Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 24: Aussprache wider Willen

von Dilli

„LASS MICH JETZT ENDLICH RUNTER!“
Die Fledermaus trug mich weiterhin durch die Gänge und ich hing noch immer über seiner Schulter. Wenn ihr meint, dass ich so einfach aufgeben würde, dann habt ihr euch getäuscht. Ich schlug mit den Fäusten auf ihn ein, rammte meine spitzen Fingernägel in seinen Rücken und versuchte ihn auch noch zu beißen. Leider alles ohne Erfolg. Ich sendete auch meine Gedanken aus, um ihm einen Brandzauber aufzuhalsen, aber dieser Mistkerl hatte sich anscheinend selbst mit einem Schutzzauber belegt, sodass meine Versuche, mittels Gedankenkraft einen Zauber auszuführen, alle wirkungslos blieben. So ein verdammter Mist aber auch.
„Nein“, sagte Snape ruhig und ging einfach weiter in Richtung Zaubertrankklassenzimmer.
„Du kannst mich nicht ewig festhalten, Du blöder Dreckskerl“, schrie ich laut und schlug weiter auf seinen Rücken ein. „Sobald Du mich herunter lässt, wirst Du Dir wünschen, nie geboren worden zu sein, das schwöre ich Dir.“
„Und was willst Du dann machen, Mimi? Du solltest langsam bemerkt haben, dass ich Deine Schläge locker weg stecke. Außerdem hast Du keinen Zauberstab, mit dem Du mich verfluchen könntest, also sind Deine Bemühungen zwecklos.“
„Den hole ich mich zurück, Du elender Scheißkerl. Das ist Freiheitsberaubung, was Du da treibst.“
„Nein, ist es nicht.“
„Ist es wohl! Glaubst Du etwa, ich hänge freiwillig hier oben herum? Nie im Leben.“
„Mimi, jetzt komm endlich wieder runter. Ich will doch nur mit Dir reden. Wenn wir das hinter uns gebracht haben, dann kannst Du gerne wieder gehen.“
„Danke, aber ich verzichte. Du hast gestern schon alles gesagt, was ich wissen muss. Und noch wesentlich mehr. Und jetzt lass mich endlich runter. Ich habe zwei gesunde Füße und kann selber laufen.“
„Ja, das kannst Du, aber wahrscheinlich rennst Du in die falsche Richtung.“
„Nein, in die absolut richtige. Weg von Dir.“
„Siehst Du, Mimi, ich kenne Dich einfach zu gut. Nein, nein, bleib Du mal hier oben und lass Dich von mir auf Händen tragen.“
„LASS MICH RUNTER!“
Wieder schlug ich und strampelte wie verrückt, aber es war sinnlos. Er ließ mich einfach nicht gehen. Stattdessen blieb er vor einer Tür stehen, zog seinen Zauberstab und schwang ihn. Natürlich führte er den Zauber ungesagt aus, damit ich nicht herausfinden konnte, um welche Art Schutzzauber es sich handelte. Tja, da hatte er aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn ich war eine Meisterin, wenn es darum ging, irgendwelche Zauber aufzuspüren. Ha, da schoss mir doch sofort ein genialer Plan in den Kopf. Wenn Snape einmal nicht da drin war, dann konnte ich ein bisschen Chaos veranstalten. Vielleicht einen Niffler rein schmuggeln oder Juckpulver in sein Bett streuen. Wenn ich dann auch noch seine Klamotten kaputt machen würde... Hui, das dürfte ein Spaß werden. Snape, wie er halb nackt und mit Pusteln übersäter Haut durch die Schule rannte. Ich bin ja so was von fies. Aber Rache muss in diesem Fall wirklich sein, denn er behandelte mich gerade wie ein ungezogenes Kleinkind, also durfte ich mich auch wie eines aufführen.
Snape verpasste der Tür einen Tritt und trat ein. Ach Du heilige Scheiße! Wir waren in seinem Schlaf- / Wohnzimmer. Als er sich mit mir auf der Schulter umdrehte, um die Tür zu schließen, erblickte ich deutlich das zwei Meter breite Bett mit den schwarzen Laken. Nein, nein, nein, das war gar nicht gut. Ein Schlafzimmer war definitiv keine neutrale Zone, was bei einem solchen Gespräch, das er zu führen gedachte, zwingend nötig war.
Nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte, marschierte er mit mir zu dem großen schwarzen Ledersofa und ließ mich darauf nieder. Danach machte er einen Fehler. Er drehte sich zu dem Barschrank um, der genau gegenüber stand und wandte mir somit den Rücken zu. Ich nutzte die Gelegenheit, sprang auf und stürmte zur Tür. Doch als ich die Klinke herunter drücken wollte, gab sie nicht nach. Sie ließ sich nicht einen Millimeter nach unten drücken. Ich ruckelte wie verrückt an der Tür, stemmte sogar einen Fuß gegen das Holz und zog daran, aber sie wollte einfach nicht aufgehen. Dieses Riesenarschloch musste sie mit einem Schutzzauber belegt haben und ich war quasi mit ihm eingesperrt. Das durfte ja wohl nicht wahr sein. Das war ja eine glatte Entführung, KIDNAPPING! Na warte, Du elendes Stück Scheiße. DAS wirst Du mir büßen. Ich lasse mich doch nicht mit Dir Vollpfosten in einen Raum einsperren, nur weil Du das gerne so hättest und wieder irgendeine Scheiße daher labern möchtest.
Deswegen war es auch kein Wunder, dass ich mich wie eine wild gewordene Furie zu Snape umdrehte und ihn wie eine Wildkatze anfauchte.
„Lass mich gefälligst raus!“
„Nein“, gab er cool zurück uns lächelte triumphierend. „Und wenn Du noch weiter an der Türklinke ziehst, reißt sie vielleicht noch ab und Du kommst nie wieder hier raus. Dann müsstest Du für immer und ewig mit mir hier drin bleiben.“
„Das hättest Du wohl gern.“
Ich konnte deutlich sehen, wie in seinem Kopf ein „Und wie“ herum spukte, aber er war schlau genug, diese Worte nicht auszusprechen. Das war sein Glück, sonst wäre ich vermutlich auf ihn zugesprungen und hätte ihm die Augen ausgekratzt.
„Setz Dich, Mimi“, sagte er und deutete auf das Sofa.
„Nur über meine Leiche“, giftete ich zurück. „Du lässt mich jetzt sofort raus, sonst...“
„Sonst was? Vermöbelst Du mich? Nur zu, Mimi, tu Dir keinen Zwang an. Du kannst mit mir machen, was Du willst. Hauptsache ist, Du bist bei mir.“
„Hör endlich auf mit diesem Mist! Wann kapierst Du endlich, dass es zwischen und aus und vorbei ist? Du willst über gestern Abend sprechen? Fein, das einzige, was Du wissen musst, ist, dass das ganze eine einmalige Sache gewesen ist, ein Ausrutscher, ein Unfall. Such Dir was aus. So und da ich das jetzt los geworden bin, kannst Du mich ja endlich gehen lassen.“
„Netter Versuch, Mimi, aber das war noch nicht einmal annähernd das, was ich alles wissen wollte. Ich hätte da noch jede Menge Fragen an Dich. Dann lasse ich Dich auch gehen. Also würdest Du Dich bitte setzen?“
Ich sah mich schnell im Raum um. Da waren noch zwei andere Türen. Eine führte vermutlich in das Badezimmer, dass kein Fenster hatte (Wie bei mir oben) und die andere in sein Büro. Aber ich vermutete, dass auch diese abgesperrt war. Und tatsächlich bestätigte Snape meine Gedanken.
„Komm gar nicht auf die Idee, Mimi. Es ist ohnehin sinnlos. Die Tür ist genauso verriegelt wie die, vor der Du stehst. Also, jetzt mache nicht einen auf Drama-Queen und setz Dich endlich hin.“
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte ihn wütend an. So ließ ich nicht mit mir sprechen. Ich war eine erwachsene Frau, Herrgott nochmal und ich treffe meine eigenen Entscheidungen. Und im Moment stehe ich lieber, vielen Dank!
„Nein“, sagte ich daher.
Die Fledermaus seufzte tief, dann zog er seinen Zauberstab und bevor ich richtig begriff, was da geschieht, erhob ich mich in die Lüfte und segelte durch die Luft. Ich schrie laut auf und strampelte heftig mit den Beinen, doch da landete ich auch schon auf der Couch.
„Sag mal, geht’s noch“, brüllte ich laut und versuchte, aufzuspringen, doch irgendetwas hielt mich zurück. „Du kannst mich doch nicht einfach so hier festhalten.“
„Ich kann und ich werde, Mimi“, meinte Fucking Bat immer noch total ruhig. „Ich weiß, dass Du es nicht willst, aber wir müssen über die vergangene Nacht reden.“
Er stand noch immer an dem Barschrank, in dem sich zahlreiche Flaschen befanden. Ziemllich viele davon sahen nach Schnaps aus und keine davon war noch voll. Die Fledermaus schien ein klitzekleines Problem mit Alkohol zu haben, also galt er für mich als nicht zurechnungsfähig. Aber trotzdem war ich so wütend, dass ich ihn weiterhin an schrie.
„Da hast Du vollkommen recht und zwar, dass ich nicht darüber reden will. Es gibt auch gar nichts, worüber wir reden könnten, da es für mich nur ein Ausrutscher war. Punkt, Ende, Aus. Schluss mit der Diskussion. Bist Du jetzt endlich zufrieden?“
„Nein, kein bisschen.“
„Was willst Du denn noch?“
„Ich möchte wissen, ob ich Dir etwas zum Trinken anbieten kann.“
Das war jetzt ein Scherz, oder? Zuerst nahm er mich gefangen, entführte mich in sein Schlafzimmer (Das war wirklich die Höhe), dann ließ er mich nicht gehen und machte anschließend einen auf freundlich und Gastgeber des Monats. Das konnte echt nicht wahr sein. Der Kerl hatte wirklich nicht mehr alle Eulen auf der Stange.
„Nein, danke“, meinte ich zornig und verschränkte wieder die Arme vor der Brust. Aber wenigstens hatte ich meine guten Manieren nicht vergessen.
„Gut, wie Du möchtest“, erwiderte Snape und schenkte sich selbst eine goldene Flüssigkeit in ein Glas. Ich gehe jetzt mal stark davon aus, dass das kein Apfelsaft ist.
Dann kam der Mistkerl zum Sofa herüber und nahm schräg rechts von mir Platz. Er setzte das Glas an seine Lippen und trank einen Schluck, bevor er sich den Mund ableckte. Ich konnte einfach nicht anders, ich musste ihn anstarren. Mit diesen Lippen hatte er mich gestern noch geküsst und zwar nicht nur auf den Mund, sondern auch an Stellen, die meine Lust in die Höhe trieben. Mimi, reiß Dich jetzt mal zusammen. Der Kerl ist es nicht wert, auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden, also hör endlich auf mit diesem Mist. Das ist ja furchtbar. Ich dachte, mit der Vögelei gestern wären Deine Hormone erst einmal wieder beruhigt, aber nein. In Dir muss es ja schon wieder zum Brodeln anfangen.
Ich schloss kurz meine Augen, um meine Gedanken wieder in den Griff zu bekommen und es funktionierte auch. Sofort war die Wut wieder da.
„Zigarette“, riss mich Snapes Stimme ins Hier und Jetzt zurück. Er hielt mir eine volle Schachtel unter die Nase.
„Ich rauche nicht“, gab ich meine automatische Antwort, die mir immer über die Lippen kam, wenn ich mit anderen zusammen saß.
Ich rauchte nicht in der Gegenwart von anderen Leuten. Cole und Minerva waren da eine absolute Ausnahme gewesen, da sie selbst auch dieses Laster hatten. Doch Snape schien mich durchschaut zu haben, denn er zog seine rechte Augenbraue in die Höhe und sah mich belustigt an.
„Du kannst mir ja viel erzählen, Mimi, aber nicht, dass Du nicht rauchst.“
„Ach und woher willst Du denn wissen, was ich tue oder nicht?“
„Die Beweise sind eindeutig. Als ich gestern in Dein Zimmer gekommen bin, da hat es eindeutig nach Rauch gerochen und ich habe Deine Zigaretten auf dem Tisch liegen sehen.“
„Und woher bitte willst Du wissen, dass die nicht jemand anderem gehört haben, Mister Schlauberger?“
„Weil, als ich Dich geküsst habe, da konnte ich eindeutig Zigarettenrauch schmecken.“
„Oh.“
Das war ein Argument, immerhin hatte ich wirklich eine geraucht, kurz bevor er aufgetaucht war. Verdammter Mist, warum war ich nur so leicht zu durchschauen? Oder kannte mich Mister Fiesling einfach zu gut? Na gut, wenn das so war, dann konnte ich auch gut und gerne eine rauchen. Aber nicht eine von seinen, schließlich hatte ich meine eigenen.
„Ich habe meine eigenen, vielen Dank“, meinte ich und zog meine Aktentasche aus der Trainingsjacke.
Oh Mist, das hatte ich ja total vergessen. Snape hatte ja meinen Zauberstab, also konnte ich meine Tasche nicht auf normale Größe zurück verwandeln. Fuck.
„Darf ich Dir behilflich sein“, wollte Snape wissen und hatte ein süffisantes Grinsen auf den Lippen. Dann hielt er mir wieder die Zigarettenschachtel unter die Nase.
„Wenn Du mir vielleicht meinen Zauberstab geben würdest“, meinte ich und lächelte ironisch. „Dann könnte ich meine Tasche wieder auf die richtige Größe zaubern. Meine Kippen sind nämlich da drin.“
„Netter Versuch, Mimi. Du kriegst Deinen Zauberstab, aber erst, wenn wir miteinander geredet haben. Aber ich helfe Dir natürlich gern.“
Anstatt mir meinen Zauberstab zu geben, zog er seinen eigenen und nahm den Verkleinerungszauber von meiner Tasche. So eine Scheiße aber auch. Der Typ war wirklich clever. Aber sei es drum, ich wäre ohnehin keine fünf Meter weit gekommen. Also öffnete ich den Aktenkoffer, nahm meine Zigaretten heraus und zündete mir eine an. Aaaah, tat das gut. Sofort ging es mir um Klassen besser.
„Da geht es einem sofort viel besser, nicht“, meinte Snape und zündete sich selbst eine Zigarette an.
„Ja schon“, gab ich zurück und nahm noch einen Zug.
Irgendwie entspannte mich die Zigarette und dämpfte meine Wut ein klein wenig. Ich wusste jetzt nicht, ob das gut oder schlecht war. Einerseits hatte ich allen Grund dazu, stinksauer auf diesen Bastard zu sein, der meinte, mich einfach so hier einsperren zu können, aber andererseits... Ich war schon ziemlich neugierig, was genau er von mir wollte und warum er zu solch drastischen Maßnahmen wie Kidnapping griff.
Ich nahm noch einen tiefen Zug aus meiner Zigarette, dann gab ich mir selbst einen Ruck. Ein bisschen reden konnte immerhin nicht schaden. Danach konnte ich immer noch das Weite suchen und nach Frankreich abhauen. Dann brauchte ich zumindest auch kein schlechtes Gewissen zu haben und er würde mich vielleicht endlich in Ruhe lassen.
„Also, Du willst mit mir reden“, stellte ich fest und stieß den Rauch aus meinen Lungen. Dann nahm ich noch einen Zug um ein klein wenig Zeit zu schinden. „Dann schieß mal los.“
„Oh nein, so läuft das nicht, Mimi“, meinte er und lächelte er. „Das ist mein Spiel und Du wirst dabei reden.“
„Das ist aber nicht fair. Ich soll Dir alles erzählen, was in meinem Inneren vorgeht und das ist Dir sogar so wichtig, dass Du mich entführst, aber Du willst schweigen. Das ist ungerecht. Nein, wenn Du mit mir reden willst, dann musst Du Dich genauso öffnen wie ich. Sonst können wir die Sache auch gleich beenden.“
Ich wusste selbst nicht, warum ich so etwas auf einmal sagte. Vor zwei Minuten wollte ich noch nichts anderes, als schnellstens hier weg, aber wahrscheinlich war mein Gehirn auf einmal darauf gekommen, dass das ganze eh nichts bringt. Snape würde mich erst hier raus lassen, wenn er zufriedenstellende Antworten bekommen hatte. Und da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, brannte ich natürlich darauf, was er zu sagen hatte.
„Das klingt nach einem guten Argument, Mimi“, erwiderte Snape. „Was hältst Du von dem alten Frage-Antwort-Spiel? Jeder von uns darf immer eine Frage stellen, die der andere dann beantworten muss.“
„Deal“, gab ich zur Antwort. „Und wer stellt jetzt die erste Frage?“
„Ladies first.“
„Vielen Dank, der Herr.“
Doch trotzdem musste ich mir die erste Frage gut überlegen. Schließlich wollte ich nicht irgendeinen Scheißdreck fragen. Aber trotzdem gab es eine Sache, die mich besonders interessierte, vielleicht, weil sie gar so offensichtlich war.
„Wieso hast Du mich hierher gebracht“, wollte ich wissen. „Ich meine, Du hast mich ja quasi entführt.“
„Weil ich mit Dir reden wollte“, war seine nicht gerade hilfreiche Antwort.
„Ja, das habe ich schon kapiert. Ich bin schließlich nicht auf denn Kopf gefallen. Was ich meine, ist, warum Du mich nicht einfach gefragt hast?“
„Hättest Du denn 'Ja' gesagt?“
„Wahrscheinlich nicht, aber mich einfach nach hier unten in Dein Schlafzimmer zu verschleppen – was übrigens nicht gerade der perfekte Ort für ein Gespräch so einer Art ist, aber das nur so am Rande bemerkt – das ist wohl nicht gerade die feine englische Art, oder?“
„Nein, das ist es nicht, aber ich habe einfach keine andere Möglichkeit gesehen, wie ich zu einem Gespräch mit Dir kommen kann. Außerdem habe ich es ja versucht, aber Du hast sofort abgeblockt.“
„Du hast gesagt 'Wir müssen“. Das ist ein Unterschied. Ich lasse mich ungern zu etwas zwingen, das weißt Du. Und müssen tun wir eigentlich gar nichts, außer sterben.“
„Okay, ich sehe es ein. Es war nicht richtig von mir, Dich mehr oder weniger dazu zu drängen. Das war falsch und es tut mir leid.“
„Entschuldigung angenommen, aber nur ausnahmsweise.“
Snape lächelte mich an und ich konnte nicht anders, als selbst kurz die Mundwinkel nach oben zu ziehen. Er hatte ja irgendwo recht. Wenn er mich gefragt hätte, ob ich nicht mit ihm ein klärendes Gespräch führen will, dann hätte ich ihm eine giftige Antwort an den Kopf gehauen. So auf die Art „Nur über meine Leiche“ oder „Schieb Dir das Gespräch in Deinen fetten Hintern“. Okay, okay, ich gebe es offiziell zu, meine Wut war verraucht. Vorübergehend.
„Ich bin dran“, riss mich die Fledermaus aus meinen Gedanken. „Hat Dir die letzte Nacht gefallen?“
Oh Gott, musste er denn gleich mit so einer schwierigen Frage anfangen? Das war ja furchtbar. Ich hatte doch auch etwas leichtes zum Einstieg genommen. Aber nein, er musste ja gleich voll in die Bresche schlagen.
Ich musste kurz nachdenken. Hatte mir die letzte Nacht gefallen? Sie war ungewohnt gewesen, nach der jahrelangen Abstinenz, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich sie nicht genossen hätte.
„Ja, das hat sie“, gab ich deshalb leise zur Antwort.
Ich schaffte es nicht, ihm in die Augen zu sehen und doch konnte ich den deutlich vernehmbaren Seufzer hören. Snape schien also wahnsinnig erleichtert zu sein. Hatte er denn wirklich gedacht, dass ich immun gegen seine Liebeskünste wäre? Da täuschte er sich aber gewaltig.
„Und wie...“
„Nein, ich bin dran“, unterbrach ich ihn schnell. Doch was sollte ich jetzt fragen? Ich wollte ein bisschen von dem Thema ablenken, deswegen stellte ich die erste Frage, die mir in den Sinn kam. „Warum wolltest Du, dass ich hierher komme? Immerhin sind wir seit Jahren getrennt. Du hättest mich längst vergessen und Dich anderen Dingen zuwenden müssen.“
„Mimi, ich sage Dir jetzt das gleiche, was ich Dir auch schon gestern Abend gesagt habe. Ich habe Dich NIEMALS vergessen. Du warst mein Anker, der mich immer wieder aus dem Tief gezogen hat, in dem ich regelmäßig versank. Egal, was ich auch tat, meine Gedanken waren immer bei Dir. Wenn ich abends zu Bett gehe, dann kann ich nur mit Deinen Bild in den Armen einschlafen, weil ich dann das Gefühl habe, dass Du mir nahe bist. Meine Gefühle für Dich haben sich in den letzten Jahren nicht verändert. Und Du hast mir so sehr gefehlt. Als Du damals gegangen bist... Das war wohl der schlimmste Tag meines Lebens und ich habe mir immer gewünscht, noch einmal die Chance zu bekommen, mit Dir zu sprechen. Als dann verkündet wurde, dass das Trimagische Turnier hier in Hogwarts (Nicht Kotzen, Mimi) stattfindet, da keimte unwillkürlich die Hoffnung in mir auf, dass ich Dich noch einmal sehen kann. Nur ein kurzer Blick auf Dich hätte gereicht, um mich zum glücklichsten Menschen der ganzen Welt zu machen. Als Du dann nicht bei der französischen Delegation dabei warst, war ich traurig und am Boden zerstört und dann stehst Du zwei Tage später auf einmal in meinem Klassenzimmer. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie glücklich ich mich gefühlt habe. Ich hätte Bäume ausreißen können. Aber jetzt bin ich zu weit abgeschweift, doch ich denke, dass Du verstehst, was ich Dir damit sagen will und hoffe, dass ich damit Deine Frage zufriedenstellend beantwortet habe.“
Wow, also wenn das nicht mal eine Ansage war, dann weiß ich auch nicht. Und ich verstand tatsächlich, was er mir damit sagen wollte, doch ich wagte es nicht, daran zu denken. Allein der Gedanke daran würde weh tun und mein Herz in der Mitte spalten. Es war ohnehin schon labil.
Ich räusperte mich und versuchte den Kloß los zu werden, der sich in meinem Hals gebildet hatte. Snape sah mich abwartend an. Er wartete auf eine Reaktion meinerseits.
„Okay... ja“, stotterte ich und wusste nicht so recht, was ich daraufhin sagen sollte. „Ähm... SO ausführlich hättest Du sie gar nicht beantworten müssen, aber danke. Für Deine Offenheit.“
„Ich bin nur ehrlich, das ist alles“, gab er zurück. „Gut, ich bin wieder dran. Wie hat Dir die letzte Nacht gefallen? Und ich bitte um eine ausführliche Antwort, nicht nur so ein kurzes 'Okay'.“
Ich seufzte innerlich tief auf. Ich hatte es befürchtet. So einfach würde er mich nicht davon kommen lassen. Doch ich hatte schon wieder keine Ahnung, was ich sagen sollte. Die Wahrheit würde mich noch tiefer in diese Scheiße herein reiten. Dann würde ich die Fledermaus nie wieder los werden und er würde ständig an meinem Rockzipfel hängen. Das beste wäre wahrscheinlich, wenn ich lügen würde, aber das wollte ich, um ehrlich zu sein, nicht. Das wäre auch nicht fair ihm gegenüber. Heilige Scheiße, was sollte ich denn jetzt machen? Ich wollte doch nur zurück nach Frankreich und mein Leben, wie es vor diesem ganzen Tohuwabohu gewesen war, weiter leben. Ohne Gefühle, ohne Leid, ohne Kummer. Nur ich und mein Beruf, der mir so sehr am Herzen lag.
Snape sah mich immer noch erwartend an und ich wusste, dass ich eine Antwort nicht länger aufschieben konnte. Doch um noch ein klein wenig Zeit zu schinden, holte ich mir noch eine Zigarette aus meiner Schachtel heraus und zündete sie an. Normalerweise rauchte ich nicht zwei Kippen am Stück, doch jetzt brauchte ich es.
Plötzlich stieß Snape einen Schrei aus und erschreckte mich damit beinahe fast zu Tode. Ich zuckte heftig zusammen und schaffte es aber doch noch, mich an meiner rettenden Zigarette festzuhalten.
„Sag mal, Mimi, willst Du mich eigentlich umbringen?“
„Wieso“, fragte ich und war ziemlich verwirrt.
Hatte er vielleicht den Satz verwechselt und wollte wissen, ob ich mich selbst umbringen wollte, weil ich die zweite Zigarette rauchte, aber als ich ihm in die Augen schaute, sah ich sofort, dass ich mich da irrte. Er hatte es genau so gemeint, wie er es gesagt hatte.
„Na, das ist doch ganz einfach“, maulte er mich an. „Ich habe Dir eine ganz einfache Frage gestellt (Einfach? Ha, dass ich nicht lache!) und Du gibst mir keine Antwort darauf. Das macht mich wahnsinnig und bringt mich um den Verstand.“
Oha, er war ziemlich... sauer. Und ich konnte es sogar verstehen. Ich würde nicht anders reagieren, wenn er mich so hinhalten würde.
„Tut mir leid, ich musste erst in Ruhe über meine Antwort nachdenken“, meinte ich vorsichtig. „Weil ich doch selbst nicht so weiß, was ich von dieser Nacht halten soll. Also, sie war... schön... und befriedigend, gar keine Frage, aber dennoch etwas ungewohnt.“
„Du bereust es also...“
Es war keine Frage, sondern eine Feststellung. Doch als er diese Tatsache aussprach, da war ich mir selbst nicht mehr im Klaren darüber, ob ich diese Nacht gerne aus meinem Leben streichen würde oder nicht. Ich meine, sie hatte mir gefallen und das Gefühl, wie er mich befriedigte... Wow, kann ich da nur sagen. Aber da war dennoch dieses dumme schlechte Gewissen, weil er mich doch betrogen hatte und ich eigentlich nicht so fühlen durfte.
„Nein, so würde ich das nicht nennen“, antwortete ich schließlich. „Es war eine wunderschöne Nacht und ich danke Dir dafür, aber ich weiß nicht so recht, was ich darüber denken soll. Ich dürfte nicht so fühlen, weil ich doch eigentlich stinksauer auf Dich sein müsste und weil ich Dich aus meinem Leben gestrichen hatte. Ich war so verletzt und bin es immer noch. Und dass ich jetzt mit Dir im Bett gelandet bin, das kommt mir einfach so falsch vor. Ich hätte es nicht genießen dürfen, weil ich Dich eigentlich hassen müsste.“
„Warum hast Du dann nachgegeben, wenn Du mich so sehr hasst?“
Ich wusste, dass nun ich an der Reihe sein müsste, eine weitere Frage zu stellen, doch es machte mir nichts aus. Mir wäre sowieso keine Frage eingefallen, dazu war ich viel zu durcheinander. Ich hatte gerade offen und ehrlich über meine Gefühle gesprochen, wohl zum ersten Mal in meinem Leben, und das mit keinem geringeren, als meinem Exfreund, der Schuld an dieser ganzen Misere war, die ich durchleben musste. Doch ob ihr es glaubt oder nicht, es kam mir in diesem Moment einfach richtig vor, denn er musste es einfach einmal erfahren. Vielleicht konnte er mich dann endlich loslassen.
Doch wollte ich das überhaupt? Wollte ich, dass er sich nie mehr bei mir meldete? Ich wusste es selbst nicht. Wenn ich ihn jetzt so auf der Couch sitzen sah, den Blick fragend und fast hoffnungslos auf mich gerichtet, da tat er mir irgendwie schon leid. Ich war wirklich gemein zu ihm gewesen und dabei war diese ganze Sache doch schon so lange her. Und die letzte Nacht, die war wirklich der Wahnsinn gewesen. Außerdem hatte sie mich an die glücklichen Zeiten vor 18 Jahren erinnert. Wenn ich ehrlich zu mir selbst war – und wenn jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dazu war, wann dann – dann musste ich leider zugeben, dass mir diese Zeit die ganzen Jahre lang furchtbar gefehlt hatte. Ich hatte mich oft gefragt, was gewesen wäre, wenn Snape mich nicht betrogen hätte und was wohl aus ihm geworden war. Ich hatte ihn vermisst, vom ersten Augenblick an, als ich diesem Schloss den Rücken gekehrt hatte. Halleluja! Mimi, Dir ist endlich ein Licht aufgegangen.
„Ich hasse Dich nicht“, flüsterte ich so leise wie möglich und senkte den Blick.
„Nicht?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, tue ich nicht oder besser gesagt, nicht mehr. Die erste Zeit, nachdem ich Dich mit Lilly erwischt hatte, da tat ich es. Ich fühlte mich verraten, betrogen und enttäuscht. Ich habe mir meine eigene Welt geschaffen, in der ich ohne Schmerz leben konnte. Doch ich habe Dich nie vergessen. Ich habe Dich sogar vermisst, auch wenn ich mir das bis eben nicht eingestehen wollte. Ich durfte nicht mehr so von Dir denken, weil Du doch fremd gegangen bist. Aber jetzt, nach dieser Nacht... Ich weiß nicht... Ich kann Dich einfach nicht mehr hassen, dafür bist Du mir viel zu wichtig. Und ich habe auch einen Beweis dafür.“
Mimi, was tust Du da in Gottest Namen? Meine innere Stimme schrie und tobte wie verrückt, doch dieses eine Mal hörte ich nicht auf sie. Dieses Mal ließ ich mein Herz sprechen.
Ich fasste an an den Reißverschluss meiner Trainingsjacke (Toll, wieder mal eine wichtige Sache und ich trug Sportklamotten. Tolle Leistung, Mimi!) und zog ihn langsam ein Stück nach unten. Dort auf meinem Brustbein ruhte die Kette, die Snape mir einst geschenkt hatte und die ich aber immer auf irgendeine Art verborgen hatte, wenn ich ihm begegnet war (Magie macht es möglich).
Eine Spur des Erkennens trat in seine Augen und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
„Du trägst sie also immer noch“, wollte er wissen.
„Sieht ganz so aus“, gab ich zurück und lächelte zurück.
„Darf ich Dir etwas zeigen?“
„Natürlich.“
Snape stand auf und kam zu mir herüber. Er setzte sich neben mich und ich drehte mich so, dass ich ihm gegenüber saß. Die Fledermaus began langsam, sein heute weißes Hemd aufzuknöpfen. Etwas glänzendes kam zum Vorschein, das ich schon gesehen hatte, als ich ihn in seinem Vollrausch zu Bett gebracht hatte. Es war das Gegenstück zu meiner eigenen Kette.
„Für immer Dein“, flüsterte Snape und sah mir tief in die Augen.
Irgendetwas rührte sich in meinem Inneren. Ich konnte nicht sagen, was es war, aber plötzlich fühlte es sich so an, als hätte ich einen ganzen Schwarm Fledermäuse im Bauch. Konnte es sein... War ich nach all den Jahren immer noch in Snape, nein Severus, verliebt? Heilige Scheiße!
Meine innere Stimme war mittlerweile in Ohnmacht gefallen und schwieg.
„Ich hätte da noch eine Frage“, gestand Severus und lächelte leicht. „Ich hoffe nur, dass sie Dir nicht unangenehm ist. Wenn das der Fall sein sollte, dann brauchst Du sie auch nicht zu beantworten.“
„Okay“, flüsterte ich und wurde mir in dem Moment richtig bewusst, dass er nur noch etwa dreißig Zentimeter von mir entfernt war. Sofort begann mein Herz an zu rasen.
„Du hast gesagt, dass die letzte Nacht... ungewohnt war. Was hast Du damit gemeint?“
Gaaah, wieso musste es ausgerechnet diese Frage sein? Warum, warum, warum? Die Antwort darauf war so peinlich. Ich lief feuerrot an und senkte den Blick. Unauffälliger ging es ja wohl nicht. Wirklich klasse Leistung, Mimi! Dafür hast Du wirklich einen Sonderapplaus verdient.
„Ich... ich...“, stotterte ich, aber ich konnte es nicht aussprechen.
„Schon gut, Mimi. Du musst es mir nicht sagen. Zumindest nicht jetzt. Du kannst es mir ja später irgendwann einmal erklären.“
Ich war in diesem Moment so dankbar, dass ich tief durchatmete. Mit Sicherheit würde er mich auslachen, wenn er davon erfuhr, dass ich fast achtzehn Jahre lang keinen Sex gehabt hatte. Das war ja auch wirklich nicht normal für eine Frau meines Alters. Aber was war heutzutage schon normal? Ich mit Sicherheit nicht.
„Hast Du denn noch eine Frage, Mimi“, fragte Severus leise.
Ich merkte, dass er ein wenig näher an mich heran gerutscht war, doch jetzt war es mir nicht mehr unangenehm. Irgendetwas hatte sich geändert, wahrscheinlich die Tatsache, dass ich mich geöffnet hatte und dass wir beide noch immer durch unsere Ketten miteinander verbunden waren. Vielleicht war das auch der Grund, dass ich endlich über die Tatsache hinweg sehen konnte, dass er mich betrogen hatte. Ich spürte zwar immer noch einen Schmerz, aber da war auch noch etwas anderes. Sehnsucht? Ich wusste es nicht, konnte das Gefühl nicht so wirklich einordnen.
Doch Severus wartete noch immer auf eine Frage. Ich durchforstete mein Gehirn nach etwas unverfänglichem, aber so auf die Schnelle ging das nicht. Deswegen fragte ich das erste, was mir in den Sinn kam.
„Was hast Du denn eigentlich in den letzten Jahren so getrieben?“
Oje, musste ich denn unbedingt dieses Wort wählen? Das hatte ich ja ganz super hin gekriegt, aber jetzt war es schon heraus und ich konnte es nicht mehr zurück nehmen. Na ja, scheiß drauf.
Auch Severus schien die Zweideutigkeit in meiner Frage durchaus heraus gehört zu haben, denn er grinste von einem Ohr bis zum anderen. Na ganz toll! Da war ich ja in ein ganz schönes Fettnäpfchen getreten. Typisch Mimi halt.
„Meinst Du damit irgendetwas spezielles“, wollte er wissen. „Also, ich habe meine Schüler drangsaliert, Albus in den Wahnsinn getrieben und Tag und Nacht an Dich gedacht. Mehr war da nicht.“
„Aber Du hattest doch sicher mal eine Freundin, oder?“
Das interessierte mich natürlich brennend, auch wenn es mich natürlich überhaupt nichts anging. Aber meine Neugier war einfach viel zu groß.
„Nein, hatte ich nicht“, antwortete er und wirkte dabei ziemlich aufrichtig. „Mir war einfach nicht danach. Ich wollte keine außer Dich.“
Oh, das überraschte mich jetzt doch. Das hatte ich nicht erwartet. Hatte er sich etwa für den gleichen Lebensstil entschieden wie ich? Das konnte ich mir fast nicht vorstellen. Immerhin war er ein Mann und Männer mussten ab und an einmal Druck ablassen. Handbetrieb reichte da nicht immer.
„Aber Du hattest doch sicher Sex, oder“, platzte ich heraus, bevor ich richtig darüber nachgedacht hatte und erntete ein weiteres fettes Grinsen.
„Ja, hatte ich (Wusste ich es doch)“, erwiderte er. „Aber das waren alles nur Schlampen.“
„Bitte?“
„Was ist denn?“
„Na, das ist aber nicht gerade freundlich von Dir. Das waren sicherlich Frauen, die gerne etwas mit Dir angefangen hätten und Du beschimpfst sie.“
„Nein, Mimi, Du verstehst mich falsch. Diese Frauen wollten mit Sicherheit nichts von mir, außer mein Geld.“
„Wie darf ich das denn verstehen?“
„Es waren Nutten, Huren, Schlampen, Schnallen, Prostituierte. Such Dir was aus.“
„Du... Du... Du hast für Sex bezahlt?“
Boah, das war ja der Hammer. Das hätte ich NIEMALS von ihm erwartet. Irgendwie war das eklig, aber wenn ich den Faden weiter spannte, dann war das auch irgendwie süß. Er war keine Beziehung eingegangen und das wegen MIR?!
„Ja, das habe ich. Ich wollte einfach mit niemandem zusammen sein, aber ganz ohne konnte ich auch nicht. Ich meine, stell Dir mal vor, das wäre doch ganz schön strange, wenn jemand, der Sex bereits praktiziert hat, achtzehn Jahre lang abstinent bleibt.“
Oh Gott, ich will sterben. Ich war strange in seinen Augen. Ich könnte im Erdboden versinken vor Scham. War mir das peinlich. Ich musste dringend versuchen, wieder von diesem Thema weg zu kommen, aber ich wusste nicht wie. Ich war sprachlos und mit Sicherheit rot wie eine Tomate.
„Mimi, was hast Du denn? Du bist ja ganz rot.“
„N... n... nichts.“
Ich will hier weg. Und zwar ganz schnell. Bevor noch etwas schlimmeres passiert.
„Das kannst Du jemandem erzählen, der Dich nicht so gut kennt. Also, was ist los? Findest Du es eklig? Bitte, Mimi, ich muss wissen, was Du denkst.“
„A... a... alles okay.“
Meine Stimme klang ganz piepsig. Himmel, tu Dich auf und verschlinge mich.
Ich wagte es nicht, Severus anzusehen. Doch da hatte ich die Rechnung ohne ihn gemacht. Er legte einen Finger unter mein Kinn und schob meinen Kopf in den Nacken, sodass ich ihn anschauen musste.
„Ich sehe doch, das irgendetwas nicht mit Dir stimmt. Sag es mir. Was ist es? Kann ich Dir irgendwie helfen?“
„Ich... ich... Du... Du findest mich strange.“
So, es war raus. Jetzt hatte ich auch noch das letzte bisschen Würde verloren, das ich gehabt hatte. Könnte mich jetzt bitte jemand umbringen? Und das bitte, bevor Severus zu lachen anfängt. Das würde ich nämlich ohnehin nicht überleben.
„Wieso sollte ich Dich strange finden?“
„Na ja, weil... Du hast gesagt, dass... Oh Gott!“
Ich senkte den Blick. Ich konnte es einfach nicht aussprechen. Es war mir viel zu peinlich.
„Was habe ich denn gesagt? Doch nur, dass...“ Da schien ihm ein Licht aufzugehen. Schnellchecker! „Großer Gott, Mimi, willst Du mir damit sagen, dass Du in der ganzen Zeit mit keinem Mann geschlafen hast?“
Tränen stiegen mir in die Augen. Gleich würde er zu Brüllen anfangen vor Lachen. Ich war eine Witzfigur in seinen Augen. Ganz bestimmt. Und dennoch schüttelte ich kaum merklich den Kopf. Er musste die Wahrheit erfahren, das war ich ihm irgendwie schuldig, weil ich ihn doch so lange ignoriert hatte.
„Das kann doch nicht sein“, rief er aus und ließ mich los. „Du hast doch sicher mit dem einen oder anderen...“
Doch wieder schüttelte ich den Kopf, diesmal kräftiger.
„Warum“, wollte er wissen.
„Ich... ich...“, stotterte ich. „Ich wollte nichts mehr fühlen, wollte die Liebe aus meinem Leben verbannen. Und Sex geht nicht ohne Gefühle für mich. Keiner, der sich angeboten hätte – und da gab es durchaus welche – kam für mich in Frage. Ich wollte es einfach nicht. Und mit Sicherheit hätte ich jeden zwangsläufig mit Dir verglichen. Das konnte ich nicht ertragen.“
Und bevor ich noch ein weiteres Wort sprechen konnte, zog Severus mich an sich und mein Kopf ruhte auf seiner Brust.
„Oh Mimi, Du Goldstück, meine Liebe, mein Leben. Wie kommst Du nur auf die Idee, dass ich Dich deswegen für seltsam halten könnte? Wenn ich ehrlich bin, dann fühle ich mich geehrt, dass Du darauf verzichtet hast. Das macht Dich nur umso liebenswerter.“
Die Tränen suchten sich jetzt ihren Weg nach draußen. Ich war so froh, in seinen Armen zu liegen und seinem Herzschlag lauschen zu dürfen. Wie sehr hatte ich dieses Geräusch vermisst. Auch das wurde mir erst jetzt klar. Mimi, die Schnellcheckerin.
Severus streichelte mir sanft über den Kopf und gab mir ein klein wenig Zeit, um mich zu beruhigen. Doch irgendwann hielt er es nicht mehr aus. Er schob mich leicht von sich und blickte mir tief in die Augen.
„Mimi, ich... ich...“, meinte er zögerlich. „Darf ich Dich küssen?“
Und schon wieder hörte ich auf mein Herz. Jetzt hatte es endlich einmal die Führung übernommen und es war mir nur recht. Ich hatte viel zu lange auf meinen Kopf und auf meine innere Stimme gehört. Damit musste auch einmal Schluss sein. Wenigstens kurzzeitig.
Und genau aus diesem Grund nickte ich und flüsterte „Ja“.
„Oh Mimi“, seufzte Severus auf und wirkte so glücklich wie noch nie. „Ich liebe Dich!“
Dann beugte er sich nach vorne und legte seine warmen, weichen Lippe sanft auf meine. Und ich genoss es sehr, denn dieser Kuss schmeckte eindeutig nach mehr.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Luna ist auch eine Person, in die ich mich von Anfang an verliebt habe. Sie gibt der Handlung einen wichtigen, neuen Anstrich und sie lässt Harry Dinge anders betrachten. Ich war ihr wirklich von Anfang an verfallen.
Michael Goldenberg