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Fanfiction

Schwarzpapier - Kapitel I - Draco und Julien

von Fuchsfeuer

Kapitel I - Draco und Julien

25.Juni 1991, früher Morgen

Malfoy Manor, Herrenhaus der sehr alten und adeligen Reinblutfamilie Malfoy, lag in der südwest-englischen Grafschaft Wiltshire, gesäumt von wilden Brombeeren auf der linken und einer hohen, sehr gepflegten Hecke auf der rechten Seite und zeugte nur so von Wohlstand und Eitelkeit. Einzig eine kleine, schmale Landstraße führte zu dem herrschaftlichen Landsitz und mündete in einer breiten Zufahrt, die von einem schmiedeeisernen Doppeltor mit abstrakten Schnörkeln und Spiralen und einem Furcht erregenden Gesicht bewacht wurde.

Dahinter lag ein breiter Kiesweg, umgeben von wunderschönen Eibenhecken, der bis zum Eingang von Malfoy Manor führte, welche seit dem 11. Jahrhundert im Besitz der Malfoy Familie war und endete in einer breiten Steintreppe. Weiße Pfauen, große, rautenförmige Fenster und ein feiner Marmorbrunnen, aus dem unentwegt kristallklares Wasser plätscherte, rundeten den äußeren Gesamtanblick ab.

Und dieses wunderschöne Herrenhaus lag in absoluter Stille. Feine, dünne Nebelschwaden kräuselten sich zu den Füßen derer, die im Auftrage der Familie unterwegs waren und eine warme Sommerbrise trocknete den feuchten Morgentau, während sanftes, melodisches Vogelgezwitscher eine wohl klingende, angenehme Atmosphäre erschufen.

Doch der sehr ehrenwerte Draco Lucius Malfoy, einziger Erbe des malfoyschen Grundbesitzes, war gelangweilt. Unzählige Möglichkeiten bot das Herrenhaus, um seine Langeweile zu verscheuen und dennoch empfand der hübsche Jüngling nicht das Verlangen eine davon in Erwägung zu ziehen.

Sein Vater, Lucius Malfoy, das derzeitige Oberhaupt der Familie Malfoy, war bereits seit wenigen Stunden außer Haus und seine Mutter Narcissa Malfoy befand sich im Speisesaal und wartete dass ihr elfjähriger, weißblonder Spross zum gemeinsamen Frühstück die Treppen hinab gestiegen kam und der wunderschönen, eleganten Hausdame Gesellschaft leistete.

Und Draco hatte durchaus vor, der Bitte seiner Mutter nachzukommen. Jedoch erwartete er noch einen Brief, dem ihm sein schwarz gefiederter Brillenkauz Apollo in den nächsten paar Minuten überbringen sollte. Seit kurzem pflegten er und sein bester Freund Julien Regulus Black wieder regelmäßigen Briefkontakt, da sie beim Flohen keine ruhige Minute miteinander hatten, weil ständig jemand aus ihren beider Familie die Gespräche der Beiden unterbrach und sich nach dem Wohlbefinden des jeweils anderen erkundigten.

Briefe waren weitaus unkomplizierter und privater. Nicht, dass es sonderlich viel gab, was zwei kleine, angehende Jungzauberer unbedingt im Geheimen besprechen mussten, aber sowohl Draco als auch Julien schätzten eine gewisse Privatsphäre durchaus.

Sanftes, monotones Fensterklopfen kündigte die Ankunft des heiß ersehnten Briefes schlussendlich an und Draco erhob sich von seinem mit dunkelgrüner Seidenbettwäsche bezogenen Federkernbett und ließ den jungen Euler kurzerhand durch das hübsche, rautenförmige Fenster hinein.

Der schwarz gefiederte Brillenkauz ließ sich auf dem Fenstersims nieder und plusterte seine dichten, glänzenden Federn elegant auf, ehe er Draco den dünnen Brief letztendlich übergab.


Es war ein hübsches Stück Briefpapier, wie Draco feststellen durfte, nachdem er den hellgelben Umschlag vorsichtig geöffnet hatte. Perlweiß mit feinen goldenen Schnörkeln an den Kanten und ordentlicher, schwarzer Schrift. Fast schon zu fein und ordentlich für einen knapp elfjährigen Jungen. Aber Draco wusste, dass Julien sich gerne viel Zeit mit dem Schreiben nahm und seine Handschrift deshalb ohne Probleme jedem Mädchen Konkurrenz machen konnte.

Das Papier war in der Mitte gefaltet und Draco schlug den Brief auf.

Draco,

ich hoffe, es geht dir und deiner Familie gut.
Uns geht es hervorragend, auch wenn Tante Cassiopeia es kaum mehr abwarten kann, die Feier für meinen elften Geburtstag auszurichten. Sie hat bereits die wichtigsten Familien angefloht und einigen von ihnen, wie Blaise und Miss Zabini, auch eine handgeschriebene Einladung überbringen lassen.

Ich wollte dich und deine Familie jedoch persönlich einladen. Deshalb findest du anbei eine von mir selbst geschriebene Einladungskarte. Du möchtest nicht wissen, was Onkel Alexander und ich an Überzeugungsarbeit leisten mussten, damit ich mich wenigstens ein bisschen um die Ausrichtung meiner eigenen Geburtstagsfeier kümmern durfte.

Allerdings, und das ist wirklich die Höhe, hat Tante Cassiopeia es doch tatsächlich gewagt, das Mopsgesicht und ihre Familie einzuladen! Kannst du dir das vorstellen? Jetzt muss ich diesen Flubberwurm ein weiteres Mal auf MEINER Geburtstagsfeier ertragen. Womit habe ich das verdient?!

Draco konnte nur mit Mühe ein Auflachen unterdrücken. Julien Dramaqueen, wie er leib und lebte. Die Feindschaft zwischen Pansy Parkinson und Julien Regulus Black hatte unter den jungen Adelssprossen schon beinahe Kultstatus erreicht und Draco wusste nur zu gut, aus eigener Erfahrung, wie hässlich und gemein Julien werden konnte, wenn es um das ?Mopsgesicht' ging. Nicht, dass er es nicht hin und wieder amüsant fand, aber manchmal strengten ihn die Streitigkeiten zwischen den Beiden an, vor allem weil ihm nicht einmal genau klar war, warum sich die beiden eigentlich so leidenschaftlich stritten. Alles, was er wusste, war, dass es Feindschaft auf den ersten Blick gewesen war und dass Julien Parkinsons Nase schlichtweg nicht passte.

Mit einem leichten Kopfschütteln las er den restlichen Brief zu ende. Das würde noch lustig werden.

Cygnus findet das amüsant. Seit Tagen läuft er nun schon durch das Haus und zieht mich mit dem Satz „Freust du dich schon auf deine kleine Freundin?“ auf. Freundin, von wegen.

Ebenfalls ist auch dein Cousin Serpens eingeladen. Ich schreibe absichtlich dein Cousin, auch wenn ich weiß, dass Serpens und ich ebenfalls Cousins zweiten Grades sind, aber ich weigere mich nach wie vor jegliche Verwandtschaft mit diesem Flubberwurm anzuerkennen.

Jedenfalls hoffe ich, dass deine Familie und du die Einladung annehmen werdet und zu meinem elften Geburtstag erscheint.

Ich freue mich schon sehr auf unsere gemeinsame Zeit in Hogwarts, Draco. Endlich werden wir zu vollwertigen Zauberern ausgebildet. Großtante Lucretia, sowie Urgroßonkel Arcturus und Urgroßtante Cassiopeia sind sehr stolz, dass jetzt auch der letzte, männliche Blackspross Hogwarts besuchen wird. Es ist schön, dass ich ihnen auf ihre alten Tage noch eine Freude bereiten kann. Besonders für Urgroßonkel Arcturus freut es mich, da es ihm wirklich sehr schlecht geht und ich die Befürchtung habe, dass er noch dieses Jahr von uns gehen wird.

In tiefer Freundschaft,

Julien.

Draco legte den Brief beiseite und zog aus dem Umschlag eine hübsche, weiße Karte hervor. Die Einladung musste aus teurem Pergament bestehen, zumindest ließen Härte und Dicke des Papiers darauf schließen und des weiteren schien Julien sich wirklich extrem viel Mühe mit der Einladung gegeben zu haben, denn er hatte nicht nur verschieden farbige Tinte benutzt, sondern sich vermutlich ein Kalligraphiebuch zur Hilfe geholt, da die Anfangsbuchstaben von Ort, Datum und Zeit in einer verschnörkelten, königsblauen Schrift glänzten.

Die Geburtstagsfeier würde, wie eigentlich jedes Jahr, im Godfrey Manor stattfinden, am 05. Juli um 15 Uhr.

Draco verstaute den Brief in seiner Schreibtischschublade und machte sich mit der Einladung bewaffnet in Richtung Speisesaal auf.

Er lief am Zeichenraum und an der alten Bibliothek im ersten Stock vorbei, kreuzte den Tapisserieraum und durchquerte das Uhrenzimmer, ehe er sich über die Haupttreppe ins Erdgeschoss begab. Der Salon war in dunkelroten Farben gehalten, samt einem teuren, kristallenen Kronleuchter. Verschiedene Porträts schmückten die edlen Wände und über dem Kaminsims aus Marmor hing ein hübscher Spiegel mit kompliziert verschnörkeltem Goldrahmen.

Er betrat den Speisesaal, wo Narcissa Malfoy bereits an einem langen, glänzenden Tisch mit aufwändig verzierten Beinen saß und ihrem Sohn ein kurzes Lächeln zuwarf.

„Guten Morgen, Draco“, begrüßte sie den jüngsten Malfoy sanft und Draco schritt an das Kopfende des Tisches, um seiner Mutter die Einladung zu überbringen.

„Guten Morgen, Mutter. Gerade eben kam die Einladung zu Juliens Geburtstagsfeier“, erwiderte er und Narcissa überflog die wenige Worte, ehe sich ein feines, dünnes Lächeln auf ihre Lippen lächelte. Narcissa lächelte selten, meistens nur in Gesellschaft ihres Sohnes und Gatten, aber wenn, dann sah sie wirklich sehr schön aus.

„Natürlich gehen wir hin. Ich werde das nachher mit deinem Vater besprechen. Nimm doch Platz und lass uns frühstücken.“

Draco tat wie ihm geheißen und nahm neben der Dame des Hauses Platz, während Dobby, der Hauself der Malfoys, ein hässliches kahlköpfiges Wesen mit fledermausähnlichen langen Ohren, verschiedene Speisen servierte. Es gab frische Croissants, weiche Butter, diverse Sorten Tee, allerlei Wurst - und Käsesorten sowie eine großzügig bestückte Obstschale in der sich allerlei verschiedene Früchte tummelten.

Die beiden Malfoys verfielen in einen leichten Plauderton und Narcissa erklärte Draco, dass Lucius mit ihm Anfang August in die Winkelgasse gehen würde, um ihn für sein erstes Schuljahr in Hogwarts auszustatten. Auf die Frage hin, ob Julien denn mitkommen würde, nickte Narcissa einmal kurz und berichtete, dass nicht nur Julien sondern auch Serpens und Cygnus ihn und seinen Vater begleiten würden, da beide neue Schulbücher und Umhänge brauchen würden.


05.Juli 1991, früher Nachmittag

Das Herrenhaus der Familie Godfrey lag ein wenig außerhalb von London, in der Grafschaft Somerset und war ungefähr um 1604 von Graf Christian Godfrey erbaut worden und galt auch heute noch als Meisterwerk der elisabethanischen Architektur.

Es bestand aus großen Blöcken von groben, goldfarbenen Kalksteinen, die der ehemalige Herr des Hauses extra aus den Steinbrüchen von Ham Hill bei Montacute hatte anliefern lassen. Der Grundriss war H-förmig gehalten, die Ostfassade als Hauptfassade konzipiert und mit zahlreichen säulengerahmten Portalen, Ziergiebeln und hohen Schornsteinen sowie einzelnen Balustraden ausgeschmückt worden. Zahlreiche Fenster zierten das Herrenhaus und die, die über die Jahrhunderte hinweg nicht ersetzt worden waren, besaßen noch die für die damalige Zeit typischen kleinen, bleigefassten Scheiben.

Die Geburtstagsfeier von Julien Regulus Black würde zunächst in der großen Haupthalle von Godfrey Manor eröffnet und dann in den Parterregarten verlegt werden, damit die zahlreich geladenen Gäste sich an dem reichlich vorbereiteten Speis und Trank erfreuen konnten.

Der Parterregarten war ein flaches, nur niedrig bepflanztes Gelände und diente hauptsächlich zu Repräsentationszwecken und als Bühne für Feste. Symmetrisch angelegte, quadratische Beete und kegelförmige Eiben und lederblättriger Weißdorn rahmten den Garten, waren verziert mit kunstvollen Ornamenten aus Buchsbaumhecken, farbigen Kies und niedrigen Blütenpflanzen, die sie nur von den höheren Stockwerken des Gebäudes aus ganz überblicken ließen. Im Zentrum der Anlage befand sich ein zentraler, großer Brunnen mit Fontäne, der den Pflanzen in regelmäßigen Abständen Feuchtigkeit spendete.


Die Malfoys erschienen pünktlich am 05. Juli um 15 Uhr im Eingang von Godfrey Manor und wurden sofort von einem der dort angestellten Hauselfen in Empfang genommen.

„Guten Tag, Master Malfoy, Misses Malfoy und junger Master Malfoy. Junger Master Julien hat sie schon erwartet. Wenn es Ophelia erlaubt ist, wird Ophelia ihnen nun Mantel und Jackett abnehmen und sie dann in die Haupthalle führen“, sprach die kleine, zierliche Hauselfe mit bebender, zittriger Stimme und Draco warf ihr elegant seinen schwarzen, dünnen Sommermantel zu, ehe er das stattliche Herrenhaus betrat, dicht gefolgt von Lucius und Narcissa Malfoy.

Die Eingangshalle von Godfrey Manor leuchtete in hellen, königsblauen Farben. Schwere Seidenvorhänge bedeckten die zahlreichen Fenster, zwei große kristallene Kronleuchter hingen von der hohen mit farbenprächtigen Bildern verzierten Decke und spendeten schwaches, warmes Licht. Porträts verstorbener Vorfahren schmückten die Wände, vereinzelte fanden sich hohe, grüne Pflanzen sowie die unterschiedlichsten Statuen und ein sanfter Geruch von grünem Apfel und Zimt erfüllte die warme, laue Sommerluft.

Die Haupthalle lag in der Nähe vom blauen Salon im Ostflügel. Ihr gegenüber befanden sich der Speisesaal, die Haupttreppe, welche hinauf in den ersten Stock führte, sowie der Westflügel. Ophelia führte die Familie Malfoy durch die große Eingangshalle hinüber zu dem Raum der Festlichkeiten und Draco musste mit Erstaunen feststellen, dass wirklich zahlreich geladen wurde.

Auf den ersten Blick konnte er die Notts, Parkinsons und Greengrass' ausmachen, sowie seinen Freund Blaise Zabini und dessen Mutter mit ihrem fünften oder doch schon sechsten (?) Ehemann.

Die Malfoys betraten die große Eingangshalle und sofort kam ihnen ein schmächtiger, blasser Junge, ungefähr in Dracos Alter entgegen, der sich mehr schlecht als Recht durch die schier unendliche Masse zu drängen versuchte.

Julien Regulus Black. Endlich.

Das schwarze Haar war ordentlich aus der Stirn gekämmt, der maßgeschneiderte Anzug in einem dunklen anthrazitgrau gehalten, die Krawatte war schwarz und das Hemd blütenweiß.

„Draco“, wurde der angehende Jungzauberer von seinem besten Freund begrüßt und in eine kurze, freundschaftliche Umarmung gezogen. Lucius gegenüber deutete er eine Verbeugung an und ergriff die starke, bleiche Hand, die das weißblonde Familienoberhaupt ihm zur Begrüßung angeboten hatte.

„Meine Glückwünsche, Julien“, sprach Lucius Malfoy mit ruhiger, schnarrender Stimme und Julien schenkte dem hübschen Mann ein zaghaftes, leicht verzogenes Lächeln. Julien lächelte selten, ungefähr so häufig wie seine Mutter und Draco hatte das Gefühl, dass Julien in vielen Momenten schlichtweg keine Ahnung hatte, wie er reagieren sollte. Sie waren zwar beide die für den reinblütigen Adel typische Erziehung durchlaufen, aber Julien hatte sich seit jeher schwer getan, den alten, konservativen Regeln Folge zu leisten. Er war nicht besonders auffällig, hielt sich eher im Hintergrund, ganz anders als Draco, der die Aufmerksamkeit regelrecht suchte. Er mochte es, wenn sämtliche Augenpaare auf ihn gerichtet waren und er sich als stolzer Erbe des malfoyschen Grundbesitzes im Rampenlicht des Scheinwerfers präsentieren konnte.

„Vielen Dank“, antwortete Julien nach einer kurzen Pause, ergriff dann auch Narcissas Hand und ließ sich von der Dame des Hauses in eine kurze, sanfte Umarmung ziehen. Narcissa, so wusste Draco, mochte Julien sehr. Sie entstammten beide der alten Adelsfamilie der Black und Julien wurde sowohl von Lucius als auch von seiner Frau als perfekter Umgang für Draco angesehen, weswegen die Malfoys mehr als stolz waren, so eng mit den blackschen Familienmitgliedern befreundet zu sein.

„Meine Glückwünsche, Julien.“
Narcissa händigte dem jungen Black ein kleines, hübsch verpacktes Päckchen aus und Julien bedankte sich mit einem schüchternen, zurückhalten Kuss auf die linke Hand.

Ganz der Gentleman.

„Mögt ihr nicht eintreten? Tante Cassiopeia und Onkel Alexander freuen sich schon sehr und auch Cygnus würde euch gerne persönlich begrüßen“, erklärte der dunkelhaarige Reinblüter und ging einige wenige Schritte voraus.

Draco folgte seinem besten Freund kurze Zeit später.


?†?


05.Juli 1991, früher Nachmittag

Julien Regulus Black war heute Morgen mit dem Gedanken aufgestanden, dass es ein wunderschöner Tag werden würde. Es war sein elfter Geburtstag und er hatte jetzt offiziell das Alter erreicht, um an Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei aufgenommen zu werden. In wenigen Tagen, so wusste er, würde sein Hogwarts - Brief eintreffen, der ihn mit all den Informationen versorgen würde, die er benötigte, um sich optimal auf sein erstes Schuljahr vorzubereiten.

Doch wie der junge Reinblüter mit Enttäuschung feststellen durfte, würde heute auf keinen Fall ein wunderschöner Tag werden. Das Unheil hatte nämlich schon am frühen Morgen seinen Lauf genommen. Kurz, nachdem er das Bad verlassen und sich in Anzug, Hemd und Krawatte geschmissen hatte, fing seine Nase an ganz fürchterlich zu kribbeln. Nur wenige Zeit später folgen Juckreiz, kontinuierliches Niesen und tränende, rötlich geräderte Augen. Sprich, sein Heuschnupfen hatte sich den besten Tag des Jahres ausgewählt, um Julien mit seiner Anwesenheit zu beglücken.

Schon seit dem frühen Kindsalter litt der Schwarzhaarige unter pollenbedingter Rhinitis und hatte sich bisher mit ein paar wenigen Medikamenten gegen die Nasenschleimhautentzündung zur Wehr gesetzt. Aber zu seinem Unglück waren ihm die Tabletten in den letzten Tagen ausgegangen und er musste nun alle fünf bis sechs Stunden zu seiner Patentante Cassiopeia Godfrey laufen, damit diese den Anti-Heuschnupfen-Zauber auf den jungen Blackerben sprechen konnte. Ein lästiges Unterfangen. Während er die Tabletten lediglich morgens und abends einmal einnehmen musste, damit er den Tag über von der Erkrankung verschont blieb, musste der Anti-Heuschnupfen-Zauber regelmäßig alle dreihundert bis dreihundertsechzig Minuten erneuert werden.

Nach diesem Fehlstart kam die weitaus ernüchternde Erkenntnis, dass er sich den ganzen Tag über mit den anderen, jungen Adelssprossen auseinandersetzen durfte. Julien mochte Feiern nicht besonders. Oftmals ging es übertrieben laut zu, Leute, die er kaum beim Namen kannte, überschütteten ihn mit Glückwünschen und Präsenten, die alle zu einem sauberen Türmchen gestapelt auf einem der vielen Tische lagen und scherten sich dann einen feuchten Drachenmist um den jungen Blackerben. Denn niemand war wegen ihm hier.

Die meisten geladenen Geburtstagsgäste waren Mitglieder der Unantastbaren Achtundzwanzig. Mitglieder von britischen Zaubererfamilien, die in den 1930er - Jahren noch als wirklich reinblütig galten. Darunter waren natürlich seine Familie, die Blacks, sowie die Flints, Greengrass', Malfoys, Bulstrodes und zu Juliens großen Leidwesen die Parkinsons samt ihrer unausstehlichen Tochter Pansy ?Mopsgesicht' Parkinson.

Sie alle hatten sich heute am 05. Juli 1991 versammelt um gemeinsam mit Julien auf seinen elften Geburtstag anzustoßen. Am meisten hatte Julien sich auf die Malfoys und auf seinen Urgroßonkel Arcturus Black gefreut. Die Malfoys waren praktisch seine Zweitfamilie geworden, da Julien einen Großteil seiner Kindheit bei diesen verbracht hatte und Urgroßonkel Arcturus stand mit seiner zynischen, verbitterten Art ganz oben auf Juliens Liste der beliebtesten Familienmitglieder. Dicht gefolgt von seinem Cousin zweites Grades Cygnus Godfrey, auch wenn dieser bei Zeiten ein echt blöder Flubberwurm war. Cassiopeia und Alexander waren ebenfalls ganz in Ordnung, genau wie seine Urgroßtanten, konnten allerdings nicht wirklich mit Arcturus Black mithalten.

Arcturus Black war rustikale Neunzig, rauchte und trank wie ein Schlot, beschimpfte und demütigte Nichtfamilienmitglieder sowie Familienmitglieder gleichermaßen und hatte - und Julien war wirklich sehr betrübt über diesen Umstand - nicht mehr lange zu leben.

Urgroßonkel Arcturus würde sterben. Dieses Jahr noch. Mitte Dezember, kurz vor Beginn der Weihnachtsferien.
Woher Julien das wusste? Weil er davon geträumt hatte. Er hatte davon geträumt, wie Arcturus Black starb. Und eigentlich war er es gewohnt. Diese Träume, manchmal sogar nur einfache Tagträume, in denen er sah, wie eine Person aus seinem Umfeld starb.

Welcher normale Elfjährige sah dies schon? Es gab Tage, an denen Julien schreckliche Angst hatte. Angst, die ihn glauben ließ, dass er nicht normal war. Und es gab diese Tage, an denen er sich nicht als Mensch bezeichnete. Tage, an denen er andere einfach nur ansah, sie aus der Vogelperspektive beobachtete und das Gefühl hatte, außerhalb seines Körpers zu stehen.


01.Oktober 2021

Ich muss zugeben, als Elfjähriger habe ich mich noch nicht ganz so gelangweilt, wie später in meinen jungen Teenagerjahren und ich hatte so manch merkwürdige Angewohnheit. Hin und wieder wurde ich von Urgroßonkel Arcturus für ein Mädchen gehalten. Ich wusste damals nicht recht wieso. Heute vermute ich, dass es an den kinnlangen, schwarzen Haaren und meiner selbst für einen Elfjährigen schmächtigen Statur gelegen hatte. Ich selbst habe mich nie wirklich als feminin empfunden.


05.Juli 1991, später Nachmittag

Julien hielt sich ein wenig abseits vom Getümmel. Die Geburtstagsfeier war inzwischen in den Parterregarten verlegt wurden und die geladenen Gäste bedienten sich an den von den Hauselfen üppig aufgetragenen Speisen und Getränken. Von Kürbissaft über Nesselwein bis hin zu feinen, zarten Canapes und schweren, fleischlichen sowie leichten vegetarischen Gerichten war alles dabei. Tante Cassiopeia hatte sich mit der Ausrichtung mal wieder selbst übertroffen. Es war kein Geheimnis, dass die Dame des Hauses Godfrey regelmäßig Teepartys zu pflegen hegte und deshalb ein außerordentliches Organisationstalent besaß. Schon in den frühen Morgenstunden hatte sie die angestellten Hauselfen quer durch ganz Godfrey Manor gejagt und Befehle durch die Gegend gebrüllt, sodass die anderen Anwohner unsanft aus ihren Träumen gerissen worden waren. Bis auf Julien selbst. Dieser war bekanntermaßen ein Frühaufsteher und schon seit halb sechs Uhr morgens auf den Beinen gewesen, um zumindest noch ein bisschen Ruhe zu haben, bevor der Ansturm losging.

Urgroßonkel Arcturus saß neben ihm, auf einem eleganten, mahagonifarbenen Gartenstuhl, den Julien von den Hauselfen hatte aufstellen lassen, damit sich sein Vorfahr ein wenig ausruhen konnte. In der linken Hand hielt er ein hübsches, teures mit Nesselwein gefülltes Kristallglas und in der rechten eine dicke, qualmende Zigarre, während er seine beste Waffe einsetzte, um die Massen auf Abstand zu halten - Onkel Arcturus scheute Menschenmassen genau wie Julien - und eines konnte Julien euch sagen: Sein Blick bewirkte mehr, als eine einstweilige Verfügung. Beim Gedanken daran, dass das Gericht ja so gute Verwendung für seinen Urgroßonkel auf seine alten Tage hatte, verzogen sich Juliens Lippen zu einem schmalen Lächeln. Ein wenig. Bis es ihm auch wieder verging, denn ein Arm schlang sich fest um ihn.

Julien hatte im Grunde nichts gegen Körperkontakt - vorausgesetzt, er brachte der Person eine gewisse Art der Zuneigung entgegen. Und Serpens Lestrange, sein dämlicher Cousin zweites Grad - auch wenn Julien jegliche Verwandtschaft vehement bestritt - wusste dummerweise, dass er nicht auf Juliens Ich - mag - dich - also - darfst - du - mich - umarmen - Liste stand und wie sollte es auch anders sein, er nutzte das aus, um ihn in aller Öffentlichkeit immer wieder zu umarmen. Jaja, die lieben Verwandten. Was waren sie doch für ein Segen.

„Julchen, Julchen. Du weißt doch, dass ich dich richtig lieb habe?“. So begann beinahe jede (einseitige) Unterhaltung der beiden.
„Geh weg, lass mich in Ruhe“, knurrte Julien und versuchte sich aus der Umklammerung zu winden, was allerdings nicht so richtig funktionieren wollte: Serpens: Athletisch gebaut. Julien: Schmächtiger Strich in der Landschaft.

Serpens lachte. Julien schnaubte frustriert.

„Du hast mich also auch lieb? Nein, das ist ja putzig.“
Kennt ihr Menschen, die jenen nervigen Filter haben, der alles, was er nicht hören will, nicht weitergibt, sondern stattdessen irgendeinen Quatsch? Tja, Serpens Lestrange war so einer.

„Lass mich los, verdammt, und sag mir was du willst.“
Julien verschränkte die Arme und sah ihn fragend an. Serpens Lächeln war verstörend fröhlich.
„Nichts“, grinste er und Juliens Augenbraue wanderte dennoch zweifelnd nach oben. Man konnte nie genau wissen, was diese hinterhältige Schlange gerade plante und Julien hatte sich angewöhnt eine gewisse Abwehrhaltung gegenüber Serpens einzunehmen. Sicher war sicher.
„Dann lass mich los“, stieß Julien erneut aus, um so nicht zu viel zu sagen, um ihm ja nicht in irgendeiner Weise einen Hinweis auf seine eben gedachten Gedanken zu geben. Schließlich befand er sich unter Serpens Gewalt.

Der Brünette drückte ihn aus reiner Flubberwurm - Stinkigkeit noch mal fest an sich - Hilfe, Luftmangel! - dann entließ er Julien endlich aus der Unklammerung. Ein erleichtertes Ausatmen seitens des Blackerben.

„Was sollte das, Serpens?“, hakte Julien ein weiteres Mal nach, nachdem er so gut es ging, die Schäden von Serpens Klammergriff beseitigt hatte, sprich, er hatte sein Jackett samt Krawatte geglättet und sich übertrieben eitel den imaginären Schmutz von der Kleidung geklopft.

Der junge, dreizehnjährige Lestrange verschränkte die Arme hinter dem Rücken und verlagerte das Gewicht in regelmäßig kurzen Abständen von einem Bein aufs andere.

„Ich wollte dir noch einmal persönlich zum Geburtstag gratulieren. Großmutter Rabula lässt dir ebenfalls ihre Glückwünsche ausrichten“, erklärte der brünette Slytherin und fügte ein, „die Umarmung kommt auch von ihr“, hinzu, um Julien wenigstens ein bisschen gnädig zu stimmen.

„Aha, richte ihr bitte meinen Dank aus“, entkam es Julien als Antwort, „und jetzt geh weg. Ich bekomme Kopfschmerzen, wenn du in meiner Nähe bist“. Wie, um seine Aussage zu unterstreichen, rieb sich Julien mit Zeigefinger und Daumen kurz über die Nasenwurzel und zählte innerlich von Zehn auf Null runter. Immer wenn er mit Serpens konfrontiert wurde, hatte er das Bedürfnis sich zu verstecken. Als kleiner Junge hatte das auch wunderbar geklappt und er hatte es lustig gefunden, wenn sein Cousin ihn durch das gesamte Godfrey Manor gejagt hatte, aber inzwischen wollte Julien sich einfach nur noch so weit wie möglich von Serpens fernhalten.

Zu groß war der Schmerz, den er verspürte, wenn der junge Lestrange in seiner Nähe war.


01.Oktober 2021

Serpens Lestrange war ein Oxymoron. Ein Widerspruch an sich, gebildet aus zwei sich gegenseitig ausschließenden Begriffen. Ein innerer Widerspruch seiner Persönlichkeit. Und die Gefühle, die mich mit Serpens verbanden, waren ebenfalls ein Oxymoron. Damals habe ich es nicht verstanden. Jetzt verstehe ich es. Ich habe Serpens geliebt, mit der unschuldigen, verzweifelten Liebe eines Kindes und ich habe ihn gehasst, leidenschaftlich, wild. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, hätte ich ihm eher verziehen und nicht gewartet, bis wir beide schon beinahe erwachsen waren. Aber ich war dumm. Ein verzogener, kleiner Bengel, der mit sich selbst und seinem Leben nicht im Reinen war, der zu viel Angst hatte, nicht dazu zu gehören.

Es tut mir Leid, Serpens. Wirklich.


05.Juli 1991, frühe Abendstunden

Mit voranschreitender Tageszeit änderten sich auch die Wetterbedingungen. Langsam aber stetig kämpfte sich die Abenddämmerung an die Oberfläche, vertrieb die helle, kraftvolle Nachtmittagsonne und warf wunderschöne rotgoldene Strahlen über Godfrey Manor und tauchte das gewaltige und mächtig wirkende Gebäude in ein angenehmes, weiches Sommerlicht. Schwacher, sanfter Juliwind liebkoste zärtlich Juliens schwarzes, kinnlanges Haar.

Der junge Black hatte sich inzwischen zu seinen Freunden gesellt, ein halb leer getrunkenes Glas Kürbissaft in der linken Hand haltend und blickte mit verträumter Miene auf den angrenzenden, kristallklaren Teich, den Cassiopeia Godfrey letztes Jahr hatte anlegen lassen. Die tiefblaue, ruhige Wasseroberfläche reflektierte die schimmernd hellen Sonnenstrahlen und jedes Mal, wenn der Wind spielerisch über das Wasser glitt, bäumten sich vereinzelte, kleine Wellen dem Abendhimmel entgegen.

Julien mochte Wasser. Sehr sogar. Bei Zeiten konnte es ein Gegensatz an sich sein. Einerseits sanft und beruhigend, andererseits wild und unzähmbar. Faszinierend, wie der angehende Jungzauberer fand.

Er vernahm eine raschelnde Bewegung neben sich und Draco Malfoy machte Anstalten, seinem besten Freund Gesellschaft zu leisten.

„Rück mal ein Stück.“

Julien spürte, wie sich Draco neben ihn quetschte und den Schwarzhaarigen dabei immer mehr in Richtung Armlehne beförderte. Eine Hollywoodschaukel war eben für nicht mehr als zwei Personen gemacht. Es hatte ihm schon gereicht, dass Blaise sich ungefragt dazu gesellt hatte und seitdem ununterbrochen auf Julien einredete.

„Soll ich mich vielleicht in Luft auflösen? Du siehst doch, dass hier kaum Platz ist.“.
„Wäre doch mal ein Anfang.“

Julien grummelte ein paar nicht sehr ernst gemeinte Beleidigungen in seinen nicht vorhandenen Bart und drückte sich so fest gegen die Armlehne, dass seine Schulter schmerzte.


„Nimm deinen Ellenbogen aus meinen Rippen!“, folgte nur wenige Minuten später seitens des jungen Blacks, als der werte Mister Malfoy anscheinend endlich eine für ihn angenehme Sitzposition gefunden hatte und sich dabei merklich über Julien ausbreitete. Julien war es ja von klein auf gewöhnt, dass Leute sich mit Vorliebe auf ihn setzten - Cygnus hatte das mehr als deutlich bewiesen, wenn er sich mal wieder ?aus Versehen' auf seinen Cousin zweiten Grades gesetzt hatte - oder seinen Schoß als Ablage für ihre Beine und Füße missbrauchten, aber bei Draco nahm das - Füße und Beine betreffend - schon beinahe unverschämte Ausmaße an. Nicht, dass sich Julien sonderlich viel an dem Körperkontakt mit dem weißblonden Jungen störte, nein, dafür hatte er Draco viel zu gerne, aber bei Zeiten schätzte er es dennoch sehr, wenn man versuchte ihn nicht unter sich zu begraben.

„Deine Beine sind zu schwer.“
„Stell dich nicht so an.“

Stell dich nicht so an, das sagte sich leicht.
Draco war es ja nicht, der beinahe zerquetscht wurde.


„Ist der Kerl an der Seite von deiner Mutter eigentlich ihr fünfter oder sechster Ehemann, Blaise?“, wechselte Julien jedoch dann lieber kurzerhand das Thema, ehe das Ganze in eine vollkommen sinnlose Diskussion ausarten würde, die keiner von beiden gewinnen konnte und nahm einen erfrischenden Schluck Kürbissaft zu sich.

Blaise runzelte die Stirn:
„Ich glaube, es ist ihr sechster.“
„Was ist mit Ehemann Nummer 5 passiert?“, gab nun auch Draco seine Kommentare zum Besten.
Der dunkelhäutige Junge zuckte unwissend mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Auf einmal war Nummer 5 weg und Nummer 6 stand vor der Tür und wir waren wieder um eine nicht erheblich hohe Menge Galleonen reicher.“

Inzwischen hatten sich die Gerüchte um Miss Zabinis hohen Männerverschleiß auch unter den jungen Reinblutnachkommen verbreitet und die Sprösslinge stellten fleißig Theorien auf die Beine, wie die Dame gehobenen Standes so schnell an einen neuen Lebensgefährten herankam. Eine Theorie war unwahrscheinlicher als die andere. Julien glaubte schlichtweg, dass Miss Zabini die Männer, wenn sie ihnen überdrüssig geworden war, einfach um die Ecke brachte. Doch diesen Gedanken sprach er natürlich nicht laut aus. Ein Elfjähriger, der Mordtheorien aufstellte? Undenkbar.

Zudem hatte er die Männer nie persönlich kennengelernt, sodass er nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob und auf welche Weise sie verschwunden waren. Hätte er sie gekannt, so hätten ihm spätestens seine Träume die Wahrheit über Miss Zabinis Männerverschleiß verraten.


Julien ließ den Blick angestrengt über die Menge schweifen. Seine Augen brannten leicht, ein Anzeichen dafür, dass der Anti-Heuschnupfen-Fluch nicht mehr lange wirken würde, und er konnte ganz am anderen Ende des Parterregartens Daphne Greengrass ausfindig machen. Das junge, hübsche Mädchen war wenige Monate älter als Julien, eine Märzgeborene, und würde zusammen mit Julien, Draco und Blaise am 01. September ihr erstes Schuljahr in Hogwarts antreten. Sie war von zierlicher Gestalt, mit feinem blonden Haar, das sie offen über die Schultern trug und hatte große, blonde Augen, die immer ein klein wenig traurig wirkten, wie Julien fand.

Er hatte im Allgemeinen nicht viel mit den Greengrass' zu schaffen. Auf Feiern sahen sich die Kinder regelmäßig, die Eltern führten leichten Smalltalk, aber eine wirkliche Verbindung zu der Reinblutfamilie hatte es nie gegeben. Julien war auch kein Familienmitglied der Blacks bekannt, dass je mit einem oder einer Greengrass liiert oder verheiratet gewesen war.

Dennoch ertappte Julien sich immer öfters dabei, wie er das zarte Mädchen aus der Ferne beobachtete, ihre Reaktionen analysierte und sich überlegte, was der Grund für ihre Traurigkeit sein könnte. Er hatte viele Theorien diesbezüglich aufgestellt, einfach weil ihm langweilig gewesen war, aber von sich aus angesprochen hatte er sie noch nicht.

Vielleicht würde sich das ja in Hogwarts ändern?
Wenn Julien sich so ansah, mit wem er zusammen nach Hogwarts gehen würde, durfte das durchaus ein interessantes erstes Schuljahr werden.

Und auch wenn Parkinson ihn heute den ganzen Tag in Ruhe gelassen hatte, so war sich Julien sicher, dass er sich definitiv noch die eine oder andere Schlammschlacht mit dem Mopsgesicht liefern würde.


01.Oktober 2021

Heute bin ich im Bezug auf Daphne Greengrass klüger. Inzwischen weiß ich, was mich dazu bewogen hat, dass hübsche Mädchen zu beobachten. Daphne war ein Mädchen, das unter Erste-Welt-Problemen litt. Sie fühlte sich ungeliebt, von ihrer kleinen Schwester Astoria in den Schatten gestellt und war im Allgemeinen unzufrieden mit ihrem Leben. Und solche Menschen waren es, die mich schon als Kind angezogen haben.

Menschen zu beobachten war als kleiner Junge mein größtes Hobby gewesen. Streng genommen habe ich kaum etwas anderes gemacht. Erschien mir jemand interessant genug, habe ich versucht zu ergründen, wer diese Person war, habe sie beim Lachen und beim Weinen, beim Sitzen und beim Gehen betrachtet und meine eigenen wilden Theorien aufgestellt, was die Person zu ihrem Handeln getrieben hat.

Ich war ein seltsamer Junge gewesen. Zu klug für mein Alter, zu nachdenklich. Ich wusste nicht Recht, wie ich auf andere zugehen sollte, es fiel mir schwer einen Bezug zu Fremden aufzubauen. Besonders schlimm war es, wenn ich wieder einen meiner Alpträume hatte. Wie oft habe ich mich in den Schlaf geweint und mich gefragt, wieso ausgerechnet ich dazu verdammt gewesen bin, diese grausamen Tode mit ansehen zu müssen und doch nichts ausrichten zu können. Ich war zur Hilflosigkeit verdammt.

Und ich hatte Angst.


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