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Fanfiction

Luciana Bradley und der Orden des Phönix - Der Phönixorden

von Picadelly

Gefühlte hundert G lasteten auf Lucianas Körper, während sie sich verzweifelt an den Stoffbergen von Snapes Umhang festkrallte. Kopfüber zu apparieren, ja, dieses zweifelhafte Vergnügen hatte sie noch nicht gehabt. Und nur mit viel Beherrschung konnte sie es vermeiden, die Kleidung vor ihrer Nase vollzureihern, als der Sog mit einem Mal stoppte. Zu allem Überfluss wurde Luciana dann schwungvoll umgedreht und auf ihre eigenen Füße abgestellt, die gerade scheinbar aus Wackelpudding bestanden.

Sie brauchte einen Moment, um sich auf die neue Umgebung konzentrieren zu können. Sie standen in einer feuchten Seitenstraße, an der sich dutzende von Reihenhäusern entlang zogen. Die gute, schillernde Zeit dieser Straße, musste schon seit Jahrzehnten vorüber sein, wenn man von dem heruntergekommenen Zustand der Gebäude ausging. Zumindest konnte sie dem Baustil entnehmen, dass sie die Insel nicht verlassen hatten. Alles in allem sehr britisch, vielleicht Großstadt?

Mh, sieht schon mal nicht nach einem Ort für eine Schwarze Messe aus … und Snape hat sich auch noch keine Maske aufgesetzt … hey, vielleicht überleb ich die Nacht ja!

Snape griff in die Innentasche seines Umhangs, zog einen Briefumschlag hervor, öffnete diesen und hielt Luciana im nächsten Augenblick ein kleines Stück Pergament vor die Nase, mit aufforderndem Blick. Diese nahm das Papier entgegen. Im Schein einer Straßenlaterne konnte sie eine feine Handschrift ausmachen: Das Hauptquartier des Phönixordens befindet sich am Grimmauldplatz Nummer zwölf, London. Kaum, dass sie diese Worte verinnerlicht hatte, schob sich auch schon die schwarze Spitze von Snapes Zauberstab in ihr Blickfeld. Im nächsten Moment stand das Pergamentstück in Flammen - welches Luciana mit einem Mords-Schrecken augenblicklich fallen ließ. Auf den Boden rieselten nur noch Aschefetzen. Snape packte sie wieder am Arm, selbstverständlich an seine neue Lieblingsstelle, stellte sie direkt vor einer Häuserreihe ab und ließ sie genauso schnell wieder los.

„So, Miss Bradley“, begann er, ganz in seinem gewohnten, herablassendem Lehrtonfall, „wo ist hier der Fehler?“

Luciana schaute sich die Häuserfront genauer an. Wie, Fehler? Hässliches Haus Nr. 1, nein, genauer gesagt Nr. 10, schäbiges Haus Numero 11 und ein noch verwitterteres, Nr. 13 … eh … Moment … wo ist Nr. 12 abgeblieben? Kaum, dass sie diesen Gedanken zu Ende gebracht hatte, setzten sich die Reihenhäuser vor ihren Augen in Bewegung. Erst erschien im Spalt, der Haus Nummer Elf und Dreizehn voneinander trennte, eine lädiert ausschauende Tür, dann gesellten sich zu dieser eine immer breiter werdende Häuserwand und verdreckte Fenster hinzu. Das Spektakel war so schnell vorbei, wie es begonnen hatte. Ein Haus, mit dem kleinen Schild Nummer Zwölf, stand da, als sei es nie verborgen gewesen.

Snape zerrte sie, kaum dass sie ihre Entdeckung genauer in Augenschein nehmen konnte, die steinernen Stufen hinauf und klopfte mit noch immer gezücktem Zauberstab in der Hand, einmal gegen die schwarze Tür (oder was von dem Lack noch übrig geblieben war).

Luciana konnte gerade eben noch den Türknauf aufblitzen sehen, der aus einer silbernen, sich windenden Schlange bestand, da war die Tür auch schon aufgesprungen. Das Schleifen ging weiter. Nach dem Betreten des Gebäudes, als der Eingang sich wieder geschlossen hatte, konnte sie sich lediglich auf ihren Geruchs - und Hörsinn verlassen. In der Eingangshalle war es stockdunkel. Ihren Geruchssinn hätte sie bei diesem modrigen Gestank gerne wieder abgestellt. Dieses Haus war garantiert von dem einen oder anderen aggressiven Schimmelpilz befallen … Du bist Raucher, da ist nen Schimmelpilz ernsthaft deine geringste Sorge …

Professor Snape bewegte sich in der Dunkelheit, ganz so, als habe er ein Nachtsichtgerät in seinem Hirn installiert, während Luciana das ein oder andere Mal über ihre eigenen Füße stolperte. Als er dann plötzlich vor einer Tür, am Ende der Halle, stehenblieb, lief sie noch einen Schritt weiter - RUMMS … Da war ihr Dickschädel auch schon mit dem massiven Holzdurchgang kollidiert. Normalerweise hätte sie in diesem Moment lautstark geflucht, wäre der Silencio nicht immer noch aktiv gewesen. Daher begnügte sie sich damit, auf der Stelle herum zu hampeln und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Stirn zu halten (was bei dieser Dunkelheit glücklicherweise niemand mitbekommen konnte).

Sie konnte eilige Schritte auf der andern Seite der Tür vernehmen, dann öffnete sich diese und Luciana wurde von einem gleißenden Licht geblendet. Was sich als gar nicht so hell herausstellte, nachdem sich ihre Augen, nach ein paar Sekunden, daran gewöhnt hatten.

Im Türrahmen stand eine kleine, mollige Frau (die ihr unheimlich bekannt vorkam), vielleicht Ende vierzig, Anfang fünfzig, mit feuerrotem Haar, die beide Arme in die Seite gestemmt hatte und sogleich schnappte: „Habe ich eben richtig gehört, ist da jemand vor die Tür gelaufen?“ Sie schaute Snape und Luciana abwechselnd an, als erwarte sie dringend eine Erklärung für diese Lärmbelästigung. Snape deutete mit einem Finger auf Luciana, die sich immer noch mit einer Hand die Stirn hielt. Die Frau steckte daraufhin ihren Kopf zwischen die beiden, Richtung Eingangshalle und kehrte mit vorwurfsvollem Blick wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Wenigstens galt der Blick nicht Luciana.

„Du hättest ruhig ein bisschen Licht im Flur machen können, Severus“, fauchte sie Snape in einem ermahnenden Tonfall an. „Komm her, Kindchen, ich kenne da einen sehr wirksamen Kühlzauber.“ Und mit diesen Worten schnappte die Unbekannte Luciana an den Schultern und schob sie (wesentlich sachter und behutsamer als Snape zuvor) eine schmale Steintreppe hinunter.

Unten angekommen, ging es weiter in einen geöffneten Raum, der nur spärlich beleuchtet war. Dieser Raum sah nach einer sehr altmodischen Küche im Kellergewölbe-Stil aus aber, und dabei vollführte Luciana in Gedanken wahre Freudenhüpfer, der Raum war von oben bis unten verqualmt. Hier.durfte.man.rauchen. !

In der Mitte des Raumes stand ein großer, langer Holztisch, um den so viele Stühle, wie nur möglich, gequetscht standen (um die zwanzig waren es sicherlich), auf denen Menschen verschiedensten Aussehens saßen. Viel interessanter waren allerdings die geöffneten und ungeöffneten Weinflaschen, die Luciana zusammen mit den Kelchen zum Gruß winkten. Das reinste Mekka, dieser seltsame Ort. Von den Schimmelpilzen und dem desolaten Allgemeinzustand einmal abgesehen.

Und da, am Ende des überfüllten Tisches, sah sie zwei bekannte Gesichter - Gabriel und Johnny. Ihr fiel ein ganzer Felsen vom Herzen. Mit ein paar schnellen Schritten flitzte sie zu ihnen hinüber, die einzigen Menschen im Raum, die ein wenig fehl am Platz wirkten, mit ihrer Nicht-magischen-Kleidung und dem ganzen Papieraktenzeugs vor ihnen auf dem Tisch.

Luciana umarmte Johnny herzlich und war schon dabei drauf los zu plappern, als wieder einmal kein Ton über ihre Lippen kam. Hat dieser Vollschwachmat den Scheiß immer noch nicht aufgehoben?? Wutschnaubend schaute sie sich zu allen Seiten um und konnte den gesuchten, schwarzen Fleck im Raum neben Dumbledore ausmachen, wie er gerade dabei war auf den armen, alten Kerl einzureden, wie auf ein totes Pferd.

Luciana schnappte sich den nächstbesten Gegenstand vom Tisch (einen Korkuntersetzer) und warf ihn genau gegen Snapes Kopf. Dieser hatte sofort seinen Redeschwall unterbrochen, auf der Suche nach dem Übeltäter. Ja, und der war nicht schwer auszumachen, wo Luciana doch wild mit den Armen fuchtelnd auf ihren stummen Mund deutete. Snape hob nur seine rechte Augenbraue. Und auch wenn sie es aus dieser Entfernung nicht genau sehen konnte, sie hätte schwören können seine Mundwinkel zuckten dabei. Dann, nachdem Dumbledore ihn über seine Halbmondbrille scharf gemustert hatte, hob er endlich seinen Zauberstab und das Schweigen hatte ein Ende.

„Bist du denn bescheuert, mich von diesem Psychopaten kidnappen zu lassen??“, fauchte Luciana ihren Paten an, der nur große Augen machte, als wüsste er von nichts.

„Hör mal, Dumbledore hat mit ihm telefoniert, nicht ich!“, sagte er abwehrend, schlug eine Akte vor sich auf und bedeutete ihr mit einer Handbewegung neben ihm, auf dem freien Stuhl Platz zu nehmen. Luciana kam der Aufforderung, immer noch murrend, nach und blickte schmollend in die Runde. Wenigstens pochte ihre Stirn nicht mehr, diese Dame hatte es wirklich raus mit den Kühlzaubern.

„Was soll ich hier überhaupt? Wegen nächtlichem Rumlaufens im Schloss wird doch nicht eine ganze Sitzung einberufen?“, fragte sie Gabriel.

„Bleib einfach hier sitzen und lerne. Und auch wenn es nicht um deinen Schulregelverstoß geht, im Grunde sind wir wegen dir hier, also hast du auch ein Recht dabei zu sein.“

Hä? Was sollte das wieder bedeuten? Nachdem Johnny sie in ein Gespräch über die neusten Lästereien daheim verwickelt hatte, erhob sich Dumbledore am anderen Ende des Tisches. Alle Gespräche verstummten darauf.

„Wie ihr alle sicher schon festgestellt habt, dürfen wir heute ein paar neue Gesichter willkommen heißen!“, rief der Schulleiter in einem höchst zufriedenen Tonfall und die meisten Anwesenden lehnten sich in ihren Stühlen zurück, ganz, als ob jetzt eine längere Ansprache kommen würde. „Mein Name ist Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore. Neben meiner Tätigkeit als Schulleiter von Hogwarts, habe ich zum zweiten Mal in wenigen Jahren - das heißt, in meiner Lebensspanne sind es wohl wenige - den Orden des Phönix zusammengerufen, um einen aktiven Kampf gegen Lord Voldemort“, huch, bei dem Namen zuckten ernsthaft ein paar der Leute zusammen, „führen zu können.“ Dumbledore drehte sich zu seinem Sitznachbarn, nickte ihm zu und dann nahm er wieder Platz. Der Sitznachbar, ein Mann, dessen Alter Luciana nur schwer einschätzen konnte, weil er im allgemeinen etwas … verbraucht aussah, mit rückenlangem, schwarzem Haar, kurzem Vollbart und dunklen Augen, hob seine Stimme. „Sirius Black. Mir gehört das wunderhübsche Haus“, stellte er sich vor und sprach die letzten Worte mit viel Verbitterung in der Stimme aus. Viel interessanter war jedoch, wie Snape, der auf der anderen Seite Dumbledores saß, Black musterte. Wenn Blicke töten könnten, wäre der Mann augenblicklich explodiert.

„Ehm …“ Luciana hatte ihre Hand gehoben, ganz, als ob sie sich im Unterricht melden würde. Dumbledore nickte ihr zu, „Ja, Miss Bradley?“

„Ich meine gelesen zu haben, Mr Black sei … sei ein … ein Mörder auf der Flucht?“ Alle Blicke richteten sich auf Luciana, die sogleich etwas tiefer in ihren Stuhl sank.

„Sirius Black wurde von einem vermeintlichen Freund getäuscht. Nicht er hat diese Verbrechen begangen, es hatte nur danach aussehen sollen“, erklärte Dumbledore mit erhobener Stimme, Snape neben ihm rieb sich mit Daumen und Zeigefinger die Nase. Naaase … „Ohne ihm den Prozess gemacht zu haben, verbannte man ihn zu lebenslanger Haft nach Askaban, von wo er, glücklicherweise, fliehen konnte.“

„Eh … gibt's hier nicht sowas wie Tatortsicherung, Beweisführung und … und Anwälte?“, fragte Luciana perplex und Gabriel neben ihr lachte einmal kurz auf. Die Frage blieb im Raum stehen und die Vorstellung ging weiter reihum.

„Bill Weasley.“ NOCH ein Weasley … Luciana konnte sich eben noch beherrschen, nicht die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen. Hey, aber der Weasley war verdammt lecker … lange Haare zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, er trug einen Ohrring, lederne Klamotten, die irgendwie Stil hatten und dann dieser Schatten von einem roten Dreitagebart, ebenso rot wie seine Haare … jammjamm …

„Arthur Weasley“, kam darauf von dem Platz neben dem Zuckerschnäuzchen und Luciana wandte nur ihren Blick zu ihm, weil sie schon wieder diesen Namen vernommen hatte. Ah. Älterer Herr, freundliches Gesicht und wahrscheinlich die Quelle allen Übels: Der Massenerzeuger dieser nicht enden wollenden Weasley-Sinnflut.

„Moody. Alastor Moody“, knurrte der Mann neben dem Weasley-Oberhaupt, ganz im James Bond Stil (obwohl Luciana bezweifelte, dass dieser nicht-magische Agentenfilme konsumierte). Alastor Moody gab ein reichlich seltsames Bild ab: Seine Nase hing in Narbenfetzen, das Gesicht war im Allgemeinen von tiefen Furchen durchzogen und das linke Auge, also von ihm aus sein Rechtes, schaute in Richtung der Neuankömmlinge, während das andere, wesentlich rundere und größere Auge, in schwindelerregender Geschwindigkeit dreihundertsechzig-Grad-Drehungen vollführte. Okay, das Teil konnte nicht echt sein …

„Mundungus Fletcher“, kam es von dem Nebenplatz und Luciana wäre fast vor Schreck vom Stuhl gefallen. „Hey Chantal!“, setzte der abgeratzte, ihr wohlbekannte Mittvierziger hinten an und winkte ihr zu. Und ohne die Drei-Besen-Bar-Atmosphäre sah er noch viel schmieriger aus. Luciana schloss daraufhin nur beschämt ihre Augen und versuchte die folgenden, fragenden Blicke der Anwesenden zu ignorieren. Was auch klappte, die Vorstellungsrunde ging nämlich weiter:

„Remus Lupin“, hörte Luciana leise, beugte sich ein Stück vor und erkannte dann tatsächlich Remus. Dieser sah überhaupt nicht gut aus. Er hatte zwar fast immer dieses kränkliche Aussehen an sich, jedoch war er jetzt tief in seinem Stuhl versunken und vermied es tunlichst, in Richtung Gabriel zu schauen. Was war mit ihm los? Johnny machte nicht die Anstalten, sich vorzustellen und Gabriel genau so wenig, also ließ Luciana es auch bleiben. Dann ging es mit der anderen Seite des Tisches, zu ihrer Linken, weiter.

„Tonks.“ Diese, doch sehr kurze und knappe Angabe, kam von einer Frau, die nicht viel älter als Luciana zu sein schien. Vielleicht Anfang zwanzig. Sie hatte einen blassen Teint, der jedoch nicht krank wirkte, dunkle Augen und blaue, kurze Haare, die stachelig zu Berge standen. Im Gesamten machte sie einen sehr punkigen Eindruck.

„Hestia Jones.“ Schwarzhaarige Hexe.

„Dädalus Diggel.“ Ein älterer Zauberer, der einen violetten Zylinder auf dem Kopf trug. Aber … Dädala was?
Dödel, das war einfach. Eltern konnten ja so grausam sein …

„Kingsley Shacklebolt“, kam es in einer basshaltigen Stimme, von einem schwarzen Zauberer … oder Afro-Amerikanischer-Magie-Mitbürger? Der Kerl hatte auf jeden Fall ein mächtiges Kreuz.

„Mein Name ist Elphias Doge.“ Diese ungewohnt lange Ansprache, stammte von einem sehr alten Zauberer mit silber-grauem Haar. Von den Jahren auf seinem Buckel war er bestimmt mit Dumbledore auf eine Stufe zu stellen.

„Molly Weasley“, stellte sich nun die Frau vor, die Luciana und Snape eben die Tür geöffnet hatte. Natürlich, bei dem roten Haar hätte sie sich das auch denken können. Auf der Welt gab es eben keine rothaarigen Menschen mehr, es waren schlicht und ergreifend Weasleys.

Normalerweise, also, wenn man nach der Reihenfolge ging, wäre jetzt Snape an der Reihe gewesen sich vorzustellen, aber er dachte offenbar nicht mal im Traum daran. Dumbledore war auch schon wieder aufgestanden, ganz, als ob dieser auch nichts mehr von seinem Angestellten erwarten würde, breitete kurz seine Hände aus und ließ sie dann zusammengefaltet auf seinem Bart liegen.

„Da wir uns nun alle vorgestellt haben, möchte ich kurz das Anliegen dieser Sondersitzung zusammentragen.“

Dumbledore schaute in die Runde und sein Blick blieb bei Remus hängen, der es tatsächlich vollbracht hatte, sich noch kleiner zu machen.

„Remus kam in dieser Nacht zu mir und erzählte, dass es wohl ein paar kleine Probleme“, Johnny machte darauf nur „Pah, klein…“, doch Dumbledore fuhr unbeirrt fort, „mit seinem Platz in diesem Orden gibt, da sich dieser nicht mit den Regelungen einer seiner Werwolf-Mitgliedschaften verträgt. Und im Namen des gesamten Ordens, möchte ich nochmals meinen Dank in Richtung Doktor Steinhardt aussprechen, dass dieser sich auf ein Gespräch mit uns eingelassen hat und nicht sofort zur Höchststrafe dieses Regelverstoßes übergegangen ist.“ Und mit diesen Worten blitzen Dumbledores Augen über seine Brille hinweg Richtung Gabriel, ganz, als ob es viel mehr als ein kleines ?Bitte` bedurft hatte, ihn zu einem 'Gespräch' zu bringen. „Bitte, Doktor Steinhardt, Sie haben das Wort.“

Damit setzte sich Dumbledore wieder auf seinen Platz, lehnte sich nach vorne, stützte seine Ellenbogen auf die Tischplatte und legte seine Hände aufeinander. In diesem Moment hielt Johnny Luciana hinter Gabriels Rücken eine angezündete Zigarette entgegen, die sie dankend annahm. Dann setzte sich Gabriel in Bewegung, stand von seinem Stuhl auf, schloss den Knopf seines schwarzen Armani-Anzuges, schlug die Akte vor sich auf dem Tisch auf und begann zu reden, in hochoffizieller und scharfer Stimmlage.

„Lykantrop Remus John Lupin, Registrierungsnummer J81NM4531, wohnhaft London, England, geboren 10. März 1960, infiziert mit dem L23 Virus am 17. Mai 1964“, die ersten Anwesenden am Tisch lehnten sich mit verständnisloser Miene weiter nach vorne, um einen besseren Blick auf Gabriel zu erhaschen. „Überträger des Virus: Flüchtiger 0 Patient Fenrir Greyback, geborener George Williams Harrfold nach Straftat §3 Absatz 4 des Grundgesetzes zur unbefugten Verwandlung Minderjähriger des MGB - Grund des tätlichen Angriffs seitens Greyback: Streitfall mit dem Erzeuger der an erster Stelle genannten Person.“ Gabriel schaute von seiner Akte auf und fixierte Remus mit eiskaltem Blick. „Remus Lupin, gehe ich Recht in der Annahme, dass Sie sich den Vertrag, den Sie vor vierzehn Jahren unterzeichnet haben, sorgfältig durchgelesen haben?“

Remus nickte nur kurz. Sein Anblick war ernsthaft mitleiderregend.

„Dann kann ich also davon ausgehen …“ Gabriel zog ein gebundenes Buch unter dem Stapel Akten hervor und knallte es auf den Tisch, „dass Sie ebenso mit den Regeln unserer Organisation vertraut sind?“

Wieder ein Nicken.

„Und dann muss ich von meinem Patenkind den Hinweis bekommen“, seine Stimme erhob sich, seine Augen wurden groß - Luciana wich ein wenig zur Seite, „dass Sie sich einem Orden angeschlossen haben, der aktiv gegen einen Magier kämpft, mit dem wir einen WaffenSTILLSTAND haben?!“

Oh … ohoh … Sie hatte Remus in diesen Schlammassel katapultiert? Luciana beugte sich ein wenig nach vorne, bis sie Remus im Blickfeld hatte und formte mit ihren Lippen ein ?Es tut mir Leid`. Darauf brach am Tisch die Hölle los. Sie konnte aufgebrachte Stimmen hören, die Dinge riefen wie „Verbündete von du-weißt-schon-wem!“ oder „Was soll das alles bedeuten?“ Dann ging Dumbledore dazwischen.
„RUHE!“, donnerte er und alle verstummten wieder. „Doktor Steinhardt, würden sie Remus Vergehen bitte genauer schildern?“

Gabriel atmete tief durch und setzte sich, sehr langsam, wieder auf seinen Stuhl.

„Erklär denen erst ma wer wir sind, die steh'n doch total auf'm Schlauch!“, hörte sie Johnny in Gabriels Ohr wispern und da musste sie ihm, wie so oft, recht geben.

„Mein Name ist Doktor Gabriel Steinhardt, zu meiner Rechten sehen sie Johnny D. Jonathan, zu meiner Linken sitzt meine Patentochter, Luciana Bradley. Ich bin der Vorsitzende einer EU weiten Werwolfs- und Vampir Organisation, der UOWV -
Untergrundorganisation der Werwölfe und Vampire. Mr Jonathan ist der rechtmäßig gewählte Vertreter der Werwolfseite.“

Moody gab darauf nur ein „Pah, nie was von gehört“, zu verstehen und ein paar am Tisch nickten ihm zu.

„Nun ja, Mr Moody, unsere Zielgruppe beschränkt sich ja auch auf Werwölfe und Vampire. Es reicht, wenn die von uns gehört haben. Unsere Organisation besteht ausschließlich aus diesen beiden Arten.“

„Und was sind Sie davon?“, fragte Tonks darauf neugierig. Irgendwie sahen ihre Haare jetzt eher rot als blau aus. Seltsam.

„Ich bin ein Mensch, magisch begabt, aber weder Werwolf noch Vampir. Bei solch einem Zusammenschluss muss es einen neutralen Punkt als Oberhaupt geben, ansonsten würden sich die Vampire und Werwölfe gegenseitig die Köpfe einschlagen, wer denn jetzt mehr zu sagen hätte.“

„Ich dachte immer Werwölfe und Vampire können sich nicht riechen“, warf Zuckerschnäuzchen ein und Luciana verbrachte einen Augenblick damit, ihn anzuschmachten. Wieso lief sowas nicht in der Schule rum?

„Das ist im Wesentlichen korrekt. Auf der anderen Seite handelt es sich hierbei um eine Art … Zweckgemeinschaft. Einzeln stehend sind beide Gruppierungen in vielerlei Hinsicht zu angreifbare Ziele. Vampire benötigen einen Bund mit zuverlässigen Daywalkern, um Tagsüber keine Angriffsfläche zu bieten. Außerdem müssen alltägliche Dinge besorgt werden, die sich nach Sonnenuntergang als kaum machbar gestalten. Zu Vollmond brauchen die Werwölfe hingehen jemanden, der sie in Schach halten kann.“

„Dafür gibt es Tränke.“ Dieser, leicht zynisch klingende Kommentar, kam selbstverständlich von Lucianas Tränkeprofessor.

„Da kann man uns ja gleich die Eier abschneiden!“, schnappte Johnny. Snape richtete sich daraufhin auf, sein Gesicht hatte etwas sehr Wütendes angenommen.

„Wie unverantwortlich ist das“, zischte er, „eine ganze Meute wilder Bestien nicht mit einem simplen Trank zu zähmen und das auch noch absichtlich?“

„Ach, und was sind Todesser? Die hilfsbereiten Nachbarn von nebenan?“ Ah, da hatte Gabriel Snape den verbalen Holzhammer über den Schädel gezogen … Dumbledore setzte dieser sinnlosen Diskussion mit einer beschwichtigenden Handbewegung ein Ende und Gabriel fuhr fort.

„Die UOWV wurde im Jahre 1979 gegründet und ein Jahr darauf kam es zu den ersten Auseinandersetzungen mit dem Black-Magic-KKK“, fragende Blicke, „ehm, den Todessern und Voldemort.“ Zucken. „Nach beachtlichen Verlusten auf beiden Seiten, haben wir letztendlich ein Waffenstillstandsabkommen ausgearbeitet. Voldemort unterlässt das Anwerben von Werwölfen und Vampiren, greift uns nicht an und dafür reißen wir ihm nicht den Arsch auf.“

„Is nich wahr!“, rief Fletcher und starrte Gabriel ungläubig an.

Ihr Pate schlug daraufhin eine weitere Akte auf, blätterte ein wenig darin herum und zog dann ein dickes Blatt Pergament heraus. Er deutete auf die unterste Hälfte, wo man ein Gekrakel sehen konnte.

„Hier hat er unterschrieben.“

Auf diese Behauptung folgte ein lautes Stuhlverrücken, eine Traube sammelte sich um Gabriel, jeder wollte dieses Stück Papier sehen (nun ja, fast jeder. Dumbledore und Snape rührten sich nicht von der Stelle). Es dauerte einige Minuten, bis jeder wieder an seinem Platz saß und Gabriel fortfahren konnte.

„Wo war ich stehen geblieben …“

„Arsch aufreißen!“, sagte Johnny mit hocherhobenem Finger.

„Ach ja, zu dem 'nicht' Arsch aufreißen“, seine Stimme erhob sich wieder etwas und die nächsten Worte waren an Remus gerichtet, „gehört vor allem: Keine Mitgliedschaft in einem Anti-Voldemort-Verein!“ Er ließ eine kurze Pause zwischen diesen und den nächsten Worten. „Wenn Voldemort davon Wind bekommt, befinden wir uns alle im Krieg, ist dir das klar? Und ist dir auch klar, dass diese Organisation so reibungslos funktioniert, weil wir rigoros harte Bestrafungsmaßnahmen durchsetzen?!“

„Doktor Steinhardt …“, begann Dumbledore und wartete, bis er die volle Aufmerksamkeit von diesem hatte. „Wenn ich das alles richtig verstanden habe, sollte laut diesem Vertrag auch kein Werwolf oder Vampir zu den Anhängern Voldemorts gehören. Sehe ich das richtig?“

„Ja, das sehen Sie genau richtig“, antwortete Gabriel vorsichtig, wartend, was da kommen möge.

„Dann kann ich Ihnen mit Freude mitteilen, dass Remus nicht als Erster das Abkommen gebrochen hat. Severus?“

Dumbledore schaute seinen Sitznachbar auffordernd an, der jetzt, in einem unglaublich wichtigen Tonfall, zu reden begann.

„Der Werwolf Fenrir Greyback arbeitet schon lange für den Dunklen Lord. Er mag zwar kein vollwertiges Mitglied bei den Todessern sein, aber er führt in ihrem Namen Aufträge aus und wirbt andere Werwölfe für ihre Sache.“

Da hatte ihr Pate wohl von Snape den verbalen Holzhammer zurückbekommen. Gabriel steckte seinen Kopf mit Johnny zusammen. Die beiden redeten im Flüsterton miteinander, sicher ganze fünf Minuten und auch am Tisch brachen einzelne Gespräche los. Luciana steckte sich ihre mittlerweile dritte Zigarette an, nicht, ohne einen missbilligenden Blick von Snape zu kassieren.

„Wir schlagen eine Zusammenarbeit mit dem Orden vor.“

Diese Worte hatte Gabriel laut und deutlich in den Raum gesprochen, sah kurz in die Runde und blieb dann bei Dumbledore hängen. Die Gespräche waren augenblicklich verstummt.

„Der Vertrag wurde von beiden Seiten gebrochen, demnach befindet sich auch die UOWV im Krieg. Sie haben Insiderinfos“, damit schaute er Snape mit spöttischem Blick an, „wir haben die Ressourcen. Desweiteren bin ich mit meinem Kollegen“, er deutete auf Johnny, „übereingekommen, dass wir derzeit kein Personal für die Insel entbehren können, wir haben einfach zu wenig magisch begabte Mitglieder. Daher schlagen wir Luciana als Mittelsmann vor.“

Ein Raunen ging durch den Raum und einige Mitglieder schauten sogar empört, die Reaktionen waren im Allgemeinen sehr negativ behaftet.

„Ehm …“ Moment … Luciana drückte im Geiste die Rückspultaste und starrte dann ihren Paten perplex an. Und wieder ging ein Tumult an dem Tisch los, am lautstärksten beschwerte sich dieses Mal Molly Weasley.

„Albus, sie ist noch ein Kind, das kannst du einfach nicht erlauben.“ Und dann Black, „Wenn sie dabei ist, dann kannst du Harry direkt mit ins Boot holen!“, „Selbst wenn sie volljährig ist, wir waren uns darüber einig, keine Mitglieder aufzunehmen, die noch zur Schule gehen!“, knurrte Moody.
Dumbledore musste wieder für Ruhe sorgen, bevor er das Wort ergreifen konnte.

„Remus könnte diese Aufgabe übernehmen, auch wenn dies noch mehr von seiner ohnehin schon streng begrenzten Freizeit beanspruchen würde“, sagte Dumbledore, nachdem er Gabriel eine ganze Weile betrachtet hatte.

„Nein. Ich kann keinen Informanten gebrauchen, dessen Prioritäten vordergründig bei diesem Orden und seinen Mitgliedern liegen.“ Dieses Argument schien widerwillig angenommen zu werden. Wieder herrschte für einen Moment Ruhe, dann beugte sich Dumbledore zu Snape herunter, flüsterte ihm ein paar Worte zu und dieser antworte auf die gleich Art und Weise.

„Doktor Steinhardt, Mr Jonathan, Miss Bradley, ich muss sie bitten, für einen Moment den Raum zu verlassen, damit wir die Frage der Zusammenarbeit untereinander klären können - Sirius, bist du so nett und geleitest unsere Gäste in den Herrensalon und kommst dann wieder herunter?“ Sirius, anscheinend nicht sehr erpicht darauf, eine Hausführung vornehmen zu müssen, stand von seinem Platz auf, wartete bis Luciana, Gabriel und Johnny um den Tisch kamen und ihm dann wieder die Treppe hinauf folgten.

In der Eingangshalle angekommen, zündete er mit dem Wink seines Zauberstabs die verrußten Öllampen an und führte sie zu einer geschlossenen Tür, die in der Mitte der Halle lag. Im Innern wiederholte er die Prozedur mit den baugleichen Lampen, die überall in dem mittelgroßen Raum hingen und verließ sie wortlos, nicht ohne die Tür hinter sich geräuschvoll ins Schloss fallen zu lassen.

Diese interne Ordensbesprechung sollte noch eine ganze, weitere Stunde dauern, in der Gabriel, von Minute zu Minute immer ungeduldiger werdend, auf dem verstaubten Teppich des Herrensalons auf und ablief. Luciana und Johnny hatten sich gegenüber in zwei riesenhafte, lederne Ohrensessel verkrümelt und spielten währenddessen 'Ich sehe was, was du nicht siehst' (Was sie nach ein paar Anläufen wieder aufgaben, denn viel mehr als diese beiden Sessel, einen flachen Tisch, einen riesigen Kamin und ein paar Spinnenweben an den Wänden, hatte dieser Raum nicht viel zu bieten).

In fast regelmä&szl
ig;igen, zehnminütigen Abständen, kam zudem einer der Ordensmitglieder in den Raum und stellte Fragen, etwa wie „Ist Ihre Gemeinschaft beim Zaubereiministerium gemeldet?“, oder „Remus behauptet ihre Vampire hätten ein absolutes Beiss-Verbot, aber ein paar Leute da unten wollen das einfach nicht glauben, also, wie sieht das aus?“

Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, wurden sie von dem Hausherren wieder zu der Sitzung geholt. Die Stimmung in der Küche hatte sich in der Zwischenzweit spürbar verändert. Während der Großteil recht zufrieden, oder zumindest zuversichtlich ausschaute, waren ein paar Kandidaten darunter, die mit der Situation schier zum Erbrechen nicht klar zu kommen schienen. Zu diesem Personenkreis gehörte beispielsweise Mrs Weasley, die verbissen die Holzplatte vor sich anstarrte und wohl gerade einen mega Brocken schlucken musste.

Sirius Black hingegen hatte schon zu Beginn der Versammlung nicht nach dem blühenden Leben ausgeschaut, jetzt schien er zudem noch sehr angefressen zu sein. Ja, und Snape. Luciana konnte sein genaues Mimikspiel nicht erkennen, da er seinen Kopf dafür zu sehr gesenkt hielt und sein Haar ihm wie ein Vorhang ins Gesicht fiel - jedoch hatte sie im Vorbeigehen einen Blick auf seine Hände erhaschen können, die zu Fäusten geballt in seinem Schoß gelegen hatten und deren Knöchel mehr als nur gut sichtbar dabei herausgetreten waren. Wegen all dieser Reaktionen war sie dann auch nicht überrascht, als sich Dumbledores Worte, nachdem er sich für die lange Wartezeit entschuldigt hatte, an sie selbst richteten:

„Miss Bradley, sind Sie sich darüber im Klaren, wie gefährlich die Arbeit für den Orden sein kann?“

Nein. Luciana hatte nicht den blassesten Schimmer - wo sie gerade mal in diesem Jahr erfahren hatte, dass es überhaupt einen Lord Voldemort gab und sie erst anderthalb Stunden zuvor mit dieser kleinen Rebellenbewegung, aka Phönixorden, konfrontiert worden war. Doch bekanntlich gab es auf dumme Fragen nur dumme Antworten, so nickte sie, mit gespielter Entschlossenheit, in die Runde.

„Doktor Steinhardt, ich kann Ihnen und auch allen hier Anwesenden versichern, dass wir Miss Bradley nicht auf Außeneinsätze schicken werden. Sie wird den Ordenssitzungen beiwohnen und nur als Vermittler agieren.“ Snape schien gerade dabei zu sein, seine Zähne zu zermahlen. „Allerdings muss Ihr Eintritt in den Orden bis Ende dieses Monats warten, da werden Sie doch volljährig?“ Luciana nickte wieder. „Gut, denn ansonsten steigen mir einige Ihrer Mitschüler auf den Zauberhut“, erklärte er mit einem verschmitzten Lächeln. „Ich werde Sie in den nächsten Tagen aufsuchen. Bis zu Ihrem Eintritt müssen Sie nämlich einen vollständigen Patronus hervorbringen, den nutzen wir für die Kommunikation untereinander - und den Gürtel.“

Gürtel??

„Das wird nicht nötig sein, einen Patronus kann ich.“

Daraufhin starrten sie ein Dutzend Augenpaare ungläubig an.

„Ehm … na ja, Gabriel hat mich, seitdem ich sechs war, glaub ich, oft mit zur Arbeit nach Askaban genommen, also, wenn es da mal wieder ein paar Tote gab“, immer noch ungläubige Blicke, darunter hatten sich auch ein paar perplexe gemischt und ein vorwurfsvoller von Mrs Weasley, gepaart mit einem Schnauben, „und Dementoren gehen irgendwie total steil auf Kinder …“, endete sie, ihre Stimme war immer leiser geworden. Dann hörte sie ein Kichern, welches aus Johnnys Richtung kam.

„Ey, Lucy“, sagte er, „weißt du noch, vorletztes X-Mas, wo wir bei all'n Durchgängen in Askaban Mistelzweige aufgehängt ha'm?“ Wieder kicherte er, „Ey und dann die Olle vom Ministerium, wo die da stand, guckt nach oben, sieht das Grünzeugs und da taucht n` Dementor neben ihr auf!“ Luciana und Johnny bekamen daraufhin einen Lachanfall, warfen gleichzeitig beide Arme in die Höhe und riefen mit hoher, panischer Stimme „Dementor, Dementor!“

Stille. Einige Anwesende wechselten fassungslose Blicke, während andere zu Salzsäulen mutiert schienen. Dumbledore räusperte sich, mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen. Neben ihm war Snapes Gesicht zu einer bewegungslosen Maske erstarrt, nur seine rechte Augenbraue zuckte unmerklich.

„Dann haben wir ja alles geklärt. Und was sehe ich da, der Morgen naht ja schon fast!“ Und damit stand er auf. „Ich erkläre die Sitzung hiermit für beendet.“

Ein Stühlerücken brach los, gefolgt von einem Stimmengewirr aus Unterhaltungen. Moody, der anscheinend zu der lädierten Nase und dem komischen Auge auch noch ein Holzbein zu seinen Kampfsouvenirs zählen konnte, humpelte zu Dumbledore, der gerade schon von Snape zugelabert wurde. Luciana beeilte sich Remus abzufangen, der bereits auf dem Weg zur Tür war.

„Hey, Remus!“ Sie fasste ihn am Arm, damit er bloß nicht abhauen konnte.

„Ich hatte keine Ahnung von diesem Vertrag, ansonsten hätte ich erst mal mit dir persönlich gesprochen … i - ich hatte irgendwie nur so unvollständige Informationen und nachdem ich das Gespräch im Kamin von Black und ein paar Mitschülern mitbekommen hatte, dachte ich einfach, du würdest gemeinsame Sache mit einem Schwerverbrecher machen …“ Remus lächelte sie darauf gutmütig an und fasste sie an die Schulter.

„Etwas anderes hatte ich auch nicht von dir erwartet“, sagte er, drückte sie zum Abschied und wandte sich dann zum Gehen. Klasse, das trieb ihr schlechtes Gewissen in ungeahnte Höchstformen. Tonks folgte ihm einen Moment später durch die offene Tür. Johnny und Gabriel tauchten zu ihrer Rechten auf, bepackt mit einem schwer aussehenden Aktenkoffer.

„Wir haben eine Notkonferenz einberufen, es ist viel zu tun … ich melde mich die Tage bei dir“, sagte Gabriel. Daraufhin wandten er und Johnny sich an Dumbledore, wechselten ein paar Worte mit ihm, die Luciana von ihrer Position aus nicht verstand, schüttelten ihm die Hand und waren dann auch schon verschwunden. Jetzt stand Luciana etwas herrenlos am vorderen Ende des Tisches und wusste recht wenig mit sich anzufangen. Wie sollte sie denn jetzt wieder zum Schloss kommen? Da tauchte Dumbledore in ihrem Blickfeld auf, immer noch mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

„Professor Snape bringt Sie jetzt wieder zurück zum Schloss. Ich würde Sie ja selbst begleiten, aber ich muss mich noch um ein paar nicht aufschiebbare Angelegenheiten kümmern.“

Oh ja … Professor Snape. Dieser sah auch schon ganz grün im Gesicht aus, vor Glück. Ohne ein Wort packte er sie wieder am Arm und das Gezerre begann von neuem.

„Oh maaan, nicht immer dieselbe Stelle!!“

„Silencio!“


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Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schüttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenüber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch