
von Maren
„Du siehst wunderschön aus, Cissy.“ Liebevoll strich Andromeda ihrer jüngeren Schwester über das hellblonde Haar.
Schüchtern lächelte Narcissa Black ihr Spiegelbild an und drehte sich einmal um die eigene Achse. Sie trug ein aufwändig verziertes Hochzeitskleid, das ihre schmale Taille betonte und die festen Brüste hervorhob.
„Lucius wird die Trauung wahrscheinlich kaum abwarten können“, grinste Bellatrix.
Andromeda, die Narcissa Erschrecken bemerkte, drückte ihre Hand. „Es wird dir im Ehebett sicher gefallen, Liebes.“
Nervös ging Narcissa in dem Zimmer umher, dass 18 Jahre lang – seit ihrer Geburt – ihr Zuhause gewesen war. In wenigen Stunden würde sie Lucius Malfoy heiraten und fortan auf seinem Landsitz leben. In seinem Bett liegen. Ihm Kinder schenken.
„Außerdem ist Lucius schon erfahren. Mit erfahrenen Männern macht es viel mehr Spaß.“
Andromeda sah Narcissas Zusammenzucken und warf der Schwarzhaarigen einen bösen Blick zu. „Halt den Mund, Bella. Du siehst doch, dass Cissy Angst hat.“ Sie nahm die Hand ihrer jüngeren Schwester. „Du solltest dich nicht fürchten, Liebes.“
Narcissa schluckte und straffte ihre Gestalt. Sie war hoch gewachsen und bewegte sich sehr elegant. „Ich … ich werde keine Angst haben. Ich bin stark, ich kann es ertragen, was auch immer geschehen wird.“
Bella verdrehte die Augen zur Decke und schüttelte den Kopf. Sie murmelte etwas, das wie dumme Kuh klang.
„Setz dich hierher“, dirigierte Andromeda Cissy und begann, ihr die hüftlangen Haare zu bürsten.
Eine Stunde später war Narcissas Styling perfekt. Gemessenen Schrittes kam sie flankiert von ihren Schwestern aus dem Zimmer. Auf dem Flur warteten bereits ihre Eltern.
„Oh Schatz!“ Ihre Mutter umarmte sie vorsichtig, um nicht die komplizierte Hochsteckfrisur zu gefährden.
„Betörend schön“, stimmte ihr Vater zu und nickte ihr wohlwollend zu. Die Verbindung mit dem Hause Malfoy würde die Familie auf einen höheren Stand erheben. Dringend nötig nach Andromedas Schande. Statt wie vereinbart einen langjährigen Bekannten zu ehelichen, war die hübsche Braunhaarige mit einem Muggel davongelaufen, hatte ihn in einer Nacht und Nebelaktion geheiratet. Bellas Ehemann war nur geringfügig besser. Zwar war Rudolphus Lestrange ein reinblütiger Todesser, aber mit den Gesetzen bereits so oft in Konflikt geraten, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis man ihn verhaften und nach Askaban schaffen würde.
Vor dem Haus stand eine von vier Schimmeln gezogene Kutsche, die Narcissa und ihre Schwestern nach Malfoy Manor chauffieren würde. Ein Muggel-Brauch, für den sich Andromeda verantwortlich zeigte. Ihre Eltern weigerten sich, in die Kutsche zu steigen, doch Narcissa und Bella begrüßten die Idee.
Andromeda nahm Narcissas Hände in die ihren und lächelte sie zärtlich an, während sie ihre eiskalten Finger warm rieb. Arme Cissy, dachte sie. Cissy war nicht so stark wie sie. Würde sich nicht gegen die Entscheidung der Eltern auflehnen. Und es gab keinen Mann, in den sie verliebt war.
Aber vielleicht würde sie lernen, Lucius zu lieben. Oder wenigstens zu mögen. Er war ein sehr gut aussehender Mann, begehrt bei den Frauen, wie seine zahlreichen Affären bewiesen. Aber was machte das schon? Kaum ein Mann war wirklich auf lange Zeit treu. Und bei einer arrangierten Ehe war sowieso kaum etwas anderes zu erwarten.
„Sieh mal, Cissy!“, rief Bella begeistert und zeigte aus dem Fenster.
Narcissa warf nur einen kurzen Blick hinaus. In der Ferne war das Anwesen von Malfoy Manor zu erkennen. Eine Art Schloss bildete das Haupthaus, dazu gab es mehrere Nebengebäude für Personal und Tiere. Hohe Bäume umkränzten es. Das Gras des Hügels, auf dem es stand, leuchtete sattgrün. Alles strahlte Reichtum und Stärke aus.
Da könnte man lange spazieren gehen und hätte das Gelände immer noch nicht verlassen, dachte Narcissa. Sie lief gern durch die Natur, ließ den Wind mit ihrem Haar spielen und wenn es warm genug war, zog sie ihre Schuhe aus und ließ ihre nackten Fußsohlen von jungem Gras kitzeln.
Aber würde sie das überhaupt dürfen? Was, wenn Lucius darauf bestand, dass sie im Haus blieb? Sie wusste so gut wie nichts über den Mann, den sie in wenigen Stunden heiraten würde. Lucius war ein paar Mal bei ihnen zu Gast gewesen, aber sie waren stets nur kurz miteinander alleine gewesen. Und bei seinem letzten Besuch, vor zwei Wochen, hatte er sie geküsst.
Narcissa war so verschreckt gewesen, dass ihr Herz noch Stunden später gegen ihren Brustkorb gehämmert hatte. Dabei war doch gar nichts passiert. Und fast hätte sie ihren Mund ganz automatisch geöffnet, als sie fühlte, wie Lucius Zunge mit leichtem Druck über ihre Lippen strich.
Sie entzog Andromeda ihre Hände und berührte ihre Lippen. Wirklich unangenehm war es nicht gewesen. Ungewohnt, ja. Und sie hatte gar nicht gewusst, wie sie reagieren sollte.
Die Kutsche hielt. Narcissa spähte aus dem Fenster und erkannte die elegante Erscheinung ihrer Schwiegereltern. Lucius Vater öffnete die Tür, reichte ihr eine Hand und half ihr heraus.
„Wie bezaubernd schön du bist, Tochter“, sagte er und küsste sie auf die Stirn.
Schüchtern lächelte Narcissa zu ihm hoch. Gabriel Malfoy war ein sehr großer Mann, dessen blondes langes Haar von vielen silbernen Strähnen durchzogen war. In seinem dunkelblauen, mit Gold bestickten Anzug war er eine sehr attraktive Erscheinung.
„Du siehst ja ganz verschreckt aus, Kind“, sagte seine Frau freundlich und umarmte Narcissa. Für einen Moment genoss Narcissa es, sich an den weichen, warmen Körper drücken zu können. Rhianna war in ihrer Jugend sicher sehr schön gewesen, doch mit dem Alter waren ihre Hüften breiter geworden und viele Falten umgaben die hellblauen Augen.
Ein Stück weiter warteten Narcissas Eltern. Bei ihnen stand Lucius. Als er die Schwestern sah, wandte er sich zu ihnen um, verneigte sich lächelnd. Er trug einen meerblauen Cut, der seine Augen leuchten ließ. Enge Hosen betonten den durchtrainierten Körper. Das blonde Haar wurde im Nacken mit einem schwarzen Samtband zusammen gehalten.
„Bei Merlin, ich wünschte, ich wäre heute Nacht diejenige, die in seinem Bett liegt“, wisperte Bella.
„Still“, zischte Andromeda ihr zu.
Neben den Eltern standen die weiteren Hochzeitsgäste, von denen Narcissa keinen einzigen je zuvor gesehen hatte. Ein junger Mann mit schwarzem Haar warf ihr einen kurzen Blick zu. Musternd, ein wenig misstrauisch. Wahrscheinlich war er ein Freund von Lucius. Und sondierte nun die Frau, die seinem Freund eine Gefährtin sein sollte. Als er sich bewegte, erhaschte Narcissa einen Blick auf seinen Arm. Die schwarze Robe, die er trug, ließ kurz einen Teil der Tätowierung aufblitzen, die er am Unterarm trug. Narcissa sah nur den Schlangenkopf, aber sie kannte das vollständige Motiv, das Symbol der Todesser war.
„Sind wir nun vollzählig? Dann kann die Trauung ja beginnen.“ Ein kleiner, drahtiger Zauberer mit wirrem grauem Haar kam zu ihnen. Narcissa hatte ihn vorher gar nicht bemerkt.
Gabriel Malfoy trat neben sie und bot ihr seinen Arm. Narcissa war erleichtert, etwas zum Festhalten zu haben. Ihre Knie fühlten sich schrecklich weich an und die hohen Schuhe wurden mit jedem Schritt unbequemer.
Die Trauung selbst dauerte nur wenige Minuten. Der grauhaarige Zauberer legte Narcissas Hände in die von Lucius und sprach einen symbolischen Zauberspruch, der sie beide aneinander band. Totenstill verfolgte die Hochzeitsgesellschaft jede Bewegung, lauschte auf jedes Wort.
In der Zwischenzeit hatten die Hauselfen für das Hochzeitsmahl gesorgt. Im weitläufigen Garten bogen sich die Tische unter einer weißen Torte, Pasteten, Suppentöpfen, Bratenplatten, Obsttellern und weiteren Leckereien.
Doch Narcissa war viel zu aufgeregt, um etwas herunter zu bekommen. Langsam ging sie vor dem Büfett auf und ab und warf immer wieder verstohlene Blicke zu Lucius, der in ein Gespräch mit seinem Vater vertieft schien. Der schwarzhaarige junge Mann saß neben ihnen und trank Kaffee, der genauso dunkel wie seine Augen war.
„Komm bitte mal mit, Schatz.“ Rhianna war neben sie getreten.
Neugierig folgte Narcissa ihrer Schwiegermutter. Rhianna ging zu einer Bank, die so versteckt hinter einer Baumgruppe lag, dass niemand den Platz einsehen konnte. Nur gedämpft drangen die Stimmen der Hochzeitsgesellschaft zu ihnen.
„Mein Sohn sieht sehr gut aus, nicht wahr?“
Narcissa nickte artig. Das stimmte. Lucius war der attraktivste Mann, den sie je gesehen hatte. Und wenn er nach seinem Vater kam, würde er auch im Alter noch sehr gut aussehen.
„Magst du ihn?“
Die Frage war schwieriger zu beantworten. „Ich kenne ihn ja kaum“, flüsterte Narcissa und hielt ihren Blick auf das Gras zu ihren Füßen gerichtet.
„Du wirst ihn kennen lernen. Das bleibt nicht aus, wenn man zusammen lebt“, sagte Rhianna trocken. Dann drückte sie sanft Narcissas Ellbogen. „Du musst keine Angst haben, Liebes. Lucius mag zwar noch die Wildheit und den Ungestüm der Jugend in sich tragen, aber er ist ein guter Mann. Und seinem Vater sehr ähnlich. Als ich Gabriel heiratete, hatte ich ihn nie zuvor gesehen. Unsere Eltern hatten die Ehe arrangiert.“
Sie hielt kurz inne und Narcissa wusste, dass sie nun ihre Erinnerungen vor ihrem geistigen Auge vorbei ziehen ließ.
„Ich war damals jünger als du, gerade erst 16. Und von Männern und der Liebe wusste ich rein gar nichts. Meine Mutter hatte mir nur gesagt, dass ich mich nicht wehren solle.“
Narcissa fühlte trotz der Wärme des Sommertages eine Gänsehaut auf ihren Armen. Sie versuchte sich die stolze, selbstsichere Rhianna als junge Braut vorzustellen, die verschüchtert zu ihrem viel älteren Ehemann hoch schaute und nicht wusste, was sie erwartete.
„Gabriel war sehr rücksichtsvoll“, redete Rhianna weiter. „Er weckte das Verlangen in mir und später kam auch die Liebe dazu.“
Narcissa wusste nicht, ob sie Lucius jemals lieben könnte. Er erschien ihr wie aus einer anderen Welt. Und er war neun Jahre älter als sie, ein erfahrener Mann. Mit Ansprüchen und Bedürfnissen, von denen sie rein gar nichts wusste.
„Es braucht Zeit, meine Tochter. Lernt euch kennen und entdeckt, dass ihr miteinander Spaß haben könnt. Und dann wirst du auch Gefühle für ihn entwickeln, die über das körperliche Verlangen hinausgehen. Und du wirst Kinder haben, die du lieben wirst, auch dann, wenn für ihren Vater noch keine Liebe in deinem Herzen ist.“
Narcissa verkrampfte ihre Finger ineinander. Sie konnte sich nicht vorstellen, in Lucius Bett Vergnügen zu finden. Und der Gedanke, schwanger zu werden, war mindestens genauso erschreckend.
Rhianna stand auf. „Nun lass uns zurückgehen, ehe man uns vermisst.“
Narcissa glaubte nicht, dass irgendwer sie vermissen würde. Die Gäste unterhielten sich angeregt miteinander. Bella flirtete heftig mit einem attraktiven Jungen, der schon ganz rote Ohren hatte. Andromeda ließ sich die Torte schmecken und leckte Zuckerguss von ihren Fingern.
„Da bist du ja.“ Lucius trat zu ihr und bot ihr seinen Arm.
Unwillkürlich verkrampfte Narcissa sich. Gehorche, dachte sie. Kein Widerstand. Sie hängte sich bei Lucius ein und fühlte durch den Stoff seines Cuts, wie kräftig seine Muskeln waren.
„Wolltest du mir weglaufen?“, scherzte er und zwinkerte ihr zu.
„Ich … ich bin nur einige Schritte gegangen.“
„Natürlich, warum auch nicht. Das alles gehört doch nun auch dir“, sagte er freundlich.
Daran hatte Narcissa noch gar nicht gedacht. Aber es stimmte. Durch ihre Heirat war sie nun nicht länger Narcissa Black sondern Narcissa Malfoy und damit Herrin von Malfoy Manor.
„Aber ich denke, es wäre angemessen, wenn du heute unseren Gästen die Ehre deiner Anwesenheit erweist und dir die Erkundigungen für morgen aufhebst.“
„Du wirst keinen Grund haben, dich über mich zu ärgern“, sagte Narcissa.
Lucius blieb stehen und musterte sie. Sie konnte dem Blick der eisblauen Augen nur mit Mühe standhalten. Jede Faser ihres Körpers verlangte nach Flucht. Lucius wirkte so stark, mächtig und einschüchternd.
Er schüttelte leicht den Kopf und die Strenge verschwand aus seinen Zügen. Lucius dachte daran, was ihm sein Vater vorhin noch gesagt hatte. Narcissa war jung und unerfahren. Sie wusste nicht, wie sich die Herrin von Malfoy Manor zu benehmen hatte. Sie wusste so vieles nicht. Aber sie war klug und sie würde lernen, mit ihrer neuen Rolle zurechtzukommen.
„Lucius?“ Scheu sah sie zu ihm auf.
Lucius lächelte, hob eine Hand und strich ihr zart über die Wange. Ihre Haut fühlte sich seidenweich an. Es würde ihm gefallen, zu erkunden, ob ihre Haut überall an ihrem geschmeidigen Körper so weich war. Aber das musste noch etwas warten. „Ich bin nicht verärgert. Doch unsere Gäste würden gern meine frischgebackene Ehefrau näher kennen lernen.“
Er nahm sie an die Hand und stellte sie nacheinander jedem vor. Wohlwollend registrierte er wenig später, dass Narcissa mit Severus redete. Es sah so aus, als verstanden sie sich. Gut. Sehr gut. Severus war ein enger Freund, wichtiger Mann und häufiger Gast auf Malfoy Manor; die neue Mrs. Malfoy tat gut daran, ihn nicht zu vergraulen oder seinen Zorn auf sich zu ziehen.
Im Laufe des Abends beobachtete Lucius seine Ehefrau immer wieder. Ohne, dass es ihm wirklich bewusst war, wanderten seine Augen immer wieder zu ihr. Er war nicht in plötzlicher Liebe zu ihr entbrannt – das würde Zeit brauchen – aber er spürte Sympathie und Begehren.
Er lächelte in sich hinein, als ihm seine Aktion vor zwei Wochen einfiel. Sie hatte seinen Kuss so unschuldig hingenommen wie ein Kind. Natürlich war sie noch Jungfrau; das hätte seine Mutter ihm wirklich nicht zuflüstern müssen. Er hatte doch Augen, um zu sehen.
Es war schon spät, als die letzten Gäste gingen. Lucius führte Narcissa zum Haupthaus. Der Mond tauchte das Gras in silbriges blau. Die Rufe von Eulen und Käuzen erfüllten die warme Luft mit ihren unheimlichen Schuhu-Tönen.
Aber das war sicher nicht der Grund, aus dem Narcissas Hände so eiskalt waren und ihr Griff um seinen Arm steif wirkte. Unwillkürlich vergrößerte sie den Abstand zu ihm ein wenig.
Lucius seufzte innerlich. Vielleicht war sie wirklich noch nicht bereit, seine Frau zu sein. Ob er sie besser in Ruhe lassen sollte, zumindest für einige Wochen? Es gab genügend Frauen, an denen er seine Lust stillen konnte. Vielleicht wäre sie froh darüber – oder würde denken, dass er sie nicht wollte.
Nein, besser jetzt. Er musste nur vorsichtig sein. Sehr behutsam. Wenn ihr diese Nacht nicht gefiel, würde sie ihn in Zukunft nur ertragen, weil sie es für ihre Pflicht hielt.
Im Schlafzimmer machte Narcissa sich nicht erst die Mühe, sich umzusehen. Zu jeder Seite des Bettes brannte eine große Kerze. Und in diesem Schein begann Narcissa sich nun auszuziehen, schlüpfte aus Schuhen, Kleid und geschwind auch aus der spitzenbesetzten Unterwäsche.
Lucius konnte sein Erstaunen kaum verbergen. Keine Frau, mit der er jemals Sex gehabt hatte, hatte sich derart leidenschaftslos ausgezogen. Und schon gar nicht komplett! Es war doch viel reizvoller, wenn einige Teile an blieben und nach und nach fielen und enthüllten, was sie verbargen.
Um ihre komplizierte Hochsteckfrisur zu lösen brauchte Narcissa etwas länger als für das Kleid, das nun sorgfältig auf dem Sessel lag, der unterm Fenster stand. Lucius Blick klebte an ihren vollkommenen Brüsten und er spürte, wie seine Hose enger wurde. Zu eng.
Er trat auf Narcissa zu, die genau in diesem Moment ihr Haar befreit bekam. Glänzend und glatt umspielte es ihren Oberkörper. Es reichte bis zu ihren mädchenhaft schmalen Hüften und weckte in Lucius den Wunsch, seine Finger durch die langen Strähnen gleiten zu lassen.
Ihr Blick glitt an ihm hoch und runter. „Wieso bist du noch nicht ausgezogen? Wir haben eine Pflicht zu erfüllen.“
Ihre emotionslose Stimme erschreckte ihn und dämpfte die Enge in seiner Hose ein wenig. „Es wäre mir lieber, wenn du es nicht als Pflicht bezeichnest.“
Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Dann nenne es ehelichen Verkehr oder Beischlaf, wenn du das vorziehst.“
Doch ihr kalter Tonfall konnte nicht über die Furcht hinwegtäuschen, die Lucius in ihren himmelblauen Augen sah. Er nahm Narcissas Hand und dirigierte sie sanft zum Bett. Doch er ließ sie sich nur setzen und nahm neben ihr Platz. „He du, wir sind ein Ehepaar. Keine Geschäftspartner, die einen Vertrag erfüllen müssen.“
Mit großen Augen sah Narcissa ihn an und sagte kein Wort.
Wahrscheinlich hatte er sie jetzt noch mehr verunsichert. Lucius sah die Gänsehaut auf ihren langen Beinen. Er nahm die Decke vom Bett und hüllte sie fürsorglich darin ein.
„Danke“, murmelte Narcissa und zog die Decke so eng um ihre Schultern, dass es wirkte, als sei sie eine Schnecke, die sich in ihr Haus zurückzieht.
Vielleicht war es besser, zuerst einmal etwas ganz Grundlegendes zu klären. „Was weißt du denn über die Geschehnisse im Ehebett?“
Sie errötete bis in die Haarwurzeln.
Lucius seufzte; das war fast schon Antwort genug. „Wer hat dir denn was erzählt?“, fragte er weiter.
„Meine Eltern haben mir gesagt, dass ich Gehorsam zeigen muss, was immer du von mir verlangst. Und Bella hat…“ Sie verstummte für einen Moment und redete dann so leise weiter, dass Lucius Mühe hatte, sie zu verstehen. „Bella hat gesagt, dass es schrecklich weh tut.“
Lucius dachte daran, wie Bella ihm an den Hintern gefasst und ein eindeutiges Angebot gemacht hatte. Und zwar bereits mehrmals; als er bei den Blacks zu Gast war und vorhin. „Vergiss das alles. Ich werde dich garantiert nicht zu etwas zwingen, das du nicht willst oder das dir nicht gefällt. Und was das schrecklich wehtun angeht; vielleicht wird dich das erste Mal wirklich ein wenig schmerzen. Aber das ist nicht bei allen Frauen so.“
Sie hatte ihm still zugehört, immer wieder den Blick zu Boden gesenkt. Was er sagte, klang ehrlich.
„Und wenn du wirklich Angst hast, dann lass uns lieber noch etwas warten, einige Tage oder so lange, wie du eben brauchst.“ Er beugte sich zu ihr und küsste sie auf den Mund, ohne zu versuchen, seine Zunge ins Spiel zu bringen. „Ich möchte, dass es dir auch gefällt.“
„Ich möchte es gern jetzt hinter mich bringen. Und ich habe keine Angst.“ Ihre Augen straften ihre Worte Lügen.
Lucius Verlangen sank weiter. Er hatte noch nie eine Frau dazu gezwungen, dass Bett mit ihm zu teilen. Oder gar Angst in einer geweckt. Nun ja, wenn sie seine Todessertätowierung bemerkten, konnte es schon passieren, dass für einen Moment Furcht in ihre Züge trat, jedenfalls, wenn sie nicht wussten, dass er einer war.
„Oder begehrst du mich etwa nicht?“
Lucius schüttelte ratlos den Kopf. Was sollte er nur mit ihr machen? Und wieso hatte ihre Familie sie nicht besser aufgeklärt. So etwas war doch Aufgabe der Mutter oder der älteren Schwester. Stattdessen hatten sie nur Furcht in ihr geweckt. „Ich finde dich wunderschön. Aber ich nehme an, wenn ich nur sage, dass ich gern jeden Zoll deines Körpers mit meinen Fingern, den Lippen und der Zunge erkunden möchte, bekommst du noch mehr Angst, hm?“
Sie sah ihn an und zog dann die Decke so weit von ihren Schultern, dass ihr Oberkörper frei lag. „Fang ruhig an.“ Sie wollte mutig klingen, aber wieder sah er nur das verschüchterte Mädchen, das glaubte, sich einem Opfer gleich darbieten zu müssen.
„Nicht so.“ Nachsichtig lächelte Lucius und schob die Decke wieder hoch. Doch er ließ eine Hand auf ihrer Schulter liegen und strich leicht über die samtene Haut. Erfreut registrierte er, dass sie sich nicht verspannte und auch nicht auszuweichen versuchte.
Er wurde kühner in seinen Berührungen, tastete sich langsam zum Ansatz ihrer Brüste vor. Als er mit einem Finger über die Brustwarze strich, verspannte Narcissa sich kurz, doch als er die rosige Knospe sanft zu umkreisen und zu reiben begann, gab sie ein kehliges Geräusch des Wohlbehagens von sich.
Die Reaktion ihres Körpers war eindeutig. Beruhigend, das zu wissen. Lucius legte beide Hände an ihren Rücken und zog sie zu einem Kuss an sich. Leicht geöffnet lagen seine Lippen auf ihrem Mund. Mit sanftem Druck presste er seine Zunge gegen ihre Lippen.
Narcissa begriff. Wie von selbst öffneten sich ihre Lippen. Als seine Zungenspitze auf die ihrige traf, erwiderte sie die Geste. Er schmeckte schwach nach dem roten Wein, den es zum Abendessen gegeben und an dem sie nur genippt hatte. Und stärker nach etwas anderes, einem ganz eigenen Geschmack. Nicht unangenehm.
Genauso wenig wie seine Hände, die nun begannen, über ihren Rücken zu streicheln, sich dann wieder nach vorne tasteten und ihre Brüste liebkosten.
Als eine seiner schlanken Hände ihre Hüften erreichte, hob sie eine Hand. „Halt, bitte.“
Sofort zog Lucius seine Finger zurück. Für den Anfang war es wohl genug. Und ja doch recht zufrieden stellend. Ihr Kuss war zwar noch recht schüchtern und unbeholfen gewesen, aber er spürte die darin versteckte Leidenschaft. Es würde ihm Spaß machen, diese Leidenschaft zu wecken.
„Darf ich dich auch anfassen?“
Ihre Frage kam so überraschend, dass er einen Moment brauchte, bis die Worte in sein Bewusstsein sickerten. „Ja, natürlich“, lächelte er. Rasch streifte er den Cut ab, der ihm sowieso viel zu warm wurde. Die Knöpfe seines weißen Hemds zu öffnen, überließ er Narcissa.
Linkisch glitt ihre schmale Hand über seine Brust, ertaste die Narbe, die er von einem zehn Jahre zurückliegenden Duell davontrug. Ihre Augen studierten jeden Zentimeter seines muskulösen, glatten Oberkörpers. Er hatte kein überflüssiges Gramm Fett, alles an ihm war straff, stark und fest.
Als ihre Hand unterhalb seiner Taille glitt und ihr Zeigefinger die feine dunkle Haarlinie verfolgte, die von seinem Bauchnabel ausgehend verlief, war es Lucius, der ihre Hand festhielt. „Jetzt bin ich wieder dran“, erklärte er.
Sie lächelte und war neugierig, was er als nächstes tun würde. Seine langen Finger liebkosten ihre Brüste, strichen dann ihren flachen Bauch hinab und neckten ihren Bauchnabel.
Lucius überlegte, ob er es schon wagen konnte, sie noch intimer zu berühren. Langsam schob er eine Hand in den Bereich, der noch von der Decke verhüllt wurde. Er spürte ihren Hüftknochen und dachte daran, dass ihr ein bisschen mehr Fleisch auf den Knochen nicht schaden könne. Wahrscheinlich hatte der Gedanke an die Hochzeit ihr schon vor Tagen den Appetit verdorben.
Zärtlich erforschte er sie weiter. Seine Finger strichen ein Stück über die Innenseiten ihrer Schenkel und über den warmen Venushügel. Sanft streichelte er darüber, ließ dann einen Finger zwischen ihre Schamlippen gleiten.
Sofort spannte Narcissa sich an. Lucius hielt inne, doch sie machte keine Anstalten, ihm zu bedeuten, dass er aufhören solle.
Lucius bewegte seinen Finger weiter, fand das verborgene Juwel ihrer Weiblichkeit und stupste es leicht mit der Fingerkuppe an.
„Hör bitte nicht auf“, keuchte Narcissa, überrascht von den Empfindungen, die er in ihr weckte.
„Hatte ich nicht vor“, raunte Lucius und umkreiste die pulsierende Knospe. Er spürte die beginnende Feuchtigkeit, umkreiste sie weiter, neckte und reizte sie, bis Narcissa unter seinen Fingern heiser stöhnte.
Durch ihre Erregung konnte sein Finger mühelos in sie eindringen. Sie war eng, feucht und heiß und alles in ihm brannte darauf, sich endlich in ihr zu versenken. Doch Lucius zwang sich, sein eigenes Verlangen noch zu unterdrücken. Er musste behutsam vorgehen, sie gut vorbereiten.
Als sein Finger in sie eindrang, weiteten sich Narcissas Augen. Nie zuvor war sie auf diese Art berührt worden. Doch es war schön. Und als er nun begann, seinen Finger in ihr zu bewegen, biss sie sich auf die Unterlippe, um nicht laut zu stöhnen oder ihn anzuflehen, weiter zu machen.
Für letzteres war keine extra Aufforderung nötig. Sanft drückte er sie mit seiner anderen Hand nach hinten, so dass die Decke zu Boden rutschte und er freien Zugang zu ihrer Weiblichkeit hatte.
Es hätte ihr peinlich oder unangenehm sein müssen, doch für diese Empfindungen war kein Platz in Narcissas Kopf. Als er wieder ihren Lustpunkt umspielte und gleichzeitig einen Finger tief in sie schob, explodierten Sternchen vor ihren Augen.
Als sie wieder klar sehen konnte, lächelte Lucius auf sie herab. Sie erwiderte sein Lächeln, noch nicht fähig zu sprechen. Nie hätte sie gedacht, dass die Empfindungen so intensiv sein würden.
„Wenn du magst, geht es noch weiter“, flüsterte er.
Rasch nickte sie und griff dann nach seinem Hosenbund. „Aber ich will dich auch wieder anfassen.“
Lucius keuchte. Es fiel ihm so schon schwer genug, sich aus seiner Hose zu befreien, ohne sich dabei zu entmannen. „Nicht heute. Wenn du mich jetzt anfasst, meine Schöne, setzt mich das erstmal außer Gefecht.“
Narcissa sah zu, wie er sich aus seiner Hose schälte. Ihr Blick blieb an seinem Glied hängen, das steil aufgerichtet wie ein Speer stand. Es war so viel länger und dicker als sein Finger. Sie konnte sich nicht vorstellen, es in ihrem Körper aufzunehmen. Er würde ihr Innerstes damit zerreißen. Sie schluckte und wandte den Blick ab.
„Es wird funktionieren“, sagte Lucius, ihre Bedenken ahnend. Narcissa hörte, wie gepresst seine Stimme klang. Kleine Schweißperlen standen auf seiner Stirn und sie begriff, welche Mühe es ihn kostete, sich zurückzuhalten.
Noch immer schaute sie nach unten. „Ist es immer so … groß?“
Lucius wusste, dass er mit seiner naturgegebenen Ausstattung zufrieden sein konnte, aber als zu groß hatte ihn noch keine Frau bezeichnet. „Ich vermute, ich bin der erste Mann, den du so siehst?“
„Natürlich!“
Die Heftigkeit in ihrer Stimme ließ ihn leise lachen. „Du hättest vielleicht gut daran getan, deine Schwestern und ihre Freunde heimlich zu beobachten. Oder bei Freundinnen mit älteren Brüdern durch ein Schlüsselloch ins Bad zu schauen. Aber ich versichere dir, dass ich ganz normal bin.“
Sie sah ihm in die Augen. „Dann sollten wir es wohl wirklich versuchen.“
„Ich verspreche dir, vorsichtig zu sein.“ Er legte sich neben sie und schob sie dann so zurecht, dass seine Männlichkeit durch ihre feuchten Schamlippen streichen konnte. Mit der Spitze seines Gliedes stupste er gegen ihren Lustpunkt, reizte ihn, zog sich dann wieder davon zurück und strich über die enge Öffnung.
Narcissa stöhnte leise und hob ihm ihr Becken ein Stück entgegen. In ihr brannte ein Feuer, das nach Erlösung schrie und instinktiv wusste sie, dass nur Lucius in der Lage war, ihr diese Erlösung zu schenken.
Er fuhr fort, sie zu reizen. Sie wand sich unter ihm. Ein kleines Stück drang er in sie ein, schob sich dann langsam und vorsichtig tiefer in sie.
Unwillkürlich wollte Narcissa sich dem Fremdkörper entziehen, der sich unaufhaltsam in sie schob und sie dehnte. Aber da war etwas, ein Pulsieren, wie eben, aber doch anders. Stärker. Intensiver. Sie spürte, wie ihr Körper sich ihm anpasste.
Er hielt kurz inne, gab ihr Gelegenheit, sich an ihn zu gewöhnen. Dann tauchte er weiter in sie ein. Als er ihr Jungfernhäutchen durchstieß, weiteten sich ihre Augen und die Finger, die auf seiner Schulter lagen, verkrampften sich.
„Es ist alles gut“, flüsterte er, „entspann dich.“
Narcissa lächelte zu ihm hoch. Sie hatte nur einen Stich gespürt, zu gering, um wirklich als Schmerz durchgehen zu können. Es war mehr die Erkenntnis gewesen, ihn nun vollständig in sich zu haben, die sie erschrecken ließ.
Behutsam begann er sich zu bewegen, sanft und langsam zuerst und als er spürte, wie sie seinen Rhythmus aufnahm, wurde er kühner. Er richtete sich über ihr auf, so dass er zwischen sie greifen und ihren Punkt zusätzlich mit der Hand reizen konnte. Seine eigene Erregung war bereits so weit fortgeschritten, dass seine Selbstbeherrschung an ihre Grenzen geriet.
Die doppelte Reizung schickte Narcissa nach wenigen Stößen über den Gipfel. Ihr Schoß zuckte unkontrolliert, sie warf den Kopf hin und her, die Augen geschlossen, den Mund leicht geöffnet und heisere Laute ausstoßend.
Lucius fühlte, wie sich seine eigene Erregung entlud und erschöpft sank er auf ihr zusammen, fing sein Gewicht mit den Ellbogen ab. Er wartete noch einen Moment, ehe er sich endgültig aus ihr zurückzog.
Erschöpft, aber mit glücklich strahlenden Augen lächelte sie ihn an. „Ich hätte nie gedacht, dass es so schön ist“, flüsterte sie.
Lucius zog sie an sich und sie kuschelte sich an seine Schulter. Sie war nun völlig entspannt, keine Furcht hinderte sie mehr daran, ihre Empfindungen zuzulassen. Zärtlich malten seine Finger Kreise auf ihren Schulterblättern. Er war erleichtert über ihre Reaktion. Nie zuvor hatte er mit einer dermaßen unerfahrenen Frau Sex gehabt. Seine bisherigen Gespielinnen waren Frauen, die über Erfahrungen und Lust am Experimentieren verfügten, keine verschüchterten Jungfrauen. Aber es war reizvoll gewesen, Narcissa in die Welt der körperlichen Liebe einzuführen. Und hatte ihm selbst mehr Spaß gemacht, als er anfangs vermutet hatte. „So wird es immer sein“, versprach er und drückte einen Kuss auf ihre Schläfe.
„Wann können wir es wieder tun?“, fragte sie.
Lucius lachte leise. „Gönn mir einige Minuten Erholung.“
„Solange du brauchst.“ Sie küsste ihn. „Danke.“
„Nicht doch. Ich habe schließlich nur meine Pflicht als dein Ehemann getan“, neckte er sie augenzwinkernd.
„Nein, das war viel mehr“, antwortete sie ernst. „Du warst sanft und geduldig, hast mich nicht angelogen und mir die Angst genommen.“
Das Vertrauen, das ihm aus ihren blauen Augen entgegen leuchtete, berührte sein Herz. Es war noch viel zu früh, um von Liebe sprechen zu können, aber sehr große Sympathie empfand er schon jetzt für diese zarte, wunderschöne Frau, die sich trotz ihrer Furcht in seine Hände begeben hatte. „Ich bin dein Ehemann und genauso, wie du versprochen hast, mir treu zur Seite zu stehen, gilt das auch für mich. Ich werde dich immer beschützen, auf dich aufpassen. Du wirst versorgt sein, was auch immer geschehen wird.“
Narcissa begriff, dass er nun nicht mehr von Sex, sondern von seinem Leben als Herr über Malfoy Manor und Todesser redete. Sie berührte die Tätowierung an seinem Unterarm. „Was auch immer geschieht, ich werde zu dir stehen.“
Lucius nahm ihre Hand, führte sie an seinen Mund und hauchte einen Kuss auf ihre Finger. „Unser Leben wird nicht immer einfach sein und ganz sicher nicht ungefährlich. Aber ich werde für dich da sein.“
Narcissa schmiegte sich enger an ihn. Sie fand es schön, einfach nur von ihm gehalten zu werden, ohne ein Wort. Jegliche Furcht war verflogen, weggewischt von seinen zärtlichen Händen und Lippen. Auffordernd bewegte sie ihren Schoß gegen ihn.
Lucius schob ein Bein zwischen ihre Schenkel, um ihr Gelegenheit zu geben, sich an ihm zu reiben. Sie sah, dass er bereits fast steif war. Zuerst noch zögernd, dann kühner streckte sie eine Hand nach seinem Glied aus. Ihn zu berühren war ungewohnt, aber in keiner Weise peinlich. Instinktiv wusste sie, dass sie ihn nicht zu feste anpacken, nicht kneifen oder zwicken durfte.
„Genug“, stöhnte Lucius schließlich und fing ihre Hand ab, bevor sie zu Ende bringen konnte, was ihre geschickten Finger begonnen hatten. Er schob sich über sie und drang mit einer fließenden Bewegung in sie ein.
Diesmal gab es keinen Widerstand, keine geheime Furcht. Narcissa konnte hemmungslos genießen. Und das mit dem wunderbaren Wissen, dass dies erst der Anfang vieler so wunderbarer Nächte war.
Ende
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