
von Alanna
Das letzte was Severus Snape sah, waren die grünen Augen. Lilys Augen.
Harrys Augen.
Nun erkannte er das Dumbledore recht gehabt hatte. Der Junge war nicht wie sein Vater. Er war wie seine Mutter.
Das nächste was er spürte war Pflasterstein. Er öffnete die Augen und sah dass er auf einem großen Platz stand. Ein Springbrunnen stand in der Mitte. Und er blutete nicht mehr. Verwirrt blinzelte er. War das hier der Tod? Wenn ja, dann war gar nicht so schlimm, entschied er. Dann sah er ein paar hellblaue Augen. Ein von ihm gehasstes paar blaue Augen.
„Severus“ sagte Dumbledore und streckte die Arme aus. „Ich hatte gehofft dir den Tod zu ersparen.“ Er lächelte, aber er sah traurig aus. Snapes schwarze Augen blitzten vor Hass. „Damit ich dir nicht wieder auf die Nerven gehen kann?“ fauchte er den ehemaligen Direktor an. Dieser seufzte und trat auf ihn zu. „Ich kann verstehen, wenn du wütend bist“ sagte er schließlich leise. Snape unterbrach ihn. „Wütend?“ sagte er laut „Wütend? Ich HASSE dich“ inzwischen schrie er. „Du hast mich mein ganzen Leben betrogen. Du hast mich nur benutzt! Du hast meine Reue ausgenutzt, mir gesagt du vertraust mir, aber es niemals getan, mich in die Hände des Lords geschickt, mit dem wissen was ich dort durchlebte und hast mir hinterher immer gesagt das es für eine gute Sache sei!“
Dumbledore hatte ihm still zugehört. Verständnis lag in seinem Blick. „Ich weiß dass ich dir unrecht angetan habe“ sagte er schließlich leise. „Und ich kann verstehen dass du mich hasst. Ich weiß das ich Schuld bin, das du hier stehst und ich weiß das ich Schuld bis, das du kein richtiges Leben hattest. Es tut mir Leid Severus“ Der letzte Satz war geflüstert. Obwohl Snape wusste, das er es ernst meinte, war er nicht bereit zu verzeihen. Stadtdessen blickte er sich um. Wie er bemerkte, war der Platz auf dem er stand, das Zentrum einer großen Stadt. Viele bunte Häuser erhoben sich vorm Horizont. „Und was ist meins?“ fragte er schließlich mürrisch. Albus blickte auf. „Du wohnst bei uns“ sagte er schließlich. „Und wer ist das?“ war Snapes Gegenfrage.
„Bei mir, Fred, Sirius, James, Remus, Nymphadora, Regulus...und Lily“
Snape starrte ihn an. Unfähig sich zu rühren. Auch nur einen Gedanken zufassen.
„Bestimmt nicht“
diese worte kamen über seine Lippen, heiser, aber klar. Doch bevor er was tun konnte, hatte Dumbledore ihm am Arm gefasst, und plötzlich standen sie in einer großen Küche. Es war ein schöner Raum, mit getäfelten Wänden und einem großen Fenster. Ein großer, runder Tisch stand in der Mitte. An ihm Sassen James Potter, Sirius Black, Regulus Black, Fred Weasley und Lily. Sie spielten Karten, lachten und alberten herum. Sirius blickte auf. „Oh Albus, du bist schon zu-“ doch er verstummte, als er Snape bemerkte. Es wurde mit einem Mal Mucksmäuschen still. Niemand sagte was.
„Severus?“ flüsterte eine Stimme schließlich. Es war die von Lily Potter. Als ob sich etwas in ihr gelöst hätte, sprang sie vom Stuhl und stürmte auf Snape zu. Mit einem Schluchzer Schloss sie ihn in die Arme. Die anderen anwesenden brachten kein Wort heraus. Sie alle wussten, das Snape in Lily verliebt gewesen war, etwas, was die Sache nicht gerade leichter machte. Snape fühlte sein Herz dumpf schlagen. Warum umarmte Lily ihn? Sie hatte ihm doch nie verziehen. Es fühlte sich wunderbar und doch so falsch an von ihr umarmt zu werden. Er hatte sie nicht verdient.
Als Lily sich von Severus löste waren ihre Augen gerötet und ihre Unterlippe zitterte. Snape verschwand ohne weitere umstände im Flur.
Das Haus hatte einige Zimmer und aus einem Instinkt heraus wusste er, das die schwarze Tür im dritten Gang links ihm gehörte. Er nahm kaum war wie groß und freundlich das Zimmer war, er war sich nur auf das Bett und blieb in die Haltung liegen. Sein ganzer Körper war verkrampft und seine schwarzen Augen halten alles von ihrer kälte verloren. Sie waren nur noch leer.
Ein Klopfen durchbrach die Stille. Er antwortete nicht. Die Tür öffnete sich und eine Gestalt trat ein. Snape wusste nicht wer es war, wollte es auch gar nicht wissen.
Die Gestalt räusperte sich. Es war James Potter.
„Verschwinde“ kam es heiser aus Snape Mund. „Hast du mich nicht schon zu deinen Lebzeiten genug belästigt? Geh doch zu deiner Lily. Sie ist ein wundervolles Mädchen und du hast sie bestimmt nicht verdient, aber aus irgendeinem Grund liebt sie sich also sei froh darüber. Und. Lass. Mich. INRUE!“
James Potter schwieg. „Snape – Severus“ sagte er nach einer weile. Er schwieg wieder. „Ich weiß ich bin nicht die Person die du sehen willst-„
„Ganz bestimm nicht“ sagte Snape heiser „Aber“ fuhr James fort „Wir werden bis in alle Ewigkeit zusammen in einem Haus leben. Ich denke wir sollten versuchen miteinander auszukommen. Und Sirius ist derselben Meinung“
„Es interessiert mich einen scheissdreck was der Kötter denkt“ gab Snape von sich, ohne seinen ehemaligen Erzfeind anzusehen. „Genauso wenig wie mich Dumbledores Meinung interessiert. Dieser miese Narr der mich nur ausgenutzt hat.“
James schwieg wieder. „Severus“ begann er nach einiger Zeit von neuem. „Ich weiß, du kannst uns nicht einfach verzeihen, aber für all das was ich und Sirius dir während unserer Schulzeit angetan haben - das tut mir sehr leid“ gab er schließlich zu. Snape schwieg. „Weißt du“ begann James Potter von neuen. „Sirius und ich wussten dass du Stolz warst. Und es hat uns Spaß gemacht ihn zu brechen. Wir wollten ihn brechen. Aber wir haben nie erkannt dass du eine Nummer zu groß für uns warst. Und dann kam Sirius - und dann hat er erzählt das Harry im Denkarium das geschehen am See beobachtet hatte. Und wie unglaublich enttäuscht er war“ wieder schwieg er. „Harry ist ein ganzes stück bodenständiger als ich“ fügte er schließlich mit einem seufzen hinzu.
Nach einer weile war es Snape der das Schweigen brach. „Du weißt das er sterben muss um den dunklen Lord endgültig zu vernichten, oder?“ die Frage war tonlos gestellt. James Gesicht verzerrte sich zu einer Maske aus Wut, Trauer und Hass. „Dumbledore hat es uns gesagt“ erzählte er schließlich „Lily hat geweint. Tagelang. Vielleicht mag der Tod gar nicht so schlimm sein, aber jeder hier wünscht sich wieder Leben zu können. Hier fehlt einem etwas. Etwas, was man nicht beschreiben kann. Lily war traurig. Dann verwandelte sich ihre Trauer in Hass. Sie schrie Dumbledore an, beschimpfte ihn als Monster. Dumbledore redete und vier Augen mit ihr. Danach war sie nicht mehr sauer. Dumbledore hat mich auch erzählt was der Tarnumhang wirklich ist. Ein Heiligtum des Todes! Hätte ich das gewusst, hätte ich ihn Harry nicht gegeben...obwohl, vielleicht doch... “
Schweigen. Snape erinnerte sich wieder daran das Voldemort ihn getötet hatte, um der Meister des >Elder Wand< zu werden. Es interessierte ihn nicht.
„Gehen wir wieder runter?“ fragte James nach einer ganzen weile. Snape nickte nur. Er war nicht mehr so verkrampft, aber entspannt auch nicht.
In der Küche herrschte Schweigen. James und Severus setzten sich an den Tisch. James setzte sich neben Lily und legte ihr einen Arm um die Hüfte, eine Geste, die Snape ins Herz stich. Lily würde ihn niemals lieben, das wusste er. Aber wie konnte man dann erwarten eine Ewigkeit mit ihr zusammen im Haus zu leben?
Dann öffnete sich die Tür zum Flur erneut und Remus Lupin trat ein, gefolgt von Nymphadora Tonks. Remus wirkte lebendiger als er es jemals in seinem Leben wirkte. Er hatte einen Arm und Tonks Hüfte gelegt, deren Haar einen schrillen Lila ton hatte. Tonks lachte, verstummte aber, als sie den Neuankömmling erblickte.
Schweigend setzte sich das Ehepaar an den Tisch. „Wie jemand Pokern?“ fragte Dumbledore schließlich. „Pokern?“ wiederholte Regulus ahnungslos. Daraufhin erklärter Dumbledore wie man Pokert. Wie aus den Nichts erschienen Karten und nach zehn Minuten startete die erste Runde. Doch niemand war wirklich bei Sache. Nach einer weile hörten sie auf zu spielen ohne es wirklich zu bemerken. Schweigend Sassen sie am Tisch und vermieden einander sorgfältig in die Augen zu sehen.
„Severus“
Das war Sirius. Snape hob den Kopf und starrte Sirius Feindseelig an. „Ja?“ knurrte er. „Können wir reden? Unter vier Augen?“
„Von mir aus“ kam wieder die geknurrte Antwort. Schweigend Verliesen sie das Haus. Beim Springbrunnen angekommen setzte sich Snape auf die Kannte und starrte ins Wasser. >>Severus<< begann Sirius zögerlich „Ich wollte mich entschuldigen. Für all das was ich dir während der Schulzeit angetan habe. Und danach - ich weiß du hasst mich, und ich weiß dass ich es verdiene aber ich hoffe du verzeihst mir irgendwann“ dann verschwand er. Toller Abgang dachte Snape bei sich.
Snape blickte mit leeren schwarzen Augen ins Wasser. Nun konnte er die Tränen nicht mehr verhindern. Warum konnte er selbst im Tod keine ruhe mehr finden? Das war einfach nicht gerecht. Aber anscheinend war der Tod zu ihm genauso wenig gerecht wie das Leben es war. Dann spürte er eine neue Person kommen. Den Blumenduft würde er niemals vergessen. Schweigend setzte sich Lily Potter neben ihn. Schließlich blickte er auf. Die jadegrünen Augen sahen ihn traurig an. „Es muss schwer für dich sein“ sagte sie schließlich leise. Snape zuckte mit den Schultern. Lily schob ihre Hand unter sein Kinn und zwang ihn so ihr in die Augen zu sehen. „Severus“ sie sprach seinen Namen sanft und liebevoll aus. „Hätte ich gewusst wie schwer dein Leben noch wird hätte ich dir verziehen das du mich Schlammblut genannt hättest“ Snape zuckte zusammen. „Ich habe nichts andere verdient“ sagte er schließlich heiser. „Doch“ wiedersprach Lily. „Du hättest ein viel besseres Leben verdient. Du hast nie etwas getan um so etwas zu verdienen. Du bist ein guter Mensch. Severus, auch wenn das viele nie erkannt haben.“
„Was ist an mir schon gut?“ fragte er. „Dumbledore hat mir erzählt wie sehr du Harry hasst“ sagte sie und Snape zuckte erneut zusammen. „Und doch hast du ihn gerettet“ erst sah sie ihn an „Die meisten retten nur die, die sie lieben und fühlen sich gut. Du rettest die du hasst und das ist gut. Erkennst du den unterschied?“
Snape schwieg. „Warum?“ flüsterte er schließlich heiser „Warum kann ich nicht mal hier meine Ruhe finden. Ich dachte der Tod würde Frieden bedeutet und wenn ich nicht so ein Schuldgefühl hätte, hätte ich die Welt viel früher und freiwillig verlassen. Doch nun stecke ich hier fest, mit der einzigen Frau die ich jeh geliebt hatte und deren Man“ all die Verzweiflung kam aus ihm heraus und Tränen flossen ihm über die Wangen. Lily schwieg wieder.
„Severus“ sagte sie schließlich wieder „Ich weiß dass es schwer ist, aber ich liebe dich nicht. Ich mag dich Severus, ich mag dich sehr, aber ich kann dich nicht lieben. Und ich bin sicher du wirst hier eine Frau finden die du liebst und die deine Liebe erwidern wird. Du bist ein wundervoller Mensch, Severus, und eines Tages wirst du dich fragen warum du mich jeh geliebt hast“
„Das werde ich nie“ murmelte Snape leise. Lily nahm ihn sanft in den Arm. „Ich hätte dir schon lange verzeihen sollen“ meinte sie leise. „Es war doch nur ein Wort“
„Ich bin schuld das du überhaupt hier bist“ sagte Snape erstickt. „Hätte ich die Prophezeiung nicht verraten-„
„Albus hat mir erzählt dass du deswegen die Seiten gewechselt hast“ unterbrach Lily ihn. „Du solltest stolz auf dich sein Severus. Du hast soviele Dinge geschafft an denen andere zerbrochen wären. Du kannst auf dein Leben zurückblicken und stolz auf dich sein. Und nun sieh dich um und versuche deinen Frieden zu finden denn du nie bekommen hast.“ damit löste sie sich aus der Umarmung und verschwand. Snape blieb zurück. Noch so ein toller Abgang! Wie sollte er den jemals seinen Frieden finden? Er konnte sich nicht vorstellen jemals eine andere Frau als Lily lieben zu können.
Eine ganze weile dachte er über sein Leben nach. Er musste an Dumbledore denken und wie er ihn angeschrien hatte. Nach einer weile bekam er Schuldgefühle. Gut, er hatte sicher recht gehabt, aber wie hatte er vergessen können das es Dumbledore war der ihn vor dem Zaubergefängnis Askaban gerettet hatte? Er stand auf und ging zurück in das Haus. In der Küche saß nur noch Dumbledore, etwas, was Snape nur recht kam. Anscheinend beugte sich der Tod ausnahmsweise mal einem seiner Wünsche. „Albus“ sagte er leise. „Es tut mir Leid das ich dich so angeschrieben habe. Ich habe in all meiner Wut vergessen wie viel ich dir schulde. Das du mich gerettet hast, obwohl...obwohl ich es doch eigentlich gar nicht verdient habe“ er brach ab. „Du hast so viel mehr verdient als du bekommen hast“ sagte Dumbledore leise. „Und so viel mehr Leid erfahren als du verdient hast“
In dem Moment ging die Tür auf. Ein etwa 17jähriges Mädchen trat ein. Snape musterte sie geschockt. Es war eine Ravenclawschülerin aus dem siebten Schuljahr. Doch diese strahlte. Snape konnte die Aura von Glück förmlich fühlen. „Direktor, Professor“ sagte sie ohne die Spur einer Überraschung „Wir haben gewonnen! Wir haben gesiegt! Du-weißt-schon-wer ist vernichtet! Ich habe es gesehen. Ich habe ihn und Harry Potter kämpfen sehen!“
Dumbledore strahlte, doch er schien nicht überrascht (AN: es war ja in der Zwischenwelt und ist auf Harry getroffen). Snape starrte das Mädchen fassungslos an. Nun kamen auch die anderen in die Küche. „Ist es war?“ fragte Lupin heiser „Voldemort ist wirklich besiegt?“ das Mädchen nickte und verschwand dann. Alle jubelten und umarmten sich. Lily war am glücklichsten weil Harry doch überlebt hatte. Alle waren glücklich.
Alle außer Snape und Regulus.
Bis tief in die Nacht feierten sie. Außer den beiden Todessern. Regulus hatte sich verzogen. Snape saß mit leeren Augen neben den andere und schien den ganzen Trubel gar nicht mitzubekommen. Schließlich leerte sich der Saal und nur Snape und Lily blieb noch übrig. Lily sah ihn aus traurigen, grünen Augen an. „Ich wünschte mir das die Leere aus deinen Augen verschwindet“ sagte sie leise und verlies dann das Zimmer.
Snape blieb. Warum? fragte er sich immer wieder. Er wollte Antworten doch er fand keine. Nur leere. Er lächelte verbittert.
So viel hatte er in seinem Leben falsch gemacht. Und doch war er nicht gewillt sich alleine die Schuld zu geben.
Die gute Seite hatte ihn nie akzeptiert. Nie hatten sie ihn als Ihresgleichen erkannt. Sie hatten ihn verspottet, gehasst und gefürchtet. Sie sahen immer nur den kalten, grausamen Slytherin mit den Todesserfreunden. Doch niemand hatte den Menschen dahinter gesehen. Den Menschen der um Hilfe flehte. Er hatte immer nur einen einzigen Wunsch gehabt: Menschen die ihn verstanden.
Ihn akzeptierte wie er war. Und zu wissen wie es ist, geliebt zu werden.
Doch nie hatte jemand ihm diesen Wunsch erfüllt. Lily war die einzige Person die jeh das gute in ihm erkannt hatte. Doch auch sie hatte sie von ihm abgewandt. Als die Freundschaft zerbrochen war, hatte es nicht mehr gegeben was ihn auf der guten Seite hielt. Die Seite die ihn als Feind sah ohne ihm jemals eine Chance gegeben zu haben. Das trat er den Todessern bei und alles änderte sich. Zum ersten Mal wusste er wie es war akzeptiert zu werde. Die anderen schätzten ihn, zeigten ihm Respekt. Doch den Wunsch geliebt zu werden, hatten auch sie ihm nie erfüllt. Es war nur ein Traum geblieben.
Dann war Lily gestorben. Seinetwegen! Da hatte er seinen Fehler erkannt. Doch es war zu spät gewesen.
Und nichts hatte sich geändert. Nach Voldemorts Rückkehr hatten ihm beide Seiten misstraut. Nur Voldemort und Dumbledore waren immer fest von seiner Treue überzeugt.
Am Ende war er einer von den guten gewesen ohne jemals gut zu sein.
Er war voller Sünde. Sie klebte an ihn, lies ihn nicht los. Seine Seele war genauso schwarze wie sein Herz und seine Augen. Warum?
Warum musste er so ein bitteres leben ohne Freunde geführt haben? War das Fair? Doch er hatte genug erlebt um zu wissen dass das Leben niemals fair war.
Niemals. Zumindest nicht zu ihm. Er hatte eine Chance bekommen. Andere redeten davon das Dumbledore ihm eine zweite Chance gegeben hatte. Doch das war eine Lüge. Dumbledore hatte ihm zum ersten Mal eine Chance gegeben. Eine Chance sein Leben zu ändern. Eine Chance einer von den guten zu sein.
Er schüttelte den Kopf. Es hatte kein Sinn darüber nachzudenken. Es führte zu nichts Müde erhob er sich und ging zu Bett. Die Gestalt ihm Schatten einer ecke bemerkte er nicht.
Lily schüttelte Traurig den Kopf. Die Gedanken von Severus hatten so verzweifelt geklangen. So aussichtslos. Sie wünschte sie könne wieder Leben in diese leeren Augen bringen.
Leere Augen. Bittere Augen. Gequälte Augen.
Tote Augen.
Selbst jetzt waren sie noch so leer und hohl. Wo der Tod doch eigentlich Frieden versprach. Doch Severus schien der Frieden niemals vergönnt zu sein. „Lily“ sagte James raue Stimme plötzlich neben ihr. Lily drehte sich erschrocken um. „Wie lange stehst du schon hier?“
„Lange genug. ich habe ebenfalls Severus Gedanken verfolgt.“ Langsam kam er auf seine Frau zu und nahm sie in seine Arme. „Lily<“ sagte er wieder. „Sieh mich an“ müde hob sie den Kopf und sah in seine Augen. „Lily. Jedes mal kann ich es in deinen Augen sehen. Immer wenn du Severus sieht, wünscht du dir nichts sehnlicher als ihn Glücklich zu machen. Du weißt das du es kannst“
„Meinst du-“ Lily verschlang es die Sprache. „Nein James. Ich liebe dich. Nur dich.“
„Hör mir zu Liebes“ sagte James eindringlich. „Ich liebe dich auch. Und Severus liebt dich auch. Und ich kann den Ausdruck in seinen Augen nicht mehr sehen. Diese leeren, bitteren Augen. Und ich kann es nicht mehr ertragen zu wissen das ich ein Teil dazu beigetragen habe das sein Leben so schrecklich war. Er hatte sowas nicht verdient. Er liebt dich Lily. Er hat es verdient. Und wenn er dich nicht Schlammblut genannt hätte währt ihr wahrscheinlich ein paar geworden. Dann wäre sein Leben glücklich gewesen. Aber das ist es nicht.“ Lily legte ihm einen Finger auf dem Mund. „Er ist ein viel zu guter Mensch um das zu akzeptieren. Er weiß dass ich dich liebe und er weiß dass ich ihn nicht liebe. Er würde nicht wollen dass ich es tu. Er denkt niemals an sich. Immer nur an andere.“ Tränen verschleierten ihr die Sicht. Dann fragte sie nach einer weile: „Ist dir aufgefallen das weder Regulus noch Severus gefeiert haben?“ James nickte. „Ich glaube sie haben immer noch Angst“ meinte er schließlich „Angst vor ihrem ehemaligen Meister. Sie beide sprechen vom dunklen Lord. Etwas was Todesser tun. Ich habe Regulus mal darauf angesprochen. Er sagte wortwörtlich: James, du warst nie ein Todesser, du kannst das nicht verstehen. Egal ob wir die Seiten wechseln wir sind immer Todesser. Wir sind mit ihm verbunden bis in die Ewigkeit. Und er ist immer unser Meister auch wenn wir es nicht akzeptieren wollen. Er ist der Meister. Er ist der dunkle Lord! “
Schweigen. „Severus denkt wahrscheinlich genauso“ sagte Lily schließlich. James nickte. „Voldemort hat sie fester an sich gebunden als ich dachte. Und er wusste es. So hat er verhindert dass sie jeh wieder frei sein werden“ Hass loderte in seinen rehbraunen Augen. „So ein Monster. Er hat ihnen ihre Freiheit komplett genommen. Weder sein Tod noch ihr Tod ändert was daran“
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Zeit verging. Und verging.
Nach etwa drei Monaten hielten die Mitbewohner des Hauses es nicht mehr aus. Sie wollten Snape wieder ein funken Leben in seine Augen bringen. Regulus und Severus waren vorhin rausgegangen, die anderen sasen am Tisch versammelt, zusammen mit Moody der zu Besuch war. "So geht das nicht weiter" eröffnete Remus das Gespräch. "Ich kann diese verdammte leere in seinen Augen nicht mehr sehen." Die anderen nickten.
Währenddessen wanderten Severus und Regulus durch die Gassen. „Sie begreifen es nicht“ sagte Snape leise. Regulus nickte. Snape zog den Ärmel seiner Robe hoch und besah sich das dunkle Mal, das tiefschwarz glühte. „Wir werde niemals frei sein“ sagte Regulus mit rauer Stimme. Inzwischen waren sie bei dem großen Wasserspeier angelangt. Dort war eine Person, deren Aura selbst im Tod noch immer tiefschwarz war. Die Aura ihres Meisters. Regulus und Snape gingen schweigend weiter. Voldemorts schlangenartiges Gesicht lag im Schatten seiner Kapuze verborgen, als die beiden Todesser ankamen. Inzwischen war es dunkel und kein Mensch war zu sehen. Immer noch schweigend Liesen sich Snape und Regulus auf die Knie nieder. Voldemort kam auf sie zu und umrundete sie. „Verräter“ zischelte er dann. Sie sagten nichts.
„Zumindest wisst ihr wo euer Platz ist“ sagte Voldemort einige Minuten später, als er wieder vor den Beiden stand. „Unter mir“
Die beiden sagten nicht, doch innerlich fürchteten sie sich. Hier im Tod konnte Voldemort keine Macht ergreifen und keinen krieg anzetteln, niemanden foltern, doch die Macht über seine Gefolgsleute war ihm geblieben. „Geh Regulus“ sagte er dann kalt. Dieser stand auf, verneigte sich und verschwand. Snape sah ihm sehnsüchtig nach. Der dunkle Lord lachte leise als er diesen Blick bemerkte. Dann ging er in die Hocke und schob eine Hand unter Snape Kinn so dass dieser ihm in die Augen sehen musste. „Severus“ zischte Voldemort leise. Angesprochener sagte nichts nur eine einzelne Träne rollte seine bleiche Wange hinab. „Nicht doch“ sagte Voldemort sanft, beinahe zärtlich und wischte die Träne mit seinem Daumen weg.
Snapes Angst drang nicht nach außen vor. Er fürchtete sich, so wie sich jeder Todesser vor Voldemort fürchtete. Voldemorts hellroten Augen durchbohren ihn förmlich. „Lass mich ein“ verlangte er schließlich. „Jetzt wo ich weiß das du ein Verräter bist, will ich endlich wissen wie es in dir aussieht“
Snapes Wiederstand zerfiel und mit ihm seine geistigen Barrieren. Voldemorts Aura drang in ihn ein, erforschte seine Vergangenheit, seine Gedanken. Snape sah all die schrecklichen Bilder an sich vorbeiziehen. Sein Vater wie er ihn demütigte und schlug, die Gryffindors die ihn demütigten, wie ein Streich ihn beinahe umgebracht hatte und Sirius nicht dafür bestraft wurde, Dumbledore der ihn immer wieder benutzte, seine Weihe bei den Todessern, den Schmerz, seine Reue die ihn fast um den Verstand brachte.
Und dann den einzigen Lichtblick denn er jeh im Leben hatte. Lily Evans.
Und wie er sie verlor. Wie er den Tod nicht ertragen konnte. Wie er sich dem Phönixorden anschloss, der Seite die ihm nie eine Chance gab, ihm nie vertraute.
Nach unendlichen Minuten zog sich Voldemort zurück. Snape war immer noch still doch inzwischen rollten die Tränen nur so über seine Wange. „Die kleine Lily Evans ist also Schuld dass ich dich verlor“ hauchte Voldemort leise. „Wie schade“
„Las Ihn in ruhe!“
Albus Dumbledore stand etwa zwei Meter entfernt von ihnen, hinter ihm Lupin, James, Sirius, Tonks, Moody und Regulus. „Du hast es ihm im Leben schwer genug gemacht, las ihn wenigstens hier in ruhe, Tom!“ Voldemort erhob sich. „Nein Dumbledore“ sagte er kalt. „Er ist mein! Regulus genauso so. Alle meine Anhänger sind mein“
„Sind sie nicht!“
„Sind sie doch“ Stille. Regulus und Snape hatten diesen Satz gleichzeitig gesprochen. Dumbledore starrte sie abwechselnd an. Es schien allen die Sprache verschlagen zu haben - allen bis auf einen. Voldemort lachte. „Sieh es ein Dumbledore“ sagte er kalt „Wenn ihr Severus eine Chance gegeben hättet wäre er nie Todesser geworden“ er blickte auf den Zaubertrankmeister hinab, der immer noch vor ihm kniete. „Aber ihr habt ihm nie eine Chance gegeben. Für euch war er immer ein böser. Und als das Schlammblut ihn hat hängen lassen-“ sein Blick glitt hinüber zu Lily, die ihren Mörder voller Hass musterte „Gab es keinen Grund mehr auf euer Seite zu bleiben. Ich habe ihn aufgenommen. Ich habe seinen Wert erkannt. ich habe ihm eine Chance gegeben“
„Und warum hast du ihn dann getötet?“ schrie Lily Potter ihm entgegen.
Voldemort musterte sie mit einem Blick, der die Hölle zuzufrieren schien. „Ich tat es um zu siegen. Es war mein Recht. Er gehört mir“
„Tut er nicht“ wieder war es Lily die dem dunklen Lord wiedersprach. „Tu ich wohl“
Die hohle Stimme Snapes jagte allem einen Schauder über den Rücken. „Was soll das überhaupt“ knurrte Moody, der wieder zwei normale Beine hatte, sein magisches Auge aber hatte er behalten. Seine Narben waren gänzlich verschwunden. „Du stehst auf unserer Seite, Snape. Warum wiedersprichst du uns dann, während du ihm.“ er deutete auf Voldemort „Immer recht gibst?“
Snapes Stimme zitterte. „Weil er mein Meister ist“ sagte er schließlich.
Stille.
Snape schob seinen linken Ärmel hoch und entblößte das dunkle Mal. „Treue bis über den Tod hinaus. Das war eine der Sachen die wir schwören mussten“
„Und die ich bedingungslos einfordere“ sagte Voldemort kalt und schaute kurz auf seinen Zaubertrankmeister hinab. „Ihr versteht das nicht. Im Gegensatz zu Severus und Regulus, die beide wissen das sie auf ewig an mich gebunden sind“ dann apparierte er.
Sowohl Moody als auch James, Sirius und Tonks wollten sich über Snape hermachen, aber als sie das Häufchen Elend sahen, das nun völlig verkrampf am Boden lag, besannen sie sich eines besseren. Lily ging auf ihn zu und hockte sich hin. Sanft fuhr sie über seine Wagen und wischte ihm die Tränen weg. „Komm mit“ sagte sie leise und half ihm auf.
„Ich bleib noch hier“ sagte Snape wieder mit tonloser Stimme. Die anderen schwiegen und gingen.
Snape stand immer noch am Brunnen. Er hörte das Wasser leise plätschern konnte aber inzwischen in der Dunkelheit kaum was erkennen.
Eine geraume weile stand er da, dann fragte jemand „Wo bin ich hier?“
Snape blickte erstaunt runter. Neben ihm stand ein kleines, höchstens sechsjähriges Mädchen und sah ihn aus unschuldigen dunkelbraunen Augen an. Die ebenfalls dunkelbraunen Haaren waren zu zwei Zöpfen geflochten. Und selbst Snape fand das Mädchen niedlich.
„Wer bist du?“ fragte er und ging in die Hocke. „Alyra“ antwortete sie. „Und du?“
„Severus Snape“ Das Mädchen rümpfte die Nase. „Ich nenne dich Sev“ sagte sie dann mit entschlossener Stimme, etwas, was Snape zum lächeln brachte. Kein ernstes, verbittertes Lächeln, sondern ein ehrliches.
"Alyra" fragte er vorsichtig "Du bist hier im Tod."
"Ich bin Tod?" fragte sie erstaunt. Snape nickte. "Sind deine Eltern auch hier?" fragte er dann vorsichtig. Das Mädchen zuckte mit den Schultern. "Ich weiß nicht. Ich habe in einem Weisenhaus gelebt für magische Kinder. Ria sagte sie haben mich vor der Tür gefunden"
Snape verfluchte innerlich die Menschen die Alyra einfach weggebenen hatten. "Komm mit" sagte er dann sanft und nahm sie auf den Arm.
Sekunden später war er in der Küche des Hauses. Die anderen Hausbewohner Sassen noch am Tisch und blickten erstaunt hoch. Bei dem Anblick des kleinen Mädchens waren sie halb verwundert, halb entsetzt. „Wer ist das Severus?“ fragte Lupin dann. „Alyra“ antwortete dieser und sah das kleine Mädchen mit einem Ausdruck an wie ihn noch keiner von ihnen kannte: Einen warmen Ausdruck und einem Glänzen in den schon tot geglaubten Augen. „Sev, wer sind die?“ fragte Alyra die es sich in seinen Armen gemütlich gemacht hatte.
Die anderen wurden dem kleinen Mädchen vorgestellt und Alyra wurde von jedem sofort ins Herz geschlossen. Niemand jedoch hatte das Mädchen schon jetzt so lieb gewonnen wie Snape. Nach einer halben Stunde schlief Alyra ein. „Ich bring sie erstmal in mein Zimmer“ sagte Snape und verschwand im Flur. Zurück Liesen sie ein paar freudestrahlende Gesichter.
Lily lächelte. „Dieses Glitzern seinen Augen“ sie schüttelte den Kopf. „Wer hätte gedacht das ausgerechnet ein kleines Mädchen wieder leben in seine toten bringt?!“
„Ich nicht“ gab Dumbledore vergnügt zu. Die anderen stimmten zu.
Snape lag in seinem Bett, neben ihn die kleine Alyra die tief schlief. Er hatte einen Arm über sie gelegt und dachte nach. Aus irgendeinem Grund hatte er das kleine Mädchen sofort in sein Herz geschlossen.
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10 Jahre später:
„SEV!“ das sechzehnjährige Mädchen schrie durch das ganze Haus(AN: ich habe mir gedacht das man dort(also im Tod) dann aufhört zu altern wenn man es möchte und ich glaube niemand will für immer eine sechsjährige bleiben). Das braune Haar fiel Alyra über den Rücken bis zur Taille und umarmte ein schmales Gesicht mit dunkelbraunen Augen. „Was denn?“ rief Severus mürrisch zurück. Dumbledore lächelte milde. Genauso gut gelaunt wie immer. „Wir spielen Karten und du Spielst mit!“ antwortete sie.
„Ich spiele kein Spiel was Snape explodiert heißt!“
Die anderen anwesenden lachten. Sirius verwandelte sich in seine Animagusgestalt und hetzte die Treppe hoch. Ein lautes Fluchen war zu hören, doch einige Momente später erschienen die beiden Männer auf der Treppe. „Habe ihn überredet“ sagte Sirius grinsend „Von wegen überredet“ murrte Snape leise und wischte sich über das Nasse Gesicht.
Die anderen fingen an laut zu lachen.
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Und nochmal 9 Jahre später:
„Sie haben WAS?“
Severus Snape stand vollkommen entsetzte in der Küche und starrte Dumbledore an, der eben von einem kleinen Ausflug aus der Welt der lebenden kam. „Das kann er nicht machen!“ Nun hatte nicht nur Snape, sondern auch Sirius gesprochen. Dieser jedoch hatte ein breites Grinsen im Gesicht. „Was hast du dagegen das Harry seinen Sohn nach dir benennt, Severus?“
„Na ganz einfach“ sagte Snape. „Das wiederspricht unser Wir-hassen-uns Beziehung die wir in all den Jahren aufgebaut haben. Die anderen lachten, und auch Dumbledore lächelte milde. „Sobald er hier ist ganz du ihn ja an diesen Verstoß eures stillen einkommen Erinnern. „Und ob ich das tun werde!“
„Nimm es nicht so schwer, es gibt ja immer noch Ron!“ meinte Alyra. Fred gatte einen Arm um ihre Hüfte geschlungen, was ihn einen finsteren Blick von Snape einbrachte. Nicht das er –Snape- etwas gegen diese Beziehung hatte, aber die Vorstellung das er bald mit der Weasleyfamilie Verwandt war, war doch etwas beunruhigend.
„Finde dich damit ab, Severus, Harry hat deinen Sohn nach dir benannt und das wars. Hoffe einfach das er nach Slytherin kommt. Nun war es an James ein entsetztes Gesicht zu machen. „Ich hoffe dann tut Harry seine Pflicht und enterbt ihn“ Die meisten lachten. „Bestimmt tut er es nur weil er sich Verplichtet fühlt“ sagte Tonks ausmuntert, doch Dumbledore sagte sofort „Nichts da. Willst du wissen was er zu seinem Sohn gesagt, hat Severus? Er meinte >Albus Severus, du bist nach zwei Schulleitern von Hogwarts benannt. Einer von ihnen war ein Slytherin und er wahr wahrscheinlich der mutigste Mann den ich jeh kannte< “
„Armer Severus“ meinte Lily lachend. Dann zog sie Snape in eine tröstende umarmung. „Aber ich finde er hat recht“ Snape war entsetzt.
„Ich bin ein Slytherin, kein Gryffindor!“
Severus Snape hatte gewissermaßen seinen Frieden gefunden, wenn auch anders als erwartet. Noch immer rief der dunkle Lord ihn zu sich, und noch immer quälten Erinnerungen ihn des Nachts, und doch hatte er seinen Frieden gefunden. Nicht in einer Geliebten, wie Lily es gesagt hatte, nein, er liebte Lily immer noch, sondern in einer Tochter
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