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Fanfiction

Auferstanden - Blick nach vorne

von MelRU

Kapitel 4

[Blick nach vorne]

Über Vergangenes mache dir keine Sorgen, dem Kommenden wende dich zu.


Als Harry die Augen aufschlug, wurde das Zimmer von der Nachmittagssonne in ein warmes orangefarbenes Licht getaucht. Genüsslich streckte er sich und drehte sich auf die andere Seite, doch einschlafen konnte er nicht mehr. Wieso lag er überhaupt schon wieder im Bett? Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, sich schlafen gelegt zu haben. Er musste wohl in der Badewanne eingeschlafen sein. Harry wurde leicht Rot im Gesicht, irgendwie hatte er nicht vorgehabt, seinen Eltern zu aller erst seine schwache, mitgenommene Seite zu zeigen, irgendwie war es ihm peinlich. Er hörte, wie sich die Türe mit einem leisen Quietschen öffnete. „Unser Dornröschen, schläft also noch immer“, hörte er die flüsternde Stimme seines Paten. „Nenn ihn nicht so, Sirius“, schimpfte seine Mutter leise. Harry grinste leicht. „Und außerdem hat er eine schwere Zeit hinter sich und der gestrige Tag war auch ziemlich aufregenden. Wir sollten ihn in Ruhe lassen, damit er sich richtig ausschlafen kann. Immerhin wollen wir ja, dass er bald wieder fit ist.“

„Ich hatte nicht vor, Dornröschen zu wecken“, verteidigte sich James' bester Freund. „Sirius!“ Harry lachte leicht und drehte sich um. „Ist schon okay, Mum. Ich kenn ihn ja, es macht mir nichts aus“, sagte er und tastete nach seiner Brille. „Oh du bist schon wach, haben wir dich geweckt?“, fragte Sirius und sah ihn entschuldigend an. „Nein, ich war schon wach, als ihr hereingekommen seid“, erklärte ihm der junge Potter, während er sich seine Brille auf die schmale Nase setzte. „Hast du Hunger?“, fragte ihn seine Mutter und als Antwort knurrte sogleich Harrys Magen. Sirius lachte. „Das ist eindeutig James' Sohn!“ Lily grinste. „Das kann man sowieso kaum abstreiten. Aber um meinen Mann zu verteidigen, muss ich dazu sagen, dass du noch verfressener bist als er.“ Sirius öffnete empört den Mund. „Ich bin nicht verfressen! Harry hast du das gehört? Glaub ihr kein Wort, das ist glatt gelogen!“ Harry sah die beiden verwundert an, er hätte nicht gedacht, dass seine Mutter so etwas sagen würde, aber eigentlich kannte er sie ja noch nicht. Lily lächelte ihren sichtlich verwunderten Sohn liebevoll an. „Wie wär's wenn du dich frisch machst und dann hinunter in die Küche kommst, während ich das Essen wärme?“

„Ignorierst du mich, Lily?“, fragte Sirius gespielt fassungslos. Harry lachte. Er wusste, dass sein Pate viel Sinn für Humor hatte, doch man hatte ihm immer seine Jahre in Askaban angesehen. Sein Lachen hatte nie seine Augen erreicht, sein Blick wirkte anfangs immer gehetzt und als er ihn die letzten Male gesehen hatte einfach nur traurig und müde. Aber nun schien es, als würde er wieder so richtig aufzublühen, er wirkte lebendiger und sah sogar einen Hauch jünger aus. Es machte auf Harry den Anschein, als würde die Anwesenheit seiner Eltern seinem Paten dabei helfen, endlich damit anzufangen all das Geschehene zu verarbeiten und nicht einfach zu verdrängen. Harrys Herz füllte sich mit Freude, er wollte nichts mehr, als auch seinen Paten endlich glücklich zu sehen. „Okay, Mum, ich komme dann nach“, antwortete er seiner Mutter. Lily nickte zufrieden und machte sich auf den Weg in die Küche. „Hey Lils warte auf mich!“, rief ihr Sirius nach. „Hast du mich gerade Lils genannt?“, hörte Harry die Stimme seiner Mutter am Gang vor dem Schlafzimmer. Sirius grinste. „Den Spitznamen mag sie gar nicht. Zumindest tut sie immer so. Wir sehen uns unten Harry“, sagte er noch, ehe auch er durch die Türe hinaus in den Flur schlüpfte.

Für einen Moment blieb Harry noch regungslos sitzen. Er musste sich gar nicht mit ihnen unterhalten, es machte ihn schon unbeschreiblich glücklich, wenn er sah, wie sie miteinander umgingen - als wären all die schrecklichen Dinge gar nicht passiert. Sie machten da weiter, wo sie aufgehört hatten - als Familie. Harry streckte sich noch einmal genüsslich, ehe er aufstand und auf den Gang trat. Schnell huschte er ins Bad um sich etwas Wasser ins Gesicht zu spritzen und die restliche Müdigkeit zu vertreiben, ehe er sich auf den Weg in die Küche machte. Als er vor der Türe stand, hörte er ein Klappern an der Fensterscheibe. Verwundert drehte er sich zu dem Fenster, welches sich am Ende des Ganges befand und entdeckte Remus' Eule. Er ging zu ihr und ließ sie herein. Schnell nahm er der Eule den Brief ab und begann gespannt die Antwort des Werwolfs zu lesen:

Lieber Harry,

ich weiß zwar nicht, was du vorhast, mir in Godric's Hollow zu zeigen, aber ich werde kommen, denn so wie ich vermute, bist du bereits gestern Nacht auf den Friedhof gegangen, obwohl ich dich gebeten hatte, es nicht zu tun. Hast du überhaupt eine Ahnung davon, wie viele Todesser gerade da draußen sind und nur darauf warten dich Voldemort als Opferlamm zu überbringen? Ich will dir damit keine Angst machen, ich weiß du kannst auf dich aufpassen, aber es ist einfach gefährlich - ganz besonders für dich, deshalb solltest du dich nicht unnötigerweise in noch größere Gefahr begeben.
Ich soll dich außerdem von den Weasley fragen - da du ihre Briefe immer noch nicht beantwortet hast, ob du einstweilen bei ihnen wohnen möchtest. Ich könnte deine Sachen und Hedwig von den Dursleys abholen, bevor ich zu dir nach Godric's Hollow komme.

Warte auf deine Antwort,
Remus


Er konnte direkt die vorwurfsvolle Stimme des Werwolfes hören. Mit leichten Gewissensbissen ging er in die Küche. „Was hast du denn da?“, fragte ihn sein Vater, welcher ihn als Erstes erblickte. „Remus' Antwort ist gerade angekommen. Hättest du vielleicht Pergament und Feder für mich, damit ich ihm antworten kann?“ Schnell zauberte James das Gewünschte und reichte es seinem Sohn. Während sich Harry hinsetzte und seinen Brief verfasste, lasen Lily und Sirius über James' Schulter Remus' Antwort.

„Er macht sich sehr große Sorgen um dich“, sagte Sirius, als er den Brief zu Ende gelesen hatte. „Soviel wir von dir über die momentane Situation erfahren haben, ist das auch kein Wunder. Und außerdem war Moony immer schon der Vernünftigste von uns“, meinte James. „Und der Strengste, er hat immer gedroht, seinen Vertrauensschülerstatus gegen uns einzusetzen.“ James grinste, als er daran dachte. „Ja, aber er hat es nie getan.“ „Nein, dafür mochte er euch beide einfach zu sehr, deshalb musste ich immer meinen Vertrauensschülerstatus gegen euch einsetzen,“ lächelte Lily. „Oh bitte, erinnere mich nicht daran, so oft, wie du zu McGonagall petzen gegangen bist“, nörgelte Sirius, während James hinter vorgehaltener Hand versuchte, sein Grinsen zu verstecken. Lily sah Sirius empört an. „Dafür, dass du ein ungezogener Flegel warst, kann ich auch nichts Sirius Black.“ Harry hörte dem Gespräch seiner Eltern nur mit einem Ohr zu, während er sich seinen Brief noch einmal durchlas:

Lieber Remus,

du hast recht, ich war gestern am Friedhof. Es tut mir wirklich Leid, aber ich konnte einfach nicht anders, ich wollte sie unbedingt sehen. Ich weiß, dass es gefährlich war, aber es schien mir in dem Moment nicht wichtig und das tut mir leid.
Du würdest mir wirklich einen Gefallen tun, wenn du Hedwig und meine Sachen von den Dursleys holst, aber ich werde nicht zu den Weasleys gehen. Sag ihnen bitte, dass ich ihnen bald schreiben werde, was meine Beweggründe dafür sind.

Bitte sei mir nicht böse,
Harry


Harry band die Pergamentrolle an das Bein von Remus' Eule, welche ihm gefolgt war. Er entließ sie durch das offenstehende Küchenfenster und sah ihr wie immer nach, bis sie am Nachmittagshimmel verschwunden war. Aus irgendeinem Grund musste er an Hedwig denken - sie fehlte ihm. Auch wenn er erst zwei Tage von seinen Verwandten weg war, war sie doch die Einzige gewesen, die immer an seiner Seite gewesen war. Während sie auf Remus' Anwort warteten, wurde gemütlich gegessen. Harry lauschte seiner Mutter, die seinem Vater erzählte, dass die alte Mrs. Plum noch immer den kleinen Laden am Dorfende führte. Alles wirkte so vertraut und heimisch, als wäre es immer so gewesen.

Nach dem Essen wandte sich Lily ihren Sohn zu. „Sollen wir beide Mal eine kleine Hausführung machen, Harry? Jetzt wo alles sauber ist, sieht es gleich etwas wohnlicher aus, und soviel ich weiß, warst du ja noch nie ...“ Lily stoppte kurz, ehe sie schief lächelte und weiterfuhr: „Naja du warst eine Zeit lang nicht hier und ich bezweifle, dass du dich an irgendetwas erinnern kannst.“ „Das ist eine tolle Idee, Mum“, antwortete Harry. Er war schon ganz gespannt darauf, sein Zuhause kennenzulernen. Während James und Sirius die Küche aufräumten, führte Lily ihren Sohn durch das große Haus. Im Erdgeschoss befand sich außer der Küche und dem Wohnzimmer, welches Harry heute Vormittag schon gesehen hatte, noch ein kleines Badezimmer, mit Dusche und ein Esszimmer, von welchem man auf die Terrasse gelangte. Im Obergeschoss gingen vom breiten Flur, dessen Wände Familienfotos zierten, sechs weitere Türen ab. Es gab auch eine schmale Treppe, die auf den Dachboden führte, wie ihm seine Mum erklärte. Die erste Tür führte sie in die Bibliothek. Das erste, was Harry auffiel, war, dass irgendetwas anders war, als in den anderen Räumen. Harry legte den Kopf leicht schief und betrachte die Höhe der Decke. Irgendwie kam sie ihm höher vor. Lily kicherte. „James meinte einmal, dass ich eine noch größere Leseratte bin, als Remus. Und da dein Vater noch dazu einen Großteil der Potterbibliothek hierher gebracht hat, mussten wir einfach ein bisschen mit Magie nachhelfen, sonst hätten wir keinen Platz mehr gehabt.“ Dem musste Harry zustimmen, denn der Raum war überfüllt mit Büchern.

Hinter der nächsten Tür befand sich das Arbeitszimmer seines Vaters. Es war, wie das Schlafzimmer ebenfalls in Rot und Gold gehalten. Harry grinste. „Das sind Dads Lieblingsfarben, was?“ Lily grinste. „Es ist schwer zu übersehen, dass er ein Gryffindor und stolz drauf ist, nicht wahr? Aber ich muss sagen, dass mir diese Farben irgendwie gefehlt hätten, nachdem ich sie sieben Jahre lang um mich hatte.“ Abgesehen vom Schlafzimmer und dem Bad, welches er bereits kannte, gab es noch ein Gästezimmer, welches genauso eingerichtet war wie das Schlafzimmer. Vor der letzten Türe blieb seine Mutter stehen und musste selbst einmal tief Luft holen, ehe sie mit leicht schimmerten Augen sagte: „Das war dein Kinderzimmer.“ Mit zittrigen Fingern öffnete sie die Türe und Harry trat ein. Es war ein kleines Zimmer mit niedlichen Teddybären auf den blau bemalten Wänden. Im Raum waren nur mehr ein Kinderbett und eine Wickelkommode zu finden.

Langsam schritt Harry darauf zu und entdeckte eine Kuscheldecke, auf der sich Schnatze tummelten. Er war so in Gedanken versunken, dass er Sirius und James nicht hörte, als sie zu ihnen stießen. Andächtig fuhr er mit seinen Fingern über die Decke. In Harry breitete sich eine Vertrautheit aus, die ihn beinahe die Luft zum Atmen nahm. Er spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen, er hätte es so schön bei seinen Eltern gehabt. Aber Voldemort hatte ihm seiner Familie beraubt, bevor er sie hatte kennenlernen dürfen. Eine zierliche Hand legte sich auf seinen Rücken. „Jetzt sind wir ja wieder da“, hörte er die Stimme seiner Mutter. Er drehte sich um und sah die drei Erwachsenen eine Zeit lang einfach nur an. Er konnte ihnen ansehen, dass sie verstanden, dass das alles nicht ganz einfach für ihn war. Harry lächelte sie an und wischte sich mit dem Ärmel über das Gesicht. „Ich weiß.“

„Weißt du Harry, dein Dad, Sirius und ich haben am Vormittag, während du geschlafen hast schon darüber geredet, dass es am besten wäre, wenn Sirius bei uns wohnen würde. Du bist doch damit einverstanden, oder?“, fragte ihn seine Mutter. „Natürlich!“, entfuhr es Harry, darüber hatte er noch gar nicht nachgedacht. Sirius lachte bellend. „Das ist mein Patenkind!“ Lily schmunzelte und fuhr fort: „Naja, da du ja schon sechzehn bist, dachten wir uns, dass dieses Zimmer etwas zu klein für dich wird. Was hältst du also davon, wenn du dich im ausgebautem Dachboden einquartierst?“ „Also ich hab nichts dagegen hier zu bleiben, ich hatte immer ein kleines Zimmer, daran bin ich gewohnt“, erklärte Harry sofort, immerhin wollte er keine Umstände machen. James lächelte, sein Sohn war viel zu bescheiden. Wenn ihm seine Eltern angeboten hätten in den Dachboden zu ziehen wäre er vermutlich vor Freude ausgeflippt. „Ach was, warum sollte ich auf den Dachboden ziehen, da oben verlauf ich mich ja“, lachte Sirius und schnappte sich seinen Patensohn. „Komm, ich zeig ihn dir mal. Du musst dir mal vorstellen, was du da oben alles anstellen kannst.“ Sirius wusste, unter welchen Bedingungen Harry bisher bei den Dursleys gelebt hatte. McGonagall hatte ihm erzählt, dass Harry elf Jahre lang in einem Schrank geschlafen hatte, alleine bei dem Gedanken daran, stieg Wut in ihm hoch. Sein Patensohn sollte all die wundervollen Dinge, die er nie erleben durfte, nun endlich nachholen können, dazu gehörte seiner Meinung nach auch genügend Platz zur persönlichen Entfaltung.

„Sirius, bring ihn nicht auf dumme Gedanken!“ „Als würde ich so etwas tun, Lils“, grinste Sirius breit und verschwand mit Harry am Gang. „Er wird sich nie ändern“, schnaufte Lily, doch das belustige Funkeln in ihren Augen verriet sie. James legte ihr nur grinsend einen Arm um die Schulter. „Und ich weiß, dass du das genauso gut findest wie ich.“ Lily sagte daraufhin nichts mehr - warum auch, sie wusste, dass ihr Mann sie immer durchschauen konnte - und gemeinsam folgten sie ihrem Sohn und dessen Paten. Das Dachgeschoss bestand aus einem Badezimmer und drei weiteren Räumen, wobei einer davon auf die Dachterrasse führte. „Das ist doch viel zu groß für mich“, hörten sie Harry gerade sagen. „Ach was, einen Raum brauchst du zum Schlafen, einen Raum zum Hausaufgabenmachen und Lernen und einen Raum richtest du dir gemütlich her, wo du dann mit deinen Freunden herumlungern kannst.“ „Das kann man aber auch in einem Zimmer“, belehrte Harry seinen Paten. Dieser seufzte. „Ich hatte ganz vergessen, dass du den Sturkopf deines Vaters geerbt hast. Freu dich doch einfach darüber, dass du so viel Platz zur Verfügung hast. Wenn du hier nicht einziehst, ist es ungenützter Platz, das wollen wir doch auch nicht. Und außerdem wäre ich zu faul all das hier zu putzen, da wär mir dein kleines Zimmer lieber. Willst du deinem Lieblingspaten nicht einen Gefallen tun?“

Harry grinste. „Du bist mein einziger Pate, Sirius.“ Danach seufzte er theatralisch und meinte gutmütig: „Ausnahmsweise tu ich dir den Gefallen.“ Sirius verbeugte sich tief. „Wie großzügig sie doch sind, guter Herr.“ „Also ist es abgemacht? Ziehst du hier oben ein, Harry?“, fragte nun James. Harry lächelte und nickte. „Gefällt es dir auch wirklich?“, vergewisserte sich Lily. „Ja Mum, es ist wirklich toll, vor allem das Zimmer mit der Dachterrasse ist wunderschön.“ Harry hatte es für einen Moment die Sprache verschlagen, als ihn Sirius in den Raum geführt hatte. Die Wand gegenüber der Eingangstüre war eine Glasfront mit einer integrierten Türe, welche auf die Terrasse führte. Lily nickte verstehen. „Ja, da war auch immer mein Lieblingszimmer. Man hat einfach eine wunderbare Aussicht über den ganzen Garten.“ Sie konnte sich noch erinnern, wie gerne sie an Herbstmorgenden hier oben gestanden ist, wenn noch etwas Nebel im Wald hing, der Morgentau noch an den Gräsern klebte und eine beruhigende Stille herrschte. Das alles hatte etwas Mystisches an sich gehabt.

„Das stimmt, deine Mutter und ich haben uns hier oft den Sonnenuntergang angesehen“, erzählte ihm sein Vater und Lily warf ihrem Mann einen liebevollen Blick zu. Plötzlich wandte sich James grinsend an Harry. „Das wird deiner zukünftigen Freundin sicher auch gefallen“, neckte er ihn. „Dad!“ James und Sirius lachten nur bei Harrys plötzlich rötlichen Wangen. „Lasst ihn in Ruhe, ihr beiden. Also Harry, weißt du denn schon, wie du alles einrichten möchtest?“ Erstaunt sah er sie an. „Ich darf mir alles Selbst aussuchen?“ „Aber natürlich, immerhin sollst du dich hier wohlfühlen“, erklärte ihm sein Vater. Seine Frau nickte. „Du kannst alles machen, was du willst, du musst es nur sagen, damit wir wissen, was wir brauchen. Das Dekorationsmaterial und die Farbe können wir zaubern, aber bei den Möbeln müssen wir wohl die Kataloge durchblättern.“

„Nimm dich in acht Harry. Wenn Lily einen Katalog vor sich hat, wird sie irgendwie unheimlich“, meinte Sirius. Lily schlug ihn auf den Oberarm. „Das ist gar nicht wahr, hör nicht auf deinen Paten, Harry!“ „Und ob ich recht habe, nicht wahr James?“ Angesprochener biss sich auf die Unterlippe und blickte von einem zum anderen. „Zwingt mich nicht mich, mich auf die Seite von einem von euch beiden zu stellen!“, sagte er dann tadelnd. „Außerdem kommst du auch nicht darum herum Kataloge zu wälzen, Sirius. Oder willst du in Harrys Kinderbett schlafen?“, neckte ihn Lily. Sirius schmollte und schüttelte den Kopf. Gemeinsam verbachten sie den restlichen Nachmittag damit Kataloge durchzublättern, um die passenden Möbelstücke zu finden. Zwischendurch kam auch Remus' Antwort ins Haus geflattert, die wie folgt lautete:

Lieber Harry,

ich bin dir nicht böse, ich kann es ja verstehen, aber ich mache mir halt einfach Sorgen um dich.
Da ich gerade im Fuchsbau bin, habe ich den Weasleys schon bescheid gegeben, vor allem Molly ist sehr traurig darüber. Sie alle hoffen, dass du ihnen morgen wirklich schreibst - was ich dir auch raten würde.
Ich werde versuchen pünktlich um 18:00h beim Haus deiner Eltern in Godric's Hollow zu sein. Vorher werde ich deinen Verwandten noch einen Besuch abstatten und deine Sachen holen.

Bis später,
Remus


Harry war sichtlich erleichtert gewesen, als er gelesen hatte, dass Remus nicht sauer auf ihn war. Kurz vor sechs Uhr war es dann soweit - es läutete. Während sich Lily, James und Sirius sicherheitshalber zunächst zurückzogen, ging Harry zur Türe. Er atmete noch einmal tief durch, ehe er sie öffnete. Davor stand, wie erwartet sein ehemaliger Verteidigungsprofessor, mit Harrys Hogwartskoffer und Hedwig im Schlepptau. „Hallo Harry“, begrüßte ihn Remus lächelnd. Mit einem „Remus!“ warf sich der Schwarzhaarige in dessen Arme. Remus grinste leicht. So sehr er sich auch vorgenommen hatte, den Jungen dieses Mal eine Strafpredigt zu halten, er konnte es einfach nicht. Zu sehr erinnerte ihn Harry an James und Sirius. Als sie sich wieder voneinander trennten, besah er sich den jungen Potter einmal genauer. Er war zwar immer noch recht dürr und blass, doch die dunklen Augenringe waren nicht mehr zu sehen. Er sah wirklich etwas besser aus, als noch vor ein paar Tagen. Außerdem schien es, als wäre das Leben in seine Augen zurückgekehrt.

Harry ließ Hedwig aus ihrem großen eisernen Käfig, während Remus seinen Koffer in den Flur stellte. Hedwig kniff Harry zur Begrüßung ins Ohrläppchen - Harry hatte das Gefühl als wäre es dieses Mal etwas fester ausgefallen, da er sie zwei Tage allein gelassen hatte - ehe sie sich in die Lüfte erhob und die Gegend erkundete. „Ich habe ein paar Sachen verkleinert, sodass ich alles im Koffer unterbringen konnte“, erklärte ihm Remus gerade, als Harry die Eingangstüre schloss. „Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast hier herzukommen.“ Remus drehte sich einmal im Kreis und besah sich den geputzten Flur. Der Werwolf zog die Stirn kraus, ehe er sich an den Jungen wandte: „Wieso hab ich bloß das Gefühl, dass du hier nicht alleine bist?“ Prüfend sah er Harry an. „Komm, setzten wir uns in die Küche, da erklär ich dir alles.“ Remus folgte ihm bereitwillig, immerhin wollte er endlich wissen, was hier gespielt wurde. „Also Remus, versprich mir bitte, dass du mich nicht unterbrichst und mich fertig erzählen lässt, egal was ich dir jetzt sage und so ungläubig das auch klingen mag.“ Remus sah ihn erstaunt an, doch er nickte und so begann Harry, die unglaubliche Geschichte von Anfang an zu erzählen.


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