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Bat in my heart - Kapitel 31: Der schwerwiegende Fehler des Zaubertrankprofessors

von Dilli

Ich wartete nicht lange und fragte mich auch nicht, was ich tun sollte. Ich drehte mich sofort auf der Stelle und apparierte vor das schmiedeeiserne Tor, das die Grenze zum Schulgelände darstellte. Etwa zweihundert Meter vor mir sah ich eine dunkle Gestalt, die mit wehendem Umhang auf das Schloss zu rannte.
„Severus, bitte warte“, rief ich meinem Liebsten hinterher und lief los.
Ich wusste, dass ich ihn nicht einholen würde, doch trotzdem gab ich nicht auf. Ich musste diese Sache mit ihm klären, ob er wollte oder nicht. Aber er musste die Wahrheit erfahren, musste wissen, warum ich so gehandelt, ihn angelogen hatte. Ich hatte doch nicht meinen besten Freund – und das war Sirius für mich – ans Messer liefern und den Auroren übergeben können, um dann dabei zuzusehen, wie man ihn zurück ins Gefängnis schleifte. Was wäre ich für ein Mensch, wenn ich das zugelassen hätte? Ich glaube, ich hätte mir selbst nie mehr ins Gesicht sehen können, wenn ich das getan hätte.
Und genau so musste ich es Severus erklären, auch wenn ich mir jtzt schon sicher war, dass er mich nicht verstehen würde. Dafür saß sein Hass gegen Sirius einfach zu tief, aber ich musste irgendetwas tun. Ich wollte ihn immerhin nicht verlieren, doch ich wusste selbst, dass unsere Beziehung gerade auf Messers Schneide stand. Severus war fuchsteufelswild, doch ich war bereit, mich seinem Zorn zu stellen. Auch wenn er mich anbrüllte... Ich war gerne bereit, das in Kauf zu nehmen, wenn wir nur zusammen bleiben konnten.
„SEVERUS“, schrie ich noch einmal.
Doch es war sinnlos. Ich war mir sicher, dass er mich hören konnte – mein Organ überhört man nicht so schnell – aber er blieb einfach nicht stehen. Wahrscheinlich wollte er nicht mit mir sprechen, sondern einfach nur seine Ruhe haben. Ich konnte ihn sogar verstehen. Ich, seine Freundin, hatte ihn die ganze Zeit belogen und jetzt auch noch seinen Erzfeind gedeckt und beschützt. Mir hätte das mit Sicherheit auch nicht gefallen. Aber ob er wollte oder nicht, wir würden diese Sache jetzt klären.
Deswegen beschleunigte ich noch einmal das Tempo, auch wenn mich das kein Stückchen näher an meinen Liebsten heran brachte. Er erreichte soeben das Schlossportal und schritt hindurch ohne sich einmal nach mir umzudrehen. Na toll, vielen Dank auch. Da renne ich Dir schon hinterher und schreie mir die Lunge aus dem Leib und Du hältst es nicht einmal für notwendig...
Doch meine Gedanken hielten sofort inne, als meine innere Stimme anfing zu sprechen. Jetzt endlich kannst Du ihn verstehen! Hatte ich das nicht selbst schon oft genug gemacht? War ich nicht selbst schon oft genug vor Severus davon gelaufen und er war mir hinterher gerannt? Es war kein angenehmes Gefühl, das musste ich zugeben, aber... Er hatte mir auch nie eine Wahl gelassen. Ich war immer nur in Situationen davon gerannt, in denen es keinen Ausweg gegeben hatte. Zum Beispiel als er mich im Wald vor seinen Freunden gerettet, aber gleichzeitig über mich abgezogen hatte. Den Satz „Die würde ich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen“ oder so ähnlich würde ich nie vergessen. Damals war ich davon gerannt, ja, aber nur, weil ich seine Erklärungen diesbezüglich nicht hätte anhören können, ohne selbst verletzt zu werden.
Diese Situation hier war ganz anders. Diese hier konnte geklärt werden. Es hatte Severus ja nicht persönlich betroffen. Ich hatte lediglich meinen besten Freund... ihm vorgezogen. Scheiße, ich war doch ein Schaf. Natürlich musste Severus sauer auf mich sein. Ich hatte ihn nicht nur belogen, sondern mich auch noch gegen ihn gestellt. Aber wir mussten diese Sache trotzdem klären, wenn wir weiterhin zusammen bleiben wollten. Und das wollte ich mehr als alles andere auf der Welt.
Ich erreichte die Stufen, die zum Portal nach oben führten und rannte sie nach hinauf. Natürlich schaffte ich es auch dieses Mal wieder zu stolpern und der Länge nach auf die Fresse zu fallen. Das war ja so was von klar gewesen und das obwohl ich flache Schuhe trug. Wenn ich es einmal eilig hatte... Ich rammte mir die Kante einer Stufe genau in den Brustkorb und ein stechender Schmerz schoss durch meine Rippen. Mir blieb fast die Luft weg, doch ich hatte jetzt keine Zeit, einen auf Mimose zu machen. Ich musste zu Severus, bevor der noch irgendeinen Blödsinn anstellte. Ich rappelte mich auf, achtete nicht auf den Schmerz, den mir das Atmen bereitete und lief weiter. Langsamer jetzt, um nicht noch einmal zu stürzen. Dafür hatte ich jetzt wirklich keine Zeit.
Ohne weitere Unfälle erreichte ich die Eingangshalle und wandte mich nach rechts, um zur Tür zu gelangen, die in die Kerker führte. Ich blieb kurz stehen um zu lauschen, ob ich auch den richtigen Weg einschlug. Und tatsächlich konnte ich Severus' Schritte in den steinernen Fluren der Kerker ausmachen. Er lief ziemlich schnell und allein an dem Klang, wie er die Fersen in den Boden rammte, konnte ich erkennen, dass er stocksauer war. Oh oh, das würde nicht leicht werden, aber ich hatte keine andere Wahl.
Diese Gedanken gingen innerhalb einer Sekunde durch meinen Kopf und ich lief schon weiter, bevor ich mich überhaupt richtig dazu entschlossen hatte. Ich sprintete durch die Tür, hastete die Treppe nach unten und rannte die Gänge entlang. In meiner Brust stach es wie verrückt, aber ich ignorierte die Schmerzen. Darum konnte ich mich später auch noch kümmern, wenn ich die Sache mit Sev bereinigt hatte. Das war jetzt wesentlich wichtiger als eine angeknackste Rippe.
Da hörte ich vor mir eine Tür zuschlagen und ich wusste, dass Severus sich in seinem Schlafzimmer verbarrikadiert hatte. Sehr schön, dort hatte ich wenigstens eine Chance, ihn herum zu kriegen. Glaubte ich zumindest, auch wenn ich mir nicht ganz sicher war. Wenn mein Liebster in so einer Verfassung war, dann war er unberechenbar. Ich konnte dann nie so wirklich sagen, wie er reagieren würde. Vielleicht würde er nachgeben, vielleicht aber auch nicht. Ich musste nur vorsichtig sein und durfte ihm keine großartigen Vorwürfe machen.
Ich erreichte die SchlafzimmertĂĽr und es fiel mir mittlerweile schwer, richtig zu atmen, da der Schmerz einfach nicht nachlassen wollte. So ein Mist aber auch. Gut, wenn das hier erledigt ist, dann werde ich nach oben in den KrankenflĂĽgel gehen und nachsehen lassen, was da nicht passt. Nicht, dass ich mir doch eine Rippe gebrochen hatte oder so. Bei Mimi weiĂź man das nie so genau...
Ich hob meine Hand, die ich zur Faust geballt hatte, und klopfte kräftig an die Tür. Ich wartete kurz, doch drinnen rührte sich nichts, auch wenn ich Severus deutlich mit einem Glas herum hantieren hörte. Na klar, kaum gab es ein Problem, da saufte er auch schon wieder. Das war so typisch und eine Eigenschaft von ihm, die ich gar nicht leiden konnte.
Ich klopfte noch einmal, aber wieder erfolgte keine Reaktion. Ich versuchte nun, selbst die Tür zu öffnen, doch die Türklinke gab nicht nach. Er hatte sich doch tatsächlich eingesperrt.
„Severus, bitte mach auf“, rief ich und schlug nun kräftiger gegen das Holz.
Er sagte immer noch nichts, doch ich konnte hören, wie er kräftig seufzte. Wahrscheinlich hatte er gerade einen tiefen Schluck aus seinem Whiskyglas genommen und versuchte zwanghaft, mich zu ignorieren.
„SEVERUS!“
Wenn etwas nicht zu meinen Stärken gehörte, dann war es geduldig zu sein. Ich hasste es, wenn man mich warten ließ. Deswegen war ich selbst auch immer extrem pünktlich. Gut, Ausnahmen gab es immer wieder. Doch jetzt stand ich hier vor einer Tür in den Kerkern und kam mir vor wie der letzte Depp.
„Severus Snape, Du sturer Esel“, schrie ich jetzt schon fast. „Mach jetzt endlich diese verfickte Tür auf.“
„Nein“, kam es leise von drinnen, doch ich hörte es trotzdem.
„Wie nein? Severus, bitte, ich will doch nur mit Dir reden.“
„Nein!“
„Bitte!“
„Lass mich einfach in Ruhe, Marie!“
Oh oh, das klang gar nicht gut. So etwas hatte er doch noch nie gesagt. Er wollte doch eigentlich immer in meiner Nähe sein. Aber jetzt... Kommt ja überhaupt nicht in Frage. Ich lasse mich nicht einfach so abwimmeln. Darauf kann er lange warten. Ich würde nicht eher ruhen, bis die Sache geklärt war.
„Mach auf“, kreischte ich jetzt und schlug noch einmal gegen die Tür.
„Nein“, kam die erwartete Antwort. „Verschwinde einfach.“
Ich sollte verschwinden? Nie im Leben. Ich wollte ihn nicht verlieren.
„Severus Snape, Du öffnest sofort diese verdammte Tür, sonst...“
„Sonst was?“
„Sonst lässt Du mir keine andere Wahl als Gewalt anzuwenden.“
Es erfolgte keine Reaktion und ich wusste, dass er dort drinnen saß und mit sich selbst kämpfte. Einerseits wollte er seine Ruhe haben, aber andererseits wollte er mich auch nicht gehen lassen. Doch anscheinend überwog sein Zorn, denn jetzt war er es, der laut rief.
„VERSCHWINDE!“
Dieses eine Wort tat so weh, dass ich zurück taumelte. Ich konnte den Schmerz, den es in mir auslöste fast körperlich spüren, es riss mein Herz beinahe in zwei. Ich wagte noch einen allerletzten Versuch. Ich konnte einfach nicht aufgeben, weil ich ihn nicht verlieren wollte, doch ich sah mittlerweile selbst ein, dass es keinen Sinn hatte. Wenn Severus nicht mit mir reden, geschweige denn mich sehen wollte, dann musste ich wohl oder übel aufgeben.
„Bitte, Severus, ich flehe Dich an, lass mich rein. Ich möchte Dir doch nur alles erklären. Mehr verlange ich gar nicht. Bitte, lass mich Dir die Wahrheit sagen. Wenn Du dann immer noch nicht willst, dass ich bleibe, dann werde ich auch gehen. Das verspreche ich Dir, nur... Bitte!“
Es kam schon fast einem Betteln gleich – etwas, was ich hasste wie Hölle und Pest – aber ich sah keine andere Möglichkeit. Sicher hätte ich einfach die Tür in die Luft sprengen können, aber das wäre nicht richtig gewesen. So hätte ich meinen Liebsten erst recht zur Weißglut gebracht, weil ich seine Privatsphäre nicht respektierte und das wäre dann doch ziemlich kontraproduktiv gewesen. Gespannt wartete ich auf seine Antwort, die ich lange nicht bekam. Ich hörte nur Severus' stockenden Atem von drinnen. Dann seufzte er auf und ich dachte schon, ich hätte gewonnen, doch dann...
„Sieh es endlich ein, Mimi“, sagte er zuerst ziemlich beherrscht, doch jedes weitere Wort, das er sprach, kam schärfer heraus. „Ich WILL nicht mit Dir sprechen. Ich habe vorhin wahrlich genug gehört. Das war einfach zu viel des Guten. Deswegen... HAU ENDLICH AB!“
In diesem Moment zerriss mein Herz. Tränen stiegen mir in die Augen und liefen über. Ich musste den Kampf aufgeben, zumindest vorerst. Vielleicht, wenn er sicher wieder beruhigt hatte... Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drehte ich mich um und lief davon. Mein Brustkorb tat weh, doch das war nichts im Vergleich zu dem Schmerz, den ich verspürte, weil Severus mich abgewiesen hatte. Ich konnte und durfte ihn nicht verloren haben. Nicht wegen einer solchen Kleinigkeit, nicht deswegen, weil ich mich für das richtige entschieden hatte. Bitte, bitte, bitte, lieber Gott oder wer auch immer, lass ihn nicht Schluss machen. Ich liebe ihn doch so sehr. Mehr als alles andere auf der Welt und ich werde wirklich alles tun, um ihn halten zu können.

**************************************************************

Schon als ich Mimis Schritte hörte, die sich langsam von meiner Tür entfernten, hätte ich am liebsten klein bei gegeben. Nur zu gern wäre ich zur Tür gerannt, hätte sie aufgerissen und hätte den Namen meiner Liebsten gerufen. Sie hätte sich langsam umgedreht und mich wahrscheinlich mit Tränen in den Augen angeschaut. Ich wäre auf sie zugestürmt, hätte sie an mich gedrückt und hätte ihr gesagt, dass ich ihr das ganze verzieh, bevor ich sie leidenschaftlich küsste.
Aber es ging einfach nicht. Die Enttäuschung saß zu tief und ich wusste, dass ich das richtige tat. Ich brauchte diese kurze Auszeit, auch wenn ich mich damit nur selbst verletzte. Ich fühlte mich von Mimi belogen und verraten. Sie hatte einen gesuchten Schwerverbrecher versteckt und sich dann auch noch gegen mich, ihren Partner, gestellt, nur um ihn zu beschützen. Und das wegen Black, diesem arroganten Vollpfosten. Wieso war ausgerechnet er Mimis bester Freund? Das konnte ich wirklich nicht verstehen. Er, der mich in meiner ganzen Schulzeit gequält, malträtiert und verarscht hatte. Nie werde ich diese ersten Tage vergessen, nachdem Mimi mir und Hogwarts für immer – so hatte es den Anschein – den Rücken gekehrt hatte. Als ich Black nach diesem Verlust das erste Mal alleine begegnet war, hatte er mich erst zur Schnecke gemacht und dann auch noch Salz in die offene Wunde meines Herzens gestreut.
„Das hast Du ja wirklich ganz toll hin gekriegt, Schniefelus“, hatte er mich angezischt und mich mit seinem Zauberstab bedroht.
Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass er sich dafür einen Zeitpunkt ausgesucht hatte, wo kein Schüler oder Lehrer zugegen war. Natürlich nicht, denn es war abends gewesen und er hatte mir im Zaubertrankkerker aufgelauert, wo ich weiter an meinem Experiment, aus dem schließlich der Wolfsbanntrank entstand, gearbeitet hatte. Natürlich hatte dieses elende Arschloch gewusst, wo er mich finden würde, immerhin hatte Mimi sehr viel Zeit hier mit mir verbracht. Doch ich war erst einmal so perplex, ihn dort unten zu sehen, dass ich keinen Ton heraus brachte. Zudem hatte mich der Schmerz, meine große Liebe verloren zu haben, gelähmt.
„Ich darf Dir hiermit ein Zertifikat für absolute Blödheit ausstellen“, hatte er weiter auf mir herum gehackt. „Du hast es geschafft, das wohl tollste und liebste Mädchen, das es jemals an dieser Schule gegeben hat, von hier zu vergraulen. Wie kann man nur so bescheuert sein und sie nicht halten, wenn sie abhauen will? Gerade jetzt bräuchte sie einen Menschen, den sie liebt, mehr denn je, aber nein, Du lässt sie ja einfach ziehen. Was meinst Du eigentlich, was Mimi sich jetzt alles antun könnte, jetzt da sie ganz alleine da steht?“
Zuerst hatte ich es nicht so wirklich verstanden. Was wollte er von mir? Warum warf er mir Dinge vor, die er unmöglich wissen konnte? Denn ich war mir sicher, dass Mimi Black niemals von meinem Ausrutscher erzählen würde. Dazu waren sie nicht gut genug miteinander befreundet gewesen, zumindest damals noch nicht. Aber es gab jemandem, dem sie davon erzählt hätte. Filou, ihrem weißen Schäferhund und da sich auch Black in einen Hund verwandeln konnte, konnten die beiden auch sicher miteinander kommunizieren. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, hatte Black mir so die bittere Wahrheit auch noch ins Gesicht geschleudert.
„Mimis Eltern sind tot und Du hast nichts besseres zu tun, als Deinen mickrigen Schwanz in Deine Exfreundin zu stecken. Du bist wirklich widerlichster Abschaum von der ganz übelsten Sorte, Schniefelus. Kein Wunder, dass Mimi lieber zurück in die Pampa geht, um Froschschenkel zu fressen, als auch nur eine Sekunde länger hier zu bleiben, wo sie Dir miesem Aasgeier ständig über den Weg laufen würde.“
Seine Worte hatten so weh getan, denn ich hatte gewusst, dass er recht hatte. Es war noch mindestens eine halbe Stunde lang weiter gegangen, in der ich so einige Beleidigungen hatte ertragen müssen. Das war das schlimmste, das Sirius Black mir je angetan hatte, denn er hatte mir nichts als die reine Wahrheit gesagt. Doch genau das war eine Tatsache, die ich ihm nicht verzeihen konnte, denn er hatte es eher begriffen als ich. Ich war ein Nichts, nicht einmal den Dreck unter Mimis Fingernägeln wert.
Und genau aus diesem Grund, war es auch so schlimm für mich, dass Mimi sich heute gegen mich gestellt hatte, denn sie hatte mir somit gezeigt, dass Black etwas besseres zu sein schien, dass er mehr wert war. Klar, er war ja auch immer für sie da gewesen, zumindest per Brief oder wie auch immer. Während ich... auf ganzer Linie versagt und sie enttäuscht hatte.
Aber dachte Mimi wirklich so oder wollte sie mich einfach nur vor einem Blödsinn bewahren? Was wäre wenn – und alles in mir wehrte sich dagegen, so zu denken – es wirklich so war, wie Mimi gesagt hatte? Wenn Black wirklich unschuldig war? Wäre es dann nicht falsch, ihn auszuliefern, nur um meiner eigenen Rache Willen? Ich glaubte fast, dass Mimi nur das hatte verhindern wollen. Und immerhin war sie mir hinterher gelaufen und nicht bei Black geblieben, also musste ich ihr auch wichtig sein.
Doch ich musste erst einmal wieder einen klaren Kopf bekommen, bevor ich mich einer Ausrede mit ihr stellte. Ich hatte nicht vor, sie zu verlassen. Gott bewahre, das wäre ja, als würde ich mir mein eigenes Herz heraus schneiden. Nein... Ich brauchte diese Auszeit nur, um Mimi zu schützen, denn ich wusste, wie ich jetzt reagiert hätte, wenn wir die Sache jetzt gleich geregelt hätten. Ich hätte sie angebrüllt, verletzt und sie somit vielleicht für immer verloren. Nein, so war es definitiv besser. Ich brauchte einfach ein bisschen Zeit, um das Gefühl, verraten worden zu sein, zu bekämpfen, dann konnten wir das klären. Ich hoffte nur, bis dahin war es nicht zu spät.

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Ich hatte nahezu die schlimmste Woche meines Lebens hinter mir. Wieso nur nahezu? Na ja, ganz einfach, weil nichts diese furchtbare Zeit im Januar 1977 ĂĽbertrumpfen konnte. Und doch war diese Woche fast genauso entsetzlich.
Severus redete die ganze Woche lang nicht ein Wort mit mir und das, obwohl ich es mehr als nur einmal versucht hatte. Nachdem ich am Sonntag die Kerker verlassen hatte, war ich zuerst in den Krankenflügel marschiert, um meine Verletzung heilen zu lassen, die ich mir bei meinem glorreichen Sturz zugezogen hatte. Tatsächlich waren zwei Rippen geprellt und eine angebrochen gewesen. Wie ich das schon wieder geschafft hatte, wusste ich auch nicht. So was brachte anscheinend nur ich fertig.
Danach war ich in meine Gemächer gegangen und hatte mich abzulenken versucht. Ich hatte mir ein Buch genommen und gelesen, Aufsätze von meinen Schülern korrigiert, mich auf den nächsten Tag vorbereitet... Es war sinnlos gewesen. Ständig waren meine Gedanken um Severus gekreist. Als es dann Zeit fürs Abendessen gewesen war, war ich nach unten gegangen, aber mein Schatz war nicht aufgetaucht. Das hatte ich erwartet. Die ganze Nacht hatte ich nicht schlafen können, weil er mir fehlte und weil ich mich ständig fragen musste, ob es jetzt vorbei war oder nicht. Ich hatte ihn erst am Montag beim Frühstück wieder gesehen, doch Severus hatte mich genauso ignoriert wie ich ihn, als ich zurück nach Hogwarts gekommen war.
Und so ging das die ganze Zeit. Er tat fast so, als existierte ich gar nicht, obwohl ich ihn ansprach, anbettelte, an schrie und so weiter. Es erfolgte nie eine Reaktion. Ich hatte auch mehrmals versucht, ihn auf die Seite zu ziehen und ihn dazu zu zwingen, mit mir zu reden, doch es war sinnlos. Er wollte einfach nicht. Am Mittwoch hatte ich ihm dann sogar einen Brief geschrieben, aber ich hatte bis zum heutigen Freitag keine Antwort darauf bekommen.

Lieber Severus,

ich weiß nicht mehr weiter. Es macht mich mehr als nur fertig, dass Du nicht mehr mit mir sprichst und so tust, als gäbe es mich gar nicht. Was soll ich denn noch tun, damit Dir endlich bewusst wird, dass mir diese Sache unendlich leid tut? Mir ist sehr wohl klar, dass der Fehler nur bei mir liegt. Ich hätte Dich nicht anlügen dürfen. Aber was hättest Du denn an meiner Stelle getan? Was hättest Du gemacht, wenn ich Avery oder sonst einen von Deinen Jugendfreunden in Bedrängnis gebracht hätte? Hättest Du anders reagiert? Hättest Du nicht auch alles getan, um Deinen Freund zu beschützen?

Bitte, Severus, ich möchte diese Angelegenheit mit Dir klären. Aber wie soll das denn funktionieren, wenn Du mich ignorierst? Bitte, mache nicht die gleichen Fehler wie ich noch vor ein paar Wochen. Du müsstest doch selbst am besten wissen, wie weh das tut.

Ich sage es jetzt ein letztes Mal: ES TUT MIR LEID! Bitte verzeihe mir oder sei wenigstens so ehrlich und sage es mir, wenn Du es nicht kannst, denn diese Ungewissheit halte ich nicht mehr länger aus. Oder sag mir, was ich tun soll, weil ich alles tun werde, um Dich nicht zu verlieren. Denn ob Du es glaubst oder nicht: ICH LIEBE DICH!

Mimi


Ich wartete und wartete, aber ich bekam keine Antwort oder keine Reaktion darauf, ob er den Brief überhaupt erhalten hatte. Ich schlief in den darauf folgenden Nächten fast überhaupt nicht und so war ich heute Morgen extrem gerädert. Ich brachte den Vormittag so gut es ging hinter mir, doch gegen Mittag ging mir einfach die Kraft aus und ich beendete vorzeitig den Unterricht. Ich ließ das Mittagessen ausfallen und zog mich in mein Schlafzimmer zurück, wo schon mein Kleid für den heute stattfindenden Weihnachtsball am Schrank hing. Ich hatte eigentlich überhaupt keine Lust darauf, da ich dort ohnehin nur wieder von Severus ignoriert wurde, aber leider war dieses Fest auch für mich eine Pflichtveranstaltung, also konnte ich mich nicht davor drücken.
Um dort nicht einzuschlafen – das wäre wirklich zu peinlich gewesen (Eine schnarchende Mimi auf dem Weihnachtsball ging gar nicht) – legte ich mich also auf mein Bett und versuchte verzweifelt zu schlafen. Aber es wollte mir nicht gelingen, obwohl ich so müde war, dass ich vermutlich drei Jahre lang durchschlafen könnte. Nur leider spielte mein Kopf da nicht mit. Kaum hatte ich die Augen geschlossen, tauchte auch schon wieder Severus' Bild vor meinem inneren Auge auf. Doch ich sah nicht den lieben, netten Mann, der mich in der Nacht – oder oftmals auch am Tag – mit einer Leidenschaft liebte, dass ich regelmäßig den Verstand verlor. Nein, ich sah die böse, grimmige Fledermaus, deren Blick mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Severus hatte mich in dieser Woche zwar nicht so angeschaut – er hatte mich nicht eines verdammten Blickes gewürdigt – aber ich wusste, dass er es getan hätte, wenn seine Augen auf meine treffen würden.
Ich schmiss mich von einer Seite auf die andere, doch an Schlaf war nicht zu denken, wie auch schon in all den Nächten seit Sonntag. Ich war so müde und fand doch keinen Schlaf. Ich wusste auch, dass ich das erst wieder tun könnte, wenn ich endlich Bescheid wusste, wie es mit Sev und mir weiter gehen würde, denn es war, wie ich in meinem Brief geschrieben hatte: Die Ungewissheit machte mich fertig! Jetzt konnte ich mehr als nur verstehen, wie es ihm in diesen dreieinhalb Wochen ergangen war, in denen ich kein Wort mit ihm gesprochen hatte. Gott, war ich grausam zu ihm gewesen. Ich hielt ja nicht einmal eine Woche, oder besser gesagt fünf Tage, aus.
Ruckartig setzte ich mich auf. Es war genug. Ich konnte nicht mehr. Ich würde jetzt nach unten in seinen Kerker gehen und endlich eine Antwort einfordern und es war mir scheißegal, ob er eine Unterrichtsstunde zu geben hatte oder nicht. DAS hier war definitiv wichtiger, als irgendwelchen Schülern einen Schwachsinn über Zaubertränke einzuprügeln. Hier ging es um unsere Zukunft und da würde ich nicht klein bei geben, ehe ich endlich eine Antwort von der Fledermaus erhalten hatte. Nein, da musste der feine Herr jetzt durch, ob er wollte oder nicht.
Ich sprang aus dem Bett und schlüpfte in meine Pumps, die ich vorhin einfach so neben mein Bett geschmissen hatte. Den dunkelblauen Hosenanzug und die weiße Bluse hatte ich anbehalten. Meine Haare sahen aus, als hätte eine ganze Vogelfamilie darin gehaust, also richtete ich sie mir schnell. Das A und O bei einer bevorstehenden schweren Aufgabe, war das richtige Auftreten. Da konnte ich es mir nicht leisten, wie eine Vogelscheuche herum zu laufen.
Ich war so nervös, dass ich am liebsten eine ganze Schachtel Zigaretten geraucht hätte, aber ich verkniff es mir. Dafür hatte ich jetzt wirklich keine Zeit. Das einzige, was ich noch tat, war meinen Zauberstab einzustecken, dann rannte ich schon zur Tür hinaus.

Ich kam genau mit dem Läuten bei Severus' Klassenzimmer an und so wusste ich, dass ich noch fünf Minuten Zeit hatte, bevor die nächste Klasse auftauchen würde. Fünf Minuten... Das würde nicht reichen, um mich mit meinem Liebsten auszusprechen, aber es war genug, um ihm meinen Standpunkt klar zu machen. Ich würde ihn dazu zwingen, mit mir zu sprechen, ob er wollte oder nicht.
Da öffnete sich die Tür und Schüler stürmten heraus. Ich konnte deutlich von einer Schülerin die Worte „Gott sei Dank haben wir das jetzt für dieses Jahr geschafft“ vernehmen. Dann lief sie mit ihren Freundinnen weiter. Ich sah den Kindern nicht hinterher, sondern konzentrierte mich auf die Aufgabe, die nun vor mir lag. Ich atmete noch ein letztes Mal tief durch und betrat dann das Klassenzimmer.
Severus stand mit dem Rücken zu mir an seinem Vorratsschrank mit den kleinen Phiolen voller Zaubertränken und wühlte darin herum. Gott, wie sehr sein bloßer Anblick mir weh tat. Er fehlte mir so sehr. Ich wollte ihn wieder haben, wollte seine Nähe und seine Zärtlichkeiten wieder haben. Doch das konnte ich erst, wenn ich diese ganze Scheiße geklärt hatte. Aber dafür musste ich erst einmal einen Ton heraus bringen.
Ich räusperte mich kurz und sagte dann einfach das erste, was mir in den Kopf kam.
„Severus, ich muss mit Dir sprechen“, meinte ich und leider kam es ziemlich zögerlich heraus und nicht giftig, wie ich es eigentlich vor gehabt hatte.
Sofort versteifte sich mein Liebster und hielt mitten in der Bewegung inne. Er hätte jetzt glatt als Statue durchgehen können. Mein persönlicher Adonis. Wenn wir in einer anderen Situation gewesen wären, hätte ich das mit Sicherheit witzig gefunden, aber jetzt stieg einfach nur eine unendliche Trauer in mir auf. Wie konnte ich, seine angebliche große Liebe, so eine Reaktion in ihm auslösen? Aua, kann ich da nur sagen. Ich konnte es nicht verhindern, dass mir in diesem Moment die Tränen in die Augen stiegen.
Langsam, fast wie in Zeitlupe drehte sich Severus zu mir um. Er schaute mich an, doch sein Blick war nicht erleichtert oder glücklich, wie ich es sonst von ihm kannte, sondern ziemlich erschrocken. Fast, als wäre ich eine böse Hexe, die gekommen war, um ihn zu verfluchen. Doch ich schluckte meinen Schmerz herunter und sprach einfach weiter, denn mein Schatz machte keinerlei Anzeichen das Wort zu ergreifen.
„Bitte, Severus“, sagte ich leise. „Ich kann nicht mehr. Ich will diese ganze Sache endlich klären. So kann es doch nicht weiter gehen. Ich kann nicht schlafen, habe keinen Hunger und ich muss immerzu nur an Dich denken. Du fehlst mir unendlich. Ich weiß, dass ich Dir hätte sagen müssen, dass ich noch Kontakt zu Sirius habe, aber ich wollte wirklich einfach nur meinen Freund beschützen. Ich will das jetzt nicht als richtig darstellen, sondern ich möchte nur, dass Du mich verstehst. Bitte, lass uns endlich miteinander reden, sonst werde ich noch verrückt. Ich will Dich nicht verlieren, Severus. Ich... ich... (Schluck) Ich liebe Dich doch!“
Bei diesem letzten Satz war meine Stimme weg gebrochen. Es tat mir so weh, dass mein Freund mich so kalt anschaute und keine Anstalten machte, irgendetwas zu tun. Er brauchte mich ja auch nicht in den Arm nehmen oder so, wenn er das nicht wollte. Er sollte nur endlich seinen Mund aufmachen. Doch er tat es nicht. Er stand einfach nur da und starrte mich an. Meine Lippen begannen zu beben, die Tränen wurden immer mehr und ich wartete, aber es kam nichts. Und da sah ich endlich die bittere Wahrheit ein. Er wollte nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich hatte es vergeigt. Jetzt war ich einmal die Dumme. Also nickte ich resigniert und drehte mich um, sodass er nicht sah, wie sich die Tränen nun ihren Weg nach draußen bahnten.
„Also schön“, flüsterte ich. „Wenn Du mich nicht mehr willst... Ich gehe und werde Dich nie wieder belästigen. Tut mir leid, dass ich Deine kostbare Zeit gestohlen habe.“
Ich ging in Richtung Tür davon, ein zitterndes Häufchen Elend. Oben im Astronomieturm würde ich mit Sicherheit zusammenbrechen, aber jetzt musste ich mich noch zehn Minuten zusammen reißen.
„Mimi“, ertönte es da hinter mir, leise, seufzend und doch konnte ich es hören. „Bitte, geh noch nicht.“
Nun war ich es, die erstarrte. Er sprach mit mir. Endlich! Langsam drehte ich mich um und sah Severus an. Er wirkte traurig und doch irgendwie auch erleichtert. Abwartend sah ich ihn an. Es dauerte eine gefĂĽhlte Ewigkeit, bis mein Liebster endlich sprach, aber er tat es.
„Du hast recht, wir müssen reden“, meinte er und bei diesen Worten trat ein seltsames Leuchten in seine Augen. „Aber jetzt geht das leider nicht. In etwa einer Minute werden die Viertklässer dieses Klassenzimmer stürmen und ich muss wieder versuchen, irgendetwas in ihre hohlen Köpfe zu bringen. Aber danach klären wir das, das verspreche ich Dir.“
Wow, was für ein Fortschritt. Ich war unendlich erleichtert. Er wollte die Sache endlich hinter uns lassen, also hatte ich vielleicht doch noch eine Chance. Ich sah Severus an und schenkte ihm ein kleines Lächeln, das er sogar erwiderte. Mein Herz machte einen Satz.
„Gut, okay“, gab ich zurück. „Soll ich dann... Ich meine, wo...“
Ich war so verwirrt, dass ich keinen vernĂĽnftigen Satz zustande brachte.
„Du kannst in meinem Schlafzimmer warten“, erwiderte Sev. „Wo das ist, weißt Du ja. Meine Zigaretten liegen auf dem Tisch, da kannst Du Dich gerne bedienen. (Woher wusste er, dass ich jetzt nach einer Kippe lechzte?)“
Er drehte sich wieder zu dem Schrank um, griff hinein und nahm irgendeine Phiole heraus. Er öffnete sie und tropfte sich drei Tropfen davon in den Mund. Ich starrte ihn fragend an. Was war das? Seit wann nahm er einfach irgendeinen Trank?
„Keine Angst, das ist nur etwas gegen Kopfschmerzen“, meinte er und lächelte mich nun deutlicher an. „Ich habe in den letzten Nächten auch nicht viel Schlaf abbekommen. Du hast mir viel zu sehr gefehlt.“
Jetzt war ich ĂĽberrascht. Gerade eben war er doch noch so kĂĽhl gewesen und jetzt kam so etwas. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Er war es doch gewesen, der mich so lange ignoriert hatte und jetzt sagte er mir, dass er mich vermisst hatte. Irgendwie sah ich darin keine Logik. Hm, aber was soll's... Severus war halt ein Mann, die mĂĽssen wir Frauen gar nicht verstehen.
„Also gut, ich gehe dann jetzt“, sagte ich und ging nun in Richtung Bürotür. Dieser Weg war viel schneller. „Wir sehen uns später.“
Doch als ich an ihm vorbei ging, packte Severus mich auf einmal am Ellenbogen. Was geht denn jetzt ab?
„Eine Sache muss ich Dir noch sagen, Mimi“, hauchte er fast. „Ich würde Dich jetzt am liebsten auf meinem Pult so richtig schön durch vögeln, sodass Dir Hören und Sehen vergeht.“
Bitte? Da stimmte doch irgendwas nicht. Severus redete nicht von Sex, wenn er sauer auf mich war. So gut kannte ich ihn dann doch. Normalerweise schaltete er dann erst recht auf stur und ich war diejenige, die den ersten Schritt machen musste. Aber jetzt... Irgendwas lief da falsch. Aber was?
In diesem Moment ging die Klassenzimmertür auf und die Schüler stürmten herein. Es waren in etwa zwanzig und ich erkannte Harry und seine Freunde unter ihnen. Sie blieben alle stehen und schauten fragend zu Severus und mir nach vorne. Klar, das war sicher ein komisches Bild, mit dem sie nie gerechnet hätten, es jemals zu Gesicht zu bekommen. Immerhin war Sev mir so nahe, wie es nur irgendwie sein kann.
„Ich meine, sieh Dich nur an, Mimi“, redete er weiter, ohne auf die Schüler zu achten. „Wie Du hier stehst in diesem Hosenanzug, der Deine Titten und Deinen Arsch so richtig gut zur Geltung bringt. Da bekommt doch jeder Lust auf Dich und vor allem ich.“
„Severus, bitte, die Kinder“, zischte ich ihn an und versuchte, mich los zu machen.
„Und? Ich bin ein Mann wie jeder andere auch. Und wenn ich Lust habe, meine Freundin zu ficken, dann tue ich das auch. Wir haben hier drinnen doch auch schon Nachhilfe in Sexualkunde praktiziert. Erinnerst Du Dich etwa nicht daran? Das können wir denen gerne einmal demonstrieren.“
Er kam näher und versuchte, mich zu küssen. Das erinnerte mich an eine unserer Nachhilfestunden, die wir hier abgehalten hatten. Da hatten wir den Ansatz eines ganz gewissen Tranks gemacht und wir waren beide danach so benebelt gewesen, dass wir... Ach Du Scheiße!!!
„Severus, gib mir das Fläschchen“, forderte ich ihn auf und streckte die Hand danach aus.
„Nein, ich will Dich jetzt viel lieber küssen und nicht mehr los lassen.“
Ich seufzte auf, nahm seine Hand mit der Phiole und riss sie ihm einfach weg. Ich lieĂź mich doch nicht von ihm aufhalten.
„Hey“, protestierte Severus und machte Anstalten, mich zu sich zu ziehen, aber ich machte zwei schnelle Schritte rückwärts.
Ich entkorkte die kleine Flasche und roch an dem durchsichtigen Trank. Er roch nach fast gar nichts, aber doch konnte ich eine leicht süßliche Note feststellen. Fast so wie flüssiger Süßstoff. Ich kannte diesen Geruch. Die Dämpfe damals hatten genauso gerochen.
„Was zur Hölle hast Du da genommen, Severus“, schrie ich ihn fast an.
„Nur ein Mittel gegen Kopfschmerzen, meine süße, kleine...“
Doch ich ließ ihn nicht ausreden, ging zum Vorratsschrank hinüber und holte ein anderes Fläschchen heraus. Als ich es öffnete und daran roch, nahm ich deutlich die frische Minze wahr, die darin verarbeitet war. Das hier war der Heiltrank, das andere war...
„So, mein lieber Herr Professor Oberschlau“, maulte ich ihn jetzt an. „Wer von uns beiden ist jetzt hier der Lehrer für Zaubertränke?“
„Na, ich“, kam Severus' promte Antwort.
„Wie kommt es dann, dass ich in der Lage bin, diese beiden Tränke auseinander zu halten und Du nicht?“
„Hääääh?“ Tolle Aussage, wirklich.
„Du hast keinen Heiltrank gegen Kopfschmerzen genommen, sondern Veritaserum, Du Held.“
Das durfte echt nicht wahr sein. Ich war mir der Blicke der Schüler durchaus bewusst, aber ich hatte jetzt dringlichere Probleme. Nämlich einen Zaubertrankprofessor, der seine tiefsten Geheimnisse ausplaudern würde, wenn man ihn danach fragte. Was sollte ich denn jetzt nur machen? So konnte er doch nicht unterrichten.
„Upsi“, riss mich mein Liebster aus meinen Gedanken und Schimpftiraden heraus. Innerlich verfluchte ich ihn nämlich.
„Ja, genau“, giftete ich zurück. „Upsi, Du hast es erfasst. So kannst Du keinen Unterricht geben, Severus. Die Schüler haben bestimmt schon längst mitgekriegt, dass da etwas nicht stimmt. Okay, mir bleibt keine andere Wahl als das selbst zu erledigen. Du gehst jetzt nach drüben in Dein Schlafzimmer und stellst ja keinen Blödsinn an und ich gebe währenddessen Zaubertränke.“
„Na, das kann ja was geben. Darin bist Du doch selbst eine Niete.“
„Halt einfach die Klappe und tu, was ich Dir sage, Severus Snape, sonst verfrachte ich Dich eigens da rüber und fessele Dich ans Bett.“
„Oh ja, das kannst Du gerne machen. Das war immer schon ein Traum von mir. Ich ans Bett gekettet und Du auf mir. Können wir das gleich mal ausprobieren? Wobei es mir auch anders herum gefallen würde.“
„Raus jetzt, Severus!“
„Aber ich will doch...“
„Ich sagte RAUS!“
„Ja, ja, ist ja schon gut. Ich warte dann nackt im Bett auf Dich, meine Kleine.“
Sprach's und verlieĂź endlich den Raum.
Oje, das durfte echt nicht wahr sein. Ich war wirklich von Idioten umgeben. Gott, war mir das peinlich. Wir waren ja immerhin in einem voll besetzten Klassenzimmer. Na super, das hatte er ja ganz toll hin gekriegt, der feine Mister Snape. Ich hoffte nur, dass die SchĂĽler nicht zu viel mitbekommen hatten, sonst waren wir heute Abend das groĂźe Thema auf dem Weihnachtsball und das konnte ich nun ĂĽberhaupt nicht gebrauchen. Der Ball!!! Heilige ScheiĂźe, ich hoffte nur, Severus war bis dahin wieder normal, sonst wĂĽrde er uns wirklich blamieren.
„Was ist denn jetzt“, keifte ein großer, schlacksiger Junge mit weißblonden Haaren. „Werden wir hier irgendwann nochmal unterrichtet? Immerhin haben wir einen Anspruch darauf.“
„Ach, sei doch still“, gab ich zurück.
Solche Vollidioten konnte ich nicht leiden. Der meinte wohl auch, er hätte die Weisheit mit vollem Löffel gefressen. Und allein sein arroganter Blick... Boah nee. So was konnte ich jetzt echt nicht gebrauchen.
„Was haben Sie gesagt“, wollte er nun wissen. „So lasse ich nicht mit mir sprechen. Sie sind immerhin keine Lehrerin dieser Schule, also lasse ich mir von Ihnen auch garantiert nichts sagen. Warten Sie nur, bis ich das meinem Vater erzähle. Der ist nämlich Vorsitzender der Eltern...“
Ich ließ ihn gar nicht weiter ausreden. Ich war schon lange genug Lehrerin, um mir so etwas nicht gefallen zu lassen. Was bildete sich der Kerl überhaupt ein? Für wen hielt der sich? Aber gut, cool bleiben Duchesse. Wäre doch gelacht, wenn Du diese Situation nicht auch noch meistern würdest.
„Es ist mir egal, wer Dein Vater ist“, unterbrach ich ihn also. „Der ist nämlich gar nicht hier. Zumindest sehe ich ihn nirgendwo. Du etwa? Du hast jetzt zwei Möglichkeiten, Freundchen. Entweder Du bleibst hier, dann möchte ich aber von Deinem Platz nicht mehr das geringste Wörtchen hören. Oder Du akzeptierst mich nicht als Deine Vertretungslehrerin, dann steht es Dir frei, den Unterricht zu verlassen.“
Im Klassenzimmer war es totenstill. Alle SchĂĽler starrten mich und den weiĂźblonden Kerl an, dessen Umhang ihn als Slytherin auswies. Ja klar, was denn auch sonst? Ein Gryffindor machte nie so einen Stress.
„Das können Sie nicht machen“, war seine Antwort. Wenn Blicke hätten töten können, wäre ich spätestens jetzt umgefallen.
„Professor Snape hat mich soeben gebeten, ihn zu vertreten, also kann ich das sehr wohl“, gab ich zurück. „Aber bitte, wenn Du gegen mich eine Beschwerde einlegen willst, kannst Du gerne zu Professor Dumbledore gehen. So, aber kommen wir nun endlich zum Unterricht.“
Ich wandte mich an die komplette Klasse und lieĂź diesen Schleimbeutel einfach links liegen.
„Mein Name ist Professor Duchesse. (Klingt das komisch!) Wie ihr vielleicht wisst, bin ich eigentlich Lehrerin an der Beauxbatons-Akademie und dort nicht wirklich für Zaubertränke zuständig. Im Gegenteil, das war auch immer mein absolutes Hassfach, als ich so alt war wie ihr, aber ich denke, zusammen werden wir das Kind schon schaukeln. Okay, was können wir heute denn machen? Ich würde sagen... Das ist vielleicht ein bisschen früh für euch, aber ich finde es ziemlich wichtig, dass ihr alles über das Veritaserum kennen lernt. Zumindest in der Theorie. Im Brauen bin ich leider auch nicht so gut. Da fehlt mir einfach die Übung. Also schön, fangen wir an. Wer kann mir denn zu diesem Trank etwas sagen?“
Die Hand von Harrys Freundin – dem Wuschelkopf – schoss nach oben. Ich merkte, wie die Klasse aufseufzte. Anscheinend wusste sie immer alles.
„Hermine, richtig“, rief ich sie auf, da sich kein anderer meldete.
„Ja genau, Professor“, sagte sie schnell und lächelte darüber, dass ich ihren Namen noch wusste. „Das Veritaserum wird umgangssprachlich auch Wahrheitselixier genannt. Wer eine Dosis dieses Trankes bekommt, kann nicht mehr anders, als die Wahrheit zu sagen. Schon drei Tropfen genügen und...“
In diesem Moment ging hinter uns krachend die Tür zu Severus' Büro auf. Ich drehte mich hastig herum und sah meinen Liebsten ins Klassenzimmer taumeln. Gott sei Dank hatte er noch seine Klamotten an, denn ich hätte für ihn nicht meine Hand ins Feuer gelegt, wenn er in so einem Zustand war. Doch war ich gerade noch erleichtert gewesen, so kam es jetzt umso schlimmer. Denn Severus torkelte wie ein Betrunkener auf mich zu und zog mich in Tanzhaltung. Dann fing er tatsächlich an zu singen.
„Sevi hat Dich lieb,
und wenn es auch kein morgen gibt,
kommt er rĂĽber und will Dich mal wieder,
Sevi hat Dich lieb.“
Ich bemerkte selbst, wie ich knallrot anlief und begann, mich gegen seine Umklammerung zu wehren. Das war zu viel. Er machte nicht nur sich, sondern auch mich zum Gespött der ganzen Klasse.
„Severus, es reicht jetzt, okay“, giftete ich ihn an. „Geh schön brav nach drüben und...“
„Oh nein, Mimi“, flüsterte er mir ins Ohr. „Ich bin jetzt heiß und ich will Dich jetzt ficken.“
„Schluss damit“, rief ich und versuchte, ihn von mir zu stoßen, doch er gab nicht nach.
Stattdessen fing er an, meinen Hals zu küssen und daran nach unten zu wandern. Auch seine Hände gingen auf die Suche. Ich wäre diesen Zärtlichkeiten, die ich so sehr vermisst hatte, mit Sicherheit erlegen, wenn wir nicht in einem Raum mit zwanzig Schülern gewesen wären. Bei so klarem Verstand war ich dann doch noch, auch wenn ich bereits deutlich das Ziehen in meinem Unterleib spürte.
„Severus, lass das jetzt“, maulte ich und schlug ihm auf die Finger, als diese versuchten, den obersten Knopf meiner Bluse zu öffnen. Hinter mir konnte ich deutlich das Gekicher der Klasse hören.
Doch mein Schatz dachte gar nicht daran aufzuhören. Ganz im Gegenteil. Jetzt presste er seine Nase zwischen meine Brüste und sog tief meinen Duft ein.
„Mmmm“, brummelte er. „Wadde hadde Du de da?“
Oh mein Gott, er war vollkommen verrĂĽckt geworden! Hilfe, ich will sterben!!!


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