobald der Sex aus deinen Gedanken ist, wirst du dich dem Zauberer zuwenden, der dir eine Familie schenken kann und eine nette, gemütliche, durchschnittliche, langweilige Existenz. Weasley ist vielleicht nicht sonderlich aufregend, aber du hast dich schon vor langer Zeit dazu entschieden, dein Leben mit ihm zu verbringen, und du hast auf mich nie den Eindruck gemacht, als ob du deine Entscheidungen so schnell änderst. Mir ist es egal, nur leugne es nicht. Haben wir einen Deal?“

Hermine schloss langsam ihren Mund. Vielleicht hatte er Recht, dass sie ihre Entscheidung getroffen hatte. Sie schien ja wirklich Probleme damit zu haben, die Idee von sich und Ron aufzugeben. Sie arbeitete allerdings daran. Sie hatte diese Beziehung ohne Leidenschaft ausprobiert und es hatte nicht geklappt. Nun würde sie die Leidenschaft ohne Beziehung für eine Weile testen, weil sie es brauchte. Aber danach? Sie würde nicht zurückgehen. Sie wollte beides, verdammt noch mal. Und wenn es in ganz England keinen Zauberer gab, der ihr beides schenken konnte, dann würde sie sich eben unter Muggel mischen.

Plötzlich realisierte sie, dass er sie erwartungsvoll anschaute, und sie nickte: „Sicher.“

Sie musste ihm ja nicht auf die Nase binden, wie falsch er lag. Es spielte keine Rolle. Vielleicht gab es ihm ein Gefühl der Sicherheit, dass sie nicht völlig frei in ihrer Partnerwahl war. Vielleicht brauchte er das, um sicher sein zu können, dass sie sich nicht in ihn verliebte. Als ob. Keiner, der noch alle Tassen im Schrank hatte, würde sich in dieses Arschloch verlieben. Mit ihm zu schlafen war die eine Sache, aber ihm wirklich zu vertrauen, dass ein Idiot wie er sie nicht verletzen würde? Niemals, auf gar keinen Fall. Kein Orgasmus der Welt konnte so gut sein.

Er grinste und sie beschloss, seinen triumphierenden Blick zu ignorieren.

„Gut. Tu was gegen deinen schmerzenden Körper. Triff mich am Anfang der Nokturengasse – geh nachts niemals alleine da rein – um acht Uhr und trag diesmal Unterwäsche!“

Sie hob eine Augenbraue: „Ich dachte, es gefällt dir, wenn ich das nicht tu.

Er stieß sich vom Türrahmen ab und wandte sich zum Gehen: „Ich mag auch Trophäen.“

Nachdem er gegangen war, schloss Hermine leise die Tür. Sie hatte sich gerade auf eine körperliche Beziehung mit Draco Malfoy eingelassen.

Sie steckte jetzt vermutlich in ernsthaften Schwierigkeiten.

Sie hatte Jahre auf diese Art von Schwierigkeiten gewartet.

Sie brauchte eine neue Wohnung. Und ein belastbares Bett.


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