
von Vivianne
Titel: Nach dem Kampf ist noch nicht alles vorbei
Autor: Vivianne
Kapitel: Kapitel 2 – Überraschungen
Rating: PG-13
Charaktere: Harry, Hermine, Millicent, Draco,
Sprache: Deutsch
Wörter: 1277
Fandom: Harry Potter
Genre: Romance
Zusammenfassung: Harry hat sich nach dem letzten Kampf zurückgezogen und spricht nicht mehr. Bisher vermag es nur Hermine, an ihn heranzukommen. Und so muss er sich seiner Vergangenheit stellen und vielleicht, aber nur vielleicht, wird er wieder reden.
Disclaimer: Mir nix, bis auf die Handlung, der Rest gehört einer gewissen JKR *verneig*
Nach dem Kampf ist noch nicht alles vorbei
Kapitel 2 – Überraschungen
Da stand er nun. Noch hatte er die Möglichkeit umzukehren, doch in diesem Moment öffnete sich die Tür und Hermine stand vor ihm.
"Hallo Harry", begrüßte sie ihn. "Wir hatten schon befürchtet, dass du nicht mehr kommst."
Wie nah sie damit der Wahrheit kam, war ihr wahrscheinlich nicht bewusst. Nur selten verließ Harry seine Wohnung, selbst seine Arbeit konnte er von zu Hause aus erledigen. Via E-Mail oder Post schickte er seine Beiträge an die Redaktion. Das Internet war eine wunderbare Errungenschaft der Muggel, die Harry intensiv nutzte. Doch nun hieß es, sich der Realität zu stellen. Millicent, Hermines Freundin, war am heutigen Tag 25 geworden und sie hatten Harry gebeten, zu der kleinen Feier im engsten Freundeskreis zu kommen. Sie wollten ihm zudem etwas Wichtiges mitteilen. Und seine beste Freundin enttäuschte man überdies nicht.
Harry lächelte Millicent kurz an und betrat die Wohnung. Nachdem er im Flur seine Jacke abgelegt hatte, ging er in das Wohnzimmer und begrüßte die anderen Gäste. Millicents Eltern waren ebenso anwesend wie die von Hermine. Mit Jane und Jerom Granger hatte er schon des Öfteren Kontakt gehabt, da es sich seine Freundin nicht nehmen ließ, ihn einfach so zum Sonntagsessen mit zu ihren Eltern zu nehmen. Millicents Eltern hingegen begegnete er heute zum ersten Mal. Zögernd gab Harry Mathilda Bulstrode die Hand.
'Guten Tag', sprach er sie vorsichtig in ihrem Geiste an, immer bereit, sich sofort zurückzuziehen, als er eines fremden Gedankens gewahr wurde. Er hatte nicht daran gedacht, dass noch jemand hier sein könnte. Und dieser Gedanke schrie ihn förmlich an, was er hier wolle. Er versuchte, sich zu konzentrieren, die auf ihn einprasselnden Gedanken abzublocken so gut es ging, und reichte Graham Bulstrode die Hand zur Begrüßung.
So schnell wie möglich beendete er das Gespräch und bedachte Hermine mit einem vorwurfsvollen Blick.
"Er ist Millis bester Freund", sagte sie zu ihm und er verdrehte die Augen. "Und genau deshalb habe ich dir nichts gesagt. Du wärst doch dann nicht gekommen, oder?"
Sie kannte ihn doch viel zu gut. Ja, wenn er gewusst hätte, dass Draco Malfoy auch hierher kommen würde, so wäre er sicher nicht erschienen. Auch wenn er gemerkt hatte, dass es ihm gut tat, mit seinen Freunden zusammen zu sein, so war er noch nicht bereit, sich seiner Vergangenheit zu stellen, und vor allem nicht, sich mit seinem ärgsten Widersacher der Schulzeit auseinander zu setzen.
Aber Hermine war unerbittlich. So musste er an diesem Abend die Gesellschaft Malfoys ertragen. Und als wäre dessen bloße Anwesenheit noch nicht genug, saßen sie nebeneinander bei Tisch als Millicent eine Toast ausbrachte.
"Ich danke euch, dass ihr heute alle da seid. Jedoch ist mein Geburtstag nicht der einzige Grund, warum wir euch hergebeten haben. Hermine und..." Millicent fehlten die Worte. Hermine stand nun ebenfalls auf und nahm ihre Hand.
"Was Milli euch sagen möchte, ist, wir werden heiraten."
Erwartungsvoll blickten Hermine und Millicent ihre Gäste an. Jane Granger und Matilda Bulstrode suchten krampfhaft nach einem Taschentuch, während ihre Männer die Weingläser zum Mund führten, um einen kräftigen Schluck zu nehmen. Harry lächelte, jedoch ließ er Hermine nicht aus den Augen. Da war noch etwas. Das konnte nicht alles sein. Auch Draco behielt Millicent im Auge. Sie wäre nicht derart nervös gewesen, wenn dies schon alles gewesen wäre, was sie auf dem Herzen hatte. Hermine blieb die Anspannung der jungen Männer nicht verborgen. Auch wusste sie noch nicht genau, wie sie den Rest erzählen sollte. Sie bemerkte den hilfesuchenden Blick Millicents und ahnte, dass sie auch um diesen Punkt nicht herum kommen würde.
"Harry, Draco, würdet ihr ..." Hermine stockte, holte noch einmal tief Luft und schloss für einen Moment die Augen. "Würdet ihr unsere Trauzeugen sein?"
Harry traute seinen Ohren kaum, er und Trauzeuge? Er konnte es kaum glauben. Ihm war ja bewusst, dass Hermine seine beste Freundin war, aber dass sie im so sehr vertraute, überraschte ihn doch.
Draco war nicht minder überrascht, jedoch verstand er seine Freundin nicht. Wieso sollten ausgerechnet sie beide die Trauzeugen sein? Sie wollten doch bestimmt eine wundervolle Hochzeit haben, aber wie sollte dies funktionieren? Er und Potter müssten zusammenarbeiten. Wortlos stand er auf und verließ den Raum. Hermine drückte Millicents Schulter kurz, ehe sie ihrem besten Freund in den Flur folgte.
"Draco", sprach sie ihn an.
Fassungslos blickte er sie an.
"Dir ist bewusst, was du von mir verlangst?" Es war mehr eine geflüsterte Feststellung als eine Frage.
"Draco." Sanft fuhren ihre Finger über seinen Arm zu seiner Schulter.
"Oh nein, du wirst mich mit deinem Draco nicht rumkriegen." Er wehrte ihre Hand barsch ab.
"Draco", versuchte sie es ein drittes Mal. "Du musst doch ..."
"Was muss ich?", unterbrach er sie aufgebracht. "Habt ihr einmal darüber nachgedacht? Nein, sicherlich nicht."
Sie versuchte ihn zu unterbrechen, doch erstarben ihre Worte noch auf ihren Lippen.
"Ich muss mit ihm...",Draco spie die Worte regelrecht heraus, "... eure Hochzeit vorbereiten. Hast du auch nur die leiseste Ahnung, was das bedeutet? Ich kann das nicht. Nicht mit ihm!"
"Ihr seid beide unsere besten Freunde. Wem, wenn nicht euch, hätten wir diese Verantwortung anvertrauen können? Meinen Eltern? Ich bitte dich! Ich wollte keine Rüschchenhochzeit haben und du weißt sehr genau, was passieren wird, wenn meine Mutter ihre Finger im Spiel hat. Oh nein! Du brauchst überhaupt nicht versuchen, dich dagegen zu sträuben. Wir haben uns das sehr wohl überlegt. Mensch, Draco, ihr seid keine Kinder mehr. Ihr beide habt euch verändert. Du hast dich verändert. Du bist schon lange nicht mehr dieser unnahbare Tyrann, als der du dich in Hogwarts aufgespielt hast. Und Harry ..." Sie kam nicht weiter. Plötzlich fehlten ihr die Worte, die sie eigentlich sagen wollte.
"Verdammt, das ist Potter", warf er ihr entgegen. "Milli, was ist passiert?", fragte er, als er ihr trauriges Gesicht sah, doch sie schüttelte nur den Kopf. "Milli?" Fassungslos sah er sie an. Sie war sonst immer beherrscht, ließ sich kaum in ihre Karten schauen, gab sich nach außen hin immer fröhlich und zufrieden. So hatte er sie bisher nur sehr selten erlebt, zumal er auch diesmal nicht wusste, wie er mit dieser Situation umgehen sollte. Hilflos stand er Millicent gegenüber, die ihn nur kopfschüttelnd ansah und sich wieder zu ihren Gästen begab.
Harry verstand nicht, was Draco so erbost hatte, dass er das Zimmer verlassen hatte. Es war doch nichts weiter dabei, dass man Trauzeuge seiner besten Freundin werden sollte. Da stimmte doch etwas nicht, zumal Hermine versuchte, Millicent aufzumuntern, und diese den Raum verließ, als würde sie zum Schafott gehen.
Unsicher blickte er zu Hermine. Was war das? Selbst sie schaute immer wieder nervös zum Flur, von wo er Dracos Stimme vernahm, aber nicht verstehen konnte, was er sagte. Beharrlich schaute er zu Hermine, ehe sie ihn endlich wieder wahrnahm.
'Was ist noch? Hermine, Draco würde nicht einfach so durchdrehen. Was müssen die Trauzeugen tun?', fragte er sie nun. Doch sie schüttelte nur den Kopf und schien sagen zu wollen: 'Nicht jetzt.´ Harrys Blick blieb beharrlich und so rang sie sich doch noch zu einer Antwort durch.
"Hilfst du mir nachher beim Spülen?", fragte sie, während sich Millicent neben ihr niederließ. Bedrückt schaute sie Harry an und gab Hermine einen Kuss.
"Ich wünsch dir Glück", flüsterte sie ihrer Freundin ins Ohr, als Draco wieder am Tisch Platz nahm.
'Hermine, was ist los?', fragte Harry unvermittelt, als sich die Küchentür geschlossen hatte.
"Harry, du weißt, dass manche Dinge sich ein klein wenig von der Muggelwelt unterscheiden", begann sie vorsichtig. Sie war sich des fragenden Blickes, den Harry in ihren Rücken bohrte, bewusst. "Es ist nicht einfach nur, dass man diese Ehe bezeugt. Die Trauzeugen ..." Hermine stockte. "Die Trauzeugen bereiten die gesamte Hochzeit vor." Vorsichtig drehte sich Hermine um. "Gemeinsam."
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