Dudley Dursley und der Junge, der zu Hause blieb - Ein alter Greis und sprechende Katzen
von Sáthien
@ ~Niniél~: Danke für dein liebes Review! Bin echt froh, dass dir das Lied so gut gefallen hat. Dudley wird wirklich zum Intelligenzbolzen was? (; Also, noch gehen mir meine Ideen nicht aus und ich hoffe, das wird auch bis zum Ende der Geschichte nicht der Fall sein. (:
Hmm, nur ein Review zum letzten Kapitel? Liest außer ~Niniél~ etwa keiner mehr mit? Wie dem auch sei, jedem, der das neue Kapitel liest, wünsche ich viel Spaß, hoffe es gefällt euch!
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Den Rest der Auswahlzeremonie verblieb Dudley sabbernd, seine glasigen Augen auf den goldenen Teller vor sich gerichtet. Das Essen schien wirklich sehr gut zu werden, wo doch so unheimlich viele Leute hier waren. Dudley schätzte, dass es mindestens zwei Dutzend waren, wenn nicht sogar noch mehr.
Als plötzlich alles still wurde, hob Dudley seinen fetten Kopf und sah in die Richtung, in die alle anderen schauten.
Am Lehrertisch versuchte ein unheimlich alt aussehender Mann mit einem langen Bart und mindestens genauso langem Haar und seltsamen, bunten Klamotten, sich aus einem thronartigen Stuhl zu hieven.
Er ächzte und Dudley war sich sicher ein paar Knochen knacken gehört zu haben. Als sich der Knacker beinahe vollständig erhoben hatte, geriet er plötzlich bedrohlich ins Wanken und bekam einen schrecklichen Hustenanfall.
Die Frau, die vorhin allen Neuen den Hut aufgesetzt hatte, eilte zu ihm, klopfte ihm auf den Rücken und stützte ihn mit einem Arm.
„D – danke Minerva“, krächzte der Greis und atmete jetzt freier. „Was soll ich jetzt tun?“
Die Akustik in der Halle war ausgezeichnet, denn obwohl der alte Sack nur zu flüstern schien, konnte man selbst auf den billigen Plätzen jedes Wort vernehmen.
„Du musst jetzt eine Rede halten, Albus“, sagte die Frau namens Minerva fürsorglich.
„Eine … eine Rede? Aber … aber … hm … ui …“
Er drehte sich ein wenig hin und her, sich anscheinend nicht sehr wohl in seiner Haut fühlend.
„Aber ich mag das gar nicht, Minerva. Wol … wollten wir nicht gerade Kanu fahren gehen?“
Der Kerl war offensichtlich senil.
„Nein, Albus, du musst ein paar Worte sagen. Einfach nur ein paar Worte zu den neuen Schülern!“
Die Hexe wirkte immer verzweifelter.
„Hmm … na gut …. Minervalein, ich mach das schon ich ….“
Er sah sich in der Halle um und vergrub dann sein Gesicht im Umhang der Lehrerin und fing an, bitterlich zu weinen.
„Nein, ich kann das nicht, Mami, die anderen Kinder mögen mich nicht!“, schluchzte er.
„Pomona, bitte hilf mir!“, jammerte jetzt die Frau namens Minerva und eine kleine dicke Hexe mit einem dreckigen Hut auf dem Kopf kam auf die beiden zu.
„Ist gut, ich nehme ihn und bringe ihn in den Krankenflügel zu dem jungen Mr Malfoy.“
„Vielen Dank, Pomona. Ich übernehme sein Amt solange.“
Die dicke Hexe nickte, streichelte dem alten Mann, der immer noch schluchzte, verständnisvoll über den Rücken und ging mit ihm langsam aus der Halle.
Die andere Lehrerin räusperte sich nun.
„Äh, ja. Liebe Schüler. Bitte entschuldigen Sie den Zwischenfall. Ich möchte Sie nur kurz daran erinnern, dass der Verbotene Wald verboten ist. Für … für alle Schüler. Ich, oh Himmel … war da noch – ja, der Korridor im dritten Stock ist auch verboten. Nun esst schon!“
Sie ließ sich auf den Thron fallen und vergrub ihre Hände im Gesicht. Dudley klatschte Beifall, doch nur einige wenige taten es ihm gleich, obwohl die Vorstellung einfach klasse gewesen war. Wo bekam man das schon geboten, eine Theateraufführung und direkt danach ein Festessen?
Dudley hörte auf zu klatschen, senkte seinen Blick wieder auf den Tisch – und erstarrte. Er versteifte sich auf seinem Stuhl und wagte es nicht, zu blinzeln, also hatte er seine Augen so weit aufgerissen, wie es nur ging. Er schüttelte ungläubig den Kopf.
Er war im Paradies.
Auf den Platten vor ihm türmten sich Köstlichkeiten, die ihm nicht einmal in seinen kühnsten Schokogussträumen eingefallen wären. Ganze Berge von golden glänzenden Pommes Frittes lagen direkt vor seiner Nase und sogar der Geruch allein schien ihm angenehme Sättigung zu verschaffen.
Direkt daneben lagen perfekte Hähnchenkeulen. Nicht einmal in der Werbung sahen sie so wunderschön aus, wie hier, auf diesem Tisch in Hochwarz.
Dudley trieb es die Tränen in die Augen, was aber auch daran liegen konnte, dass er sie schon seit einer Weile nicht mehr geschlossen hatte. Er blinzelte heftig
Selbst das Gemüse sah unglaublich gut aus, obwohl Dudley Gemüse verabscheute, mehr noch als Obst. Doch selbst das Grünzeug war hier von solch einer intensiven Farbe, dass ihm das Wasser nicht nur im Mund zusammen-, sondern auch aus dem Mund herauslief.
Die Erbsen schienen ihm zurufen zu wollen: „Iss mich, iss mich!“ - und Dudley gehorchte. Er schöpfte sich eine gewaltige Menge auf seinen Teller.
Und diese Sauce, diese fantastisch duftende Sauce von einer perfekten bräunlichen Farbe! Er schöpfte gedankenverloren ein wenig davon in eine Kelle und ließ es plätschernd zurückfallen.
Es entlockte ihm einen freudigen, mädchenhaften Juchzer. Es war ihm egal, dass ihn alle anstarrten. Wussten Sie es denn nicht zu würdigen, mitten im Paradies zu sein?
Er griff nach der Platte mit den Schnitzeln. Oh, wie sie dufteten! Er zog eines direkt unter seine Nase und sog den Duft tief in sich ein. Wie wundervoll es wäre, sie zu verspeisen!
Er schaufelte sich nur eines von ihnen – schließlich musste er genug Platz in seinem Magen für die restlichen Köstlichkeiten lassen – auf seinen Teller und goss eine beträchtliche Menge der Sauce darüber.
Er seufzte und lehnte sich kurz zurück, um seinen Teller zu betrachten. Es war für Dudley schier unfassbar, dass etwas so Einfaches schon so lecker aussehen konnte.
Er legte noch einige Kartoffeln auf den Teller und begann dann, einen feierlichen Ausdruck auf seinem runden Gesicht, mit dem ersten Gang.
***
Was Dudley und seine Mitschüler, oder in diesem Falle eher Mitesser, nicht bemerkten war, dass neben der Tür zur großen Halle auch gerade die Katzen der Schüler und Lehrer ihr eigenes kleines Fest feierten. Sie saßen in Reih’ und Glied und fraßen, genüsslich kauend, das feinste Futter, das in ganz Großbritannien zu finden war.
Auch Salazar machte sich jetzt auf den Weg dorthin, denn von dem leckeren Geruch des Menschenfutters hatte sein Magen angefangen zu knurren. Zudem war sein Fell immer noch ein wenig nass, und er befürchtete, sich zu erkälten, sollte er sich jetzt nicht gleich stärken.
Er trottete aus der Halle hinaus und gesellte sich zu den anderen Katzen. Froh maunzend sah er, dass noch genug für ihn da war.
Er setzte sich neben eine Mieze, die ziemlich dürr war und dessen hellgraues Fell verfilzt abstand. Er beäugte sie skeptisch, als er seinen ersten Bissen nahm.
„Mau!? Miau mau miez miau maunz!“, zischte die Katze neben ihm wütend.
Salazar richtete sich auf.
„Hmpf, miau. Maunz mau miau mau miez, miek“, entgegnete er empört.
(In diesem Moment schaltet die Schreiberin das Übersetzungsmodul Kätzisch-Deutsch ein, damit der Leser auch etwas von den kommenden Abschnitten hat...)
„Was!? Hör auf so zu glotzen!“, zischte die Katze neben ihm wütend.
Salazar richtete sich auf.
„Hmpf, sowas. Stell dich nicht so an, Zicke“, entgegnete er empört.
Die Katze hob ihre Pfote und fauchte leise.
„Pass auf, was du sagst, Freundchen. Ich bin hier eine Respektsperson!“
Salazar senkte seinen Kopf.
„Tatsächlich? Wer bist du denn, der König der Katzen?“
Der Schwanz seines Sitznachbarns zuckte.
„Wenn, dann Königin der Katzen.“
Ihre Augen verengten sich. Salazar blinzelte mehrmals.
„Tut mir Leid. Mein Name ist Salazar. Dürfte ich deinen Namen erfahren?“
Die ungekrönte Königin der Katzen nahm einen Schluck warmer, extra für Katzen zubereiteter Milch und starrte den dicken grauen Kater pikiert an.
Nach einer weile sagte sie: „Schon gut. Meine Name ist Mrs Norris. Mein Mensch ist der Hausmeister von Hogwarts, Argus Filch. Wer ist den Mensch?“
Salazar zwinkerte mehrmals.
„Mein Mensch ist Harry Potter.“
Mrs Norris wirkte verwirrt.
„Harry Potter, bist du dir sicher? Ich habe von Miss Tickle, einer alten Freundin, gehört, dass sich der junge Potter immer noch bei seinen Verwandten in Surrey befindet."
Salazar zuckte mit dem Schwanz.
„Tatsächlich? Hm, das wäre mir neu.“
Mrs Norris leckte sich Milch von der Nase.
„Miss Tickle hat mir eine Beschreibung des Jungen gegeben. Kannst du mir deinen Menschen mal zeigen?“
Salazar kaute auf einem Stück Trockenfutter herum, das köstlich gefüllt war.
„Gern“, nuschelte er. „Jetzt gleich?“
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein, ein andern Mal. Wir gehen gleich noch auf Mäusejagd. Das willst du dir doch sicher nicht entgehen lassen, oder, Salazar?“
Dieser riss die Augen auf.
„Das klingt ja ausgezeichnet! Ich freue mich schon, bin ein wenig außer Übung“, sagte er, sich über seine linke Pfote schleckend.
Er nahm noch einen letzten Bissen zu sich, schließlich wollte er nicht allzu schwerfällig sein, denn ihm sollte keine Maus entkommen.
***
Dudley war verzweifelt. Er würde es nie schaffen, alles am heutigen Tage zu probieren! Er war den Tränen nahe. Das war alles viel zu viel, er war maßlos überfordert! Er schluckte heftig und nahm einige große Schlucke Kürbissaft.
Er hatte gerade mal drei Teller voll gegessen und noch nicht einmal die Hälfte aller angebotenen Speisen angerührt. Er vergrub sein Gesicht in seinen fettigen Händen.
Plötzlich gab es einen dumpfen Knall. Dudley riss seine Hände vom Gesicht und erblickte sein eigenes Spiegelbild, das sich in einem riesigen Schokoladenpudding wiederspiegelte.
Er schluckte schwer. Das war bereits der Nachtisch. Er hatte es nicht geschafft. Er hatte versagt, es nicht bewerkstelligen können, alle Köstlichkeit zu vernaschen.
Dann schlug er mit der Faust auf den Tisch. So durfte er nicht denken, schließlich war er ein Dursley, und ein Dursley ließ sich nicht so leicht unterkriegen!
Er griff nach den verschiedensten Schüsseln, bis er sich sicher war, von jeder Sorte etwas bei sich zu haben. Dann füllte er von allem einige Löffel in seine Dessertschüssel. Er grinste zufrieden.
Immerhin konnte er von sich nun behaupten, ein jedes Dessert von Hochwarz zu verspeisen. Er lächelte breit, nahm seinen Löffel fest in die Hand und versenkte ihn in dem Puddingmischmasch vor ihm.
***
Harry lag im Bett von Vernon und Petunia, das sie ihm großzügiger Weise angeboten hatten, da sich in seinem Schlafzimmer noch kein einziges Möbelstück befand. Also lag auf der riesigen Matratze, auf die er zehn Mal gepasst hätte, wenn er wollte, und wälzte sich hin und er.
Er konnte es kaum erwarten, zusammen mit Onkel und Tante zu [Name des schwedischen Möbelhauses] zu fahren und sich seine ersten eigenen Möbel auszusuchen.
Petunia hatte ihm sogar versprochen, danach Kleidung für ihn zu kaufen. Kleidung, extra für ihn, für Harry. Er überlegte jetzt die ganze Zeit, was er sich wohl wünschte.
Er hatte diese Rapper im Musikfernsehen gesehen, und das hatte ihm ganz gut gefallen, bis auf die weiten Hosen. Die hatte er schon sein ganzes Leben getragen, und berühmt war er davon bis jetzt noch nicht geworden.
Vielleicht erstmal ganz gewöhnliche Kleidung. Nicht zu spießig, selbstverständlich, aber auch nicht zu ungewöhnlich.
Ob sie dann wohl noch ins Spielzeug- und Videospieleparadies fahren würden und dort einiges für ihn aussuchten würden? Das wäre ja schon fast zu schön um wahr zu sein. Aber immerhin schuldeten sie ihm noch die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke von zehn Jahren.
„Hm!“, machte er und lächelte daraufhin zufrieden.
Er drehte sich auf die Seite. Ja, morgen würde ein wundervoller Tag werden. Er schloss die Augen und nur wenig später war er eingeschlafen.
tbc
Würde mich tierisch über ein, zwei Reviews freuen! (:
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Luna ist auch eine Person, in die ich mich von Anfang an verliebt habe. Sie gibt der Handlung einen wichtigen, neuen Anstrich und sie lässt Harry Dinge anders betrachten. Ich war ihr wirklich von Anfang an verfallen.
Michael Goldenberg