Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Ende und Anfang - Ruhe?

von artis.magica

Ruhe?

Als Minerva wieder auf Hogwarts ankam, war die Sonne gerade untergegangen. Ihre Strahlen schickten einen letzten goldenen Schimmer über die Hügel und Täler und überließen nach und nach der Dämmerung das Feld. Dunkelheit legte sich über das Land und mit ihr erwachten die Stimmen der Nacht.
Minerva sah sich noch ein letztes Mal um, bevor sie durch das ‚Große Tor’ trat und sich langsam auf den Weg in ihr Quartier machte. Als sie schließlich angelangt war, stieß sie die Tür auf und trat ein. Sie gab der Tür einen Schubs, der sie mit einem lauten Klappen ins Schloss fallen ließ. Einen Augenblick noch starrte sie versonnen vor sich hin, dann löste mit einem leisen Lächeln den Umhang, zog ihn sich von den Schultern und warf ihn schwungvoll über die Lehne des ihr nächststehenden Stuhles. Hätte sie es sonst sofort in Ordnung gebracht, so störte sie es jetzt überhaupt nicht, dass er dort nicht hängen blieb, sondern ganz langsam und sachte zu Boden glitt.
Sie machte kein Licht, momentan hätte sie zu viel Helligkeit einfach nur als störend empfunden. Stattdessen genoss sie das Halbdunkel mit seinem weichen Licht. Besänftigte es doch auf recht angenehme Weise ihr aufgeputschtes Gemüt und gab ihr die verloren geglaubte Sicherheit zurück.
Minervas Stimmung war seit Langem endlich wieder dort, wo sie damals war, als sie Severus von diesem furchtbaren Ort fortgeholt hatten, als sie ihm auf McGonagall Hall eine Zuflucht gegeben hatte, wo er wohl versorgt gesund werden konnte.
Sie war vorerst zufrieden. Nein, dachte sie und schüttelte leise den Kopf, zufrieden traf es nicht unbedingt, optimistisch war wohl eher der richtige Ausdruck. Mit einem sachten Nicken unterstrich sie ihre Gedankengänge. Ja, sie war zuversichtlich und hoffnungsvoll, zumindest für den Augenblick.
Für eine Sekunde hatte sie sich nach einer Tasse heißen Tees gesehnt, doch jetzt wies sie diesen Gedanken daran von sich und ging kurz entschlossen zum Schrank in der Ecke. Sie öffnete ihn langsam, entnahm ihm ein Glas und beugte sich nach der verstaubten Flasche, die ganz nach hinten geschoben war. Sie trug beides zum Tisch vor dem Kamin und ließ sich dann in ihrem Lieblingssessel nieder. Für Minuten sah sie versonnen den Flammen zu, wie sie heiß im Kamin emporzüngelten und gierig das Holz auffraßen. Wohlige Wärme umfing Minerva und wäre sie innerlich nicht so aufgewühlt gewesen, hätte einem besinnlichen Abend eigentlich nichts im Wege gestanden.
Doch so sehr sie sich auch danach sehnte, ihre Gedanken und Gefühle ließen sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Schließlich aber beugte sie sich nach vorne und entkorkte die Flasche mit feinstem schottischen Whisky, uralt und kostbar. Sie goss bedächtig die bernsteinfarbene Flüssigkeit in ihr Glas und nahm es auf. Mit geschlossenen Augen atmete sie den Duft, den die Flüssigkeit verströmte. Dann nippte sie daran und mit dem Geschmack kamen beinahe verloren geglaubte Erinnerungen wieder.
Bei dem Gedanken an längst vergangene Tage, drängte sich Wehmut in ihr Herz. Sie wusste, es war ein Festhalten an Altem, an längst gelebte Zeit und sie wusste auch, dass sie alle Erinnerungen daran, ganz egal ob freudig oder schmerzlich, immer weitergetragen hatten. Sie hob die Lider und starrte in ihr Glas.
Ja, dachte sie, sie war fest entschlossen, die jetzigen Erlebnisse diesen hinzuzufügen, auch wenn sie nicht sicher war, ob es gute Erinnerungen werden würden. Und wenn Minerva sich viele Jahre später an die Ereignisse, die nun so bedeutungsschwer vor ihnen langen, erinnerte, würde sie mit einem zufriedenen Lächeln darauf zurückblicken.
Minerva lehnte sich wieder zurück in die Polster.
Ja, sie war im Moment zuversichtlich. Die Spannung und die Angst der letzten Wochen und Tage waren in dem Augenblick von ihr abgefallen, als sie Hermine und Severus sicher in Lucius Malfoys Obhut gegeben hatte. Und die stete Ungewissheit, die sie bisher fest umklammert hielt, hatte leiser Hoffnung Platz gemacht.
Die wenigen Tage der Ruhe, die sie den beiden so großzügig zugestanden hatte, würden auch ihr selber gut tun und dabei helfen, ihre sich überschlagenden Gedanken zu ordnen und wieder Struktur hineinzubringen. In ein paar Wochen würde die Verhandlung anberaumt und allerspätestens dann brauchte sie jeden klaren Gedanken.
Minerva nahm noch einen Schluck von ihrem Glas und stellte es sachte zurück auf den Tisch. Sie würden eine Strategie brauchen, eine Linie, um Severus in die Freiheit zu bringen. Und wieder erwischte sie sich dabei, wie sie so selbstverständlich daran dachte, Lucius Malfoys Dienste in Anspruch zu nehmen. Sicher gab es keinen, der sich mit der Materie so gut auskannte wie er und seine zweifelsohne immer noch ausgezeichneten Kontakte würden ihnen dabei helfen, die Strategie zu finden, welche dieses schwierige Unterfangen mit Sicherheit zu einem guten Ende führten konnte. Minerva war nach dem heutigen Abend felsenfest davon überzeugt, dass Malfoy Severus’ zuliebe alles tun würde, um ihm zu helfen.
Minerva schüttelte nachdenklich den Kopf. Sie konnte sich nicht getäuscht haben, als sie die Bewegung in seiner Stimme und in seinen Gesten wahrgenommen hatte. Er hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, sie vor ihnen allen zu verbergen. Minerva versuchte sich zu erinnern, wann genau sie Lucius Malfoy das letzte Mal so emotional erlebt hatte, doch sie konnte sich keine Situation bewusst vor Augen führen.
Ein leises Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ja, Malfoy würde ihnen helfen und sicher auch sich selbst. Auch wenn der Minervas wiederholtes Angebot ausgeschlagen hatte, war sie dennoch davon überzeugt, dass seinem Auskommen wenig im Wege stand. Malfoy war ein Fuchs, der Für und Wider gut abzuwägen wusste und der sich, bei allem Risiko, immer noch ein Hintertürchen offenließ. Sie kannte ihn immer so, von klein auf war es nie anders gewesen. Ganz anders als Draco, hatte Lucius nie mit dem Einfluss und der Macht seines Vaters geprahlt oder sich gar darauf ausgeruht. Wohl hatte er immer darauf vertraut und sich durch sie in Sicherheit gewiegt, dennoch hatte Lucius gehandelt, hatte Fäden gezogen, manipuliert, Kontakte geknüpft und war, trotz aller Umsicht, an den falschen Herrn geraten. Alles nur aus übertriebenem Machthunger und Ehrgeiz. Ein Fehler, den er sich selbst erst sehr viel später eingestanden hatte.
Minerva schloss die Augen und lehnte sich zurück.
Malfoy war nicht das Problem, wenn man von ihm als Problem überhaupt sprechen konnte. Lucius würde auch jetzt seinen Weg finden und Minerva war sich sicher, dass er dieses Mal den richtigen gehen würde, wenngleich sie der Überzeugung war, dass er einige seiner Vorlieben und Vorurteile wohl nie ablegen würde.
Minerva zog die Stirn in Falten, denn genau dieser Gedanke brachte sie wieder zu Hermine.
Sie wusste genau, was sie der jungen Frau abverlangte und dennoch würde Minerva es immer wieder tun. Es gab nichts, dessen sie sich so sicher war, wie die Entscheidung, die sie getroffen hatte. Sie würde sich nie anders entscheiden wollen, denn sie könnte es sich nie verzeihen, wenn Hermine etwas geschehen würde, nur weil sie zu nachlässig, zu unaufmerksam gewesen war. Nein, dieses Mal wollte Minerva alles richtig machen. Dieses Mal würde sie einen von ihr geschätzten Menschen nicht alleine lassen, dieses Mal würde sie nicht vergessen wollen.
Es wäre schön gewesen, wenn sie es Hermine hätte möglich machen können, ihre Freunde zu sehen, aber auch das würde, nur um ihre Sicherheit nicht zu gefährden, zum gegenwärtigen Zeitpunkt einfach nicht möglich sein.
Minerva öffnete die Augen und hob den Kopf.
Über ihre Züge legte sich ein Lächeln. Sie musste auf einmal an den Satz von Arthur denken, als der erfahren hatte, wo Hermine sich gegenwärtig aufhielt und dass Ronald, ganz entgegen seiner Gewohnheit, vergeblich Brief um Brief an seine alte Schulfreundin schickte ...
Minerva legte die Hand vor den Mund und zog die Stirn in Falten. Sie konnte nicht verhindern, dass ihr ein leises Seufzen von den Lippen kam.
Das konnte ja noch heiter werden, dachte Minerva. Denn sie war, nach allem was sie gesehen und gehört hatte, und was sie selbst miteinander zu kombinieren im Stande war, felsenfest davon überzeugt, dass Hermine das Kapitel Ronald Weasley schon abgeschlossen hatte.
Ob Hermine es selbst schon wusste?
Spätestens in ein paar Wochen, wenn sie wieder auf Hogwarts war, würde sich dieses Thema unweigerlich in ihr Leben drängen. Und plötzlich kam Minerva in den Sinn, was sie so überdeutlich gesehen hatte. Es war dieser Blick, den Hermine Severus zugeworfen hatte, vorhin, in Lucius’ Salon und von dem sie mit Sicherheit überzeugt war, dass keiner ihn bemerkt hatte und der Blick, den sie ihm auf McGonagall Hall geschenkt hatte, bevor sie sich auf den Weg nach Malfoy Manor machten …
Sie hatte gesehen, wieviel Wärme, wieviel Zuneigung in diesem Blick gelegen hatte und soviel Hoffnung.
Wieder drängten sich die Bilder im Garten vor ihr geistiges Auge, wieder hörte sie die ungezwungene und unbewusst freudig geführte Unterhaltung der beiden, sah sie sie beinahe wieder vor sich.
Etwas war anders seit dem Tag, irgendwie inniger, tiefer, fester. Sie wusste nicht, was vorgefallen war in den wenigen Tagen, die sie selbst nicht auf McGonagalll Hall weilte und doch keimte ein leiser Verdacht in ihr auf.
Minerva erhob sich unruhig und ging im Zimmer auf und ab.
Nein, es konnte nicht sein. Sie schüttelte entschieden den Kopf. Nie und nimmer! Sie bildete sich das gewiss nur ein.
Minerva blieb am Fenster stehen und sah in die Dunkelheit hinaus.
Weshalb eigentlich nicht?
Sie zog zweifelnd die Brauen zusammen.
Sicher war es nur ein verrücktes Gefühl, dass Minerva jetzt überfiel, nichts sagend eben und doch so beängstigend stark. Sie musste sich eingestehen, dass es durchaus wahr sein konnte, dass die beiden in den vielen Wochen, die sie gemeinsam verbracht hatten, allein und abgeschieden von der übrigen Welt, eine Art Bündnis geschmiedet hatten, dass sie eine Art Freundschaft miteinander verband ...
Minerva seufzte und schüttelte zum wiederholten Male den Kopf.
Was redete sie sich denn nur ein? War es nicht ganz offensichtlich, dass die beiden mehr verband als nur Freundschaft. Hatte sie es nicht schon die ganze Zeit über bemerkt, dass da etwas war, das über gewöhnliche Freundschaft weit hinausging? Sicher, damals war es noch anders, aber jetzt ...?
Minerva riss die Fenster auf und sog die frische Nachtluft tief in ihre Lungen.
Sie war sich, nach reiflicher Überlegung, vollkommen sicher, dass die beiden sich eindeutig näher standen, als sie gedacht hatte. Und ob sie an Ende intim geworden waren, darüber konnte Minerva nur spekulieren.
Ein tiefer Schnaufer und ein nachdenklicher Blick auf die dunklen Hügel, die nur von einem blassen Mond beschienen wurde, der sich langsam über den Horizont schob.
Wie sollte sie nur darauf reagieren? Sie hätte nie und nimmer damit gerechnet. Sie kannte Severus als äußerst beherrschten Menschen, der anderen und selbst eigenen Gefühlen mit Vehemenz aus dem Wege ging, geschweige denn sie offen zeigte. Wie oft hatte sie ihn für diese Unnahbarkeit und Verschlossenheit verwünscht. Dennoch erinnerte sie sich ganz genau an die Bewegung in seiner Stimme, als er gefordert hatte, Hermine mit nach Malfoy Manor zu schicken.
Auch wenn er sich nicht so gab, wenn aus seiner Miene kaum eine Regung herauszulesen war, war Minerva überzeugt, dass seine Gefühle für Hermine viel tiefer waren, als er sich wohl selbst je einzugestehen bereit war.
Und Hermine? Wie wenig kannte sie sie doch …
Minerva hoffte nur, dass das Gefühl, dass sie Severus entgegenbrachte, nicht nur aus zutiefst empfundener Anteilnahme entsprang. Es wäre nicht gut für Hermine und erst recht nicht gut für Severus, wenn er sich wirklich darauf eingelassen hatte.
Ratlosigkeit machte sich in Minerva breit und Unsicherheit ... wo hört Mitleid auf und wo beginnt das echte Gefühl? Minerva gelangte zu dem Schluss, dass sie es wohl Hermine und Severus überlassen würde, diese Beziehung, so sie denn wirklich vorhanden sein sollte, zu erklären.
Auch wenn sie diesen Punkt für sich gerne geklärt hätte, ein anderer Gedanke bedrängte Minerva augenblicklich viel mehr. Es war die Gewissheit darüber, dass Hermine an dem Ort, an welchem Minerva sie untergebracht hatte, Qualen litt. Und was das Schlimmste war, sie konnte ihr überhaupt nicht helfen.
Sein weiterer tiefer Seufzer entrang sich Minervas Kehle.
Hermine musste damit ganz allein fertig werden und Minerva hoffte so, dass es der jungen Frau gelingen würde, über ihren Schatten zu springen, so wie es Lucius Malfoy schon ansatzweise getan hatte.
Es war kein leichtes Unterfangen und so wie sie Hermine kannte, würde jemand, der in Sachen Respekt so verwöhnt war wie Lucius Malfoy, bei ihr einen sehr, sehr schweren Stand haben. Trotz allen Vertrauens keimte dennoch ein wenig Angst in Minerva auf. Es war die Angst davor, ob Hermine, die in Lucius’ Haus auf Schritt und Tritt an die Demütigungen und Schmerzen erinnert wurde, diesem immensen Druck, der auf ihr lastete, auch standhalten konnte. Es musste einfach gelingen, denn wenn es ihr nicht möglich war, sich zu arrangieren, würde sie sicher daran verzweifeln.
Was Minerva Zuversicht ins Herz pflanzte, war der Gedanke daran, dass Hermine eine äußerst starke Persönlichkeit war und dass sie darüber hinaus mit Severus einen Menschen zur Seite, hatte, der ihr, so nahe er Lucius auch stand, durch diese Zeit hindurch helfen würde. Und Minerva war sich sicher, dass er es tun würde.
Minerva ließ die Hände sinken, sie wandte sich ab und ging zu ihrem Sessel zurück. So viele Gedanken, so viele Ecken, von denen aus man sich verlaufen konnte, so viele Zweifel und doch, wenngleich sie auch nicht mehr so drückend waren, wie noch vor wenigen Wochen, gab es da immer noch Ängste.
Entschlossen leerte Minerva ihr Glas und schwor sich, erst wieder darüber nachzudenken, wenn alles vorüber war, wenn der Plan, den sie gemeinsam geschmiedet hatten, in Erfüllung gegangen war.

--------

Fortsetzung folgt...


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Weil ich ein riesiger Fan von Gary Oldman bin, war ich bei unserem ersten Treffen völlig eingeschüchtert. Dabei ist er echt ein cooler Typ und ich habe mich in seiner Gegenwart sofort sehr wohl gefühlt.
Daniel Radcliffe