
von Nerventod
hi ihr…
danke für eure kommis…. ihr seid die besten *strahl*…
einen Dank auch an meine liebe beta: Snapes_Wife
wenn ihr noch was zum lachen haben wollt, dann schaut euch mal diesen link an: http://www.youtube.com/watch?v=Tx1XIm6q4r4
knuddels
nerventod
Als alle sich wieder gesetzt hatten schaute Harry sie noch einmal ernst an. „Sie konnte mich sehen… ich meine, Misses Longbottom. Beim der letzten Vision habe ich gedacht, es wäre nur ein Zufall, als mich dieser alte Mann angesehen hat, aber nach der heutigen Vision kann ich mit Gewissheit sagen, dass dem nicht so war.“
„Wie kannst du dir da so sicher sein?“, fragte Lucius stirnrunzelnd.
„Ich habe mit ihr gesprochen“, antwortete Harry und beobachtete genau, wie die anderen reagierten. Snapes Gesicht war wie immer nichts anzusehen, nur eine Augenbraue wanderte elegant nach oben, als er den Schwarzhaarigen vor sich musterte. Lucius runzelte noch immer die Stirn und Narzissa schaute ihn überrascht an.
„Bist du dir sicher, dass du dir das nicht nur einbildest? Sie könnte auch einfach so gesprochen haben, bevor sie gestorben ist“, meine Lucius schließlich.
„Ihre genauen Worte waren: ?Du wirst uns alle von ihm befreien, Harry Potter`. Ich denke, ich bin mir sicher“, antwortete Harry ein wenig mürrisch.
„Unterscheiden sich diese beiden Visionen noch in anderen Punkten von denen, die du früher hattest?“, fragte Snape, noch immer ohne jegliche Regung.
„Ja“, sagte Harry ein wenig verwirrt. „Ich habe früher immer alles direkt aus Voldemorts Sicht gesehen, so, als wäre ich er. Und die Schmerzen in meiner Narbe waren viel intensiver.“
Die beiden Männer schienen verwirrt, aber Narzissa nickte nachdenklich. Harry schaute sie mit großen Augen an, als er das bemerkte, woraufhin Narzissa aufblickte und ihn anlächelte. „Ich würde sagen, dass du eine neue Ebene des Bewusstseins erreicht hast und nun zu etwas fähig bist, was nur sehr wenige Menschen beherrschen.“ Auf Harrys fragenden Blick fuhr sie fort. „Astralprojektion, ganz einfach. Ich denke nicht, dass es sich wirklich um eine Vision gehandelt hat, als du mit Misses Longbottom sprechen konntest. Ich denke eher, dass du die starken Gefühle, die der Dunkle Lord ausgesendet hat, gespürt hast und dein Geist dann dort hin transferiert wurde.“
„Ich habe keine Ahnung, wovon du da sprichst“, gab Harry zu.
„Bei der Astralprojektion handelt es sich um eine außerkörperliche Erfahrung, in der sich (quasi) das immaterielle Bewusstsein über, neben oder in der Nähe des physischen Körpers oder auch sehr weit von diesem entfernt befindet. Man erhält dabei praktisch einen anderen Körper, in dem man sogar fühlen kann. In deinem Fall, denke ich, dass dein Astralkörper zu dem Dunklen Lord hingezogen wurde, wahrscheinlich durch deine Narbe“, erklärte Narzissa.
„Gibt es denn einen logisch nachvollziehbaren Grund, warum ich das jetzt plötzlich können soll?“, fragte Harry, der einfach nicht glauben konnte, was die blonde Frau da gerade gesagt hatte.
„Ich denke, dass es durchaus möglich ist, dass das durch dein Training in Azkaban gekommen ist. Du hast dort immerhin geschafft, mehr Kontrolle über dich zu bekommen“, antwortete Narzissa. „Dass diese Fähigkeit erst jetzt zutage kommt, hängt vielleicht damit zusammen, dass du in Azkaban nicht wirklich loslassen konntest und das hier irgendwie kannst, weil du nicht mehr permanent Angst haben musst.“
„Das erklärt aber noch nicht, warum Misses Longbottom mich sehen konnte und Voldemort nicht“, entgegnete der ehemalige Gryffindor.
„Ich denke, dass es möglich ist, dass dein Bewusstsein entscheidet, wer dich sehen kann und wer nicht. Ich halte das sogar für sehr wahrscheinlich“, antwortete die Blonde. „Im Moment scheint der Schlaf diese Fähigkeit zu unterstützen. Vielleicht könnten wir durch weiteres Training sogar erreichen, dass du diese Fähigkeit bewusst nutzen kannst. Was Lucius dir in Azkaban beigebracht hat, ist ein guter Grundstein.“
„Das ist eine sehr gute Idee“, stimmte Lucius zu. „Wer weiß, vielleicht ist es möglich, dass uns dieses Talent noch einmal nützlich ist, wenn man bedenkt, mit wem wir es zu tun bekommen werden.“
„In der Tat“, stimmte auch Snape zu. „Wir sollten einen Plan ausarbeiten, wie Potter unterrichtet werden sollte. Da ich, dank der Schule, nur nachmittags verfügbar sein kann, solltet ihr die Ausbildung des Jungen am Vormittag übernehmen.“
„Hey! Ich bin kein Junge, Professor Snape“, protestierte Harry wütend. „Und im Übrigen würde ich es vorziehen, auch nicht wie einer behandelt zu werden. Ihr könnt nicht einfach so über mich und meine Zeit bestimmen, oder entscheiden, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich werde das nicht schon wieder mit mir machen lassen, habt ihr verstanden? Ich will in alle Entscheidungen, die mich betreffen mit einbezogen werden. Niemand wird wieder über mein Leben bestimmen, auch ihr nicht!“
Lucius, Narzissa und Snape sahen dabei zu, wie Harry aufsprang und Richtung Tür eilte.
„Harry!“, rief das blonde Malfoy-Oberhaupt ihm hinterher. Der Schwarzhaarige hatte seine Hand schon an dem Türgriff, als er innehielt und dann langsam seine angespannten Schultern sinken ließ. Er wusste, dass er den dreien Unrecht getan hatte mit seiner Anschuldigung. Sie wollten ihm nur helfen und da sie nicht bis in alle Ewigkeit Zeit hatten, war es auch richtig, dass sie alle Zeit, die sie hatten, nutzen wollten.
Harry drehte sich nicht um und holte noch einmal tief Luft, ehe er in einem ruhigeren Ton weitersprach. „Es tut mir Leid. Ich habe das nicht so gemeint. Ich weiß, dass ihr mir nur helfen wollt“, sagte er leise. „Wir werden es so machen, wie ihr gesagt habt.“ Er ließ den anderen keine Möglichkeit darauf zu antworten. Ehe sie etwas sagen konnten, war er aus dem Raum verschwunden.
„Er ist noch lange nicht stabil genug“, sagte Snape, nicht ohne eine Spur Sorge.
„Gib ihm noch etwas Zeit. Bisher konnte er noch nicht zur Ruhe kommen. Lupin war nicht gerade eine große Hilfe und dann kommen auch noch diese Bilder des heutigen Abends dazu“, sagte Narzissa. „Er versucht sein Bestes, aber er ist noch nicht über den Berg.“
~o~o~o~o~o~o~o~o~o~o~
Harry entschied sich, der Küche noch einen Besuch abzustatten. Schlafen könnte er nun ohnehin nicht und außerdem hatte er ein wenig Hunger. Er war überrascht, Draco in der Küche vorzufinden, der dort einen Tee trank und in einem Buch las. Er sah kurz auf, als er Harry hereinkommen hörte und nickte ihm zu, ehe er sich wieder seinem Buch widmete. Harry machte sich ein Brot und einen Tee fertig, ehe er sich ebenfalls an den kleinen Esstisch setzte und ruhig zu essen begann.
„Was war gerade bei euch los?“, fragte der Blonde nach ein paar Minuten.
„Sei mir nicht böse, aber ich möchte nicht darüber reden“, seufzte Harry.
„Es ist doch nichts Ernstes?“, fragte Draco.
„Nein, nur das üblich. Ich konnte mal wieder meinen Mund nicht halten und habe die Menschen vor den Kopf gestoßen, die mir nur helfen wollen“, antwortete Harry leise. „Wenn du genaueres wissen willst, kannst du sie fragen.“
„Wenn Severus dir nicht gleich den Kopf abgerissen hat, wird es schon nicht so schlimm gewesen sein“, grinste Draco in einem Versuch, die Stimmung des ehemaligen Gryffindor wieder zu heben. „Allerdings wäre das nur dann ein gutes Zeichen, wenn meine Eltern ihn nicht davon abhalten mussten, es zu tun.“
„Nein“, seufzte Harry nun. „So weit ist es nicht gekommen. Hast du gewusst, dass Neville ein Kind hat?“
Draco, überrascht von diesem plötzlichen Themenwechsel, ließ sein Buch sinken und schaute Harry ungläubig an. „Longbottom? Das darf nicht wahr sein“, sagte er angewidert. Als er sah, wie Harrys Gesichtsausdruck wieder zornig wurde, sprach er weiter. „Harry, ich bitte dich. Weißt du, mit wem er verheiratet ist? Mit Luna Lovegood. Ich meine, stell dir das mal vor. Es ist schon schlimm genug, sich vorzustellen, dass es irgendwann eine Welt geben wird, in der kleine Longbottoms und Lovegoods herumlaufen. Und nun haben die beiden auch noch gemeinsam ein Kind. Ich kann mir das schon richtig vorstellen, wie ein kleines Mädchen da durch die Gegen rennt, mit abstehenden Ohren, einem ?Quibbler` in der Hand und die ständig über ihre eigenen Füße stolpert. Es ist doch beinahe gemeingefährlich, ein solches Kind auf die Welt loszulassen.“
„So schlimm sind die beiden nun auch wieder nicht. Sie sind beide wundervolle Menschen, auch wenn sie zweifelsohne aus der Masse herausstechen“, schmunzelte Harry, dem der leicht sarkastische Unterton in Dracos Aussage nicht entgangen war. Er hoffte, dass Remus die Kleine retten konnte, denn er konnte sich sehr gut vorstellen, wie eine Mischung aus Neville und Luna in ein paar Jahren Hogwarts unsicher machte.
„Das solltest du wirklich öfters tun“, bemerkte Draco und erstaunte Harry damit, da der überhaupt keine Ahnung hatte, von was der Blonde da sprach. Er zog beide Augenbrauen nach oben und schaute den Blonden fragend an, der daraufhin mit den Augen rollte, ehe er wieder sprach. „Lächeln, Harry! Du solltest viel mehr lächeln. Das steht dir wirklich gut“, erklärte er.
„Du findest mein Lächeln schön?“, fragte der Schwarzhaarige stirnrunzelnd.
„Ja, oh Wunder, ich finde es schön“, rollte Draco erneut mit den Augen. „Du hattest schon immer ein schönes Lächeln, auch wenn ich das früher nie zugegeben hätte. Lieber hätte ich mich mit einer ganzen Herde von Hagrids Knallrümpfigen Kötern einsperren lassen, als dir das zu sagen. Aber da wir ja nun sowas wie Freunde sind, kann ich es dir ja sagen.“
„Draco Malfoy, flirtest du etwa mit mir?“, fragte Harry verblüfft.
„Warum nicht?“, zuckte Draco mit den Achseln. „Wir beide sind die einzigen hier im selben Alter und außerdem siehst du nicht schlecht aus.“
„Bitte?“, fragte Harry verblüfft.
„Oh, komm schon, Harry. Du musst doch wissen, dass du nicht hässlich wie ein Troll bist. Um ehrlich zu sein, siehst du umwerfend aus, wenn du lächelst. Das bringt Leben in deine Augen zurück. Das hat mir schon damals immer gefallen. Ich hätte damals viel gegeben, dass du mich nur einmal so anlächelst, wie Weasley und Granger.“
„Ich fass es nicht. Du willst mir jetzt doch nicht allen Ernstes erzählen, dass du mich in der Schule immer fertig gemacht hast, um auf irgendeine verdrehte Art und Weise meine Aufmerksamkeit zu bekommen?“, fragte der Schwarzhaarige verblüfft.
„Ich vermute mal, dass ich damit nicht erreicht habe, dass du dich zu mir hingezogen fühlst, oder?“, grinste Draco nun. „Was hältst du davon, wenn wir einfach alles vergessen und noch einmal von vorne anfangen? Hi, ich bin Draco Malfoy“, streckte er ihm seine Hand entgegen.
„Und ich bin Nicht Interessiert“, antwortete Harry und verschränkte die Arme vor seiner Brust.
„Autsch“, sagte Draco und ließ seine Hand wieder sinken. „Einen Versuch war es zumindest wert.“ Er grinste wieder.
„Es war ein ganz furchtbarer Versuch, Mister Malfoy“, gluckste Harry. „Wie bitteschön sollte ich denn auf die Aussage: ?Wir sind hier die einzigen in unserem Alter, also flirte ich halt mit dir, weil keine andere Möglichkeit besteht` reagieren?“
„Nun, du hättest mir in die Arme fallen und mir deine unsterbliche Liebe gestehen können“, grinste Draco selbstgefällig.
„Träum weiter, Malfoy“, lachte Harry nun und stand wieder von seinem Platz auf. „Ich gehe wieder nach oben. Vielleicht kann ich ja noch etwas Schlaf finden“, fügte er hinzu.
Draco sah ihm nach, wie er die Küche verließ. Das Schmunzeln, dass sich auf sein Gesicht gelegt hatte verschwand dabei nicht.
~o~o~o~o~o~o~o~o~o~o~
In seinem Zimmer angekommen legte sich Harry wieder in sein Bett. Eins musste man dem Blonden lassen. Er hatte es erfolgreich geschafft, dass er nicht mehr an die Ereignisse dieses Abends denken musste. Irgendwie mochte er den Blonden und seine Art. Die Frage war nur, ob Draco das, was er gesagt hatte, tatsächlich ernst meinte. Denn wenn Harry ehrlich zu sich selber war, musste er zugeben, dass der Blonde äußerst attraktiv war.
Doch das Einzige, was ihm diese Erkenntnis brachte, war Furcht. Fühlte er sich tatsächlich ein klein wenig von Draco angezogen? Von einem Mann? Nach allem, was er durchgemacht hatte? Das konnte doch nicht normal sein. Und das Schlimmste von allem war, dass er sich durchaus vorstellen konnte, den Blonden zu küssen. Vielleicht war ja der Grund, warum ihm damals der Kuss mit Cho nicht gefallen hatte der, dass er eher an seinem eigenen Geschlecht interessiert war? Harry seufzte und rieb sich frustriert über sein Gesicht.
Nein, das konnte nicht sein. Wenn er tatsächlich schwul wäre, dann würde das auch bedeuten, dass ihm der Sex zwischen Männern gefallen würde. Dieser Gedanke machte Harry unglaubliche Angst. Was konnte Draco schon daran finden, mit einem Mann zu schlafen? Oder Remus und Snape? Alles was es brachte waren Schmerzen. Eine Frau konnte es genießen, wenn ein Mann in sie eindrang, aber bei einem Mann war das von der Natur einfach nicht vorgesehen. Wie konnte es jemand tatsächlich genießen, den Schwanz eines anderen Mannes in seinem Hintern zu haben? Das brachte doch niemandem etwas, außer dem, der sich in besagten Hintern versenkt hatte.
Sex auf diese Art war einfach erniedrigend und schmerzhaft und Harry würde das mit Sicherheit nicht mit sich machen lassen. Im Moment konnte er schon allein den Gedanken nicht ertragen, überhaupt mit jemandem Sex haben zu wollen. Er würde sich nicht ausliefern und jemand anderem die Kontrolle über sich geben. Und dieses Gefühl des Ausgeliefertseins, bekam er auch schon, wenn er daran dachte, mit einer Frau zu schlafen. Auch sie würde in gewisser Weise in diesem Moment die Kontrolle über ihn haben. Es drehte ihm den Magen um, auch nur daran zu denken, das ganze mit einem Mann tun zu wollen. Nein, er würde ganz sicher nicht so schnell eine Beziehung eingehen, da dies unweigerlich dazu führen würde, dass Sex mit ins Spiel kam. Ehrlich gesagt, wusste Harry nicht, ob er überhaupt jemals dazu bereit sein würde, eine normale Beziehung zu führen. Lieber würde er für den Rest seines Lebens allein bleiben, ob er nun schwul war, oder nicht.
Er würde einfach abwarten, ob Draco noch einmal etwas in der Richtung sagen würde und dann würde er ihm ganz klar sagen, dass er nicht interessiert wäre, so viel stand fest.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel