
von LasVegas
Nach einem ersten Semester und sehr, sehr langer Wartezeit für euch kommt hier mal ein neues Chap. Ich hatte ja eigentlich gesagt, es würde nicht allzu lange dauern. Allerdings hab ich unterschätzt, wie sehr mich die Uni annerven und somit auslaugen würde, sodass ich überhaupt keine Lust zum schreiben hatte. Ich werde in nächster Zeit sehr viel mehr Zeit für meine ffs finden, soviel ist klar. Ich freu mich über jeden, der noch dabei ist! :D
~James~
Also, nach der Party sind wir völlig fertig auf dem Dachboden eingepennt und als wir aufwachen, sind die Mädels plötzlich alle beste Freundinnen. Keine Ahnung, ob das jetzt gut oder schlecht ist. Geballte Frauenpower kann nur von Nachteil sein, soviel ist eigentlich klar... Na ja. Und spätestens jetzt weiß ich, dass ich Lily Evans heiraten werde. Ich sage euch, diese Pfannkuchen...
***
James schlich sich durch den dunklen Korridor und war besonders vor den Türen sehr leise, denn seine Mutter hatte einen leichten Schlaf. Vorsichtig setzte er auf der Treppe einen Fuß vor den anderen und übersprang die vielen Stufen, die knarrten. Im Erdgeschoss sah er Licht in der Küche und verengte die Augen. Rasch bahnte er sich einen Weg zur Küche, ohne mit seinen nackten Füßen einen Laut von sich zu geben. Einzig und allein der Stoff seines T-shirts und der Boxershorts machten leise Geräusche. Er linste in die Küche und stieß einen Seufzer aus.
„Ich dachte schon, Einbrecher würden unseren Kühlschrank ausräumen!“
„James, hätte ich mir ja denken können, dass ich dich hier treffe.“, sagte Hailey, die versuchte, das obere Regal zu erreichen, aber nicht heranreichte.
„Potter Schicksal.“, lachte James, streckte sich und fischte die Keksdose für sie aus dem Regal. „Wir lieben Mitternachtssnacks.“
„Nachts um zwei.“, grinste Hailey und suchte sich einen Schokoladenkeks aus. Sie hüpfte auf die Küchentheke und ließ die Beine baumeln.
„Hey, du hast den letzten Schokokeks genommen!“, beschwerte sich James.
„Tut mir Leid, Jimmy.“, sie grinste ihn an.
„Nicht.“, beendete James ihren Satz und begnügte sich mit einer Haselnusspraline.
„Stimmt.“ Sie lachten verhalten. „Also, du und Lily, hm?“
„Ja, ich und Lily.“, sagte er. „Und pass bloß auf, dass sie nicht hört, wie du mich Jimmy nennst!“
„Sie passt sehr gut zu dir.“
„Meinst du?“, fragte er.
„Na, sicher.“ Sie klopfte ihm auf die Schulter. „Lad mich zur Hochzeit ein.“ Sie glitt von der Theke zum Boden und strich ihre Schlafanzughose glatt.
„Versprochen.“, sagte James und grinste zurück. „Sag mal.“, Er nahm sich einen weiteren Keks und deutete auf den Wasserkessel, der zum Auskühlen in der Spüle stand, und die offene Teedose. „Hast du ne Teeparty gefeiert?“
„Ich sicher nicht.“, sagte Hailey. „Hab mich auch schon gefragt, wo das herkommt.“ James zuckte die Schultern, schloss die Dose und schob sie wieder ins Regal. Er nahm das Milchglas, welches sie sich eingegossen hatte und leerte es in einem Zug.
„Milchbart steht dir gar nicht.“, lachte sie und wischte ihm die Milch von der Oberlippe. Er kitzelte sie und Hailey quietschte leise.
„Sch…“, wisperte James. „Sonst wacht noch jemand auf.“
„Zu spät.“, sagte sie. „Hörst du das?“ Er wandte den Kopf ein wenig zur Seite und vernahm leises Knarren.
„Klingt nach Dielen.“, sagte James. Sie sahen sich an. „Der Salon.“ Sie nickte. „Lass uns nachsehen!“ Sie löschten das Licht in der Küche und gingen durchs Esszimmer ins Wohnzimmer und fanden die Salontür geschlossen vor. „Die ist nie zu.“, wisperte James.
„Riecht nach Geheimnis.“, murmelte Hailey. „Sie ist verschlossen.“, sagte sie, als sie den Riegel sah, der die Tür mit dem Rahmen verkeilte.
„Der Kamin.“ James ging zum Kamin hinüber. „Der ist mit dem auf der anderen Seite im Salon verbunden. Sie verwenden den gleichen Schacht.“
„Perfekt. Heißt das, wir können was hören?“
„Was meinst du, wie ich früher rausgekriegt habe, was ich zu Weihnachten kriege?“, grinste James und kniete sich vor den Kamin. „Schau, hier.“ Er zog einen Backstein aus der Rückwand des Kamins und legte ihn zur Seite. Er legte den Finger auf die Lippen und winkte sie heran. Hailey kauerte sich neben ihn auf den Boden und linste durch das Loch. Sie konnten in den Salon blicken und Stimmen vernehmen.
„Das ist Dad.“, wisperte James in ihr Ohr.
„… Und daher denke ich, dass es zwingend notwendig ist, einen organisierten Widerstand auf die Beine zu stellen. Mit Kleingruppen und zufälligen Übergriffen kommen wir nicht weit.“
„Da stimme ich zu, William.“, brachte jemand hervor und hustete. Es klonkte laut und jemand humpelte am Kamin vorbei. James’ Hand fuhr wie von selbst zum Mund seiner Cousine, um ihren überraschten Aufschrei zu unterdrücken.
„Moody.“, flüsterte James ihr zu. Sie nickte und James ließ die Hand sinken.
„Worum geht’s da?“
„Die AVO.“
„Die was?“
„Die Anti-Voldemort-Organisation.“
„Die heißt doch nicht wirklich so? Was ein dämlicher Name.“
„Sch!“ James nickte zum Loch im Kamin, denn Moody fuhr fort:
„Aber wie willst du das anstellen? Ohne Hauptquartier und ohne Rekrutierung? Ohne Mitglieder und ohne vernünftigen Plan.“
„Bleib ruhig, Alastor.“
„Mom?!“, zischte Hailey. „Was zur Hölle…“
„Was meinst du, Albus?“ James erkannte die Stimme seiner eigenen Mutter und dann antwortete der Schulleiter,
„Wir brauchen ein Hauptquartier. Und Mitglieder. Letzteres wird kein Problem sein, sobald sich herumspricht, dass ich einen Widerstand um mich schare.“
„Aber Albus.“
„Dad?!“, quietschte Hailey.
„Isaac hat Recht, Albus.“, sagte James’ Vater. „Wenn das an die Öffentlichkeit kommt, schwebst du in großer Gefahr.“
„Wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir doch alle, dass Voldemort sich nicht trauen wird, mich anzugreifen. Jedenfalls nicht, bis er die Macht übernommen hat und wenn alles läuft, wie geplant, wird es nicht dazu kommen.“
„Ich denke, ich kann uns ein Hauptquartier besorgen.“
„Wer ist das?“, fragte Hailey leise.
„Matthew Cartwright. Isabelles Vater.“
„Wirklich?“
„Das ist Professor McGonagall. Unsere Lehrerin für Verwandlung. Was macht die denn hier?“, murmelte James.
„Ich glaube, Vater meint das alte Familienanwesen in North Yorkshire.“, mutmaßte die Stimme von Gray Cartwright.
„Das Anwesen in North Yorkshire?“, fragte James’ Mutter.
„Genau das.“, sagte Matthew. „Es steht leer und ist abseits. Mit ein paar Renovierungsarbeiten und einem Batallion Schutzzauber… Einen Vorteil hätte es jedenfalls. Jeder Mensch, der in die Nähe dieses Hauses kommt, kann unmöglich zufällig dort sein. Außerdem gibt es ein unterirdisches Tunnelsystem, das weiß Merlin wo hinführt. Im Fall der Fälle könnte man so flüchten.“
„Darüber sollten wir nachdenken.“, sagte Dumbledore. „Matthew, ich werde mir das Anwesen bei Zeiten ansehen, wenn es dir Recht ist.“
„Natürlich, Albus.“
„Nun, es wird spät, wir sollten unser Treffen beenden.“, sagte Dumbledore und sie vernahmen Stühlerücken.
„Verdammt.“, zischte James, schob den Backstein wieder in das Loch und sprang auf. „Beeil dich, Hailes.“ Sie stand ebenfalls auf und sie rauschten so schnell wie möglich in die Eingangshalle und die Treppe hinauf.
„James, was heißt das alles?“, fragte sie.
„Das erklär ich dir gleich. Weckst du die Mädchen? Wir treffen uns in fünf Minuten auf dem Dachboden.“ Er öffnete die Tür zu Sirius’ Zimmer. „Und pass auf, dass dich die Antiken nicht erwischen.“
„Okay.“ Sie schlüpfte durch die Tür zu dem Zimmer, in dem Lily und Isabelle schliefen. James schloss die Tür hinter sich und ging zu Sirius’ Bett hinüber.
„Pad.“, sagte er halblaut. „Hey, Sirius!“ Sirius lag alle Viere von sich gestreckt und leise schnarchend auf dem Bett, die Decke halb auf dem Boden. „Wach auf!“ James schubste ihn sanft. „Oh Mann, Sirius!“ James knallte ihm die Faust in den Arm.
„Aua!“
„Sch!“, fuhr James ihn an. „Komm, steh auf.“
„Warum?“, fragte Sirius. „Es ist mitten in der Nacht!“
„Ich weiß.“, sagte James. „Aber Hailey und ich haben was sehr Interessantes gehört. Es geht um die AVO.“
„Ist nicht wahr?“, fragte Sirius und rollte sich aus dem Bett.
„Doch.“, sagte James. „Zieh dir was über. Wir treffen uns auf dem Dachboden.“
„Alles klar.“ James lauschte an der Tür.
„Bahn frei.“, sagte er. „Auf geht’s.“ Die beiden Jungen schlichen durch den dunklen Gang zu Remus’ Zimmer, weckten ihn und suchten dann die schmale Treppe im letzten Winkel des Ganges auf, die zur Falltüre des Dachbodens führte. Zu dritt kletterten sie die Treppe hinauf, wo sie die Mädchen bereits vorfanden. „Ihr seid schon da.“, sagte James und schloss die Falltür. „Sirius, hilf mal!“ Zu zweit schoben sie eine schwere Truhe über die Falltür, die den Schall dämmen und die Tür verschlossen halten sollte.
„Jetzt habt ihr aber ne Menge zu erklären.“, seufzte Isabelle. „Ich lass mich doch nicht einfach so aus dem Bett holen ohne triftigen Grund.“ Hailey hatte einen Krug Saft aus dem Schrank geholt und stellte ihn auf den Tisch, an dem Lily und Isabelle bereits saßen. Sie waren alle in bequemen Jeans und weiten Pullovern bekleidet und sahen sehr müde aus. Sirius und Remus fielen ebenfalls auf Stühle um den Tisch.
„Ja, James, was soll das?“, fragte Lily.
„Hailey hat nichts gesagt?“, fragte James und warf seiner Cousine einen Blick zu.
„Ich verstehe es ja selbst nicht.“, brummte Hailey.
„Also, passt auf. Es geht… mal wieder… um die AVO.“
„Oh Gott, nenn es nicht so.“
„Wir brauchen einen anderen Namen.“
„Wenn ich das schon höre!“
„Ja, ja.“, James rollte die Augen. „Schon verstanden. Aber mal im Ernst. Dieses Treffen war sehr interessant. Dumbledore, McGonagall, meine Eltern, Hailey’s Eltern, Moody, Matthew und Gray Cartwright… Da ist was im Busch. Und zwar was Großes.“
„Haileys Eltern?“, fragte Sirius. „Das ist merkwürdig.“
„Nein.“, sagte Lily. „Das erklärt, warum Haileys Mum zu Sylvester hergekommen ist. Sie wollte an diesem Treffen teilnehmen und eine Party im Haus war die beste Tarnung. Niemand hätte etwas vermutet.“
„Selbiges gilt auch für meine Familie.“, sagte Isabelle. „Wie tarnt man ein Geheimtreffen besser als in der Hinterkammer einer großen Veranstaltung? Das fällt nicht auf. Perfekt.“
„Geschickt.“, sagte Remus.
„Das stinkt ja förmlich nach Geheim-Organisation.“, brummte Sirius.
„Sie haben was von Widerstand und Hauptquartier erzählt. Das kommt übrigens in euer altes Familienanwesen, Is.“, fuhr James fort.
„Was, die Bruchbude in North Yorkshire?“, fragte Isabelle. „Unmöglich.“
„Na ja.“, sagte Sirius. „Mit Magie lässt sich aus der letzten Baracke wortwörtlich was zaubern.“
„Hm.“, machte Remus. „Sonst noch was?“
„Dumbledore will den Laden leiten.“, sagte Hailey.
„Na, davon war ja auszugehen.“, murmelte Lily.
„Das klingt, als wäre es nicht das erste Mal, dass ich von dieser AVO hört?“, überlegte Hailey.
„Stimmt.“, sagte Sirius. „Das letzte Mal wollten wir beitreten und mitkämpfen, aber sie lassen uns nicht.“
„Verständlich.“, Hailey zuckte die Schultern. „Und jetzt?“
„Na ja.“, sagte James. „Nur weil man uns verboten hat, uns einzumischen, heißt das nicht, dass wir uns daran halten. Tatsächlich heißt das sogar, dass wir uns reinhängen. Die werden schon sehen, was sie davon haben. Is, meinst du, du kriegst was über euren Familiensitz raus?“
„Mal sehen.“, überlegte Isabelle. „Wenigstens ein paar alte Pläne oder Ähnliches sollte ich auftreiben können. War meine Mutter eigentlich auch da?“
„Nicht dass wir wüssten.“, sagte James. „Wenn sie da war, hat sie nichts gesagt.“
„Dann war sie nicht da.“, brummte Isabelle trocken.
„Ich schätze mal, momentan gibt es nicht viel, was wir machen können.“, sagte Remus.
„Außer rumschnüffeln, meinst du?“, fragte Sirius mit einem breiten Grinsen. „Und das können wir gut.“
„Ich denke, wir könnten die Karte verfolgen.“, sagte Lily. „So würden wir jedenfalls mitbekommen, wenn sich was in der Schule tut, beziehungsweise, wann Dumbledore außer Schloss ist.“
„Abgemacht.“, sagte James.
„Können wir jetzt wieder ins Bett?“, fragte Sirius. „Ich bin hundemüde.“
„Na schön.“, sagte James. „Aber da wir morgen früh mit dem Zug wieder nach Hogwarts fahren, war’s das wohl für uns… In den Osterferien bleiben wir in Hogwarts, da werden wir auch nichts erfahren.“
„Da werden wir vor allem für unsere UTZe lernen.“, sagte Lily und Remus nickte bekräftigend.
„Jah…“, murmelte Isabelle. „Schließ nicht von dir auf andere.“ Sirius grinste und gab ihr ein High-Five.
„Ich bleibe noch ein paar Tage hier.“, sagte Hailey plötzlich.
„Wirklich?“, fragte James. „Dann kannst du ja für uns ein bisschen spionieren.“
„Ich werde sehen, was ich tun kann.“, versprach Hailey.
„Machs gut, mein Junge.“, sagte William und drückte James kurz an sich.
„Tschüss, Dad.“ James klopfte seinem Vater auf den Rücken. „Und stell nicht allzu viel an. Mum braucht jetzt Ruhe.“
„Bist du sicher…?“, fragte William und die beiden warfen einen Blick zu Diane hinüber, die tief in ein Gespräch mit Isabelle, Lily und Hailey vertieft war.
„Hm. Vielleicht solltest du Urlaub machen.“, murmelte James. „Für eine sehr, sehr lange Zeit.“
„Das halte ich für eine ziemlich gute Idee, William.“, pflichtete Sirius bei und deutete aus dem Fenster. „Bei dem Wetter bietet sich doch euer Ferienhaus geradezu an. Wirklich. Giggelnder Hühnerhaufen…“
„Sirius.“, schalt Remus und die drei anderen sahen ihn überrascht an. „Pass auf, sie hören dich.“ Die vier lachten kurz auf.
„Ich werde euch Mädchen vermissen.“, seufzte Diane. „William macht mich wahnsinnig.“
„Das ist doch nicht immer was schlechtes…“, grinste Hailey und klopfte ihrer Tante den Ellbogen in die Seite.
„Potter-Gene bleiben Potter-Gene.“, seufzte Diane.
„Tatsache.“, murmelte Isabelle. „Ich hoffe bloß für den Chaoshaufen da drüben, dass sie nichts aushecken!“
„Und selbst wenn…“, Lily zuckte die Schultern. „Rache ist süß.“
„Lily, endlich schlägt meine Therapie bei dir an!“, lobte Isabelle.
„Versprecht mir, dass ihr euch nicht unterbuttern lasst.“, bat Diane.
„Na, wir doch nicht.“, meinten die beiden Gryffindors gleichzeitig.
„Und du versprichst, uns zu schreiben, Hailey.“, insistierte Isabelle. „Jetzt hängst du mit drin, tut mir wirklich Leid für dich.“
„Damit kann ich leben.“, sagte Hailey lachend.
„Ihr solltet euch langsam in den Zug begeben.“, sagte Diane und schaute auf die Uhr. „Nur noch fünf Minuten. Isabelle, viel Glück beim nächsten Quidditchspiel und lass Sirius dich nicht in den Wahnsinn treiben.“ Isabelle nickte und umarmte Diane. „Und Lily. Bitte, bitte halt es irgendwie mit James aus. Mit dir gefällt er mir so viel besser.“ Lily lächelte verlegen und nickte, bevor auch sie umarmt wurde.
„Gute Fahrt.“, sagte Hailey und umarmte ihre neuen Freundinnen gleichzeitig. „Jungs!“, rief sie dann. „Sagt mir Tschüss!“ Die vier Männer trotteten die paar Meter zu ihnen hinüber und James und Sirius umarmten die Amerikanerin freundschaftlich, während Lily und Isabelle sich von William verabschiedeten.
„James.“ Seine Mutter zog ihn ein paar Schritte beiseite.
„Was denn, Mum? Wir müssen in den Zug.“ Er beobachtete, wie Hailey dem sehr roten Remus einen Kuss auf die Wange drückte.
„Hier, nimm das mit.“ Diane gab ihm ein kleines Päckchen.
„Mum, was ist das?“
„Das wirst du sehen, wenn du es aufmachst. Aber… mach es allein auf. Du kannst es deinen Freunden dann immer noch erzählen.“ Sie küsste ihn auf die Wange. „Und jetzt beeil dich.“
„Prongs!“, rief Sirius, der schon halb im Zug verschwunden war. „Komm halt!“
„Ich komme!“, rief James und steckte rasch das Päckchen ein. „Ich komm ja schon!“ Er rannte auf den Zug zu, der bereits an Fahrt gewann. „Und meld dich mal, Cousinchen.“ Er winkte ihr grinsend zu, bevor er zur Tür sprintete und mit es einem großen Satz noch auf die Trittstufe schaffte. Dann kippte er aufgrund der Fahrtbewegung nach hinten und ruderte mit den Armen.
„Oh Mann, du unbeholfener Depp!“, knurrte Isabelle und packte ihn am Ärmel. Sirius griff nach seinem Arm und sie zogen ihn durch die Tür. Sie winkten den Potters noch kurz zu und schlossen dann die schwere Tür.
„Du bist wohl lebensmüde!“, wetterte Lily, während Remus seinen Freunden vom Boden aufhalf. „Beinahe wärst du unter den Zug geraten.“ Sie warf sich in seine Arme.
„Pad, mach die Tür noch mal auf.“, murmelte James grinsend. „Wenn ich noch ein bisschen da draußen rumbaumele… vielleicht krieg ich noch mehr Aufmerksamkeit.“ Lily schlug ihn mit der flachen Hand gegen die Schulter.
„Eher blaue Flecke.“, kicherte Sirius.
„Schnauze, Hund.“, brummte James und nahm Lilys Hand. „Es sind so Wenige in die Winterferien gefahren, da findet man doch ganz sicher ein nettes Abteil.“
„Hier ist gleich das Erste.“, sagte Isabelle und schaute in das nächstgelegene.
„Ich wüsste gerne, wo Pete eigentlich steckt.“, überlegte Sirius. „Ich geh ihn mal suchen und lotse dabei den Imbisswagen in unsere Richtung.“
„Warte, ich komme mit.“, sagte Remus und schob lediglich seine Tasche ins Abteil.
„Ja, ich auch.“, flötete Isabelle und huschte mit den beiden Jungs davon.
„Sehr unauffällig.“, murmelte Lily.
„Macht nichts.“, grinste James und setzte sich. Er legte den Arm um seine Freundin und zog sie zu sich. „Lass uns wenigstens die paar Minuten zu zweit genießen…“ Lily lächelte und küsste ihn.
„Eine Kleinigkeit vom Wagen…?“
„WARTEN SIE!“, krakeelte Sirius durchs Abteil und einige Schüler streckten die Köpfe aus ihren Abteilen.
„Sirius…“, schalt Isabelle peinlich berührt.
„Mrs Jennings!“, Sirius trabte zum Imbisswagen hinüber und kramte in seiner Tasche.
„Sirius.“, sagte sie milde überrascht. „Ich hatte mich schon gewundert.“
„Tut mir Leid, hab Sie nicht sofort gefunden.“ Sirius grinste sie an und warf einen Blick in das Abteil, in das sie eigentlich hatte gerade gehen wollen. „Sorry, ihr müsst kurz warten.“ Die drei Erstklässler starrten Sirius verwirrt an, sagten aber nichts. „Ich nehm was von der Kürbispastete.“ Sie packte ihm einen Karton in eine Tüte. „Zehn Schokofrösche.“ Auch die folgten. „Was von den Lakritzzauberstäben. Und Zauberdrops. Eine Flasche Kürbissaft.“
„Ist aber nett von dir, dass du den andern was mitbringst, Sirius.“, lobte Isabelle.
„Ach ja, die wollen wahrscheinlich auch was… hm. Dann nehm ich noch was von den Weingummidrachen, Schokobesen und Kesselkuchen. Und noch mehr Schokofrösche!“ Mrs Jennings packte alles in die brechend volle Tüte und Sirius reichte ihr ein paar Galleonen.
„Stimmt so! Schönen Tag noch.“ Er grinste sie breit an und drehte sich dann zu Isabelle um.
„Möchtest du auch was?“, fragte Mrs Jennings sie und Isabelle schüttelte den Kopf.
„Danke.“, murmelte sie. „Aber wir wollen den anderen Schülern ja auch noch was übrig lassen.“
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