
von MissMalfoy_84
„So Herrschaften, ich bitte noch einmal kurz um Ihre Aufmerksamkeit! In 6 Monaten stehen Sie vor Ihrem Abschluss, es wird also Zeit, dass Sie sich im Klaren darüber sind, über was für ein Thema sie in Ihrer Magisterarbeit schreiben wollen. Vergessen Sie nicht, Sie studieren englische Literatur und ich mache nur all zu gerne auf die Literaten der vergangenen Zeiten aufmerksam…“,schwafelte Professor Dr. Liebig, Dozent für englische Literatur an der Universität Hamburg. Muriel saß in der letzten Reihe, gerade damit beschäftigt, die letzten Kapitel des neuen Harry Potters zu verschlingen, natürlich auf Englisch. Sie wusste schon von vornherein, über welches Thema sie ihre Magisterarbeit schreiben wollte. Lord Voldemort! Ihr großes Idol! Die wohl anbetungswürdigste fiktive Kreatur auf diesem Planeten. Ihre Kommilitonen hielten sie alle für Verrückt, das sie nicht was klassisches nimmt, wie Shakespear! Aber allein bei dem Gedanken sich mit altem Englisch rumplagen zu müssen und ellenlange Interpretationen zu einzelnen Sätzen zu schreiben hielten sie von diesem Thema ab. Sie war ein Freigeist und passte nicht so recht in das Konzept dieses Studiengangs. All ihre Studienkollegen bezeichnete als blasierte Snobs, die von Mama und Papa soviel Puderzucker in den Hintern geblasen bekommen, das es staubt wenn sie denn mal furzen.
Wohl bemerkt wenn!
Sie blickte von ihrer Lektüre auf und sah wie sich der Hörsaal langsam leerte, was sie auch zum aufstehen und einpacken veranlasste. Sie ging zielstrebig auf den Ausgang zu, wurde dann jedoch von ihrer Mentorin, Frau Dr. Miller abgefangen. Sie war gebbürtige Engländerin und wahrscheinlich die einzige Fürsprecherin von Muriel.
„Und Muriel, wie steht es mit Ihrem Thema für die Magisterarbeit? Immer noch so überzeugt von Voldemort?, fragte sie lächelnd. Muriel sah ihre Mentorin an. Sie hatte ein bisschen was von Professor Trelawney, nur nicht ganz so skurril.
„Ja und ich kann Ihnen jetzt schon sagen das wird ein Knaller!!, antwortet sie überzeugt.
Dr. Miller sah sie liebevoll an. Sie war begeistert von dieser jungen Studentin die ihren Weg ging und sich nicht an die altertümlichen Geflogenheiten des Studiums anpasste.
„Dann freue ich mich auf Ihre Arbeit!Es wird mir ein Vergnügen sein sie zu lesen!“, waren ihre Wort zum Abschied.
Muriel lächelte sie an, verabschiedete sich von ihr und machte sich auf den Weg nachhause. Sie wohnte bei ihrer Mutter, nicht weit von der Uni entfernt. Zuhause angekommen, kam ihr auch schon ihr Kater Voldi entgegen.
„Na mein Süßer. Gut geschlafen?“ Sie streichelte den orangefarbenen Maine Con Kater, der laut schnurrte. Er war ein Prachttier. Wog knappe 15 Kilo und schlief nachts bei ihr im Bett.
Sie ging hoch in ihr Zimmer, wo es wie immer katastrophal aussah. Bücher, Zettel, Hefte, diverse Unterlagen lagen verstreut herum. Ihre Mutter betrat ihr Zimmer schon gar nicht mehr, da sie ihr nichts durcheinander bringen wollte, denn sie wusste schon aus der Abiturzeit, das es gefährlich wird, wenn man ihrer Tochter ins Handwerk pfuscht.
Auf ihrem Schreibtisch lagen die ersten 6 Harry Potter Bücher aufgeschlagen, übersäht mit Randnotizen und Bemerkungen. Ihr Laptop lief wie immer und wartet auf sie, das sie ihre Recherchen niederschrieb. Sie las zur Vorbereitung alle 6 bisher erschienenen Bücher noch mal auf deutsch. Momentan war sie beim 5. Teil am Ende, beim Kampf im Ministerium. Sie nahm das Buch zur Hand und las noch mal das Kapitel von vorne. Harry und seine Freunde begeben sich in das Zauberministerium und kämpfen in der Mysteriumsabteilung gegen die Todesser. Sein Pate Sirius wird getötet von Bellatrix Lestrange, ein faszinierende Frau wie sie findet. Im Atrium findet der Kampf gegen Voldemort statt…
Voldi saß auf dem Bett und putzte sich, sein Frauchen hackte unaufhaltsam auf ihren Laptop ein und dann plötzlich verschwand sie!
Und starrte wie gebannt auf den Stuhl wo Muriel noch eben gesessen hatte.
Blitze flogen durch die Luft, riesige Goldstatuen bewegen sich durch den Raum.
Muriel sah sich verwundert um. Hier war ein Kampf im Gange…und das dort…das ist Dumbeldore und der Andere ist…Voldemort!
„Wer ich jetzt total verrückt, oder geht gerade meine Fantasie mit mir durch?“, fragte sie sich selbst und schritt auf die Kämpfenden zu.
„Servus.“, sagte sie und es klang fast wie eine Begrüßung. Unbeirrt ging sie weiter und sah sich alles an, so als wenn es das Normalste auf der Welt wäre, durch das Ministerium für Hexerei und Zauberei zu marschieren. Der Kampf ruhte und Dumbeldore und Voldemort glotzten sie an.
„Ist was? Lasst euch nicht beirren. Macht ruhig weiter.“, sagte ganz lapidar und untersuchte einen der Kamine. Dumbeldore und Voldemort sahen sich an und gingen aufeinander zu um dann zusammen zu Muriel zu gehen.
„Wer sind Sie?“, fragte Dumbeldore mehr als verwundert.
„Ich? Ach ich bin Muriel. Hi, freut mich Sie kennen zu lernen Professor Dumbeldore.“, sie reichte ihm die Hand und er schüttelte diese ganz perplex.
Dann fiel ihr Blick auf Voldemort und ihre Augen weiteten sich.
„Wow! Ich kann's nicht fassen! Er steht direkt vor mir, Lord Voldemort.“, sie war fasziniert von seinem Äußeren, dieses Schlangenhafte und diese Ausstrahlung!
Voldemort sah sie an, als stünde ein Geist vor ihr.
Ihr Blick fiel auf seinen Zauberstab, der locker zwischen seinen Fingern hin. Sie zupfte an seinem Umhang rum, sah sich seine Hände an, welche sie überaus schön fand. Seine Haut war glatt, die Knochen waren durch diese zu spüren. Sie berührte seinen Zauberstab.
„Genau den Gleichen habe ich auch…“, murmelte sie.
Voldemort starrte sie immer noch an, genau wie Dumbeldore.
„Wie, Sie haben diesen Zauberstab?“, stammelte Voldemort fast schon unverständlich.
„Ja, zuhause als Replikakt. Die kann man kaufen. Ähm…ja…kurze Frage. Bin ich hier wirklich im Zaubereiministerium und ist das dahin wirklich Harry Potter und sind Sie auch wirklich die, für die ich Sie halte?“, fragte sie verhalten.
Die beiden wohl mächtigsten Zauberer der Welt, verstanden gar nichts.
„Muriel, wie kommen Sie hier her?“, fragte Dumbeldore freundlich.
„Wenn ich das wüsste, keine Ahnung. Ich saß zuhause, las in dem 5. Band von Harry Potter, genau die Stelle, die sich gerade vor meinen Augen abgespielt hatte und plötzlich war ich hier.“, plapperte sie munter.
„5. Band von Harry Potter? Wie bitte?“, fragte Voldemort und ging ihr nach, denn sie hielt es nicht für nötig an einer Stelle stehen zu bleiben. Mittlerweile kamen immer mehr Leute in das Atrium. Hermine Granger, Ron Weasley, Neville Longbottom, Ginny und diverse andere, die geschockt auf Voldemort sahen und auf die Frau, hinter der er her lief.
„Also, was meinen Sie mit 5. Band?“
„Harry Potter und der Orden des Phönix, ich weis das klingt jetzt sehr fantastisch, aber Sie sind eine Fantasiegestalt, sie alle hier sind Fantasiegestalten, nur ich frage mich, wie ich hier her kommen, wenn sie doch nur erdachte Personen sind.“
Voldemort wusste jetzt nun wirklich nicht was er glauben sollte! Das Mädchen wollte ihm weis machen, er sei erfunden!
Sie dreht sich zu ihm um und dachte gerade darüber nach, was für interessante Augen er doch hatte und wie er wohl unter seinem Umhang aussehen würde.
Voldemort, wenn er hätte rot werden könnte, dann wäre er es, packte sie an den Schultern und zog sie dichter zu sich heran.
„Sie sollten auf ihre Gedanken aufpassen.“, flüsterte er ihr ins Ohr und versuchte so etwas wie ein Lächeln zustande zu bringen.
Sie grinste nur breit und dachte nur: „Die Wahrheit muss gesagt werden.“
Jetzt lächelte er wirklich, dieses Mädchen hatte irgendwas an sich, was ihn fesselte. Ob es die grünen Augen waren oder die schwarzen Haare, oder das dunkle Mal auf ihrem Unterarm, welches sie als Tattoo trug konnte er nicht sagen.
Muriel sah ihn an.
„Ich weis, das klingt jetzt wahrscheinlich sehr unverschämt und bitten belegen Sie mich nicht gleich mit einem Cruciatusfluch, aber ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen. Dann versuch ich auch so schnell wie möglich wieder zu verschwinden.“, flüsterte sie, nur das Voldemort es verstehen konnte.
Woher wusste sie von Cruciatusflüchen ging ihm durch seinen Kopf.
„Hören Sie Muriel, ich bin kein Mensch den man mit Fragen bombardieren kann. Es wäre besser wenn Sie zu Dumbeldore gehen und der versucht sie wieder dahin zurück zu bringen, wo sie hingehören.“, sagte er sachlich und straffte seine Schultern.
Sie überlegte. „Toll, nun stehe ich hier vor dem Mann schlecht hin, meinem Idol, meinem Thema für die Magisterarbeit und er kann mir nicht mal ein paar simple Fragen beantworten.“, sagte sie zu sich selbst in Gedanken.
Voldemort schienen die Augen aus dem Kopf zu fallen.
„Was haben Sie gerade gesagt?“
„Hören sie auf meine Gedanken zu lesen!“, maulte sie ihn an. „So was gehört sich nicht! Ja, Sie sind Thema meiner Abschlussarbeit für mein Studium. Ich studiere englische Literatur.“
Jetzt schaltet sich Harry ein.
„Du bist ein Muggle, oder?“
„Ja, das bin ich und ich weis auch nicht, wie in Teufels Namen ich hier her gekommen bin.“
Ein Muggle also, die Sache wird ja immer besser! Dazu auch noch Studentin, aber die Gedanken die sie gerade hatte, waren doch sehr verlockend. Voldemort grinste in sich rein. „Ich bin ihr Idol!“, sagte er zu sich selbst und sein innerliches Grinsen wurde immer breiter.
„Gut, ich gewähre Ihnen ihre Fragen.“ Er stand dich neben ihr.
„Dumbeldore, ich glaube, wir hören uns demnächst..“, gab er in Dumbeldores Richtung, zog Muriel an sich und verschwand mit ihr. Sie fühlte ein unangenehmes Ziehen und Zeit und Raum existierten nicht mehr.
Er spürte ihren warmen Körper an seinem. Sie war schön, außerordentlich schön. Sei es nur wegen der Wärme gewesen oder vielleicht auch wegen was anderen, auf jeden Fall drückte er sie dicht an sich und legte seine Arme fest um ihren Körper. Sie hatte das Gefühl bewusstlos zu werden und hielt sich an seinen Armen fest. Endlich hörte dieses schreckliche Gedrehe auf und sie hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Ihre Beine drohte ihren Dienst zu versagen, weshalb Voldemort sie auch festhielt.
„Ich gehe davon aus, das du noch nie appariert bist.“
„Seit wann sind wir jetzt beim Du?“
Er lächelte sie an und hielt sie noch immer fest.
„Entschuldige meine Dreistigkeit, aber da wir nun quasi unter uns sind, sollten wir die Formalitäten ein wenig bei Seite lassen.“
Er stand dicht vor ihr und lächelte sie an. Ein bisschen flau war ihr schon im Magen, ganz alleine mit dem bösartigsten Zauberer der Welt zu sein.
Sie sah sich um und musste feststellen, das sie in einem ziemlich verfallenen Haus waren, was aber immer noch eine gewissen Eleganz ausstrahlte.
„Wo bin ich hier?“
„Das ist Riddle Manor, das Haus meiner Familie.“
Er hatte recht, sie erkannte die alte Standuhr wieder und die Treppe, wo der Gärtner im 4. Teil hinauf gestiegen war und dort ein jähes Ende fand, verraten von Nagini.
Es waren zwar die Spinnenweben entfernt worden, aber es hatte sich nichts verändert. Zaghaft sah sie sich um und ließ Voldemort keinen Moment aus den Augen.
Seine Blicke ruhten auf ihr. Er genoss immer noch die Wärme, die er gespürt hatte, ausgehend von ihrem Körper. Sie bewegte sich elegant, das lange Haar hing über ihren Rücken hinunter und reichte ihr fast zu ihrem Po.
Sie wandte sich um und trat auf ihn zu, so dass sie knapp zehn Zentimeter vor ihm stand.
„Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren!“, ermahnte sie sich innerlich.
Sie hatte ja keine Ahnung das Voldemort das Gleiche tat.
Sie musterte ihn von oben bis unten und blieb immer wieder an seinen Augen hingen.
„Bist du wirklich so böse, wie behauptet wird?“
Er lächelte, sagte jedoch nichts. Er trat noch dichter auf sie zu und sein Kopf neigte sich zu ihr runter…
Hallo ihr Lieben!
Herzlichen Dank an alle die bis hier hin gelesen haben! Es wäre super von euch wenn ihr mir einen kurzen Review da lasst. Liebe Grüße, Miss Malfoy
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