
von MissMalfoy_84
Hallo ihr Lieben!! Nach langer Zeit des Wartens ist es wieder soweit!! Ein neues Kapitel steht für euch bereit!!
Die Kommentare beantworte ich das nächste Mal, entschuldigt bitte, denn es ist schon 5.12Uhr in der Früh und ich müsste eigentlich schon längst schlafen gehen.
ACHTUNG: Es wird dieses Mal sehr emotional!!
Ich hoffe es gefällt euch!!
*alle ganz lieb drück und Kakao hinstell*
Eure Miss Malfoy
„Ich habe in meinem ganzen Leben noch sie eine riesige Badewanne gesehen!“, sagte Muriel anerkennend.
Tom lächelte und machte sich daran das Wasser in die Wanne zu lassen und Duftzusätze hinzu zu geben.
Muriel stand vor dem großen Spiegel und sah sich eine Zeit lang an, bevor sie ihr Oberteil ablegte. Ein riesiges Tattoo in Form eines gefallenen Engels kam zum Vorschein. Es bedeckte ihren gesamten Rücken und war in schwarz-weiß gestochen. Tom sah erstaunt und gleichzeitig erschrocken zu ihrem Rücken.
Er besah sich das Kunstwerk. Der Engel lag am Boden, mit gebrochenen Flügeln. Der Eindruck den er auf einen machte war verzweifelt, er hatte sich selbst aufgegeben.
„Du fragst dich sicherlich warum, oder?“
„Kannst du jetzt meine Gedanken lesen?“, er versuchte scherzhaft zu wirken doch sie sah ihn ernst an.
„Ich habe es seit meinem 21. Lebensjahr, also seit 4 Jahren. Es symbolisiert mich…ich bin der gefallene Engel…nach der beendeten Beziehung zu meinen Exfreund.“
Er sah ihre Gedanken, voller Hass und Abscheu. Sie hatte die schlimmsten Mordfantasien für diesen Mann übrig die nicht mal hätten ihm einfallen können. Er traute sich nicht zu fragen, was er ihr angetan hatte, konnte er es sich doch sehr genau feststellen, nachdem er die Geschichte auf ihrem Laptop gefunden hatte.
Reflexartig sah er zu ihren Unterarmen. Der eine war zwar mit dem Tattoo bedeckt, doch konnte er die feinen Erhebungen sehen und auf de andere Arm die zarten weißen Striche in ihrer Haut die von Selbstaufgabe zeugten. Sie band sich ihre langen Haare hoch zu einem Knoten am Hinterkopf. An ihren Seiten kam ein weiteres Tattoo zum Vorschein. Es stellte Stacheldraht dar, der sich in sie bohrte und auf der anderen Seite wieder austrat. Die Tätowierungen auf ihr erzählten ihre Geschichte, eine Art Leidensweg. Sie öffnete ihren BH. Im ersten Moment war er leicht erregt, doch dann erkannte er das nächste Tattoo auf ihrer Brust. Er hatte es schon unzählige Male gesehen…ein flammendes Herz, welches das Symbol des Erzengel Michaels in sich trug. Sie bemerkte seinen Blick.
„Es ist die letzte Erinnerung die ich an meinen „toten“ Freund habe. Er hat es mir geschenkt. Das Symbol steht für seinen Namen.“, sagte sie traurig und musste den Kloß in ihrem Hals runterschlucken.
Das erste Mal in seinem Leben hatte er so was wie Mitgefühl. Sie hatte alles verloren, deshalb klammerte sie sich wohl auch so an ihren Kater. Nun begann er zu begreifen warum sie dieses Tier so liebte. Er wusste nicht was er sagen sollte. Sie tat ihm so unendlich leid, doch Mitleid half ihr nicht weiter. Er ging auf sie zu und nahm sie einfach nur in seine Arme und drückte sie vorsichtig an sich. Und sie begann zu erzählen, ohne das er auch nur etwas sagte.
„Er wurde vor drei Jahren für eine Sache verurteilt, die er nie begangen hatte. Er sollte angeblich meinem Exfreund eine gefährliche Körperverletzung zugeführt haben. Er wurde verurteilt, obwohl ich und ein damaliger Freund ihn entlasteten. Er bekam eine Bewährungsstrafe. Auf der einen Seite war ich glücklich das dieses Theater mit den Anwälten und dem Gericht endlich vorbei war, auf der anderen Seite war ich furchtbar enttäuscht und traurig und wütend das man uns als unglaubwürdig hinstellte. Erleichtert, dass es endlich vorbei war, fuhren wir nachhause. Ich konnte wieder durchschlafen bzw. überhaupt einschlafen und mich auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Und dann zwei Wochen später…er kam nicht von der Arbeit wieder nachhause. Er hatte einen Unfall, der Unfallverursacher konnte flüchten und wurde bis heute nicht gefunden. Morgens um 7 Uhr stand die Polizei bei mir vor die Tür und bat mich mit zu kommen, ins Krankenhaus…Ich ahnte Schlimmes. Er lag, Blut überströmt, in einem Bett mehr tot als lebendig. Er war noch bei Bewusstsein. Das Letzte was er zu mir sagte war: „Ich liebe Dich“, dann hörte sein Herz kurzzeitig auf zu schlagen. Die Ärzte konnte ihn zurückholen, mussten ihn aber ins Koma versetzen in welches, als sie ihn wieder erwecken wollten er zurück fiel. Ich brach zusammen und bekam einen Schwächeanfall. Ich lag 2 Wochen im Krankenhaus weil sich mein Körper nicht erholte…ich hatte sämtlichen Lebensmut verloren, das einzige was ich noch hatte war Voldi, er war ein Geschenk von ihm. Nach den 2 Wochen musste ich wieder nachhause, aber ich besuchte ihn jeden Tag. Ich saß stunden lang an seinem Bett, hielt seinen Hand, kämmte seine Haare, las ihm Bücher vor…nichts half. Ich habe in der Zeit 7-mal versucht mir selbst das Leben zu nehmen, jedes Mal haben sie mich gerettet. Ich habe die Ärzte angeschrieen das sie mich gehen lassen sollen, das ich bei meinem Freund sein will! Das mich dieses scheiß Welt einfach nur ankotzt! Der Arzt schickte mich in psychologische Behandlung. Der Therapeut brach die Gespräche nach der 2. Sitzung ab. Sie stuften mich als unknackbaren Härtefall ein, der sich nicht helfen lassen will. Fast hätte ich auch mein Studium aufgegeben, wenn mich nicht meine Mentorin davon abgehalten hätte. Sie redete lange mit mir und machte mir Mut und half mir wo sie nur konnte.“
Er hatte ihr aufmerksam zugehört und es fiel ihm schwer das alles zu verdauen und zu verarbeiten. Man hatte sie verletzt, sie gebrochen und ihr jeglichen Mut genommen. Sie lebte nicht mehr, sie funktionierte und er fasste den verbissenen Gedanken ihr helfen zu wollen.
„Du siehst, das Leben ist nicht immer ein Zuckerschlecken.“, sagte sie bitter und zog sich ihre Hose aus und die restliche Unterwäsche und stieg dann in die Wanne. Zu lange war es her, dass sie das letzte Mal gebadet hatte. Sie liebte es eigentlich, doch seit ihr Freund im Koma lag hatte sie nur noch selten gebadet. Zuviel verband sie damit mit ihm.
Tom stand etwas neben sich und starrte ins Nichts, bevor ihn ein Geräusch aus den Gedanken riss und er sich ebenfalls auszog und in die Wanne stieg. Muriel saß neben ihm und piekte einige der Seifenblasen kaputt. Sie sagte nichts und starrte ins Leere. Tom saß etwas unbeholfen neben ihr und beobachtete sie.
„Entschuldige, dass ich dir das alles erzählt habe. Du bist der erste dem ich es überhaupt erzählt habe.“
„Du musst dich nicht entschuldigen, ich höre dir gerne zu.“, sagte er liebevoll und strich ihr vorsichtig mit den Fingern über ihren Rücken. Er merkte wie sich ihre Muskeln verkrampften.
Behutsam stricht er ihr den Rücken entlang und langsam wich die Anspannung. Muriel genoss diese Berührung. Wie lange hatte ihr schon keiner mehr über den Rücken gestrichen oder sie nachts im Schlaf in die Arme genommen. Sie fand diese Nähe wunderschön, fühlte sich aber gleichzeitig furchtbar mies ihrem Freund gegenüber, den sie immer noch liebte und den sie so sehr vermisste. Lange war sie nicht mehr nach seinem Unfall aus dem Haus gegangen, doch ihre beste Freundin konnte ihren Zustand nicht mehr ertragen und schleppte sie mit in die Nachtclubs Hamburgs. Jeden Mann den sie kennen lernte verglich sie mit ihrem „toten“ Freund. Und keiner der auch nur ansatzweise wie er war wurde in Betracht gezogen für eine eventuelle Beziehung. Und um ehrlich zu sein, sie wollte auch keine neue Beziehung, da sie nicht bereit dazu war. Ihr Freund lebt noch, irgendwie. Sein Herz schlug selbstständig und sie klammerte sich an die aberwitzigen und winzigen Funken der Hoffnung, dass er eines Tages aufwachen würde, wie aus einem langen Schlaf. Auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte, aber sie hatte fast die Hoffnung aufgegeben das er jemals wieder aufwachen würde. Aber ein Teil von ihr wollte es nicht wahr haben das er nie wieder aufwachen würde und so bis zu seinem Tod, der früher oder später kommen würde daliegen müsse, ohne dass sie noch ein letztes Mal mit ihm reden konnte. Das war der Tag, an dem sie auch gehen würde hatte sie sich geschworen. Sie glaubte aus voller Überzeugung an ein Leben nach dem Tod und sie glaube auch daran, dass sich die Seelen Liebender, die das Schicksal aus dem Leben gerissen hatte sich im Jenseits wieder finden würden. Dort könnten sie das Leben führen das sie immer auf Erden führen wollten.
Tom strich ihr immer noch behutsam über ihren Rücken und dachte nach wie er ihr helfen konnte.
Was beide nicht mal ansatzweise mitbekamen spielte sich unten im Wohnzimmer ab.
Nagini hatte all ihren Mut zusammengenommen und war zu Voldi rüber geschlängelt. Der Kater blinzelte kurz und verstand dann auch schon. Nagini zitterte leicht und Voldi dreht sich auf die Seite so dass sich die Schlange an ihn rankuscheln konnte, wie es den Anschein hatte.
Nagini machte einen zufriedenen Eindruck und auch Voldi schnurrte nachdem er seinen buschigen Schwanz auf Nagini gelegt hatte.
Tom saß hinter Muriel in der Badewanne und zusammen redeten sie über Toms Kindheit. Er hatte eine schreckliche Kindheit gehabt, weil er anders war als alle anderen Kinder. Sein Leben lang war er einsam…hatte niemanden an dem er sich festhalten konnte…niemanden der ihm Mut machte oder mal ein liebes Wort für ihn übrig hatte.
Muriel hörte jedes von Toms Worten, in denen soviel Traurigkeit und Unmengen von Hass lagen. Er hatte dennoch nie aufgeben und hatte immer weiter gekämpft, anders als Muriel. Sie besaß nicht mal annährend soviel Stärke wie Tom und sie bewunderte ihn für seine Stärke.
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