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Fanfiction

Luciana Bradley und der Orden des Phönix - Professor Snape

von Picadelly

Ein greller Lichtschein auf dem Gesicht weckte Luciana am nĂ€chsten Tag um Punkt sechs Uhr morgens. HĂ€tte sie das Fenster, aus dem die Sonne ihren Schlafplatz attackierte, schon am Vorabend entdeckt, wĂ€re diese BelĂ€stigung sicher mit einem Vorhang abzuwenden gewesen, aber wenn sie nun schon wach war, könnte sie auch gleich aufstehen. Zudem ließ Brown gerade ein herzhaftes Schnarchen ertönen; höchste Zeit das Weite zu suchen.

Das Badezimmer lag direkt neben der EingangstĂŒr und erinnerte vom Aufbau sehr an eine Gemeinschaftsdusche in Sporthallen, nur dass hölzerne, weiß lackierte Kabinen aneinandergereiht an den WĂ€nden standen. Der ganze Raum war mit ebenso weißen Fliesen ausgelegt; an der linken Wand waren Waschbecken angebracht, die je mit einem Spiegel darĂŒber versehen waren und eine AbstellflĂ€che fĂŒr Waschzeug und andere Dinge boten. Acht von den zehn Borden waren dermaßen ĂŒberfĂŒllt, dass sich Luciana fast sicher war, ein Zauber könne sie nur noch an der Wand halten. Trotzdem war es in dem Badezimmer fast schon penibel sauber - man konnte nicht einen Staubkorn entdecken. War das auch ein Zauber, oder mussten die SchĂŒler ihre RĂ€ume in Eigenarbeit reinigen? Und wieder fielen ihr Georges und Freds Worte ein. Sogenannte ?Hauselfen` hatten ihr GepĂ€ck in Schloss gebracht. Diese waren sicherlich nicht nur fĂŒr GepĂ€ck zustĂ€ndig.

Luciana platzierte ihre ZahnbĂŒrste/pasta an ihrem Waschplatz und zog triumphierend eine Herbal Essences Flasche KrĂ€utershampoo aus ihrer Tasche, die sie zu den anderen Sachen stellte. Sie war sĂŒchtig nach diesem Zeug (im Grunde war sie als potentieller Suchtmensch auf die Welt gekommen), auch wenn sie, noch immer vergeblich, auf die vielversprechende Wirkung aus der Shampoo-Werbung wartete, die dort doch so eindeutig zur Schau gestellt wurde …

Nachdem sie die ZĂ€hne geputzt und sich eine Handvoll Wasser ins Gesicht geschmissen hatte, schlĂŒpfte sie in ihre Laufhose plus passendem T-Shirt. Die Uhr zeigte an, dass gerade einmal eine halbe Stunde vergangen war. Azrael zu fĂŒttern beanspruchte auch nicht mehr Zeit als ein paar Minuten. Das Schloss zu durchforschen wĂŒrde ganz sicher damit enden, Lucianas Gebeine in geraumer Zeit aufzufinden und ihr Grabstein dann mit einem Spruch wie ?Frauen haben einfach keinen Orientierungssinn' zu versehen; daher zog sie es lieber vor, ihr Versprechen gegenĂŒber Gabriel einzuhalten und ihm einen Brief zu schreiben. Am Ende war sie sehr stolz auf sich, ganze zehn Minuten mit Schönschreiben totgeschlagen zu haben. Ihn nochmals zu lesen und auf Rechtschreibfehler zu prĂŒfen, wĂŒrde nicht schaden:

Hey Gabriel,

ich bin wohl oder ĂŒbel gut in Hogwarts angekommen. Hier ist es noch beschissener, als ich angenommen hatte. Rauchverbot im ganzen Schloss und UnterkĂŒnfte, wie in einer Jugendherberge. Aber was erzĂ€hle ich dir? Du kennst dich ja besser hier aus, als ich.
Hatte gestern eine kleine Auseinandersetzung mit einer ?Lehrkraft', wirst wohl bald Post bekommen.
Sende Azrael bitte meine Lesebrille mit, die hab ich vergessen.

GrĂŒße,

Luciana

PS.: Gib Johnny einen ganz dicken Schmatza von mir.

Sie fand keine Fehler (ĂŒber die sich Gabriel ĂŒbrigens tierisch aufregen konnte) und band den Brief zusammengerollt an Azraels Bein.

Der Gemeinschaftsraum war ĂŒbrigens ebenso penibel gereinigt worden, wie das Badezimmer. Im Kamin prasselte kein Feuer mehr und die Stille verriet auf Anhieb, dass die anderen Gryffindors noch schliefen. Erst nachdem Luciana das PortrĂ€t der Fetten Dame hinter sich zugeschlagen hatte, kam ihr die Frage in den Sinn, wie sie wieder hineingelangen sollte … mimbel - was war noch mal das Passwort gewesen?

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Im Schloss begegnete sie keiner Menschenseele (von ein paar Geistern abgesehen); alle Flure waren wie ausgestorben. Die Treppe zur Eingangshalle legte sie im Laufschritt zurĂŒck bis - patsch - Luciana lag plötzlich mit ihrem gesamten Unterkörper in einer Marmorstufe. Hatten George und Fred ihr auf dem Weg zum Gryffindorturm nicht etwas von sogenannten Trickstufen erzĂ€hlt, die einfach mir nichts dir nichts verschwanden um einen zu Ă€rgern? Wenn man in eine dieser Trickstufen hineinsprang, kam es einem eher wie ein Mordanschlag vor. Zu allem Übel hĂŒpfte Azrael vor ihrer Nase herum und gab sich die größte MĂŒhe mit seinem Gekreische das gesamte Schloss zu wecken.

„Halt deinen verdammten Schnabel!“, zischte Luciana.
„Ist das Ihre ganz eigene Auffassung von FrĂŒhsport, oder begeben Sie sich einfach nur aus reinem VergnĂŒgen in aussichtslose Lagen, Miss Bradley?“

Luciana wandte ihren Blick und sah - schwarze Lederschuhe, schwarze Hosenbeine, einen gut verborgenen Schritt, schwarzes Gewand und - schwarze Augen, dessen Brauen hochgezogen waren. Professor Snape musterte sie von oben herab und konnte seine Schadenfreude kaum verbergen.

„Ich wĂŒnsche Ihnen auch einen wunderschönen guten Morgen, Professor Snape“, sagte Luciana und versuchte mit großem Kraftaufwand aus der nicht vorhandenen Stufe zu klettern. Snape beobachtete das Schauspiel eine Weile, bis er ihr seine Hand vor die Nase hielt.

„Ich kann Sie als Lehrer schlecht hier verhungern lassen, selbst wenn ich nichts lieber tun wĂŒrde“, kommentierte er sein Handeln und zog sie aus der ?aussichtslosen Lage'. Ihr noch nicht entschiedener Augenfechtkampf vom Vorabend begann erneut.

„Soll ich Sie vielleicht noch zu Ihrem Ziel begleiten, oder schaffen Sie es auch ohne Hilfe?“, erkundigte er sich dann, nach einem Moment der Stille, in seinem sarkastischen-verarsch Tonfall.

Mit einem Schnauben drehte Luciana auf dem Absatz um und stolzierte die restliche Treppe hinunter.

„Azrael, beweg deinen Hintern und entferne dich augenblicklich von dieser unverschĂ€mten Person!“, rief sie ihrem Vogel hinterher, ohne sich umzuschauen und trat durch das Eingangstor ins Freie. Und kaum, dass sie einen Schritt vor die TĂŒr gemacht hatte, war sie auch schon platschnass. Es goss in Strömen, die grau bis schwarzen Wolken erbrachen sich regelrecht. Heute war definitiv nicht ihr Tag. Nein, korrigierte sie sich, dies war definitiv nicht ihre Woche.
Azrael tippelte durch das nun wieder fast geschlossene Eingangsportal, um sich unter ihrem Mantel einen Regenschutz zu suchen.

„Oh nein, mein Lieber, du darfst jetzt Postbote spielen.“ Mit diesen Worten packte sie den Falken, zĂŒckte ihren Zauberstab und richtete ihn auf den Brief an seinem Bein.

„Impervius!“

Die Regentropfen perlten nun von dem Papier ab.

„Vergiss das Wiederkommen nicht!“ Und schon im nĂ€chsten Moment warf sie Azrael in die Höhe. Sie blieb solange an Ort und Stelle stehen, bis er in der schwarzen Wolkendecke verschwunden war.

Trotz des Regenfalls und dem durchweichten Boden machte Luciana ihr drei Mal wöchentliches Programm, bestehend aus einer halben Stunde Jogging (sie legte sich dabei ganze zehn mal auf die Nase und wĂ€re nicht mehr von einer frisch gefischten Moorleiche zu unterscheiden gewesen, hĂ€tte der Regen ihr nicht den Schlamm vom Körper gespĂŒlt), einer Viertel- bis Halben Stunde Gymnastik (an diesem Tag beschrĂ€nkte sich diese Übung, bedingt durch den flitschigen Untergrund, ausschließlich aus Spagat) und einer Viertelstunde Kampftraining (Luciana musste feststellen, dass sich BĂ€ume nicht als BoxsĂ€cke eigneten).

Als sie wieder das Eingangsportal des Schlosses betrat, waren schon die ersten SchĂŒler unterwegs in die große Halle. Auf dem Weg zum Gryffindor Turm begegnete sie jedoch niemandem mehr und wieder versuchte sie krampfhaft das einmal gehörte Passwort vom Vorabend in ihr GedĂ€chtnis zu rufen. Zu ihrer Erleichterung kam gerade Granger aus dem Portraitloch geklettert - sie schien allerdings vergessen zu haben, sich die Haare zu kĂ€mmen.

„Guten Morgen“, grĂŒßte Hermine mit einem LĂ€cheln und blieb vor Luciana stehen.

„Morgen. Kannst du mir noch mal das Passwort sagen, ich kann mich nicht mehr dran erinnern.“

Mimbulus Mimbeltonia. Ich wollte sowieso noch mit dir sprechen, du bist nur schon so frĂŒh weg gewesen… Professor McGonagall hat mich darum gebeten, dich ein wenig einzufĂŒhren und dir zu zeigen, wo sich die KlassenrĂ€ume befinden.“

Luciana machte eine Handbewegung in Richtung der Fetten Dame.

„Ich geh eben nur noch duschen, wir sehen uns dann beim FrĂŒhstĂŒck!“

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

In der großen Halle tummelten sich die SchĂŒler und auch die Lehrer saßen, wie am Vorabend, an ihren PlĂ€tzen. Die Haustische waren voll mit SchĂŒsseln voller Cornflakes, Toast und Platten von gerĂ€uchertem Heringen und gebratenen Schinken, nicht die Massen von WĂŒrstchen zu vergessen.

Luciana nahm neben Granger Platz, die ihr schon eifrig zugewinkt hatte. Links von Granger saß der Junge mit dem blitzförmigen Branding und neben ihm stopfte sich ein rothaariger Junge mit Sommersprossen einen ganzen Toast mit Schinken und Tomaten in den Mund. Sein Aussehen erinnerte sie stark an die Weasley-Zwillinge.

„Wo ist denn der Kaffee?“, fragte Luciana, nachdem sie in den Kannen auf dem Tisch nur Saft und Tee entdeckt hatte.

„Wir SchĂŒler bekommen keinen Kaffee. Aber ich kann dir den KĂŒrbissaft empfehlen“, sĂ€uselte Granger und hielt Luciana einen BehĂ€lter mit einer orangefarbigen BrĂŒhe unter die Nase.

Wie?? Keinen Kaffee?“ Inakzeptabel.

Luciana blickte voller Panik in die Runde, in der Hoffnung, das schwarze GebrÀu ausfindig zu machen.

„Also … heute haben wir zwei Stunden Zaubereigeschichte, Doppelstunde ZaubertrĂ€nke, Wahrsagen … du hast doch Wahrsagen, oder?“ Luciana nickte abwesend und konnte immer noch keinen Kaffee entdecken. „Dann gehst du am besten mit Harry und Ron in den Westturm, ich habe kein Wahrsagen und danach haben wir Verteidigung gegen die Dunklen KĂŒnste. Das haben wir dann … Luciana?“, rief Granger ihr hinterher. Luciana hatte sich ihre leere Tasse geschnappt und war zielstrebig auf dem Weg zum Lehrertisch. Sie konnte den Kaffee aus dieser Richtung her förmlich riechen.

Dort angekommen inspizierte sie jeden BehÀlter auf seinen Inhalt, ohne die Lehrer zu beachten, die sie unglÀubig anstarrten.

Tee, Saft, Tee, Tee, Saft … KAFFEE!! Bevor Luciana sich die Kaffeekanne schnappen konnte, hatte sich die Kanne selbstĂ€ndig gemacht und bewegte sich weg von ihr. Da war eine Hand an dem Henkel. Und an der Hand war ein Arm. Und an dem Arm hing … Professor Snape.

„Alles in Ordnung, Miss Bradley?“, erkundigte er sich scheinheilig und goss sich genĂŒsslich wunderbar schwarzen heißen Kaffee in seine noch halbvolle Tasse, ohne den Blick von ihr zu nehmen.

„Kaffee …“, sagte Luciana wie in Trance und griff nach der Kanne.

„Das haben Sie richtig erkannt, Miss Bradley, meinen GlĂŒckwunsch.“

Snape zog den Kaffee aus ihrer Reichweite.

„Könnte ich bitte etwas davon haben?“, fragte Luciana eindringlich und schob ihm ihre Tasse unter seine phĂ€nomenal große Nase.

„Kaffee ist ein Privileg der Lehrer, nicht eines der SchĂŒler. Also begnĂŒgen Sie sich mit Saft oder Tee!“ Snapes Augen funkelten sie siegessicher an.

„Ich denke nicht, dass es ein großer Verlust fĂŒr dich sein wird, Miss Bradley etwas davon abzugeben, wo du doch der einzige Kaffeetrinker an diesem Tisch bist und nicht mehr als eine halbe Kanne trinkst.“ Diese angenehme, etwas belustigt klingende Stimme kam von Professor Dumbledore, der sich gerade eine Tomate auf sein Marmeladentoast lud und Snape auffordernd anfunkelte. Dieser schĂŒttete ihr nach der direkten Aufforderung vom Chef, sichtlich widerwillig, Kaffee in ihre Tasse; nicht ohne sie mit seinen Blicken aufzuspießen.

„Danke, Professor Snape, sehr freundlich von Ihnen“, sĂ€uselte Luciana, warf Dumbledore eine Kusshand entgegen und lief glĂŒcklich zurĂŒck zum Gryffindor Tisch.

Ohne die perplexen Gesichter ihrer MitschĂŒler zu bemerken, schwang sie sich wieder auf den Platz neben Granger und schlĂŒrfte zufrieden an ihrem frisch ergatterten Kaffee.

„Was hattest du vorhin gesagt?“

Granger sah aus, als wĂŒrde sie Luciana jeden Augenblick an die Gurgel springen.

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Geschichte der Zauberei war nicht annĂ€hernd so interessant, wie die Geschichte der nicht Magier. Wenn dieses Fach auch Lucianas Liebstes auf ihrer alten Schule gewesen war, wusste sie nun nicht mehr, wie sie ihre Mitarbeit am besten ausdrĂŒcken sollte - sich mit einem Kopfkissen in die hinterste Reihe verziehen oder erst gar nicht zum Unterricht erscheinen?

Professor Binns, der Lehrer des Faches, hatte es wohl im Laufe seines Lebens versĂ€umt seine Rente einzureichen und dazu noch nicht einmal die Courage besessen, vernĂŒnftig abzunippeln. Professor Binns war nĂ€mlich ein Geist, der an seinem Pult saß, seine durchsichtige Nase in seine Notizen steckte (die mittlerweile sicher museumsreif waren) und einen Vortrag ĂŒber Riesenkriege hielt und, zu Lucianas Ärger, als SahnehĂ€ubchen der Langeweile all die schönen, blutigen Details ausließ.

Niemand im ganzen Klassenraum war geistig anwesend, wirklich niemand - bis auf … Granger saß an ihrem Platz und schien jedes einzelne Wort von Binns mitzuschreiben. Streberin durch und durch …

Als es endlich zum Stundenende lÀutete, hatte Luciana aus lauter Verzweiflung ein kariertes Blatt fast vollstÀndig mit farbigen KÀstchen ausgemalt.

Auf den GĂ€ngen kamen ihr massenhaft SchĂŒler entgegen; einige sahen sie neugierig an, andere waren in GesprĂ€che vertieft. Bis sie wieder in dem Gang der verlassenen MĂ€dchentoilette im zweiten Stock angekommen war, war sie niemandem mehr begegnet. Im Innern der Toilette war es dĂŒster - dieses Mal brannten gar keine Kerzen mehr und auch der Geist des MĂ€dchens war nicht da.

Der Regen prasselte gegen die von Staub und Schmutz vergilbten Scheiben und das trug nicht gerade zu einer einladenden AtmosphĂ€re des Raumes bei. Luciana nahm den erstem tiefen Zug aus einer Zigarette an diesem Morgen (von den beiden halb aufgerauchten, draußen vor dem Schloss, einmal abgesehen, deren Glut von dem Regen immer wieder erloschen worden waren).

Sie beschloss ein wenig mehr Licht in die Umgebung zu bringen, als -
„Verdammt!“

Ihr Zauberstab befand sich nicht da, wo er hĂ€tte sein sollen, links in ihrer SchĂŒlerrobe.

„Wo zum Teufel? … och nööö …“ Ihr Zauberstab musste logischerweise an dem Ort sein, an dem sie ihn zuletzt abgelegt hatte … und das war an einem Baumstamm, in der NĂ€he einer HĂŒtte, weil er bei den LiegestĂŒtzen gestört hatte.

Mit einem leisen PlÀtsch landete die Lucky Strike in einer Toilette.

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Vollkommen durchnĂ€sst und genervt vom Wetter, dem motzenden Hausmeister („Und wer soll jetzt die Schweinerei am Boden sauber machen?!“) und der ganzen Welt im Allgemeinen, lief Luciana die letzten zehn Minuten durch die Kerker der Schulanlage und suchte, bisher vergeblich, nach dem Zaubertrankunterrichtsraum.

Als sie drauf und dran war wieder kehrt zu machen, hörte sie ein lautes Rumoren aus dem verschlossenen Raum neben ihr. Voller Hoffnung riss Luciana die HolztĂŒr auf und sah leider nichts weiter, als eine Besenkammer, bis oben hin vollgestopft mit magischen Allzweckreinigern, Wischmops und alten, zerschlissenen Lappen. Auf dem oberen Regal saß ein Wesen im Halbdunkeln und wechselte eine ReinigungsflĂŒssigkeit mit einem zĂ€hflĂŒssigem Zeugs aus, das verdĂ€chtig nach Öl aussah.

„Können Sie mir helfen? Ich habe mich ein wenig verlaufen …“, versuchte es Luciana optimistisch.

Die Gestalt schnellte in Blitzgeschwindigkeit vom Regal und blieb direkt vor ihrer Nase in der Luft schweben.

Es war ein Poltergeist, gekleidet in einer pink-schwarz gestreiften Clownhose, einem orange-lila gepunkteten Pullover und einem grĂŒnen Hut mit Propeller. Da war sie ja an den Richtigen geraten …

„Aber natĂŒrlich, mein liebes Kind, wo möchtest du denn hin?“, fragte er mit einem schelmischen Grinsen und wackelte mit seinen gekringelten Zehen.

„Zaubertrankunterricht“, antwortete Luciana.
„Oooohh … Zaubertrankunterricht …“, ein Grinsen breitete sich ĂŒber sein gesamtes Gesicht aus, „na dann woll'n wir ja nicht, dass du noch spĂ€ter kommst … geradeaus den Gang weiter, dann links, dann rechts, dann zweimal links, die Treppe runter und dreimal rechts …“, haspelte er rasend schnell und unterstrich jedes Wort mit wild gestikulierenden Körpergliedern.

„Zweimal links und dreimal rechts?“ Luciana schaute ihn skeptisch an. Der Poltergeist nickte eifrig. Daraufhin schnappte sie sich mit schneller Bewegung seine Nase, drĂŒckte seinen kleinen Körper mit der anderen Hand an die Steinwand und trat nahe an ihn heran.

„Du wirst mich jetzt zum Klassenraum begleiten!“

„DAS TUE ICH NICHT!“, schrie der Poltergeist und wand sich unter ihrem Griff. Luciana zog ihren Zauberstab aus ihrer Tasche und zielte in direkt auf die Brust des Wesens.

„Willst du mich ernsthaft dazu zwingen dich zu bannen?“

„Das kannst du ja gar nicht!“, krĂ€chzte er heiser.
„Legst du's wirklich darauf an?“

Keine Minute spĂ€ter lieferte sie ein sehr schlecht gelaunter Poltergeist vor einer schweren HolztĂŒr ab, blieb neben dieser in der Luft stehen und verschrĂ€nkte theatralisch die Arme vor der Brust.

„Bilde dir jetzt bloß nicht ein, ich hĂ€tte Angst vor dir gehabt“, sagte er dann.

Luciana steckte ihren Zauberstab zurĂŒck in ihre SchĂŒlerrobe.

„HAB DEINEN ZINKEN!“ Der Poltergeist hatte kaum ihre Nase berĂŒhrt, da machte er auch schon kehrt und floh gackernd zurĂŒck in den Gang hinein. Mit einem tiefen Seufzer drĂŒckte sie die Klinke hinunter und betrat den Klassenraum.

Der Zaubertrankunterricht fand in einem großen Kerkerverlies statt, das nur durch das wenige Licht der Miniatur-Fenstern, ganz oben an den WĂ€nden, erleuchtet wurde. An den Seiten des Raumes zogen sich hohe Regale entlang, in denen sich allerlei Zutaten und in Essig eingelegte Tiere und Insekten befanden. Beleuchtung war in diesem Raum demnach nur spĂ€rlich vorhanden und der starke Geruch von TrĂ€nkezutaten brannte sich sofort in ihre Nase.

„ … Sie haben anderthalb Stunden … fangen Sie an.“

Snape stand am Ende des Klassenraums hinter seinem Pult, die SchĂŒler waren gerade dabei gewesen aufzustehen - einige hielten inne, die anderen hatten Luciana noch gar nicht bemerkt.

„Der Unterricht hat vor einer Viertelstunde begonnen, Miss Bradley. Das sind zehn Punkte von Gryffindor. Nehmen Sie einen Platz ein und beginnen Sie mit der Trankzubereitung.“

Snape deutete auf eine Tafel hinter ihm, wo die Zutatenliste eines ?Trunks des Friedens` aufgelistet war. Vielleicht sollte sie lieber die doppelte Menge brauen und Snape etwas gewaltsam davon einflößen …

Zu spÀt bemerkte Luciana, dass Snape sie von oben bis unten musterte, als sie den einzig freien Platz, direkt vor seinem Pult, eingenommen hatte. Ein zynisches Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.

„Vielleicht wĂ€re es von Vorteil, Ihre UnterwĂ€sche eine Farbnuance dunkler zu wĂ€hlen, wenn Sie es bevorzugen mit Ihrer Schuluniform baden zu gehen, Miss Bradley“, zischte er ihr so leise entgegen, dass nur sie ihn hören konnte.

Als sie ihren Blick an sich hinuntergleiten ließ, verstand sie, was der Spruch bedeuten sollte. Der Regen hatte das Weiß ihrer Bluse durchsichtig werden lassen, genauso wie ihren Sport-BH darunter.

Normalerweise war Luciana nicht von der prĂŒden Sorte, aber ihrem Lehrer gleich zur ersten Stunde ihren halb entblößten Vorbau prĂ€sentieren? Sie zĂŒckte ihren Zauberstab, richtete ihn auf ihre Bluse und im nĂ€chsten Moment war sie wieder trocken.

Mit hocherhobenem Haupt schritt sie zum Vorratschrank, vor dem sich schon eine Schlange gebildet hatte, und begann mit der Arbeit, als sei nichts weiter geschehen.

Der Trunk des Friedens war normalerweise ein sehr kniffliger Zaubertrank, dessen Zutaten genau in der vorgeschriebenen Reihenfolge und Menge in den Kessel hinzugefĂŒgt werden mussten. Doch Luciana hatte diesen Trank schon einige Male gebraut; wenn es mal wieder zu einer ?kleinen' Streitigkeit zwischen den Diskothek-Mitgliedern kam, war es von großem Vorteil, eine konzentrierte Menge dieses Trankes in die GetrĂ€nke der betroffenen Personen zu geben, demnach hatten sie Literweise davon auf Lager. Im Großen und Ganzen war Zaubertrankbrauerei nichts anderes als kochen. Bei manchen TrĂ€nken, wie gerade bei dem Trunk des Friedens, musste noch zusĂ€tzlich darauf geachtet werden, wie viele Male er in welcher Richtung umgerĂŒhrt werden musste und die exakte Temperatur der Flamme war ebenfalls angegeben.

Allerdings waren die Zinnkessel, die in Snapes Unterricht angewandt wurden, schwer, unförmig hatten nicht genug Tiefe und im Ganzen waren sie einfach … veraltet und dazu kam noch, dass sie ein Schweine-Geld kosteten. Bei Gabriel benutzten sie immer große Kessel aus einem stabilen Leichtmetallgemisch, die taten's besser. Doch wahrscheinlich hatte es genauso wenig Sinn ihren Zaubertranklehrer auf dies aufmerksam zu machen, wie im letztem Jahr Lucianas Geschichtslehrer, der partout nicht verstehen wollte, dass es fĂŒr sie ein Problem war, wenn das Geschichtsbuch das Ende der Welt durch dem Kalten Krieg vorhersagte, da es 1967 gedruckt worden war. Lehrer halt … nicht ganz von diesem Planeten.

Die Anweisungen an der Tafel verrieten ihr, dass es nun an der Zeit war, dem Trank Mondsteinpulver hinzuzufĂŒgen.

„ … ja, und wenn sie so weiter macht, ist uns der Hauspokal sicher.“ Die Stimme kam aus der hintersten Ecke des Klassenraums, von dem Malfoy-Jungen. Er hatte seinen Kopf mit zwei anderen Jungs zusammen gesteckt, schien aber nicht groß bemĂŒht die Unterhaltung im FlĂŒsterton zu halten. Seine Tischnachbarn waren groß und bullig. Bei jedem zweiten Satz des Blondchens lachten sie hohl auf. Luciana setzte sich in Bewegung und blieb vor dem Tisch der Dreien stehen.

„Hast du vielleicht etwas Mondsteinpulver fĂŒr mich?“ Sie hatte noch genug Mondsteinpulver bei sich im TrĂ€nkezutatenkoffer, doch die Versuchung war einfach zu groß.

„Ich habe gar nichts fĂŒr SchlammblĂŒter!“, zischte der Schleimbeutel leise, so dass Snape nichts davon mitbekam. Aus dem Augenwinkel heraus sah Luciana den Kopf des Jungen mit dem Branding auf der Stirn (wie hieß er noch mal?), am Nebentisch in ihre Richtung schnellen.

„Wie bitte?“

„Du hast mich schon verstanden!“, sagte der Malfoy-Junge und grinste ihr frech ins Gesicht. „Bradley, mh? MuggelstĂ€mmiger geht's wohl nicht, ein GlĂŒck, dass deine Eltern schon tot sind, da spart man viel Zeit und Arbeit!“

Und schon im nÀchsten Augenblick hing die Krawatte des Jungen, samt ihm selbst, auf der FlÀche des Tischs, in Lucianas geballter Faust.

„DU KLEINER, VERFI …“

„MISS BRADLEY!!“, unterbrach sie Snapes donnernde Stimme, direkt hinter ihr. „Lassen Sie Mr Malfoy los. AUF DER STELLE!“

Etwas verzögert lockerte Luciana ihren Griff und ließ ihn schließlich ganz frei.

„Was sollte das?“, fragte Snape schließlich, als er sich bedrohlich vor ihr aufgebaut hatte.

„Er hat mich beleidigt“, antwortete sie wahrheitsgemĂ€ß.

„Ich habe mich nur gefragt, wer ihre Eltern sind, Professor Snape, Sir.“ Der Junge legte ein Gesicht auf, welches wohl scheinheilig wirken sollte. Die beiden Bullen rechts und links neben ihm nickten eifrig, nachdem er sie mit beiden Ellenbogen angestoßen hatte.

„Malfoy hat sie wirklich beleidigt“, kam es von dem Jungen mit dem Branding. Er starrte Snape fest in die Augen. Wenn Blicke töten könnten, hĂ€tte es Snape wortwörtlich zerrissen.

„Zehn Punkte von Gryffindor. Dich hat niemand nach deiner Meinung gefragt, Potter!“ Mittlerweile war es totenstill im Kerker. Jeder Anwesende schaute gebannt in die Richtung des Geschehens. Langsam wurde es Luciana zu bunt.

„Ich glaube ich klĂ€re die Angelegenheit lieber nach dem Unterricht mit dem Hauslehrer von Mr Malfoy.“ Vielleicht war dieser in der Lage diesem verhĂ€tschelten Schnösel eine Lektion zum Thema Mobbing zu geben.

Auf Snapes Gesicht erschien das wirklich sarkastischste, sĂŒffisanteste Grinsen, was selbst Jack Nicholson in Grund und Boden gemimt hĂ€tte.

„Erstens, Miss Bradley, werden Sie noch erhebliche Probleme mit mir bekommen, wenn Sie mich weiterhin als eine autoritĂ€re Respektsperson missachten“, er kam einen Schritt nĂ€her. „Zweitens: Ich bin der Hauslehrer von Mr Malfoy und Sie können natĂŒrlich jeder Zeit mit mir sprechen“, noch einen Schritt, ihre Kleidung streifte sich leicht, seine Stimme wurde leiser und schneidender, „und Drittens: Sie werden mich in Zukunft mit Professor Snape oder Sir anreden. Ich hoffe das haben Sie kapiert, Miss Bradley!“ Ihre Nasenspitzen berĂŒhrten sich fast, so tief hatte sich Snape zu ihr hinunter gebeugt. Sie sprach kein Wort.

„Zehn Punkte Abzug wegen BelĂ€stigung eines MitschĂŒlers und jetzt gehen Sie wieder an die Arbeit.“ Snape entfernte sich wieder abrupt von ihr und setzte sich an sein Pult.

„Aber natĂŒrlich, dass mache ich doch gerne, Professor Snape, Söööör …“, murmelte Luciana und setzte ein diabolisches Grinsen auf. Der Mann wollte Krieg. Gut. Den wĂŒrde er bekommen.


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Wir haben immer schon gespĂŒrt, dass sich zwischen Ron und Hermine etwas entwickelt, obwohl ich und Emma uns dessen nicht bewusst waren. Doch in diesem Film gestehen beide sich das ein. Als Hermine mit Viktor Krum auf dem Weihnachtsball erscheint, kapiert Ron endlich, dass er etwas fĂŒr sie empfindet.
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