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Fanfiction

Luciana Bradley und der Orden des Phönix - Untote haben Skill

von Picadelly

Das Shirt war auf links gedreht, die Pyjamahose falsch herum, die Füße nackt und auch darunter trug sie rein gar nichts - allerdings war dies das Ergebnis einer Anziehaktion mit zehn Sekunden Limit gewesen. Eilig lief Luciana die Treppe herunter und platzte mitten in ein Debakel aus Schreien und Raserei. Im Hausflur hatte sich ein Pulk testosterongeladener Lebewesen gebildet, wobei das Alphatier gerade einem Tobsuchtsanfall erlegen war:

„… ein einziges DESASTER, FIASKO, KATASROPHE - SUPER-GAU!!!“

Luciana hatte ihren Paten in der Vergangenheit oft die Nerven verlieren sehen, einige Male war sie sogar selbst Fokus seiner Wut gewesen, jedoch schien er jetzt am Rande eines Gewaltausbruches zu stehen. Und Gordon war aus irgendeinem Grund in sich zusammengesunken. Snape, der vor ihr Remus Zimmer verlassen hatte, war am Treppenabsatz zum Stehen gekommen (vielleicht, weil er es für klüger befunden hatte, Gabriel nicht zu nahe zu kommen?) und nahm ihr so die halbe Sicht auf das Geschehen.

„Du weißt so gut wie ich, sie hätten ihn nach Askaban geschickt, möglicherweise sogleich getötet“, sagte Gordon mit belegter Stimme.

„JA, das ist mir sehr wohl bewusst und da gehört er VERDAMMT NOCHMAL AUCH HIN!!“ Gabriel baute sich vor Gordon auf und auch wenn dieser ihren Paten ein gutes Stück überragte, er sah beinahe so aus, als würde er jeden Moment panisch die Flucht ergreifen.

„Worum geht's?“, flüsterte Luciana an Snape gerichtet.

„Bisher fehlt mir der Überblick“, antwortete er.

„WIE soll ich DAS Dumbledore erklären, kannst du mir das bitte sagen, mh?“ Oha, Gabriel war leiser geworden - und das hieß nicht, dass seine Wut abgeflaut war, nein, es war mehr eine Art 'Auftanken' für ein darauffolgendes Donnerwetter. „Ist dir auch nur ein Sekündchen der Gedanke in dein totes Hirn gekommen, wie uns dein illoyales Verhalten dastehen lässt? Wie soll ich das werten - doch wieder übergelaufen, mein Freund, oder bist du erst gar nicht bei uns angekommen?“

Das nimmst du zurück!“, zischte Gordon - na bravo, jetzt war nicht nur einer sauer.

„Wieso sollte ich? Deine Tat war eindeutig.“

„Mach dich nicht lächerlich, du kennst meine Beweggründe.“

„Dann solltest du deine Prioritäten noch einmal sehr genau überdenken, anso-„

„ER IST MEIN SOHN!“, donnerte Gordon. „DU hast nicht das Recht über mich zu urteilen, denn du hast keine leiblich-„

„WELCHES SCHEUSAL treibt sich in meinem Haus herum - KREACHER!!“ Und Luciana hatte sich schon gewundert, dass Mrs Black noch nicht eher ihren Senf dazu gegeben hatte. Gabriel und Gordon ließen sich von dem Gezeter der Alten allerdings nicht aus dem Konzept bringen, im Gegenteil - bei dem Hintergrundlärm konnten sie sich gleich noch lauter ankeifen.

„Vortrefflich, wäre es dann nicht längst an der Zeit ein Leben lang Versäumtes nachzuholen und dem Bengel einen KRÄFTIGEN ARSCHTRITT zu verpassen?! -„ „-UNWÜRDIGES PACK VERLAUSTER MUGGELANBETER-„ „Oder ziehst du deine gewohnte Handhabe vor, antiautoritäres Einzel-„ „SCHANDE MEINES BLUTES“ „Vielleicht liege ich auch falsch und deine Brut ist nur so missraten, weil es nicht genügend Aufmerksamkeit von Papi und zu viel von Nutt - WIESO VERFLUCHT NOCHMAL HAT NIEMAND DIESES BILD ENTFERNT?!“, kreischte Gabriel, nachdem Mrs Black mit einem markerschütterndem „GEHÖREN VERSKLAVT, DIESE NIEDEREN KREATUREN VON HALBMENSCHEN UND SCHLAMMBLÜTERN“ wohl ein wenig über seine Toleranzgrenze getreten war.

Gabriel drehte sich schwungvoll um (seine Zopfpracht flog dabei einer Peitsche gleich auf Gordon zu), brauste durch die Eingangshalle und - och nö, das war doch nicht sein Ernst?

In diesem Moment flog die Tür von draußen auf und hineingestolpert kam Johnny, der Black, mit dem Arm um seine Schulter, japsend in das Haus zog.

„Hättet“ japs „ruhig ma“ hechel „auf mich wa'ten könn`!“
Doch Johnny und sein ?Anhängsel` blieben vorerst unbeachtet - viel interessanter war Gabriel und welches Bild er dabei abgab, am Rahmen des Portraits der Black-Hexe zu hängen und dieses als sein Ventil für seine ungezügelte Wut zu missbrauchen … zum Leidwesen seines Schuhwerks, mit dem er euphorisch die Leinwand bearbeitete.

„WEG! AARRGHHH, WEEEEG DU MISSGE- KREEEAACHEEER!!!“

„Schau mal“, sagte Black an Johnny gewandt, mit einem verstörend friedvollen Lächeln auf den Lippen, „meine Mutter hat jemandem zum Reden gefunden.“

Hatte Johnny schon wieder eine Runde Kekse verteilt, oder was war los?

„Jetzt hör endlich auf mit diesem Nonsens“, herrschte Gordon in Gabriels Richtung, durchquerte ebenfalls die Halle und zog mit einem kräftigen Ruck die Vorhänge des Bildes zu. Das Gezeter der Alten riss ab und war nur noch als leises Murmeln zu hören. Endlich setzte sich Snape in Bewegung, trat ein paar Schritte in die Halle hinein und wollte wohl gerade etwas sagen - da ging das Wortgefecht von Gordon und Gabriel auch schon in die zweite Runde.

„Ich glaube ich habe die Lösung“, patzte Gabriel biestig. „Wenn Dumbledore gleich erscheint, wirst du ihm Rede und Antwort stehen, ich werde mich heraushalten, komplett!“

„Mit Vergnügen, immerhin habe ich den Black-Jungen da wieder rausgeholt“, entgegnete Gordon, mindestens genauso kratzbürstig.

„Ja, Glückwunsch und deshalb wird es auch gar nicht erst zur Sprache kommen, dass du Malfoy mit der Prophezeiung hast entkommen lassen!“

„Er hat WAS?“, rief Snape dazwischen -

„Es hört doch jeder nur, was er versteht!“, sagte Black mit erhobenem Finger, lehnte sich zu Snape hinüber und deutete mit höchst interessiertem Blick auf dessen Hals (sein, in der Eile falsch geknöpftes Hemd, ließ am Kragen mehr Sicht auf nackte Haut zu, als üblich). „Ist das etwa ein Knuuutschfleck, Schniefelus??“

Oh … oh, nicht gut - war es doch keine Einbildung gewesen, dass sie ihm zum Ende ihrer kleinen Liaison in den Hals gebissen hatte …

„So, meine Herrschaften“, sagte Luciana hastig. „Wir verlagern das Gespräch jetzt in die Küche!“

Damit ging sie die letzte Treppenstufe hinab, stellte sich zwischen Johnny (an dessen Schulter Black noch immer hing, als könne er keinen einzigen Schritt aus eigener Kraft tätigen) und Snape und schob beide von der Eingangstür in die Halle hinein.

„Nehmen Sie Ihre Finger von mir, Miss Bradley!“, zischte Snape und lief Richtung Küche davon. Ja ne, is klar … nicht drüber nachdenken, bloß nicht drüber nachdenken!

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

„… in der Halle des Todes stießen wir in das Kampfgeschehen, zehn Todesser und zwei Hogwarts-Schüler, darunter Harry Potter mit der Prophezeiung in der Hand.“ In dem schummrigen Licht der Kerzen, die sie provisorisch auf den Küchentisch gestellt hatten, machte Gordon den Eindruck eines Gruselgeschichtenerzählers, wie man sie von Lagerfeuern kannte.

Snape und Luciana hingen gebannt an seinen Lippen (wobei man ihr das Interesse ansah, dem Professor selbstverständlich weniger), Black nahm unterdessen die Maserung der Tischplatte unter die Lupe, während Johnny und Gabriel hinter der Küchenzeile den Versuch unternahmen, eine Kanne Kaffee aufzusetzen.

„Das Black Mädchen, die, die Rodolphus Lestrange geheiratet hat, wendete gerade einen Cruciatus auf den anderen Jungen, wohl in der Absicht, von Potter die Prophezeiung zu erpressen. Wir konnten noch sehen, wie Potter“, Gordon stoppte hier, rieb sich mit beiden Händen über sein Gesicht. Es schien, als würden ihn die nächsten Worte viel Mühe kosten, „wie Potter Lucius Malfoy die Prophezeiung überreichte. Genau dabei stießen Ordensmitglieder zu uns, Remus Lupin, Alastor Moody, die Tochter von Andromeda, ein Auror und, ja und Black Junior.“

Black hob bei der Erwähnung seiner Person die Hand, wie zum Gruß, ohne den Blick von der Tischplatte zu nehmen - Luciana war zu neugierig, was ihm in der Mysteriumsabteilung zugestoßen war, normal verhielt er sich jedenfalls nicht.

„Es brach ein äußerst unübersichtlicher Kampf aus - ich konnte noch sehen, wie die beiden Jungs in Deckung gingen, um sich vor den umherfliegenden Flüchen zu schützen, fünf der Todesser waren sehr bald außer Gefecht gesetzt, einer versuchte an uns vorbei zu kommen-„

„Versuchte?“, warf Gabriel ein und stellte geräuschvoll die volle Kaffeekanne auf den Tisch. „Interessante Umschreibung für ?du hast dem Einäugigen einen kräftigen Stoß verpasst und deine eigenen Leute solange in Schach gehalten, bis deine Brut genügend Vorsprung hatte, um auf dem Weg noch bei einem Drive-In Halt zu machen`!“

„Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liegen sollte“, zischte Gordon wütend, „aber warst du nicht gerade eben derjenige, der meinte, ausschließlich mir das Wort zu überlassen?“

„Da hat er recht“, sagte Johnny.

Snape, der Luciana gegenüber am Tisch saß, machte einen äußerlich sehr gefassten Eindruck. Seelenruhig griff er nach der Kanne und schüttete sich Kaffee ein - sein Blick ruhte auf Gordon, hin und wieder schielte er allerdings Richtung Black. Doch Luciana sah ganz genau, wie viele Fragen hinter seiner Stirn umherschwirren mussten - außerdem achtete er peinlichst genau darauf, ihr nicht in die Augen zu schauen. Es verhielt sich vielmehr so, als sei der Platz, auf dem sie saß, eine Art Antimaterie oder ein Knick in der Realität und er würde gar nicht existieren. Offensichtlich hatte Snape beschlossen, ihre Anwesenheit schlicht und ergreifend zu ignorieren. Ja, das kannte sie noch von den Tagen und beinahe Wochen, nach dem Vorfall am See. Wenn er bei schlichtem Nacktsein schon solch einen Wind gemacht hatte, wie würde es sich erst verhalten beim 'miteinander-in-der-Kiste-landen'?

„Lestrange erwischte Black in einem Zweikampf mit einem Schockzauber, der ihn durch das Tor des Jenseits gestoßen hat.“ Was auch immer ?Das Tor des Jenseits` bedeuteten mochte, diese Information brachte Snape dazu, Sirius mit fassungslosem Blick anzustarren - sein Mund öffnete sich, doch Snape schien sich erst einmal in Geduld üben zu wollen und ließ Gordon ausreden. „Lestrange und Lucius entkamen, Macnair, er war als Henker im Ministerium beschäftigt, wenn ich mich recht entsinne, ist seiner Euphorie zum Opfer gefallen“, damit nickte Gordon zu Johnny, der voller Stolz seine Brust herausstreckte (Gabriel murmelte daraufhin ein genervtes „So viel zu Gefangene machen und nicht eliminieren …“), „und nachdem Dumbledore aufgetaucht war, hatten die restlichen Todesser … das Nachsehen. Auf Dumbledores Anweisungen hin haben wir uns dann ins Hauptquartier begeben - er und die anderen Mitglieder werden hinzustoßen, sobald es ihnen möglich ist.“

„Ich habe Schwierigkeiten Ihre Schilderung nachzuvollziehen - sagten Sie nicht, Black sei durch den Torbogen des Jenseits gefallen?“, fragte Snape nach einigen Sekunden Stille.

Black war unterdessen derart beschäftigt mit einem Wachsfleck auf der Tischoberfläche, dass er keinerlei Reaktion auf seinen Namen zeigte.

„Ja, ganz genau“, sagte Gordon.

„Ich meine im Gedächtnis zu haben, es handle sich bei diesem Bogen um eine Art Durchgang zur Totenwelt? Und wenn man diesen betritt, eine Rückkehr ausgeschlossen sei?“

„Da sind Sie richtig informiert“, warf Gabriel beim Anzünden von zwei Zigaretten ein und reichte eine davon an Luciana weiter, „und auch wieder nicht. Wie inkompetent und emotionsgesteuert“, dieses Wort sprach ihr Pate aus, als handle es sich dabei um eine hoch ansteckende, sofort tödliche Krankheit, „Gordon an diesem Abend auch gehandelt haben mag, ein wenig hat er letztendlich doch noch zur Schadensbegrenzung beitragen können.“

Nein, diese Antwort schien Snape überhaupt nicht zufrieden zu stellen - mh, Luciana fiel auf Anhieb eine andere Sache ein, die ihn zufriedenstellen könnte -

„Ich bin tot, Se- Mr Snape“, sagte Gordon. „Daher kann ich bei der Übertretung ins Jenseits nicht noch einmal sterben. Und auch wenn der heutige Versuch sicherlich beispiellos war, letztendlich konnte ich den jungen Black wieder in die Welt der Lebenden zurückholen.“

Mit dieser Antwort schien Snape noch immer nicht glücklich zu sein, doch in Lucianas Kopf baute sich eine ganze Stadt voller neuer Möglichkeiten auf.

„Heißt das, du kannst jeden x-beliebigen Toten wieder zum Leben erwecken?“, fragte sie begeistert.

„Nein, so einfach ist das nicht“, antwortete Gordon. „Die Mysteriumsabteilung beschäftigt sich mit all den ungeklärten Fragen, die seit jeher unbeantwortet waren. Die Sterblichkeit ist wohl eine der wichtigsten, gleichzeitig auch die Schwerste. Der Torbogen des Jenseits ist nur ein Durchgang zu einem bestimmten Abschnitt der Totenwelt, in dem sich lediglich die Seelen befinden, die unmittelbar durch den Bogen gegangen oder gefallen sind. Ein misslungenes Experiment einiger Zauberer, wenn man so möchte.“

„Ne künstliche Hölle?“ Luciana zog an ihrer Zigarette.

„Ein Jenseits von Menschenhand geschaffen, ja“, sagte Gordon.

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Als erstes trafen Remus, Mr Weasley, Moody, Zuckerschnäuzchen und die Weasley-Zwillinge ein und wieder und wieder spielte sich dasselbe Bild in der Küche ab: Riesen Aufruhr wegen Blacks Nicht-Ablebens, nur das 'Wie' verhielt sich variabel. Während einige unglaublich froh und erleichtert auf seine Anwesenheit reagierten, begannen die anderen nachzuhaken und sich mehr für das 'Warum' zu interessierten - selbst Remus schien nach anfänglicher Freude mehr misstrauisch, Moody behauptete auf der Stelle, bei Black müsse es sich um einen Schwindler im Sirius-Kostüm handeln.

Ja, und es blieb nicht lange im Verborgenen, wie verändert Black war. Ständig warf er seltsame Kommentare ein, antwortete schwammig oder war mit der Tischplatte beschäftigt. Alleine Potter interessierte es nicht im Mindesten, ob seinen Paten ein Hirnschaden im Fake-Jenseits ereilt hatte. Luciana war sogar soweit sagen zu können, dass Potter nicht einmal der Weltuntergang erschüttert hätte, so euphorisch gut gelaunt war er.

„Molly bleibt diese Nacht im Krankenflügel in der Schule“, beantwortete Mr Weasley Lucianas Frage nach dem Verbleib seiner Frau. „Ginny hat nur einen gebrochenen Knöchel, aber Rons Behandlung wird ein wenig länger dauern - aber Poppy meinte, sie bekommt ihn wieder hin.“

In diesem Moment betrat Dumbledore den Raum und wieder begann das Black-Frage-Antwort-Spielchen von neuem. Der ehemalige Schulleiter schien von allen allerdings am wenigsten begeistert. Um genauer zu sein, hielt er Gordon eine Standpauke durch die Blume (anscheinend aus Rücksicht auf Potter, dass der Vampir zartbesaitet sein könnte, war sicherlich kein Beweggrund), wie er nur so ?einfältig` mit dem Leben nach dem Tod hätte umgehen können. Während Dumbledore beschäftigt war, nutzte Luciana die Gelegenheit ein paar Worte mit Remus zu wechseln.

„Die Heiler meinten, Tonks müsse einige Tage im St. Mungo bleiben. Sie hat ein paar wirklich üble Flüche abbekommen - sag mal, ist das mein Shirt?“, meinte Remus und rührte in seiner Teetasse herum.

„Eh, ja, meine Klamotten waren nach'm Ministeriumsausflug ein wenig nass, ich hab mir gedacht das ist okay?“

Remus nickte.

„Kein Problem, hatte mich nur ge-„ Plötzlich zuckte seine Nase, er bewegte seinen Kopf kaum merklich ein paar Zentimeter in ihre Richtung - dann blickte er mit verwirrtem Blick in Snapes Richtung, danach wieder zu ihr. Oh. Ohoh. Ganz vergessen. Remus, Werwolf, gleich verdammt gute Nase. Und nachdem diese Erkenntnis gekommen war, ließ die daraus resultierende nächste Offenbarung nicht lange auf sich warten - wenn Remus, wie es aussah, Snape in einem Raum voller Menschen auf ihrer Haut riechen konnte, was würde er dann für Rückschlüsse ziehen können, wenn er gleich zu Bett gehen würde? Und zwar in das Bett, in dem sie mit Snape vor nicht mal einer Stunde -

„Hach, gut das du mich dran erinnerst“, sagte Luciana schnell und sprang von ihrem Stuhl auf. „Ich hol mal schnell die Klamotten aus dem Zimmer, ansonsten vergess ich sie nachher wieder mitzunehmen.“

Unter dem aufmerksamen Blick von Remus verließ sie zügig die Küche und rannte die beiden Treppen hinauf, indem sie immer gleich zwei Stufen auf einmal nahm. Der kleine, schäbige Raum im ersten Stock lag da, wie sie ihn eilends verlassen hatten. Luciana sammelte ihre noch nassen Kleidungsstücke vom Boden auf, zog ihren Zauberstab aus dem Bund der Pyjamahose (die ihr ein ordentliches Stück zu lang war und sie somit gleichzeitig als Schuhersatz fungierte) und sprach „Inolens“ über das zerwühlte Bett. Um auf Nummer sicher zu gehen wiederholte sie dies an einigen weiteren Stellen des Zimmers - damit sollte selbst die beste 'Spürhundnase' nicht mehr in der Lage sein … die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Nachdem sie auch die Laken aufgeschüttelt und das Kopfkissen neu drapiert hatte, fiel ihr Blick beim Hinausgehen auf einen schwarzen Stoffhaufen in der Mitte des Raumes. Verdammt, Snapes Robe hatte sie beinahe vergessen. Auf der anderen Seite konnte sie diese auch schlecht mit hinunter nehmen und sie Snape vor den Augen aller anderen überreichen - es genügte schon, dass einer misstrauisch geworden war, da brauchte Luciana keinen neugierigen Dumbledore, oder, noch schlimmer, Patenonkel.

Beim Aufheben des Stoffbergs fiel etwas Schweres, Hartes mit einem Dumpf zielgenau auf ihren großen Zeh -

„Au, verdammte -„

Der schmerzhafte, unbekannte Gegenstand rollte noch ein Stückchen weiter von ihr weg, bis er vor der geöffneten Tür liegen blieb. Snapes Maske. Korrektur, Snapes Todessermaske. Luciana hob sie auf - im ersten Moment war sie überrascht über das schwere Gewicht, es musste sich hierbei um irgendeine Form von Metall handeln. Silbernes Metall, um genau zu sein. Die Oberfläche fühlte sich kalt und glatt an, nur die feinen Rillen, die kringelnde und geschwungene Muster in einem schwarzen Farbton bildeten, ergaben einen möglichen Wiedererkennungswert.

Sie drehte und wendete die Maske in ihren Händen - es schien keinerlei Befestigungsvorrichtung zu geben, kein Band oder Gummizug. Höchstwahrscheinlich würde das Teil mit dem Träger verschmelzen, sobald dieser es anlegte. Für ein paar Sekunden dachte sie darüber nach, es kurz selbst auszuprobieren, allerdings war Miss Vernünftig am heutigen Abend dermaßen zu kurz gekommen, dass sie jetzt einen kleinen, minder schweren Kreisch-Anfall in ihrem Kopf bekam.

Luciana setzte einen Schritt Richtung Tür, als ihr etwas anderes in den Sinn kam - wenn Snapes Todessermaske gerade eben aus seinem Umhang gefallen war, was konnte sich noch alles darin verbergen? Sie überlegte hin und her, doch ihre Hände fingerten wie automatisch in den schier endlosen Metern von Stoffbahnen herum. Dieser Umhang wies eine Vielzahl von Taschen und Verstaumöglichkeiten auf, überall kamen kleine Phiolen aller Formen zum Vorschein, sicher über ein Dutzend an der Zahl. Luciana war in Gedanken hoch auf damit beschäftigt Szenerien herbei zu fantasieren, was er denn mit all den vielen Tränken anstellen mochte, dazu noch im Namen des Schwarzen Führers, da stießen ihre Fingerspitzen in einer Art Brusttasche auf etwas, dass sich so gar nicht nach einem Fläschchen anfühlte.

Zum Vorschein kam ein Schmuckstück, welches sich beim genauen Betrachten als ein Armband entpuppte. Ein winziges Armband, bestehend aus länglichen, goldenen Plättchen - Luciana hantierte äußerst vorsichtig damit, so zerbrechlich schien es zu sein. Von dem Umfang her zu urteilen, musste es sich um ein Band für das Handgelenk eines Kindes handeln. Und da, auf den Plättchen, es war kaum noch zu erkennen, standen Worte eingraviert:

„Quidquid agis prudenter agas et respice finem“, las Luciana leise. Wirklich großartig, wieso zum Teufel, war diese vermaledeite und vor allem tote Sprache einfach immer und überall vertreten? Reichte es nicht aus, dass die meisten Zaubersprüche ihren Ursprung darin hatten? Und wieso hatte man grundsätzlich nie Stift und Zettel zur Hand, wenn man sie brauchte? Murrend und mit einem leichten Hauch von schlechtem Gewissen (oh ja, da brauchte sie sich erst gar nichts vormachen, Snape gehörte hundertprozentig nicht zu den Menschen, die das Durchwühlen ihrer Privatsachen unter 'nicht weiter tragisch' verbuchen würden), ließ sie das Schmuckstück wieder an Ort und Stelle verschwinden, verstaute Snapes Umhang/Allzwecks-Kleidungsstück-Tränkeschrank unter einem der Schutzbezüge der Sessel in dem alten Kaminzimmer und kehrte, den Kopf voll mit neuem Gedankenstoff, in die Küche zurück. In der es, mal wieder, zu einem Eklat gekommen zu sein schien.

„… Sie scheinen mich kontinuierlich misszuverstehen, Dumbledore, worauf ich hinaus möchte: Sie haben einen Orden aus fähigen Männern und Frauen zusammengestellt, kochen hingegen nebenbei ihr eigenes Süppchen, in diesem Fall eine ganze Knastzellenterine!“

Luciana setzte sich so unscheinbar wie irgend möglich auf ihren Platz neben Remus und nahm die Szenerie dabei skeptisch in Augenschein. Die Unterhaltung, die Dumbledore und ihr Pate gerade eben noch unter vier Augen geführt hatten, schien sich nun auf die komplette Runde ausgeweitet zu haben. Und Gabriel war sauer … zur Abwechslung.

„Ich habe mir Ihr Fäden ziehen im Hintergrund nun lange genug mit angeschaut, das wird jetzt ein Ende haben! Entweder Sie vertrauen Ihren Leuten, nehmen Vorschläge und Widersprüche in Kauf und legen diesem Orden und auch mir das komplette Bild Ihrer Planschmiede vor, oder unsere Zusammenarbeit ist mit sofortiger Wirkung beendet!“

„Ich weiß leider nicht, wovon Sie sprechen“, sagte Dumbledore darauf in einem zu neutralem Tonfall.

„Mh, wo fangen wir denn da an?“, Gabriel machte ein gespielt nachdenkliches Gesicht und tippte sich dabei mit dem Zeigefinger auf seinem Kinn herum. „Ah, wie wäre es denn mit der Prophezeiung, die dieser Orden seit über einem Jahr vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche bewacht - und bei der Sie gerade noch beinahe einem Herzinfarkt erlegen waren, nachdem Sie hörten, sie sei nun in den Händen Voldemorts - worum geht es in der Prophezeiung? Und verschwenden Sie Ihren Atem nicht mit Ausflüchten, Sie können mich nicht derart für dumm verkaufen und mir weismachen, Sie wüssten es nicht!“

An dem Tisch war Ruhe eingekehrt. Von all den früheren Sitzungen konnte Luciana sagen, dass dieses Thema ein altbekanntes war. Mehr als einmal war einer der Ordensmitglieder der Kragen geplatzt und Fragen nach der Prophezeiung waren laut geworden. Doch Dumbledore hatte sich immer in Schweigen gehüllt, hatte freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, wie wichtig die Überwachung dieses magischen Gegenstandes sei und das der Orden für seine Sicherheit Sorge tragen müsse.

Ja, und jetzt hatte es jemand gewagt, Dumbledore ein Ultimatum zu stellen (und zumindest bei Black konnte Luciana mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass dieser öfter an seine Grenzen gebracht worden war, den ehemaligen Schulleiter nicht wie eine Grapefruit auszuquetschen). Und niemand sprach sich dagegen aus, wahrscheinlich, weil die eigene Neugierde zu groß war. Selbst Moody, der sonst immer und überall Dumbledores Rücken zu stärken pflegte, schaute mit gleich beiden Augen erwartungsvoll zum Kopfe des Tisches. Dumbledore saß da und schien abzuwägen, zu überlegen.

„Harry, ich möchte, dass du den Raum verlässt.“

Luciana brauchte den Angesprochenen nicht anzusehen, um sagen zu können, dass mal wieder ein kleiner Zwergenaufstand in Potter hochkochte.

„Aber Sir, Sie wissen genau was ich heute durchgemacht habe, ich habe das Recht -„

„Ja, Harry, das weiß ich und aus diesem Grund möchte ich, dass du oben wartest. Ich gebe dir mein Wort, wir werden uns alleine unterhalten, sobald ich hier fertig bin.“

Potter blieb noch eine Weile auf seinem Platz sitzen, doch selbst ein verzweifelter Blick zu seinem Paten änderte nichts an der Situation und so stapfte er zur Tür hinaus und ließ diese mit einem ohrenbetäubenden Knallen ins Schloss fallen.

Dumbledore blickte bedeutungsschwer in die Runde, bevor er sich mit seinen Unterarmen auf die Tischplatte abstützte und zu Reden begann.

„In einer Nacht, vor sechzehn Jahren, in einem Zimmer über dem Schankraum im Eberkopf, traf ich mich mit einer Bewerberin für den Posten des Wahrsagelehrers. Obwohl diese die Ururenkelin einer sehr berühmten, begabten Seherin gewesen ist, war ich von ihren Fähigkeiten enttäuscht. Mir kam es vor, als besäße sie selbst nicht die Spur von dieser Gabe und so erklärte ich ihr, höflich, wie ich hoffte, dass ich sie für nicht geeignet für den Posten hielte. Ich war schon im Begriff zu gehen, da wurde ich Zeuge jener Prophezeiung … 'Der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, naht heran … jenen geboren, die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren, wenn der siebte Monat stirbt … und der Dunkle Lord wird Ihn als sich Ebenbürtig kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der Dunkle Lord nicht kennt … und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben, während der Andere überlebt … der Eine mit der Macht, den Dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der siebte Monat stirbt …'

Hä?

In der Küche war, nach der anscheinend wortwörtlichen Wiederholung der Prophezeiung, Gemurmel aufgekommen, welches augenblicklich abbrach, als Dumbledore seine Geschichte fortsetzte.

„Die ersten Zeilen der Prophezeiung sind durch einen - ungewollten Mithörer an Voldemort weitergegeben worden.“

Oh, uh, da, Snape hatte gezuckt, Luciana hatte es ganz genau gesehen! Nicht weiter verwunderlich, wenn sie zum einen zwar den Worten Dumbledores Gehör schenkte, sich parallel dazu allerdings gedanklich zwei Stockwerke höher zu einem etwas früheren Zeitpunkt befand … Sein Blick senkte sich darauf in Richtung Tischplatte, ganz, als wolle er dem Blick von Dumbledore oder irgendeinem anderen der Anwesenden entgehen. Interpretierte sie diese Gesten richtig, konnte es sein, dass Snape etwas mit dem ?weitergegeben worden` zu tun hatte?

„Nun, dabei handelte es sich jedoch nur um den ersten Teil und so ging Voldemort, in der Überzeugung seinen Widersacher frühzeitig unschädlich zu machen, zu den Potters. Voldemorts Kenntnisse der Magie sind vielleicht umfassender als die jedes lebenden Zauberers, aber eine von Voldemorts Schwächen ist die Verachtung und somit auch Unterschätzung einer der ältesten Formen der Magie. Lily Potter schützte ihren Sohn mit ihrem eigenen Leben und ließ somit den Todesfluch, der gegen Harry gerichtet war, von ihm abprallen. Mit dieser Tat hat er selbst Harry als seinen ebenbürtigen Widersacher gekennzeichnet und den ersten Teil der Prophezeiung erfüllt.“

„Soll das heißen“, platzte es aus Gabriel heraus, „dass Sie Monat um Monat kostbare Zeit aufgewendet haben, damit Voldemort nicht spitz bekommt, dass er den Jungen, den er seit seiner Geburt töten will, töten muss?“

Schweigen. Diese Frage blieb unbeantwortet - jeder im Raum hing für einen Moment seinen eigenen Gedanken nach. Snapes Blick war noch immer zu Boden geneigt und einmal davon abgesehen, dass Luciana unbedingt wissen wollte, wieso er sich derart beschämt verhielt, brannte ihr eine weitere Frage auf der Zunge.

„Das mit der Andeutung vom Geburtsmonat und der Kennzeichnung, also ich nehm mal an es ist dieses Blitz-Dingsda, hab ich verstanden, nur … was soll das heißen, keiner kann leben wenn der andere lebt?“

Die Blicke im Raum hefteten sich wieder auf Dumbledore, der mit gesenkten Schultern auf seinem Stuhl saß und - ja, und den Eindruck eines gewöhnlichen, sehr alten Mannes machte.

„Vor fünfzehn Jahren“, Luciana lehnte sich wieder in ihrem Stuhl zurück, anscheinend hatte der alte Kauz Vorlieben für's lange Geschichten erzählen, „als ich die Narbe auf Harrys Stirn sah, vermutete ich, sie könnte das Zeichen einer Verbindung sein, die zwischen ihm und Voldemort geschmiedet wurde. Und kurz nachdem Harry nach Hogwarts kam, wurde offensichtlich, dass ich Recht gehabt hatte und dass seine Narbe ihm Warnsignale gab, wenn Voldemort in seiner Nähe war oder auch nur ein starkes Gefühl hatte. Diese Verbindung ging so weit, dass Harry in der Lage war, Erlebnisse und Gedanken von Voldemort mitzuerleben, sie im Traum zu sehen, so, wie er in der Nacht vor Weihnachten den Angriff auf Arthur in der Mysteriumsabteilung gesehen hatte.“

„Tacheles, Dumbledore, wie sieht Ihre Vermutung aus?“, sagte Gabriel ungeduldig.

„Ich befürchte, und ich wünsche mir ich möge falsch liegen, ein Teil von Voldemorts - Seele ist bei dem Todesfluch, der Voldemort am Ende selbst getroffen hatte, auf Harry übertragen worden.“

Die schockierte Stille nach Dumbledores Aussprache währte nur kurz - am Tisch brach helle Aufruhr aus und selbst Black schien, zumindest in diesem Moment, bei klarem Verstand zu sein.

„Wissen Sie was Sie da behaupten, Albus?“, rief er empört. „Das ist eine Beleidigung an James und Lily, ich habe den Jungen kennengelernt, keine Spur von -„

„MOOOMENT MAL!“ Gabriel war von seinem Platz aufgesprungen. „Seele? Seele? Ich bitte Sie, es ist wissenschaftlich weder haltbar noch bewiesen worden, dass es so etwas wie eine Seele überhaupt gibt - ganz zu Schweigen einen Teil davon abzuspalten, wir sind hier nicht in einem Tolkien-Roman! Magie ist immer, ich wiederhole, immer physikalisch nachweisbar und selbst der größenwahnsinnigste aller Nekromanten -“

„Steinhardt“, meldete sich Snape zu Wort, sein Gesicht so neutral wie eh und je, „nennen Sie es wie Sie wollen, Seele, Persönlichkeit, Charakter. Zumindest würde diese Theorie erklären, wieso Potter ein Parselmund ist und er Dinge sieht, die nur der Dunkle Lord gesehen haben kann.“

Doch Gabriel ließ sich nicht beirren, anscheinend wühlte ihn der Gedanke einer Seelenspaltung in seinem höchst logischen Weltverständnis sehr auf.

„Das ist blanker Unsinn, wie sehr soll ein Avada schiefgehen, damit eine … eine Übertragung von - von Gehirnströmen möglich ist?“

„Die Bestrebungen des Lords“, sagte Gordon, „waren seit jeher, eine Möglichkeit zu finden den Tod zu überlisten. Ich habe mich immer gefragt, wie er den Todesfluch überleben konnte. Er sprach immer-„ Er vollendete den Satz nicht, sondern sah Dumbledore an. Die beiden schienen auf denselben Trichter gekommen zu sein.

Dumbledore richtete sich auf seinem Platz auf, sein Blick glitt fest durch die Runde und alleine diese Körpersprache hinterließ bei Luciana ein mulmiges Gefühl - was würde jetzt wieder für eine Hiobsbotschaft kommen?

„Die Prophezeiung deutet darauf hin, dass Voldemort einen Weg gefunden hat weiter zu existieren, selbst unter dem Umstand tödlich getroffen worden zu sein. Doch egal wie ausführlich meine Bestrebungen der letzten Jahre ausgesehen haben mochten, ich bin des Rätsels Lösung nicht näher gekommen. Wenn wir in Erfahrung bringen, wie Voldemort seine Seele“, den darauffolgenden, protestierenden Laut von Gabriel überging Dumbledore, „dazu gebracht hat weiter zu bestehen, dann können wir seinen Plänen Einhalt gebieten. Und der Schlüssel hierzu ist Harry Potter.“

„Soll das heißen … wir … wir haben es nicht nur mit ihr-wisst-schon-wem und seinen Anhängern zu tun … sondern - einem unsterblichen ihr-wisst-schon-wen?“, fragte Zuckerschnäuzchen und sah dabei ganz und gar nicht zuckrig aus.

„So etwas wie Unsterblichkeit gibt es nicht“, sagte Gordon. „Ich bin ein Vampir, daher weiß ich sehr genau wovon ich spreche.“

„Denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht“, plapperte Black plötzlich mitten hinein, den Blick an die Decke gerichtet, „drum besser wärs wenn nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz das Böse nennt, sein eigentliches Element.“

„Ehm, sagt mal, meint ihr nicht der wäre im St. Mungo besser aufgehoben, bei dem Wirrwarr was der von sich gibt?“, fragte Luciana.

„Faust, Miss Bradley.“ Snape. Und so einen Kommentar auch noch auf Deutsch, damit Dumbledore bloß nichts von seinen Gemeinheiten ihr gegenüber mitbekommen würde …

„Hey, kein Grund mir gleich zu drohen!“, schnappte sie beleidigt, doch die einzige Reaktion, die Snape zeigte, war ein Augenrollen plus Kopfschütteln.

„Ne, also, ma ehrlich, find ich jetzt nich so clever den Bub'n mit reinzuzieh'n“, sagte Johnny dann, „un` wenn ich das richtig gecheckt hab, muss Voldi den Zauberkram mit dem nich-sterben-können gemacht ha'm, bevor er zu den Potters hingewuselt is`. Sprich, wenn ich den alten Kauz da korrekt verarbeitet hab`, will der ja den Jung'n vorbereit'n Voldi auszuknipsen und wenn wa` das machen, sind wa` genauso auf'm Holzweg wie der, so nach'm Motto selbsterfüllende Vorhersag'n un` so. Ich bin für abchecken wie der das hinbekomm` hat, den ganzen Kram, rückgängig machen und dann ausschalt'n, den Bub'n inner Zwischnzeit n` bisschen Personschutz geben, ja und dann passt das schon.“

Stille. Ja, typisch Johnny - machte keinen sonderlich hellen Eindruck und dabei übersah man gerne, wie viel Auffassungsvermögen und Kombinationstalent der Kerl hatte.

„Der Junge hat zwar ne` eigenwillige Art sich auszudrücken“, knurrte Moody, „aber ich gebe ihm Recht. Wir dürfen wegen der Prophezeiung nicht alles drum herum aus den Augen verlieren und Potter diesen Krieg für uns kämpfen lassen. Und ich war noch nie ein Freund dieser schwammigen Wahrsagungen. Es wird Zeit den Feind zu überraschen und diesem sogenannten - 'vorbestimmten Schicksal' einen kräftigen Tritt zu verpassen.“

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Eine halbe Stunde später war Luciana das erste Mal nach dem kleinen 'Bett-Zwischenfall' mit Snape alleine. Das hieß, sie standen in dem Kaminzimmer, um die Rückreise nach Hogwarts anzutreten. Dumbledore hatte das Flohreisen gerade eben als wieder ?unbedenklich und sicher` freigegeben, immerhin schien laut ihm Umbridge nicht mehr im Schloss zu sein. Eigentlich sollte sie diese Voraussicht freudig stimmen, doch das einzige Gefühl, welches ihr Innerstes zu durchnagen schien, war das Unwohlsein, das sie nun in der unmittelbaren Nähe von Professor Snape spürte. Er war überhaupt nicht froh darüber gewesen, als Dumbledore ihn gebeten hatte, sie mit zur Schule zu nehmen, weil er selbst sich um Potter und Black kümmern musste. Zwar hatte er nicht Gebrauch von der ?Oberarm-hinterher-schleif-klammer-Technik` gemacht, aber dies und das Ausweichen ihrer Blicke verriet, dass er offensichtlich beschlossen hatte, sie auf Distanz zu halten.

„Sir, ich hab Ihre Robe darunter gelegt“, Luciana deutete mit ihrer Hand auf den Sessel mit dem Schutzüberzug. „Sie wissen schon, die lag noch oben-„

Snape war mit ein paar schnellen Schritten bei dem genannten Möbelstück angelangt, schnappte sich seinen Umhang und bedeutete ihr nebenbei mit einem Kopfrucken vorzugehen.

Als das Pulver schon vor ihren Füßen gelandet war und die grünen Flammen ihre Beine hinaufschnellten, meinte Luciana für einen kurzen Augenblick seine Augen sehr genau auf sich gespürt zu haben.

In Snapes Wohnzimmer angekommen, bot sich ihr das Bild eines Raumes, welcher schnell und eilends verlassen worden war. Ein paar Lampen an den Wänden brannten, die Tür zum Schlafzimmer, die des Flurs und zum Büro, standen weit offen und auf dem Boden verteilte sich eine langgezogene Spur aus Kleidung - das hieß der übliche Umhang, Gehrock und Halstuch.

So stand sie mitten in dem Raum, starrte mit klopfenden Herzen zum Kamin und war total mit der Frage überfordert, ob sie nun auf Professor Snape warten, oder einfach gehen sollte. Sicherlich, ihm wäre es hundertzwanzigprozentig lieber gewesen, wäre sie wortlos verschwunden, aber der Gedanke daran widerstrebte ihr. Luciana war in den vielen Malen, die sie mit ihm zum Grimmauldplatz und wieder zurückgereist war, nicht einmal aus seiner Wohnung verschwunden, ohne sich zu verabschieden.

Sie wusste nicht, wovon Snape ausging. Wahrscheinlich befürchtete er, sie wolle eine Aussprache, oder sie erwarte Versprechungen, Liebesschwüre oder, im schlimmsten Fall, sie wolle ihn erpressen? Nun ja, paranoid und menschenverachtend genug war er für solche Gedankengänge allemal. Außerdem hatte er sich noch nie so lange Zeit gelassen, hinter ihr den Kamin zu betreten - entweder er war aufgehalten worden (und das wäre ja nun wirklich ein sehr unwahrscheinlicher Zufall) oder aber, er war darauf hinaus, sie erst gar nicht mehr anzutreffen. Minuten später wäre Luciana beinahe soweit gewesen, seine Räumlichkeiten zu verlassen, da kündigte sich mit einem Wusch ein Flohreisender an.

Sie lag mit ihrer Vermutung richtig. Beziehungsweise, Snape war noch unerfreuter sie in seinem Wohnzimmer stehen und auf ihn warten zu sehen, als angenommen. Er trat in einer sehr steifen Haltung vor ihr aus dem Kamin, legte seine Robe über die Rückenlehne der Samtcouch ab und schaute abschätzend auf sie hinab. Zwar war er wieder dazu übergangen ihr in die Augen zu sehen, allerdings musterte er sie dabei mit einem derart geringschätzigen Blick, dass sie liebend gerne darauf verzichtet hätte. So standen sie, mit etwa anderthalb Metern Abstand voneinander entfernt und starrten sich beinahe minutenlang wortlos an - bis Snape der Kragen platzte.

„Verschwinden Sie, Miss Bradley.“

Auch wenn Luciana sich fest vorgenommen hatte, dass egal was er ihr sagen möge, sie sich davon weder verletzen noch kränken lassen würde - einen kleinen Stich versetzten ihr diese Worte dennoch.

„Ich wünsche Ihnen auch eine angenehme Nachtruhe, Sir.“

Damit machte sie auf dem Absatz kehrt - dabei beschlich sie das Gefühl, dass ihr Blick, den sie Snape zugeworfen hatte und der eigentlich hatte wütend ausfallen sollen, mehr einem Enttäuschten gewichen war.


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Sie kämmt sich ihr Haar offensichtlich schon sehr, sehr lange nicht mehr.
Jamy Temime, Kostümbildnerin, über Prof. Trelawney