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Fanfiction

Never Ending Hope - Kapitel 11 - ...und sein unwissendes Opfer / Hoffnung

von jassi.weasley

Selbst Sirius schaffte es, in dieser Nacht noch ein wenig Schlaf zu finden.
Am nÀchsten Morgen gegen zehn Uhr gingen Leonie, Lizzy und Océane gerade die Treppe zum Gemeinschaftraum runter, als Sirius und Mike diesen verlassen wollten.
„Hey!“, rief OcĂ©ane und die Jungs heilten inne und drehten sich um.
Mikes Gesicht hellte sich augenblicklich ein wenig auf, als er bemerkte, dass Lizzys Blick auf ihn gerichtet war.
Hoffnung war eben nicht so leicht zu vertreiben und auch in Mike war ein FĂŒnckchen geblieben. Wenigstens ein kleiner, dass Lizzy ihn vielleicht doch nicht verachtete.
Lizzy hingegen drehte den Kopf in die andere Richtung und sah aus dem Fenster, als ihr bewusst wurde, dass Mike ihren Blick bemerkt hatte.
In ihrem Kopf schwirrte noch immer die Erinnerung an den Raum der WĂŒnsche.
Das Bild von Mike.
Es verdunkelte.
Mike mit Nathalie.
Mike mit Stephanie.
Mike mit Carole.
Ihr Herz wurde so schwer, dass sie dachte, jeden Moment mĂŒsse die Treppe unter ihr zusammenkrachen. Sie war nicht, wie die anderen MĂ€dchen und lieber wĂŒrde sie jahrelang diesen Schmerz in ihrer Brustgegend ertragen, als sich als `eine von Mikes Freundinnen` abstempeln zu lassen.
Sirius lĂ€chelte OcĂ©ane an. „Wollt ihr auch grade zum FrĂŒhstĂŒck?“
Océane wechselte mit Leonie und Lizzy einen kurzen Blick und nickte Sirius zu.

So machten sie sich, wie nur einige Stunden zuvor, auf den Weg in die Grosse Halle.
Mike, der mit Océane voraus ging, drehte sich in regelmÀssigen AbstÀnden zu Lizzy um, die diese kleinen Aufmerksamkeiten jedoch fortwÀhrend ignorierte und sich auf ihr GesprÀch mit Leonie konzentrierte.
„Dreh dich doch nicht andauernd um! Ich rede mit dir“, lachte OcĂ©ane und kniff Mike leicht in den Oberarm.
Sofort richtete er seinen Blick wieder auf den Teppich vor ihnen. „Au!“
„Seit wann bist du so wehleidig?“
Mike hob seinen Kopf und sah ihr mit mitleiderregendem Gesichtsausdruck ins Gesicht.
„Endlich kapiert, dass du in sie verknallt bist?“
Zuerst sah Mike sie mit grossen Augen an und der Mund klappte ihm auf, bis er sich wieder fing, und den Kopf heftig zu schĂŒtteln begann, „Wie kommst du darauf?“
„Ach komm, Mike. Das ist doch offensichtlich!“
Betreten ließ er den Kopf hĂ€ngen, offenbar von seiner eigenen schauspielerischen Leistung enttĂ€uscht. Was ihn jedoch am Meisten ĂŒberrascht hatte, war die Tatsache, dass OcĂ©ane ihn nach so kurzer Zeit, schon so gut zu kennen schien. Das ließ er sich allerdings nicht anmerken.
„Du machst mir Angst
 Hast du eine eingebaute Antenne fĂŒr GefĂŒhle, oder so was?“, fragte Mike und warf OcĂ©ane mit gerunzelter Stirn einen skeptischen Blick zu.
OcĂ©ane lachte laut auf und schĂŒttelte amĂŒsiert den Kopf.
„Ich sehe nur die Zeichen, das ist alles.“, dabei machte sie eine kleine Geste mit der Hand, die Mike dazu brachte, in der Bewegung inne zu halten.
Er stoppte augenblicklich das Lippenkauen, denn Océane schien es als Zeichen zu deuten.
„Was wĂ€re dann das fĂŒr ein Zeichen?“, er fuhr sich mit der Zunge ĂŒber die Oberlippe und schenkte ihr einen verfĂŒhrerischen Blick.
„Dass dir jemand einen Flirt-Kurs geben sollte“, antwortete OcĂ©ane mit ernster Stimme.
Es verlangte ihr jedoch ziemlich viel Selbstkontrolle ab, nicht laut loszulachen.
Das hatte sie von der ersten Sekunde an an Mike gemocht:
Er war witzig, brachte sie zum Lachen und ihre ganze Erscheinung schien ihn nicht so einzuschĂŒchtern, wie die meisten anderen Jungs.
„Sie hasst mich“, murmelte Mike plötzlich und obwohl er keinen Namen genannt hatte, wusste OcĂ©ane gleich von wem er sprach.
„NatĂŒrlich nicht.“
„Wollen wir wetten?“
„Jederzeit.“
Mike sah ihr ĂŒberrascht in die Augen.
Irgendetwas sagte ihm, dass er sich auf OcĂ©anes GefĂŒhl verlassen könnte und doch war ihm das Risiko zu gross, so viel Hoffnung auf ihre Zeichen zu geben.
Was, wenn jede Hoffnung gnadenlos enttĂ€uscht wĂŒrde?
Er war es in keiner Weise gewohnt, um ein MĂ€dchen zu kĂ€mpfen und die GefĂŒhle, die er momentan fĂŒr Lizzy hegte, machten ihm selbst Angst und verunsicherten ihn in seinem Tun.
Wenn sie wie jedes andere MĂ€dchen wĂ€re, wĂŒrden ihm die AnnĂ€herungsversuche leicht fallen und falls sie diese abweisen wĂŒrde
 Ja und?
Aber sie war nicht wie jedes andere MĂ€dchen.
Eine Abweisung wĂŒrde ihn
 zu sehr verletzen?
Bei diesem Gedanken atmete er laut aus, denn wann hatte ihn ein weibliches Wesen – ausser seine Mutter vielleicht – genĂŒgend interessiert, dass ihre Abweisung ihn traurig machte?
Er hörte ihr leises Lachen hinter sich und sah ihren reservierten Blick vor Augen und er zwang seine Gedanken zurĂŒck zu seinem GesprĂ€ch mit OcĂ©ane.
„Wenn ich gewinne, musst du einen Tag lang im Super-Mini-Rock herumlaufen.“
Beim Sprechen streckte er ihr die rechte Hand entgegen.
Océane sah ihn einige Sekunden entgeistert an, nahm die Hand jedoch grinsend.
„Wenn ich gewinne, du auch.“
Bei Mikes Blick konnte OcĂ©ane nicht anders, als laut loszulachen und es dauerte keine fĂŒnf Sekunden und die anderen hatten sich um sie versammelt.
Leonie hakte sich bei OcĂ©ane unter. „Was war so lustig?“
Mikes warnender Blick hielt sie jedoch davon ab, auf die Fage zu antworten.
„Ich hab ihr nur erzĂ€hlt, wie ich damals als Kind unabsichtlich die Hose meines Cousins durchsichtig gezaubert habe“, sagte Mike schnell und als die Anderen lachten, atmete er erleichtert aus.

Sie nahmen gerade die letzte Treppe in Angriff, als Leonie Julien Hart um die Ecke kommen sah.
Hoch erhobenen Kopfes, ausnahmsweise nicht in Begleitung seines Fan-Clubs ging er mit großen Schritten auf die Grosse Halle zu.
Als er an der RitterrĂŒstung vorbeilief geschahen drei Sachen gleichzeitig:
Julien drehte seinen Kopf ein wenig in ihre Richtung und blickte ihr eine hundertstel Sekunde lang in die Augen.
Ein ziemlich kleiner Junge – es war wohl ein ErstklĂ€ssler -, der hinter Julien ging, rief „Neeein!“ und die RitterrĂŒstung machte eine sehr schnelle Bewegung mit dem Bein, so dass Julien darĂŒber stolperte.
Als ob diese kleine Aufmerksamkeit noch nicht genug gewesen wĂ€re, erschien im gleichen Augenblick eine schmutzige PfĂŒtze, natĂŒrlich genau da, wo Julien hinfiel.
„Verdammt!“
Sein Wutschrei hallte durch den ganzen Eingangsbereich, der ErstklĂ€ssler, der ihn vergeblich hatte warnen wollen, wich Ă€ngstlich zurĂŒck und ĂŒberraschenderweise sprang ausgerechnet Leonie – immer mehrere Treppenstufen auf einmal nehmen – zu ihm runter.
Sie hÀtte selber in dieser Sekunde nicht erklÀren können, warum sie sich entschieden hatte, ihm zu helfen.
Es hatten wohl mehrere Faktoren zu dieser Tat gefĂŒhrt: Ihre gute Erziehung, ihre Hilfsbereitschaft, die Überraschung und sein Blick.
Ein wenig unsicher streckte sie ihm ihre Hand entgegen. „Hast du dich verletzt?“
Julien drehte seinen Kopf ein wenig in die Richtung, aus der ihre Stimme gekommen war, hob ihn jedoch nicht.
Sie so von unten anzusehen, als ob sie ĂŒber ihm stehen wĂŒrde, war das Letzte, was er jetzt wollte.
Das wĂ€re die absolute DemĂŒtigung gewesen.
Was machte sie eigentlich hier? War sie nicht mit ihren tollen Freunden beschÀftigt?
Mit Lachen, Spielen, AmĂŒsieren – oder was die Gryffindors sonst noch so taten.
Langsam hob er seinen Oberkörper an, stĂŒtzte sich mit der rechten Hand ab und hob die linke, um sich den Schlamm aus dem Gesicht zu wischen.
Eine hoffnungslose Tat, denn auch seine HĂ€nde trieften ebenfalls vor Schlamm und diese Geste fĂŒhrte nur dazu, dass er ihm nun auch in den Haaren hing.
Genervt atmete er aus, rappelte sich hoch und stellte sich Leonie gegenĂŒber.
Ein paar vorbeigehende Slytherins waren stehen geblieben und beobachtete gespannt das Geschehen.
„Auf deine Hilfe kann ich verzichten!“
Seine Augen waren kalt und durchborten sie förmlich, so dass sie fast einen Schritt zurĂŒckgewichen wĂ€re. Wie konnten in einem Menschen so gegensĂ€tzliche GefĂŒhle stecken?
In den gleichen Augen war noch am Tag zuvor so viel Schmerz zu sehen gewesen und jetzt sprĂŒhte ihr der Hass förmlich entgegen.
Oder hatte sie sich den Blick doch nur eingebildet?
Ohne sie weiter zu beachten, drehte er sich in einer blitzschnellen Bewegung um und eilte Richtung Kerker davon.
Bevor Leonie sich wieder fassen konnte, standen ihre Freunde neben ihr.
„Was hast du dir blos gedacht?“, fragte Lizzy mit unglĂ€ubigem Ton in der Stimme.
Sie sah Julien, der gerade um die nĂ€chste Ecke bog, hinterher und schĂŒttelte genervt den Kopf.
„Wenn ich das bloss wĂŒsste.“
Sirius kannte seine Cousine genug, um zu wissen, dass ihr die Situation unangenehm war. Er tauschte einen Blick mit Océane, die offensichtlich gleicher Ansicht war und hakte sich dann bei Leonie unter, um sie zum Weitergehen zu bewegen.
„Wir sollten erst mal FrĂŒhstĂŒcken.“

„Jetzt wissen wir, was Alec gestern Nacht getrieben hat“, murmelte Mike mit verschwörerischer Stimme, kaum dass sie mit voll beladenen Tellern am Gryffindor-Tisch saßen.
Lizzy, die neben ihm war, sah mit undefinierbarem Gesichtsausdruck auf den Korb mit Brötchen und ignorierte die Tatsache, dass Mike ihr viel nÀher als eigentlich nötig war.
GlĂŒcklicherweise konnte niemand ihr Herz hören, das fĂŒr ihre VerhĂ€ltnisse viel zu heftig schlug.
Sie stellte sich vor, wie sie ihren Kopf gegen seine Schulter sinken ließ und er den Arm um sie legte, um dann so laut, dass jeder in der Grossen Halle es hören konnte, zu verkĂŒnden, dass er nur sie liebe und keine andere mehr auch nur die geringste Chance bei ihm hĂ€tte.
Sirius’ Worte rissen sie grob aus ihren TagtrĂ€umen.
„Entweder hat Julien wirklich etwas Schlimmes gemacht, oder Alec ist einfach nur ein Idiot.“
„Julien hat ganz bestimmt irgendetwas gemacht. Aber das muss die zweite Möglichkeit nicht ausschließen“, bemerkte Mike, der mit einem Brötchen hantierte und einen nach dem anderen ansah.
Sein Blick blieb an Lizzy hĂ€ngen, die noch immer vertrĂ€umt auf den Brotkorb starrte, „Möchtest du etwas essen?“
Seine Stimme war fast zÀrtlich und ein wenig besorgt.
Das Brötchen, mit dem er kurz zuvor wild herumgefuchtelt hatte, hielt er ihr nun zögernd entgegen.
Alle Augen waren auf Lizzy gerichtet, als sie langsam den Kopf hob und unwillkĂŒrlich in Mikes warme Augen sah, aus denen er sie musterte.
Jeder Einzelne, der um sie herum saß, spĂŒrte die Spannung zwischen den Beiden.
Ein paar Sekunden – die ihnen allen viel lĂ€nger erschien – sahen sie sich in die Augen.
Mike liess wie in Zeitlupe die Hand mit dem Brötchen sinken, OcĂ©ane kniff ihre Lippen zusammen um gespannt die Luft anzuhalten, Leonie beobachtete die ganze Szene mit ĂŒberraschtem und doch erfreutem Gesichtsausdruck, Sirius warf einen Seiteblick auf OcĂ©ane, grinste und richtete seine Aufmerksamkeit dann wieder auf Lizzy und Mike, die sich ansahen, als hĂ€tten sie alle Leute um sich herum vergessen.
Mike hatte gerade genĂŒgend Mut gesammelt um seine freie Hand zu heben, mit der er Lizzy leicht ĂŒber die Wange streichen wollte, als sie ihren Blick abwandte und nach dem Brötchen griff.
„Danke.“, sagte sie mit krĂ€chzender Stimme und biss hinein.
Man hörte deutlich, wie Sirius seufzte.
Océanes Blick jedoch war auf Mike gerichtet, der mit leeren Augen auf Lizzys Ohr starrte.
„Ich könnte ein wenig frische Luft gebrauchen. Kommst du mit, Mike?“
Keine Regung.
„Mike?“
Erst jetzt registrierte er, dass jemand mit ihm sprach und riss den Kopf herum.
Océane war schon aufgestanden und sah Mike mit fragendem Blick an, der abwesend nickte und sich mit nevösen Bewegungen erhob.


°~°~°~°~°~°~°~°

Als OcĂ©ane und Mike aus dem Portal traten, trafen sie nicht nur die Sonnenstrahlen, sondern auch einige eifersĂŒchtige Blicke ihrer MitschĂŒler.
Mike atmete tief ein und ließ den Kopf in den Nacken fallen, wĂ€hrend OcĂ©ane ihn sachte am Ärmel Richtung See zog.
„Das war brutal!“, seufzte Mike und liess den Kopf niedergeschlagen auf die Brust sinken.
OcĂ©ane griff an sein Kinn und hob ihn wieder hoch. „Was wĂ€re schon ein Leben ohne Niederlagen?“
„Bis jetzt war mein Leben auch ganz gut ohne.“
Océane lÀchelte und setzte sich auf einen Stein, ein wenig abseits des Portals.
„Ich gebe es ungerne zu, aber es tut weh“, sagte Mike mit leiser Stimme, als er sich neben sie setzte. Er liess den Kopf in die HĂ€nde sinken und sein Blick wanderte zum See, dessen OberflĂ€che durch die Sonnenstrahlen zum Glitzern gebracht wurde.
Nachdenklich betrachtete er diesen so alltÀglichen und doch wunderschönen Effekt und fragte sich, warum es ihm nie zuvor aufgefallen war.
„Das glaube ich dir“, murmelte OcĂ©ane und folgte seinem Blick.
Beide sahen sie auf den dunklen See, verborgen von neugierigen und eifersĂŒchtigen Blicken und hingen ihren eigenen Gedanken nach, bis OcĂ©ane Mike ihr Gesicht zuwandte.
„Sie hat Angst.“
Mike sah ihr erstaunt in die strahlend blauen Augen und runzelte die Stirn, „Vor mir?“
Ein kleines LĂ€cheln huschte ĂŒber ihre Lippen, als sie ihn ansah.
Lizzy hatte ihn mit ihrem Verhalten wirklich verletzt und weil es fĂŒr ihn das erste Mal war, dass er abgewiesen wurde, war der Schwerz noch intensiver.
„Davor, entĂ€uscht zu werden, denke ich
“
Ihr Blick wurde nun von einem Vogel angezogen, der wenige Meter vor ihnen landete, und in den Grashalmen herumpickte.
„Wa
“, begann Mike, verstummte dann aber, um sein Gesicht in den HĂ€nden zu vergraben.
Océane sah zu ihm, weil er zu sprechen aufgehört hatte.
„Was ist los?“, fragte sie mit ruhiger Stimme und sah zu, wie er sich mit den HĂ€nden durch sein blondes Haar fuhr.
„Wie sollte sie glauben, dass ich es ernst meine? Wie?“, rief er plötzlich mit mutloser Stimme und hob den Kopf um OcĂ©ane anzusehen. „Wo ich ihr und der ganzen Schule jeden Monat eine neue Freundin prĂ€sentiert habe? Und damit auch noch angeben wollte?“
Ohne Hoffnung ließ der den Kopf wieder in die HĂ€nde sinken.
Océane griff in sein Haar und zog auf diese schmerzhafte Weise seinen Kopf wieder hoch, bis er schmerzend aufstöhte und ihr in die Augen sah.
„Und jetzt? Gibst du auf? Mehr ist sie dir nicht wert?“
Genervt hob er seine Hand, umfasste ihr zierliches Handgelenk und legte ihr die Hand in den Schoss.
„Wer hat was von aufgeben gesagt?“, grinste er. „Man darf doch wohl einige Sekunden in der Hoffnungslosigkeit versinken.“
„Solange du wieder auftauchst
“
„Da kannst du dich drauf verlassen!“, Mike legte seinen rechten Arm um OcĂ©anes Schulter und zog sie kurz an sich, „Danke
 Ich meine, es ist gut, mal eine weibliche Freundin zu haben
 Ähm, eine Kollegin, mein ich.“
„Ungewohntes Wort, oder?“, meinte OcĂ©ane zwinkernd.
Mike nickte lachend und sah dann kurz in den Himmel.
„Weißt du, fĂŒr mich ist es auch schön; Mal ein Typ, der in meiner Gegenwart ein Wort rausbringt“, lachte OcĂ©ane und legte ihren Kopf an seine Schulter.
„Meinst du wirklich, dass es etwas bringt, hatnĂ€ckig zu sein? Nicht, dass ich ihr nur auf die Nerven gehe
 Das will ich ja auch nicht.“
„Ich wĂŒrde sagen, spĂ€testens in drei Monaten darfst du dich einen Tag lang wie eine Frau fĂŒhlen.“
Mike keuchte auf, als er sich an ihre Wette erinnerte, „Du bist echt knallhart.“, er verzog das Gesicht und OcĂ©ane lachte laut auf.
In dem Moment traten Sirius und Lizzy aus dem Portal.
Ihr Blick fiel auf die Beiden; Océanes Kopf lag noch immer an Mikes Schulter und sie lachten beide.
Lizzy sagte irgendetwas zu Sirius, dass weder OcĂ©ane noch Mike hören konnten und ging mit grossen Schritten zurĂŒck ins Schloss.
OcĂ©ane hob den Kopf, „Scheisse!“

°~°~°~°~°~°~°~°

„Lizzy! Bist du bescheuert, oder so?“, flĂŒsterte Leonie in aufgeregtem Ton, als Mike und OcĂ©ane genug Abstand hatten, dass sie sie nicht mehr hören konnten.
Lizzy sah ihre Freundin gespielt ĂŒberrascht an und kaute auf ihrer Unterlippe herum.
„Was meinst du?“
„Er wollte dich kĂŒssen! Mike Stanley! Ich hab’s gesehen, du wolltest es auch
 Du hast ihn so angesehen
 So wie du eben einen Typen ansiehst, wenn du in ihn verknallt bist!“
Sirius hatte freundlicherweise ein GesprÀch mit seinem Tischnachbarn angefangen, dass es den Eindruck machte, er höre nicht zu.
Mit hecktischen Bewegungen erhob sie sich und ging um den Tisch, um sich neben Lizzy zu setzen.
„Ich hab’s erst eben kappiert, Lizzy
 Ich hĂ€tte es sehen sollen
 Es tut mir so leid! Deswegen warst du auch so niedergeschlagen!“
„Kannst du mal zehn Sekunden die Klappe halten?“, sagte Lizzy und sah ihre beste Freundin mit fragendem Blick an.
Diese nickte ein wenig betreten.
„Bist du ganz ehrlich, wenn ich dir eine Frage stelle? Aber wirklich ehrlich?“
Wieder kam ein zögerliches Nicken von Leonie.
„Liebst du Mike?“
Fassungslos riss Leonie die Augen auf und begann dann heftig den Kopf zu schĂŒtteln.
„Nein!“
„Das wollte ich nur wissen, bevor ich auf deine Frage antworte.“
Leonie hielt in der Bewegung inne und sah Lizzy gespannt an.
Diese seufzte ein Mal laut, bevor sie ihrer Freundin alles beichtete.
„Ich hab versucht die GefĂŒhle zu verdrĂ€ngen
 Aber es geht nicht, Leonie! Ich krieg Herzkopfen und werd ganz nervös, wenn er neben mir sitzt und dabei weiss ich, dass es der grösste Fehler meines Lebens ist!“
GequĂ€lt liess sie den Kopf auf ihre verschrĂ€nkten Arme sinken und Leonie strich ihr mit der Hand ganz sanft ĂŒber ihr schwarzes Haar.
„Lizzy
 Bist du blind? Mike versucht doch andauernd dir zu zeigen, dass er dich mag!“
Die Angesprochene hob den Kopf und sah Leonie in die Augen.
„Das ist wieder nur so ein Versuch! Ich will nicht eine Weitere auf seiner Liste sein!“
„Was, wenn er es diesmal ernst meint?“
„Pah! Ausgerechnet du sagst das! Weißt du nicht mehr; unsere Abmachung?“
„Manchmal Ă€ndern sich Menschen, oder sie zeigen nicht ihr ganzes Ich.“
Perplex sah Lizzy ihre Freundin an; Leonie war sonst nicht jemand, der so eine Aussage machte.
Doch es war nicht das erste Mal, dass Leonie sie heute ĂŒberraschte.
„Warum hast du heute eigentlich Julien helfen wollen? Der macht dich doch immer fertig!“, fragte sie. Diese Sache hatte sie wegen Mike ganz vergessen.
Leonie sah Lizzy, die so plötzlich das Thema gewechselt hatte, ĂŒberrascht an.
„Ich weiss nicht“, murmelte sie und biss sich auf die Unterlippe.
„War ganz schön peinlich, oder?“
„Ziemlich!“, lachte Lizzy und Sirius schien dies wohl fĂŒr den richtigen Moment zu halten, sich wieder am GesprĂ€ch zu beteiligen.
„Hat jemand von euch Lust, den Hufflepuffs beim Quidditchtraining zuzusehen?“
„Jetzt? Die haben jetzt Training?“, fragte Leonie.
„Hat vor zehn Minuten angefangen.“, bestĂ€tigte Sirius mit einem kurzen Blick auf seine Armbanduhr.
„Ich muss zu dieser doofen VertrauensschĂŒler-Besprechung! Können wir nicht wechseln? Ich geh dann nĂ€chste Woche fĂŒr dich?“
Lachend schĂŒttelte Sirius den Kopf. „Vergiss es!“
„Ach mann
“
„Dann komm ich mit“, meinte Lizzy lĂ€chelnd und erhob sich vom Tisch.
„Ja ja! Sowas nennt man Freundin! Dann viel Spass euch beiden!“
Schmollend liessen sie Leonie am Gryffindortisch zurĂŒck.
In der Eingangshalle trafen sie auf David, der die Treppe heruntergerannt kam.
„Gibt’s noch FrĂŒhstĂŒck? Ich musste unbedingt den Aufsatz fĂŒr KrĂ€uterkunde fertig schreiben
 War grad so drin
“
Lizzy rollte nur mit den Augen.
„Ja, hast GlĂŒck – Aber leiste doch Leonie ein wenig Gesellschaft; Sie ist einsam“, rief Sirius und die beiden traten lĂ€chelnd aus dem Portal.
„Hoffentlich bleibt das Wetter bis Dienstag so schön, dann wird das ein tolles Training.“
Lizzy nickte und schloss kurz die Augen.
Die Sonne strahlte und sie spĂŒrte, wie ihr Körper sich langsam aufwĂ€rmte.
Sie hatten gerade ein paar Schritte Richtung Quidditchfelt gemacht und Lizzy wollte Sirius auf den Sucher der Hufflepuffs aufmerksam machen, der sich ziemlich weit oben im blauen Himmel befand, als sie merkte, dass er vor sich hin starrte und sie folgte seinem Blick.
Es traf sie gleich doppelt, was sie sah, denn sie hatte Océane vertraut.
„Du verstehst, wenn ich lieber wieder reingehe?“, murmelte sie Sirius zu, drehte sich um und ging zurĂŒck ins Schloss.
Niemand sah, dass ihr die TrĂ€nen ĂŒber die Wangen liefen, als sie die Treppe hochrannte.
Warum hatte er eine kleine Flamme der Hoffnung in ihr entfacht, wenn er sie doch gleich wieder mit der FĂŒssen austreten wollte?


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Imelda Staunton