
von Hosalia
Was machte er hier? Was verflucht nochmal machte Ron hier? Hatte er nicht Molly geschrieben das er am Weihnachten im Frankreich bleiben würde?
Doch dann viel es mir wie Schuppen aus den Augen. Die Anspielungen die Molly die letzten Wochen immer gemacht hatte.
Und dann noch Bill, und irgendwas mit einer Überraschung.
Ron war die Überraschung! Doch irgendwie freute es mich nicht. Es ist jetzt nicht so, das ich ihn nicht gerne dabei hätte, doch ich fühlte dabei nichts. Keine Liebe, keine Freude, einfach nichts, außer vielleicht Überraschung. Doch zählte das überhaupt?
Rose gab nur ein ,,Oh" von sich als sie Ron sah.
Als man mich bemerkte wurde es still im Raum. Seehr still. Man hörte nur das Knistern des Feuers der im Kamin loderte und die Uhr ticken. Tic-Tac-Tic-Tac.
Ich weiß nicht wie lange es dauerte bis Ron auf uns zukam und Rose schnell ein Kuss auf die Stirn gab und mich auch umarmte.
,,Frohe Weihnachten" ,lächelte er doch ich schaute weg. Ich wollte ihn nicht ansehen. Ich schaute zu Rose, wollte wissen wie sie es fand, doch ihr Gesichtsausdruck konnte ich nicht deuten.
Die anderen sagten nichts und starrten immer noch zu uns. Konnten sie nicht wo anders hinschauen?
Ich murmelte nur noch ein leises ,,Frohes Weihnachten", lief an ihm vorbei ohne ihm ein Blick zu würdigen und ging zu George und Angelina. Sie sahen mich ein wenig komisch an, doch empfingen sie mich fröhlich. Ich muss doch nicht mit Ron reden.
Obwohl der Abend nicht so toll begonnen hatte, änderte sich die Stimmung und es wurde lustiger.
Rose blieb die meiste Zeit bei George oder Harry, wobei ich mich eher zu Angelina setzte. Sie war hochschwanger und würde wahrscheinlich demnächst das Kind kriegen. Es würde ein Mädchen werden und Rose freute sich sehr.
Heute waren wirklich alle da. Percy mit Penelope, Bill, Fleur, Charlie der aber alleine kam. Ich musste lächeln. Molly glaubte immer noch das Charlie Schwul sei und sich nicht traute ihm das zu sagen, doch bestimmt hat er sein Herz an ein Drachenweibchen verloren.
Ich ging in die Küche wo gerade Molly gerade die Teller rausholte.
,,Kann ich helfen?" ,fragte ich und Molly lies vor Schreck den Teller fallen, der laut klirrend auf dem Boden fiel, dennoch nicht zerbrach.
,,Ich mach schon" ,sagte ich schnell während ich zu ihr rannte und mich bückte um den Teller aufzuheben. Der Alter hatte sich auch bei Molly Weasley bemerkbar gemacht, ihre Haare wurden langsam ein wenig grau und sie hatte Probleme mit den Rücken.
Ich gab ihr den Teller und sie lächelte mich warmherzig an. ,,Ach Kindchen so alt bin ich nun auch wieder nicht..." ,seufzte sie, lächelte trotzdem. Sie legte den Teller zu den anderen Stapel und lehnte sich gegen die Küchentheke.
,,Und ich bin kein Kindchen mehr. Ich bin 25." ,grinste ich und lehnte mich ebenfalls mit verschränkten Armen an die Küchentheke.
,,Für mich bleibt ihr immer meine Kinder" ,lächelte sie. Ich seufzte leise. Molly war immer wie 'ne zweite Mutter für mich, hatte mich auch getröstet wenn ich einen Streit mit Ron oder Harry hatte, hatte sich um mich gekümmert, als sei ich ihre Tochter. Ihr war es immer egal, das ich ein 'Schlammblut' war. Sie hatte mich so akzeptiert,wie ich war.
,,Ich danke dir Molly..." ,sagte ich zu ihr. ,,Für alles. Und wehe du sagst jetzt das sei selbstverständlich" ,sagte ich noch schnell, als sie ihr Mund öffnete und mir widersprechen wollte.
Sie sah mich an. Mit einen kleinen warmherzigen Lächeln im Gesicht. Ich konnte Tränen in ihren Augen schimmern sehen.
Ich zögerte nicht und nahm sie in den Arm und strich ihr über den Rücken. Wie eine Mutter die es bei ihrer Tochter machen würde.
,,Shh. Es gibt doch keinen Grund zu weinen. Alles ist gut" ,sagte ich und musste schlucken. Aber das nicht mehr lange. Ich fühlte mich schlecht.
,,Hermine bitte tu mir den Gefallen und sprich dich mit Ron aus." ,flüsterte sie und ich hielt die Luft an.
Ich wusste das Molly es wollte, das Ron und ich wieder zusammenkommen, doch ich wollte nicht mit ihm reden.
Ich hörte den Korridor knarzen und wendete mein Blick schnell zur Tür. Ich war seit den Krieg immer noch so schreckhaft.
Keine Sekunde später tauchte Ron im Türrahmen auf und betrachtete uns kurz, bis er in die Küche kam. Ich wendete den Blick ab und löste mich langsam von Molly.
,,Ich störe ja ungern, doch Hermine können wir bitte reden?" ,fragte Ron und blieb ca. 2 Meter vor uns stehen.
Eigentlich wollte ich ablehnen, doch dachte ich an Molly's Bitte und sah zu ihr. Sie sah mich aus ihren großen blauen Augen bittend an - Ron's Augen.
Ich zögerte kurz. ,,Na gut"
Ich folgte Ron aus der Küche und wusste das Molly lächelte. Sie war glücklich und ich jetzt das Gegenteil. Was würde mich jetzt erwarten? Worüber will er mit mir reden? Meiner Meinung nach gibt es nichts mehr zu reden.
Ich riss mich zusammen und folgte Ron die Treppe rauf nach oben wo er zum Balkon ging und mir die Tür aufhielt. Ich bedankte mich nicht und trat einfach in die kalte Luft. Ich zitterte und rieb mir die Arme. Hätte ich doch irgendwas anderes angezogen. Ein schwarzes Kleid mit Spagetti Trägern passt jetzt nicht so.
Ron schloss die Tür, als hätte er Angst das jemand lauschte.
Er kam mir näher doch ich wich zurück und lehnte mich gegen das Gerüst.
Er seufzte und fuhr sich durch sein Feuerrotes Haar, das ein wenig länger geworden war. So wie er mit seiner Skinny Jeans und dem Hemd da stand, kam er mir noch größer vor, als er wahrscheinlich war. So um die 1,90 war er bestimmt, oder vielleicht sogar größer.
,,Hermine, ich versteh das einfach nicht" ,sagte er und klang schon fast aufgelöst. ,,Ich meine wir haben eine Tochter, doch benehmen wir uns wie fremde. Wir kennen uns nun schon so lange..."
Ich sah ihn an. ,,Wie fremde Ron?",sagte ich und zog meine Augenbrauen hoch. ,,Ist das dein Ernst? Ron, wir haben uns lang nicht mehr gesehen und ... da kannst du nicht erwarten das ich dich mit offenen Armen empfange und alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen ist. Wir. Sind. Nicht. Mehr. Zusammen. Falls du es noch nicht bemerkt hast." ,sagte ich etwas lauter als bedacht. Ich wollte nicht das es jemand mitkriegt.
Er sah mich überrascht an.
Ich war leicht wütend und hatte auch definitiv keine Angst ihm das zu 'zeigen'.
,,Hey, Herm-" ,fing er an und kam mir näher, doch ich wich wieder zurück und spürte schon die kalte und nasse Wand an meinen Rücken.
,,Aber so funktioniert es doch auch nicht. Wenn ich näher komme, weichst du immer zurück. Warum? Hast du etwas Angst vor mir?" ,sagte er ernst.
Ich schnaufte.
,,Angst habe ich nicht. Nicht vor dir" ,sagte ich leicht wütend.
,,Sollen wir es nicht wieder versuchen? Wir lieb-" ich unterbrach ihn barsch.
,,Du hast doch Gabrielle" ,sagte ich und klang kein bisschen eifersüchtig. Vor allem wollte ich nicht das er das "L" Wort sagte.
Sein Blick veränderte sich. Es war zu dunkel um es genau zu erkennen.
,,Ja, ich weiß... Doch liebe ich sie nicht. Du musst wissen als du zu mir kamst mit der Nachricht das du Schwanger seist... da war ich panisch. Ich meine, ich wurde Vater und ich war gerade erst mal 19. Ich war mit der Sache zu überfordert und dachte ich würde es nicht auf die Reihe kriegen", erzählte er und schaute zum Himmel der Wolkenklar war. Man sah die Sterne strahlen.
,,Ach und jetzt würdest du es auf die Reihe kriegen, nach dem du dich seit Jahren nicht bei mir und Rose gemeldet hast." ,sagte ich schnippisch und verschränkte meine Arme. Wegen der Kälte spürte ich meine Finger nicht mehr. Ich ging ein paar Schritte auf ihn zu.
,,Lass mich ausreden, Mine... Ich bin zu Gabrielle nach Frankreich gegangen, denn ich wusste sie würde mich bei ihr behalten. Sie mag mich ja sehr. Sie war zwar erst 16, doch das war uns oder ihr egal. Ich liebe sie nicht. Habe die ganzen Jahre versucht sie zu lieben, um dich zu vergessen, doch es klappte irgendwie nicht... Die einzige die ich liebe und die ich immer geliebt habe warst Du" Er sah mich intensiv an.
Mich trafen die Worte, als hätte man mir ein Dolch in die Brust gestochen.
Ich wich vor Schreck ein paar Schritte nach hinten. Ich wusste nicht was ich machen sollte. Meine Augen brannten und ich verkniff mir die Tränen.
Mir tat es so Leid. Es musste ihm schwer gefallen sein, seine Gefühle zu äußern, das tat er nämlich sonst nie. Doch ich konnte doch nichts dafür... Ich liebte ihn nicht.
Ich sah weg. Wollte sein Gesicht nicht sehen. Wollte niemanden sehen. Die Tränen rannen unaufhaltsam meinen Wangen hinab und ich rannte zur Tür. Machte sie schnell auf und rannte irgendwo hin.
Ich liebte Ron nicht und das wusste ich schon lange. Jemand anderes hatte mein Herz gestohlen. Das wurde mir erst jetzt richtig bewusst.
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