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Fanfiction

It's time to realise something .... - 7. Place for me.

von GinnyFan94

Du bist alleine auf dieser Welt. Fernab von all denen, die du liebst, ohne zu wissen, ob sie überhaupt noch am Leben sind. Jeder Tag könnte dein Letzter sein, oder der Letzte von einem der deinen. Du bist auf einer sinnlosen Suche, folgst jemanden, der dich Jahrelang nur benutzt hat und in dessen Schatten du immer stehen wirst. Und du an ihn sogar deine große Liebe verlierst
… Was wenn all diese Dinge dir von einer Kette um deinen Hals eingeredet werden und du sie glaubst? Was würdest du tun?


Heute Nacht, war wieder er an der Reihe. Viel zu oft musste auch er dieses Medaillon tragen. Zu oft, wie ihm schien.
Jedes Mal, wenn das Medaillon seine Haut berührte, fühlte er sich Augenblicklich schwach und verletzlich. Es war, als würde nicht ein Schmuckstück an seinem Herzen baumeln, sondern ein Messer, dass sich jedes Mal tiefer in seine Haut schnitt, in seine Gedanken, in sein Herz. Jedes Mal.
Es zerrte an seinen Nerven, wie sollte es das auch nicht, schließlich war es viel mehr, als nur ein Medaillon. Es war ein Teil von Voldemorts Seele.
Doch Ron Weasley würde lieber wahnsinnig werden, als das er zugab, dass er nicht mehr konnte. Das er es nicht wollte. Denn dann wäre er schwächer als die Anderen. Schwächer als der Junge, der überlebte. Und das war er nicht. Und würde er niemals sein. Niemals.

Alle. Jeder, der die Geschichten des großen Harry Potters hörte, ging immer davon aus, dass Harry es alleine schaffte. Dass er keine Hilfe hatte. Doch so war es nicht. Ohne ihn, Ron Weasley, hätte Harry doch all diese großen Taten, niemals vollbringen können. Er hätte nichts davon alleine geschafft, nur mit ihm, Ron, konnte er als der Held gefeiert werden, der er doch angeblich war.
Er selbst war immer nur das Anhängsel, des berühmten, des mächtigen, großen Potters. Mehr war er für die Menschen dort draußen nicht. Wenn überhaupt.

Doch so war es nicht. So war es absolut nicht. Keiner hatte Begriffen, dass er genauso ein Mensch mit einer eigenen Persönlichkeit war, wie Harry. So wie der Mond, der dort draußen am Himmel schien.
Leise schlich er sich nach draußen und setzte sich auf eine kleine Anhöhe.
Die Menschen dachten, der Mond könnte niemals ohne die Sonne existieren, wäre ein Nichts, ohne das Licht der Sonne. Doch vielleicht hatte der Mond einfach noch keine Chance bekommen zu beweisen, dass auch er ohne die Sonne strahlen konnte, vielleicht sogar heller, als die Sonne selbst. Vielleicht hatte bisher einfach die Gelegenheit gefehlt. Vielleicht, weil ihn niemals jemand beachtet hatte, vielleicht, weil der Mond, nie wirklich beachtet wurde.
So wie er .

I watch how the moon sits in the sky
In the dark night
Shining with the light from the sun
The sun doesn't give
Life to the moon to assuming
The moon's going to owe it one


Der edle Potter. Was hatte Harry nicht schon alles für ihn getan. Er hatte ihm ja mehrmals das Leben gerettet, bestimmt. Mutig, wie er war. Natürlich, Ron verdankte Harry sein Leben. Doch wer war es denn, der ihn erst in Gefahr brachte. Immer und immer wieder. Wer war denn überhaupt dafür verantwortlich, dass Ron immer und immer wieder in Situationen kam, in denen er gerettet werden musste?
Und dafür wollte er auch noch dank. Obwohl doch Harry es war, der es immer für selbstverständlich hielt, dass Ron ihn begleitete. Egal, was er dazu sagte oder meinte. Abstreiten tat er es natürlich auch immer. Natürlich. Warum sollte man auch einmal ehrlich sein, wenn es doch so viel leichter war, Lügen zu erzählen und so zu tun, als sei man besser als alle anderen.
Heute sah Ron es klarer als je zuvor: Harry wollte nur immer und immer wieder bestätigt werden. Deshalb stellte er sich immer hin und sagte scheinheilig, dass er niemanden in Gefahr bringen wolle, dass sie nicht mitkommen dürften, dass sie es nicht müssten. Er wollte nur hören, wie ihm alle immer wieder versicherten, wie toll er war, und dass alle für ihn, ihr Leben geben würden.
Und dabei hielt sich Harry auch noch für bescheiden und großzügig. Pah! Im Stich gelassen hatte er ihn doch so viele Male. Hatte sich über ihn lustig gemacht und ihn blamiert. Und Eifersüchtig war er gewesen, jawohl, eifersüchtig. Nämlich als er, Ron, damals zum Vertrauensschüler ernannt worden war, und Harry nicht. Wie eifersüchtig war er gewesen, Ron hatte es in seinem Blicken gelesen. Und bestimmt war die Eifersucht auch der Grund dafür, warum Harry zugelassen hatte, dass er von einem Gehirn angegriffen wurde und noch heute am Körper Narben zu sehen waren: Er wollte ihn fertig machen und blamieren. So war es doch.
Bei all dem hielten ihn die Menschen tatsächlich für toll.
Dabei hatte er nicht mal den Mumm zu seinen besten Freund zu stehen. Wenn Ron und Hermine sich mal wieder stritten, so war es Harry der sich zurück zog und raus hielt und Ron damit im Stich ließ. Der sich feige weigerte Partei zu ergreifen und nicht für seinen besten Freund da war.
Er hielt sich für einen tollen Kumpel. Aber was tat er denn? Er forderte und forderte immer nur, und gab nichts zurück. Nichts. Im Grunde waren seine Freunde für ihn doch nicht mehr als Spielzeug. Puppen, die wichtig genug waren um mit genommen zu werden und für ihn zu kämpfen und für ihn einzustehen, aber unbedeutend, beim anschließenden Sieg.

It makes me think of how you act to me
You do favors and then rapidly
You just turn around and start asking me about
Things you want back from me


Wer war es, der ihn in diese verflixte, verdammte Lage gebracht hatte, in denen sie jetzt alle steckten? Abgeschnitten von der Zivilisation, von anderen Menschen, von warmen Wasser, vernünftigen Essen und einem gemütlichen Bett. Einem Dach über dem Kopf.
Wer musste unbedingt losziehen und den mutigen Helden spielen, den Retter der Nation, um den dunklen Lord zu besiegen. Es war ein aussichtsloses Unterfangen. Komplett sinnlos und absolut unmöglich für drei Teenager. Tief in sich drin wusste Harry das auch, das konnte Ron sehen. Jeden Tag. Er hielt das nicht mehr aus. Hatte keine Lust mehr.
Der einzige Grund warum der mutige Martyrer sich hier aufhielt war die Angst. Die Angst vor dem, was dort draußen vor sich ging, und was von dem Auserwählten, dem Einen verlangt werden könnte, wen die Menschen wussten wer er war. Die Angst vor dem dunklen Lord. Die Angst, sein Ansehen zu verlieren. Die Angst, vor dem Erwachsen werden.
Wieso sah das nur niemand? Wieso wollte niemand wahr haben, dass der große Potter sich versteckte und an die fixe Idee von Seelenstücken klammerte, während dort draußen tausende von Menschen starben. Vielleicht seine, Rons, Familie, von der doch alle dachten, es sei auch Harrys Familie. Für seine verblendeten Eltern vielleicht, und auch für seine kleine, naive Schwester, die sich verliebt hatte, in eine Lüge, aber nicht für den großen Harry selbst. Denn Harry war seine Familie scheiß egal. Sonst würde er etwas tun, etwas unternehmen um sie zu schützen, und sich nicht verstecken, während seine Familie wegen ihm in Gefahr war. Wegen ihm. Das alles passierte doch nur wegen ihm.
Wenn er jetzt zu Hause wäre, könnte er etwas tun. Zusammen mit dem Orden des Phönix. Irgendetwas mehr, als das was sie hier taten. Rumsitzen und langsam aber sicher verhungern. Wie sollte man kämpfen, wenn man nicht ein mal etwas gutes zu Essen bekam?

Jede Sekunde konnten sie von Todessern entdeckt werden. So sehr er an Hermines Zauberkünste glaubte, die Todesser waren besser. Und wenn man sie hier fand, gemeinsam mit Nummer 1, würde sie eine schlimmere Strafe als der Tod erwarten.
Doch das kümmerte Harry nicht. Er tat nichts. Unternahm nichts. Drehte sich einfach nur im Kreis. Überlegen, planen, Versprechungen machen. Das waren Harrys Stärken. Doch mehr als heiße Luft steckte doch nicht dahinter. Trotzdem wurde von ihnen Gehorsam und Loyalität verlangt, und absolute Ergebenheit von seinen Anhängern. Was unterschied Harry denn noch groß vom dunkeln Lord?
Der gab genauso wenig auf die Meinung seiner Untergebenen. Harry verdrehte jedes Mal nur die Augen wenn Ron sich beschwerte. Ihn interessierte gar nicht was Ron dachte, oder was Ron tat. Wenn er ihn brauchte, musste er springen, doch der Rest der Zeit, war er nichts als Luftverbrauch.
Dabei war er doch der Ältere. Der der etwas tat. Der etwas konnte.
Natürlich hatte es auch gute Zeiten gegeben. Und dies war auch der einzige Grund warum Ron überhaupt noch hier war, warum er mitgekommen war: Jedenfalls fast der Einzige.
Doch langsam fragte er sich, ob es überhaupt noch einen Sinn machte, zu bleiben.
Sollte Harry sich doch weiter verstecken, oder los rennen und einen sinnlosen Rachekampf führen, um seine Eltern zu rächen.
Was hatte Ron damit zu tun? Seine Familie war noch am Leben, doch wer wusste, wie lange noch? Er musste nach Hause

I'm sick of the tension, sick of the hunger
Sick of you acting like I owe you this
Find another place to feed your greed
While I find a place to rest


Seufzend stand er auf. Es hatte doch eh keinen Sinn. In ein paar Stunden würde seine Wache beginnen, dann musste er ausgeruht sein. Hermine war nirgends zu sehen, als er zurückkehrte. Wahrscheinliche machte sie gerade ihren Rundgang und überprüfte die Schutzschilder. Es war besser so. Denn dann musste er nicht mir ihr reden, musste nicht erklären wo er gewesen war, musste nicht mit ihr diskutieren.
Er ging hinein und legte sich auf sein kaltes, feuchtes und hartes Lager. Wie sehnte er sich nach seinem warmen Bett zu Hause, einen warmen Kakao und einer der Mahlzeiten seiner Mutter. Das war alles so weit weg und so lange her, dass es ihm vorkam als kämen die Erinnerungen aus einem anderen Leben. Aus einem besseren, ohne Harry Potter.
Warum nur war er mitgegangen?
Auf Harry Belehrungen und Hermines Altklugen Gehabe, sie wüssten was er meine ging ihm tierisch auf die Nerven. Gar nichts wussten sie. Harry hatte doch nicht ein Mal eine Familie. Hatte nie eine gehabt. Woher sollte er wissen, was Ron vermisste, verstehen, was es bedeutete, all das aufzugeben. Harry war es leicht gefallen, alles hinter sich zu lassen, um seine heilige Mission zu erfüllen. Ron nicht. Aber das war Harry ja nicht wichtig. War ja egal.
Wenn er noch ein Mal von Harry hören würde, er hätte sich dass alles nicht ausgesucht, würde er ihm eine rein hauen. Er spielte so gerne den machtlosen Helden, und vergaß dabei die Wahrheit manchmal sogar selbst. Doch Ron vergaß sie nicht eine Sekunde lang. Harry hatte immer die Wahl gehabt. Jeder hat die Wahl, die Möglichkeit. Auch Harry. Doch er hatte sich nicht gegen sein „Schicksal“ gestellt, und jetzt saßen sie hier, konnten nicht vor und nicht zurück und liefen auf diese Art den Feinden direkt in die Arme. Nur weil Harry Potter glaubte er könnte die Welt ganz alleine verändern. Oder auch nicht.
Ron wollte dem Orden helfen und nicht irgendwo, Mitten im Wald, verhungern.
Eigentlich wollte er sich doch nur ausruhen und dieses Gefühl der Unruhe und Unzufriedenheit loswerden. Die Stimmen die immer wieder auf ihn einprasselten, sodass er sich fühlte als müsse er platzen. Eigentlich wollte er doch nicht mehr, als das es aufhörte.

I wanna be in another place
I hate when you say you don't understand
(You'll see it's not meant to be)
I wanna be in the energy, not with the enemy
A place for my head


Es gab nur noch wenige Dinge die ihn hier hielten. Zum einen war da Hermine. Die Wunderbare Hermine, die er für nichts auf der Welt, hier alleine zurück lassen würde, wenn es anders ging, und zum Anderen der Wunsch, nicht wieder beiseite gedrängt zu werden. Wenn er jetzt ging, und Harrys Plan wieder erwartend doch gelang, so wäre er wieder der Verlierer, obwohl er sich hier all die Monate abgeschunden hatte.
Nein, nicht mit ihm. Er würde allen zeigen, dass er genauso gut war wie Harry Potter. Genauso lange durchhielt wie er ,genauso besonders war.
Und dann, ja dann, würde ein neues besseres Leben beginnen. Ein Leben für ihn und seine Familie. Sie müssten nicht mehr jeden Knut zwei Mal umdrehen, könnten sich alle neue Sachen leisten, und sie wären es, die in der Zaubererwelt hoch angesehen wären und nicht Leute wie die Malfoys.
Dann wären sie es, die auf den Leuten rumtrampeln könnten, die mit Geld nur so um sich schmeißen und die, die die Befehle geben.
Sie hätten Respekt.
Und er, Ron, wäre der Bruder der am meisten erreicht hätte, der das erreicht hatte. Was war ein Quidditchpokal im Vergleich zur Rettung der Menschheit. Was wäre ein guter Job im Vergleich dazu, dass er alle Leben gerettet hatte. Was war ein erfolgreiches Geschäft im Vergleich zu dem Ruhm und der Ehre? Nichts.
Jetzt noch hatte Harry das Geld, und das Zepter der Macht. Hatte Ron befohlen niemanden etwas zu sagen, stillschweigen. Ja, ja. Damit Harry hinterher die Lorbeeren ernten konnte.
Ron musste von den Leuten fliehen, die er liebte, weil sie den berühmten Potter ja verraten könnten, den einsamen Helden. Er musste alles zurücklassen, alles aufgeben nur um am Ende wieder an den Rand geschoben zu werden.
Hatte ihm eingeredet niemanden mehr zu vertrauen. Nur damit er sich genauso mies fühlte wie Harry sie wohl immer fühlen würde. Weil er keine Familie hatte.
Er würde sich von dem Held der Nation aber nicht mehr so behandeln lassen, würde nicht mehr auf sich herumtreten lassen und sich beleidigen. Irgendwann würde er dass sagen haben und dann sollte Harry sich warm anziehen, denn dann würde Ron ihm alles zurückzahlen alles. Schließlich war er der bessere.

Maybe someday I'll be just like you, and
Step on people like you do and
Run away the people I thought I knew


Es dauerte noch lange, bis er endlich zur Ruhe kam, noch lange, bis er endlich einschlief. Doch selbst da, lies ihn das Medaillon nicht in Ruhe. Es bescherte ihn Albträume. Immer und immer wieder. Es ließ ihn sein ganzes Leben noch ein Mal durchlaufen. Sein Leben im Schatten Harry Potters.
Im ersten Jahr. Wer war es denn, der das Schachspiel gemeistert hatte? Ohne ihn hätten Harry und Hermine doch gar keine Chance gehabt. Sie hatten doch überhaupt keine Ahnung von Schach, und er hatte sich für sie geopfert und wäre fast gestorben. Doch am Ende, war es Harry der dafür gefeiert wurde.
Im zweiten Jahr, war es seine kleine Schwester, die in der Kamme des Schreckens gefangen gehalten worden war … wegen Harry. Und er hätte sie genauso gerettet, hätte genauso alles für sie getan, genau dasselbe getan, was Harry getan hatte. Wenn er nur die Chance hätte bekommen, und nicht die Steine den Weg blockierten. Er hätte es auch geschafft, doch niemand hatte das gesehen. Er war wieder der, der an der Seite stehen musste. Und Harry der, der den Ruhm erhielt.
War es denn seine Schuld, dass im dritten Jahr, nicht so lief wie geplant. War es sein Fehler, dass Sirius ihm das Bein gebrochen hatte, und dass es eine Ratte war, die Harrys Eltern verriet? Nein. Aber Ron konnte immer noch den Vorwurf darüber in Harrys Augen sehen. Er wusste, dass er es ihm niemals verzeihen würde. Dabei wäre Ron genauso in der Lage Sirius zu retten, wenn er nicht ohnmächtig gewesen wäre, was ja nun wirklich nicht seine Schuld war, wenn man bedachte, was er an diesem Abend alles hatte aushalten müssen.
Das vierte Jahr war ja nun wirklich die Krönung des ganzen gewesen. Harry Potter war Hogwartschampion geworden. Gegen die Regeln und gegen jede Vernunft, trotzdem hatte es keinen Ärger gegeben, trotzdem durfte er mitmachen und hinterher, der Sieger sein. Und Ron war unsichtbar. Beste Freunde taten so etwas nicht. Beste Freunde hätten sich füreinander eingesetzt. Beste Freunde. Er und Potter? Sicher.
Wie hatte Harry es in ihrem fünften Jahr nur angestellt? Ron wusste es bis heute nicht. Harry war Schuld an Sirius Tod. Er hatte dafür gesorgt, dass die Prophezeiung zerbrach, die Misteriumsabteilung zerstört war und Schuld an unzähligen Verletzungen seiner sogenannten Freunde. Trotzdem war niemand sauer auf ihn, niemand gab ihm die Schuld. Wieder war er nur der arme kleine Junge, der tapfere Kerl, dem so übel mitgespielt worden war. Und Ron nur der Trottel der sich von Gehirnen lahm legen ließ.
Auch dieses verdammte sechste Jahr lief nicht besser. Er wurde von Vögeln angegriffen, von Lavender gehasst und machte sich beim Quidditchtraining regelmäßig zum Affen, während Harry mit seiner, seiner kleinen Schwester ging, der Quidditchstar der Schule war und vom Schulleiter bevorzugt wurde.
Man mochte es kaum glauben, Lehrer die doch eigentlich neutral sein sollten, behandelten Harry wie einen Heiligen.
Sankt Potter konnte ja nichts falsch machen.
Er war es, der mit auf die geheimen Missionen durfte, der regelmäßig zu Dumbeldore gerufen wurde, um mit ihm geheime Sachen zu besprechen, von denen andere nur träumen durften. Wie sollte er denn jemals beweisen können, dass er besser war, als Potter, wenn ihm niemand die Chance gab.
Ron schreckte aus dem Schlaf hoch. Ihm war, als wäre er die ganze Zeit wach gewesen. Als hätten die Stimmen in seinem Kopf nicht für einen Moment ausgesetzt.
Sein Herz fühlte sich bleischwer an, genauso wie seine Gedanken.
Harry war es, der ihn immer wieder daran hinderte zu zeigen was er war und was er konnte.
Niemand konnte ihn hinter dem hell leuchtenden Potter sehen.
Harry schaffte es, dass er es war, der als edelmütiger Held galt, als gerecht und ohne Vorurteile und doch war immer er es, der im Rampenlicht stand.
Vielleicht glaubte er ja sogar selber an sein Schauspiel, doch er Ron wusste es besser.
Alle fielen darauf rein, am Anfang, ja sogar er selbst. Doch damit würde es nun endgültig vorbei sein. Harry hatte doch nichts getan. Von Anfang an hatte er nur die Berühmtheit seiner Eltern ausgenutzt. Bei allem was er tat. Und was hatten sie jetzt davon? Sie saßen zu dritt in einem alten Wald. Doch er für seinen Teil würde bald gehen. Und Hermine würde mit ihm gehen. Sollte Potter doch sehen wie er alleine klar kam. Ohne ihn.

I remember back then who you were
You used to be calm, used to be strong
Used to be generous, but you should've known
That you'd wear out your welcome
Now you see how quiet it is, all alone


Er konnte nicht mehr. Er wollte nicht mehr. Er hasste dieses Wald. Er hasste dieses Zelt. Er hasste seine Pritsche. Diese Nässe, diese Kälte und der Hunger. Das konnte so nicht weiter gehen. Der einzige Grund, warum er noch hier blieb, der wirklich letzte Grund war Hermine.
Seine Hermine. Seine wunderbare einzigartige Hermine. Er konnte sie nicht den Gefahren aussetzen, dem Hunger und dem allein sein. Denn das würde sie sein, wenn er gegangen war. Denn Harry würde sich bestimmt nicht um sie kümmern, denn Potter interessierte sich nicht für die, die sich für ihn aufopferten … außer, außer er liebte sie. Nachdem Harry seine Schwester sitzen gelassen hatte … Nein. Hermine würde ihn doch nicht … Nein. Nein. Nein.
Sie musste doch wissen, dass Harry sich alles schnappte, was er irgendwie gebrauchen konnte, bis es irgendwann nicht mehr genügte, dann ließ er es fallen.
Aber wenn sie es nicht wusste, musste er ohne sie gehen. Ohne Hermine. Denn er wollte sich nur ausruhen. Nur schlafen. Diese Stimmen nicht mehr hören.

I'm so sick of the tension, sick of the hunger
Sick of you acting like I owe you this
Find another place to feed your greed
While I find a place to rest
I'm so sick of the tension, sick of the hunger
Sick of you acting like I owe you this
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Weg. Verschwinden. Abhauen. Es war der einzige Gedanke, der ihn noch beherrschte. Er plante seine Flucht. Jeden Tag aufs neue. Denn eins war klar, so einfach würde Potter ihn nicht gehen lassen. Vielleicht musste er … ihn ausschalten. Nein. Ron fasste sich an den Kopf. Was dachte er da? Was war los? Oh Gott. Er musste fliehen. Er musste hier weg, sonst wurde er noch wahnsinnig. Mit oder ohne Hermine.
So langsam musste sie sich entscheiden. Früher oder später. Sie hatte viel zu lange den goldenen Mittelweg gewählt, er würde es nicht mehr zulassen.
Entweder er war auf seiner Seite und würde mit ihm in den Frieden gehen, oder den aussichtslosen Kampf in den Tod wählen. Dann musste er sie los lassen. Er würde sich selber dafür hassen, sie jetzt im Stich zu lassen. Aber noch mehr würde er Potter dafür hassen, dass er ihm seine Freundin ausspannte. Gerade er, der ahnen musste was er für Hermine empfand. Schon lange.

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Sie hatte ihm in den letzten Tagen so oft gesagt, dass sie ihn nicht wieder erkannte. Dass er sich verändern würde. Sie wollte ihn als schwach abstempeln. Als jemanden der nicht dasselbe aushielt, wie Harry. Das konnte sie nicht ernst meinen. Sie begriff nicht, was Harry mit ihnen tat. Er wollte nicht mehr. Er hatte einfach keine Lust mehr auf das alles.
Sie würde nicht mit ihm gehen, das hatte er im Gefühl. Zu sehr war sie in seinem Bann, zu sehr unter seiner Kontrolle.

Die Tage gingen dahin. Und immer mehr wünschte er sich woanders zu sein. Aber dann kam der Moment, indem er es wusste. Das er keine Sekunde länger dort bleiben konnte. In dem Moment, als er erfuhr, dass seine Familie in Gefahr war, dass sie verletzt waren, vielleicht sogar schon Tot. Er konnte nicht bleiben und sich verstecken. Er musste sie beschützen.
Er konnte nicht begreifen, wie es sein konnte, dass es Harry und Hermine so egal war. Das es Harry so wenig interessierte. Dass er sich nicht sorgte, um das Mädchen, dass er angeblich liebte, seine kleine Schwester, um die Frau, die ihn wie einen Sohn behandelt hatte, seine Mutter. Wie er es aushalten konnte zu wissen, dass sein Vater auf der schwarzen Liste war, wegen ihm, obwohl Arthur ihn in die Familie aufgenommen hatte, dass seine Brüder vielleicht schon Tot waren, obwohl sie immer zu Harry gehalten hatten. Wie konnte er das zulassen. Ron hasste ihn. Er hasste Potter, der zuließ, dass all dies passierte.
Potter saugte alle aus, und wenn er alles genommen hatte, ließ er sie fallen.
Ron konnte es nicht mehr hören, diese lahmen Ausreden, diese Lügen, die Falschheit. Er würde es beenden. Vorbei!

Shut up why!


Doch Hermine würde bleiben. Er hatte sie verloren. Verloren. Verloren.
Er wusste nicht mehr was geschehen war. Was er gesagt oder getan hatte. Was die Anderen getan hatten. Als er die Kette losgeworden war, fiel etwas von ihm ab. Er fühlte sich … verzweifelt.
Doch es gab kein zurück mehr. Er hatte beide verloren, und jetzt blieb ihm nichts anderes mehr als nach Hause zu gehen. Nach Hause.
Wie er es die ganze Zeit gewollt hatte.

Erst viel später, als er längst in Sicherheit war, wurde ihm bewusst was er getan hatte.
Was er aufgegeben hatte, und wozu ihn das Medaillon, Voldemorts Seele, ihn getrieben hatte.
Er sah die Wahrheit. Und wie weh er Hermine und vor allem Harry getan haben musste. Sie waren doch seine Freunde und er hatte sie .. Im Stich gelassen. Das was er Harry vorgeworfen hatte, war zu seinem eigenen Fehler geworden.
Doch da hatte er schon, was er die ganze Zeit gewollt hatte, leider nur, war es nicht mehr das, was er sich wünschte.

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