
von Nerventod
hi ihr süßen...
da bin ich wieder… ich hatte heute eine echt erfreuliche physiotherapiesitzung und ich kann voll stolz verkünden: es geht aufwärts *freu*
mittlerweile ist das laufen an krücken zwar immer noch mist, aber ich werde immer schneller (übung macht halt den meister)…
ich danke für die zahlreichen kommis von euch… ich freue mich wirklich darüber, dass diese geschichte so vielen gefällt
knuddels an alle
eure nerventod
danke an meine beta Snapes_Wife
Es war nur seiner Erschöpfung zu verdanken, dass Harry schließlich eingeschlafen war. Nun wurde er durch die Sonnenstrahlen, die in sein Zimmer fielen wach. Es war trotz allem eine sehr kurze Nacht gewesen, wenn man bedachte, dass er erst gegen vier ins Bett gekommen war, doch das störte ihn nicht besonders. Langsam richtete er sich auf und schaute sich erst einmal in dem Zimmer um. Es war recht geräumig, aber schlicht eingerichtet. Neben seinem Bett standen nur einige Schränke und eine kleine Sitzecke in dem Zimmer, nach Azkaban der reine Luxus. Harry gefiel es, doch er wusste auch, dass er hier nicht bleiben konnte. Er war ein entflohener Sträfling und von Menschen umgeben, denen er einfach nicht trauen konnte.
Noch etwas müde stand er auf und ging ins Bad, um sich fertig zu machen. Nach zehn Minuten war er fertig und zog sich etwas aus dem Schrank an, aus dem auch Lucius gestern Kleidung für sie genommen hatte. Es war alles ein wenig groß, doch das störte ihn nicht im Geringsten. Nach dem langen Tag gestern, glaubte er nicht, dass schon jemand wach war und so setzte er sich wieder auf sein Bett. Seine Gedanken wanderten wieder zu Lucius. Der Blonde hatte gestern so glücklich gewirkt, dass er seine Familie wieder hatte. Durfte er verlangen, dass Lucius das alles wieder aufs Spiel setzte, um sich an seiner Rache zu beteiligen?
Draco hasste ihn noch immer, soviel war ihm gestern klar geworden. Harry wollte nicht, dass sich Lucius gegen ihn und seine Frau stellen musste, um ihm zu helfen. Damit würde er dessen Familie aufs Spiel setzen und er wusste, wie wichtig eine Familie war. Sollte er ihm sagen, dass er sich anders entschieden hatte und Lucius einfach mit seiner Frau und seinem Sohn fortgehen und ihn allein lassen sollte? So sehr sich alles in ihm dagegen sträubte, den einzigen Menschen ziehen zu lassen, dem er bedingungslos vertrauen konnte, so sehr wusste er auch, dass das wahrscheinlich das Fairste war, was er tun konnte.
Aber er kannte den blonden Mann mittlerweile gut genug um zu wissen, dass dieser ihn nicht so einfach gehen lassen würde. Also blieb ihm eigentlich nur eine einzige Möglichkeit. Er selbst musste gehen. Lucius würde ihn nicht suchen können, wenn er nicht wollte, dass man ihn fand. Ja, es war das Beste, einfach zu gehen.
Harry stand auf und ging noch einmal zum Schrank. Wenigstens sollte er sich noch ein paar Sachen mitnehmen. Er könnte Snape dafür später ein wenig Geld schicken. Er fand einen kleinen Rucksack, in den er eilig ein paar Klamotten stopfte, ehe er sich leise aus dem Zimmer schlich. Unten in der Vorhalle angekommen, sah er sich um. Er brauchte noch eine Kleinigkeit zum Essen und so sollte er noch schnell die Küche aufsuchen, um sich etwas mitnehmen zu können. Er öffnete die nächstbeste Tür, doch hier befand sich die Küche nicht. Das hier sah so aus, als wäre es Snapes Arbeitszimmer. Leise schloss er die Tür und hatte nach zwei weiteren Fehlschlägen endlich die Küche gefunden, doch leider war diese nicht leer.
An einem kleinen Tisch saß der Hausherr des Manors und schaute ihn mit ausdrucksloser Miene an. „Morgen“, nuschelte Harry.
Snape musterte ihn kurz und legte dann seine Zeitung beiseite. „Setzen Sie sich, Potter“, sagte er und deutete auf einen der freien Stühle an dem Tisch.
Harry kam der Aufforderung nach und setzte sich. Sogleich stand eine große Tasse Kaffee und etwas zu essen vor ihm. Harry streifte nun den Rucksack ab und begann zu essen. Snape beobachtete ihn die ganze Zeit, doch Harry versuchte, sich nichts anmerken zu lassen und ließ sich sein Frühstück schmecken.
Nachdem er aufgegessen hatte, wollte er aufstehen und unauffällig mit seinem Rucksack verschwinden, doch Snape hielt ihn auf. „Darf ich fragen, wo genau sie hinwollen?“, fragte er seidig und funkelte Harry mit seinen schwarzen Augen an.
„Ich wollte nur nach draußen gehen und einen kleinen Spaziergang machen“, log Harry.
„Verkaufen Sie mich nicht für dumm. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, dass sie von hier verschwinden wollten, ohne jemandem davon zu sagen. Habe ich Recht?“, schnarrte der Tränkemeister.
„Was geht Sie das an, Snape?“, blaffte Harry. „Sie müssten doch noch vor allen anderen froh darüber sein, wenn ich von hier verschwinde.“
„Wie wahr“, erwiderte Snape. „Aber leider gibt es in diesem Haus Menschen, denen es nicht egal ist und die auch nicht froh wären, wenn Sie gehen würden. Da ich Sie nun einmal dabei erwischt habe, wären sie sicherlich wütend auf mich, wenn ich Sie so einfach gehen lassen würde.“
„Sie würden es mit Sicherheit überleben“, schnappte Harry.
„Ja, das ist wohl wahr. Aber warum Ärger riskieren, wenn es sich vermeiden lässt?“, sagte Snape mit einer Spur Amüsiertheit in seiner Stimme.
„Hören Sie auf, sich über mich lustig zu machen. Es ist das Beste, wenn ich gehe. Lucius kann dann mit seiner Familie gehen und ein ruhiges Leben führen. Außerdem wäre es auch für Sie das Beste, wenn ich gehe. Was, wenn jemand davon erfährt, dass ich hier bin?“, blaffte der ehemalige Gryffindor nun.
„Das lassen sie mal getrost meine Sache sein, Potter. Weder der Dunkle Lord, noch Dumbledore werden erfahren, dass Sie sich hier aufhalten“, erwiderte sein ehemaliger Lehrer.
„Wo wollen Sie überhaupt hin? Jeder kennt Sie und Sie wären nirgends vor den Häschern des Ministeriums oder den Todessern sicher.“
Harry hatte darauf auch keine Antwort. Ja, wo wollte er hin? Er konnte sich an niemanden wenden. Weiter konnte er nicht überlegen, denn im selben Moment öffnete sich die Küchentür und ein ziemlich verschlafener Draco Malfoy stand in der Küche. „Das nächste Mal hätte ich gerne ein anderes Zimmer“, knurrte er seinen Paten an. „Weit weg von meinen Eltern, die die halbe Nacht ihr Widersehen zelebriert haben. Das ist etwas, was ich nie wieder hören will.“
Snape zog nur mit einem leichten Grinsen seine Augenbraue nach oben, während Harry ganz offen schmunzelte. Lucius hatte seine Frau vermisst und er war froh, dass der Blonde sie endlich wieder in die Arme schließen konnte.
„Was grinst du so dämlich, Potter“, schnarrte Draco.
Sofort verschwand das kleine Lächeln auf Harrys Lippen und wurde wieder durch eine kalte Maske ersetzt. Trotzdem verkniff er sich jeden Kommentar. Er wollte Lucius nicht dadurch verärgern, dass er sich mit dessen Sohn stritt. Zufrieden setzte sich Draco an den Tisch und sofort erschien auch vor ihm ein großes Frühstück. Harry hatte genug von den beiden und schnappte sich seinen Rucksack. Er wollte gerade die Küche verlassen, als Snape den Rucksack mit einem Zauber aus Harrys Hand riss. Draco schaute verblüfft zwischen den beiden Männern hin und her, die sich nun wütend anfunkelten.
„Sie werden nicht gehen“, knurrte Snape gefährlich. „Allein da draußen haben Sie keine Chance. Sie besitzen ja nicht einmal einen Zauberstab und Sie können sich auch nicht so einfach einen besorgen.“
„Sie haben mir keine Befehle zu erteilen. Ich bin kein kleiner Schuljunge mehr. Ich kann selbst entscheiden, was ich tue und was richtig für mich ist“, erwiderte Harry verärgert.
„Wenn er gehen will, dann lass ihn doch“, mischte sich nun Draco ein. „Keiner hier braucht ihn.“
„Ich würde es begrüßen, wenn du dich hier nicht einmischen würdest“, entgegnete Snape, während er Harry einen kurzen Augenblick aus den Augen ließ, um zu seinem Patensohn zu sehen.
Harry nutzte diesen Augenblick, um sich schnell herumzudrehen und aus der Küche zu verschwinden, doch er kam nicht weit, da ihn plötzlich ein Pertificus Totalus in den Rücken traf. Steif wie ein Brett fiel er zu Boden. In diesem Moment wollte er den Mann am liebsten nur noch erwürgen. Snape ließ ihn einfach zu einem Stuhl schweben, an den er Harry einfach fesselte, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte.
„MACHEN SIE MICH SOFORT LOS“, brüllte ihn Harry an, doch ein weiterer Schwung aus Snapes Zauberstab und kein Ton kam mehr über Harrys Lippen. Draco grinste gehässig und ließ sich nun gut gelaunt sein Essen schmecken.
Harry zog an den Fesseln, um sich irgendwie befreien zu können, doch er hatte keine Chance. Er fühlte sich zu schwach, um sich mit stabloser Magie zu befreien. Zu allem Überfluss fühlte er sich vollkommen hilflos und ausgeliefert und Panik stieg langsam in ihm hoch. Dass sowohl Snape, als auch Draco über seine vergeblichen Versuche sich zu befreien grinsten, half ihm nicht gerade, sich zu beruhigen. Diese Hilflosigkeit hatte er auch in Azkaban gespürt. Harry bemerkte, wie aus der Panik langsam Verzweiflung wurde und er kämpfte noch verbissener gegen die Seile, die ihn festhielten. Erst als er spürte, wie Tränen aufkommen wollte, besann er sich und hörte auf. Er versuchte die Gefühle zu verdrängen, wie er es gelernt hatte und schließlich gelang es ihm. Vielleicht würde Snape ihn ja von den Zaubern befreien, wenn er sich ruhig verhielt.
Doch da hatte er sich geirrt. Snape hatte sich wieder in aller Seelenruhe seinen Tagespropheten genommen und beachtete ihn nicht einmal. Es dauerte beinahe eine halbe Stunde, ehe sich die Küchentür erneut öffnete. Lucius und Narzissa standen in dem Raum und blickten auf die Szene, die sich vor ihnen bot. Snape schaute kurz auf und nickte ihnen zu, während Draco mit einem zufriedenen Grinsen Harry anstarrte, der noch immer gefesselt auf dem Stuhl saß.
„Severus, nimm sofort die Zauber von ihm“, befahl er scharf.
Snape zog lediglich eine Augenbraue nach oben und legte in aller Ruhe erneut die Zeitung beiseite. „Das würde ich ja gerne“, schnarrte er. „Aber dann besteht die Gefahr, dass Mister Potter wieder davonlaufen will.“
Lucius schaute Harry kurz musternd an, der daraufhin beschämt den Kopf senkte. „Mach ihn los und dann lasst uns allein“, sagte er. Sein Blick ruhte noch immer auf seinem ehemaligen Zellengenossen. Er sah, dass Harry darum kämpfte die Fassung zu bewahren und funkelte Snape wütend an, als der noch immer keine Anstalten machte, sich zu bewegen. Der schnaubte und stand dann auf, ehe er die Zauber von Harry nahm und dann aus der Küche verschwand. Lucius richtete sich an seine Familie. „Ihr beide auch“, befahl er und nur widerwillig kam Draco der Aufgabe nach und verließ mit seiner Mutter die Küche.
Lucius setzte sich ohne ein weiteres Wort Harry gegenüber. Der hielt noch immer seinen Blick gesenkt und wagte es nicht den Blonden anzusehen. Er wollte nicht die Enttäuschung sehen. Was würde sein einziger Freund jetzt von ihm denken? Am liebsten wäre er davongerannt, doch er konnte es einfach nicht.
„Geht es dir gut?“, fragte der Blonde, worauf Harry langsam nickte.
„Ist es wahr, was Severus gesagt hat? Wolltest du ohne ein Wort einfach verschwinden?“, fragte Lucius ruhig weiter.
Harry zögerte kurz, nickte dann aber erneut, ohne ihn anzuschauen.
„Hattest du wenigstens vor mir mitzuteilen, wo du bist?“, fragte Lucius weiter. Harry schüttelte seinen Kopf.
„Warum?“, fragte das blonde Malfoy-Oberhaupt.
„Weil ich eingesehen habe, dass ich egoistisch war“, antwortete Harry leise. „Du hast eine Familie, die all die Jahre auf deine Rückkehr gewartet hat. Es war nicht fair von mir, dich zu fragen, ob du mich unterstützen würdest. Du hast schon so viel für mich getan, was ich niemals wieder gut machen kann. Du solltest mit deiner Familie gehen. Sie haben es die ganze Zeit geschafft, sich zu verstecken und du könntest bei ihnen sicherlich ein ruhiges Leben führen. Außerdem war es eine dumme Idee von mir, mich an den anderen rächen zu wollen. Ich sollte einfach irgendwo hingehen. Vielleicht sollte ich mich in der Muggelwelt verstecken und das ganze vergessen. Das wäre das Beste für uns alle.“
„Also erstens, mein lieber Harry, ist das wohl die dümmste Idee, die ich jemals gehört habe. Und zweitens musst du nicht denken, dass ich dir nicht auch aus egoistischen Gründen beistehen will. Denkst du wirklich, dass es für Narzissa und Draco einfach gewesen ist und sie ein schönes Leben geführt haben? Sie konnten zu niemandem Kontakt aufnehmen und haben sich die meiste Zeit nur in ihrem Haus aufgehalten. Wir drei möchten so auf Dauer nicht leben. Meine Frau stimmt mit mir überein, dass wir alles tun sollten, dass wir wieder ein normales Leben führen können und das wird nur funktionieren, wenn wir jetzt hinter dir stehen und dir helfen“, erklärte Lucius.
„Draco sieht das nicht so“, sagte Harry. „Ihm wäre es mit Sicherheit lieber, wenn ich verschwinden und dich in Ruhe lassen würde.“
„Draco wird sich fügen“, erwiderte Lucius. „Und irgendwann wird er auch verstehen, warum wir das tun müssen. Ich weiß, dass dir das nicht gefallen wird, aber ich habe Narzissa gestern Abend von unserer Zeit in Azkaban erzählt---“
„Von allem?“, unterbrach ihn Harry und schaute mit entsetztem Blick auf.
„Von einem großen Teil, ja“, gab der Blonde zu. „Sie wird es niemandem erzählen. Aber es war notwendig, denn sie wollte wissen, warum ich dir helfen möchte. Sie versteht es und unterstützt mich und auch dich vollkommen. Also bitte lauf nicht davon und verstecke dich. Du bist wie ein Sohn für mich und ich möchte dich jetzt nicht verlieren.“
Harry starrte ihn jetzt mit aufgerissenen Augen an. „Was?“, hauchte er.
Lucius schmunzelte nun. „Ich weiß, ich hätte dir das schon viel ehr sagen sollen, aber du kannst mir ruhig glauben“, sagte er.
Harry stand auf und bewegte sich langsam auf den Blonden zu. „Danke“, sagte er und stand nun unsicher vor dem anderen Mann, der ohne zu überlegen aufstand und Harry einfach in eine Umarmung zog, eine Umarmung, in die sich der Schwarzhaarige einfach fallen ließ.
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