
von Schneeflocke
Eine eisige KÀlte empfing Severus, als er kurz nach Travers auf einer Lichtung apparierte, die inmitten eines dichten Waldes lag. Licht spendete allein das lodernde Feuer nur wenige Schritte von ihm entfernt, um welches herum zahlreiche Gestalten in schwarzen UmhÀngen und seltsamen Masken standen, die mit keiner Regung andeuteten, dass sie die Ankunft von ihm und Travers irgendwie mitbekommen hÀtten. Stumm und unbewegt standen sie um das Feuer herum, drehten weder den Kopf, noch bewegten sie sich in irgendeiner anderen Weise.
Severus schauderte. Rasch flog sein Blick zu Travers, dessen Miene allerdings lediglich tiefe Selbstzufriedenheit zeigte. âKomm schon Snapeâ, kam es dann leise von diesem, woraufhin seine Hand sich um Severusâ Arm legte und sie gemeinsam auf den Menschenkreis um das Feuer zusteuerten. Erst jetzt kam Leben in diese Menschen, sie öffneten den Kreis indem einige von ihnen ein StĂŒck zurĂŒck traten und es Travers und Snape somit ermöglichten nĂ€her an das Feuer heran zu treten.
Kaum stand Severus umringt von diesen MĂ€nnern neben das Feuer, eingeschlossen, bemĂ€chtigte sich seiner ein ungutes GefĂŒhl, schrie alles in ihm danach zurĂŒck zu gehen, zu fliehen, einfach hier wegzukommen. Doch er konnte nicht. Seine Beine wollten ihm nicht gehorchen. Seine Gedanken ĂŒberschlugen sich förmlich in seinem Kopf, als ihm bewusst wurde wo er hier war und was er im Begriff war zu tun. Doch wieder schob sich dieses Bild von Lily und Potter vor sein inneres Auge, verdrĂ€ngte dumpfe Wut, EnttĂ€uschung und Schmerz dieses dumpfe GefĂŒhl in seinem Magen.
Ein Raunen ging durch die Menge, als mit einem Mal ein schwarzer Schatten sich ĂŒber die Gruppe legte, der immer nĂ€her kam und mit einem Mal eine menschliche Gestalt aus diesem Schatten trat. Severus Herz begann unkontrolliert zu pochen. Voldemort. Er hatte ihn kennen gelernt, vor einigen Monaten als er bei Travers am Wochenende zu Besuch war. Albus hatte nicht gewollt, dass er dort hingeht, aber Severus hatte sich heimlich aus dem SchloĂ gestohlen, fand es fast aufregend sich dem alten Direktor einmal zu widersetzen, zu tun was er wollte. Doch seine Begegnung mit Voldemort hatte ihn ĂŒberzeugt, dass er besser auf Albus gehört hĂ€tte und jetzt, jetzt wurde ihm dies erst restlich mit aller Deutlichkeit klar, als er Voldemorts Stimme hörte, die sich an Travers wandte.
âIch bin sehr zufrieden Alexander Travers⊠du hast den Auftrag also erfĂŒllt, du kannst dir meines Dankes sicher sein!â
Severusâ Blick ging zu Alex, der nur zufrieden grinste, ihn aber keines Blickes wĂŒrdigte. Sein Magen verkrampfte sich. Seit Wochen hatte Travers ihm in den Ohren gelegen, dass es nichts besseres geben konnte fĂŒr einen Slytherin als sich dem Dunklen Lord anzuschlieĂen, dass er - Severus - doch die Vorteile sehen mĂŒsse, dass es fast seine Pflicht war an der Seite des Dunklen Lords fĂŒr die Reinheit des Blutes zu sorgen. Gegen Schlamm- und HalbblĂŒter zu kĂ€mpfen.
Er hatte von all dem nichts hören wollen. Hatte abgeblockt, sobald Alexander auch nur das Thema angeschnitten hatte. Doch es hatte nichts genutzt. Wochenlang hatte er sich widersetzt und das alles nur, um jetzt am Ende doch hier zu stehen. Severus sah sich hastig um. Nein, es gab keinen Weg mehr zurĂŒck. Er hĂ€tte vielleicht versuchen können zu fliehen, den Menschenkreis durchbrechen können. Doch wie weit wĂ€re er gekommen? FĂŒnf Meter, zehn?
âMein kleiner Severus⊠bist du also einsichtig geworden und schlieĂt dich mir anâŠâ, hörte er Voldemort wieder sprechen und fĂŒhlte, wie sein Körper leicht erzitterte. Nein, er wollte sich ihm sicher nicht anschlieĂen. Nichts wollte er weniger als sich diesen Menschen anzuschlieĂen. Nichts wollte er weniger als Albus so zu enttĂ€uschen. Doch die einzige Alternative die er hatte, war der Tod. Dessen war er sich bewusst, als er nun den Blick hob und Voldemort in die Augen sah. Er wĂŒrde ihn töten, ohne zu zögern, so wie er es unzĂ€hlige Male zuvor getan hatte.
âJa Mein LordâŠâ, brachte er so leise ĂŒber die Lippen, schloĂ die Augen, als wĂŒrde all das weniger real sein, wenn er es nur nicht wirklich mit ansehen muĂte. Neben sich hörte er Stoff rascheln, was ihn dazu verleitete, die Augen nun doch wieder zu öffnen und zu beobachten, wie Travers den Stoff seines Ărmels nach hinten schob und so seinen linken Unterarm entblöĂte.
Zufrieden nickte der Lord auf Severus Worte und zog seinen Zauberstab bedĂ€chtig aus dem Ărmel seines Umhangs, um diesen zu erheben und zuerst auf Travers zuzugehen. Nur kurz berĂŒhrte er mit der Spitze seines Zauberstabs dessen Unterarm, sprach den Zauber und sofort konnte Severus sehen, wie sich Travers Haut zu verĂ€ndern begann. Nur Sekunden spĂ€ter prangte das Dunkle Mal auf Travers Unterarm. Severus schloĂ erneut die Augen. Nur einen Moment, nur ein kurzes Durchatmen, ehe er selbst damit begann seinen linken Ărmel nach oben zu schieben, sein Herz dabei immer schneller schlug. Nun stand Voldemort vor ihm, hob seinen Zauberstab und berĂŒhrte Severusâ Unterarm in dem Moment, in dem dieser erneut die Augen schloĂ. âEs tut mir leid Albus, es tut mir leidâŠâ
Im selben Moment, indem er den brennenden Schmerz spĂŒrte, den das Dunkle Mal verursachte, als es sich in seine Haut brannte, hörte Severus ein leises, dumpfes, fast hysterisch klingendes Lachen, das von Voldemort aus kam. âIch habe gewonnen Albus Dumbledore, Severus Snape gehört mirâŠâ
sssSSSssss
âWelch ein schönes Paar!â
Albus hob den Kopf von seinem reichlich mit Kuchen gefĂŒllten Teller, um auf Minervas Worte hin den Blick der Medi-Hexe zu suchen. âDie Halle wimmelt vor schönen Paaren Minerva!â, schmunzelte er leise, um dann dem Blick seiner Stellvertreterin zum Eingang der GroĂen Halle zu lenken.
âJames Potter und Lily Evans Albus!â, hörte er Minervas Stimme in dem Moment, in dem er die beiden Schulsprecher selbst in den Raum kommen sah. Schnell wechselte er einen Blick mit der Medi-Hexe, doch Poppy schien ebenso verwundert wie er selbst. Hatte Severus ihnen beiden doch gestern erst erzĂ€hlt, er wĂŒrde mit Lily Evans auf den Ball gehen.
Albus Augen suchten die Halle ab, doch sie konnten Severus nicht finden. Von einer inneren Unruhe getrieben erhob sich der alte Direktor langsam, bemĂŒht darum, ruhig zu wirken entschuldigte er sich bei dem Rest des Kollegiums am Lehrertisch, um dann diesen zu verlassen und kurz darauf auch die GroĂe Halle.
Sie suchten ihn den Rest des Abends. Geister, Portraits, Albus, Poppy, Slughorn. Doch am spĂ€ten Abend muĂten sie feststellen, dass Severus Snape sich nicht mehr in Hogwarts befand. MĂŒde, fast in sich gesunken saĂ Dumbledore auf dem Sessel vor dem Kamin seines BĂŒros. Er war weg. Severus war weg. Ohne ein Wort, ohne jedes Anzeichen⊠Tief durchatmend stand der alte Direktor auf, trat ans Fenster und öffnete dieses, um ein wenig der kĂŒhlen, frischen Nachtluft einzuatmen, wĂ€hrend der Schmerz in seinem Inneren sich immer weiter in sein Herz fraĂ, ihm fast die Luft zum Atmen nahm. Er hatte versagt. Er hatte an Severus versagt, hatte es nicht geschafft, ihn vor den FĂ€ngen Voldemorts zu bewahren, wenngleich er um die Gefahr wusste. Immer gewuĂt hatte. Er hatte versagt.
Gerade als der Direktor das Fenster wieder schlieĂen wollte, sah er ein leichtes, gleiĂendes Licht, das langsam nĂ€her kam, direkt auf das Fenster des Direktors zusteuerte. Dumbledore keuchte leise auf. Der Drache, Severusâ Patronus, verweilte fĂŒr einen Moment vor seinem Fenster, schien ihm zuzunicken, ehe er sich wieder abwandte und kurz darauf wieder in der Dunkelheit verschwand. âEr lebtâŠâ, stellte Dumbledore erleichtert fest und atmete tief durch. âEr lebt⊠er wird zurĂŒck finden⊠irgendwannâŠâ
Ende
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Hier endet also diese FF so, wie sie nun einmal enden muĂte. Wen es interessiert, wie es weiter geht, das könnt ihr in âKampf im Dunkelnâ nachlesen. Diese FF spielt einige Jahre nach den hier beschriebenen Ereignissen. Ăber abschlieĂende Meinungen wĂŒrde ich mich natĂŒrlich sehr freuen
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