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Fanfiction

Ende und Anfang - Unsicherheit

von artis.magica

Unsicherheit

Es hatte sie nicht besonders viel Mühe gekostet, ihn zu überreden, sie zum Meer zu begleiten. Er tat es nicht ganz ohne Eigennutz, verhalf ihm doch die Bewegung zu neuer Kraft und reduzierte seine Grübeleien auf ein Minimum.
Severus dachte an ihr Gespräch von gestern Abend zurück. Es gab nicht viel, worüber sie sich unterhalten wollten, ohne die Geschehnisse der letzten Wochen und Monate wieder aufleben zu lassen. Diesen schwierigen Schritt mochte jetzt keiner mehr zuerst tun, und von daher war ihre Konversation eher unbedeutend, beinahe ängstlich und unendlich vorsichtig. Nur ganz langsam näherten sie sich einander an, obwohl sie jetzt wussten, dass sie einander vertrauen konnten. So klein und behutsam diese Schritte des Entgegenkommens auch waren, so bedeutungsvoll waren sie.
Er hätte es nie geglaubt, aber es war so wunderbar unkompliziert, sich mit ihr zu unterhalten, Meinungen auszutauschen und über strittige Punkte zu diskutieren. Sie war klug und aufgeschlossen, ein wenig rechthaberisch vielleicht, doch kein kindisches Gehabe, das ihn an ihr störte. Einfach und gerade heraus war sie. Sie ließ sich nichts gefallen und ab und an schien es ihm, als blitzte die Hermine Granger hervor, die ihm so manches Mal den letzten Nerv mit ihrer so ungemein großen Wissbegierde geraubt hatte. Dennoch war sie jemand, der ihn forderte und mit dem es sogar Spaß machte, zu streiten, umso mehr, da sie sich dabei nicht mehr gegenseitig verletzten. Er gab es vor sich selbst nur ungern zu, aber wenn er mit ihr zusammen war, verflogen die dunklen Wolken auf seiner Seele und machten einem Gefühl der Befreiung platz, das ihn die Zukunft nicht mehr ganz so undurchdringlich erscheinen ließ.
Ihr Umgang miteinander war so vollkommen neu und ohne es zu merken, begannen beide, ihr erzwungenes Beisammensein zu genießen und ihm eine Art Normalität abzugewinnen, die sie ungemein beruhigte und den Blick für Neues freigab.
Es war ihnen nicht bewusst, aber sie zögerten jedes Mal das Auseinandergehen so weit es nur ging hinaus. Einerseits, um der Einsamkeit zu entkommen und andererseits, um vor den Träumen zu fliehen, die sie noch immer heimsuchten.
Ein flüchtiger Blick zu ihr und bei dem Gedanken an ihren allabendlichen Disput, umspielte ein leises Lächeln seine Mundwinkel. Er hatte sie herausgefordert und sie hatte es doch tatsächlich fertig gebracht, seinen Ehrgeiz anzustacheln und seine Kraft in Frage zu stellen. Das war natürlich etwas, das auch er sich nicht bieten lassen konnte. Und was ihn am Meisten verwundert hatte war, es hatte ihm sogar Spaß gemacht, sich geschlagen zu geben.
Jetzt gingen sie schweigend nebeneinander her. Ihre Schritte waren gemessen, sie hatten keine Eile. Der Wind wehte warm und hatte endlich die Wolken auseinander getrieben, um der Sonne auch einmal für längere Zeit den Himmel zu überlassen.
Hermine schielte immer wieder unter gesenkten Lidern verstohlen zu Severus hinüber. Sie wusste genau, dass es ihn ungemein anstrengte, den weiten Weg zur Küste zu gehen. Doch auch beim ersten Mal hatte er nicht einen Ton gesagt, dass ihm dieser Weg vielleicht zu beschwerlich sei oder dass er lieber wieder umgekehrt wäre.
Es war gut so wie es jetzt war, und doch hätte sie nichts dabei gefunden, wenn er sich eine Pause ausbedungen hätte. Hermine lächelte. Nein, Severus Snape bat nicht um Ruhe...
„Was lachen Sie?“, hörte sie seine leise Frage und fühlte seinen Blick.
Hermine blieb stehen und verschaffte ihm eine kleine Pause. Er würde es vor ihr niemals zugeben, aber diese winzige Rast war ihm höchst willkommen.
Hermine hatte aufgesehen, das Lächeln war aus ihrem Gesicht verschwunden.
„Ehrlich?“, fragte sie und sah ihm in die Augen.
Severus nickte leicht.
„Dass Sie so fürchterlich stark sein wollen.“ Sie wartete gar nicht erst ab, was er hätte darauf antworten können, sondern ging einfach weiter.
Er stand da und sah ihr nach. Immer wieder stellte er verwundert fest, dass es ihr mühelos gelang, in seinen Gedanken zu lesen, seine Reaktionen vorherzusehen und dann die Unverfrorenheit zu besitzen, ihm das auch noch zu sagen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Wenn er wirklich ehrlich war, störte es ihn nicht.
Er wiegte den Kopf und ging langsam weiter. Es gab noch etwas, das ihm keine Ruhe ließ. Er konnte es drehen und wenden wie er wollte, konnte sich dagegen sperren oder es offen von sich weisen, aber zum ersten Mal empfand er die Gesellschaft eines Menschen nicht als störend oder gar peinlich. Und da war auf einmal etwas, das sich still und heimlich in sein Herz drängte. Es nahm ihn ganz ein und schenkte ihm ein Gefühl, von dem er lange angenommen hatte, es zu empfinden nicht mehr in der Lage zu sein. Es schob sich so mächtig hervor und nahm ihn ganz in Besitz, es beschleunigte seinen Atem und ließ sein Herz heftiger schlagen. Und jedes Mal, wenn er dessen gewahr wurde, wies er es empört von sich. Er empfand es als äußerst unpassend, ihm nachzugeben, als irrwitzig, ja beinahe als Verrat an dem Menschen, der ihn fast sein ganzes Leben lang begleitet hatte, der seinen Geist und sein Herz ganz ausgefüllt, und der ihm doch niemals gehört hatte.
Severus entfuhr ein leises, beinahe verzweifeltes Stöhnen und er war froh, dass Hermine jetzt nicht mehr an seiner Seite ging. Es wäre ihm kaum gelungen, diese Regung vor ihr zu verbergen. Und auch jetzt war es ihm nicht sofort möglich, vor sich selbst diesen unendlichen Schmerz wieder tief in sich zu vergraben.
Er blieb stehen und atmete tief durch. Ganz langsam nur beruhigte sich sein aufgewühlter Geist. ‚Fürchterlich stark’, hörte er wieder Hermines Worte und egal, wie sie gemeint waren, sie hatten ihn getroffen, sie beschrieben ihn genau. Er war immer stark gewesen und wollte es auch jetzt sein. Alles andere erschien ihm schwach und kläglich, bei sich und bei anderen. Und doch erwischte er sich manches Mal, wie er darüber nachdachte, wie es wohl sein würde, wenn er diesem Gefühl nachgeben, wenn er sich ihm einfach hingeben würde, hingeben, ohne sich aufzugeben.
Konnte er dies überhaupt noch? Er zweifelte, wieder einmal. Es war die Angst, die ihn auffraß, dass alles, was er hätte herschenken können, für immer verloren war, wenn er es wirklich tat, dass es niemanden geben könnte, der es uneingeschränkt und ehrlich mit ihm teilen wollte, der es schätzte.
Severus ging weiter. Obwohl er es nicht wollte, wusste er genau, dass er sich diesen Gedanken stellen musste, dass er sie zu Ende denken musste, um einen Weg zu finden, mit ihnen umgehen zu können. Ewiges Verdrängen würde keine Lösung sein, das hatte er längst erkannt. Und doch erschien es ihm unendlich schwer, denn es hieße, sich zu öffnen und viel zu viel von dem preiszugeben, was er immer tief in sich vergraben hatte.
War er denn noch fähig dazu?
Eine leise Stimme sagte ihm, dass es jemanden gab, der ihm dabei helfen konnte, wenn er es nur wirklich wollte. Er zog die Brauen zusammen und schüttelte den Kopf. Er wusste gar nichts mehr. Es war so viel, was die letzten Wochen auf ihn eingestürzt war, das er beständig von sich wegschob und das ihn trotzdem immer wieder einholte.
Er sah zu Hermine, die sich auf den riesigen Findling am Ende der Klippe niedergelassen hatte. Sie hatte den Kopf gehoben und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen, sie hielt die Augen geschlossen, der Wind zauste ihr Haar.
Severus nahm dieses Bild tief in sich auf, für einen Moment vermittelte es ihm so viel Ruhe, so viel Frieden und Ausgeglichenheit, wie er sie noch nie vorher empfunden hatte.
Die wenigen Meter zu ihr ging er äußerst langsam, beinahe vorsichtig. Still setzte er sich neben sie und sah aufs Meer hinaus. Alles war so verwirrend, so neu. Auf der einen Seite sehnte er sich nach einer Hand, die ihn wieder ins Leben zog, auf der anderen Seite stieß er sie immer wieder fort, unsicher und misstrauisch...
Hermine senkte den Kopf und sah ihn still an. Sie getraute sich jetzt nicht, das Wort an ihn zu richten, nur um ihre eigene Unsicherheit nicht preiszugeben. Sie hatte es immer wieder versucht, aber die Gedanken, die sich in letzter Zeit in ihr Gedächtnis schoben, ließen sich nicht mehr so leicht verdrängen wie zu Anfangs, als ihr Alltag hier ausgefüllt war mit Arbeit und der Sorge um den Kranken.
Sie gab es ungern zu, aber sie empfand tatsächlich so etwas wie Sympathie für Severus, sie liebte ihre Gespräche am Abend und freute sich jedes Mal wie ein Kind auf den nächsten Morgen. Sie genoss einfach das stille Beisammensein, die Vertrautheit, obwohl sie eigentlich erst jetzt begannen, sich kennen zu lernen.
Hermine wandte den Kopf und sah zu Boden. Sie überlegte, wann sie je mit Ron so vertraut gewesen war. Seit sie hier war, war es überhaupt das erste Mal, dass sich ihre Gedanken so explizit um den Freund drehten. Wenn sie darüber nachdachte und ehrlich war, gab es eigentlich nichts, was sie mit Ron gemein hatte, aber vielleicht war es gerade das, was sie immer zueinander hatte finden lassen. Dennoch war ihr Verhältnis zu Ron anders, vielleicht zu sehr geprägt von gemeinsamen Kindheitserlebnissen, die fantastischer nicht hätten sein können. Sie hatten sie fest zusammengeschweißt und doch war da nichts anderes als kindliche Zuneigung, und jetzt, da sie älter war, Freundschaft.
Unruhe schlich sich in ihr Herz, als ihr bewusst wurde, dass sie sich von ihm entfernt hatte. Jetzt schien alles so lange her, die Erinnerung an diese wunderbare Zeit beinahe verblasst. Sie galt mit einem Male nichts mehr vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse und Hermine war sich nicht mehr sicher, ob sie jetzt noch für die alten Erinnerungen kämpfen wollte...
~
Es wurde schon dunkel. Die Sonne sandte ihre letzten Strahlen über die Berge und schenkte dem See im Tal ein goldenes Funkeln. Doch heute nahm Minerva die Schönheit der Natur nicht wahr. Sie stand am Fenster in ihrem Büro und dachte nach. Die Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Tage begannen erst jetzt, tief in ihr Bewusstsein zu dringen. Sie wusste nicht genau warum, aber sie fühlte sich unsicher.
Dabei hätte sie allen Grund dazu, sich zu freuen und endlich ein wenig zur Ruhe zu kommen. Es war alles vorbereitet, alles geregelt.
Severus würde eine Zuflucht finden, die sicher war und er würde einem Freund wiedergegeben. Sie dachte an ihr Gespräch mit Lucius Mafoy zurück.
Sie hätte auch nie gedacht, dass es außer ihr noch Menschen gab, die sich ehrlich darüber freuten, dass Severus am Leben war und sie hoffte, dass ihn das aus seiner Elegie reißen und ihm Mut zum Leben machen würde.
Minerva nickte ihrem durchsichtigen Spiegelbild zu, das ihr ernst entgegensah und ein klein wenig Zuversicht schlich sich in ihr Herz.
Gerade eben hatte Molly ihr mitgeteilt, dass sich Ron und Harry, nachdem sie erfahren hatten, dass Severus noch am Leben war, beschlossen hatten, ihr Schweigen zu brechen und vor dem Zaubergamot auszusagen bereit waren.
Minerva wusste nur zu gut, welcher Art das Verhältnis von Harry und Ron zu Severus immer gewesen war und sie konnte sich denken, wie schwierig es für die beiden gewesen sein musste, diese Entscheidung zu treffen. Sie rechnete es ihnen hoch an und dankte im Stillen Molly für ihre ungemein herzlich-überzeugende Art, die die beiden Jungen mitgerissen hatte.
Minerva wandte sich ab und ging im Raum umher, die Unsicherheit kam wieder und Minerva wusste, was sie so unruhig sein ließ. Es war die Ungewissheit darüber, wie sich Severus entscheiden würde. Denn wenn sie es recht bedachte, war auch sie, genau wie er, ein Mensch, der seine Angelegenheiten lieber selber regelte. Wenn es jemanden gäbe, sie ihr abzunehmen, würde sie ihn ungehalten zurückweisen.
Minerva seufzte leise auf. Sie kannte Severus hinreichend genug, dass sie ihm durchaus zutraute, aus Trotz und Ärger alle Vernunft in den Wind zu schlagen und sich gegen die Sicherheit zu entscheiden. Eine Sicherheit, die sie ihm zu bieten auf McGonagall Hall nicht mehr in der Lage war, sobald sein Aufenthaltsort bekannt gegeben würde.
Minerva schüttelte entschieden den Kopf und wischte diese Gedanken aus ihrem Geist. Severus musste sich einfach richtig entscheiden! Es sprach alles dafür... Und in diesem Moment dachte Minerva an Hermine. Sie erinnerte sich sehr deutlich an ihr Gespräch im Garten und an den Schmerz, die sie empfunden hatte, als Hermine ihr erzählte, welche Qual ihr im Hause Malfoy zugefügt wurde. Minerva atmete tief durch. Sie beruhigte sich mit dem Gedanken daran, dass Severus soweit wieder hergestellt war, dass er Hermines Pflege nicht mehr bedurfte. Sie würde nicht mitgehen müssen in das verhasste Haus.
Sie dachte mit Wohlwollen an die junge Frau, die sich so selbstlos für diese schwere Aufgabe entschieden hatte. Minerva dankte ihr im Stillen und freute sich darauf, ihr mitteilen zu können, dass sie nach Hause würde zurückkehren können, um wieder in ihr eigenes Leben einzutauchen, das sie mit Sicherheit schon vermisste. Dass aber Hermine dabei war, sich anders zu entscheiden, konnte Minerva nicht einmal erahnen...

--------

Fortsetzung folgt…


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