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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 2: Die Geschichte eines Freundes

von Dilli

BIM BAM.

Die Türglocke riss mich von meinem Anblick los. Ich schüttelte einmal kurz den Kopf um wieder klar zu werden und das Gefühl der Trauer, das in mir aufgestiegen war, abzuschütteln. Reiß Dich zusammen, Mimi, das ist Ewigkeiten her und Du kannst die Zeit ohnehin nicht zurück drehen.

BIM BAM.

Oi, da schien aber jemand mächtig ungeduldig zu sein. Wer zur Hölle konnte das denn sein? Es war immerhin schon zehn Uhr und stockfinster draußen. Wer wollte mich denn um diese Zeit besuchen? Meine Tante schlief mit Sicherheit schon und Fabienne, meine Freundin, hatte zuhause bei ihren zwei entzückenden Kindern zu sein. Es sei denn, sie hatte sich mit ihrem Mann Jaques gestritten. Dann flüchtete sie immer zu mir, egal ob ich hier oder in der Schule war. Tja, daran hatte sich nichts geändert. Marie Duchesse, städtisches Ausheulamt, stets zu Diensten. Meine Öffnungszeiten sind von 0.00 – 24.00 Uhr, sieben Tage die Woche.

BIM BAM.

Ja, Herrgott nochmal, ich komme ja schon. Eine Frau meines Alters ist bekanntlich kein D-Zug. Außerdem war es reichlich spät, um jemandem einen Besuch abzustatten. Es gab Menschen, die um diese Uhrzeit schon im Land der Träume waren. Gut, ich gehörte nicht dazu, denn normalerweise ging ich nie vor Mitternacht ins Bett, aber trotzdem.
„Un moment s'il vous plaît“, rief ich in Richtung Tür, obwohl man mich dort wahrscheinlich nicht hören konnte.
Aber ich musste noch schnell meinen Zauberstab in den Bund meiner Trainingshose stecken. Ohne ihn ging ich wirklich nirgendwo mehr hin. Man konnte schließlich nie wissen, was dort unten lauerte.
Ich eilte die weiße Marmortreppe nach unten und sah durch den Türspion, konnte aber nur eine schwarze Gestalt vor der Tür stehen. Hm, ich sollte wirklich dringend die Glühbirne der Lampe wechseln. Das hatte ich mir jetzt schon seit Wochen vorgenommen, war aber bisher noch nicht dazu gekommen.
„Qui est là“, fragte ich laut, auf Französisch, versteht sich. Englisch hatte ich lange nicht mehr gesprochen und wir befanden uns immerhin in Frankreich. Aber kurz zur Übersetzung, ich fragte, wer da sei.
„Ähm, entschuldigen Sie die Störung zu dieser späten Stunde“, kam die Antwort vor der Tür und sie war überraschenderweise auf Englisch. „Ich möchte zu Marie Duchesse.“
Tja, das hatte ich mir schon gedacht, immerhin wohne ich hier, Du Schnellchecker.
„Was wollen Sie“, wollte ich wissen, ohne die Tür zu öffnen. So blöd war nicht mal ich, dass ich jeden in mein Haus ließ. Wenn mich die Sache mit Avery und Co (Nicht dran denken, Mimi) eines gelehrt hatte, dann, dass ich absolut vorsichtig sein musste.
„Ich bin ein alter Freund aus England“, erwiderte der Kerl.
„Ja, das kann jeder sagen“, meinte ich sarkastisch. Ich meine, hallo, geht’s noch? Ich konnte auch behaupten ich sei die Zaubereiministerin von Frankreich, trotzdem war ich es noch lange nicht.
„Lass mich bitte rein, Mimi!“
Dass er meinen Spitznamen nannte, den nur wenige kannten – ich hatte ihn nach meiner Rückkehr kurzerhand abgelegt – machte mich stutzig. Nicht viele wussten davon, dass ich mich einst so genannt hatte, vor allem in Frankreich nicht.
„Wer bist Du“, fragte ich deshalb verwirrt und legte meine Hand auf die Türklinke. „Und was willst Du von mir?“
„Ich bin hier, weil ich dringend Deine Hilfe brauche. Ich verstehe, dass Du Dir erst sicher gehen musst, ob Du mir auch wirklich vertrauen kannst. Also schön, ich gebe Dir ein paar Informationen, die nur Deine Freunde wissen können. Dein Name ist Marie Lucie Duchesse, Du wurdest am 15.August 1960 geboren. Mit 16 Jahren bist Du mit Deinen Eltern in ein kleines Dorf nach England ausgewandert und dann auf die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei (BAH!) gekommen, wo wir uns kennen lernten. Du hattest einen weißen Schäferhund namens Filou, der blaue Augen und ein Knickohr hatte. Er war ziemlich witzig und seine Freundin in Hogsmeade hieß Bella. Ach ja und das Wichtigste: Du konntest mit ihm und auch mit einem Werwolf namens Arkon sprechen und wenn ich mich nicht recht täusche, dann besitzt Du diese Fähigkeit – also mit Hunden zu sprechen – immer noch.“
Und da war ich mir sicher, dass ich der Person trauen konnte. Von dieser Fähigkeit wussten nur sieben Personen, zwei davon waren tot, einer verschollen und einer war für mich definitiv gestorben. Wenn ich es mir recht überlegte, dann kam mir diese Stimme auch merkwürdig bekannt vor. Also gut, Arschbacken zusammen kneifen, Duchesse, Zauberstab bereit halten und auf geht’s.
Ich drückte die Klinke herunter und öffnete die Tür.


Vor mir stand ein Mann, der mich um gut einen Kopf überragte. Sein Haar war immer noch dunkelbraun, aber um einiges länger als damals und es war schmutzig und verfilzt. Er war dünn und ausgemergelt und wären seine Augen nicht gewesen, hätte ich ihn wahrscheinlich niemals erkannt, auch wenn ich sein Gesicht im letzten Jahr unzählige Male in der Zeitung gesehen hatte.
„Sirius“, wollte ich mich erst einmal vergewissern. „Bist Du es wirklich?“
„Sieht ganz so aus“, meinte er mit einem Grinsen, das ein wenig verrückt wirkte und seine Augen nicht erreichte. „Hi Mimi!“
„Was machst Du denn hier? Ich dachte, Du bist auf der Flucht.“
„Bin ich auch. Ich hatte gehofft, hier eine kurze Zeit einen Unterschlupf zu finden.“
„Komm erst mal rein. Das klären wir gleich, aber es ist besser, wenn man Dich nicht hier draußen sieht. Ich hoffe, Du bist als Tatze hierher gekommen.“
Damit meinte ich den großen, schwarzen Hund, in den Sirius sich als Animagus verwandeln konnte.
„Natürlich. Glaubst Du denn etwa ich bin lebensmüde?“
„Komm schon“, sagte ich zu ihm und packte ihn am Oberarm um ihn ins Haus zu ziehen. Meine Hand schaffte es doch tatsächlich, sich darum zu verschließen, so dünn war er. Heilige Scheiße!
„Lass uns in die Küche gehen“, meinte ich und schob ihn vor mir her um meinen Schock zu überdecken. „Du hast sicher Hunger so wie Du aussiehst.“
„Und wie. Ich habe mich in der letzten Zeit nur von rohem Fleisch ernährt. Ich brauche dringend etwas richtiges.“
„Ist Dir Coq au vin recht? Das habe ich noch vom Abendessen.“
„Klingt lecker!“
Ich platzierte Sirius auf einem Stuhl und öffnete dann den Kühlschrank um den Teller mit den Resten heraus zu holen. Morgen hätte ich es eh weg geschmissen. Ich kochte einfach immer zu viel, aber seien wir mal ehrlich: Es ging einfach nicht, nur für eine Person zu kochen.
Ich schwang meinen Zauberstab und nicht mal eine Sekunde später war das Essen kochend heiß. Ich stellte den Teller vor meinen Freund und reichte ihm Messer und Gabel. Sofort schaufelte er das Hühnchen in sich hinein.
„Hey, mach langsam, Sirius“, ermahnte ich ihn. „Du erstickst sonst noch, wenn Du das Zeug ohne zu Kauen runter schluckst.“
Ich musste grinsen, denn den Spruch hatte meine Mutter immer gebracht.
„Daf if aba fo gut“, mampfte Tatze und fraß – im wahrsten Sinne des Wortes – weiter.
„Dir wird noch schlecht werden.“
„Ga nift. Haft Du eientlif nof mehr davon?“
„Davon nicht, aber ich habe noch jede Menge andere Sachen.“
„Nur her damit.“
Also tischte ich ihm auf. Ich plünderte meinen kompletten Kühlschrank und meine halbe Vorratskammer, bis Sirius endlich satt war. Man könnte echt meinen, er hat seit Wochen nichts mehr gegessen, so wie der das Zeug in sich rein schlang. Doch irgendwann war er fertig, lehnte sich seufzend zurück und hielt sich den Bauch, der nun ziemlich rund aussah.
„Ah, war das gut“, meinte er und schloss genüsslich die Augen. „Danke, Mimi. Dafür hast Du echt was gut bei mir.“
„Lass mal stecken“, gab ich zurück und winkte ab. „Ich helfe doch gerne. Aber sag mal, Sirius, wie lange ist es denn her, dass wir uns zuletzt gesehen haben? Sechs Jahre?“
„Fast auf den Tag genau, ja.“
„Wie hast Du es denn jetzt letztendlich geschafft aus Askaban raus zu kommen? Ich meine, dass war doch sicher schwierig, oder etwa nicht?“
„Ja schon, es hat auch ziemlich lange gedauert, bis ich Deinen Plan in die Tat umsetzen konnte, aber irgendwann war ich stark genug.“
Ich weiß, ihr fragt euch jetzt gerade sicher, was wir da faseln, also kläre ich euch schnell auf.

An dem Tag, nachdem Lilly und James ermordet wurden, hatte man Sirius wegen Mordes an 12 Muggeln und einem Zauberer namens Peter Pettigrew verhaftet. Angeblich wollte er fliehen, weil er den Aufenthaltsort der Potters an den Dunklen Lord verraten hatte und Peter hatte ihn gestellt. Dabei kam es zu einem Duell und Sirius hatte die halbe Straße in die Luft gesprengt. So stand es zumindest in der Zeitung.
Doch sofort als ich den Artikel gelesen hatte, kam mir ein Gedanke: Bullshit! Sirius hätte Lilly und James NIEMALS verraten. Da war ich mir sicher, denn ich kannte ihn einfach zu gut. Niemals hätte er sich der dunklen Seite angeschlossen und schon gar nicht seinen besten Freund hintergangen. Die beiden waren wie Brüder gewesen. Die Sache hatte zum Himmel gestunken. Aber wie! Also hatte ich kurzerhand einen Besuchsantrag in Askaban, dem wohl sichersten Zauberergefängnis auf der ganzen Welt, gestellt um Sirius zu besuchen. Doch mein Antrag wurde abgelehnt, mehrmals.
Es hatte sechs Jahre gedauert, bis man mich endlich zu ihm gelassen hatte und das auch nur, weil ich mich als seine Cousine, die gleichzeitig eine Anwältin ist, ausgegeben hatte. Normalerweise war mir lügen mehr als nur zuwider, aber ich konnte meinen Freund doch nicht einfach im Stich lassen.
Also hatte ich mich aufgemacht, um Sirius in dem Gefängnis zu besuchen, das mitten in der Nordsee lag. Es war ein grauenhafter Ort und ich war froh gewesen, als ich ihn wieder hatte verlassen können. Diese Dementoren waren einfach... Angst einfößend. Ja, ich glaube, das trifft es am besten. Und ständig hatte ich so ein komisches Stöhnen in meinem Kopf gehört, aber ich hatte es nicht richtig zuordnen können. Ich hatte einfach das Gefühl gehabt, nie wieder glücklich sein zu können. Echt furchtbar.
Ein ziemlich blasser und ausgemergelter Zauberer hatte mich schließlich in Sirius' Zelle geführt, wo er zusammen gekauert auf einer Pritsche gelegen hatte. Diesen Anblick werde ich nie vergessen, er hatte mir so leid getan. Selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte nicht mit ihm getauscht.
„Mimi, was machst Du denn hier“, hatte er geflüstert und sich von der Liege erhoben. Er hatte so schwach ausgesehen.
„Na, was glaubst Du denn“, hatte ich geantwortet und ihm ein falsches Lächeln zu geworfen, um ihm Kraft zu geben. Aber ein richtiges hatte ich einfach nicht zustande gebracht. „Dich besuchen natürlich.“
„Aber wie hast Du denn das geschafft?“
Also hatte ich es ihm erklärt und am Ende waren Sirius sogar die Tränen in den Augen gestanden. Das war nicht der Junge, den ich einst gekannt hatte. Dies hier war ein seelisches Wrack gewesen.
„Ich freue mich wirklich sehr darüber“, hatte er leise gesagt und mich dann auf die Liege gezogen. Wir hatten gesessen (Selbstverständlich!), denn es war der einzige Platz, wo man sich hatte hinsetzen können. „Aber wieso bist Du hier, Mimi? Es muss doch einen Grund dafür geben. Du kommst nicht extra aus Frankreich hier her um Dir von diesen Monstern das Glück absaugen zu lassen. Und dass nur, um mich zu sehen.“
„Stimmt, da hast Du recht“, hatte ich erwidert. „Ich bin hier, um Dir zu sagen, dass ich nicht glaube, dass Du Lilly und James verraten und diese ganzen Leute getötet hast. Dazu wärst Du nicht fähig.“
„Du glaubst mir?“
„Natürlich, Sirius. Wofür hältst Du mich denn?“
Da war er mir um den Hals gefallen.
„Oh Mimi, ich bin Dir ja so dankbar. Endlich gibt es jemanden, der die Wahrheit sieht.“
„Ja, natürlich sehe ich die. Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen. Aber sag mal, wie konnte es passieren, dass Du-weißt-schon-wer von dem Versteck erfuhr? Remus hat mir erzählt, dass Lilly und James sich verstecken mussten und der Fidelius-Zauber verwendet wurde. Er ist sich sicher, dass Du der Geheimniswahrer warst.“
„War ich aber nicht. Ich sollte es werden, aber im letzten Moment haben sich die beiden anders entschieden. James meinte, es wäre zu offensichtlich, dass ich der Geheimniswahrer bin, denn Er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf wusste anscheinend von unserer jahrelangen Freundschaft. Klar, er hatte ja genug Slytherins um sich, die ihm davon erzählen konnten. Also hat James jemanden genommen, der nicht ganz so bekannt war.“
„Peter.“
Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.
„Ja, verdammt“, hatte Sirius ausgerufen und gegen die Wand geschlagen. „Und was hat dieser elende Verräter dann gemacht? Er ist sofort zu seinem neuen Herren gerannt und hat seine Freunde verraten. Einfach so, ohne jede Vorwarnung.“
„Bist Du Dir denn absolut sicher, dass sich Peter wirklich Du-weißt-schon-wem angeschlossen hat? Vielleicht haben sie ihn ja gefangen genommen und dann gefoltert.“
„Ich bin mir mehr als nur sicher, Mimi. Als ich ihn stellte, konnte ich kurz einen Blick auf seinen linken Unterarm erhaschen. Ihm wurde das Dunkle Mal, das Zeichen des Dunklen Lords, eingebrannt. Das haben nur seine Anhänger.“
„Oh.“ Mehr fiel mir dazu nicht ein.
„Ja, oh. Du sagst es. Und seien wir mal ehrlich. Peter war immer schon ein Mitläufer. Er hat sich immer den Stärkeren angeschlossen um auch ja auf der richtigen Seite zu stehen und nicht selbst in die Schusslinie zu geraten. Oh Mann, ich wünschte nur, James hätte nicht seine Meinung geändert und hätte stattdessen mich zum Geheimniswahrer gemacht. Ich wäre lieber gestorben, als auch nur ein Wort über ihren Aufenthaltsort zu verlieren.“
„Das weiß ich doch, Sirius. Bitte mache Dir jetzt deswegen keine Vorwürfe. Du kannst doch nichts dafür, dass Lilly und James sich so entschieden haben. Es ist nicht Deine Schuld.“
„Ich weiß ja, aber...“
„Nein, stop. Hör auf, Dir irgendeinen Blödsinn einzureden. Erzähle mir lieber, wie es weiter gegangen ist. Ich glaube nämlich wirklich nicht, dass Du diese ganzen Leute in die Luft gesprengt hast.“
„So war es auch nicht. Ich habe das Verbrechen, für das ich jetzt hier sitze, nicht begangen.“
„Peter hat den Zauber los gelassen und sich dann verwandelt um als Ratte zu entkommen, richtig?“
„Woher weißt Du...“
„Sirius, ich bin vielleicht blond, aber lange noch nicht blöd. Ich weiß, dass Peter ein Animagus ist. Die Frage ist nur, wie Dir das helfen kann. Ich glaube nämlich kaum, dass das Ministerium uns die Sache abnimmt, weil Peter nicht registriert ist. Genauso wie... Moment mal!“
Mir war in diesem Moment ein Licht aufgegangen. Reichlich spät zwar, aber besser als gar nicht. Aber warum hatte Sirius noch nicht selbst daran gedacht? Hatten die Dementoren sein Hirn raus gesaugt oder wie?
„Was ist jetzt passiert“, hatte Sirius erschrocken wissen wollen.
„Ich hatte gerade eine Epiphanie“, hatte ich zurück gegeben.
„Eine was?“
„Einen Geistesblitz. Sag mal, Sirius, stimmt es, dass Dementoren nichts sehen? Dass sie quasi blind sind?“
„Ja, das ist wahr.“
„Und gehe ich richtig davon aus, dass auch Du ein nicht registrierter Animagus bist?“
„Ja, aber worauf willst Du denn hinaus?“
„Du könntest Dich in Tatze verwandeln und so hier raus kommen.“
„Ha, Mimi, dafür, dass Du Lehrerin für Verwandlung bist, lebst Du ganz schön hinter dem Mond. (BITTE?) Ich habe keinen Zauberstab, schon vergessen?“
„Nein, das habe ich nicht. Und ich verbitte mir diesen Ton, wenn ich schon gekommen bin, um Dir zu helfen, klar? Für das, dass Du ein so toller Zauberer bist – wie Du ja selbst immer gesagt hast – stehst DU, mein Lieber, ganz schön auf der Leitung.“
„Was meinst Du damit?“
„Das ist doch ganz einfach. Wie führen denn Kinder, die noch nicht elf Jahre alt sind und somit ihre Zauberstäbe noch nicht haben, ihre Zauber aus?“
„Ähm... gar nicht.“
„Dann willst Du mir also sagen, dass Du nie gezaubert oder besser gesagt unbeabsichtigt Magie ausgeführt hast, als Du noch klein warst?“
„Doch schon, aber... unkontrolliert eben.“
„Tja, aber man kann diese Fähigkeit erlernen. Man kann zaubern, ohne seinen Zauberstab zu benutzen. Man muss nur genügend Willensstärke aufweisen. Soll ich es Dir mal zeigen?“
Und bevor er hatte antworten können, hatte ich die Augen geschlossen und mir ein schönes, weiches Kopfkissen vorgestellt. Es hatte in etwa eine Minute gedauert, aber dann war es aus dem Nichts erschienen.
„Wie hast Du das gemacht“, hatte mein Freund laut ausgerufen.
„Durch Manipulation der Dinge mittels Gedankenkraft. Oder, um es einfacher auszudrücken, ich habe mir das Kissen vor meinem inneren Auge vorgestellt, habe gespürt, wie es sich anfühlt und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als es in den Armen zu halten. Das ist das Mittel zum Zweck. Wille. Wenn Du etwas wirklich haben oder tun willst, dann kannst Du es mit Deinen Gedanken herauf beschwören.“
„Und das funktioniert wirklich?“
„Es dauert zwar einige Zeit, bis man den Dreh raus hat, aber dann funktioniert es tadellos. Trotzdem ist es immer noch besser, den Zauberstab zu benutzen, das solltest Du wissen. Es ist nicht so gefährlich. Mit dem Zauberstab kann man seine Magie bündeln und kontrollieren.“
„Und wie soll mir das in meiner Lage helfen?“
„Du musst versuchen, Dich in Tatze zu verwandeln und so hier raus zu kommen. Die Gitterstäbe sind so weit auseinander, dass Du als Hund hindurch kommen müsstest, vor allem, da Du so dünn bist. Und wenn ich mich recht erinnere, dann hat Professor Taylor damals im Unterricht gesagt, dass Demontoren nur die Energie von Menschen spüren können.“
Da war mir Sirius ohne Vorwarnung um den Hals gefallen.
„Die Idee ist hervorragend, Mimi. Ich danke Dir.“
„Nun mal nicht so schnell. Diese Gedankenmanipulation ist ziemlich schwierig. Es kann also eine Zeit lang dauern, bis Du es schaffst. Du darfst nur nicht den Mut verlieren und musst es immer wieder versuchen. Beginne mit kleinen Dingen. Versuche zum Beispiel, eine Rose aus dem Nichts herauf zu beschwören und wenn Du das richtig drauf hast, dann kannst Du an die menschliche Verwandlung gehen. Die ist nämlich weitaus schwieriger.“
„Ich weiß wirklich nicht, wie ich Dir danken soll, Mimi. Du hast mir wirklich...“
„Miss Duchesse“, hatte mich eine dünnliche Stimme von Sirius los gerissen. „Ihre Besuchszeit ist zu Ende. Ich muss Sie bitten, mit mir zu kommen.“
Es war der ausgemergelte Wärter gewesen.
„Muss ich denn wirklich schon gehen“, hatte ich ihn gefragt. „Ich bin doch erst so kurz hier.“
„Leider ja, Ma'am. Die halbe Stunde ist schon vorbei.“
„Ich möchte mich nur noch kurz von meinem Cousin verabschieden, wenn das möglich ist.“
„Natürlich, aber machen Sie schnell. Die Dementoren werden sonst ungeduldig.“
Ich hatte Sirius noch einmal fest in den Arm genommen.
„Es tut mir leid, Tatze, aber ich muss jetzt gehen“, hatte ich ihm ins Ohr geflüstert. „Und denk immer daran: nur nicht den Mut verlieren, dann klappt es ganz bestimmt.“
„Danke, dass Du hier warst, Mimi“, hatte er geantwortet und ich hatte gespürt, wie ihm Tränen in die Augen gestiegen waren. „Kommst Du wieder?“
„Ich werde es versuchen.“
Dann war ich aufgestanden und hatte meinen Freund alleine an diesem schrecklichen Ort zurück gelassen.


Zurück im Hier und Jetzt, sah ich Sirius an, der wirklich fertig aussah. Total abgemagert, sein Gesicht einer Totenmaske gleich, die Haare zerzaust und verfilzt und tiefe schwarze Ringe unter den Augen.
„Du siehst wirklich schlecht aus, Sirius“, sagte ich zu ihm.
„Mimi, ich muss feststellen, dass Du immer noch genauso reizend und charmant bist wie früher“, meinte er daraufhin und sah mich traurig an. „Hast Du denn noch nie etwas von einer Notlüge gehört.“
„Ähm... Lass mich überlegen... Nein!“
Ich musste grinsen. Irgendwie kam mir das bekannt vor, aber sei's drum. Jetzt gab es dringlicheres zu besprechen.
„Aber sag schon, Sirius“. Ich war ja überhaupt nicht neugierig. Nööö, absolut nicht. „Was ist im letzten Jahr passiert? Immerhin ist es doch so lange her, dass Du ausgebrochen bist, oder etwa nicht? Zumindest berichten das die Zeitungen.“
„Ja, das stimmt auch“, gab er mir zur Antwort. „Aber ich hatte etwas ziemlich wichtiges zu erledigen.“
„Du hast Peter gesucht, oder?“
„Stimmt genau.“
„Und? Hast Du ihn gefunden?“
„Ja, habe ich, aber er hat es wieder einmal geschafft, mir zu entwischen.“
„Wie denn das?“
„Remus hatte vergessen, seinen Trank zu nehmen und da hat er sich total vergessen.“
„Moment mal, ganz langsam, damit ich es auch verstehe. Ich komme nämlich irgendwie nicht mehr ganz mit. Wie hast Du denn Peter überhaupt gefunden und was hat Remus damit zu tun?“
„Er hat Dir nichts erzählt?“
„Nein, seit Deiner Inhaftierung haben wir kein Wort mehr über Dich verloren. Ich habe zwar versucht, mit ihm darüber zu reden, aber er hat dann immer abgewunken oder das Thema völlig ignoriert.“
„Tja, kein Wunder, er hielt mich ja auch für schuldig, bis ich vor etwas mehr als zwei Monaten die Sache klären konnte. Also, pass auf, das ganze lief folgendermaßen ab: Nach meiner Flucht bin ich in Richtung Hogsmeade gereist. Ich habe immer in den Mülltonnen von Zaubererhäusern gewühlt und habe den einen oder anderen Tagespropheten mitgehen lassen. Eines Tages fand ich so Peter. In dem Artikel ging es um eine Zaubererfamilie, die etwas Geld gewonnen hatte und sich somit eine Reise nach Ägypten leisten konnte. Da war auch ein Foto dabei und da habe ich ihn gesehen. Er saß bei dem jüngsten Sohn auf der Schulter. Ich wusste sofort, dass es Peter sein musste, denn ich erkannte ihn daran, dass ihm ein Finger an einer seiner Pfoten fehlte.“
„Heilige Scheiße!“
Ich erinnerte mich, in einem Zeitungsartikel gelesen zu haben, dass das einzige Stück, das man von Peter Pettigrew gefunden hatte, ein Finger gewesen war. Mir war sofort klar gewesen, dass er ihn sich während des Duells mit Sirius abgeschnitten haben musste, um so seinen Tod vorzutäuschen.
„Du sagst es Mimi. Auf jeden Fall habe ich es nach Hogsmeade geschafft und habe sogar versucht, in Hogwarts einzudringen...“
„Sirius!“
„Ja, ja, ich weiß, aber was hätte ich denn anderes tun sollen? Ich wollte Lilly und James und auch mich selbst rächen. Verstehst Du das denn nicht?“
„Doch schon, aber gleich in das Schloss einzubrechen...“
„Ist doch egal. Ich habe es ohnehin nicht geschafft, ihn zu kriegen, da Peter ziemlich hinterlistig war. Er hat sich versteckt, dieser hinterhältige Dreckskerl. Doch dann, im Juni, wurde er gefunden und zwar von keinem geringeren als von Harry und seinen Freunden.“
„Harry? Du meinst...“
„Harry Potter, ja. Der Sohn von James und Lilly und mein Patenkind. Ich sah meine Chance kommen und griff kurzerhand an. Ich verschleppte Harrys Freund Ron in die Heulende Hütte und Peter mit ihm. Harry und seine Freundin Hermine kamen hinterher und auch Remus verfolgte uns. Es war ziemlich schwer, die vier davon zu überzeugen, dass ich nicht Schuld an dem Tod von Lilly und James war, doch irgendwann schaltete Harry seinen Kopf ein und er glaubte mir. Gemeinsam schafften wir es, Peter in seine menschliche Gestalt zu verwandeln und wir beschlossen, ihn den Dementoren zu übergeben, die um die Schule herum postiert worden waren, und somit meine Unschuld zu beweisen. Doch es war Vollmond und Remus hatte vergessen den Wolfsbanntrank...“
„DEN WOLFSBANNTRANK“, schrie ich dazwischen. „Aber... wie... ich...“
„Ja, den hat Deine tolle Fledermaus entwickelt und Remus etwas davon zur Verfügung gestellt.“
„Aber das hat mir Remus gar nicht erzählt!“
„Vielleicht hat er es vergessen oder wollte Dich mit dem Thema nicht belasten. Ich weiß auch nicht, was in ihm vorging. Auf jeden Fall verwandelte er sich in die Bestie und versuchte, Harry und seine Freunde anzugreifen. Ich ging dazwischen, weil ich meinen Patensohn retten wollte und in dem dadurch entstandenen Chaos konnte Peter fliehen.“
„Scheiße!“
„Du sagst es.“
„Und dann? Was ist anschließend passiert?“
„Ich kann mich nicht mehr so daran erinnern. Ich weiß nur noch, dass Harry, der mir nachgelaufen war, und ich auf einmal von Dementoren umzingelt waren und als ich aufwachte, war ich in einer Zelle in einem Turm eingesperrt. Doch plötzlich tauchten Harry und seine Freundin Hermine auf einem Hippogreif auf und befreiten mich kurzerhand. Somit verhalfen sie mir zur Flucht. Ich habe mich jetzt zwei Monate lang in den unterschiedlichsten Ländern versteckt, aber es zieht mich in Richtung Heimat. Außerdem kann ich mich doch nicht nur von rohem Fleisch ernähren.“
„Da hast Du auch wieder recht. Also hast Du Dir kurzerhand gedacht, dass Du bei einer alten Freundin untertauchst, bis Gras über die ganze Sache gewachsen ist?“
„So ungefähr.“
Er grinste mich an und es sah fast genauso aus, wie damals in der Schule.
„Dir ist aber schon klar, dass ich morgen zurück nach Beauxbatons muss?“
„Ja, natürlich.“
„Ich würde Dich ja gern mitnehmen, aber es ist uns Lehrern leider nicht erlaubt, Hunde zu halten.“
„Das ist aber schade.“
„Finde ich auch. Nach Filous Tod hätte ich mir nämlich gerne einen neuen angeschafft. Ihn haben sie toleriert, weil ich ihn ja schon so lange hatte, aber einen neuen...“
„Filou ist tot?“
„Ja, er ist letztes Jahr gestorben.“
„Das tut mir ja so leid, Mimi. Er war wirklich ein guter Freund.“
„Ja, das war er. Aber was machen wir denn jetzt mit Dir? Ich meine, wenn Du möchtest, dann kannst Du gerne hier wohnen bleiben, aber Du musst mir versprechen, das Haus nur als Tatze zu verlassen.“
„Ich glaube, das kriege ich hin.“
„Gut. Und jetzt werden wir uns erst einmal um Dich kümmern, Sirius.“
„Was meinst Du damit?“
„Jetzt steht das Beautyprogramm auf dem Plan.“
„Oje, ich hatte es befürchtet.“
„Tja, man sollte einer Marie Duchesse nie so unter die Augen kommen.“
Ich lachte ihn an, stand von meinem Stuhl auf und zog ihn mit mir in das Badezimmer.


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