
von LasVegas
Hallo! Ich weiß, es ist sozusagen eine Ewigkeit her. Es ist Samstag-Abend, ich hatte zwei Wochen Ferien und was mache ich? Gucke zich Folgen von irgendwelchen Fernsehserien, die süchtig machen. Schulsachen... Fehlanzeige. Dabei hätte ich so viel zu tun gehabt, was ich jetzt wohl oder übel alles morgen machen muss. Bio-Referat, Geschichts- und Chemieklausur. Wenn's nicht dermaßen aufs Abi zugehen würde... Ach ja. Ich schweife ab. Aaaaaalso. Mir hat irgendwie der Plan bei dieser ff gefehlt. Ich wusste nicht recht, was passieren soll und dann habe ich noch eine neue ff angefangen... Es freut mich übrigens ungemein, dass viele von euch auch die lesen!
Jedenfalls geht es hier endlich weiter!
@LilyEvans91: Süß, ja, aber komliziert! Auch kompliziert zu schreiben.
@axel: Mag sein, vielleicht hast du Recht. Es ist allerdings schon recht aufwändig, Sirius und Isabelle gerecht zu werden. Mal sehen, ob ich mit Remus noch etwas einbauen kann.
@Rinchen: Natürlich wird das noch kompliziert. Noch komplizierter, als es jetzt schon ist.
@James_Potter85: Sirius und Gefühle gestehen gestaltet sich relativ schwierig, wie sich herausstellen wird.
@Dr. Butterbier: Ich bin mir nicht sicher, dass Isabelle sich auf eine schnelle nummer im GEMEINSCHAFTSRAUM einlassen würde, um ehrlich zu sein XD.
@Katie1992: Die beiden mögen ja zusammen passen... fragt sich nur, ob sie es auch hinkriegen, sich mal etwas zusammenzureißen.
@Mrs.Black: Gemerkt... vielleicht.
@Isabelle: Wahnsinn, dein Kommi ist eindeutig eins meiner liebsten. Es baut unglaublich auf, zu lesen, dass jemand sich so über das eigene Geschreibsel freut. Du heißt wie einer meiner Charas XD
@Die Evans: Bin mir nicht sicher, ob Sirius' und Is' Leitungen nicht einige Knoten haben...
@greenday: Tjaaa. So sind die beiden eben.
@h+rinlove: Jah, ich liebe die beiden auch XD
Wenn ich so lese, wie süüüüüüß ihr alle Sirius und Isabelle findet, muss ich jedes Mal lachen. Stellt euch mal vor, was die beiden dazu sagen würden XD.
Dieses chap... etwas mehr L/J!
Also ENDLICH weiter mit der ff:
EDIT! ALSO, DAS CHAP HIER WURDE NOCHMAL GEÄNDERT, WEIL ES SO NICHT IN DEN VERLAUF DER GESCHICHTE PASST!
„Oh nein, sieh mal.“, Lily zupfte an James' Hand und grinste.
„Hm…?“, fragte James und schaute zum Kamin, in dem die Flammen zu Glut zerfallen waren. Er erblickte Sirius und Isabelle, die schlafend auf dem Boden lagen. Sirius' Kopf war gegen die Couch gelehnt und Isabelle lehnte gegen seine Brust, einen Arm über seinen Bauch gelegt. Ihr ruhiger Atem war nicht zu hören, da Sirius ein leichtes Schnarchen von sich gab. James musste leise lachen.
„Warum lacht ihr?“, fragte Remus, der gähnend hinter ihnen durchs Portraitloch kletterte.
„Guck mal, die beiden Streithähne.“, sagte James und auch Mary und Jordan richteten ihre Blicke zum Kamin.
„Wie niedlich.“, freute sich Jordan. „Endlich reißen die sich mal zusammen.“
„Wer weiß?“, murmelte Mary. „Vielleicht haben sie sich auch so sehr gezofft, dass sie ein Stressschläfchen brauchen.“
„Das hoffe ich nicht.“, antwortete Lily. „Denn wenn dem so ist… Dann können wir uns auf was gefasst machen.“
„Können wir das bitte verdrängen, bis es wirklich soweit ist?“, fragte James.
„Gute Idee, ich bin nämlich wirklich sehr, sehr müde und habe einen harten Tag vor mir.“, brummte Remus und schlurfte Richtung Treppe.
„Er hat Recht.“, stimmte James zu. „Ich sollte vielleicht auch ein wenig vorschlafen. Gute Nacht, Mädels.“
„Gute Nacht, James, Remus.“ Sagte Mary, während Jordan sich die beiden Schlafenden etwas näher betrachtete.
„Schlaf gut, Lily-flower.“, flüsterte James ihr ins Ohr und küsste sie lange, bevor er sich mit Remus auf den Weg zu ihrem Schlafsaal machte.
„Guten Morgen!“, lachte Isabelle, als sie durch die Tür stürmte und damit die anderen Mädchen aufweckte. „Frohe Weihnachten!“
„Cartwright…!“
„Dir auch Newman, zur Abwechslung mal! Was machst du eigentlich hier? Ich dachte eigentlich, wir wären dich für die Ferien los, weil du in dem leeren Schlafsaal pennst? Haben wir dir gefehlt?“, grinste Isabelle und Melissa rauschte wütend an ihr vorbei, raus aus der Tür. „Das war ja leicht.“, murmelte Isabelle, als sie ihr nachschaute. „Mädels, nun kommt schon! Raus aus den Federn!“
„Frohe Weihnachten, Is.“, sagte Jordan gähnend.
„Na ja…“, grinste Mary. „Is hat ihr Geschenk doch schon gestern Abend vor dem Kamin ausgepackt…“ Is lief rosa an und schmiss Mary ihr Kissen ins Gesicht.
„Mädels, es ist Weihnachten. Friede.“, versuchte Lily das Gezanke beizulegen. „Frohe Weihnachten, Mädels.“
„Frohe Weihnachten, Lils.“, antworteten sie.
„Ach Padfoot, warte mal.“, sagte James, als sich die drei auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum befanden.
„Hm?“, fragte Sirius, als er sich auf die Couch fallen ließ und sich genüsslich ausstreckte.
„Ich hab hier noch dein Weihnachtsgeschenk.“
„Mein… was?“ , fragte Sirius und öffnete träge ein Auge.
„Na dein Geschenk.“, grinste James und wedelte mit einem Briefumschlag.
„Oh!“ Sirius setzte sich auf. „Aber ich sollte doch kein Geschenk mehr kriegen? Wegen dem Motorrad?“
„Richtig.“, sagte James. „Aber trotzdem.“
„Moment mal, du hast deins ja auch noch nicht gekriegt.“ Sirius zupfte einen weiteren Umschlag aus seinem Umhang.
„Das ist das erste Mal, dass ihr beide Geschenke vergesst.“, grinste Remus. Sirius riss den Umschlag auf, den James ihm hinhielt und zupfte etwas hervor. Er glotzte es überrascht an.
„Was denn? Freust du dich denn gar nicht?“, fragte James. „Padfoot, das ist ein Saisonticket für die Weltmeisterschaft!“
„Prongsie. Mach deinen Umschlag auf.“ James schlitzte den Umschlag auf und zog etwas hervor.
„Öh…“
„Ich fass es nicht.“, sagte Isabelle, die über James' Schulter linste. „Ihr habt euch gegenseitig das gleiche geschenkt?“
„Sieht so aus.“, sagte James.
„Hast du auch eins für dich selbst gekauft?“, fragte Sirius.
„Hm, ja…“, gab James zu.
„Dann haben wir jetzt zwei Tickets zu viel.“, murmelte Sirius und zog ein weiteres Ticket aus der Tasche.
„Kein Problem.“, sagte Is und schnappte ihm das Ticket weg. „Danke!“
„Hey!“, rief Sirius und wirbelte herum, doch sie stand schon außer Reichweite betrachtete grinsend das Ticket. „Wie unverschämt!“
„Da das eigentlich dein Part ist, färbst du wohl auf mich ab.“ Sie überbrückte den Abstand zwischen ihnen, legte die Arme um seinen Nacken und küsste ihn.
„Oha.“, murmelte Mary pikiert, grinste aber übers ganze Gesicht.
„Damit hat sie gerade das Ticket bezahlt.“, lachte Jordan und Lily musste ein Lächeln verhindern.
„Mann, ich hab zu viel gegessen.“, brummte James.
„Wer hat das nicht?“, fragte Jordan. „Das Weihnachtsfrühstück ist immer viel zu gut.“
„Die beiden kommen gar nicht zum essen.“, lachte Mary und nickte zu Sirius und Isabelle, die sich entweder über das Ticket zankten oder über den letzten Rest der Kirschmarmelade.
„Lily?“, fragte James. „Lass uns spazieren gehen?“ Lily nickte erfreut und nahm seine ausgestreckte Hand. „Wir sehen uns später im Gemeinschaftsraum?“
„Klar.“, sagten Mary und Jordan synchron und schauten Lily und James nach, die gemeinsam die Halle verließen.
„Hm…“, machte Lily und schmiegte sich an James' Arm, als sie sich dem Portrait der Fetten Dame näherten.
„Was?“, fragte James lachend.
„Das hat mir gefallen. Wir sind so selten unter uns.“, murmelte sie.
„Ich weiß.“, seufzte James. „Wir sollten uns die Zeit nehmen. Elfenwein.“
„Richtig.“, die Fette Dame schwang bei Seite.
„Freuen Sie sich schon auf Violets Besuch?“
„Du hast ja keine Ahnung, Jungchen.“, sie grinste. James schüttelte lachend den Kopf und ließ Lily den Vortritt in den Gemeinschaftsraum.
„Sagt sich so leicht.“, murmelte Lily enttäuscht.
„Ach komm schon.“, grinste James und ließ sich auf seine Lieblingscouch fallen. „Nicht so niedergeschlagen. Es ist Weihnachten.“
„Wo wir gerade davon sprechen…“, murmelte Lily und steckte die Hand in ihre Tasche. Sie zog ein Päckchen hervor. „Ich habe dir dein Geschenk noch gar nicht gegeben.“
„Ich dir deines auch noch nicht.“, lächelte James und steckte die Hand in die Tasche.
„Du zuerst.“, sagte Lily und James nahm das Päckchen.
„Was ist das?“
„Finds doch raus.“, lächelte sie. James funkelte sie an und riss rasch das Papier ab. Dann entfaltete er den Stoff und hielt ihn hoch.
„Nein! Lily! Das ist ja der Wahnsinn!“
„Gefällts dir?“, fragte Lily lachend.
„Ich liebe es! Und was ist das? Sind das etwa…?!“
„Die Autogramme.“ Lily nickte lächelnd. „Ja.“
„Wie hast du dieses Trikot gekriegt? Die Weltmeisterschaft ist doch erst im Sommer, die Trikots sind noch gar nicht veröffentlicht worden! Vor allem nicht mit den Unterschriften der Teammitglieder!“
„Ich hab mich mit ein paar Leuten in Verbindung gesetzt.“, sagte Lily geheimnisvoll. James lachte sie an und gab ihr einen Kuss.
„Du bist die Beste.“ James betrachtete sein neues Trikot, dann legte er es zur Seite. „Hier.“, murmelte er dann schüchtern. „Wenns dir nicht gefällt, kannst du es umtauschen…“ Er streckte ihr eine kleine Schatulle hin, die mit dunklem Samt überzogen war. Lily schaute ihn überrascht und ein wenig panisch an. „Keine Angst.“, James lachte. „Es ist kein Ring. Davon hat Sirius mir lautstark abgeraten.“ Lily gluckste und nahm die Schatulle. Sie zog die Oberlippe ein und biss nervös darauf herum, als sie die Schatulle öffnete. Ihr Mund klappte auf und ihre Augen wurden groß. James schaute sie unschlüssig an. „Sag was. Irgendwas. Schrei mich an. Oder so. Gefällt es dir?“ Lily schaute hoch zu ihm und zog ihn in einen weichen Kuss.
„Es gefällt mir.“
„Wahnsinn.“, meinte Isabelle, die gerade mit den anderen bei der Couch angekommen war und die Schatulle ergriffen hatte. „Man könnte meinen, es ist euer erster Hochzeitstag.“
„Oh nein…“, murmelte James in ihren Kuss. „Zum ersten Hochzeitstag... lege ich ihr die Welt zu Füßen.“ Isabelle reichte James die Schatulle zurück und er hob vorsichtig ein feingliedriges, silbernes Armband hervor, das er Lily umschnallte. „Ich wollte es dir schon lange zurückgeben. Es ist repariert. Und die… ist von mir.“ Er nahm den zweiten Gegenstand aus der Schatulle und hielt ihn mit beiden Händen in die Luft. „Die passende Kette.“
„Weihnachtstee!“, freute sich Sirius und hüpfte voller Vorfreude auf und ab. „Das heißt Knallbonbons.“
„Dabei bekommst du doch eh immer nur weiße Mäuse.“, grinste James.
„Sahara freut sich immer über die.“, lachte Mary, doch die anderen Mädchen guckten sie nur böse an.
„Ihr habt die Dinger nich wirklich an Lilys Katze verfüttert?“, fragte Remus, der sich nicht sonderlich gut fühlte.
„Nö.“, lachte Jordan. Mary und ich haben sie in Newmans Koffer ausgesetzt und die ist natürlich völlig ausgeflippt. Sahara hat sich nen Spaß draus gemacht die Mäuse durch den Schlafsaal zu jagen.“
„Mir gefällt eure Denkweise…“, grinste Sirius diabolisch und betrat als erster die Große Halle. „Hm… der Duft von Weihnachten in Hogwarts.“
„Zimtsterne!“, rief James und rannte auf den Gryffindortisch zu, wofür er von den anderen Schülern einiges an Gelächter und schrägen Blicken einstecken musste.
„Lass mir welche übrig!“, brüllte Sirius ihm hinterher, bevor er selbst zum Springt ansetzte.
„Warum tun wir uns die eigentlich an?“, fragte Lily.
„Das fragst du uns?“, brummte Mary.
„Kommt schon.“, murmelte Isabelle. „Ich rieche den Spezialzitronentee…“
„Warum tun wir uns Is an?“, fragte Jordan, als sie ihr hinterher schaute und beobachtete, wie sie sich neben Sirius fallen ließ, der sich mit James ein Wettessen lieferte.
„Keine Ahnung.“, sagten Remus, Lily und Mary gleichzeitig.
„Knallbonbons!“ annoncierte Dumbledore etwa eine Stunde später und ließ einige bunte Knallfrösche aus seinem Zauberstab explodieren.
„Ja!“, freuten sich Sirius und James und zogen an einem Bonbon.
„Sexy!“, lachte Isabelle, als James Sirius die Weihnachtsmann-Mütze überstülpte. James musste so lauthals lachen, dass er sich den Bauch halten musste.
„Dann zieh du doch mal.“, brummte Sirius, der mit dem Finger an der Glocke im Bommel der Mütze spielte.
„Okay.“, sagte Isabelle und zog mit Lily.
„Ich glaube…“, murmelte Lily.
„Ganz klar.“, grinste Isabelle. „Das schenk ich James, dann sieht er auch bescheuert aus.“ Lily nahm das Geweih aus Filz und steckte es ihm auf den Kopf. James schüttelte leicht den Kopf und die sechs Glöckchen bimmelten wild durcheinander. Die Freunde lachten ausgelassen.
„Steht dir irgendwie.“, sagte Mary und wusste gar nicht, wie Recht sie da hatte.
„Ich hab Bauchweh…“, beschwerte sich Sirius.
„Du hast auch geschätzte drei Pfund Zimtsterne gemampft.“, sagte Jordan.
„Same procedure as every year.“, sagte Remus trocken.
“Wahre Worte.”, sagte James. “Aber ich fühl mich auch nicht gerade federleicht. „Wollen wir noch eine Runde um den See drehen, Lily? Dann setzen sich vielleicht drei Pfund Zimt?“
„Gern…“, Lily lächelte und schob ihre Hand in seine.
„Du spinnst doch, Jamie.“, brummte Sirius. „Nie im Leben würd ich jetzt laufen. Gehen wir in den Gemeinschaftsraum?“
„Uh-huh.“, murmelte Isabelle, die selbst ein wenig zu viel gegessen hatte.
„Hm…“, machte Jordan. „Zu viele Knallbonbons. Ich muss meinen ganzen Kram mal hochschleifen. Dabei hasse ich Koboldstein.“, sie wedelte mit einem Paket.
„Ich müsste mich auch mal hinlegen…“, sagte Remus müde.
„Na dann sehen wir uns nachher.“, sagte James, nahm Lilys Hand und führte sie Richtung Portal.
„Mir wird kalt, lass uns zurück gehen.“, bat Lily.
„Okay.“, nickte James und sie wandten sich wieder Richtung Schloss, wo sie binnen Minuten durchs Portal traten. Sie erklommen die Große Treppe und wollten einen abkürzenden Geheimgang vom dritten Stock aus nehmen, als sie aufgehalten wurden.
„Ach nee. Wenn's nicht Gryffindors Starjäger und seine kleine Freundin sind…“
„Was willst du, Avery?“, fragte James kühl.
„Ich wollte plaudern.“, sagte Avery höhnisch und Lily vernahm ein Glucksen vom zweiten Slytherin.
„Wahnsinn, Mulciber!“, sagte James. „Du hast den Witz verstanden!“
„Pass auf, was du sagst, Potter.“, knurrte Mulciber.
„Hm… drohst du mir?“, fragte James, doch Lily klammerte sich an seinen Arm und flüsterte,
„Lass doch…“ James jedoch schob seine Hand in die Tasche und legte die Hand um seinen Zauberstab.
„Expelliarmus!“ James fühlte, wie der Zauberstab, den er gerade eben erst begonnen hatte aus der Tasche zu ziehen, aus seinen Fingern flog und gegen eine Wand klapperte.
„Scheiße.“, war alles, was er noch sagen konnte, bevor er einen Zauber auf sich zurasen sah. Vorsorglich schubste James Lily aus dem Weg und duckte sich selbst weg. James hatte es geschafft, sich Lilys Zauberstab aus ihrer Tasche zu sichern und hielt ihn nun hoch. Er beobachtete Avery, der immer noch den Zauberstab auf ihn gerichtet hielt. Kurz flackerten James' Augen zu Lily hinüber, die ihren eigenen Sturz mit Leichtigkeit abgefangen hatte, nun aber wehrlos zum Beobachten verdammt war. Eine Weile starrten James und Avery sich nur an und das, was James überhaupt nicht bedacht hatte, trat ein. Mulciber, der mit dem Zauberstab nicht mal einen Stuhl schocken konnte, stürzte auf ihn zu, schubste Lily viel zu brutal zur Seite und drückte ihm den Unterarm an die Kehle. James verlor Lilys Zauberstab, der über den Boden rollte, und ein paar Meter weiter zum Liegen kam.
„James!“, rief Lily, ihre Stimme vibrierend vor Schmerz, und versuchte, ihren Zauberstab trotz verletztem Bein zu erreichen, um James aus seiner misslichen Lage zu befreien.
„Das würd ich nicht tun, wenn ich du wäre…“, grunzte Avery sie und hielt ihr den Zauberstab direkt unter die Nase. „Steh auf.“
„Sehr lustig.“, knurrte Lily, ihre Hand auf ihrem Schienbein. Tränen glitzerten in ihren Augen.
„Lass sie in Ruhe!“, brüllte James den Slytherin an.
„Och, Potti hat Angst um sein Schlammblut. Is das nich niedlich?“, höhnte Avery. Mulciber lachte dümmlich und drückte James die Luft weg, indem er seinen Unterarm noch fester an seinen Hals presste.
„Hör auf damit!“, krächzte James, obwohl er nun fast vom Boden abhob und versuchte sich zu wehren. „Lily!“ Die Angesprochene hockte noch immer auf dem Boden. Ihr Bein war anscheinend gebrochen und sie kämpfte mit den Tränen. Doch ihr Gesichtsausdruck war alles andere als ängstlich. Ihr Zauberstab lag unerreichbar ein paar Meter entfernt auf dem Boden.
„Was denkst du, Schlammblut, mit welchem Fluch sollen wir anfangen? Dem Cruciatus?“, fragte Avery. Ein Hauch von Angst huschte über Lilys Augen, doch er war sofort wieder verschwunden.
„Nein!“, brüllte James und strampelte mit den Beinen, während er mit den Händen an Mulcibers Arm zerrte. Er erwischte Mulcibers Schienbein und der schrie auf. James riss sich los und wollte zu Lily laufen, doch Avery hielt ihn auf.
„Ah-ah-ah.“, machte er. „Wenn du nicht willst, dass sie leiden muss, bleibst du schön stehen.“ James verharrte auf dem Fleck. „Na also.“
„Du bist so feige, Avery. So was von feige.“, krächzte James, sich den Hals haltend.
„Was?!“
„Vergreifst dich an Mädchen? Traust dich wohl nicht mich anzugreifen, was?“, James brachte ein Grinsen zu Stande.
„Sag das noch mal!“
„Du bist feige!“
„Impedimenta!“, James duckte sich weg und Avery traf Mulciber, der nach hinten wegkippte.
„Hey, danke, Mann!“, sagte James. Wieder schoss Avery einen Fluch ab, diesmal traf es James mit voller Wucht. Er knickte ein und Schmerz durchfuhr seinen ganzen Körper. James schrie nicht, diese Genugtuung wollte er dem Slytherin nicht gönnen.
„Stupor!“, sagte Lily laut und deutlich und Avery fiel vorne über. Geschockt. Der Schmerz hörte sofort auf und James stütze sich mit den Händen auf dem Boden ab.
„James.“, sagte Lily brüchig. Sie hatte es geschafft, irgendwie zu ihrem Zauberstab zu kriechen, konnte sich aber nicht mehr auf ihrer Stützhand halten und krachte hinunter auf den Steinboden. James atmete schwer.
„Li-ly.“, er sah auf. „Alles… in Ordnung?“
„Ja. Bei dir?“
„Hmhm.“, James schleppte sich zu ihr. „James, nicht. Du bist verletzt.“ James ließ sich neben ihr auf den kühlen Steinboden fallen, rollte sich auf den Rücken und ließ den Kopf auf den Boden sinken.
„Ich… es geht mir gut.“, sagte er stockend. „Was ist mit dir?“ Lily besah sich ihr Bein.
„Na ja.“, sagte sie und lehnte sich an die Wand. James setzte sich wieder auf, als er sich etwas gefangen hatte.
„Darf ich mal?“, fragte er. Sie nickte. Vorsichtig schob James den Kniestrumpf, der zur Schuluniform gehörte, von ihrem Schenkel. Sie zog pfeifend die Luft ein. „'Tschuldige.“
„Schon gut. Accio.“, James' Zauberstab flog aus der nächsten Ecke auf sie zu und sie drückte ihn James in die Hand.
„Danke. Wir müssen dich in den Krankenflügel schaffen. Ferula.“, er tippte vorsichtig ihr Bein an. Und eine Binde rollte sich an ihrem Bein hoch. „Komm, steh auf, ich helf dir.“ Er zog Lily hoch und schlang einen Arm um ihre Taille.
„Autsch.“
„Dein Bein?“
„Nein, ich hab mit die Schulter geprellt, glaube ich. Lassen wir die hier liegen?“
„Ja.“, sagte James grimmig. „Zum Glück ist es nicht weit bis zum Krankenflügel.“, im Vorbeigehen trat er Avery in den Bauch. James musste Lily beinahe zu Madame Pomfrey tragen, daher dauerte es doch einige Zeit.
„Mr Potter, Miss Evans!“, rief Madame Pomfrey geschockt, als die beiden eintraten. „Mr Potter, helfen Sie ihr aufs Bett.“, James hob Lily auf die Matratze. „Was ist passiert, Miss Evans?“
„'N kleiner Zusammenprall mit den Slytherins.“, sagte James.
„Da Sie so redselig sind, wie geht's Ihnen?“, fragte Madame Pomfrey.
„Mir geht's gut, kümmern Sie sich um Lily.“
„Dir geht's gar nicht gut!“, sagte Lily.
„Doch, mir geht es sehr gut.“, sagte James nachdrücklich.
„Na dann.“, sagte Madame Pomfrey misstrauisch. „Sehen wir uns das mal an.“ Sie rollte die Binde ab und besah sich Lilys Bein. „Das sollte kein Problem sein.“, sie tippte Lilys Bein an und der Schienbeinknochen fügte sich nahtlos zusammen.
„Vielen Dank, das ist viel besser.“, seufzte Lily.
„Jetzt noch ihre Schulter. Da es ihnen ja gut geht, Mr Potter, schlage ich vor, dass sie dort warten.“, sie deutete auf ein anderes Bett und machte Anstalten, den Vorhang zuzuziehen.
„Nein.“, sagte Lily. „James kann hier bleiben.“ Sie wurde kritisch von Madame Pomfrey beäugt, hielt dem Blick aber stand. James setzte sich neben Lily und sie ließ sich von Madame Pomfrey entblößen.
„Ist nicht all zu schlimm, Miss Evans. Etwas aufgeschürft und geprellt, aber ansonsten nicht schlimm.“
„Okay.“, sagte Lily.
„Das wird brennen.“, warnte Pomfrey, als sie eine Paste aus einem Schränkchen fischte. Lily suchte nach seiner Hand und drückte zu als Madame Pomfrey die Paste auftrug. Mal wieder musste sie pfeifend die Luft einziehen, James erwiderte den Druck ihrer Hand und suchte ihren Blick. Lily fixierte seine Augen und entspannte sich sichtlich. „Okay. Das muss noch ein paar Minuten einwirken, dann kann ich Sie heilen und Sie können gehen.“
„Danke, Madame Pomfrey.“, sagte James. Sie ließ sie allein und Lily sah James an. „Was?“, er lächelte.
„Ist wirklich alles in Ordnung mit dir?“, fragte Lily.
„Ja, sag ich doch.“
„James, du siehst blass aus.“
„Das ist doch normal nachdem…“
„Man verflucht wurde?“, führte Lily seinen Satz flüsternd fort.
„Na ja, ja.“
„Du hast es mir versprochen.“, sagte Lily. „Keine blöden Spielchen.“
„Ich schwöre es dir, mir geht's gut.“, versicherte James. Lily nickte. „Oh Mann.“, James streifte eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht. „Ich hatte einen Moment echt Angst um dein Leben.“
„Ich auch.“, gab sie zu und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
„Brennts noch?“
„Nein…“, murmelte Lily. „Es juckt wie verrückt.“ Madame Pomfrey kam wieder, entfernte die Paste und heilte Lilys Schulter. Zu guter Letzt legte sie noch einen Verband an.
„Schonen Sie den Arm noch ein paar Tage, dann ist alles wieder in Ordnung.“
„Danke.“, sagte Lily und ließ sich von James in die Bluse helfen. Sie legte sich die Krawatte wieder um und James streifte ihr den Pullunder über. Dann nahm er ihren Umhang und trug ihn unter dem Arm. Den anderen Arm legte er um Lily und zog sie vom Bett herunter.
„Sie sollten mit dem Schulleiter reden.“, meinte Madame Pomfrey.
„Nein.“, sagte James sofort. „Er hat damit nichts zu tun. Das ist persönlich.“
„Wie sie meinen.“, sie verschwand im Nebenraum.
„Können wir in den Gemeinschaftsraum gehen?“, fragte Lily.
„Ja, sicher.“, James nickte und öffnete die Tür. Sie traten hinaus und Lily fasste nach seiner Hand. Schweigend kamen sie im Gemeinschaftsraum an und kletterten durch das Portraitloch der Fetten Dame.
„Lils!“, rief Isabelle und sprang auf. „Wo wart ihr? Was zum… Was ist los?“
„Slytherins.“, sagte Lily. „Avery und Mulciber haben uns angegriffen und wir haben was abgekriegt.“
„Wir waren im Krankenflügel, es ist alles in Ordnung.“, sagte James, als er Lily in den leeren Sessel der Sitzecke dirigierte, wo auch Sirius, Jordan, Mary und Remus saßen.
„Danke.“, sagte Lily und lehnte sich vorsichtig zurück.
„Das sieht aber alles andere als in Ordnung aus.“, sagte Jordan.
„Is nur ne Prellung.“, winkte Lily ab.
„Pomfrey meint, sie solle sich schonen.“, fügte James hinzu.
„Verdammte Slys!“, äußerte Sirius lautstark und die anderen stimmten zu. „Die haben doch alle ne Schraube locker. Unfassbar!“ er hatte die ganze Zeit mit dem Fuß getippelt, sprang nun auf und rauschte Richtung Portraitloch.
„Wo will der denn jetzt hin?“, fragte Mary. „Der wird doch nicht…?“
„Überleg mal, über wen wir da reden.“, sagte Remus und tauschte einen panischen Blick mit James aus.
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