
von EngelskriegerZ
Als Harry am nächsten Morgen aufwachte, war es schon taghell und er war etwas verwirrt. 'War das gestern wirklich passiert? Naja es gibt nur einen Weg das heraus zu finden!' Mit diesem Gedanken machte er sich auf dem Weg aus seinem Zimmer in die Küche. Er hatte Hunger! Als er die Küche jedoch betrat, war alles mucksmäuschenstill.Harry fragte sich, warum hier keiner saß. 'Das kann doch nicht sein! Ohne ein anständiges Frühstück, schafften Onkel Vernon und Dudley es ja noch nicht einmal richtig aufzuwachen!', dachte er sich mit einem leichten Grinsen auf den Lippen. Doch eigentlich war es ihm ziemlich egal ob die Dursleys da waren oder nicht! So konnte er wenigstens in Ruhe frühstücken und vielleicht sogar ein wenig fernsehn, was er ja sonst nie durfte!
Froh gestimmt wollte Harry den Kühlschrank öffnen um sich etwas zu Essen daraus zu nehmen....
Sofort war Harry hell wach. Der Kühlschrank war WEG! Einfach WEG! Harry konnte es kaum glauben! Er öffnete einen Schrank nach dem anderen und stellte erschrocken fest, dass alle Schränke leer waren!
Na das war ja mal wieder toll. Er wusste doch, dass die Ereignisse der Nacht noch Folgen für ihn haben würden, jedoch, dass es so kam, hätte er sich nie zu träumen gewagt!
Er war allein im Haus seiner letzten noch lebenden Verwandten, hatte kein Geld, geschweige denn etwas zu essen.
Entschlossen ging er nach oben in sein Zimmer, packte alle seine Sachen zusammen, schnappte sich den vollen Koffer und den Käfig von Hedwig, ging schnurstracks mit allen seinen Sachen nach unten und wollte gerade gehen, ohne zu wissen, wohin er eigentlich gehen sollte, als ihm plötzlich etwas auffiel: Er war eingesperrt! Ringsum an allen Fenstern und Türen waren Gitter, so dass er keinerlei Fluchtmöglichkeit hatte. Wollte Onkel Vernon ihn etwa tatsächlich verhungern lassen nur wegen eines solchen Missgeschicks?
Das konnte doch nicht sein ernst sein! Doch noch während er das dachte, wusste er, dass er es so meinte. Knappe 16 Jahre hatte er nun hier mit den Dursleys zusammen gelebt und wurde nie gut behandelt. Alles was er tat war falsch und genau deshalb schien Vernon Dursley nun nach 16 Jahren genug davon zu haben und wollte ihn verhungern lassen.
Harry öffnete seinen Koffer, holte kurzentschlossen seinen Zauberstab heraus und war gerade im Begriff die Tür samt Gitter wegzusprengen, als ihm in letzter Sekunde doch noch ein Geistesblitz kam.
"Dobby", flüsterte er. Nichts geschah. "Dobby", sagte er nun laut und deutlich.
Plötzlich hörte Harry ein leises Plopp hinter sich und wusste sofort , das Dobby erschienen war.
"Harry Potter Sir! Dobby war so froh als er von Harry Potter hier her gerufen wurde! Was kann Dobby für sie tun, Sir?"
"Nun Dobby meine Verwandten wollten mich wohl hier drin zu Grunde gehen lassen. Hier gibt es nichts zu essen und alle Türen und Fenster sind mit Gittern verschlossen.", erklärte er Dobby. Als er dessen fragenden Blick sah, fügte er noch hinzu: "Das Sicherheitssystem, das sich Onkel Vernon wegen meinen Zaubererfreunden hat installieren lassen, ist aktiviert worden."
"Na dann wird Dobby euch versuchen hier heraus zu bekommen", grinste der kleine Elf frech. "Wie wärs wenn du mich einfach auf Hauselfenart mitnimmst?", schlug Harry vor. Dobby nickte sofort und antwortete: "Sir muss Dobby nur sagen, wo er hin will!"
Harry brauchte nicht lange zu überlegen und erwiderte binnen Sekunden: "Bring mich in die Küche des Fuchsbaus Dobby!"
Er sah kurz auf die Uhr. Es war jetzt ein paar Minuten nach 12 Uhr mittags. Die Weasleys würden bestimmt noch alle am Tisch in der Küche sitzen und die Leckereien, die Molly Weasley so hervorragend gekocht hatte, genießen.
"Also los Dobby", sagte Harry zum Zeichen dafür, dass er bereit war.
Das ließ sich Dobby nicht 2 mal sagen, griff nach Harrys Hand und berührte mit der anderen Hand seinen Koffer und den Käfig.
Harry fühlte sich plötzlich so leicht wie noch nie! Er schien gar kein Gewicht mehr zu haben! Einen kurzen Augenblick schaute er nochmals auf die Uhr und stellte erstaunt fest, das die Zeit stehen geblieben war, als er mit Dobby mitgezogen wurde und mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durch die Wände sauste. Im nächsten Augenblick stand Harry auch schon völlig perplex in der Küche der Weasleys. Die Zeit begann wieder normal zu laufen und Harry konnte sofort einen Aufschrei hören.
"DU MEINE GÜTE HARRY! Was machst du denn hier und vor allem wie bist du hier her gekommen?
Du standest doch gerade eben noch nicht da!", hörte er Mrs Weasley aufschreien.
Harry konnte es kaum fassen, das alles so schnell ging und stand mit offenem Mund da ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Als er seine Stimme wieder fand, war das erste was er sagen konnte: "Dobby, wie...". Mehr brachte er nicht heraus, denn er wurde von Dobby unterbrochen: "Nun ja Sir das ist unsere Art uns von einem Ort zum anderen zu befördern. Es ist im Grunde genommen das selbe wie das, was ihr Zauberer 'apparieren' nennt, nur unsere Art ist etwas weiter entwickelt!"
Nun hatte harry sich wieder komplett gefasst: "Das war ja unglaublich! So was hab ich noch nie erlebt!"
Auch die anderen am Tisch schienen sich wieder gefangen zu haben, als Harry sich auf einen freien Platz setzte.
"Harry, möchtest du etwas essen?", fragte Molly Weasley wie auf Kommando, nachdem alle Harry herzlich begrüßt hatten. Als Ginny Harrys Namen hörte, lief sie aus dem Haus.
Er hatte recht gehabt. Die gesamte Familie Weasley (außer Percy) und sogar Hermine saßen noch am Tisch und aßen zu Mittag.
Zögernd nickte Harry, wendete sich dann an Dobby, der immer noch da stand als würde er auf etwas warten und sagte dann zu ihm: "Danke Dobby! Du hast mir sehr geholfen! Du kannst nun wieder gehen, wenn du möchtest."
"Es war Dobby eine Ehre, dass er Harry Potter helfen konnte!", entgegnete der Hauself und verschwand mit einem leisen Plopp aus der Küche der Weasleys.
Nachdem alle satt waren, wand sich Ron,sein bester Freund, an Harry: "Sag mal Alter, was machst du eigentlich jetzt schon hier? Es hieß, dass du an deinem Geburtstag kommst,oder habe ich da was verpasst?"
"Nein Ron du hast da nichts verpasst, jedoch musste ich jetzt hier her kommen...",antwortete Harry und erzählte die ganze Geschichte.
Als er geendet hatte, saßen alle mit einer leicht nachdenklichen Miene, manche aber auch mit einem vor Schock aufgerissenen Mund da.
"Sie wollten dich verhungern lassen!?", fing nun Mrs Weasley an zu schreien. Harry nickte nur stumm.
Nach dem sich alle wieder einigermaßen gefangen hatte, wurden Harry, Ron und Hermine von Mr Weasley nach oben geschickt,um Harrys Koffer und Käfig nach oben zu bringen da er wusste, dass die drei sich immer viel zu erzählen hatten.
So begann Harry, oben angekommen, erst einmal mit der Frage, wo denn Ginny hingelaufen sei.
"Sie heult sich wegen dir die Augen aus, Harry!", gab Ron zurück und sein Gesicht wurde leicht rot, wodurch Harry schließen konnte, dass er wütend war."Sie ist den ganzen Sommer über schon so drauf, Harry! Du musst was tun! Seit einigen Tagen isst sie nichts mehr und trinken tut sie auch nicht regelmäßig!", fügte Hermine noch hinzu. Harry musste seine Tränen unterdrücken, drehte sich herum und lief sofort in den Garten des Fuchsbaus. Erst hatte er sie nicht gesehen, dann jedoch, entdeckte er Ginny auf einer Bank, die etwas abgelegen vom Haus stand. Er ging darauf zu. Ginny hatte das Gesicht in den Händen vergraben und schluchzte wie verrückt. Zögernd setzte sich Harry zu ihr und nahm eine ihrer Hände von ihrem Gesicht und hielt diese fest. Ginny schaute auf. Ihre Augen waren rot, ihr Gesicht schien recht ausgetrocknet, so sehr schien sie geweint zu haben. Harry konnte nicht anders. Bei ihrem Anblick liefen ihm einige Tränen stumm die Wange hinab.
"Ginny, es tut mir leid, dass ich mich von dir getrennt habe! Ich wollte dich nicht verletzen oder in Gefahr bringen, aber allein dadurch, dass ich mich von dir getrennt habe, habe ich dich glaube ich mehr verletzt als alles andere." Harry stockte kurz, sprach dann aber weiter "Dumbledore sagte einst zu mir, dass ich die Macht habe zu lieben und dass das mein Vorteil gegenüber Voldemort ist. Durch unsere Trennung habe ich somit meine Macht des Liebens erstens verringert und dich zweitens sehr traurig gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass ich euch für meinen Sieg gegen den Dunklen Lord alle brauchen werde.
In Gefahr möchte ich dich nicht bringen Ginny, aber ich bin mir sicher, dass unsere Liebe ein stärkeres Band sein wird, als die Macht der dunklen Seite. Ginny, ich liebe dich mehr als alles andere. Kannst du mir verzeihen?"
Ginny konnte es kaum glauben. Sie nickte nur. Mehr konnte sie auch nicht mehr tun, denn Harry verschloss ihr mit einem leidenschaftlichen Kuss den Mund.
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