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Fanfiction

Wenn der Mond die Sonne berührt - Verbergen

von artis.magica

Verbergen

Severus starrte noch lange auf die Tür, die sich leise hinter Minerva geschlossen hatte. Endlich rührte er sich. Er wandte sich um und ging wieder zurück ans Fenster. Versonnen sah er hinaus.
Ein Gefühl der Unbestimmtheit überfiel ihn. Er konnte es sich nicht erklären, denn eigentlich wusste er genau, was er wollte, hatte sich entschieden. Er hatte es Hermine gesagt und Minerva. Dass seine Kollegin mehr aus seinen Worten herausgelesen hatte als ihm lieb war, störte ihn jetzt genau genommen nicht mehr. Im Grunde genommen war er erleichtert. Hatte er bisher soviel in sich verborgen, hatte mit beständiger Unsicherheit gelebt und im ständigen Kampf mit seiner Umwelt, so genoss er jetzt die Harmonie und die Ruhe, die sich in ihm auszubreiten begann. Nicht dass ihn die Meinungen der anderen je etwas bedeuteten, sie waren ihm auch jetzt noch egal, doch beständig gegen Befangenheiten anzukämpfen war etwas, das auch ihm letzten Endes alle Kraft rauben würde. Er hatte es so lange getan, jetzt mochte er nicht mehr. Jetzt sehnte er sich nach innerem Frieden.
Severus schloss für einen Moment die Augen. Er hörte wieder Hermines Flüstern und ein Schauer überlief ihn. Er liebte sie und brachte es dennoch nicht fertig, es ihr zu sagen. Zu viele schmerzliche Erinnerungen stürmten auf ihn ein, jedes Mal, wenn er die Worte zu formulieren suchte. Er wusste, es war falsch, wenn er schwieg. Und er wusste, dass er sich von den Erinnerungen lösen musste, dass sie zu einem Leben gehörten, das er lange hinter sich gelassen hatte, und mit dem ihm nur noch dieses Mal auf seinem Arm verband, nichts weiter.
Warum gelang es ihm nicht? Waren die Erinnerungen an Lily so übermächtig, dass sie ihm keinen Frieden schenken konnten und kein neues Leben? Endlich ausbrechen aus dem selbst gewählten Gefängnis, er musste keine Angst davor haben...
Severus wiegte den Kopf.
Nein, sie hatte ihm nie wirklich gehört. Aus eigener Schuld, aus Stolz und Selbstüberschätzung hatte er das verloren, was er immer erträumt hatte. Damals... Und er hatte sich einst geschworen, nie mehr wieder in seinem Leben noch einmal den gleichen Fehler zu begehen. Und er hatte sich zurückgezogen, noch mehr als er es bisher getan hatte.
Ein warmer Wind fuhr ihm ins Gesicht, er atmete tief die reine Luft und öffnete die Augen.
Das Leben, in das er nun ging war anders, so neu. Er hatte die Hand, die ihm zaghaft und unsicher gereicht wurde, bereitwillig angenommen und sich ans Licht zurückleiten lassen. Es war ein Gefühl, das er nicht zu beschreiben vermochte, aber es war etwas, das er nie wieder missen wollte.
Minerva hatte ihm gesagt, dass Hermine ihre Wahl getroffen hatte. Es war eine Wahl, die zum ersten Mal in seinem Leben wirklich nur ihm galt. Er hatte es immer gehofft, vielleicht auch schon gewusst, doch es hatte lange gedauert, bis er endlich akzeptiert hatte, dass es einen Menschen gab, der ihn nahm, ohne ihn ändern zu wollen, und dem es dennoch gelungen war. Umso intensiver wirkte es jetzt, machte ihn wieder einmal verletzlich und unsicher und kostete ihn unendliche Mühe, sich nicht wieder hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit, Hohn oder Spott zu verstecken.
Über Severus' Züge huschte ein flüchtiges Lächeln. Er wusste, dass er Hermine nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Sie hatte ihn schon längst durchschaut, lange, bevor ihm überhaupt auch nur ein Gedanke an Übereinstimmung gekommen war.
Er wollte endgültig die Zweifel wegwischen, und die Unsicherheit. Es gab sie nicht mehr, alles war so klar, so sicher. Hermines Gefühle gehörten ihm, unmissverständlich und ehrlich.
Severus ballte die Fäuste und atmete tief ein. Auch er hatte sich längst entschieden, jetzt galt es nur noch, es mitzuteilen.
Er zog die Brauen zusammen. Nur noch... Das war etwas, vor dem er mehr Angst hatte, als er je beim schwersten Kampf gegen Voldemort empfunden hatte.
Severus erwischte sich bei einem winzigen Seufzer und mahnte sich im Stillen zur Beherrschung. Er schloss entschieden das Fenster und griff nach seiner Jacke. Ein Spaziergang durch den Wald würde ihm jetzt sicher gut tun. Es würde ihn seine Gedanken sammeln und ihn zur Ruhe kommen lassen. Es würde ihn wunderbar ablenken. Ablenken von dem Gedanken an die nächsten Tage, an denen er Hermine zwar begegnen, sie aber nicht mehr als jeden anderen Schüler auch wahrnehmen durfte.

---

Hermines Tag verlief still. Sie hielt sich zurückgezogen und ging den anderen aus dem Weg. Sie hatte für den Nachmittag ein Plätzchen in der Bibliothek ausgesucht und sich, unsichtbar vor allzu neugierigen Blicken, hinter einem Riesenhaufen Büchern niedergelassen.
Das Lernen schob sie nur vor, denn den nahenden Abschlussprüfungen sah sie einigermaßen gelassen entgegen. Viel mehr beschäftigte sie ihr Gespräch mit Professor McGonagall. Hermine war fest davon überzeugt, dass es die Schulleiterin ehrlich gemeint hatte, als sie ihr sagte, dass sie verstehen würde, als Hermine gestanden hatte, dass sie Severus mehr als zugetan war. Und es hatte sie einigermaßen sicher gemacht, beruhigt, dass McGonagall nicht ein striktes Verbot ausgesprochen, sondern den Wunsch nach Diskretion geäußert hatte. Und Hermine war nur allzu gerne dazu bereit, diesem Wunsch zu entsprechen.
Nur jetzt machte sich eine leichte Unruhe in Hermine breit. Minerva McGonagall würde sicherlich auch Severus zur Rede stellen. Selbst wenn Hermine meinte, seine Gedanken gelesen zu haben, war sie sich dennoch nicht sicher, ob seine Gefühle für sie ebenso tief waren wie ihre eigenen für ihn. Jetzt wurde ihr noch einmal bewusst, was sie in ihrer ersten Empörung zu McGonagall gesagt hatte: Dass sie mit seiner Entscheidung leben können würde. Leise Angst stieg in ihr auf. Und diese Angst ließ alles, was er ihr gesagt hatte, alles, was er ihr gezeigt hatte in den Hintergrund treten.
Hermine seufzte leise auf und schob das Buch von sich, in dessen Seiten sie bis eben gestarrt hatte, ohne wirklich zu lesen.
Da hörte sie in ihrem Rücken ein Kichern. Sie zog die Brauen zusammen und wandte den Kopf. Ein paar Gryffindormädchen standen am Regal und flüsterten angeregt mit einander, während sie Hermine ab und an recht neugierige Blicke zuwarfen.
Hermines Miene verfinsterte sich zusehends. Sie konnte sich ganz genau denken, worüber sie schwatzten. Ihre Laune erreichte einen Punkt, von dem sie glaubte, tiefer könnte es nicht mehr gehen.
Für einen Moment war sie versucht aufzustehen, zu ihnen zu gehen und nach dem Grund der offensichtlichen Heiterkeit zu fragen, als sie sich Severus' Worte ins Gedächtnis rief und beschloss, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und zu schweigen. Allerdings nahm sie sich fest vor, bei günstiger Gelegenheit Parvati und Lavender zur Rede zu stellen.
Hermine wandte sich demonstrativ um und ignorierte die Schwatzenden, und nach kurzer Zeit hatten sie sich auch wieder verzogen und ließen wohltuende Stille zurück.
Hermine beschloss, sie wieder ihren Studien zu widmen und es gelang ihr auch, ihre ganze Aufmerksamkeit den selbstgestellten Aufgaben zu widmen. Sie arbeitete konzentriert und legte die Feder erst wieder beiseite, als die Dämmerung hereinbrach.
Langsam räumte sie ihre Sachen zusammen, stellte die Bücher an den ihnen zugewiesenen Platz zurück und verließ die Bibliothek.
Langsam schlenderte sie die Gänge entlang. Sie gab es nur ungern zu, aber die Tatsache, dass Parvati offensichtlich ihren Mund nicht hatte halten können, verleidete Hermine den Appetit und nahm ihr die Lust, sich in ihren Gemeinschaftsraum zu begeben, solange dort noch jemand anzutreffen war, der sie mit neugierigen Blicken bedenken könnte. Stattdessen lenkte sie ihre Schritte durch das Schloss und schritt die Treppe zum Nordturm hinauf.
Als sie ins Freie trag schlug ihr ein warmer Wind entgegen. Die Sonne war gerade untergegangen und die letzten Strahlen tauchten die Welt in ein rotgoldenes Licht.
Hermine ließ die Tasche fallen und trat bis an die Brustwehr.
Die Welt strahle eine solche Ruhe und einen Frieden aus, dass es fast unwirklich erschien. Hermime atmete tief ein und zwang ihre Gedanken zum Schweigen. Sie schob die Schatten weg, die sich über sie legen wollten. Sie war sich noch nie so sicher gewesen, wie in diesen Tagen.
„Schwere Gedanken?“
Hermine schloss für einen Moment die Augen und lächelte, als sie seine dunkle Stimme dicht hinter hörte. Sie schüttelte den Kopf.
„Nein“, sagte sie und setzte leise hinzu: „Nicht mehr.“
„Ärger?“, in seiner Stimme schwang ein feines Lächeln mit.
„Nicht mehr als gewöhnlich.“
Sie wandte sich zu ihm um.
„Und bei Dir?“
Er zog die Brauen in die Höhe.
„Wie kommst du darauf, dass ich Ärger gehabt haben könnte?“
Hermine lächelte leise.
„Was treibt dich zur Nacht auf den Turm?“, fragte sie und sah ihm ins Gesicht.
Severus lachte auf.
„Ja!“ Er zog sie zu sich. „War es schlimm?“, fragte er und beugte sich zu ihr hinab.
„Nicht mehr als gewöhnlich“, flüsterte sie in seinen Mund und als sie sich voneinander lösten, sahen sie sich still in die Augen.
Kein Wort war nötig, um ihnen zu sagen, was sie miteinander verband. Hermine lehnte sich an ihn und Severus schlang die Arme um sie. Regungslos standen sie beieinander und sahen der Nacht zu, wie sie sich langsam über die Täler schob und die Welt nach und in Dunkelheit und Ruhe versank. Nur der Wind strich sanft um sie beide und trug den Duft von Blumen und Gräsern mit sich. Als die Kühle der Nacht heraufzog, schlug er den Umhang um Hermine.
Wie lange sie so standen, wussten sie nicht. Sie hatten die Zeit vergessen, genossen einfach nur das Beisammensein, die Ruhe und den Frieden der Dunkelheit.
„Es ist spät“, sagte er schließlich in die Stille hinein.
Hermine nickte.
Ein Kuss zum Abschied. Sie lösten sich unwillig voneinander. Hermine hob ihre Tasche vom Boden auf und wandte sich noch einmal zu ihm um. Sie flüsterte ihm lächelnd ein ?Gute Nacht, Professor' entgegen und verschwand in der Dunkelheit.

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Fortsetzung folgt…


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