
von cherry blossom
Mal was neues von der Front ;D
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In den Kerkern
Etwas Helles tat sich vor Tonks' Augen auf. Kurz blinzelte sie und erkannte Julie, die gerade die Vorhänge beiseite gezogen hatte. „Was machst du? Ich will noch schlafen.“ murrte sie in Julies Richtung, die so tat, als hätte sie es nicht gehört. „Es ist schon spät. Du musst dich noch anziehen und frühstücken müssen wir auch.“ Julie dreht sich nun zu Tonks um und sah sie an, ihre Arme in ihre Hüften gestemmt. „Du hörst dich schon an wie meine Mum.“ motzte Tonks und drehte ihren Kopf auf die andere Seite, um Julie nicht mehr sehen zu müssen und schloss ihre Augen.
„Spinnst du?“ schrie Tonks, als plötzlich ihre Bettdecke wegflog und sich auf dem Bettgestell aufhing. „Aufstehen.“, waren die letzten Worte von Julie ehe sie den Schlafsaal verließ. Lustlos schleppte sich Tonks aus dem Bett und zog ihren Koffer unter dem Bett hervor. „Chester, runter da. Na hopp, wird’s bald?“ Ein kleiner, dicker rotweiß-gestreifter Kater lag zusammengerollt auf ihrem Koffer. Er schaute sie kurz an und gähnte dann demonstrativ. „Chester.“ Tonks zog ihren Zauberstab hervor und stupste damit Chester ein paar Mal an, doch der rührte sich nicht. „Accio Chester.“ Der Kater erhob sich in die Luft und beschwerte sich sofort durch lautes Miauen. „Du hast es ja nicht anders gewollt.“ sagte Tonks und zuckte mit den Schultern. Sie ließ Chester auf Julies Bett fallen und zog sich an. Währenddessen dachte sie über ihren Traum nach. Es gelang ihr nicht ihn zu deuten, in keinster Weise. Sie starrte gedankenverloren aus dem Fenster, bis ihr schließlich einfiel, dass sie in die Große Halle kommen sollte.
„Beim heiligen Merlin, wo warst du so lange?“ hörte Tonks Julie schon von weitem rufen. „Dein blöder Kater hatte es sich auf MEINEM Koffer bequem gemacht und wollte nicht mehr runter gehen.“ Julie grinste. „Er weiß halt mit wem er's machen kann.“ Mit wütend funkelnden Augen blickte Tonks ihre beste Freundin an und setzte sich eilig an den Hufflepuff-Tisch. „Willst du auch Rühreier?“ fragte Julie in ihrem immer fröhlichen Tonfall. „Nein.“ brummelte Tonks unverständlich. „Jetzt sei doch nicht sauer. Ich entschuldige mich für mein und sein Verhalten,okay?“ Julie strahlte Tonks an. Es war eigentlich unmöglich ihr so noch böse zu sein. „In Ordnung.“ murmelte Tonks und schaffte sich auf ihren Teller Schinken und Spiegelei drauf. Hastig verschlang sie es und wollte schon aufstehen, als Julie sie am Arm festhielt. „Wo treffen wir uns?“ „Am Alte Runen Raum.“, sagte Tonks knapp. „Okay .Und Dora,“ jetzt kam etwas ernstes, sonst sagte Julie selten Dora. „Ich bin für dich da, aber das weißt du ja.“ Sie lächelte und ließ Tonks' Arm los. Diese blickte sie kurz an und verschwand dann aus der Großen Halle in Richtung Zaubertränke.
Tonks dachte über Julies Worte nach. Es war fatal, lange konnte man ihr einfach nichts vormachen. Dafür hatte sie eine viel zu gute Menschenkenntnis und kannte Tonks lange genug. Eiligen Schrittes ging sie durch die Korridore, die Treppe hinunter zu den Kerkern, als sie plötzlich stehen blieb. Nur wenige Meter vor ihr standen Snape und der neue Lehrer. Professor Lupin. Schnell versteckte sie sich in einer kleinen Nische, konnte jedoch noch genug sehen. Ihr Herz pochte ihr bis zum Hals, jedoch nicht aus dem Grund, den sie sich gewünscht hätte. Sie hatte keine Angst entdeckt zu werden, nein, sie war so nervös wegen ihm. Remus Lupin. Sie wollte es nicht wahrhaben und schüttelte energisch den Kopf, als sich ihr Ordner aus ihrer Hand löste und laut scheppernd zu Boden fiel. Sie hielt kurz ihre Augen geschlossen und sah dann, wie Snape und Professor Lupin auf sie zu kamen. „Warum muss mir immer so was passieren?“ Sie strengte all ihre Kräfte an und färbte ihre Haare strohblond und hüftlang. Außerdem wandelte sie ihre Augen von grün in stahlblau und veränderte leicht ihre Augenform. Eigentlich war es aussichtslos, doch ein Versuch war es wert. „Welcher Wicht auch immer sich dort verstecken mag soll gefälligst vortreten.“ Bei Snapes strengem Ton bewegten sich ihre Beine wie von selbst. Sie hob noch schnell ihren Ordner auf, hielt ihn sich vor die Brust und trat aus der Nische hervor. „Ach nein, was für ein Zufall.“ Snape umkreiste Tonks, als sei sie sein Opfer und er der Jäger. „Ich kenne so eine Schülerin nicht, also nehme ich doch ganz stark an, dass es sich hierbei um,“, er machte eine kurze Pause. „Miss Tonks handeln muss. Den einzigen Metamorphmagus an dieser Schule. Hab ich Recht?“ Es hatte keinen Sinn, dass wusste Tonks und so ließ sie ihren Zauber abklingen. Ihre Augen wurden wieder grün, die Haare schulterlang und braun. Für rosa war sie nicht in der richtigen, fröhlichen Stimmung. Snapes Augen blickten angespannt und triumphierend auf Tonks, als hätte er gerade eine sensationelle und weltbewegende Entdeckung gemacht. Es machte ihm großen Spaß Tonks zu demütigen. „Wollten Sie hier unten rumschnüffeln, oder wie habe ich Ihr Verhalten zu verstehen?“ Mit eiskalten Augen starrte er Tonks an. „Ich würde sagen,“ er überlegte angestrengt. „80 Punkte Abzug für Hufflepuff, einen Monat nachsitzen bei mir,“,die Wörter bei mir betonte er deutlich. „Und die Entziehung des Vertrauensschülerabzeichen.“ Er grinste schelmisch. Entsetzt sah Tonks ihn an. „Nicht das Abzeichen.“ Es bedeutete ihr viel, auch weil ihre Eltern so stolz auf sie gewesen waren. Für einen kurzen Moment hatte Tonks Professor Lupin vergessen, doch dieser meldete sich nun zu Wort. „Severus. Das ist zu hart. Miss Tonks hat doch bestimmt einen Grund, warum sie sich hier unten aufhält,oder?“ Er schaute Tonks mit einem Lächeln an. Ihr wurde heiß und kalt zugleich und starrte nervös zu Boden. „Ja, den hab ich.“, brachte sie heraus. „Mein erstes Fach heute ist Zaubertränke.“ Sie sah, wie alle Gehässigkeit aus Snapes Blick verschwand und stattdessen sein Kopf leicht rot anlief. Dieser Anblick war all die Schmach eben wert gewesen und sie hätte schwören können, dass auch Professor Lupin lächelte. Lachen stand ihm gut. Am gestrigen Abend hatte er es kein einziges Mal gezeigt. Sie entwich ihren Träumen und stellte sich wieder der Gegenwart. Snape war aufbrausend davon geeilt und auch Tonks wollte gerade los laufen, als Lupin sie ansprach. „Entschuldigung.“ Sie blieb stehen und wandte sich um. „Es sind noch zehn Minuten bis zum Unterrichtsbeginn. Würde es Ihnen etwas ausmachen mich zu begleiten?“
Verdutzt starrte Tonks ihn an. Bis sie ihre Fassung wieder hatte, vergingen wohl ein paar Sekunden, denn er lächelte schon wieder. „Nein.“, war alles, was sie aus sich heraus bekam. „Wie peinlich. >Nein<,mehr ist dir anscheinend auch nicht eingefallen.“sprach sie mit sich in Gedanken.
Es kam ihr vor wie eine Stunde, wie sie nebeneinander herliefen. Dann endlich fing Lupin an zu sprechen. „Sie sind ein Metamorphmagus?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage, und doch erwartete er eine Antwort. „Ja, das stimmt.“, was sollte sie sonst noch dazu sagen? „Es ist eine unbezahlbare, wertvolle Fähigkeit, die nur sehr wenige Hexen und Zauberer beherrschen. Sie ist angeboren, kann nicht erlernt werden.“ Er blickte an die Decke des Kerkers. Tonks wusste nicht, was er von ihr wollte. Noch dazu hatte sie ein äußert mulmiges Gefühl im Magen, das einfach nicht weggehen wollte. Unbemerkt kniff sie sich ein paar Mal in den Bauch, doch es ging nicht weg. Die Stille zwischen ihnen empfand sie als erdrückend, ihm schien sie nichts auszumachen. „Verzeihung, aber ich weiß nicht, was sie“, er unterbrach sie. „Ich möchte sie nur darauf aufmerksam machen, dass Sie Acht geben müssen. Sie können mit diesen Fähigkeiten Verheerendes anrichten.“, er hatte sich leicht nach vorn gebeugt, um ihr besser in die Augen schauen zu können und packte ihre Schultern. Ihr Inneres fuhr durch diese kleine Berührung Achterbahn. „Viele schwarze Magier werden sich um eine Person wie Sie reißen.“Er machte eine kleine Pause. „Passen Sie auf sich auf.“ Tonks schaute ihm direkt in die Augen. Sie sahen anders aus als vor ein paar Minuten. Besorgt. Und Angst spiegelte sich in ihnen wieder. Er machte sich Sorgen um sie? Hatte Angst um sie? Das konnte sie beim besten Willen nicht glauben, er kannte sie ja noch nicht einmal.
Er wandte seine Augen von ihr ab und ließ seine Arme von ihr fallen. Ein letztes Mal blickte er sie an, dann verschwand er in den Kerkern. Tonks blickte ihm nach. Er war ein komischer Mann, auch wenn sie nicht viel über ihn wusste, dessen war sie sich sicher. Und er war einsam, das hatte sie gespürt.
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Ich freue mich ganz doll, wenn ihr Kommis hinterlasst ^^
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