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Fanfiction

Ende und Anfang - Neuigkeiten

von artis.magica

Neuigkeiten

Sie war vor einer halben Stunde angekommen und hatte sich sofort in Hermines Zimmer begeben. Doch es war leer. Und genau wie Severus' Zimmer, in das sie daraufhin gegangen war, in der Hoffnung, sie dort anzutreffen, hatte es verlassen gewirkt. Fenster und Türen standen weit auf, sodass der Wind hindurchfegte und raschelnd die Seiten des aufgeschlagen auf dem Tisch liegen gebliebenen Buches umblätterte.
Minerva wandte sich zum Gehen und obwohl sie wusste, dass es keinen Zweck haben würde, hatte sie noch eine Weile nach den beiden gesucht. Nachdem sie aber festgestellt hatte, dass sich Hermine und Severus weder im Haus noch im Garten aufhielten, hatte sie sich schließlich nach Mary umgetan, die ihr verkündete, dass die beiden zu einem längeren Spaziergang aufgebrochen waren, von dem sie wohl vor dem frühen Abend nicht zurück sein würden. Sie täten das häufiger in letzter Zeit, hatte sie noch gesagt und gelächelt.
Minerva hatte stumm genickt und sich entschlossen, noch ein wenig auszuruhen und ihre Gedanken zu sammeln. Die letzten Tage waren anstrengend und aufreibend gewesen. Und auch jetzt würde sie das, was sie Severus und Hermine zu sagen hatte, sicherlich wieder genau so viel Kraft kosten. Bisher waren beide vollkommen ahnungslos. Sicher, sie hatte Fragen aufgeworfen, aber konkret geworden war sie nicht, dafür war alles viel zu vage und dann, als sie es in die Wege geleitet hatte, ging alles viel zu schnell. Minerva hätte es selbst nicht geglaubt, dass es so glatt verlaufen würde. Und jetzt stand sie hier und wusste beinahe nicht, wie sie es anstellen sollte, den beiden dies alles mitzuteilen.
Nachdenklich war Minerva durch den Garten gewandert. Immer wieder ging sie in Gedanken durch, was sie sagen wollte und wusste doch, dass es keine Strategie geben würde. Was sie zu sagen hatte, würde sie einfach und ohne Umschweife darlegen.
Jetzt stand Minerva auf dem Balkon und sah in den sonnigen Nachmittag. Um sich abzulenken, holte sie sich ein Buch aus der Bibliothek und machte es sich auf der Terrasse in einem der weißen Korbsessel bequem und begann zu lesen.
Es gelang ihr auch gut, sich für eine ganze Weile auf den Inhalt ihrer Lektüre zu konzentrieren, aber nach und nach schweiften ihre Gedanken ab, nicht in eine bestimmte Richtung, aber doch so, dass sie schließlich das Buch zuklappte und sich entspannt zurücklehnte.
Sie lauschte in die Welt. Für einen unendlich kostbaren Moment fühlte sie sich der Natur ganz nah, dachte sie zurück an die Zeit, in der sie hierher geflüchtet war, wenn die Welt sie mit ihren lauten Tönen zu erdrücken drohte, beinahe wie jetzt...
Wunderbare Ruhe hatte sich über das Land gelegt, nur ab und an das Zirpen einer Grille im Gras oder das Zwitschern eines Vogels. Der Wind ging sacht und trug den Geruch des Meeres mit sich. Wie lange war sie schon nicht mehr am Strand entlanggegangen...
Minerva schloss versonnen die Augen. Wie sie diese Stille liebte. Es schien beinahe, als würde nichts sie erschüttern können, würde sie immer ihren Frieden bewahren können, ganz egal, was sonst in der Welt vor sich ging. Diese Ruhe störte sich nicht an den Gedanken und Ängsten der Menschen, sie war unumstößlich, ewig.
Ein leises Seufzen stahl sich aus Minervas Mund. Wenn sie doch nur auch diese Ruhe finden könnte, wenn doch nur die Sorgen um die Freunde geringer würden, wenn das Glück endlich wieder die Trauer und den Schmerz aufwiegen könnte. Doch noch war es nicht soweit, noch galt es zu kämpfen, zu erklären und auch zu hoffen.
Als die Sonne sich zum Horizont neigte und die Schatten länger wurden, hörte sie leise Stimmen im Garten, die Minerva aufhorchen und angestrengt lauschen ließen.
„Geschafft?“, hörte sie Hermines helle Stimme, aus der recht deutlich ein Lachen sprach.
Und dann Severus' dunkles Timbre. „Nein“, sagte er in gewohnt spöttischem Ton, „ich könnte jetzt noch ohne weiteres einen Marathonlauf dranhängen.“
„Ja natürlich“, lachte Hermine auf, „nichts anderes hatte ich angenommen.“ Und auch Minerva konnte nicht verhindern, dass ein Lächeln über ihre Züge huschte. Sie legte ihr Buch aus der Hand und erhob sich schließlich, dann trat sie nach vorne an die Balustrade und sah den beiden entgegen.
Ihr einfacher und direkter Umgang miteinander führte Minerva wieder einmal dieses unbewusste und dennoch so tiefe Einvernehmen zwischen Severus und Hermine vor Augen, das ihr schon vor Wochen aufgefallen war und wieder beschlich sie das unangenehme Gefühl, ein Eindringling zu sein, der diese wunderbare Harmonie störte.
Und als sie die beiden so vertraut nebeneinander hergehen und miteinander reden sah, legte Minerva die Hand an die Lippen und wiegte den Kopf. Sie kannte Severus immer als äußerst beherrschten Menschen. Kein Gefühl, das ihn hätte verraten können, nur kühler und distanzierter Umgang mit anderen. Und wie anders erschien er ihr jetzt. Sie hatte ihn noch nie so gelöst gesehen, auch wenn er es beständig vor Hermine und sich selbst zu verbergen suchte; sein Ausdruck und seine Haltung verrieten sehr deutlich, dass da etwas war, was er als äußerst angenehm empfand und das er sichtlich genoss.
Minerva wagte gar nicht daran zu denken oder zu spekulieren, wer oder was sein Verhalten ausgelöst haben könnte, sie brauchte es auch gar nicht, sie sah es überdeutlich. Wahrscheinlich war es sich Severus selbst nicht einmal bewusst.
Die Stimmen wurden wieder leiser und Minerva konnte ihrer Unterhaltung nicht mehr folgen. Ihre Augen ruhten auf Hermine, die mit geröteten Wangen und aufmerksamem Blick neben ihm herging. Es war nicht nötig zu hören. Was sie sah genügte, um Minerva in ihrer Annahme zu bestärken. Sie seufzte auf und zog die Brauen zusammen. Wieder einmal machte sie sich Vorwürfe, dass sie Hermine in einer solchen Extremsituation allein gelassen hatte...
Erst sehr viel später würde Minerva erfahren, dass diese junge Frau, die sie wie ein Kind zu beschützen suchte, ihren Weg schon lange gewählt hatte, dass sie eine Entscheidung getroffen hatte, von der sie nichts auf der Welt würde abbringen können und vor allem, dass sie auf keinen Fall mehr eines war, ein Kind.
Im Augenblick aber war Minerva zutiefst erschrocken, da sie mit einer solchen Wendung nicht im Mindesten gerechnet hatte. Vielleicht täuschte sie sich ja und maß dem, was sie meinte zu sehen, viel zu viel Bedeutung bei. Vielleicht war sie auch nur zu empfindlich im Moment und vermutete hinter allem, was sie sah, das Schlimmste. Sie schüttelte entschieden den Kopf. Nein, als schlimm würde sie es nicht unbedingt bezeichnen, aber als äußerst Aufsehen erregend und beunruhigend…
Minerva konnte diesen Gedanken nicht zu Ende denken, denn Hermine hatte sie erspäht und winkte ihr lächelnd zu. Severus hatte im gleichen Augenblick den Kopf gewandt und sah ihr offen entgegen. Das Lachen war aus seinem Gesicht verschwunden und hatte mit einem Mal einer gespannten Aufmerksamkeit Platz gemacht. Minerva hob leise lächelnd die Hand und winkte zurück. Sie nickte sacht und wandte sich ab, um endlich in den Salon zu gehen, wo sie auf Hermine und Severus warten wollte.

Wenige Minuten später waren Hermine und Severus zu ihr ins Zimmer getreten. Minerva reichte Hermine die Hände und zog sie zur Begrüßung herzlich in die Arme.
Dann wandte sie sich an Severus, der mit unbewegter Miene bis zum Kamin gegangen und dort stehengeblieben war.
„Ich freue mich, zu sehen, dass es Ihnen soweit wieder gut geht, Severus“, sagte sie.
Severus nickte nur. Er hatte wieder diese Maske aufgesetzt, die Minerva nur zu gut kannte, undurchdringlich und unnahbar wirkte er, nichts kündete mehr von der wunderbaren Gelöstheit, die noch vor wenigen Minuten über seinen Zügen lag.
Sekunden gespannter Stille, die Hermine endlich durchbrach, bevor sie peinlich zu werden drohte.
„Gibt es Neuigkeiten, Minerva?“, fragte sie leise.
Minerva holte tief Luft, sah vom einen zum anderen und nickte leicht.
„Ja, es gibt Neuigkeiten.“ Dann wandte sie sich ab und ging durch den Raum.
Hermine und Severus folgten jedem ihrer Schritte mit den Augen.
„Ich kann diesen Aufenthaltsort nicht mehr länger geheim halten“, sagte sie leise und blieb stehen.
Sie schwiegen in Erwartung einer Erklärung, für die sich Minerva lange Zeit nahm. Endlich drehte sie sich wieder zu den beiden um und sah Severus in die Augen.
„Ich habe das Ministerium von Ihrem Überleben in Kenntnis gesetzt, Severus.“
Es war etwas, das sie so explizit mit ihm nicht besprochen hatte und auch Hermine gegenüber hatte sie nur Andeutungen gemacht. Aber ihn offiziell rehabilitieren zu lassen, davon war nie die Rede gewesen, solange sie nicht sicher war, alles in die Wege geleitet zu haben, das notwendig war, um ihn zu schützen.
Jetzt war richtige Zeitpunkt, es ihnen zu sagen und dennoch sah sie unsicher in die Runde und wusste, sie würde verlieren, wenn sie nicht Acht gab.
Hermines Augen waren geweitet, Severus' Gesicht allerdings verriet keinerlei Regung.
„Und wann werden sie kommen, um mich zu holen?“, fragte er spitz, verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich mit der Schulter an den Kaminsims.
Minerva kannte diese abweisende Geste nur zu gut. Sie wusste, dass er es als Verrat empfand, was sie getan hatte. Es tat ihr weh und dennoch war sie überzeugt, das Richtige getan zu haben. Sie war sich so sicher, alles war vorbereitet, jetzt musste er nur noch einschlagen.
Minerva schüttelte den Kopf.
„Nein“, begann sie, „Sie verstehen nicht...“
„Oh, ich verstehe nur zu gut.“ Er lachte ein böses Lachen. „Wir haben also den Spion, den Verräter und Mörder von Dumbledore endlich dingfest gemacht.“
Sein Blick streifte für einen Moment Hermine, bevor er wieder auf Minerva gerichtet war, herausfordernd und kühl.
„Haben wir ihn wieder gesund gemacht, damit er in Askaban seine gerechte Strafe absitzen kann... Ruhm auf das Ministerium und seinen Helfern.“
Hermine schüttelte den Kopf. Sie tat einen Schritt in Richtung Kamin, blieb aber dann doch vor einem der hohen Stühle stehen, deren Lehne sie hart umfasste, beinahe so, um sich zu stützen. Und noch bevor sie etwas sagen konnte, hatte Minerva wieder das Wort ergriffen.
„Er war niemals meine Absicht, Sie an das Ministerium zu verraten, Severus.“
Er zog die Brauen hoch und lachte.
„Überzeugen Sie mich.“
In diesem Moment wurde ihr klar, dass ihr das Ruder aus der Hand laufen würde, dass er sich niemals überzeugen lassen würde.
„Ich habe die Zusicherung des Zaubergamots, Ihnen einen fairen Prozess zu gewähren“, sagte sie ruhig.
„Ach, gemeinsam in einen Topf geworfen mit den übrigen Anhängern Voldemorts, derer sie habhaft geworden sind. Ja, das nenn ich in der Tat fair.“
Minerva schnaufte wütend auf.
„Nein“, sagte sie scharf, „dieser Prozess wird losgelöst von den anderen stattfinden.“
„Ach“, kam sein bissiger Kommentar, „ein Schauprozess also.“
„Bei Merlin, Severus!“, rief Minerva und rollte mit den Augen. „Wollen Sie es nicht verstehen?“
„Was soll ich denn nicht verstehen, Minerva?“, fragte er und seine Stimme wurde lauter. „Wie um alles in der Welt soll es Ihnen denn gelingen, diese Leute davon zu überzeugen, dass alles, was ich getan habe, auf Dumbledores Geheiß geschehen ist?“
Schweigen. So laut, dass es wehtat.
„Dumbledore ist tot“, sagte Severus, „und mit ihm alles, was Beweis hätte sein können.“
Minerva senkte den Kopf.
„Es wird nicht notwendig sein, auf Dumbledores Wissen zurückzugreifen“, sagte sie leise.
Jetzt sah er auf. Er nahm die Arme herunter und richtete sich wieder auf.
„Was wollen Sie damit sagen?“, fragte er lauernd.
Minerva wusste genau, was passieren würde, wenn sie ihm jetzt sagte, dass Harry Potter zu seinen Gunsten aussagen würde.
„Wir haben sehr glaubhafte Zeugen, die für Sie aussagen werden“, sagte sie nur.
Severus zog die Brauen hoch und konnte nicht verhindern, dass sein Blick an Hermine hängenblieb.
„Zeugen?“, fragte gedehnt und setzte belustigt hinzu: „Wen haben Sie ausgegraben?“
Er nahm den Blick von Hermine und versenkte ihn in Minervas Augen.
„Harry Potter.“ Nun war es heraus. Beinahe angstvoll sah Minerva in seine schwarzen Augen, deren Ausdruck sie sich nicht zu deuten getraute.
Eine Weile herrschte eisiges Schweigen. Schließlich rührte sich Severus.
„Potter?“, fragte er tonlos. Er wandte sich ab und trat ans Fenster. Angst sprang in ihm auf, eine Angst, die sich tief in ihn hineingefressen hatte, die er geglaubt hatte, abgelegt zu haben und die doch beständig bei ihm war. Er fürchtete sich vor dem, was sie nach oben graben würden. Er hatte es so viele Jahre tief in sich verschlossen. Er wollte es niemanden sehen lassen, lieber würde er sterben. Und die verblassenden Erinnerungen drängten sich schlagartig in sein Gedächtnis zurück.
„Ich will es nicht!“, sagte er unvermittelt.
„So“, sagte Minerva einigermaßen wütend, „Sie wollen nicht, dass man Ihnen Ihr Leben wiedergibt, sie rehabilitiert?“
Er lachte verächtlich.
„Mein Leben“, sagte er nur, „wer will schon so ein Leben?“
„Aber es wird jetzt anders sein!“, rief Hermine endlich. Sie konnte Minervas Vorgehen nicht unbedingt gutheißen, aber es erschien ihr doch so logisch und würde ihm eine faire Chance geben, wieder ins Leben zurückzukehren, in ein neues, anderes und hoffentlich besseres Leben.
Severus wandte den Kopf ohne sich umzudrehen und sah sie schweigend an. Für einen Augenblick waren aller Spott und alle Bissigkeit aus seinen Zügen gewichen. Leises Weh schlich sich in sein Herz, als er an ihr Gespräch vor Tagen dachte. Er hatte es deutlich gespürt, sie wünschte sich ein Leben für ihn, frei und ehrlich.
„So haben Sie es also über meinen Kopf hinweg entschieden“, sagte er bissig.
„Es war keine Zeit“, rief Minerva empört.
Er wandte sich nicht um, sondern starrte stattdessen in das Halbdunkel der heraufziehenden Nacht.
„Sie haben ja nicht einmal einen Versuch gewagt, mich zu fragen!“, sagte er bitter.
„Was hätten Sie getan? Hätten Sie mir zugestimmt?“ Minerva Stimme war ruhig und gefasst.
Severus wusste nur zu gut, dass er alles von sich gewiesen hätte, was auch nur im Entferntesten nach Hilfe für ihn ausgesehen hätte. Im Stillen erkannte er Minervas Bemühungen für ihn an, aber trotz allem konnte er nicht aus seiner Haut. So viele Jahre des Misstrauens konnten nicht einfach so weggewischt werden.
Er ging nicht auf ihre Frage ein.
„Es muss eine Genugtuung für Potter sein“, sagte er zynisch und obwohl er wusste, dass Harry Potter nie so war, wie er es sich immer eingeredet hatte, beschlich ihn die Furcht, dass er alles, was Severus ihm im vermeintlich letzten Augenblick seines Lebens gegeben hatte, damit er sehen konnte, doch nicht verstanden hatte.
Er konnte nicht verhindern, dass sein Blick zurück zu Hermine wanderte. Sie sah ihn nur stumm an und schüttelte leise den Kopf.
„Potter hat bis jetzt geschwiegen“, sagte Minerva, „erst als man ihm mitgeteilt hat, dass Sie am Leben sind und…“, sie stockte, „…man bemüht ist, Ihnen Ihre Reputation zurückzugeben, hat er sich entschlossen, auszusagen. Potter war es auch, der darauf bestanden hat, diesen Prozess nicht öffentlich stattfinden zulassen...“
Severus senkte die Lider und wandte sich um.
„Wann?“, fragte er.
Minerva atmete beinahe auf.
„Sobald Sie dieses Haus verlassen haben und an einen sicheren Ort gebracht worden sind, wird der Termin für die Verhandlung anberaumt.“
„Warum verschweigen Sie nicht einfach meinen Aufenthaltsort?“, seine Stimme klang hart. „Das sollte doch wohl kein größeres Problem für Sie darstellen.“
Minerva überging seine Anspielung.
„Nur unter der Bedingung der Preisgabe dieses Ortes war der Zaubergamot bereit, mir Glauben zu schenken“, antwortete sie mäßig verärgert. „Und weil wir nicht wissen, wie viele von Voldemorts ehemaligen Spionen noch im Ministerium tätig sind und Sie an die anderen verraten könnten, sobald sie erfahren, wo Sie sich aufhalten.“
„Ja, ich erinnere mich, dass Sie so etwas angedeutet hatten und ich habe Ihnen mein Wort gegeben, hier zu bleiben.“ Severus lachte amüsiert auf. „Und jetzt fordern Sie mich auf, zu gehen…?“
„Es ist nur zu Ihrer Sicherheit, Severus“, drang Minerva.
„Immer misstrauisch“, sagte er und sah sie an. „Ich bin es auch.“
Jetzt war es an Minerva bitter aufzulachen.
„Was glauben Sie, was ich bin“, begann sie und trat nah an ihn heran. „Deshalb ist keine Zeit zu verlieren. Sie müssen fort von hier. Ich weiß nämlich nicht, ob mein… Ihr Geheimnis immer noch ein Geheimnis ist.“
Severus zog die linke Braue in die Höhe.
„Wo, haben Sie gedacht, wäre für mich wohl ein sicherer Ort?“, fragte er interessiert.
„Malfoy Manor.“
Es traf. Severus drückte den Rücken durch und richtete sich kerzengerade auf. Er sah hinüber zu Hermine, der in dem Augenblick, als Minerva diesen Namen genannt hatte, ein leises Keuchen entfuhr. Doch Hermine hatte sich schnell wieder im Griff.
„Meinen Respekt“, sagte er und wandte den Blick wieder Minerva zu. „Sie haben mit Lucius Malfoy gesprochen?“ Er wartete gar nicht erst Minervas Antwort ab. „Was macht Sie so sicher, dass nicht er mich verraten wird?“
Minerva sah ihm in die Augen. Kein Spott war darin zu lesen, sondern offene Überraschung, von der er sich nicht die Mühe gemacht hatte, sie zu verbergen.
„Vertrauen in eine alte Freundschaft“, sagte Minerva leise.
Severus senkte den Blick und drehte sich um. Er stützte die Hände auf den Fenstersims und ließ den Kopf auf die Brust sinken.
Nie hätte er damit gerechnet, dass sie auf den Gedanken kommen würde, ihm bei Lucius Malfoy eine Zuflucht zu verschaffen. Sie hatte seinen ehrlichen Respekt, aber Minerva McGonagall war schon immer ein außergewöhnlicher Mensch, dem er mehr als vertrauen konnte.
Was sollte er tun?
Malfoy Manor war zweifelsohne das sicherste Versteck, das man sich wünschen konnte und mit Lucius hatte er einen wirklichen Freund, der ihm noch immer geholfen hatte, wenn es darauf angekommen war.
Dennoch war Severus hin und her gerissen. Einerseits sehnte er sich nach Ruhe, andererseits wollte er nicht als Verräter und Mörder in den Köpfen der Menschen in Erinnerung bleiben, nicht mehr… Aber er wusste auch, dass er dafür würde kämpfen müssen, so wie er es immer hatte tun müssen, kämpfen um sein Leben.
Doch er war des Kämpfens müde, er war es so leid…
Still stand er da. Seine Gedanken überschlugen sich. Severus wusste zum ersten Mal nicht, was er wirklich wollte.
Da trat Minerva zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Versprechen Sie mir, dass Sie es in Erwägung ziehen, Severus.“
„Ich werde es mir überlegen“, sagte er ruhig.
„Wir können es nicht mehr länger geheim halten“, drang sie. „Jede Stunde, die wir warten, könnte bekannt werden, dass Sie sich hier aufhalten.“
Severus hob den Kopf.
„Ich werde es mir überlegen“, antwortete er noch einmal.
Minerva konnte ein Seufzen nicht mehr unterdrücken. Doch sie wusste auch, dass kein weiteres Wort ihn zu einer anderen Aussage als dieser hätte bewegen können.
Sie zog die Hand zurück.
„Ich werde in zwei Tagen wiederkommen…“
„Ich denke, bis dahin habe ich eine Antwort für Sie“, sagte er, ohne sich umzusehen.
Minerva fühlte es deutlich, Trotz und Stolz sprachen aus diesen Worten und kaum verhaltener Ärger darüber, dass sie ihn nicht ins Vertrauen gezogen hatte.
Sie nickte resigniert und ging ohne ein weiteres Wort.

Severus und Hermine waren allein. Keiner wagte irgendetwas zu sagen.
Hermine hatte Minerva stumm nachgesehen und auch jetzt, da sich die Tür schon lange hinter ihr geschlossen hatte, starrte sie noch versonnen darauf.
Severus sah verstohlen zu Hermine hinüber und im gleichen Augenblick hatte auch Hermine den Kopf gewandt. Ihre Blicke kreuzten sich. Für einen winzigen Moment sahen sie sich in die Augen.
„Wie lange wissen Sie davon?“, fragte er barsch.
Hermine zog die Brauen zusammen.
„Ich habe es nicht gewusst“, sagte sie gekränkt.
„Ach.“ Wieder diese Ironie, die sie so hasste.
„Ich“, stammelte sie unsicher, „ich hatte angenommen, Minerva hätte es Ihnen gesagt...“
„Hat sie ja auch“, lächelte er böse, „gerade eben.“
Hermine sah ihn nur an.
„Und was werden Sie jetzt tun?“, fragte sie achtsam.
„Sie lässt mir ja keine andere Wahl…“ Hörte sie da einen Anflug von Trotz aus diesen Worten? Hermine sah ihm in die Augen. Wut stieg in ihr auf. Was sollte das? Wollte er etwas aus Stolz und gekränkter Eitelkeit dieses außerordentliche Angebot abschlagen?
„Sie haben eine Wahl“, sagte sie grimmig.
Er lachte leise auf.
„Und wofür sollte ich mich entscheiden, Miss Granger?“
Er nahm sie nicht ernst.
„Was wollen Sie denn wirklich?“, fragte sie trotzig.
Unzählige Male hatte er gerade darüber nachgedacht. Ja, was wollte er wirklich?
„Das Richtige?“ Er tat erstaunt und hatte sich dabei ungewandt. Er sah Hermine jetzt offen in die Augen. Sein Blick tat ihr weh. „Dann sagen Sie es mir auch noch. Sagen Sie mir, was das Richtige für mich ist. Jeder andere scheint es ja zu wissen, nur ich offensichtlich nicht…!“
Seine Worte kränkten sie zutiefst.
„Wollen Sie es wirklich wissen?“, fragte sie leise. Sie rührte sich endlich, kam heran und blieb ganz nah vor ihm stehen.
Severus zog die Brauen zusammen und sah auf sie hinab.
„Das Leben“, sagte sie und suchte seinen Blick, „das ist das Richtige… das Jetzt und das Morgen… und niemals das Gestern.“ Und mit diesen Worten überließ sie ihn seinen wilden Gedanken…

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Fortsetzung folgt…


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Wer gebeten wird, in einem Harry-Potter-Film mitzumachen, würde niemals ablehnen. Und mir hat die Rolle Spaß gemacht. Bellatrix’ Persönlichkeit ist offenbar ernsthaft gestört. Sie findet es richtig toll, besonders böse zu sein. Wahrscheinlich ist sie in Lord Voldemort verliebt; immerhin hat sie für ihn 14 Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt ist sie wieder draußen und noch fanatischer als je zuvor.
Helena Bonham Carter