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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 20: Die Entscheidung

von Dilli

Immer zwei Stufen auf einmal nehmend, rannte ich die Treppe in den Steinbruch hinunter und durchquerte ihn um auf die andere Seite zum Ausgang zu gelangen. Dort stand Minerva, die genauso aussah, wie ich mich fühlte: völlig aufgelöst und durch den Wind. Ich packte sie bei den Schultern und zwang sie mich anzusehen, denn sie hatte die Augen immer noch auf Harry gerichtet, der, von seinen Freunden umringt, gerade bei Madam Pomfrey war und seine Schulter verarzten ließ.
„Minerva, er hat es geschafft“, sagte ich laut und schüttelte meine ehemalige Lehrerin ganz leicht.
So hatte ich sie noch nie gesehen. Sonst wirkte sie immer so gefasst.
„J... ja, das... hat er“, stotterte sie und schien es selbst noch nicht fassen zu können. „Und gar nicht mal schlecht, würde ich sagen.“
„Gar nicht mal schlecht“, rief ich verblüfft aus und musste mich unwillkürlich fragen, ob sie noch alle Tassen im Schrank hatte. „Er war großartig, Minerva. Er hat das Ei am schnellsten bekommen und meiner Meinung nach war er ganz klar der Beste.“
„Ja, ich glaube, da hast Du recht.“
Wir schauten beide dabei zu, wie Harry nun zum Richtertisch ging, um sich seine Punkte abzuholen. Jetzt war ich ja mal gespannt, ob die Schiedsrichter die Sache genauso sahen wie ich. Zuerst war Olympe an der Reihe, sie gab Harry eine Acht. Das war sehr fair würde ich sagen, denn immerhin hatte Harry sich ja eine Verletzung zugezogen. Als nächstes war der streng aussehende Ministeriumsbeamte, Bartemius Crouch, dran. Er gab Harry sogar eine Neun, genauso wie Professor Dumbledore, der nach ihm dran war. Nun folgte Ludo Bagman. Er gab Harry sogar eine Zehn, also die volle Punktzahl. Als letztes war Igor Karkaroff, der finstere Direktor von Durmstrang, an der Reihe. Ich konnte ihn nicht leiden. Er war ein kleiner, arroganter Mistkerl und er wirkte mit seinem schwulen Spitzbart wie ein Franzose. Er schoss doch tatsächlich nur eine Vier in die Höhe.
„W... WAAAAS“, schrie ich laut auf, genauso wie das halbe Stadion. „Dieser widerliche, unfaire Mistkerl. Was soll diese Scheiße?“
„Das frage ich mich gerade auch“, entrüstete sich Minerva neben mir. „Seinem eigenen Schüler hat er die volle Punktzahl gegeben und das, obwohl sein Drache die Hälfte seiner Eier zertrampelt hat, dabei sollten sie unversehrt bleiben. Das ist doch...“
„Oh, sieh mal, da kommt Harry“, unterbrach ich sie, bevor sie noch mehr von ihren wüsten Schimpfwörtern zu Tage förderte. „Ich... ich würde gerne einmal mit ihm sprechen. Immerhin war ich einmal mit seinen Eltern befreundet, wenn auch nicht für lange. Könntest Du mich ihm vielleicht vorstellen? Es kommt mir falsch vor, einfach so auf ihn zu zu stürmen.“
„Da könntest Du recht haben. Nicht, dass man Dich noch für verrückt hält. Also, komm mit.“
Wir gingen der Gruppe entgegen, die gerade auf den Stadionausgang zuging. Da war einmal Harry, den erkannte ich auf Anhieb. Er war in Begleitung von einem rothaarigen Jungen, der dem Drachentypen ziemlich ähnlich sah, und zwei Mädels. Sie waren beide in etwa gleich groß, aber die eine hatte hellbraunes, ziemlich buschiges Haar, während die die der anderen nachtschwarz waren und bis zu ihrer Taille reichten.
„Hallo ihr vier“, meinte Minerva und brachte doch tatsächlich ein Lächeln zustande. „Eine großartige Leistung übrigens, Potter. Ich bin sehr stolz auf sie. Sie haben dem Hause Gryffindor wirklich Ehre gemacht. Aber ich möchte euch gar nicht lange aufhalten, schließlich habt ihr allen Grund zu feiern. Ich möchte euch nur kurz jemanden vorstellen. Das ist Professor Marie Duchesse von der Beauxbatons-Akademie. Sie unterrichtet genauso wie ich Verwandlung, aber sie gibt zusätzlich noch Alte Runen und einige Wahlfächer. Marie, das sind Harry Potter, Ronald Weasley, Hermine Granger (Wuschelkopf hob die Hand) und Katherine Miller (Die Schwarzhaarige lächelte freundlich). Sie sind alle vier in der vierten Klasse meines Hauses. So, jetzt muss ich aber los. Ich habe noch etwas mit Albus zu besprechen.“
Und bevor ich irgendetwas sagen konnte, ging sie einfach so davon. Okay, auch gut, dann wende ich mich halt wieder den Schülern zu. Alles kein Problem. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht schaffen würde. Doch ich war trotzdem ziemlich nervös, mich mit Harry unterhalten zu dürfen. Was sollte ich denn sagen?
„Freut mich sehr, euch kennen zu lernen“, sagte ich daher einfach und grinste in die Runde, aber meine Augen blieben immer wieder bei Harry hängen.
Er sah wirklich genauso aus wie James, nur die Augen hatte er von Lilly. Wie konnte man jemandem so ähnlich sehen?
„Freut mich auch“, gab Harry zurück und streckte mir seine Hand entgegen.
Ich ergriff sie und schüttelte sie leicht, doch auf einmal überkam mich ein ganz anderer Wunsch. Das mag zwar übertrieben sein, doch irgendwie fühlte ich mich durch Harry so mit Lilly und James verbunden, wie schon lange nicht mehr. Gerade in den letzten Wochen war mir nämlich klar geworden, dass die beiden mir schon irgendwie fehlten, auch wenn Lilly noch so eine Scheiße gebaut hatte.
„Ich... ich weiß, das mag jetzt seltsam für Dich klingen“, meinte ich etwas verlegen, „aber dürfte ich Dich vielleicht kurz umarmen?“
Das war genau das, was ich im Moment wollte. Doch Harry und seine Freunde blickten mich komisch und fragend an, so, als hätte ich sie wirklich nicht mehr alle beieinander. Der rothaarige Junge, Ron Weasley – also tatsächlich ein Verwandter von Charlie – fand als erstes seine Sprache wieder.
„Sagt mal, hat die Alte eigentlich noch alle Eulen auf der Stange“, fragte er.
Alt? ALT??? Ich bin nicht alt! Ich bin 34 Jahre, da bin ich doch noch nicht ALT. Also bitte, das geht doch gar nicht. Na warte, Du kleine Kröte. Ich zeige Dir gleich mal, was die ALTE so drauf hat und dass ich sehr wohl noch alle Eulen auf der Stange sitzen habe. Also wirklich, so etwas lasse ich mir von einer solchen Rotznase doch nicht bieten.
Doch bevor ich etwas sagen konnte, rüffelte ihn auch schon seine Freundin, die mit den braunen, wuscheligen Haaren.
„Ron“, zischte sie und klang dabei ziemlich bedrohlich. Holla, da liegt doch etwas in der Luft. „So etwas sagt man doch nicht. Das ganze mag vielleicht ein bisschen seltsam klingen, aber Professor Duchesse hat sicher einen guten Grund dafür, warum sie Harry umarmen möchte. Vielleicht möchte sie ihm einfach nur gratulieren.“
„Ja, genau das möchte ich“, sprang ich dem Mädchen zur Seite. „Und außerdem... erinnert mich Harry an jemanden, den ich einmal gekannt habe, aber der leider schon viel zu früh gehen musste.“
„Da siehst Du es, Ron“, meinte Hermine (Ich glaube, so hieß sie).
„Also ich weiß nicht so recht“, sagte dieser Ron.
„Es ist nur so“, erklärte ich weiter, „dass mir dieser jemand sehr viel bedeutet hat und deswegen...“
„Na toll, jetzt ist sie auch noch pädophil“, seufzte der Rotschopf wieder.
„Ronald Weasley“, begann nun die Schwarzhaarige – Katherine – zu schimpfen, „Du bist und bleibst ein Holzkopf wie er im Buche steht. Schalte doch endlich mal Dein Gehirn an, wenn Du überhaupt eins hast. Lass die gute Frau doch erst einmal zu Ende sprechen, bevor Du ihr irgendwelche Vorwürfe machst. Genau so entstehen Gerüchte.“
„Und“, fragte der Kerl irritiert, während Harry schon grinste. Er schien die Art des Mädchens gut zu kennen.
„Und“, rief Katherine laut aus. „Findest Du das etwa witzig? Na gut, wenn das so ist. Dann setze ich demnächst auch einfach mal das Gerücht in die Welt, dass Dein Dödel gerade mal so groß wie der eines Bowtuckels ist. Mal sehen, ob Du dann immer noch lachst.“
„Du hast Dich wohl versprochen, Kate. Du meinst, mein Ding ist so groß wie der eines Hippogreifs.“
„Das hättest Du wohl gern. Nur, damit keine Unklarheiten aufkommen, wenn ich Bowtuckel sage, dann meine ich auch Bowtuckel. Und wenn Du nicht gleich still bist oder es wagst, mir zu widersprechen, dann mache ich aus dem Bowtuckel einen Wichtel. DAS finde ich dann lustig.“
Dieses Mädchen war echt der Hammer. Ihre offene Art erinnerte mich irgendwie an mich selbst. Ich war genauso gewesen als ich in ihrem Alter gewesen war. Und seien wir mal ehrlich, der Spruch war ziemlich witzig gewesen. Da ich aber eine Lehrerin war, versuchte ich mir natürlich das Lachen zu verkneifen, scheiterte dabei aber kläglich. Genauso taten es Harry und seine Freundin Hermine. Sie mussten sich sogar die Bäuche halten vor lauter Lachen und ich konnte nicht anders, als einfach mit zu machen.
„Okay, okay“, japste Harry, nachdem er sich einigermaßen beruhigt hatte. „Umarmen Sie mich lieber schnell, bevor Kate und Ron sich noch gegenseitig an die Gurgel gehen und ich einschreiten muss.“
„Wirklich“, fragte ich erstaunt. „Oh danke.“
Ich zog Harry in eine kurze Umarmung und drückte ihn fest an mich. Es fühlte sich ziemlich gut an, den Jungen zu umarmen, der der Sohn von meinen Freunden war. Harry war zwar etwas kleiner als James damals, aber der war ja auch schon zwei Jahre älter gewesen, als ich ihn kennen gelernt hatte. Irgendwie fühlte ich mich in diesem Moment mit ihm verbunden. Er und Lilly waren wirklich viel zu früh von dieser Welt verschieden und auch wenn Lilly Mist gebaut hatte, so tat mir das im Moment doch sehr leid.
„Ich hätte da nur eine Frage“, meinte Harry, als ich ihn wieder los ließ. „An wen erinnere ich sie denn?“
„Das würde mich aber auch mal brennend interessieren“, unterbrach der Rothaarige unser Gespräch. Langsam aber sicher musste ich mich leider fragen, ob er nicht alle Latten am Zaun hatte.
Doch ich ließ mich davon nicht beirren und blickte weiter Harry an.
„Nun ja, ich...“, sagte ich zögerlich. Wie würde er das nur auffassen? „Ich weiß nicht, ob ihr es wisst, aber als ich sechzehn Jahre alt war, bin ich ein paar Monate lang hier zur Schule gegangen. Dabei habe ich Deine Eltern kennen gelernt. Wir waren ziemlich gute Freunde, bis... ich zurück nach Frankreich musste, weil meine Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren.“
Ich hatte ja wohl schlecht sagen können „bis Deine Mutter meinte, mit meinem Freund vögeln zu müssen“. Nein, das wollte ich dem Jungen nicht antun. Er sollte das Bild, das er sich sicher von seinen Mutter gemacht hatte, behalten dürfen.
„Oh“, gab Harry zurück. „Nein, das... wusste ich nicht.“
„Aber Harry“, rief Hermine entrüstet dazwischen. „Das hat Professor Dumbledore doch in der Rede erwähnt, in der er Professor Duchesse angekündigt hat. Wie konntest Du das nur vergessen?“
„Das ist mir allerdings auch ein Rätsel“, meinte Katherine und zwinkerte Harry dabei aber an. Aha, sie hatte es anscheinend auch keine Ahnung davon.
„Diese Frage kann ich beantworten“, sagte dieser Ron triumphierend. „Ist doch ganz einfach. Weil sich kein Schwein außer Hermine so einen Schwachsinn merken kann.“
„Ronald Weasley, willst Du mir damit etwa sagen, dass ich ein Schwein bin“, rief Wuschelkopf nun ziemlich wütend.
Oha, da musste ich klärend einschreiten. Das Mädchen sah aus, als würde sie ihrem Freund gleich den Kopf abreißen. Da half nur noch eines: Eine passende Erklärung und dann einen ganz schnellen, aber trotzdem eleganten Themenwechsel.
„Nein, meine Liebe“, versuchte ich es so beschwichtigend wie möglich. „Er wollte damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass kein anderer Schüler an dieser Schule ein solch aufnahmefähiges Gehirn hat wie Du, das sich sogar solche präzisen Angaben - auch wenn es nur Kleinigkeiten sind - über einen so enorm langen Zeitraum einprägen kann.“
„Wirklich“, fragte sie erstaunt und als ich zustimmend nickte, fiel sie Ron um den Hals. „Oh Ron! Danke, das ist echt nett und zuvorkommend von Dir!“
Sie fiel ihm um den Hals und umarmte ihn herzlich. Dabei sah der Junge mehr als nur verwirrt aus und wenn wir hier in einem Comic wären, dann hätte eine große Gedankenblase mit einem riesigen Fragezeichen darin über seinem Kopf geschwebt.
„Gut, dann wäre das ja geklärt“, sagte ich und seufzte innerlich. „Erst einmal möchte ich Dir noch gratulieren, Harry, das habe ich in der ganzen Hektik eben vergessen.“
„Danke schön“, erwiderte er mit einem Lächeln.
„Und bevor ich es vergesse, ich hätte da noch eine Überraschung für Dich.“
Der Gedanke war mir eben erst bekommen.
„Echt, was denn für eine?“
Jetzt sah Harry tatsächlich aus wie ein kleiner Junge. Klar, viele liebten Überraschungen, warum denn dann nicht auch er.
„Wenn ich es Dir sage, wäre es doch keine mehr. Also komm einfach mit. Ihr anderen natürlich auch!“
Sie schauten mich fragend und ziemlich verwirrt an, aber dann zuckten sie alle mit den Schultern und folgten mir in Richtung Verbotener Wald. Bevor wir hinein gingen, drehte ich mich noch kurz einmal um, um sicher zu gehen, dass uns auch ja niemand beobachtete. Doch die ganzen anderen Leute waren immer noch im Stadion und feierten die Champions und das Ende der ersten Aufgabe.
Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf den unruhigen Gedankenfluss, den ich in meinem Kopf wahr nahm.
„Sirius, bist Du noch da“, wollte ich wissen. „Ich habe da eine Überraschung für Dich.“
„Ich weiß, ich sehe euch schon“, kam sofort die Antwort und ehe ich es mich versah, kam der schwarze Hund schwanzwedelnd hinter einem Baum hervor.
Er stieß ein kleines Bellen aus und kam dann auf unsere Gruppe zugelaufen. Doch er ließ uns Frauen und Ron links liegen und sprang auf Harry zu.
„Sirius“, rief dieser glücklich und schloss seinen Paten in die Arme. „Was machst Du denn hier? Ich... ich kann das gar nicht fassen. Wie... Was... Warum hast Du mir nicht in einem Deiner Briefe erwähnt, dass Du wieder im Lande bist?“
„Mimi, darf ich mich verwandeln“, fragte mich mein Freund.
„Sei mir nicht böse, Sirius, aber ich halte das für keine gute Idee“, meinte ich. „Wenn jemand in den Wald schaut, wenn er hier vorbei kommt, dann könnte er Dich sehen.“
„Aber Mimi, bitte. Wie soll ich denn sonst mit Harry reden?“
„Ich werde kurz für Dich übersetzen, okay?“
„Nein, das lasse ich nicht mit mir machen.“
„SIRIUS!“
Doch es war zu spät. Hatte eben noch der schwarze Hund seine Pfoten auf Harrys Schultern gehabt, so war es jetzt der hoch gewachsene Mann, dem ich den Arsch gerettet hatte.
„Du bist ja so was von unvernünftig“, schimpfte ich ihn nun, doch mein Freund achtete nicht auf mich. Er hatte nur Augen für seinen Patensohn.
„Harry“, sagte er leise. „Mein lieber, lieber Harry.“
„Sirius“, erwiderte Harry mit Tränen in den Augen. Dann fielen sich die beiden um den Hals.
Ich seufzte und schaute mir unterdessen Harrys Freunde noch einmal an. Sie schienen sich auch für ihren Freund zu freuen. Sie wussten wahrscheinlich, wie sehr Harry diesen Holzkopf vermisste. Auch ich freute mich, etwas gutes für die beiden getan zu haben und dennoch konnte ich es nicht gut heißen. Diese Aktion hier war einfach zu gefährlich. Wenn irgendjemand des Weges kam... Heilige Scheiße, ich durfte gar nicht daran denken.
„Okay, wisst ihr was“, meinte ich, nachdem die beiden Männer ein paar Minuten lang über dies und jenes geplaudert hatten. „Ich klinke mich jetzt aus. Ich habe oben im Schloss noch etwas zu erledigen. Macht bitte nicht mehr so lange, ja? In ein paar Minuten müsste die Meute aus der Arena hier vorbei kommen und dann möchte ich, dass Sirius hier weg ist. Und euch vier sollte man auch nicht im Wald erwischen. Denkt daran, ja?“
Ich hatte nicht gelogen, ich hatte wirklich in meinem Büro noch etwas zu tun. Ich musste einen wütenden Brief an Sirius aufsetzen. Der konnte noch was erleben für diese Scheiße. Ich hatte ihn gebeten, sich nicht zu verwandeln und was machte er? Schlug einfach meine Warnungen und guten Ratschläge in den Wind. Ich bin ja nur die dumme Mimi, die ihren Job und ihren Kopf riskiert hat, um ihn hierher nach England zu schmuggeln. Wenn es weiter nichts ist.
„Ja, Professor“, meinte Hermine Wuschelkopf schnell. „Wir bleiben nicht mehr lange und außerdem kenne ich da ein paar Zauber...“
„Schon gut, schon gut. Ich muss jetzt los, okay? Wir sehen uns beim Abendessen. Macht's gut. Und Du, Sirius, passt auf, dass Dich ja niemand sieht.“
„Jawoll, Chefin“, meinte er und salutierte zum Spaß.
Dieser Hund trieb mich noch irgendwann in den Wahnsinn. Ohne Worte, wirklich. Doch bevor ich mich noch weiter aufregte, machte ich kehrt und ging alleine ins Schloss zurück.

Die verbleibenden zwei Stunden bis zum Abendessen nutzte ich nicht nur, um einen wütenden Brief an Sirius zu schreiben, sondern ich beschloss auch, dass es an der Zeit war, Cole zu erlösen. Seit meinem ersten Tag hier hatte ich nicht mehr mit ihm gesprochen. Ich hatte auch nicht auf seine zahlreichen Briefe geantwortet, die er mir geschrieben hatte. Ich war einfach tierisch sauer auf ihn gewesen, auch wenn ich nicht wirklich wusste, wieso. So schlimm war es doch auch wieder nicht gewesen, dass er zu mir gesagt hatte, dass ich ihn nicht vergessen soll. Immerhin war das doch etwas völlig normales, wenn man bis über beide Ohren in jemanden verliebt war, so wie Cole in mich. Aber ich konnte diese Gefühle einfach nicht erwidern und wahrscheinlich war genau das der Grund, dass ich mich nicht bei ihm gemeldet hatte. Ich wusste einfach nicht, was ich sagen oder schreiben sollte. Doch ich wusste auch, dass es unfair war, dies an Cole heraus zu lassen, deswegen biss ich jetzt in den sauren Apfel und schrieb einen Brief an ihn. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es mir ziemlich schwer fiel, diesen zu schreiben. Für mich war er ein Freund, ein sehr guter zwar, aber eben nicht mehr, doch da ich wusste, das Cole mehr von mir wollte, als nur Freundschaft, hatte ich keine Ahnung, welche unverfänglichen Worte ich schreiben sollte. Doch am Ende hatte ich doch etwas zu Papier gebracht.

Lieber Cole,

wie geht es Dir? Ich hoffe, in Frankreich ist alles soweit in Ordnung und die Schüler gehen Dir nicht allzu sehr auf die Nerven.

Hier ist soweit alles okay. Die Schule treibt mich noch immer in den Wahnsinn, aber mittlerweile habe ich einige Ablenkungsmöglichkeiten gefunden. Ich unterrichte unsere französischen Schüler in einigen Unterrichtsfächern. Dort müssen sie natürlich auch Hausaufgaben machen und ich habe Aufsätze zu korrigieren. Außerdem hat mir Minerva, also McGonagall, in Aussicht gestellt, dass ich einigen von ihren Schützlingen Nachhilfe geben oder auch einmal ihren Unterricht übernehmen könnte, wenn sie verhindert ist. Wenn ich einmal nichts dergleichen zu tun habe, dann gehe ich laufen oder lese ein gutes Buch, aber das kommt doch eher selten vor. Vor allem das Joggen ist alleine doch ziemlich langweilig, wie ich feststellen musste. Ich bin das einfach nicht mehr gewöhnt. Aber da muss ich jetzt durch.

Heute war übrigens die erste Aufgabe des Trimagischen Turniers. Die Champions mussten doch tatsächlich versuchen, an echten, feuerspeienden Drachen vorbei zu kommen, um ein goldenes Ei zu holen, das ihnen einen Hinweis auf die zweite Aufgabe liefert, die aber erst im neuen Jahr stattfinden wird. Fleur hat ihre Sache recht gut gemacht, falls es Dich interessiert. Sie ist auf dem dritten Platz gelandet. Sie hat ihr Monster in Trance versetzt. An sich eine gute Idee, aber sie hat den falschen Weg genommen und auf einmal stand ihr Röckchen in Flammen. Am meisten beeindruckt hat mich allerdings Harry Potter. Stell Dir vor, er hat mit einem Aufrufezauber seinen Besen herbei gezaubert und hat dann einen auf Sucher gemacht. Das war wirklich super von ihm, das muss ich wirklich sagen.

Ansonsten geht es mir gut und Du brauchst Dir keine Sorgen um mich zu machen. Im Übrigen tut es mir leid, dass ich mich solange nicht bei Dir gemeldet habe, aber ich brauchte einfach diese Zeit und diesen Abstand. Ich hoffe, Du kannst das verstehen und bist mir nicht allzu böse.

Liebe Grüße und bis bald,
Mimi


Ja, so konnte ich das schreiben. Ich war nett und höflich und machte ihm doch keine falschen Hoffnungen. Ich war wirklich gut, das musste ich schon sagen.
Da es in einer halben Stunde Zeit fürs Abendessen war, machte ich mich schnell auf den Weg in die Eulerei, um Cole direkt meinen Brief zu schicken. Dann hatte er ihn morgen Früh. Ja, das passte. Ich sprintete die Treppen nach oben und band meinen Brief an den erstbesten Fuß eines Bartkauzes. Ich sah ihm dabei zu, wie er in die Dunkelheit verschwand und ging dann hinunter in die Große Halle.

*****************************************************

Mein Hochgefühl von vorhin hielt den ganzen restlichen Nachmittag an. Mimi hatte mit mir gesprochen. Es waren zwar nur vier kleine Worte gewesen, aber trotzdem. Vier sind besser als nichts. „Ja, das hast Du“, hatte sie gesagt und allein dies hatte ausgereicht, um mein Herz auf die dreifache Größe anschwellen zu lassen. Ich fühlte mich wie der glücklichste Mann auf Erden. Sie hatte mit mir gesprochen. Nach fast vier elenden Wochen hatte sie endlich das Wort an mich gerichtet. Wenn jetzt schon ihre Fassade zu bröckeln anfing, dann war alles möglich, davon war ich überzeugt.
Nachdem ich noch einige Aufsätze korrigiert hatte – manche Schüler schrieben wirklich einen Mist, es war zum aus der Haut fahren – ging ich noch schnell unter die Dusche, wusch mir die Haare noch einmal, zog mich an (schwarze Jeans, schwarzer Pullover, was auch sonst) und machte mich dann auf den Weg in die Große Halle, wo gleich das Festmahl anlässlich der abgeschlossenen ersten Aufgabe stattfinden würde. Ich fragte mich, warum man wegen so einer Kleinigkeit so einen Wirbel machen konnte. Aber das war nun mal Albus und seine Vorliebe für Feste und Feiern. Ich verstand ihn in diesem Punkt nicht wirklich. Wenn es nach mir gehen würde, dann würde es so was gar nicht geben, aber ich war ja noch nie der Mensch, der so etwas leiden konnte. Ich verabscheute Partys in jedweder Art.
Als ich die Halle betrat, war Mimi noch nicht da, aber das machte nichts. Ich liebte es ohnehin, ihr dabei zuzuschauen, wie sie zwischen den Tischen hindurch auf den Lehrertisch zukam. Dabei konnte ich sie und ihre Schönheit immer betrachten. Ihr strahlendes Gesicht, ihren atemberaubenden Körper und ihren schwebenden Gang. Das war für mich immer ein Highlight meiner ansonsten furchtbaren Tage. Ihr Anblick war es, der diese Tage überhaupt lebenswert machte.
Ich setzte mich auf meinen Platz, schenkte mir ein Gläschen Rotwein ein (Heute war anscheinend Alkohol für die Lehrer erlaubt, hurra) und beobachtete die Flügeltüren. Fast alle Schüler waren schon da, auch die aus Durmstrang und Beauxbatons, nur meine Mimi fehlte noch. Doch da erschien sie endlich. Sie wirkte ein klein wenig außer Atem, ihre Haut glänzte leicht und ihre Wangen waren gerötet und doch war sie für mich das schönste Wesen auf Gottes Erdboden. Sie sah fantastisch aus in ihrem bordeauxroten Strickkleid und den schwarzen Stiefeln. Ihre Haare hatte sie zu einem lockigen Seitenpferdeschwanz gesteckt. Sofort machte mein Herz einen Satz und pumpte alles Blut in meinen Schwanz.
Gott, reiß Dich mal zusammen, Snape. Du kannst nicht ständig mit einer Dauerlatte herum laufen, wenn Mimi in der Nähe ist. Was soll sie denn von Dir denken? Dass Du ein notgeiler, alter Sack bist, das wird sie denken.
Da erreichte sie den Lehrertisch und setzte sich an meine rechte Seite. Natürlich sagte sie kein Wort und würdigte mich nicht mal eines Blickes, aber ich hatte auch nichts anderes erwartet. Wahrscheinlich hatte sie schon ein tierisch schlechtes Gewissen, weil sie ihre selbst auferlegte Regel gebrochen hatte. Das würde sie jetzt wieder gut machen wollen, das wusste ich. Dazu kannte ich sie zu gut. Doch da würde ich nicht so einfach mitspielen. Noch einmal würde ich sie nicht in ihre Eiskönigin-Rolle schlüpfen lassen. Die letzten Wochen waren schlimm genug für mir gewesen. Ich hatte ihr jeden Tag so nah sein müssen und doch war sie mir so fern. Damit war jetzt Schluss. Ich würde nicht aufgeben, bis ich nicht das bekommen hatte, was ich wollte: Ein vernünftiges Gespräch mit ihr.
„Guten Abend, Mimi“, sagte ich zu ihr, doch sie ließ kein Zeichen erkennen, das sie mich überhaupt wahr genommen hatte.
Doch halt. Was war das? Ein kleines, triumphierendes Lächeln umspielte ihre Lippen. Ha, dachte ich es mir doch, das mein Plan aufging. Mimi hatte mit Sicherheit meinen Köder geschluckt und gedacht, dass ich sie gestern mit Absicht ignoriert hatte und unser Spielchen jetzt verlor. Also schien ich ihr doch nicht ganz so egal zu sein, wie sie immer tat.
Na gut, wenn ich so ihre Aufmerksamkeit am besten gewinnen konnte, dann machen wir es eben, auch wenn es mir sehr schwer fiel. Ich redete gerne mit ihr, auch wenn ich niemals eine Antwort bekam. Gut, heute hatte sie endlich gesprochen und es war herrlich gewesen, ihre liebliche Stimme zu hören, wie sie zu MIR sprach.
Doch jetzt musste ich hart bleiben. Und tatsächlich schaffte ich es irgendwie, den Hauptgang über mich ergehen zu lassen. Unabsichtlich – ich schwöre es, dass dem wirklich so war – lud ich mir alle Sachen auf den Teller, die Mimi gerne aß und die auch sie sich nahm. Mehr als einmal nahmen wir uns gleichzeitig ein Stückchen Fleisch von einer Platte oder Gemüse aus einer Schüssel und dabei berührte meine Hand einmal ganz zufällig die ihre. Natürlich zuckte Mimi zurück, so, als hätte sie sich verbrannt, aber trotzdem brachte es mir einen kleinen Seitenblick aus ihren grünen Augen ein. Sofort begann mein Herz zu rasen. Gott, ich liebte sie einfach abgöttisch.
Den Nachtisch gab es Gott sei Dank aus kleinen Gläsern und so bestand schon einmal nicht Gefahr, dass ich sie erneut in die Flucht schlug. Doch irgendwie schaffte ich es trotzdem, denn kaum hatte Mimi ihr Mousse au chocolat aufgegessen und Albus das Festessen offiziell beendet, da sprang sie auch schon wieder auf und rannte förmlich aus der Großen Halle hinaus.
Ich fragte mich, was mit ihr los war. Irgendetwas musste durch ihren Kopf gehen, aber was? Gott, es war so zermürbend, nicht zu wissen, was sie bedrückte, vor allem, weil ich mir sicher war, dass es mit mir zu tun hatte. Am liebsten würde ich ja...
Moment mal! Das war sie, DIE Idee schlechthin. Von dort oben konnte sie nicht mehr flüchten, wenn ich erst einmal in ihrem Zimmer war. Sie konnte mich höchstens raus schmeißen, aber dazu müsste sie das Wort an mich richten. Doch war es denn wirklich richtig, sie dort oben zu stören? An ihrem Rückzugspunkt? Sie würde mir wahrscheinlich den Kopf abreißen, ohne ein Wort zu sprechen. Aber wenn ich es nicht tun würde, dann könnte ich auch nicht das los werden, was mich schon seit Jahren und in den letzten Wochen besonders plagte.
Ich stützte den Kopf in die Hände und rieb mir mit den Spitzen des Mittel- und des Zeigefingers die Schläfen. Ich wusste selbst nicht, was richtig und was falsch war. Was sollte ich tun? Sollte ich Mimi folgen und damit noch einen größeren Bruch riskieren? Oder sollte ich einfach schlucken und für den Rest meines Lebens so weiter leben wie jetzt? Aber das konnte ich nicht. Wenn ich es so weiter laufen würde, dann würde Mimi in ein paar Monaten zurück nach Frankreich gehen und ich würde sie wahrscheinlich nie wieder sehen. Dann würde ich meine letzte Chance, mein Gewissen zu bereinigen und mich mit ihr auszusöhnen, verspielt haben. Doch Mimi würde mehr als nur wütend sein, wenn ich so einfach bei ihr auftauchte. Gott, war das alles scheiße. Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte. So wie es jetzt war, konnte ich nicht weiter machen, aber wenn ich zu Mimi ging, würde ich wahrscheinlich alles nur noch schlimmer machen.
„Manchmal muss man in seinem Leben etwas riskieren und eine schwierige Entscheidung treffen, die uns unter normalen Umständen sehr leicht fallen würde“, sagte eine ruhige Stimme hinter mir. „Ob sie richtig oder falsch war, können wir erst hinterher sagen. Aber wenn wir sie nicht treffen und uns um die Entscheidung drücken, dann werden wir das für immer bereuen und uns fragen müssen, wie es gelaufen wäre, wenn wir sie doch gefällt hätten.“
Ich drehte mich auf meinem Stuhl um und sah Albus hinter mir stehen. Ich blickte ihn verständnislos an. Was wollte er mir damit sagen? Und woher bitte wusste er, was in meinem Kopf vorging?
„Albus, was... meinst Du damit“, wollte ich wissen. „Etwa...“
„Diese Frage kannst Du Dir nur selbst beantworten, mein Lieber. Dabei kann Dir niemand helfen. Doch egal, was Du tust, es wird das richtige sein. Du musst nur wissen, wie Dein Leben weiter gehen soll.“
Mein Freund lächelte einmal und zwinkerte mir zu. Und dann wusste ich endlich, was ich zu tun hatte. Ich traf die Entscheidung, die ich so lange vor mir her geschoben hatte und die den Verlauf meines weiteren Lebens für immer verändern sollte.

*****************************************************

Ich ließ mich, in meinen schwarzen Satinbademantel gehüllt, auf mein Sofa fallen und angelte mir meine Zigaretten. Nach dem Abendessen hatte ich zuerst einmal eine heiße Dusche gebraucht, um mich von den psychischen Strapazen des heutigen Tages zu erholen. Zuerst die erste Aufgabe des Trimagischen Turniers, bei der ich um Harry gebangt und gebibbert hatte, dann das Treffen mit Sirius, wo sich dieser elende Köter auch noch verwandelt hatte und zu guter Letzt auch noch dieses furchtbare Festmahl. Viele würden wahrscheinlich sagen, dass dabei gar nichts großartiges passiert war, aber in meinem Inneren hatte trotzdem ein Kampf zwischen Gut und Böse getobt.
Das ganze ging los, kaum dass ich mich hingesetzt hatte und Snape zu mir „Guten Abend, Mimi“, gesagt hatte. Das böse kleine Teufelchen in mir hatte mich angeschrien, ja nicht klein bei zu geben und zu antworten. Außerdem hatte es triumphiert, dass er unser Eisköniginnenspiel tatsächlich verloren hatte. Aber da war auch eine gute Seite in mir, quasi ein kleiner Engel, der komischerweise seit meinen Worten in der Arena da war. Er meinte, ich solle der Fledermaus doch auch einen guten Abend wünschen, denn das war immerhin eine Frage der Höflichkeit.
Und schon war es los gegangen. Hin und her, her und hin.
Engelchen sagte: „Komm schon, Mimi, rede mit ihm. Er schaut Dich doch die ganze Zeit aus seinen wunderschönen Augen so süß an.“
Teufelchen widersprach: „Wehe Du sagst auch nur einen Ton, Du dumme Pute. Dann sorge ich dafür, das Dein Gehirn kurzfristig aussetzt und Du Dich vor der ganzen Schule blamierst. Dann legst Du nämlich auf diesem Tisch hier einen Lapdance für die Fledermaus hin.“
Ganz besonders schlimm wurde es, als mein unangenehmer Tischnachbar einmal kurz meine Hand berührte, als wir uns beide noch ein wenig vom frittierten Gemüse nehmen wollte. Natürlich war ich zurück gezuckt, aber sofort war es wieder los gegangen.
Teufelchen schrie: „IIIIIIH, wir sind verätzt. Verseucht und dem Tode geweiht durch das Gift der Fledermaus.“
Engelchen dagegen rief: „OOOOOOH, ist das süß. Und wie gut sich seine warme, weiche Haut angefühlt hat. Hast Du das nicht auch gespürt, Mimi? Ich an Deiner Stelle würde ihm sofort verzeihen.“
Teufelchen meinte daraufhin: „Bist Du eigentlich komplett bescheuert? So blöd ist nicht einmal diese alte Schachtel hier, dass sie auf sein dummes Gelaber wieder herein fällt. Und auf Schwanzwackeln schon gleich dreimal nicht.“
Engelchen war stinksauer: „Nein, DU bist es, der nicht mehr ganz dicht ist. Hast Du ihn Dir eigentlich schon mal genauer angeschaut? Und außerdem kennen wir ihn doch eigentlich anders. So ein Arschloch ist er gar nicht. Immerhin hat er Mimi vorhin Mut zu gesprochen.“
So ging das die ganze Zeit und ich war irgendwann wirklich fertig mit den Nerven gewesen. Ich war froh, als ich endlich mein Mousse au chocolat ausgelöffelt hatte – normalerweise eine meiner absoluten Leibspeisen, doch heute hatte mir nicht einmal das richtig geschmeckt – und aus der Großen Halle verschwinden konnte, kaum das Albus Dumbledore das Festmahl für beendet erklärt hatte.
Ich war direkt nach oben in mein Schlafzimmer gestürmt, hatte mir meine Klamotten vom Leib gerissen, den Schmuck abgelegt (Bis auf meine Ketten, die ich immer trug) und war unter die Dusche gesprungen. Dort hatte ich das heiße Wasser über meinen nackten Körper laufen lassen und hatte versucht, mich zu entspannen, aber es wollte mir nicht so wirklich gelingen. Leider. Wahrscheinlich half da nur der beruhigende Zug an einer Zigarette, deswegen duschte ich nicht halb so lange, wie ich es eigentlich gewollt hatte und beeilte mich, um mich fertig zu machen. Ich schlüpfte schnell in mein aquamarinfarbenes Satinnachthemd, das an der Brust allerdings einen schwarzen Spitzenansatz hatte, sodass meine Brüste zur Hälfte ganz leicht durchschimmerten, und zog mir meinen schwarzen, bodenlangen Bademantel darüber. Meine noch feuchten Haare machte ich mir am Hinterkopf zu einem Dutt zusammen.
So angezogen ging ich zurück und ließ mich auf die Couch fallen. Und genau hier saß ich jetzt und steckte mir eine Zigarette in den Mund. Ich zündete sie mir an und sog tief den Rauch in meine Lungen, bevor ich ihn wieder heraus ließ. Ah, tat das gut. Da ging es einem doch gleich tausend Mal besser. Fehlte eigentlich nur noch ein Gläschen Wein oder ein Schlückchen Likör, dann würde es mir noch besser gehen. Aber ich verzichtete darauf. Ich hatte bereits beim Abendessen ein Glas Rotwein getrunken und ich wollte nicht schon wieder einen sitzen haben. Das brachte es zwangsläufig mit sich, wenn man die Abende mit Minerva verbrachte. Sie trank gerne Alkohol, vor allem, wenn er aus ihrer Heimat Schottland kam. Aber sie vertrug einfach mehr wie ich. Und wenn Mimi einen Rausch hat, dann kann man für nichts mehr garantieren. Hatte man im September ja eindeutig gesehen, als ich am nächsten Morgen neben einem halbnackten Cole aufgewacht war. Hier war bisher zwar alles gut gegangen, aber wer wusste schon so genau, wie lange das noch so blieb. Am Ende wachte ich noch in Professor Flitwicks Bett auf oder, noch schlimmer, in den Kerkern. Nein, vielen Dank, ich verzichte. Das wäre wirklich zu viel des Guten.
Also musste es auch ohne gehen. Ich nahm noch einen Zug an meiner Zigarette und ließ den Kopf in den Nacken fallen. Das war genau das, was ich jetzt brauchte, Entspannung pur, bevor ich mich mit einem Liebesschmöker ins Bett verziehen würde.
Aber wie es der Teufel so haben wollte, klopfte es genau in jenem Moment an meiner Tür. Es hatte vorsichtig und zaghaft geklungen. Das war ja wieder einmal typisch. Kaum komme ich einmal zur Ruhe, da brennt es schon wieder irgendwo und Mimi, die professionelle Feuerwehrfrau, muss wieder einmal zur Rettung eilen. Das war doch echt zum Schreien. Aber was sollte ich machen? Ich konnte den Hilfesuchenden ja wohl schlecht vor der Tür stehen lassen.
„Ja bitte“, sagte ich deshalb und drückte schnell meine Zigarette aus.
Nicht, dass es einer meiner Schützlinge war. Vor denen wollte ich meine Sucht nicht gerade ausleben, auch wenn der Rauch zweifelsohne zu riechen war. Sehen mussten sie das nicht.
Doch obwohl ich in Richtung Tür gerufen hatte, öffnete sie sich nicht. Was in drei Teufels Namen war denn jetzt schon wieder los? War ich zu leise gewesen oder hatte derjenige, der da vor der Tür stand, etwa eine Heidenangst vor mir? Nur mal zur Info: Ich hatte noch niemandem den Kopf abgerissen, aber das würde ich tun, wenn man mich jetzt verarscht hatte.
Also rappelte ich mich vom Sofa hoch und ging zur Tür. Dabei schloss ich noch einmal meinen Morgenmantel etwas fester, da er sonst ziiiiemlich tiefe Einblicke gewährt hätte. Genau in dem Moment, als ich die Hand auf die Türklinke legte, klopfte es noch einmal. Ja Himmel, Herrgott nochmal. Erst nicht rein kommen und dann die Pferde scheu machen, weil ich nicht gleich auf mache. Na warte, der oder die kann was erleben.
Ich riss ruckartig die Tür auf und sagte zornig: „WAS?“
Da sah ich, wer bei mir auf der Türschwelle stand und ich hätte die Tür am liebsten wieder zu geknallt, doch mein Gegenüber war schneller. Er presste bereits seine Hand gegen das Holz, sodass ich die Tür nicht mehr schließen konnte.
„Mimi“, flüsterte Fucking Bat und machte einen Schritt auf mich zu.
Automatisch machte ich drei Schritte zurück. Was wollte er denn hier? Und woher wusste er überhaupt, wo meine Räumlichkeiten lagen? Nur meine Schüler, Olympe, Minerva und Professor Dumbledore wussten, wo sie waren und ich hatte ihnen allen eingebläut, ja niemandem etwas davon zu verraten. Doch anscheinend hatte doch irgendjemand gepetzt. Na warte, wenn ich den in die Finger bekomme, den verarbeite ich eigenhändig zu Hackfleisch.
Doch sofort waren meine Gedanken wieder bei meinem Besucher, den ich eigentlich nicht hier drinnen haben wollte. Sein Anblick und seine Anwesenheit machten mich extrem nervös. Doch ich wurde auch wütend. Hatte er denn noch immer nicht verstanden, dass ich absolut nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte? Er sollte mich endlich in Frieden lassen. Gott, ich hätte heute im Stadion einfach meine Klappe halten sollen, aber nein, ich musste ja zu ihm sprechen. Also hatte ich mir die Suppe selbst eingebroggt und jetzt musste ich sie auslöffeln, aber schweigend.
Snape trat nun vollständig in mein Wohnzimmer und schloss die Tür hinter sich. Ich wich immer weiter zurück und versuchte abzuschätzen, ob ich es ins Schlafzimmer schaffen würde, ohne dass er mich erwischte. Wahrscheinlich eher nicht. Er hatte den kürzeren Weg. Verdammt!
„Mimi, es tut mir leid, dass ich Dich hier störe“, sagte er und kam weiter auf mich zu. „Ich weiß, dass Du Dich sicher fragst, was ich hier will. Das ist ganz einfach. Hier kannst Du mir nicht mehr davon laufen.“
Fuck, das klang aber gar nicht gut. Mist, was machte ich denn jetzt? Ich wollte nicht mit ihm in einem Raum sein. Ich wollte so weit wie möglich weg sein, um meinen Erinnerungen, die unwillkürlich in mir aufflammten, zu entfliehen. Doch als ich noch einen Schritt zurück trat, spürte ich auf einmal die Wand in meinem Rücken. Ich war gefangen und es gab keinen Ausweg. Hilfe!


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