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Fanfiction

Wenn der Mond die Sonne berührt - Wiederfinden

von artis.magica

Wiederfinden

Hermine setzte sich auf und sah ihm verlegen entgegen. Er hatte den Kopf leicht zur Seite geneigt und ließ sie nicht einen Moment aus den Augen. Seine Miene war verschlossen, verriet nichts von den Gedanken oder Gefühlen, die ihn bewegten. Der Ausdruck seiner Augen war so dunkel und unergründlich, dass er sie unsicher werden ließ.
Er schwieg noch immer, so als würde er auf ein Wort von ihr warten. Doch Hermine war nicht fähig, auch nur ansatzweise einen vernünftigen Satz zu formulieren, ohne gleich wieder in Tränen auszubrechen. Sie wollte sich diese Blöße nicht geben, also schwieg sie genau so eisern wie er.
Und doch trieb sie die Angst, dass er ihr sagen könnte, sie müsste fort, wieder zurück oder gar sie solle sich Professor McGonagall anvertrauen, die sie aufsehen und seinen Blick suchen ließ.
Doch diesmal wich Severus aus. Er erhob sich und ging durch den Raum hin zu seinem Schreibtisch.
„Ich denke, du solltest dich erst einmal in Ordnung bringen“, sagte er leise und kam wieder zu ihr zurück. Er blieb vor ihr stehen und reichte ihr ihren Zauberstab.
Hermine griff nicht danach. Sie bewegte etwas anderes. Noch zögerte sie, doch dann hielt sie es nicht mehr aus, die Furcht vor seiner Ablehnung trieb sie an und sie fragte angstvoll: „Muss ich fort?“
Er ließ die Hand sinken und sah ihr offen ins Gesicht. Er schloss für einen Moment die Augen und schüttelte beschwichtigend den Kopf.
„Nein“, antwortete er, „du musst nicht fort.“
Die Erleichterung, die Hermine buchstäblich ins Gesicht geschrieben war überraschte ihn dann doch und dass sich ihre Augen mit Tränen füllten und sie leise zu schluchzen begann, verwirrte ihn nun vollends.
„Bei Merlin“, sagte er überfordert, „warum weinst du jetzt wieder. Ist es nicht genau das, was du wolltest?“
Hermine sah ihn vorwurfsvoll an.
„Ja“, rief sie ihm entgegen und verlor gänzlich die Fassung. Sie begann so herzzerreißend zu weinen, dass er keine Worte fand, sie zu beruhigen. Er seufzte auf, dann kam er zu ihr, setzte sich neben sie und sah ihr offen ins Gesicht.
Sein Blick beschämte sie. Aber so sehr sie es auch wollte, sie konnte sich nicht beruhigen. Sie zog sich die Decke über den Kopf und weinte.
Severus wartete geduldig.
Endlich ließ ihr Schluchzen nach und ihr völlig zerzauster Haarschopf tauchte wieder auf. Sie sah ihn mit verweinten Augen an. Er konnte ihre Verlegenheit deutlich spüren.
„Ich möchte, dass du mir jetzt ganz genau zuhörst, Hermine Granger“, sagte er mit einem Ton, der ihr nur zu gut aus seinem Unterricht bekannt war. Er hatte ihr so manches Mal leise Schauer über den Rücken gejagt, aus Angst, sie hätte irgend etwas vergessen oder falsch gemacht.
Doch jetzt war es anders. Es schwang ein besorgter Unterton mit, der sie aufhorchen ließ. Sie nickte stumm und wischte sich die Augen.
„Ich will, dass du redest“, begann er. „Ich will, dass du mir alles erzählst, was damals geschehen ist und von dem ich nichts weiß. Ich will nicht, dass du mich belügst und noch weniger will ich, dass du dich selbst belügst!
Hermine wischte sich mit dem Handrücken die Nase und blinzelte ihn an.
„Aber ich...“, versuchte sie zu erwidern.
„Und“, unterbrach er sie streng, „solltest du auch nur noch ein einziges Mal deine Selbstkontrolle verlieren, werde ich dich umgehend zu McGonagall zurückschicken!“
Sie sah ihm in die Augen und schüttelte ungläubig den Kopf.
„Wie kannst du so etwas von mir verlangen?“, fragte sie weinerlich und unterdrückte mühsam ein Schluchzen.
„Weil es der einzige Weg ist, dich aus deinem Selbstmitleid und deiner Selbstaufgabe herauszuholen!“
Hermine fuhr auf. Ein kleiner Funke ihres früheren Kampfgeistes kehrte zurück und schubste sie ein kleines Stück voran.
„Ich habe kein Selbstmitleid!“, rief sie trotzig und funkelte ihn verzweifelt an.
Er zog die Brauen hoch und lehnte sich zurück. In seinen Augen blitzte es auf.
„Habe ich nicht gerade gesagt, du sollst dich nicht belügen?“
Sie starrte ihn schweigend an. Der Funke schaffte es nicht ein Feuer zu entzünden, er leuchtete nur ganz kurz auf und verglomm sofort wieder. Erneut füllten sich ihre Augen mit Tränen, sie wollte es nicht, doch sie war momentan einfach nicht in der Lage, es zu verhindern.
„Ich kann nicht...“, sagte sie flehend.
„Doch, du kannst“, sagte er nachdrücklich und bohrte seinen Blick in ihre Augen.
Sie schüttelte heftig den Kopf. Noch einmal alles erleben, noch einmal sehen, noch einmal die Schmerzen erdulden, die grauenhaften Bilder, den Hass.
In diesem Augenblick wusste Severus genau, welche Gedanken sie überfielen. Unzählige Male hatten sie ihn selbst gepeinigt. Hatten ihn gefangengenommen, ihn nicht schlafen lassen, hatten ihn aufgetrieben und ihn des Nachts durch die Gänge streifen lassen. Immer wieder.
„Ich will es nicht...“, sie schluchzte auf. „Nicht noch einmal... Nie mehr!“
Sie schlug sich die Hände vors Gesicht und begann wieder zu weinen. Die gegenwärtige Situation schien ihr so ausweglos.
„Hättest du mich gehen lassen“, sagte sie verzweifelt.
Er zog die Brauen zusammen und gab resigniert auf. Im Moment konnte ihr kein noch so starkes Argument die Augen öffnen. Jetzt brauchte sie einfach nur Halt, jemanden der bei ihr war und sie stützte. Kein Reden, einfach nur da sein.
„Was für starke Worte“, flüsterte er, zog sie zu sich und nahm sie still in die Arme. Hermine schmiegte sich an ihn und weinte stumm.
Severus seufzte im Stillen auf. Es war mit einem Male alles so kompliziert. Ausgerechnet er, der nie Rücksicht hatte nehmen müssen, war dazu verurteilt worden, die größte Umsicht zu wahren. Er befürchtete, dass es ihm nicht immer gelingen würde. Dazu war er zu ungeduldig und wenn er es sich selbst eingestand, auch zu unerfahren. Beständig hatte er es abgelehnt, Emotionen zu zeigen, es erschien ihm als schwächlich ihnen nachzugeben. Wenn andere es taten, hatte er sich immer zurückgezogen. Doch jetzt konnte er sich nicht mehr entziehen, jetzt war er dazu verurteilt, diese Gefühle zu ertragen, sie zu teilen, sie aufzulösen und die Schmerzen zu lindern, die sie verursachten.
Er sah auf Hermine hinunter. Sie lag jetzt ganz still an seiner Brust. Sie vertraute ihm so vollkommen, dass es fast beängstigend war. Er war so etwas nicht gewohnt. Nie hatte er geglaubt, dass er jemandem das Gefühl vermitteln könnte, ein Schutz, eine Stütze zu sein. Er horchte in sich hinein und stellte verwundert fest, dass es ihn keineswegs unangenehm berührte, wenngleich er nicht sicher war, ob er mit der Situation so ohne Weiteres zurechtkommen würde. Die Lage war kompliziert, aber aussichtslos erschien sie ihm merkwürdigerweise nicht.
Er würde Hermine nicht drängen und doch war höchste Eile geboten, sie aus ihren schweren Gedanken zu reißen, sie wieder ins Leben zurückzustoßen. Ein paar Wochen noch und dann würde sie den Schutz und die Geborgenheit des Schlosses für immer verlassen. Da wäre kein Halt mehr, sie würde verloren gehen...
Severus zog bei diesem Gedanken die Brauen zusammen. Was war es, das er gerade fühlte? Ehrliche Sorge um ihr weiteres Wohlergehen, um ihre Zukunft nach Hogwarts?
Ein kleines sanftes Gefühl schlich sich in sein Herz. Als er es bewusst wahrgenommen hatte, schob er es empört von sich.
Sie saßen eine Weile ganz ruhig.
Kein Wort.
Wohltuende Stille umfing sie.
Sie lauschten beide. Nach und nach erwachte das Schloss und seine fröhliche Energie drang selbst bis zu ihnen vor. Und dennoch war es weit fort. Es berührte sie im Augenblick nicht.
Hermine hielt die Augen geschlossen. Ihre größte Angst war, allein gelassen zu werden, allein mit den quälenden Gedanken, mit ihren Erinnerungen, die sich unerbittlich in ihren Geist drängten und die sie so erfolglos niederzukämpfen versuchte. Kein noch so froher Lärm konnte sie locken, wieder in die Normalität zurückzufinden oder ihr auch nur den Weg dorthin weisen.
Sie lauschte seinem Herzschlag, seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig unter seinen ruhigen Atemzügen. Sie fühlte sich so unendlich geborgen.
Endlich richtete sie sich auf. Sie sah ihn nicht an, wohl aber spürte sie seinen Blick. Sie wischte sich die letzten Tränen aus den Augen und stellte die Füße auf den Boden.
„Ich denke es ist Zeit für einen Kaffee“, sagte er leise und erhob sich.
Mit einem kurzen Wink hatte er ein leichtes Frühstück gezaubert. Er reichte Hermine einen Becher Kaffee. Sie nahm ihn dankbar an und nippte daran. Die Wärme des Getränkes tat ihr gut. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr Magen in einer Weise knurrte, dass es fast schmerzte. Sie griff sich einen Toast und aß. Unter gesenkten Lidern nahm sie wahr, dass er sie aufmerksam musterte. Es war ihr unangenehm, es machte sie verlegen und sie ärgerte sich deshalb über sich selbst. Und doch getraute sie sich nicht, seinen Blick offen zu erwidern. Sie war zu beschämt.
Ihr kurzes Mahl war schnell beendet.
Severus erhob sich und endlich folgte ihm ihr Blick.
„Du kannst mein Badezimmer benutzen“, begann er und griff nach seinem Umhang. „Wenn du Kleider brauchst, rufe Dobby.“
Hermine nickte schüchtern und erhob sich ebenfalls.
„Und“, er hielt kurz inne und wartete bis sie ihn ansah. „Ich möchte nicht, dass du mein Quartier verlässt. Und lass die Finger von meinen Sachen!“
Sie schwieg getroffen. Blut schoss ihr ins Gesicht.
Er tat es schon wieder!
„Es war eine Bitte, Hermine, kein Befehl“, setzte er besänftigend hinzu als er sich selbst dabei erwischte.
Seine Worte nahmen ihr die Spannung und ließen sie ruhiger werden. Sie senkte die Lider.
„Ich werde nicht gehen“, flüsterte sie heiser.
Severus nickte leicht. „Hier“, er reichte ihr ein Taschentuch.
Hermine sah überrascht auf und nahm es zögernd an. Sie drehte es verlegen in den Händen.
„Für alle Fälle“, sagte er mit einem kaum merklichen Lächeln und ging.


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