
von Hosalia
Es hörte langsam auf zu schneien. Ich saß auf dem kleinen Sofa, die Beine eng an mich gezogen, und mit einer heißen Tasse Kakao in der rechten Hand. Ein gemütlicher Weihnachtsmorgen, nur mit dem Unterschied das alle Weasley's im St.Mungos waren. Es war nämlich so weit, Angelina würde ihr Kind zur Welt bringen. Irgendwie erinnerte es mich an meine Schwangerschaft.
Harry wollte immer das ich mich schonte, hatte meistens bei mir den Haushalt gemacht und trug meine Einkaufstüten. Das hatte ich schon irgendwie genossen. Über den Gedanken musste ich schmunzeln und betrachtete meine rote Tasse.
Doch ich hätte es doch merken müssen - ich meine, dass Harry mich schon dort liebte. Wie er sich um mich gekümmert hatte.
,,Worüber denkst du nach, Mine?" ,ertönte auf einmal die Tiefe Stimme von Harry. Ich drehte mein Kopf zur Türe. Er stand mit den Händen in den Hosentaschen an den Türrahmen gelehnt. Er wirkte gelassen und ruhig. Nachdem die anderen ins Mungos Gefahren sind, erklärten Harry und ich uns freiwillig dafür hier zu bleiben und auf "das Haus aufzupassen". Eigentlich wollte Ginny auch bleiben, doch sie wollte unbedingt das neue Weasley Sprössling sehen. Sie waren jetzt ungefähr eine Stunde weg. Sie wurden erst mindestens in ein paar Stunden auftauchen.
Ich lächelte leicht. ,,An meine Schwangerschaft."
Harry setzte sich auf die Couch vor mir. ,,Wo du so kugelrund dick warst?", grinste er schelmisch und ich sah in schmollend an.
,,Ich war nicht dick. Und außerdem habe ich die Pfunde gut wegbekommen", verteidigte ich mich und er lachte auf.
,,Das war Spaß, Hermine. Reg dich nicht so auf." er stand auf und ging zu mir rüber, hob mich auf seine Arme. Wobei ich fast mein Kakao verschüttet hätte.
Er setzte sich mit mir auf seinen Schoss auf den kleinen Sessel und schlang seinen Arm um meinen Bauch. ,,Du hast eine tolle Figur.", flüsterte er noch und lehnte sein Kopf auf meine Schulter. Ich lächelte.
Wir beide verweilten so. Genossen die Ruhe, Zweisamkeit, von denen wir nie wirklich Zeit haben werden.
Er fing an meine Schulter zu küssen, wanderte zu meiner Halsbeuge und weiter rauf.
Ich schloss meine Augen und genoss es... Doch wie ein Geistesblitz kam mir eine Erinnerung... Ob es eine positive war oder eher eine negative konnte ich nicht beurteilen. Ich erinnerte mich immer noch so gut wie heute daran.
Wie Harry mich geküsst hatte. Auf der Terrasse seiner alten Wohnung. Wie ich er seine Arme um mich schlang. Wie er mich hochgehoben hatte. Ich hatte immer versucht, die Erinnerungen zu vergessen. Was bis eben immer gut klappte. Doch das, was vor guten 6 Jahren geschah, konnte ich nicht vergessen. Aber mehr als ein bisschen küssen war doch nicht umbedingt ganz so schlimm und es war doch das einzige was passiert war. Er wollte mich nur trösten, weil in dieser Zeit ich mit Ron getrennt war. Ja, ich weiß, küssen ist kein trösten aber er wollte einfach für mich da sein.
Danach hatten wir nie ein Wort davon verloren. Geschworen es niemals weiter zu erzählen. Das wäre wahrscheinlich auch das beste.
Ich schüttelte leicht den Kopf, wodurch Harry aufhörte mich zu küssen. Ich legte meine Stirn gegen seine. Stirn an Stirn.
,,Harry", fing ich leise an und senkte mein Blick auf seine halbgeöffneten Lippen. ,,Wie soll es mit uns weitergehen?"
"Wenn du auf Ginny anspielst..." Er zuckte leicht die Schultern. ,,Ich habe das Gefühl sie wartet die ganze Zeit nur auf einen Antrag."
Ich hielt die Luft an.
"Den ich ihr natürlich nicht machen werde.", meinte er noch schnell.
Er lächelte mich breit an. ,,Nein und wenn dann nur du, Hermine."
Ich gab ihm ein Wangen Kuss.
,,Tut mir Leid" ,sagte ich. ,,Tut mir Leid, das ich mein Versprechen nicht halten konnte, doch ich habe wirklich nicht erwartet, dass das Baby von Angie jetzt kommt. Und" - er unterbrach mich Barsch.
,,Du konntest doch nichts dafür. So wie du nichts für deine Krankheit oder deine Gefühle kannst."
,,Ich weiß, aber wenigstens habe ich dich und Rose" ,seufzte ich.
Und schon im nächsten Moment lagen seine weichen Lippen auf meine. Verschlüsselten sich miteinander, spielten ein Liebesspiel. Ich seufzte in den Kuss hinein. Das hier und jetzt zählte.
Seine Hand wanderte von meinen Bauch zu meinen Rücken, wo sie dann unter mein Weasley-Pulli verschwand. Er streichelte meine nackte Haut darunter. Meine Hände wanderte zu seinen Haaren und durchwühlten es. Sie waren wahrscheinlich noch unordentlicher als vorher.
Der Kuss wurde immer leidenschaftlicher und meine Beine waren nun links und rechts an seinen Hüften.
Seine Händen wanderten zu meinen Oberschenkel, die er packte und er Aufstand. Ich keuchte vor Überraschend auf und schlang meine Beine um seine Hüften.
,,Wir sollten die Zeit nutzen" ,keuchte Harry, als wir uns wegen Atemnot lösten.
Er küsste und knabberte leicht an meinen Ohrläppchen. ,,Du hast recht, Harry." Als hätte er nur darauf gewartet, küsste er mich weiter und drückte mich gegen die Wand.
Doch ein räuspern unterbrach uns. Ron.
Ich riss meine Augen auf und sah zu Harry der mich runter ließ. Er war ebenfalls nicht sehr erfreut doch versteckte er es im nächsten Moment.
Ich starrte Ron weiter an. Ich war unfähig was zu sagen. Was sagte man denn auch in so einer Situation?
Er hatte sich an den Türrahmen gelehnt und musterte Harry und mich mit Augen zu Schlitzen geformt.
,,Aha.", sagte Ron und man hörte Wut in seiner Stimme. ,,Wegen ihm verlässt du mich also?"
Ich öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch fiel mir nichts passendes ein. 'Es sieht nicht so aus wie du denkst' passt wohl gar nicht, denn eigentlich ist es ja wahr.
,,Da gestehe ich dir meine Liebe und schon machst du mit Harry rum. Du elende Schlampe" ,schrie er und ich zuckte zusammen. Nicht wegen der Beleidigung sondern weil er mich anschrie.
,,Hey", sagte Harry laut. ,,Hör auf sie zu beleidigen." Doch das hätte er nicht sagen sollen. Denn Ron kam mit rotem Gesicht auf Harry zu und löste ihn gewaltsam von mir. Er drückte ihn gegen die Wand neben mir und fasste ihn an den Kragen.
,,Ron, lass ihn los", schrie ich ihn an und versuchte ihm am Ärmel von ihn zu ziehen, doch er war stärker. Er ignorierte mich.
,,Ach ich soll aufhören?" ,Schrie er weiter Harry an. ,,Dann hör du auf mir Hermine weg zu nehmen." !!!
,,Sie hat dir niemals gehört, Ron", erwiderte Harry mit zusammengekniffenen Zähnen. ,,Sie gehört sich selber. Und lass sie verdammt nochmal in Ruhe."
Harry versuchte erst gar nicht sich zu wehren. Er wusste Ron hatte recht. Und ob er das hatte. Was Harry und ich machten... das war nicht fair. Das wusste ich genau so gut wie er.
,,Du hast sie nicht verdient ,Harry." ,sagte Ron und seine Stimme Klang ein wenig verzweifelt fast schon brüchig. ,,Du hast doch schon Ginny, oder reicht's dir nicht? Ist sie nicht gut genug?"
,,Ron, Hör verdammt nochmal auf" ,schrie ich und Ron ließ überraschender Weise Harry los. Doch behielt er ihn weiter im Blick.
,,Und du!" ,sagte Ron bedrohlich leise und kam auf mich zu. Ich ging ein paar Schritte nach hinten bis ich die Wand hinter mir spürte. ,,Ist Harry dir gut genug? Hast du schon mit ihm geschlafen? Hast du es genossen?"
,,Ron, bitte" ,wimmelte ich leise. ,,Du verstehst es nicht."
Das brachte das Fass zum überlaufen.
,,Ach ich verstehe es nicht? Natürlich der dumme Ron versteht es nicht. Aber das hier verstehe ich sehr wohl. Krallst dir denn anderen, den besseren. Der Auserwählte, der Junge der den dunklen Lord umbrachte. Natürlich du brauchst einen Helden. Da reiche ich dir nicht."
Ich schüttelte nur leicht den Kopf und sah zu Boden. Etwas kühles ran meinen Wangen hinab. Ich weinte.
Harry schubste ihn von hinten zu Boden. Sein Gesicht deutete nur Wut.
,,Du weißt ganz genau, dass das nie stimmte. Ich wollte nie der Auserwählte. Das habe ich dir oft genug gesagt. Und spielst jetzt den eifersüchtigen." Ron hatte sich aufgesetzt und schaute Harry hasserfüllt an. Harry kniete sich zu Ron runter. ,,Was ist mit dir los, Ron? Du warst doch früher auch nicht so."
Ron's Mimik änderte sich nicht. ,,Ich bin einfach erwachsen geworden."
Damit stand er auf und stürmte aus dem Haus.
Ich sagte nichts.
Ich bewegte mich nicht.
Ich tat nichts.
Ich starrte ihn nur hinter her.
Hatte ich jetzt meinen besten Freund verloren?
Das durfte nicht so enden. Ich wollte meinen besten Freund wieder haben. Mit ihm unbeschwert lachen, so wie früher. Er war mein bester Freund.
~o0o~
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