
von Valkyr
« Der Schattenpakt »
8. Kapitel - Gesucht
Mittlerweile wurde die Sorge um Ron immer größer. Noch immer hatte er keine Erinnerungen an Hermine und Harry hatte gehofft, dass es sich legen würde, sobald sie in den Fuchsbau kam. Ungünstiger Weise war sie bisher nicht eingetroffen, auf Briefe reagierte sie auch nicht. Vielleicht war sie einfach noch mit ihren Eltern beschäftigt, schließlich wollte sie diese verzaubern und nach Australien schicken. Dass das nicht leicht fiel, konnte er sich denken, obwohl seine Eltern tot waren.
Eines Morgens saß er am Küchentisch. Er war der Erste, der wach gewesen war und danach auch keinen Schlaf mehr gefunden hatte. So schlürfte er seinen Orangensaft und tippte mit den Fingerspitzen eine zufällige Melodie auf der Tischplatte. Plötzlich erschrak er, als eine Eule gegen das Fenster knallte. Das musste Erol sein, die Eule der Familie Weasley. Ein komischer Kauz, der einen Hang zu Bruchlandungen hatte. Mittlerweile aber hatte Harry sich daran gewöhnt, wenn er auch immer noch zusammenschreckte, besonders, wenn er gerade erst aufgestanden war. Er stand auf und ging zum Fenster, um dem Federvieh den Tagespropheten zu entnehmen. Als Belohnung schenkte er ihm einen Butterkeks und setzte sich wieder an den Tisch, um den Propheten zu lesen. Kaum hatte er die Schlagzeilen aufgeschlagen, verschlug es ihm den Atem. Hatte er wirklich richtig gelesen?
Hermine Jean Granger wegen Anwendung des Cruciatusfluchs gesucht!
Das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Hermine würde keiner Fliege was zu Leide tun, und wenn, dann schon gar nicht mit einem der drei unverzeihlichen Flüche, da war Harry sich sicher. Er würde seine Hand dafür ins Feuer legen, dass da mehr hinter steckte, als der Tagesprophet verriet, doch las er zunächst weiter:
London - Intelligent. Wissbegierig. Zuverlässig.
So kennen die Gryffindors der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei ihre Mitschülerin Hermine Jean Granger. Eine treue Seele, wie alle sagen.
Umso größer der Schock:
Im Juli diesen Jahres, ging eine Meldung im Ministerium ein, bei dem sich vielen die Haare sträuben.
Es betraf Hermine Jean Granger.
Sie wird gesucht und soll verhört werden!
Ihr Vergehen:
Anwendung des Cruciatusfluches!
Wie oft der Fluch angewandt wurde, ist unklar, doch Fakt ist - Das Opfer war ein nichtmagischer Straftäter!
Gerüchten zufolge, soll die Tat aufgrund von Rachegelüsten stattgefunden haben, denn kurz zuvor noch soll Miss Granger über die Londoner Zeitung herausgefunden haben, dass ihre Eltern (beide Muggel), ermordet wurden.
Man geht davon aus, dass es sich hierbei um einen nichtmagischen Verbrecher handelt, was dazu beiträgt, dass Miss Granger nicht nur gegen das Gesetz verstieß, was die unverzeihlichen Flüche betrifft, sondern ebenso gegen die Auflagen, was das Angreifen von Nichmagiern angeht.
Viele Mitschüler erzählten uns etwas über Miss Granger.
„Sie war immer so lieb... Manchmal hat sie mir bei den Hausaufgaben geholfen!“, war die Aussage einer Ravenclawschülerin gewesen. „Hermine Granger? Klar, kenn ich sie! Sie ist die beste Freundin von Harry Potter. Und zudem ja eigentlich ganz süß!“, so einer aus Hufflepuff.
Keiner konnte glauben, dass diese Schülerin wirklich die Seiten gewechselt hat. Darüber kann man nur den Kopf schütteln!
Berichten zufolge, ist dies jedoch kein Einzelfall!
Viele junge Hexen und Zauberer verlieren den Glauben daran, dass der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf, besiegt werden kann. Wie viele werden noch die Seite wechseln? Und wie werden Harry Potter und seine Schulkollegen diesen seelischen Schock verkraften?
Harry drehte sich der Magen um. Seine beste Freundin... gesucht? Ihre Eltern... tot? Was ging denn noch alles vor sich? Das Schlimmste war, dass er nicht wusste, wo sie war und dass er noch nicht einmal mit Ron darüber reden konnte, da dieser sich an Hermine nicht erinnerte. Was also tun? Die Weasleys aufklären? Sie würden so oder so davon erfahren, allein schon, weil Arthur Weasley im Ministerium arbeitete und viele Kontakte dahin pflegte. Vorerst entschied Harry sich allerdings auch in dieser Sache so zu tun, als wüsste er von nichts.
So schlecht er sich auch fühlte und so weh es auch tat, dass Hermine möglicherweise die Seite gewechselt hatte (Was er dennoch nicht glaubte und einfach davon ausging, dass sie untergetaucht war!), musste er sich sein Ziel und die Aufgabe, die Dumbledore ihm gestellt hatte, weiter im Auge halten: Die Horkruxe des dunklen Lords finden und zerstören. Letztendlich ging er davon aus, dies alleine tun zu müssen. Hermine war weg und Ron zurzeit unbrauchbar. Er würde sich bald schon auf den Weg machen, bevor es noch mehr Aufruhr gab.
~
War das gerade wirklich passiert? Hermine saß auf ihrem Bett, der Blick ging ins Leere. Sie konnte noch immer nicht glauben, was gerade geschehen war. Abschätzend sah sie auf ihre rechte Hand. Sie konnte noch immer die innere Wärme der Todesserin an ihren Fingern spüren. Es war, als ob das heiße Sekret noch immer daran haften würde. Stark schüttelte sie sich und verspürte den Drang, gleich nochmal baden zu gehen. Nein... das war nicht wirklich passiert! Schnaubend ließ sie sich in ihr Kissen fallen und starrte an die Zimmerdecke.
Sie sollte besser ein wenig schlafen, bevor ihr Kopf noch explodierte. Sobald sie jedoch die Augen schloss, sah sie die Szenen wie einen Film vor sich. Sah, wie Bellatrix auf ihr saß und sich an ihr rieb, den Kopf in den Nacken warf und immerzu stöhnte. Auch sah sie, wie sie die Stellung gewechselt hatten, sie nun auf der Todesserin lag, sie die gehärteten Brustwarzen der Dunklen liebkost hatte, während sie zwei Finger tief in sie hinein stieß.
Wieder schüttelte Hermine sich und blinzelte. Nun jedoch blieben die Erinnerungen auch so vor ihrem inneren Auge haften. Es gab kein Entrinnen. Was sollte sie nur darüber denken, wie sollte sie sich fühlen? Benutzt? Ekelhaft? Am liebsten hätte sie sich übergeben, doch andererseits... Bellatrix war ungewöhnlich zärtlich zu ihr gewesen, bis es ins Hemmungslose übergesprungen war. Alles hatte damit angefangen, dass sie ihr Kleid aufheben wollte. Dann hatte sie sich allerdings Hermine zugewandt und ihre Innenschenkel gestreichelt. Das Handtuch wurde gelöst und achtlos fallen gelassen. So war sie völlig entblößt gewesen, was Bellatrix genutzt hatte, um den Unterleib der ehemaligen Gryffindor mit zarten Küssen zu versehen. Von Sekunde zu Sekunde war sie weiter hinunter geglitten, bis zum Schambereich der jungen Hexe. Quälend langsam hatte sie begonnen, sie dort mit ihrer Zunge zu liebkosen.
Hermine zitterte bei dem Gedanken daran auf und drückte die flachen Hände an ihre Schläfen, schüttelte sich wild, wandte sich hin und her, wälzte sich im Bett herum. Die Erregung, die abermals in ihr aufstieg, wollte einfach nicht verschwinden. Sie wollte das nicht fühlen. Sie wollte sich nicht wie ein Flittchen fühlen! Und schon gar nicht wollte sie sich wie Bellatrix' Lustobjekt fühlen! „Raus aus meinem Kopf, verdammt nochmal!“, schrie sie in ihr Kissen. Heiße Tränen rannten über ihre Wangen. Tränen weil sie sich schlecht fühlte... Vor allem Ron gegenüber.
Sie waren vor einigen Wochen erst zusammen gekommen und sie hatte ihm noch gesagt, dass sie Zeit bräuchte, bis sie das erste Mal miteinander schlafen würden. Und nun hatte sie ihre eigenen Prinzipien verraten, in dem sie es sich von Bellatrix hat besorgen lassen.
Von der Mörderin ihrer Eltern. Von der Frau, von der sie sich am Allerwenigsten angezogen fühlen sollte. Allerdings galten diese Tränen nicht nur dem schlechten Gewissen und der Verschmutzung, die sie erlebt hatte, sondern auch der Erregung, die sie nicht ruhen ließ. Das Gefühl wurde immer heftiger, umso mehr sie daran dachte, doch die Erinnerungen kamen und kamen, überfluteten ihren Verstand wie ein Tsunami, der eine ganze Stadt mit sich riss. Der Drang nach der Erlösung ihrer Gefühle wuchs ebenso, und noch während sie herzzerreißend schluchzte und weinte, glitt ihre Hand an ihrem Körper herab und sie krallte sich in das Laken hinein.
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