
von LasVegas
@all: vielen dank, für die Kommis und das Feedback! Ich hätte nich gedacht, dass McGonagalls kleiner „Ausrutscher“ so gut ankommt.
@Elanor: *g* thx, janni!
@LilyFan: Ich plane noch etwas mit der Schülerzeitung, was genau kann ich allerdings noch nicht verraten.
@GreenestNight: Danke, ja das Lied hab ich selbst verfasst, (ich reime gern ^^) ich hatte mir ernsthaft überlegt, dass der erste September ein Sonntag sein sollte, aber der erste September 1977 war nun mal ein Donnerstag, deshalb hab ich das gemacht… und na ja, ich bin mir nicht sicher, aber ich hab nie bemerkt, dass gesagt wird, dass der erste Schultag immer ein Montag sein muss, aber das ist ja nur so ne Kleinigkeit die den Lauf der Geschichte nich beeinflussen wird… trotzdem danke für Feedback und Kritik!
Weiter mit Kapitel 3!
Kapitel 3 - Amortentia, Blütenohren & die Bibliothek
„Guten Morgen, meine Lieben.“, begrüßte Professor Slughorn über den blubbernden Zaubertrank auf seinem Pult hinweg seine Klasse, als die Siebtklässler langsam in den Kerker tröpfelten. Lily bekam ein extra Kopfnicken, was James sogleich flüsternd kommentierte:
„Der hat sich auch überhaupt nicht geändert.“
„Niemals.“, sagte Sirius. „Mal sehen wie lange es dauert, bis uns die nächste Einladung zum Slug-Club auf den Tisch segelt.“
„Eine Woche.“, sagte Remus, als sie sogleich ihren üblichen Tisch beanspruchten und ihre Kessel auspackten.
„Ich hoffe“, sagte Slughorn und sein leicht silberner Schnurrbart zitterte. „Sie hatten angenehme Ferien, so wie ich. Tatsächlich habe ich im Juli…“
„Nicht sein Ernst.“, brummte Sirius. „Wir sind noch keine zwei Minuten da und schon fängt er an!“
„Schokofrosch?“, fragte James und hielt ihm die offene Packung hin.
„Bester Mann!“, sagte Sirius und griff zu.
„Jungs…“, warnte Remus.
„Zwar hat sich mein Lieblings-UTZ-Kurs nicht verändert seit dem letzten Jahr…“, erklang die Stimme von Slughorn erschreckend nahe bei ihnen. James und Sirius schauten auf. Der Professor hatte sich vor ihnen aufgebaut. „… aber es ist noch nicht zu spät, die weniger Enthusiastischen unter Ihnen vor die Tür zu setzen.“
„Woll'n Sie auch einen?“, fragte James unschuldig.
„Nein, Mr Potter.“, sagte Slughorn. „Aber das mit dem Geschwätz hört sofort auf.“
„Ja, natürlich, Professor. Entschuldigung.“, sagten Sirius und James mit bester Unschuldsmine.
„Nun dann. Nach diesem Schuljahr werden Sie ihre UTZe erhalten und ich will hoffen, dass sie fleißig arbeiten werden, sodass sie auch in Zaubertränke einen bekommen können. Kann mir nun jemand sagen, was das für ein Trank hier ist?“ Lily hob die Hand. „Natürlich. Miss Evans?“
„Das ist Amortentia.“, sagte Lily. „Der stärkste Liebestrank, den es gibt.“
„Richtig.“, dröhnte Slughorn. „Nehmen Sie zehn Punkte für Gryffindor. Also, Amortentia. Den hatten wir ja letztes Schuljahr schon einmal angeschnitten. Schwer in der Zubereitung und ungeheuer wirksam, wenngleich Sie alle wissen, dass er auf Hogwarts streng verboten ist. Jedoch gehe ich davon aus, dass ich meiner UTZ-Klasse so etwas anvertrauen kann. Schlagen Sie die Bücher auf und fangen sie an. Doch Vorsicht! Der kleinste Fehler könnte den Trank zu Nichte machen. Los geht's.“ Die Klasse blätterte eilig in den Büchern herum und ein aufgeregtes Gemurmel war zu vernehmen. Sirius stöhnte, da er gleich in der ersten Unterrichtsstunde des neuen Jahres arbeiten sollte, doch Remus war schon eifrig dabei, weswegen auch James sein Buch nun aufschlug. "Weißt du.“, sagte Sirius mit gelangweiltem Blick durch den Raum, der am Zutatenschrank hängen blieb, in dessen Untiefen bereits eine einzige Person herumwühlte. „Snivellus sollte lieber Shampoo brauen.“ James wieherte los und selbst Remus unterdrückte ein Schnauben.
Eineinhalb Stunden später sagte Slughorn:
„Schön. Schön, schön. Sie sollten ihre Tränke nun weitestgehend fertig haben. Da sie einige Tage stehen müssen, bis man sie verwenden kann, können Sie gehen.“, sobald er den Mund schloss, packten alle blitzschnell ihre Sachen zusammen und jagten aus dem Klassenzimmer.
„Was haben wir jetzt?“, gähnte Sirius.
„Verwandlung.“, informierte ihn Remus, der gerade auf seinen Stundenplan sah.
„Cool.“, sagte James, doch Sirius brummte nur:
„McGonagall? Na toll und ich hatte auf eine ruhige Stunde beim guten Flitwick gehofft. Na ja, kann man wohl nichts machen. Ich kann vermutlich keinen zum Schwänzen überreden? Nein. Dachte ich mir. Gehen wir dann? Ich will wenigstens nicht im McGonagall'schen Explosionsradius sitzen müssen.“
„Einen Moment…“, sagte James und verlangsamte seine Schritte, als er in der Eingangshalle Lily erblickte, die sich offensichtlich mit ihren Freundinnen dort verabredet hatte um gemeinsam zu Verwandlung zu gehen.
„Nicht schon wieder.“, seufzte Sirius.
„Ihr könnt ja ohne mich gehen.“, sagte James.
„Schwachsinn.“, sagte Remus und packte ihn am Ärmel.
„Guten Morgen.“, grüßte Professor McGonagall wie üblich etwas forsch und so etwas wie `sanfter Einstieg` befand sich sowie so nicht in ihrem Vokabular. „Dies ist Ihr letztes und somit auch Ihr UTZ-Schuljahr. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie härter arbeiten als je zuvor, um eine gute Note in Verwandlung zu erlangen.“ Sie blickte in die Runde, als wolle sie sagen: und wehe, wenn nicht. „Fangen wir an. Schlagen Sie bitte die Bücher auf Seite 31 auf und lesen Sie das Kapitel zum Thema Verwandlung von Menschen in Pflanzen.“ Sie taten es, doch der Text war so kompliziert, dass selbst James Probleme hatte, ihn zu verstehen.
„Ich versteh` nur Besenschrank.“, seufzte Sirius.
„Scheiß auf das Buch.“, sagte James und zog seinen Zauberstab. „Machen geht über Lernen, sagen die Muggel. Oder so ähnlich.“ Ihre erste Übung bestand darin, die Ohren ihres Partners in Blüten zu verwandeln. Nach wenigen Minuten hatte Sirius zwei Rosen an den Seiten seines Kopfes und er blickte sich entsetzt im Spiegel an.
„Oh Mann, können wir nicht lieber Verwandlung in Tiere üben? Ich gebe sicher einen wunderschönen Hund ab!“, sagte Sirius.
„Ich weiß nicht.“, sagte Remus grinsend. „Steht dir doch gar nicht schlecht.“
„Ich kann eben alles tragen.“, sagte Sirius mit einem Grinsen. James und Remus lachten als er mit den Wimpern klimperte.
Bereits jetzt recht erschöpft, saßen die Siebtklässler später beim Mittagessen. Das UTZ-Jahr schien ziemlich anstrengend zu werden. Während James überlegte, wann er die Quidditchauswahlspiele veranstalten sollte und dabei an den herannahenden Sonntag dachte, sprach Lily ihn an:
„James? Wann treffen wir uns dann?“, die Schüler blickten sie interessiert an, ebenso wie James. Der hatte nach seinem Namen nämlich nur noch seinen eigenen Herzschlag gehört.
„Mhh… was?“
„Schulsprechertreffen, du weißt schon, wir sollten mal die Rundgänge festlegen.“, sagte Lily. „Bevor die Lehrer auf die Idee kommen, uns noch mehr Hausaufgaben zu geben.
„Ähm, ich weiß nicht. Sag du.“, sagte James und sah sie erwartungsvoll an.
„Schön, wie wär's mit heute Abend?“
„Gut.“ James nickte. „Im Schulsprecherraum um halb acht?“
„Ja, bis dann.“, sagte Lily und verließ die Halle. James nickte und wandte sich wieder seinem Auflauf zu. Innerlich grinste er. Es war also doch möglich ein Gespräch mit ihr zu führen, ohne, dass es in einem Streit endete. Und sie hatte ihn schon lange nicht mehr „Potter!“ genannt.
„Du guckst, als hättest du ein Date mit ihr.“, sagte Sirius. „Bleib auf dem Teppich.“ James ignorierte ihn, kaute ein wenig auf dem Käse herum und sagte schließlich:
„Moony? Was haben wir jetzt?“
„Freistunde und dann Kräuterkunde.“, sagte Remus und breitete ein Schaubild einer Venemosa Tentakula auf dem Tisch aus.
„Was soll das, Rem? Pack gefälligst die Hausaufgaben weg, das kannst du gleich in der Freistunde machen.“, Sirius fuchtelte mit einem Stück Kuchen in der Hand herum. „Außerdem hab` ich einen sehr sensiblen Magen - du ruinierst meine Mahlzeit mit diesem Anblick!“
„So schlimm sieht die Venemosa doch gar nicht aus?“, fragte Peter.
„Die nicht, aber die zweitausend Zeilen Notizen, die Moony strebermäßig draufgepackt hast, schon!“ Peter lachte.
„Na dann…“, sagte Remus und packte das Schaubild weg. „Wisst ihr, ich geh` in die Bibliothek und mach es da. Ich brauch nicht zu fragen, ob jemand mitkommt, oder?“ Sirius, James und Peter schüttelten synchron die Köpfe. „Ach je, es ist mir ein Rätsel, wie ihr bis hierher gekommen seid.“
„Ja, mir auch.“, pflichtete James bei und grinste schelmisch. „Bis nachher, Moony.“
„Ja…“, sagte Remus und ging.
„Am ersten Schultag in die Bibliothek?“, fragte Sirius zweifelnd. „Vielleicht hat er ein Date mit Evans.“
„Meinst du?“, fragte Peter.
„Was?!“, fragte James viel lauter und übertönte damit Peters Piepsstimme. „Wie meinst du das, Pad?“
„Bleib cool, Prongsie. Das würde Moony dir doch nie antun, aber was meinst du, wo die Evans hin ist? Allein? Ohne Anhang? Der sitzt nämlich noch da drüben.“ Er grinste den Mädchen zu. „In den Schönheitssalon?“, Sirius lachte über seinen eigenen Witz.
„Nein, wohl eher nicht.“, gab James zu und stand auf. „Ich geh dann auch mal, bis dann.“
„Was!“, rief Sirius ihm hinterher, als James durch die Halle stürmte. „Jede Wette: Er geht in die Bibliothek um selbst nachzusehen.“, und Peter nickte. Natürlich tat James das. Doch zu allererst wollte er im Schlafsaal den Tarnumhang holen. Unsichtbar schlich er schließlich den Gang zur Bibliothek entlang, immer darauf bedacht, bloß nicht erwischt zu werden. Sein Ruf wäre irreparabel beschädigt.
„Ich kann nicht fassen, dass ich freiwillig hier bin.“, sagte James und schüttelte den Kopf, während er durch die Gänge streifte, bis er Remus erblickte. Jener saß an einem Tisch vor dem Fenster und suchte augenscheinlich ein Pergament.
„Verdammt!“, hörte James ihn fluchen. James grinste. Er hatte ja schon immer gewusst, dass die Bibliothek einen nur verzweifeln ließ. James hatte seine wahren Absichten schon vergessen und überlegte, ob er nicht in die verbotene Abteilung schleichen sollte, als Lily mit einem Buch im Arm um ein Regal bog und ihn um Haaresbreite verfehlte. James, der sich reflexartig gegen das Regal hinter sich gepresst und die Luft angehalten hatte, pustete sie nun langsam aus und folgte Lily mit den Augen. Ihre Bewegungen erschienen ihm wie immer elegant - auch wenn Sirius ihm schon hundertmal versichert hatte, dass „Evans ganz normal läuft, du liebeskranker Volltrottel“. Offenbar suchte sie sich Informationen für ihre Hausaufgaben in Verwandlung zusammen, fand jedoch nicht das richtige Buch im Regal. Als sie seufzte, blickte Remus auf.
„Hey, Lily.“, grüßte er.
„Oh, hey. Machst du auch Hausaufgaben, Remus?“
„Ja, ich versuch` mich gerade an Zaubertränke. Und du?“
„Verwandlung.“, sagte Lily und zeigte ihm ihr Buch. „Darf ich mich setzen?“
„Klar.“, sagte er und Lily setzte sich ihm gegenüber hin.
„Schwer?“, fragte er. „Ich hab noch nicht damit angefangen.“
„Nein, eigentlich nicht, ich finde nur diesen Absatz über Verwandlung in Bäume, den ich letztes Jahr in einem Buch gelesen habe, nicht wieder. Wie läuft Zaubertränke?“
„Wenn du mir sagst, wie viele Rosendornen ich zugeben muss, gut.“, sagte Remus und grinste. Lily lächelte und rutschte um den runden Tisch herum neben Remus. Während sie in Remus` Notizen vertieft war, blätterte James in ihrem Buch rasch ein paar Seiten vor.
„Vier. Vier Rosendornen und wenn du sie vorher noch anschmorst, ist die Wirkung besser.“, sagte sie und strich sich das Haar zurück. James konnte einfach nicht umhin sie für ihr Zaubertranktalent zu bewundern. Woher wusste sie das?
„Cool, danke.“, sagte Remus.
„Kein Problem. Wenn du mir jetzt noch bei Verwandlung hilfst, wär das klasse.“
„Tut mir Leid, das weiß ich auch nicht. Da musst du schon James fragen.“ Ein undefinierbarer Ausdruck trat auf ihr Gesicht.
„Bloß nicht.“, sagte sie dann. „Der hält sich doch sowieso schon für so toll, wenn ich ihn jetzt auch noch frage, glaubt er womöglich noch ich wär auf ihn angewiesen. Da mach ich es lieber selbst. Tut mir Leid, ich weiß, er ist dein Freund, Remus, aber er führt sich auf wie ein kleines Kind, das beweisen muss, dass es schon groß ist.“ In James krampfte sich etwas zusammen. „Und dann scheint er die Aktion mit dem Zeitungsartikel auch noch lustig zu finden.“ Sie sah Remus dabei nicht an, sondern blickte auf einen Fleck auf dem Tisch.
„Ach Lily, ich sag ihm schon nicht, dass du ihn gar nicht so furchtbar findest.“, sagte Remus mit einem Zwinkern. „Er ist auch gar nicht so schlimm, wie du glaubst, aber das musst du schon selbst erkennen. Und mit dem Artikel hat James gar nichts zu tun.“
„Ich weiß.“
„Ach ja? Und James hat uns die Ohren voll geheult, du glaubest ihm nicht.“
„Ich schätze, ich hab etwas überreagiert. Mein Sommer war nicht besonders.“
„Was ist los?“
„Gute Frage, Moony, danke.“, dachte James und hing an Lilys Lippen als sie sagte:
„Meine Schwester. Nicht, dass das etwas Neues wäre. Wir haben uns furchtbar gestritten - sie ist sogar ausgezogen. Und jetzt weiß ich nicht, warum ich dich eigentlich mit meinen Problemen vollmülle.“, sie lächelte ihn an.
„Geht's dir besser?“, fragte Remus und Lily nickte. „Na bitte, da hast du deinen Grund. Aber Lily, ich denke-“
„Ich sollte mich bei James entschuldigen, ja, ich weiß.“, Remus nickte und Lily rutschte wieder auf ihren Platz zurück „Nanu? Da ist ja der Absatz. Der war aber eben noch nicht da. Komisch.“
„Magische Bücher, eben.“, sagte Remus unschuldig, schielte aber aus dem Augenwinkel zu James hinüber, der sofort das unangenehme Gefühl bekam, dass Remus wusste, dass er da war. Lily schrieb hastig den Absatz ab und klappte das Buch zu.
„Danke, Remus. Das hat richtig gut getan. Ich mach mich dann mal auf den Weg, meine Sachen aus dem Gemeinschaftsraum holen. Bis in Kräuterkunde.“
„Yep, bis dann.“, sagte Remus und lächelte sie an. Lily hängte sich ihre Tasche über die Schulter und schlenderte aus der Bibliothek.
„Danke, Moony.“, raunte James ihm ins Ohr, bevor er Lily hinterher spurtete um mit Hilfe einiger Geheimgänge noch vor ihr den Gryffindorturm zu erreichen. Er verstaute seinen Tarnumhang im Koffer und rauschte wieder zurück in den Gemeinschaftsraum. In Hochstimmung ließ er sich auf die Couch fallen, die nahe am Fenster stand und nahm sich ein Buch, das dort auf dem Tisch lag. „Quidditch im Wandel der Zeiten.“, murmelte er und schlug es auf. Just in diesem Augenblick klappte das Portrait zur Seite und Lily kam herein.
„James, gut, dass ich dich hier treffe.“, sagte sie und setzte sich ihm gegenüber auf den niedrigen Couchtisch. James klappte das Buch zu und tat überrascht.
„Ach, was gibt's?“, fragte er. Lily knetete ihre Hände im Schoß und antwortete leise:
„Nun, ich wollte mich bei dir entschuldigen.“
„Entschuldigen? Wofür?“
„Ich war auf der Zugfahrt irgendwie schlecht gelaunt und dann hab ich erfahren, dass du Schulsprecher bist und hab dich als Ventil benutzt um Dampf abzulassen. Das war nicht fair. Und dann auch noch dieser bescheuerte Artikel. Es tut mir Leid.“
„Weißt du, wenn ich Sirius wäre, würde ich sagen, dass ich mich gerne von dir benutzen lasse.“, James grinste.
„Gut, dass du nicht er bist.“, meinte Lily trocken. „Mich interessiert auch mehr, was James Potter dazu sagt.
„Schon okay. Vergeben und vergessen.“, sagte James und lächelte sie an. „Wie wär`s mit `ner Umarmung?“
„Nun übertreib mal nicht, Freundchen.“, sagte Lily und zog eine Augenbraue hoch.
„Na gut. Einen Versuch war es wert, aber weißt du was? Wenn wir nicht sofort aufbrechen, dann kommen wir zu spät zu Kräuterkunde und das schickt sich doch nicht für die Schulsprecher.“, sagte James und blickte auf seine Uhr.
„Da hast du wohl recht. Wollen… wollen wir zusammen gehen?“, fragte Lily und schulterte ihre Tasche wieder. Ein Grinsen breitete sich auf James` Gesicht aus.
„Klar!“, sagte er, griff nach seiner Tasche und hielt Lily galant das Portraitloch auf, damit sie als Erste hindruch schlüpfen konnte.
„Ein echter Kavalier.“, sagte die Fette Dame und zwinkerte ihnen zu. „Den musst du dir warm halten, Kindchen.“, sagte sie zu Lily gewandt.
„Hör auf die Frau.“, sagte James und machte Anstalten weiter zu gehen. Lily starrte die Fette Dame immer noch verwirrt an. „Was ist, kommst du?“
„Ja.“, sagte Lily rasch und folgte ihm. „Was war denn mit der los?“
„Hat bestimmt mal wieder was getrunken.“, mutmaßte James. „Sie vergreift sich doch öfter mal am Weinvorrat aus dem vierten Stock.“
„Könnte sein.“, überlegte Lily. „Dabei ist noch nicht mal Weihnachten. Sowas aber auch.“ sie kicherte und James zog einen Wandbehang bei Seite. „Was tust du?“
„Abkürzung.“, sagte James nur und ging seelenruhig den Geheimgang entlang. „Bringt uns in den ersten Stock. Komm schon, vertraust du mir etwa nicht?“
„Nicht wirklich.“, sagte sie.
„Du wirst heil bei Kräuterkunde ankommen, ich versprechs.“, sagte er und sie folgte ihm widerwillig. Wenig später traten sie aus dem Geheimgang in einen wenig frequentierten Seitengang im ersten Stock. „Du hast gerade die Ehre gehabt, ein Geheimnis der Marauder zu entdecken.“
„Eine zweifelhafte Ehre.“, sagte Lily und schlug den Weg zur Treppe ein.
„Aber dennoch! Eine Ehre.“, sagte James und entlockte ihr ein Lächeln.
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