
von GinnyFan94
DIE SONNE SANK,
BEVOR ES ABEND WURDE
Drei Leute tauchten wie aus dem Nichts, auf dem stillen und verlassen Marktplatz in Godrics Hollow auf. Es war ein dunkler und verregneter Abend im November(Ich hab einfach November genommen, ich weiß es passt wahrscheinlich nicht mit dem Endkampf überein, aber ich halte mich ja sowieso nicht an das 7 Buch), alles war ruhig. Die drei Personen schritten langsam auf den Friedhof zu. Es waren drei Jugendliche, die grade die Grenze des Erwachsenseins überschritten hatten, ein Junge und zwei Mädchen. Eines der Mädchen schritt voraus, während der Junge und das andere Mädchen Hand in Hand folgten. Das vordere Mädchen trat in das Licht einer Straßenlaterne und für einen Moment sah man ihr Flammenrotes Haar aufblitzen. Sie ging gradewegs auf das Tor des Friedhofes zu, zögerte kurz und stieß es dann auf. Sie war schon längst im Friedhof verschwunden als der Junge und das Mädchen ins Licht traten. Der Junge hatte ebenso rotes Haar wie das Mädchen, sie, die neben ihm schritt, hatte lange lockige, braune Haare. Auch sie liefen durch das Tor und folgten dem Mädchen. Doch Ginny Weasley war schon längst nicht mehr zu sehen. Sie ging zielstrebig auf ein bestimmtes Grab zu, doch kurz bevor sie es erreicht hatte blieb sie wie angewurzelt stehen und ein Ruck ging durch ihren Körper. Sie zitterte wie verrückt und man sah Tränen ihr Gesicht herunter fließen. Hermine Granger hatte ihre Freundin erreicht und legte ihr den Arm um die Schulter, wurde jedoch abgeschüttelt. "Bitte Hermine …" Hermine trat wieder zurück neben ihrem Freund Ron Weasley. Die drei näherten sich jetzt dem Grab. Jetzt fingen auch bei Hermine an die Tränen zu fließen. Aber sie hatte Ron, der ihre Hand ganz fest hielt. Sein Gesicht hatte einen steifen Ausdruck angenommen. Er schaute wie Hypnotisiert auf den Grabstein, der voller Blumen und anderen Geschenke der Besucher war.
Harry James Potter
Geachtet von seinen Bekannten, Beschützt von seinen Eltern, Behütet von der Familie die ihn aufnahm, Begleitet von seinen Freunden, Geschätzt von seinen Lehrern, Verehrt für das was er für die Zaubererwelt getan hat
und
geliebt von seiner Freundin, die alles für ihn war
Er konnte es immer noch nicht fassen. Er hatte vor genau einem Jahr seinen besten Freund verloren. Einen der all seine Macken ertragen hatte, der immer zu ihm gehalten hat und der nie von seiner Seite gewichen war. Er schaute zu seiner Freundin die neben ihm stand. Auch für sie musste es hart sein. Er drückte ihre Hand noch fester und nahm sie in den Arm. Er wusste dass sie das jetzt brauchte. Seit Harry Tod hatte er sich verändert. Er musste keine Tricks aus Büchern lernen um anzukommen. Er musste einfach er selbst sein. Das war ihm klar geworden, als er bei Harrys Beerdigung gewesen war. Harry war immer er selbst gewesen, egal in welcher Situation. Nie hatte er sich verstellt, warum musste also er, Ron sich irgendwie verstellen, er hatte es genauso wenig nötig wie Harry. Vielleicht war er einfach nur erwachsen geworden. Traurig schaute er zu seiner kleinen Schwester hinüber. Seit Harry vor ihren Augen gestorben war, wirkte Ginny wie gebrochen. Sie redete kaum noch und lachen hörte man sie schon lange nicht mehr. Es war als wäre mit Harry auch ihre eigene Kraft gestorben. Niemand konnte sie trösten. Die einzige die überhaupt noch an sie ran kam war Hermine, und selbst vor ihr verschloss sich Ginny immer öfter. Sie ließ sich nicht gehen, oh nein das konnte man nicht sagen, aber zumindest er konnte sie auch nicht mit dem lebensfrohen Mädchen von einst vergleichen. Er blickte wieder zu Hermine. Auch Hermine schaute ihn an.
Seine Augen gaben ihr die Kraft die sie so dringend benötigte. Sie weinte weiter, sie fühlte sich unglaublich geschafft und müde. Sie vermisste ihn. Er, der immer als so ein Mittelding zwischen ihr und Ron vermittelt hatte . Er der immer probiert hatte beide Seiten zu verstehen. Er war ein guter, sehr guter Freund gewesen. Mit Ron hatte sie sich immer wieder gestritten, und am Ende waren sie zusammengekommen weil sie sich liebten. Aber Harry .. er hatte ihr immer zu verstehen gegeben das er für sie da war. Und damals als Ron verschwand, stützte er sie, mehr als er vielleicht selber bemerkt hatte. Vielleicht war auch er damals so geschockt gewesen wie sie selber, angemerkt hatte sie es ihm nicht. Sie hatten eine Aufgabe gehabt und das lenkte ab. Und wie gut dass er da gewesen war, als Ron zurückkehrte, sonst hätte sie Ron vielleicht umgebracht. Sie lächelte leicht, während sie weinte. Sie vermisste ihn sehr. Und auch aus Rons Augen sprach der Schmerz. Sie wandte sich ab und blickte auf Ginnys Rücken. Sie wusste, dass keiner auch nur ansatzweise den Schmerz verspüren konnte den Ginny gerade durch machen musste. Hermine wusste alles. Ginny hatte Harry von Anfang an geliebt. Schon seit er Molly auf dem Bahnhof angesprochen hatte. Und auch noch als sie erfahren hatte wer er war, vielleicht gerade da noch mehr. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen. Und Hermine hatte auch gesehen wie sehr Ginny gelitten hatte, wie sehr sie Cho gehasst haben musste, und wie enttäuscht sie in den ersten Jahren von ihm gewesen sein musst. Er hatte nicht begriffen wie sehr ihn Ginny liebte. Es war bemerkenswert, denn ihre Liebe zu ihm war geblieben, sie hatte auf den richtigen Zeitpunkt gewartet und am Ende gesiegt und doch verloren.
Es war als würde die Welt mit ihm untergehen, und das Gefühl der Leere, die nach ihr Griff als sie seine Augen hatte sterben sehen, war groß und kalt. Seine letzten Worte hatten ihr gegolten. "Ich liebe dich. Leb weiter" Und dann war er gestorben, und hatte sie mit dem Schmerz allein gelassen. Warum er? Warum nicht jemand anders? So oft war diese Frage in ihrem Kopf aufgetaucht, so oft verletzt worden, nur durch diese eine Frage. Sie hatte ihn so geliebt, und liebte ihn noch immer. Nicht weil er der berühmte Held der Zaubererwelt war, nein deshalb nicht. Sondern weil sie gleich auf den ersten Blick gespürt hatte, dass er, mehr als alle anderen liebe brauchte. Dass sie ihn beschützen musste, und dass er ihr helfen konnte, mehr aus sich heraus zu gehen. Sie, Ginny hätte ihm Liebe geben können. Aber er musste ausziehen und den Helden spielen, die Welt war sicher, ihr Herz nicht, es war zerbrochen. Es war zu spät, und einzig und allein die Leere war geblieben. Nichts weiter. Nichts sonst, als das dunkle Loch war geblieben, dass einmal er gewesen sein musste. Als sie auf seiner Beerdigung saß und den leeren Grabstein sah, war es so Endgültig und so hart gewesen, als würde sie selbst dort unten liegen. Alle Leute die ihr hatten helfen wollen, ihre Mutter, ihr Vater, ihre Brüder und ihre Freunde, sie alle hatten nichts verstanden. Nicht begriffen wie tief diese Liebe ging, und wie viel kaputt gegangen war, durch seinen Tod. Sie hatten die Liebe zu Harry von Anfang nur für eine Schwärmerei auf Zeit gehalten. Und nicht akzeptieren können das auch eine zehn jährige sich wirklich und fest verlieben konnte. Nur Hermine wusste annähernd wie sie sich fühlte, weil sie begriff. Und doch, sie konnte es nicht ertragen sich heute von ihr trösten zu lassen. Sie blickte auf die Blumen und alle die anderen Dinge die auf seinen Grab lagen, und die bezeugten das sie heute nicht die einzigen waren die an ihn dachten. Alle Leute in ganz Großbritannien hatte heute an Harry Potter gedacht. Aber nicht so wie sie. Sie dachten an den Helden, den mutigen Jungen der sein Leben ließ um Voldemort zu besiegen. Sie und nur ein paar andere dachten an den Jungen der lieb, gütig, treu, leidenschaftlich, einsam, freundlich, aufopfernd für seine Freunde, aufmüpfig, dickköpfig und ehrlich gewesen war. Alle Leute dachten heute an Harry Potters leere Hülle, aber nicht an den Jungen der er gewesen war. Das taten die wenigsten, und keiner so wie sie. Ginny wusste nicht wie lange sie da stand, sie wusste nur um das Grab das vor ihr lag.“Oh Harry! Ich vermisse dich! Warum bist du nicht bei mir, warum?" schluchzte sie leise, aber Ron und Hermine hörten es trotzdem. "Komm Ginny lass uns gehen. Es ist genug für heute, wir haben ihn besucht, und ich bin sicher er weiß das." "Geht ihr, ich möchte noch bleiben. Bitte! Hermine du weißt ...“
"Okay Ginny, aber wir warten vorne am Tor auf dich." Dann traten sie beide noch mal vor und legten einen Schnatzt auf das Grab:
Dein bester Sieg, wir denken an dich Belanglose Worte, aber ein großer Gedanke. Der Schnatzt war mit Bildern beklebt. Alle glücklichen Momente die sie miteinander verbracht hatten warn darauf abgebildet. Ihr erstes Schuljahr, mit Zauberhüten auf den Kopf und verzweifelt eine Tür suchend, und natürlich die große Feier am Ende des Schuljahrs. Das zweite Jahr, sie drei mit dem Vielsafttrank in den Händen, Crabbe und Goyle wie sie sich an den Küchlein gütlich taten. Drittes Schuljahr, Harry mit der Karte des Rumtreibers Hermine wie sie die Augen verdrehte, Quidditch Pokalsieg. Ron mit Pig, Hermine mit Krummbein, in ihrer Mitte Harry. Viertes Jahr, Malfoy als Frettchen, Harrys Kampf gegen den Drachen, und er mit dem Pokal. Fünftes Schuljahr, die DA, Umbridge vollkommen verwirrt, Malfoy mit Flederwichten am ganzen Körper. 6 Jahr, sie drei im Endkampf, Ginny, Ron und Hermine lachend. Ron und Hermine blickten auf das Grab herunter.
„Es war eine wunderschöne Zeit“, sagte Hermine leise, „vergiss uns nicht Harry." „Hey Alter, nächstes Jahr um diese Zeit, besuchen dich wahrscheinlich nicht, Ron Weasley und Hermine Granger sondern schon Mr. und Mrs. Ron Weasley" sagte Ron und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Gesicht, ließ den nächsten dann aber doch freien lauf.
"So können wir immer bei dir sein" sagte Hermine leise und deutete auf den Schnatz. "Freust du dich Harry? Wie sehr wünschte ich du könntest bei uns sein und das erleben!" schluchzte Hermine. „Wir sind so glücklich, und all das kannst du nicht mehr erleben, seid Voldemort Tot ist, leben alle fröhlich und glücklich, dass Unglück ist besiegt. Dank dir. Wärst du doch hier.“ Sie drehten sich um. „Lass dir Zeit Ginny.“ Dann gingen sie, und ließen Ginny allein am Grab zurück.
>Früher konnte ich es nicht leiden wenn man mit Toten sprach als würden sie neben einem stehen< dachte Ginny,> doch heute weiß ich was für eine Erleichterung das ist, ihm mitteilen zu können was er eigentlich miterleben müsste. < "Ach Harry. Wärst du jetzt bei mir. Es währe so vieles einfacher. Mum tu so unglaublich Verständnis voll, und versteht mich doch so wenig. Klar sie ist meine Mum, aber sie hatte unsere Beziehung nie wirklich verstanden. Und Dad hat von Gefühlsdingen so wenig Ahnung. Ich fühl mich so oft einsam, allein und so unverstanden. Seid du weg bist, ist alles weiß und leer. Weißt du dass ich jeden Tag in unserm Garten, vor dem Qudditchfeld sitze und an dich denke. Du hast Quidditch immer so geliebt. Mir macht nicht einmal mehr dass Spaß, egal was ich mache es erinnert mich an dich. Das klingt alles so wahnsinnig kitschig und früher habe ich solche Worte und dieses Selbstmitleid verabscheut aber … Harry ich vermisse dich. Ich kann nicht mehr. Die leere ist so grausam. Viel viel schlimmer als das Gefühl, während du mit Cho zusammen warst, und da dachte ich schon es wäre aus. Es war ein Schlag in den Magen, doch dein Tod, war keiner in den Magen, er hat mich direkt ins Herz getroffen. Lieber würde ich dich noch hundertmal Cho küssen sehen, als zu wissen dich nie mehr zu sehen.Wo bist du nur Harry? Ich werde weiterleben, dass habe ich dir versprochen. Kann man Leben, wenn man seinen Lebensinhalt verloren hat?? Ich werde dich nie vergessen. Du bist ein Teil von mir! Hörst du mich?
ICH LIEBE DICH HARRY! " Ginny's Stimme war immer lauter geworden und den letzten Satz hatte sie geschrien und war weinend vor dem Grab zusammengebrochen.
Ron und Hermine kamen angelaufen, erfassten die Situation mit einem Blick und hoben sie hoch. Sie ließ es mit sich geschehen. Es war als wäre ihre letzte Kraft mit dem Wutausbruch verschwunden, sie nahm nichts mehr auf. Ließ sich willenlos zurück zum Fuchsbau bringen wo sich Mrs Weasley um sie kümmern konnte. Aber wie kümmert man sich um jemanden der seelisch total aufgebraucht ist? Hinter den dreien kam auf einmal eine Windböe die Ginny um die Haare wehten. Es war ein Sommerwind, seltsam warm für diese Jahreszeit. Für einen Moment glaubte sie Worte zu hören, Wort die seltsam entfernt klangen, und doch unglaublich nah. Ginny wurde ohnmächtig. Aber schon halb benommen war sie sich ganz sicher zu hören:
"Ich weiß, ich dich auch!"
*Hi erst Mal. Echt supa das ihr dieses total kitschigen Chap gelesen habt. Wenn es euch gefallen hat, würde ich mich freuen wenn ihr mia Kommis da lassen würdet, und auch wenn es euch nicht gefallen hat, fänd ichs toll wenn ihr mir eure Kritik mitteilen würdet
Und jetzt nochmal für alle >Ich - lese - nie - das - Vorwort – Kommischreiber < diese Story ist überarbeitet und hoffentlich besser geworden, also würde ich mich freuen wenn auch die alten Hasen sich nochmal über meiner Geschichte erbarmen würden.*
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