
von IraBlack
Es schneite. Das riesige Anwesen der Lestranges war von weißem Flaum bedeckt. Im Park um das Haus herum war es still, der Winter hatte jedes Vogelzwitschern und Rauschen der Bäume unter den Schneemassen begraben. Doch die Ruhe wurde von einem lauten Kreischen unterbrochen. Das Tor der Villa war aufgeschoben worden, heraus rannten kleine Gestalten, deren rabenschwarzes Haar sich von dem herrlichen Weiß abhob. Es waren um die 10 Kinder, keines älter als acht oder jünger als sechs. Sie spielten im Schnee, begannen, sich mit wohlgeformten Kugeln abzuwerfen, in den Schnee zu schubsen und sich einzuseifen. Die Kälte, die nicht nur von der eisigen Jahreszeit, sondern auch von dem Haus und der Umgebung zu kommen schien, war wie weggeblasen. Die Luft war erfüllt vom glücklichen Geschrei der Kinder, dem freudvollen und triumphierenden Lachen, das ein jedes von sich gab.
Im Inneren des Hauses unterhielten sich die Eltern und Verwandten der Kleinen, froh darüber diese kurzzeitig loszusein!
Die Gespräche drehten sich weder um Geldnot noch Unruhen in der Regierung, wie es zu damaliger Zeit in anderen Kreisen üblich war. Nein, alles wirkte sicher und erfüllt, edel und vornehm. Das Gesamtbild versprach Wärme und Zuneigung, Zufriedenheit und Glück. Und zu jener Zeit regierten auch diese Gefühle noch eine bestimmte, gesellschaftliche Schicht innerhalb einer besonderen Art von Menschen.
Doch dieser Frieden währte nicht lange. Bald sollte über Ihrer aller Köpfe ein Schatten wachen, ein Schatten, dem nur selten jemand entkommen würde können. Ein Schatten, der besonders die Kinder vor dem Haus beeinflussen und regieren würde. Die Kinder, die damals erfüllt und gelöst im Schnee gespielt hatten, ahnten noch nichts von ihrer Bedeutung, ihrem unumgehbaren Schicksal. Die Kinder der Reinheit.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel