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Bat in my heart - Kapitel 12: Wie man mit einem Schockmoment umzugehen pflegt

von Dilli

Ich brachte den kleinen Patrick nach unten in die Kerker, obwohl alles in mir danach schrie, es nicht zu tun. Als wir die Tür, die in den Keller führte, erreichten, war ich kurz davor, mich umzudrehen und davon zu laufen. Hier unten warteten so viele schreckliche Erinnerungen auf mich. Hier unten hatten mich Avery, Nott und Mulciber, Fucking Bats ach so tolle Freunde, gefangen gehalten und beinahe vergewaltigt. Die Fledermaus und Filou waren gerade noch rechtzeitig gekommen.
Außerdem hatte ich hier unten meine ersten sexuellen Erfahrungen überhaupt gemacht. Es war genau in jenem Raum gewesen, den ich eigentlich um jeden Preis hatte meiden wollen, solange ich hier war und doch ging ich jetzt geradewegs dorthin.
Mimi, Du bist wahnsinnig, vollkommen und unwiderruflich durchgeknallt. Warum tust Du Dir das an? Nimm die Beine in die Hand und lauf so schnell wie es geht davon. Du wirst es bereuen, das habe ich im Gefühl. Wenn Du jetzt dieses verdammte Klassenzimmer betrittst, dann wirst Du die ganze Nacht wach liegen und darüber nachdenken, was gewesen wäre, wenn dieser elende Scheißkerl Dich nicht betrogen hätte. Aber Du kannst die Vergangenheit nicht ändern. Er hat mit Deiner Freundin gefickt und Schluss.
Ach halt doch die Klappe, Du dumme innere Stimme. Ich weiß schon, was ich tue. Ich habe dem kleinen Jungen versprochen, ihn nicht alleine zu lassen und daran halte ich mich jetzt auch. Das ist immerhin meine Pflicht als Lehrerin. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden und da muss man eben auch einmal Dinge machen, die man eigentlich lieber nicht tun würde. Aber in diesem Punkt half dann immer nur eines: Arschbacken so fest wie es geht zusammen kneifen.
Wir gingen gemeinsam durch die verwinkelten Gänge der Kerker. Auch hier hatte sich absolut rein gar nichts verändert. Die Wände, die Decke und der Fußboden waren immer noch aus rauem Stein und erinnerten an das Verlies einer mittelalterlichen Burg. Das Licht, das von ewig brennenden Fackeln kam, die in die Wände eingelassen waren, war schummrig und irgendwie unheimlich.
Meine Füße trieben mich ganz automatisch vorwärts. Ich hatte den Weg nicht vergessen, auch wenn ich es gerne getan hätte. Doch ich wusste ganz genau, wo ich lang gehen musste. Die Strecke hatte sich anscheinend in mein Gehirn eingebrannt.
Dann waren wir schließlich da. Der kleine Patrick zitterte und bebte neben mir und es sah fast so aus, als würde er jede Sekunde wieder zum Heulen anfangen.
„Nur keine Angst, Patrick“, sagte ich zu ihm und streichelte ihm ermutigend über den Kopf. „Furcht macht Dich nur schwach. Du musst Deinem Lehrer zeigen, was Stärke ist. Außerdem bist Du doch in Gryffindor, das heißt, dass Du Mut in Deinen Knochen haben musst. Also, jetzt hebe den Kopf und geh rein.“
„Aber was ist, wenn...“ Er konnte den Satz nicht beenden, weil er so fertig mit den Nerven war.
„Ich bleibe hier draußen stehen, schon vergessen? Wenn er Dich fertig macht, dann komme ich rein und zeige ihm, wie der Hase läuft. Also hab keine Angst. Du bist nicht allein.“
„Danke, Professor Duchesse.“
Er drehte sich um, öffnete die Tür und ging in das Klassenzimmer. Doch kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, da ging drinnen auch schon das Donnerwetter los.
„Wo bist Du gewesen“, brüllte eine tiefe, männliche Stimme. „Ich dulde es nicht, wenn Schüler zu spät zu meinem Unterricht kommen. Wie oft soll ich das noch sagen?“
Oha, da schien aber wirklich jemand sauer zu sein. Okay, gut, dass Patrick zu spät gekommen war, war wirklich nicht in Ordnung, aber seien wir mal ehrlich, dass ist doch jedem schon einmal passiert. Außerdem hatte der Junge ja eine Anliegen. Das ganze war also noch lange kein Grund, in die Luft zu gehen, wie eine ganze Feuerwerksfabrik. Als Lehrer muss man sich auch im Griff haben. Da gibt man dem Schüler eine Strafarbeit und gut ist. Aber Brüllen und Toben hilft gar nichts. Das ist zumindest meine Meinung.
„Es tut mir leid, Professor“, flüsterte Patrick leise. „Ich hatte noch eine Frage an Professor Flitwick und...“
„Fragen an den Lehrer sind entweder nach Schulschluss oder in den dafür vorgesehenen Sprechstunden zu stellen. Wann geht das endlich in Dein kleines Spatzenhirn, Jones?“
Moment mal, das war aber schon ein ziemlich harter Schlag unter die Gürtellinie. Man beleidigte seine Schüler nicht, auch wenn man noch so wütend ist. Außerdem ist es sehr wohl zulässig, dass ein Schützling seine Frage gleich nach der Schulstunde stellt. Mir ist das sogar immer lieber, dann sehe ich, wo sein oder ihr Problem liegt und ich kann die Fragen gleich klären. Dann spare ich es mir auch, irgendeinen daher geschriebenen Schwachsinn in den Aufsätzen zu lesen.
„Ich... ich...“, stotterte Patrick und ich hörte deutlich die Tränen in seiner Stimme. Oh Gott, gleich würde es wieder losgehen. Bleib stark, Kleiner, Du schaffst das. Gib nicht auf und biete ihm die Stirn.
„Oder hast Du etwa gar keines, Jones? Das würde Deine ungenügenden Leistungen in diesem simplen Unterrichtsfach erklären. (Zaubertränke und simpel? Da muss ich doch glatt mal widersprechen!) So eine Lusche wie Dich habe ich in meiner gesamten Schullaufbahn noch nicht erlebt. Nicht einmal der schlechteste Schüler dieser Schule hat es fertig gebracht, den Heiltrank der letzten Stunde zu versauen. Ich darf Dir also gratulieren, Jones, Du hast es gerade geschafft, Dich zum Oberversager von Hogwarts zu machen.“
„Aber... ich...“
„Spar Dir das Gejammere. Aus Deinem Mund kommt ohnehin nur einen riesen Haufen Scheiße heraus. So viel Mist können nicht einmal tausend Dreckschweine in fünf Jahren fabrizieren, wie Du in einer Stunde Zaubertränke.“
So, jetzt reicht es aber langsam. Der Kerl da drinnen hatte sie anscheinend nicht mehr alle. Der hatte definitiv den falschen Beruf ergriffen. So ging man nicht mit seinen Schülern um. Oh, ich war ja so was von sauer. Diesem Arschloch musste dringend jemand die Meinung sagen. Was zu viel war, war zu viel.
Ich zog meinen Zauberstab aus meiner Hosentasche und machte mich bereit. Noch ein falsches Wort und ich würde eingreifen. Und wenn ich dazu in dieses verfickte Klassenzimmer musste, dann musste es eben so sein. Scheiß auf meine Gefühle, das hier war auf jeden Fall wichtiger. Einem Lehrer, der seine Schüler auf diese Art behandelte, mussten dringend die Leviten gelesen werden. Dass der überhaupt noch unterrichten durfte... So einer wie er gehörte verboten.
„Ja, klar, jetzt heulst Du auch noch rum, Du kleiner Scheißer. Gott, bist Du eine Memme. Das ist ja echt furchtbar. Zur Strafe für Dein Zuspätkommen und für Dein Benehmen, wirst Du diese Woche bei mir Nachsitzen. Jeweils um sieben Uhr abends in meinem Büro. Das findest Du ja hoffentlich. Es ist genau neben diesem Zimmer.“
So, das war's. Das hatte das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Jetzt war es Zeit, die Französin in mir raus zu lassen. Dieser blöde, elende Dreckskerl.
Ich schob meine Ärmel bis zu den Ellenbogen nach oben und hielt meinen Zauberstab bereit. Zieh Dich warm an, Du Wichser. Jetzt kriegst Du einmal den Marsch geblasen. Achtung, jetzt komme ich!
Ich stürmte zu der Klassenzimmertür und riss sie auf. In der kurzen Millisekunde, in der ich mich umschaute, nahm ich wahr, dass sich auch hier nichts verändert hatte, doch es war mir egal. In diesem Moment dachte ich gar nicht an die schönen Stunden, die ich hier einst verbracht hatte. Jetzt hatte ich nur meinen Feind vor Augen. Er stand mit dem Rücken zu mir und schrieb etwas an die Tafel. Er trug einen schwarzen Umhang und hatte fettiges Haar, dass ihm bis auf die Schultern fiel. Mehr konnte ich für den Moment nicht ausmachen.
Doch ich war so wütend, dass ich sofort los schrie.
„Sagen Sie mal, haben Sie eigentlich noch alle Tassen im Schrank“, rief ich zornig. „Was erlauben Sie sich, SO mit einem Schüler zu sprechen? Sie sind ja nicht mehr ganz sauber im Kopf. Artikel Sieben der allgemeinen Umgangsverordnung besagt...“
Er ließ mich nicht aussprechen, denn er unterbrach mich augenblicklich. Grrr, ich hasste so etwas. Widerlicher Mistkerl!
„Und was erlauben SIE sich, einfach so hier herein zu platzen und meinen Unterricht zu stören? Wahrscheinlich sind SIE nicht mehr ganz dicht und nicht ich. Oder sind Sie eher lebensmüde? Ist mir ja auch so was von scheißegal, aber ich dulde keine...“
So, jetzt ist es genug. Was Du kannst, das kann ich schon drei Mal, Du Arschgesicht!
„UND ICH DULDE KEINE VERBALE MISSHANDLUNG VON SCHUTZBEFOHLENEN! SIE HABEN EINDEUTIG IHREN BERUF VERFEHLT, MISTER!“
Denn das war wirklich so. Was hatte ich in meiner Ausbildung gelernt? Mit seinen Untergebenen sollte man stets so umgehen, wie man selbst behandelt werden wollte. Mit Respekt! Aber davon schien dieser Arsch keine Ahnung zu haben. Er drehte sich ja noch nicht einmal um und sah mir ins Gesicht. Vielen Dank auch dafür, Du Riesenrindvieh. Dafür brüllte er weiterhin die Tafel an. Ja klar, die kann sich ja auch wehren, Du Vollpfosten.
„UND WER SIND SIE, DASS SIE SICH EIN URTEIL ÜBER MEINE UNTERRICHTSMETHODEN BEURTEILEN KÖNNEN? IRGENDEIN DAHERGELAUFENES MISTSTÜCK, WÜRDE ICH MEINEN.“
Boah, jetzt reicht es aber, Du schleimtriefendes, furunkelbrütendes Parameciumhirn. Dir zeige ich jetzt mal, wo es lang geht. SO lasse ich nicht mit mir sprechen.
„SIE WIDERLICHES ARSCHLOCH (Immerhin hatte ich ihn nicht geduzt). NUR DAMIT SIE ES WISSEN, ICH BIN DIE STELLVERTRETENDE SCHULLEITERIN DER BEAUXBATONS-AKADEMIE FÜR ZAUBEREI! (Wenn ihn das nicht beeindruckt, dann weiß ich auch nicht!) ALSO KANN ICH SEHR WOHL BEURTEILEN...“
„EINEN SCHEIßDRECK KÖNNEN SIE!“
Da drehte er sich ruckartig an und funkelte mich aus seinen schwarzen Augen wütend an. Da bekam die Aussage „Wenn Blicke töten könnten“ eine völlig neue Bedeutung. Doch auf einmal änderte sich der Ausdruck in seinen Augen. Zuerst war er ungläubig und dann plötzlich so weich und voller Liebe, dass es beinahe weh tat.
Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich kannte dieses Arschloch nur zu gut, hatte ihn wahrscheinlich selbst einmal mit so einem Blick angeschaut. Doch was machte er hier? Oh Gott, das durfte doch nicht wahr sein. Mein Albtraum wurde gerade eben wahr. Ich hatte diesen Menschen, den ich mittlerweile so sehr hasste, nie wieder sehen wollen und jetzt stand er direkt vor mir.
Sofort flammten die ganzen Bilder wieder vor meinem inneren Auge auf, wie er mit Lilly oben in unserem Raum vögelte. Er war auf ihr gelegen und hatte seinen Schwanz immer wieder in sie hinein gerammt, um sie beide dem Höhepunkt entgegen zu tragen.
Mein Herz begann auf einmal zu schmerzen und zu rasen und ich bekam vor Panik fast keine Luft mehr. Ich muss hier weg und zwar schnell. Ich musste zehntausend Kilometer zwischen ihm, mir und diesem Raum bringen. Weg, weg, weg, weg.
„Mimi“, flüsterte Fucking Bat und machte einen Schritt auf mich zu.
Nein, bleib weg von mir. Lass mich in Ruhe, Du widerliche Fledermaus. Du hast mir in meinem Leben schon genug angetan.
Ehe er noch mehr als diesen einen Schritt tun konnte, drehte ich mich um und lief davon, hinaus aus dem Klassenzimmer und weg von ihm, meiner einstigen großen Liebe, die mir das Herz gebrochen hatte.

*****************************************************

Ich wollte auf Mimi zugehen, wollte sie in den Arm nehmen und mich für all das entschuldigen, was ich ihr angetan hatte. Auch wenn die ganze Klasse dabei zuschauen würde, es wäre mir egal.
Mimis Augen waren vor Schreck geweitet, als sie erkannte, wer ihr da gegenüber stand. Mit mir hatte sie anscheinend überhaupt nicht gerechnet. Auch für mich war es eine Überraschung, sie hier zu sehen, denn ich hatte gedacht, sie würde in Frankreich bleiben. Doch näher als einen Schritt kam ich nicht an sie heran, denn sie drehte sich auf der Stelle um und rannte davon. Aus dem Klassenzimmer und weg von mir.
„Mimi, warte“, rief ich ihr hinterher.
Sie durfte nicht von mir davon laufen. Ich hatte sie einmal ziehen lassen müssen, noch einmal würde ich das nicht zulassen. Ich wollte nur einmal mit ihr sprechen, wollte ihr alles erklären, doch sie ließ es nicht zu. Scheiße, was sollte ich denn jetzt machen? Ich konnte sie nicht einfach so gehen lassen, nicht schon wieder. Aber eigentlich hatte ich ja jetzt eine Doppelstunde Zaubertränke bei diesen kleinen Mistkäfern zu geben. Verdammt! Ach, scheiß doch drauf, ich bin der Lehrer für dieses Fach, also konnte ich auch entscheiden, wann eine Stunde zu Ende ist und wann nicht. Und das war sie jetzt, definitiv. Ich hatte dringlicheres zu erledigen, als diesen Nieten dabei zuzusehen, wie sie ihre Tränke in den Sand setzten. Ich musste Mimi hinter her.
Diese Gedanken gingen innerhalb von einer Millisekunde durch meinen Kopf und ich war schon auf dem Weg nach draußen, als ich der Klasse zurief:
„Der Unterricht ist für heute beendet!“
Ich musste Mimi einholen. Ich hoffte nur, ich würde es schaffen, denn sie hatte jetzt schon einiges an Vorsprung.
„Aber...“, meinte da eine kleine Besserwisserin aus Ravenclaw, doch ich brüllte einfach nur „Schnauze halten“ und rannte zur Tür hinaus.
Ich hetzte durch die Gänge und hörte deutlich Mimis Schritte vor mir, auch wenn ich sie nicht sehen konnte.
„Mimi“, rief ich laut, doch ich bekam keine Antwort.
Klar, warum auch? Immerhin war sie aus dem Zimmer gestürmt, weil sie es nicht ertrug, mit mir in einem Raum zu sein. Das müsstest Du eigentlich wissen, Du Vollidiot. Oh Gott, was Mimi jetzt wohl von mir dachte. Ich hatte mich definitiv nicht mit Ruhm bekleckert, als ich Jones angeschrien hatte, aber das war nun einmal meine Art. Außerdem hatte ich schlechte Laune gehabt, die jetzt komischerweise um ein tausendfaches besser war. Mimi war hier, in meiner Nähe. Mein Herz machte einen dreifachen Salto rückwärts, weil ich mich so sehr freute, sie gesehen zu haben.
„Mimi“, brüllte ich noch einmal. „Mimi, bitte, ich will doch nur mit Dir reden.“
Doch sie ignorierte mich. Ich hörte, wie sie die Treppe erreichte und die Stufen quasi nach oben sprang. Ich gab noch einmal Gas. Noch einmal würde ich sie nicht gehen lassen. Sie war mir viel zu wichtig.
Ich erreichte die Stufen, die in die Eingangshalle führten und flog sie nach oben. Mein schwarzer Umhang bauschte sich dabei hinter mir auf und ließ mich tatsächlich wie eine Fledermaus erscheinen. Doch als ich endlich oben angekommen war, sah ich nichts. Mimi musste weiter gerannt sein. Aber wohin? Ich lauschte, ob ich irgendwelche Schritte auf der Marmortreppe hörte, die nach oben führte, aber da war nichts.
Das Eingangsportal stand weit offen. Die Beauxbatons-Kutsche! Mit Sicherheit würde Mimi dort Zuflucht suchen, weil sie dachte, dass sie dort vor mir sicher war. Ha, aber sie hatte einen weiten Weg bis dorthin. Vielleicht schaffte ich es, sie auf den Ländereien einzuholen! Das war meine Chance.
„Mimi“, rief ich und wandte mich zum Portal um.
Keine zwei Sekunden später war ich draußen an der frischen Luft und rannte die Stufen nach unten um meiner Liebe zu folgen – wie schon so oft.

*****************************************************

Ich lugte aus meinem Versteck heraus und wartete, bis die Fledermaus in meine Falle getappt war.
Kaum dass ich das Klassenzimmer verlassen hatte, hatte ich mich desillusioniert und war durch die Kerker gestürmt. Fucking Bat war mir dabei dicht auf den Fersen gewesen und ich hatte gehört, wie er mir hinterher gerufen hatte.
Doch ich hatte nur eines denken können: Lass mich bloß in Ruhe, Du elendes Arschloch! Ich war in die Eingangshalle gestürmt, hatte meinen Zauberstab auf die gigantischen Flügeltüren, die nach draußen führten, gerichtet und schon waren sie aufgeflogen. Dann war ich in den kleinen Seitenalkoven unter der breiten Marmortreppe gesprungen und wartete, ob die Fledermaus auf meinen Trick herein fiel.
Und er tat es doch tatsächlich. Er schluckte meinen Köder und lief nach draußen auf die Ländereien. YES!
Als er weg war, lehnte ich erst einmal meinen Kopf gegen die Wand und versuchte, wieder herunter zu kommen. Diese Begegnung der unheimlichen Art, hatte mich doch ziemlich mitgenommen. Ich war durcheinander ohne Ende. Was machte Snape hier? Und wieso war er Lehrer geworden? Er hatte doch immer abgewunken, als ich ihm das vorgeschlagen hatte. Deswegen hatte ich auch nie und nimmer damit gerechnet, ihm hier zu begegnen. Ich hatte Angst vor den vielen Erinnerungen gehabt, die hier auf mich warten würden und jetzt stellte sich heraus, dass alles noch viel schlimmer gekommen war. Denn ich war dem lebenden Beweis über den Weg gelaufen, dass ich tatsächlich einmal glücklich gewesen war und dass ich mir das alles nicht nur eingebildet hatte. Doch als ich ihn gesehen hatte, dort, in DIESEM Raum, da war ich in Panik ausgebrochen. Ich hatte ihn doch nie wieder sehen wollen und jetzt musste ich es doch.
Ich war zu Tode erschrocken, als ich ihn erblickt hatte. Die Fledermaus hatte schlecht ausgesehen, müde, erschöpft, niedergeschlagen und mit fettigen Haaren. Er hatte sich anscheinend richtig gehen gelassen. Und doch hatte ich auch auf Anhieb den Mann in ihm wieder erkannt, den ich früher einmal so sehr geliebt hatte. Vor allem die Augen. Dieser Glanz in ihnen, als er mich erkannt hatte. Genauso hatte er damals auch immer drein geblickt. So voller Zuneigung und L....
Mimi, jetzt ist aber Schluss. Schlimm genug, dass dieser Scheißkerl hier ist, da musst Du Dir nicht gleich jedes Detail ins Gedächtnis rufen. Denk gar nicht erst an ihn, denn das hat dieses Arschloch nicht verdient. Er hat Dir so weh getan und jetzt läuft er Dir wieder hinterher. Aber nicht mit Dir, Marie Duchesse, da stehst Du doch drüber.
Stimmt genau, würde ich sagen, auch wenn ein kleiner Teil in meinem Herzen flüsterte, dass er vielleicht wirklich nur mit mir hatte reden wollen, aber ich hörte nicht darauf. Ich musste mir jetzt eine Lösung einfallen lassen, wie ich mit dieser Situation hier umgehen sollte. Ich konnte doch nicht einen auf Friede, Freude, Eierkuchen machen, während dieses Ekelpaket hier frei herum lief. Der gehörte meines Erachtens übrigens eingesperrt, aber das nur so am Rande bemerkt.
Nein, da würde nur eines helfen: Ich musste ihn wieder einmal ignorieren, er durfte für mich gar nicht mehr existieren. Ich würde mich erst einmal auf andere Dinge konzentrieren. Meine Schüler zum Beispiel. Ja, das klang doch gar nicht mal so schlecht. Gab es hier irgendwo eine aufdringliche Fledermaus? Nein, nicht, dass ich wüsste.
Aber apropos Fledermaus und so. Warum zum Teufel hatte mir Remus nichts davon erzählt, dass Fucking Bat hier an der Schule unterrichtete? Immerhin war er letztes Schuljahr selbst Professor gewesen – für Verteidigung gegen die Dunklen Künste – also musste er wissen, dass hier ein gewisses Arschloch Zaubertränke unterrichtete. Na warte, mein Freundchen, Dich wenn ich erwische. Dich mache ich eigenhändig kalt, das schwöre ich Dir.
Genau, jemandem einen Arschtritt zu verpassen war jetzt sicher das Richtige, um wieder runter zu kommen und diese Begegnung zu vergessen. Oh ja, das brauchte ich jetzt. Zieh Dich warm an, Remus John Lupin, jetzt gibt es Ärger.
Ich lugte noch einmal aus meinem Versteck hervor und sah, dass der Weg frei war. Ich kroch aus dem Alkoven und stürmte die Treppe nach oben in meine Gemächer.


Gott sei Dank hatte ich hier oben einen eigenen Kaminanschluss. Jetzt musste er nur noch funktionieren, dann war alles geritzt. Ich entzündete mit Hilfe meines Zauberstabs ein Feuer, nahm eine Hand voll Flohpulver aus der dafür vorgesehenen Schale und kniete mich auf den harten Holzboden. Dann warf ich das grüne Pulver in die Flammen, die sich augenblicklich grün verfärbten.
Ich steckte den Kopf in das Feuer, was angenehm auf meinen Wangen kitzelte und rief laut und deutlich: „Shakespeare Avenue, Bath!“
Es war ein Gefühl, als würde mein Kopf von den Schultern gerissen werden. Er wirbelte und drehte sich und doch spürte ich noch immer meine Beine auf dem Boden knien. Es war ein ziemlich unangenehmes Gefühl und ich hasste diese Art der Kommunikation. Aber das, was ich Remus mitzuteilen hatte, das tat ich lieber von Angesicht zu Angesicht. Ich wollte seine Augen sehen, wenn er sich raus zu reden versuchte. So sehr es mir widerstrebte, aber dieser Arschtritt war mehr als fällig.
Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich direkt in ein modernes Wohnzimmer hinein, das aber leider leer zu sein schien. Ich hoffte nur, dass Remus zu Hause und nicht anderweitig beschäftigt war.
„Remus“, rief ich laut. „Remus, bist Du da?“
Na komm schon, Alter, lass mich jetzt nicht hängen. Ich erwarte eine Erklärung von Dir und zwar schnell. Sonst platze ich noch. Ich war in diesem Moment so wütend auf ihn, wie es nur irgendwie sein konnte. Verständlicherweise!
„REMUS!!!“
Da öffnete sich auf einmal die Tür und mein alter Freund kam herein gestürmt. Er sah müde aus und war in der letzten Zeit auch ziemlich gealtert, aber das lag daran, dass bald wieder Vollmond war.
„Mimi, hi, wie geht es Dir“, rief er freudig aus und kam zum Kamin herüber. „Was verschafft mir denn die Ehre?“
„Spar Dir Deine Nettigkeiten, Du elender Verräter.“
„Was habe ich denn getan?“
Er sah ziemlich verwirrt aus, aber das interessierte mich Null. Ich musste meine Wut jetzt heraus lassen, sonst explodierte ich später beim Abendessen und dann war es durchaus möglich, dass es einen Falschen traf. Wobei, wenn die Fledermaus in der Nähe war... Mimi!
„Sag mal, als Du letztes Jahr Du-weißt-schon-wo unterrichtet hast, kann es da sein, dass Du irgendetwas vergessen hast zu erwähnen“, fragte ich giftig und funkelte ihn böse an.
„Äääähm“, machte er und sah irgendwie verlegen aus. „Nicht, dass ich wüsste.“
„Dann war es also reiner Zufall, dass ich eben einer miesen, elenden Fledermaus über den Weg gelaufen bin?“
Jetzt sah Remus echt erschrocken aus, aber er schien nicht ganz zu verstehen, was ich meinte.
„Was soll das heißen, Du bist einer Fledermaus über den Weg gelaufen? Mimi, wo steckst Du denn? Ich dachte, Du leitest Beauxbatons, während Madame Maxime beim Trimagischen Turnier als Kampfrichterin fungiert?“
„Tja, das dachte ich bis gestern Abend auch, aber leider ist alles anders gekommen. Olympe hat mich an diesen schrecklichen Ort zitiert, damit ich mich um die anderen Schüler kümmere, die nicht für das Turnier ausgewählt wurden. Und stell Dir vor, wen ich da heute rein zufällig getroffen habe?“
„Oh Shit!“
„Du weißt also, wen ich meine?“
„Jaaah“, meinte er und zog dabei das Wort extra in die Länge um Zeit zu schinden. Aber nicht mit mir.
„Und? Ich warte auf eine Erklärung, Remus!“
„Mimi, ich... es tut mir leid. Ich habe es schlicht und einfach vergessen.“
„Vergessen?“ Meine Stimme schnellte zwanzig Oktaven in die Höhe.
„Ja, ich hatte so viel um die Ohren und musste...“
Diese lahme Ausrede war einfach zu viel. SO viel um die Ohren? Dass ich nicht lache. Das ganze war eine Sache von zwei Zeilen in einem verdammten Brief.
DU, Mimi, ich muss Dir was erzählen: Dein lieber Exfreund unterrichtet hier in Hogwarts (Igitt!) [i]Zaubertränke.[i]
Aber nein, Remus musste es mir ja verschweigen.
Ich wollte ihm am liebsten den Kopf abreißen, deswegen beugte ich mich kurzerhand nach vorne und ließ mich in den Kamin kippen. Mit einem lauten „AAAAH“ sprang ich auf der anderen Seite heraus und stand nun Auge in Auge mit meinem Freund. Damit hatte er wohl nicht gerechnet. Er wurde kreidebleich, da er sehr wohl wusste, wozu ich fähig war.
„Du räudiger, dreckiger Teilzeitköter“, schrie ich ihn an, während er abwehrend die Hände hob und einen Schritt rückwärts machte. „Wie kann man denn so etwas vergessen? Haben sich vielleicht schon Flöhe in Dein Gehirn eingenistet und fressen es von innen heraus auf?“
„Nein, so ist es nicht gewesen, Mimi...“
„Was war es dann? Sprich, Remus Lupin, bevor ich Dir jedes Haar einzeln ausreise. Dann hätten wir eine völlig neue Rasse von Deiner Art geschaffen. Einen englischen Nacktwerwolf.“
„Mimi, jetzt beruhige Dich doch.“
„ICH WILL MICH ABER NICHT BERUHIGEN! Jeder andere hätte mir in diesem verfickten Schloss über den Weg laufen dürfen. JEDER! Meinetwegen auch ein nackter Bergtroll mit pink lackierten Zehennägel oder Professor Slughorn im Bikini. Aber nein, es muss ja ausgerechnet diese widerliche, hirnverbrannte Fledermaus sein. Du weißt doch, wie ich zu ihm stehe, Remus. Wieso also musstest Du mich ins offene Messer laufen lassen? Vergessen, pah! Lass Dir etwa besseres einfallen!“
„Möchtest Du Dich denn nicht setzen“, wollte Remus wissen um anscheinend das Thema zu wechseln und mich abzulenken, aber das zog bei mir nicht. Ich war selber eine Meisterin dieses Fachs, also ließ ich mich nicht verarschen.
„Nein, ich will mich nicht setzen“, brüllte ich wenn möglich noch lauter. „Und komm ja nicht auf die Idee, mir noch etwas zu trinken anzubieten. Das einzige, was ich möchte, ist eine Erklärung, warum Du mir nichts diesbezüglich gesagt hast.“
„Ich habe doch schon...“
„Spar Dir diesen Scheiß, von wegen, Du hattest viel um die Ohren. Das nehme ich Dir nicht ab.“
„Also schön, ich sage es Dir, aber nur, wenn Du mir versprichst, mich nicht in der Luft zu zerreißen.“
„Das kommt ganz auf Deine Antwort an.“
Ich meinte es Ernst. Ich würde keine Sekunde lang zögern und Remus verfluchen bis zum Sankt Nimmerleinstag, wenn es sein musste, so wütend war ich. Ich fühlte mich einfach verraten. Remus war MEIN Freund und er hatte mich quasi belogen. Das tat weh, richtig weh.
„Ich warte“, meinte ich giftig, als Remus noch immer keine Anstalten machte, zu einer Erwiderung anzusetzen. Mein Fuß wippte unruhig auf und ab und klopfte wie verrückt auf dem Boden.
„Das ist nicht so einfach, Mimi“, entgegnete Remus. „Ich weiß, dass Du wahrscheinlich tierisch sauer sein wirst.“
„Schlimmer als jetzt kann es nicht mehr werden, glaub mir.“
„Da bin ich mir nicht so sicher.“
„Sprich endlich, Du verräterischer Hund!“ Meine Hand fuhr zu meinem Zauberstab hinunter.
„Ist ja gut, ist ja gut. Ich packe aus. Ich musste Sev... äh Deinem Ex versprechen, es Dir niemals zu sagen.“
„WAAAAS? Aber WARUM?“
Ich war geplättet. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte gedacht, jetzt kommt irgend so eine Scheiße wie „Ich wollte Dir nicht weh tun und Dich an die Vergangenheit erinnern“, worauf ich dann richtig schön hätte brüllen können von wegen „So etwas kannst Du getrost mir überlassen“. Aber das hier war eine überraschende Wendung, die ich nicht erwartet hatte.
„Snape hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass Du eines Tages vielleicht doch nach Hogwarts (BAH!) zurück kehren würdest. Er wollte Dich dann quasi überraschen. Glaube ich zumindest. Mimi, bitte glaub mir, ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht, aber ich...“
„Du hast es mir trotzdem verschwiegen. Ich bin Deine Freundin, Herrgott. Wieso also hast Du ihm so eine Scheiße versprochen?“
„Weil er mir irgendwie leid tat. Wir haben des öfteren über Dich gesprochen und...“
„Ihr habt WAAAAAS?“
Das konnte ja wohl echt nicht wahr sein. Ich hatte Remus vertraut und er hatte jetzt vielleicht meine ganzen Geheimnisse ausgeplaudert. Mieser, elender Schuft!
„Nicht so, wie Du denkst, Mimi“, versuchte mich Remus zu beruhigen, aber das ging gewaltig in die Hose. Innerlich brodelte ich wie ein aktiver Vulkan. „Er hat sich bei mir ausgeheult. Er hängt immer noch an Dir.“
„Ui, das ist ja ganz toll für ihn. Das hätte er sich überlegen sollen, bevor er mit seiner Ex in die Kiste gestiegen ist.“
„Dafür konnte er nichts.“
„Ach und Du glaubst ihm diese Scheiße von wegen Verwirrungstrank und so?“
„Er klang zumindest sehr aufrichtig.“
„Remus, dieser Wichser ist ein Meister darin, sich gut zu verkaufen. Bei mir hat er das auch geschafft, aber ich fasse es nicht, dass Du darauf herein gefallen bist. Du bist immerhin ein ausgebildeter Auror.“
„Glaub mir, Mimi, ich erkenne es, wenn jemand lügt und das hat er in diesem Moment nicht getan.“
„Meinetwegen, dann hängt er eben noch an mir. Aber ich nicht an ihm. Das ganze ist vorbei. Aus, Ende, Finito. Aber da steckt doch noch mehr dahinter, als dass er Dir leid tat. Was ist da noch, Remus? Sprich!“
Ich war mir sicher, dass da noch mehr war. So etwas sah ich einem Menschen an der Nasenspitze an. Da fehlte ein Teil der Wahrheit, hundertprozentig.
„Du gibst wohl nie auf, was“, seufzte mein Freund.
„Sehe ich etwa so aus“, fragte ich sarkastisch zurück. „Ich bin Lehrerin, schon vergessen? Ach und eine Frau noch mit dazu.“
„Also schön, ich will ja schließlich nicht, dass Du mich zerfleischt. Ich war ihm dankbar.“
„Wofür?“
„Er hat es geschafft, das Vampirgift künstlich herzustellen und gibt mir regelmäßig etwas davon, damit ich mich nicht mehr in eine Bestie verwandle, sondern ich selbst bleibe, wenn ich ein Wolf bin.“
„Du... er... DU LÄSST DICH BESTECHEN?“
Denn genau so kam es mir vor. So auf die Art: Wenn Du der dummen Mimi nichts von mir erzählst, dann mache ich Dir Dein Leben leichter, indem ich Dir den Trank gebe, den ich nur ihr zu verdanken habe.
Das war ja wohl die absolute Höhe. Diese blöde, elende Fledermaus. Wie war er nur auf diese vollkommen bescheuerte Idee gekommen? Dachte er etwa, ich würde ihn mit offenen Armen wieder zurück nehmen, wenn er so eine Scheiße fabrizierte? Im Leben nicht. Jetzt erst recht nicht mehr. Er hatte MEINEN Freund zum Lügen – oder zum Schweigen – animiert. Dieses hinterhältige, fiese ARSCHLOCH!
„Nein, so würde ich es nicht nennen, Mimi“, meinte Remus und sah ziemlich niedergeschlagen drein. Gut so, hab' nur ein ein schlechtes Gewissen. Es soll Dich von innen heraus auffressen.
„Als was würdest Du es dann bezeichnen“, rief ich laut. „Als einen Freundschaftsdienst oder was? Remus, Du bist mein Freund und nicht der Kumpel von der ekelerregenden Fledermaus. Ich dachte, ich könnte Dir vertrauen und Du fällst mir bei der erstbesten Gelegenheit in den Rücken.“
„Hör zu, Mimi, es tut mir wirklich leid. Ich weiß, dass ich es Dir hätte sagen müssen, aber, um ehrlich zu sein, habe ich nie gedacht, dass Du noch einen Fuß in dieses Schloss setzt. Du hast doch selbst immer gesagt, dass Dich keine zehn Pferde dorthin zurück bringen. Also war ich der Meinung, dass das ohnehin hinfällig ist, weil ihr beide euch nie wieder über den Weg laufen werdet.“
„Tja, da hast Du aber falsch gedacht, denn jetzt ist es doch passiert. Hast Du eigentlich eine Ahnung, wie ich mich gefühlt habe, als ich plötzlich diesem Mistkerl gegenüber gestanden bin?“
„Nein, das weiß ich nicht, aber ich kann es mir vorstellen.“
„Ich habe richtig Panik bekommen und fühlte mich von Dir verraten.“
„Hättest Du denn anders reagiert, wenn Du gewusst hättest, was Dich dort erwartet?“
„Natürlich hätte ich das. Dann wäre ich nämlich wirklich nicht an diesen verfickten Ort zurück gekehrt!“
Davon war ich felsenfest überzeugt. Ich hätte Olympe gesagt, dass es wirklich nicht ging, dass ich ihr nach England folgte und ich bin mir sicher, dass sie es verstanden hätte. Glaube ich zumindest. Aber was hätte ich getan, wenn dem nicht so wäre? Hätte ich dann wirklich meinen Beruf geopfert, nur wegen meiner Vergangenheit? Darauf wusste ich, um ehrlich zu sein, keine Antwort.
Aber das ist ja auch egal. Hätte, wäre, wenn... Jetzt steckte ich schon bis zum Hals in der Scheiße und ich wusste keinen Ausweg aus dieser Situation.
Ich seufzte und rieb mir mit der linken Hand einmal übers Gesicht. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was ich jetzt tun sollte. Ich musste zurück dorthin, weil ich einen direkten Befehl meiner Vorgesetzten nicht ignorieren konnte und dabei würde ich meinem schlimmsten Albtraum über den Weg laufen. Verdammt!
„Was soll ich denn jetzt Deiner Meinung nach tun, Remus“, wollte ich daher von meinem Freund wissen. Vielleicht konnte er mir ja helfen. Im Ratschläge geben, war er immerhin weltklasse. „Ich weiß es nämlich wirklich nicht.“
„Rede doch einfach mal mit ihm“, schlug Remus vor und zuckte mit den Achseln.
Es war, als hätte man in meinem Kopf einen Schalter umgelegt, denn sofort war ich wieder auf 180. Ich nehme alles zurück, was ich eben gesagt habe. Remus ist SCHEIßE, was Ratschläge angeht.
„Kommt ja überhaupt nicht in Frage, dass ich mit diesem Wichser auch nur ein Wort wechsle“, schrie ich wieder los und Remus ging eindeutig in Deckung. „Das vorhin war eine absolute Ausnahme, weil ich nicht wusste, wer mir da gegenüber steht. Wegen Dir, wohlgemerkt!“
„Ich an Deiner Stelle würde es zumindest versuchen. Du wärst vielleicht überrascht...“
„Nur über meine Leiche!“
„Na schön, was willst Du dann machen?“
„Ich werde überhaupt nicht mit ihm reden. Für mich existiert dieser Vollidiot gar nicht. Er ist für mich schon vor langer Zeit gestorben, nämlich in dem Moment, als er seinen abgefuckten Schwanz in Lilly gesteckt hat.“
„Ach Mimi, Du hast Dich wirklich überhaupt nicht verändert was das angeht.“
„Das wäre ja wohl auch noch schöner. Ich lasse mich schließlich von nichts und niemandem unterkriegen. Vor allem nicht von einer blöden Fledermaus!“
Plötzlich spürte ich eine Eigenschaft in mir, die ich lange nicht mehr wahr genommen hatte. Stärke und meinen französischen Dickschädel. Das schien Fucking Bat ausgelöst zu haben. Ich hatte mich in den letzten Jahren so verändert, dass ich eigentlich offen für alles war und eben nicht immer meine Ziele durchsetzen wollte. Aber damit war jetzt Schluss. Klein Mimi ist back! Fledermaus, zieh Dich warm an, denn ich werde Dir die kalte Schulter zeigen. Ich werde so frostig sein, wie nur irgendwie möglich. Ich werde quasi zur Eiskönigin.
„Dann mach es so“, riet mir Remus, wahrscheinlich, damit ich ihn nicht mehr so an schrie. „Aber ich warne Dich gleich einmal vor, Mimi. Snape wird nicht aufgeben. Er wird alles versuchen, um Dir wieder näher zu kommen.“
„Tja, versuchen kann er viel, aber dazu gehören bekanntlich immer noch zwei. Und ich denke gar nicht daran, mit ihm einen auf Friede, Freude, Eierkuchen zu machen. Das war einmal!“
„Es ist schön zu sehen, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt.“
„Das habe ich hinter mir gelassen. Aber nun zu Dir Freundchen!“
„Oh, oh, ich ahne schreckliches.“
Remus wurde ziemlich blass, was seine Müdigkeit noch deutlicher zum Vorschein brachte. Gott, er sah wirklich fertig aus.
„Du brauchst keine Angst zu haben“, sagte ich daher ziemlich ruhig, obwohl ich immer noch wütend war. „Heute reiße ich Dir nicht den Kopf ab. Aber wehe, Du machst so eine Scheiße nochmal, dann gnade Dir Gott.“
„Ich schwöre es, ich werde Dich nie wieder belügen.“
„Dann ist es ja gut. So, ich sollte jetzt langsam aber sicher mal los. Es gibt bald Abendessen und da muss ich leider aufkreuzen.“
„Aber siehst Du da nicht die Fledermaus?“
„Wen bitte?“
Ich grinste Remus an, der ein kleines bisschen verwirrt aussah, doch dann schien auch er es endlich zu kapieren. Tja, es war ganz einfach, einen gewissen Jemand aus meinem Gedächtnis zu streichen. Einfacher als aufs Töpfchen zu gehen, würde ich sagen.
„Ah, okay, ich verstehe. Na gut, Mimi, dann wünsche ich Dir einen schönen Abend und lass Dich nicht klein kriegen.“
„Das soll mal einer versuchen. Der stirbt schneller, als er 'Zaubertränke' sagen kann. Schön, dann gehe ich jetzt. Ich wünsche Dir einen schönen Abend, Remus. Und sorry, dass ich Dich so angebrüllt habe.“
„Das habe ich mehr als nur verdient, Mimi. Wir hören uns, ja?“
„Natürlich. Bis dann.“
„Ciao!“
Ich trat in die grünen Flammen des Kamins und kehrte zurück in mein Büro.


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