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Fanfiction

Geliebter Feind - Vollmondnacht

von heidi

7. Vollmondnacht

Etwas spĂ€t machten sich Jackie und Lily am Montagmorgen auf den Weg zum FrĂŒhstĂŒck. Bevor sie die große Halle betraten, zog Jackie aus ihrem Umhang ein schwarzes Stirnband und steuerte mit energischen Schritten die vier Marauder an. Sie saßen schon an dem vollbesetzten Gryffindortisch, doch außer dem Klappern von Besteck war nicht viel zu hören. Auch bei den Maraudern herrschte an diesem Morgen Schweigen, doch ihre Blicke richteten sich auf Jackie, die sich zu Sirius vorbeugte und ihm das Stirnband in die Hand drĂŒckte. Sie flĂŒsterte, nur fĂŒr ihn hörbar, in sein Ohr: „Vielleicht kannst du damit etwas den Spötteleien der Slytherins aus dem Weg gehen.“
Sirius verschluckte sich an seinem letzten Bissen und brachte nur mĂŒhsam ein LĂ€cheln hervor.
Er hatte gehofft, dass der Zauber nach einem Tag verschwunden wÀre, doch dem war nicht so. Derjenige, der ihm das verpasst hatte, wollte ihn wohl noch lÀnger leiden lassen.
Als er am Morgen in den Spiegel gesehen hatte, bekam er einen Schreikrampf und Remus konnte seinen Freund nur mit MĂŒh und Not beruhigen.
Lily und Jackie setzten sich gegenĂŒber von James und Sirius, der gerade das Stirnband ĂŒber seine, noch immer blinkende, Aufschrift zog, an den Tisch.
„Steht dir aber.“ sagte Lily zwischen zwei Bissen und meinte es ehrlich, nur die blonden Locken passten nicht zu ihm.
Remus schwieg die ganze Zeit und stocherte lustlos in seinem FrĂŒhstĂŒck herum. Er war an diesem Morgen sehr blass und Lilys besorgter Blick ruhte auf ihm, als James plötzlich stammelte: „Ähm..., also Lily du mĂŒsstest..., ja du musst heute Abend mal allein Streife gehen. Ich muss noch dringend...“
Sirius rĂ€usperte sich und wollte seinem Freund aus der Verlegenheit helfen, in dem er sagte: „Ja, also wir mĂŒssen was Dringendes erledigen.“
Er setzte bei seinen Worten einen Hundeblick auf, der Lily, ebenso wie Jackie, ein LĂ€cheln ins Gesicht zauberte.
Jackie sagte gelassen: „Ich werde Lily begleiten. Ich finde es nĂ€mlich nicht gut, wenn sie nachts allein in den GĂ€ngen unterwegs ist.“ Ihr Blick ruhte dabei auf den Slytherins, denen wohl alles zuzutrauen wĂ€re.
James atmete erleichterte aus und nickte zustimmend. Lily fixierte ihn und ihre Augen huschten immer wieder zwischen dem krÀnklich wirkenden Remus und den anderen Maraudern hin und her. Irgendetwas verbargen sie, das wusste sie genau. Dass Remus ein Geheimnis hatte, war ihr schon lange klar, doch was seine Freunde damit zu tun hatten, verstand sie nicht.
Sirius` Blick ruhte derweil auf Jackie. Sie hatte seine Entschuldigung, am gestrigen Tag, nicht so richtig angenommen und dennoch hatte sie ihm dieses Stirnband gegeben. Dieses MĂ€dchen war fĂŒr ihn ein RĂ€tsel und eine Herausforderung zugleich. Eine Herausforderung, von der er sich nicht sicher war, ob er sie annehmen sollte.
MĂ€dchen, die nicht solche Schwierigkeiten machten wie Jackie, die ihm bereitwillig gaben, was er wollte, gab es genug in Hogwarts.
Bei diesen frustrierenden Gedanken seufzte er laut auf. Jackie lĂ€chelte ihm aufmunternd zu und ihre Blicke trafen sich fĂŒr einen Moment. Das belustigte Funkeln in ihren braunen Augen, zauberte Sirius ein LĂ€cheln ins Gesicht, doch James schnappte ihn am Umhang und zischte: „Los, Slughorn wird sauer wenn wir zu spĂ€t kommen.“
„Nanu“ meinte Lily verwundert, „seit wann willst du Erster beim Zaubertrankunterricht sein? Ich dachte, du hasst dieses Fach.“
James lachte: „Ja, das ist wohl wahr, aber ich habe ein Ziel und dazu brauche ich, Merlin steh mir bei, eine gute Note in ZaubertrĂ€nke.“
„WofĂŒr brauchst du einen guten Abschluss in ZaubertrĂ€nke?“ fragte Lily.
Überrascht, ĂŒber ihre Neugierde, sahen Sirius, Jackie, Remus und sogar Peter zwischen den beiden Schulsprechern hin und her.
„Ähm ja...“, stammelte Lily, „ich glaube es wird Zeit.“ Sprach's und verließ eilig die Große Halle.
Jackie hörte noch, wie Sirius James zuzischte: „Das wird schon, Prongs.“
James verdrehte genervt sie Augen und lief Lily schnellen Schrittes hinterher, gefolgt von seinen beiden Freunden und Jackie, die genau das dachte, was Sirius ausgesprochen hat.

Sirius hatte es an diesem Montag wahrlich nicht leicht. Spott und Hohn der Slytherins begleiteten ihn den ganzen Tag. Doch zur VerblĂŒffung aller, ließ er sich nicht aus der Reserve locken. DafĂŒr bewunderte ihn nicht nur Jackie, sondern auch auf Lily machte seine Beherrschtheit Eindruck. Ihre Lektion hatte also Wirkung gezeigt. Nun war es an Jackie alles richtig zu machen, damit er ihr nicht das Herz brach.

Beim Abendessen ließen die beiden MĂ€dchen immer wieder ihre Blicke am Gryffindortisch hin und her wandern, doch keiner der Marauder war anwesend.
„Sag mal Frank“ murmelte Lily gedankenverloren, „wo sind denn die vier VerrĂŒckten?“
Frank blickte von seinem Essen auf und lachte: „Seit wann interessiert dich das, Lily? Ich kann dir nur soviel sagen, dass sie hin und wieder mal nachts verschwinden.“
Er beugte sich nĂ€her zu Alice und raunte in ihr Ohr: „Das heißt wir wĂ€ren heute Nacht ungestört.“
„Hm, hört sich gut an.“ meinte Alice und lĂ€chelte ihren Freund an, wĂ€hrend sich Lily und Jackie belustigte Blicke zuwarfen. Dennoch waren ihre Gedanken bei den Maraudern. Dass sie ihr Geheimnis, schneller als erwartet, aufdecken wĂŒrden, ahnten sie jedoch noch nicht.

Bevor sich Lily mit Jackie am spĂ€teren Abend auf den Weg machte, um ihren Rundgang durchs Schloss zu absolvieren, schlich sich Lily in James` privates Zimmer. Sie kannte das Passwort und suchte eigentlich nur nach einem Anhaltspunkt fĂŒr sein Verschwinden. In der ZimmertĂŒr blieb sie stehen, verblĂŒfft darĂŒber, wie ordentlich und aufgerĂ€umt alles war.
Ihr Blick blieb an einem umgeklappten Bilderrahmen auf seinem Nachtschrank hĂ€ngen. Zögerlich ging sie nĂ€her, denn eigentlich war sie nicht der Typ, der irgendjemandem hinterher spionierte, doch ihre Neugierde war zu groß.
Sie nahm den kleinen Rahmen in die Hand und ihre Augen weiteten sich, denn auf dem Bild war sie selbst zu sehen.
Ihre langen roten Haare flatterten im Wind und sie hatte die Augen geschlossen. Dieses Foto musste irgendwann in ihrem sechsten Schuljahr aufgenommen worden sein, heimlich. Irgendwie fĂŒhlte sie sich geschmeichelt und sie war noch nicht einmal sauer auf James, doch eine Frage schwirrte in ihrem Kopf: Warum hatte er ein Bild von ihr?

Es war lustig mit Jackie durch die GĂ€nge des Schlosses zu streifen. Ein PĂ€rchen aus Huffelpuff hatten sie beim KĂŒssen, in einem leeren Klassenzimmer, erwischt. Die Beiden waren so verlegen, dass Lily es nicht ĂŒbers Herz brachte ihnen Punkte abzuziehen.
Weit nach Mitternacht machten die beiden MÀdchen ihren letzten Gang durch die Kerker von Hogwarts. Beide hielten vorsorglich ihre ZauberstÀbe in der Hand, hier unten konnte man nie wissen.
Auf jedes GerÀusch und jeden Schritt lauschend, schlichen sie durch die spÀrlich beleuchteten GÀnge, doch alles war ruhig. Dass sich hinter ihnen ein Wandteppich bewegte, bekamen sie nicht mit. Das einzige, was sie hörten, war ein Zauberspruch, der unisono von zwei Personen ausgesprochen wurde. Sofort standen Lily und Jackie, mit vor Schreck geweiteten Augen, stocksteif da.
Sie hörten das höhnische Lachen, von zwei, ihr nur allzu bekannten Slytherins.
„Was machen wir nun mit ihnen, Bella?“ kam es von Rudolfus Lestrange, der sich jetzt, mit einem fiesen Grinsen im Gesicht, vor Jackie und Lily aufbaute.
Bellas diabolisches LĂ€cheln war nicht zu ĂŒbersehen, als sie sagte: „Ich weiß was. Heute ist Vollmond, die Geschöpfe der Nacht werden sich ĂŒber ein bisschen Gesellschaft freuen. Wir bringen sie hinunter zum Schwarzen See. Entweder frisst sie der Riesenkrake oder eine der Kreaturen aus dem Verbotenen Wald.“
Bei diesen Worten lag in ihren Augen ein irres, manisches Funkeln.
Bella ließ die erstarrten GryffindormĂ€dchen vor sich herschweben und Rudolfus lief voraus, darauf bedacht, dass sie niemand erwischte.

Unten am Schwarzen See steuerten sie den Steg an, der weit in das dunkle GewĂ€sser hineinragte. Das Mondlicht spiegelte sich auf der glatten OberflĂ€che des Wassers und erhellte das GelĂ€nde. Unmittelbar am Ende des Stegs ließ Bella Jackie und Lily runter. Die beiden MĂ€dchen hielten immer noch ihre ZauberstĂ€be in der Hand, doch waren weiterhin unfĂ€hig sich zu bewegen, als Bella und Lestrange, mit einem fiesen Grinsen im Gesicht, verschwanden.
Einen Moment umgab die Beiden eine beÀngstigende Stille. Man konnte ihre Herzen schlagen hören, bis es hinter ihnen plÀtscherte und schaurige Laute, vermischt mit Wolfsgeheul, aus dem Verbotenen Wald drangen. Ein leichter Wind wehte und doch war diese Septembernacht lau und warm.
Lily schĂ€umte innerlich vor Wut. Zum einen, weil sie von zwei Slytherins so reingelegt worden waren und zum anderen, weil ihr diese Situation, in der sich die Beiden gerade befanden, ĂŒberhaupt nicht gefiel.
Ihre Augen waren starr auf das Ufer des Sees gerichtet. Was hinter ihnen im Wasser passierte, konnten sie nicht sehen.
Vom Ufer her kam ein Knurren, ein schauriges und lautes Knurren. Leuchtende Augen zeigten sich und steuerten den Steg an. Das Kratzen von Krallen auf Holz war zu hören. Langsam, ein Bein vor das andere setzend, kam das Geschöpf der Nacht nÀher. Mit gefletschten ZÀhnen und gefÀhrlichem Knurren lief der, im Mondlicht gut auszumachende, Werwolf den Steg entlang.
Lily und Jackie, beide bewegungsunfĂ€hig, aber mit Angst in den Augen, waren sich darĂŒber bewusst, dass sie geradewegs dem Tod ins Auge sahen und nichts dagegen tun konnten. Plötzlich sprang ein großes schwarzes Wesen mit einem Satz durch das Wasser auf den Steg. Einen Moment blieb der Werwolf stehen, doch das Knurren wurde lauter. Ein riesengroßer, schwarzer, zottiger Hund kam vor den beiden MĂ€dchen zum stehen, doch seine Aufmerksamkeit richtete sich auf den Wolf, der Schritt fĂŒr Schritt nĂ€her kam. Beide Tiere knurrten sich an, fletschten die ZĂ€hne, bereit fĂŒr den Angriff.
Jackie und Lily hÀtten dem Hund so gerne geholfen, doch sie waren weiterhin nicht dazu in der Lage.
Erneutes Gepolter war vom Ufer her zu hören und ein stolzer Hirsch, mit einem prÀchtigen Geweih, sprang auf den Steg, direkt auf die kampflustigen Tiere zu.
Der Werwolf fĂŒhlte sich in die Enge gedrĂ€ngt und ging zum Angriff ĂŒber. Er wollte sich auf den Hund stĂŒrzen, doch dieser machte rĂŒckwĂ€rts ein paar ausweichende Schritte, auf Lily und Jackie zu. Es war ein Schritt zu weit, denn mit einem lauten Platschen fielen die MĂ€dchen, nach hinten ĂŒber, in den Schwarzen See. Wie Steine sackten sie unaufhaltsam zum Grund des Sees hinab, weder fĂ€hig sich zu bewegen, noch in der Lage zu atmen. Einen Moment glaubten beide, hier wĂŒrde es enden. Ihre UmhĂ€nge und ihre Kleidung waren mit Wasser voll gesogen und die Dunkelheit des schwarzen Sees umgab sie, als plötzlich zwei HĂ€nde nach ihnen griffen und sie mit aller Gewalt wieder an die WasseroberflĂ€che zerrten.
Sie hörten eine allzu bekannte Stimme: „Nimm den Fluch von ihnen Peter, sonst kriegen wir sie hier nie raus.“
Diese Stimme klang panisch und gehörte Sirius.
Vom Steg her war das Kampfgewirr zweier Tiere auszumachen, als Lily und Jackie sich endlich wieder bewegen konnten und eine Ratte den Steg entlang huschte.
Sirius Black, jetzt wieder mit seiner gewöhnlichen Haarfarbe, hielt die beiden MĂ€dchen an ihren UmhĂ€ngen fest und hockte ebenso wie sie im Wasser. Er wartete darauf, dass sie ihre ersten AtemzĂŒge machten und zischte: „Sobald wir verschwunden sind, lauft zum Schloss! Verstanden?“
Jackie nickte hastig, doch Lily wollte schon ansetzen, um etwas zu fragen, als Peter sich ĂŒber den Rand des Stegs beugte und panisch rief: „Schnell Pad, Prongs schafft das nicht allein.“
Noch im Wasser verwandelte sich Sirius in den schwarzen Hund, der noch vor ein paar Minuten vor ihnen auf dem Steg stand. Mit einem Satz, sprang er zurĂŒck auf den Holzsteg und rannte zum Ufer.
„Sie sind Animagi!“ flĂŒsterte Lily ehrfĂŒrchtig.
„Wir sollten hier verschwinden, denn da war auch ein Werwolf!“ zischte Jackie und schwamm unter dem Steg entlang Richtung Ufer, gefolgt von Lily.
Das KampfgetĂŒmmel ĂŒber ihnen jagte den MĂ€dchen Schauer ĂŒber ihre, sowieso schon zitternden, Körper. Noch bevor sie das Ufer erreichten, waren die Tiere in den Tiefen des Waldes verschwunden.
SchwerfĂ€llig wateten sie aus dem Wasser. Ihre nasse Kleidung machte ihnen das Laufen schwer, dennoch blickte Lily noch einmal auf den, jetzt leeren, Steg zurĂŒck. Etwas glitzerte auf dem Holzboden im Mondlicht. Hastig lief Lily noch einmal auf den Steg und ihr stockte der Atem. „Einer von ihnen ist verletzt“ rief sie Jackie zu und sah auf die kleine Blutlache vor ihr.
Jackie sah sich panisch um und grummelte: „Das können wir jetzt auch nicht mehr Ă€ndern und nun komm Lily, bevor dieser Werwolf wieder hier auftaucht.“
Mit schnellen Schritten liefen die Beiden zum Schloss hinauf. Erst im Gemeinschaftsraum der Gryffindors atmeten sie tief durch und warfen ihre nassen UmhÀnge ab. Lily lief in ihr Zimmer und holte ihnen zwei Pyjamas wÀhrend Jackie das Feuer im Kamin wieder in die Höhe trieb.

In den Pyjamas und in eine warme Decke eingekuschelt, saßen die beiden wenig spĂ€ter vor dem Kamin. Der Morgen graute schon, doch bis zum FrĂŒhstĂŒck waren es noch ein paar Stunden.
Lily blickte ins Feuer und sagte leise: „Der Werwolf war Remus und James der Hirsch.“
Jackie schĂŒttelte gedankenverloren den Kopf. „Woher können sie das nur? Es braucht Jahre um ein Animagus zu werden.“
Lily seufzte: „Sie haben uns das Leben gerettet und deshalb können wir Bella und Lestrange nicht melden.“
Jackie nickte: „Ja, weil die Marauder sonst auffliegen wĂŒrden. Ach verflixt, die beiden Slytherins hĂ€tten dafĂŒr garantiert einen Schulverweis bekommen.“
Bei dem Gedanken daran mussten die beiden MĂ€dels unwillkĂŒrlich lachen. Sie saßen mit dem RĂŒcken zum Gemeinschaftsraum, doch als sie das Klappern der aufgehenden PortraittĂŒr hörten, drehten sie sich um. Etwas verwirrt schauten sie in den Raum, als vor ihnen plötzlich drei der Marauder, wie aus dem Nichts auftauchten. Etwas silbrig Schimmerndes glitt zu Boden und Sirius legte James mit Hilfe von Peter auf dem Sofa ab.
James presste die Lippen fest zusammen und mit seiner Hand ĂŒbte er Druck auf seinen Oberschenkel aus. Blut lief ĂŒber seine Finger und entsetzt sprangen Jackie und Lily auf.
„Hosen aus“ sagte Lily energisch und Jackie beschwor eine SchĂŒssel mit Wasser herauf.
James sah sie mit großen Augen an und grummelte: „Ich zieh doch hier nicht meine Hosen vor euch aus.“
Lily verschrĂ€nkte die Arme vor der Brust und meinte gelassen: „Na gut, entweder verblutest du oder du gehst zu Poppy und erklĂ€rst ihr wie das passiert ist.“
„Nicht schon wieder“ brummte Sirius, „also runter mit den Hosen Prongs. Ich hab keinen Bock auf Strafarbeit.“
James sah seinen besten Freund entsetzt an und Peter gĂ€hnte herzhaft, bevor er sagte: „Also, ich hau mich noch ein bisschen hin.“ Mit diesen Worten schlurfte er auch schon davon.
„Umdrehen!“ fauchte James Lily und Jackie an, bevor er sich an seinem GĂŒrtel zu schaffen machte. Die MĂ€dchen gehorchten, konnten sich aber ein Lachen nicht verkneifen. Als jedoch Sirius murmelte: „Scheiße Alter, das sieht aber nicht gut aus!“ drehten sich die zwei wieder um. Sie sahen noch wie James hektisch nach einem Kissen griff und es ĂŒber seine Unterhose legte. Lilys Blick wanderte zu seiner Verletzung und Sirius hatte Recht. Eine tiefe Bisswunde zeichnete sich auf seinem linken Oberschenkel ab und stetig sickerte Blut heraus.
„Bei Merlin“ flĂŒsterte Jackie, „er hat dich doch nicht erwischt, als du...“
Sirius schĂŒttelte den Kopf. „Nee, da waren wir schon verwandelt, als Moony ihn gebissen hat.“
„Wusste ich es doch, Remus ist ein Werwolf, deshalb sieht er immer so krank aus und verschwindet einmal im Monat.“ kam es von Lily, die schon eifrig dabei war James Bein zu versorgen.
„Hört mal...“ setzte Sirius an, doch Jackie winkte ab und grummelte: „Wir werden es niemandem sagen. Ihr könnt euch darauf verlassen.“
James und Sirius sahen sich an und atmeten erleichtert aus.
„Wie geht es Remus?“ fragte Lily, blickte dabei aber nicht auf.
Sirius winkte ab. „Nicht weiter tragisch, der bleibt bis Tagesanbruch in der Heulenden HĂŒtte.“
Doch nun wollte er von Lily und Jackie wissen, warum die beiden mitten in der Nacht auf dem Steg waren. WĂ€hrend Lily sich weiter um James` Bein kĂŒmmerte, erzĂ€hlte Jackie den zwei Maraudern die ganze Geschichte.
„Zu blöd, dass wir sie nicht melden können, ohne dabei selbst aufzufliegen.“ grummelte James, der scheinbar Lilys FĂŒhrsorge genoss. Er hatte seinen Kopf auf die Lehne des Sofas gelegt und dabei die Augen geschlossen, ein kleines LĂ€cheln auf den Lippen.
„So“ meinte Lily, „fertig! Aber ein paar Tage wirst du noch brauchen, bis es wieder voll belastbar ist.“
James blickte zögerlich auf sein Bein, doch viel war nicht mehr von der Wunde zu sehen. Die Bissstelle war zwar noch gut sichtbar und es war noch gerötet, aber es hatte aufgehört zu bluten und die Wunde war fast verschlossen.
Jackie hatte ihnen in der Zeit vier Tassen mit dampfend heißem Tee heraufbeschworen und reichte James eine davon, wobei seine knappe Bedeckung der Unterhose etwas verrutschte und Lily sich kichernd abwandte. Auf James` schwarzer Boxershorts waren lauter kleine rote Teufelchen zu sehen. Seine Gesichtsfarbe passte sich der der kleinen Teufel augenblicklich an und er zischte Sirius zu: „Hol mir eine saubere Hose, sofort!“
Sirius jedoch dachte gar nicht daran, sondern ließ sich mit Jackie vor dem Kamin nieder. Lily reichte James eine Decke und meinte verschmitzt: „SĂŒĂŸe kleine Teufelchen.“
Hastig warf sich James die Decke ĂŒber und blickte verlegen in seine Teetasse. Lily konnte nichts dagegen tun, dass sich bei diesem Anblick, schon wieder, die Schmetterlinge in ihrem Bauch bemerkbar machten. Die leichte Röte, die in James Gesicht lag und sein verschĂ€mter Blick, machten es ihr nicht leicht dagegen anzukĂ€mpfen.
Resignierend warf sie sich in einen Sessel, als Sirius sich zu ihr umdrehte und fragte: „Hey, am Samstag ist Hogsmeade-Ausflug. Wir könnten doch zusammen gehen, was meint ihr?“
Jackie sah Lily mit großen Augen an, etwas Flehendes lag in ihrem Blick und James warf seinem Freund diesen dafĂŒr-bring-ich-dich-um Blick zu, bevor er gespannt zu Lily sah.
Lily seufzte und meinte: „Na, vielleicht können wir uns spĂ€ter in den Drei Besen treffen. Jackie und ich haben noch was vor.“ Das stimmte zwar gar nicht, aber sie wollte auf keinen Fall mit den Maraudern durch Hogsmeade ziehen, aus Angst davor, es könnte ihr womöglich noch gefallen.
James` Gesichtsausdruck war bei ihren Worten undefinierbar, doch Sirius machte eine enttĂ€uschte Miene und Jackie atmete erleichtert aus. Sie war noch lange nicht bereit soviel Zeit mit Sirius zu verbringen und war Lily dankbar fĂŒr ihr Eingreifen.
Sirius jedoch wollte so schnell nicht aufgeben und sagte: „Wir können euch doch begleiten, falls euch wieder ein Werwolf ĂŒber den Weg lĂ€uft.“
Jackie sah Lily an und sagte ernst: „Nein, das könnt ihr nicht. Wir brauchen nĂ€mlich neue UnterwĂ€sche!“ Lily nickte zustimmend, doch Sirius meinte gelassen: „Kein Problem, wir können euch doch beraten. Ich glaub wir verstehen etwas davon.“
James rief aufgebracht: „Halt jetzt die Klappe Padfoot!“ Er hatte sehr wohl bemerkt, dass die beiden MĂ€dchen eine Ausrede suchten. Er hatte sich so sehr gewĂŒnscht, dass Lily ihn begleiten wĂŒrde. Nach dieser aufregenden Nacht wĂ€re es in seinen Augen das Mindeste gewesen, doch sie schien noch immer nicht ĂŒberzeugt von ihm.
EnttÀuscht wandte er seinen Blick ab und schloss die Augen. Warum nur machte sie es ihm so schwer? Mit diesem Gedanken glitt er in einen leichten Schlaf. Nichts ahnend, dass ein rothaariges junges MÀdchen sich Àhnliche Gedanken machte.


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Emma ist eine natĂŒrliche Schönheit – wenn sie also die ,normale‘ Hermine in ihrer Schuluniform spielt, mĂŒssen wir ihr Aussehen unter dem Make-up eher herunterspielen. Aber der Weihnachtsball erfordert natĂŒrlich das genaue Gegenteil – da konnten wir uns mit dem Make-up richtig austoben.
Amanda Knight, Maskenbildnerin