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Fanfiction

Auferstanden - Freudentränen

von MelRU

Kapitel 5

[Freudentränen]

Jedes schöne Gefühl hat seine Tränen.


Remus saß wie versteinert auf seinem Stuhl und sah den Jungen vor sich ungläubig an. Er hatte Harry, wie versprochen nicht unterbrochen, doch immer wieder hatte er fassungslos seinen Kopf geschüttelt. Er fragte sie, ob Harrys Trauer und Verzweiflung vielleicht überhandgenommen hatten und er sich das alles eingebildet hatte, wieso sonst, sollte sich der Junge so eine unfassbare Geschichte ausdenken? Ihm wurde schwer ums Herz. „Harry, ich ...“ Was sollte er dem Jungen nur sagen? „Ich würde es mir auch wünschen, schließlich sind sie meine besten Freunde und ich vermisse sie so sehr, dass es manchmal wehtut, aber dieses Gefühl kennst du ja leider nur zu gut. Aber dennoch ist es nicht möglich. Egal wie sehr ich es mir wünsche, sie sind tot.“

„Sie waren tot“, verbesserte ihn Harry. Er konnte verstehen, dass ihn sein ehemaliger Professor für verrückt hielt. Remus rang nach Worten, wie sollte er Harry klar machen, dass das, was er ihm gerade erzählt hatte, unmöglich war? „Harry, es ist einfach unmöglich, so leid es mir tut.“ „Aber er hat recht, Moony. Wir waren tot.“ Der Werwolf saß plötzlich stocksteif und traute sich nicht einmal mehr zu atmen. Es war unmöglich. Er schloss seine Augen und schüttelte den Kopf. Beruhige dich Remus, das hast du dir nur eingebildet. Dort hinten ist niemand. Er öffnete seine bernsteinfarbenen Augen wieder und blickte Harry ernst ins Gesicht, doch als dieser nur verständnisvoll lächelte und leicht nickte, breitete sich eine Gänsehaut auf Remus' Armen aus. Das konnte nicht wahr sein, aber er musste es wissen. Auch wenn sein Herz in tausend Teile zerspringen würde, er musste sich umdrehen, er musste Gewissheit haben, auch wenn sich all das nur als eine Enttäuschung entpuppen sollte. Langsam drehte er sich um und erstarrte.

Dort standen wirklich seine besten Freunde James und Lily Potter und Sirius Black. Remus kniff ein paar Mal die Augen zusammen, doch sie verschwanden nicht, er wollte sich schon in die Wange kneifen, als Sirius auf ihn zuschritt. Schneller als es ihm einer der Anwesenden zugetraut hatte, war er aufgesprungen und hatte sich schützend vor Harry gestellt. „Wer seid ihr und was habt ihr mit Harry gemacht“, forderte er zu wissen, während er mit seinem Zauberstab auf sie zielte. „Wieso bedrohen mich immer alle mit einem Zauberstab?“, murmelte Sirius in seinen nicht vorhandenen Bart. „Weil du dich immer vordrängeln musst“, grinste sein bester Freund breit und Harry kicherte leise im Hintergrund. Sirius schickte den beiden noch einen bösen Blick, ehe er sich an Remus wandte und ihn ernst ansah.

„Ich muss sagen, du nimmst dein Versprechen, das du mir gegeben hast sehr ernst.“ Remus kniff die Augen zusammen. Woher konnte er davon wissen, wenn er nicht Sirius war? „Was für ein Versprechen?“ Sirius lächelte. „Um es wortwörtlich zu wiederholen: Wenn ich einmal den Löffel abgeben sollte, versprich mir auf den Zwerg aufzupassen. Keine Bange, ich habe nicht vor mir all zu bald die Radieschen von unten anzusehen, aber ich habe es James und Lily versprochen, und falls ich es nicht mehr kann, will ich sicher sein, dass Harry in guten Händen ist. Und ich will jetzt kein Wort von deinem Werwolfgelaber hören, verstanden? Deine Antwort war, soviel ich weiß: Ich würde ihn mit meinem Leben beschützen, egal ...“

„Egal ob als Mensch oder als Werwolf, er gehört zu meinem Rudel“, vervollständigte Remus den Satz. Tränen bildeten sich in seinen Augen. „Aber wie ist das möglich?“ Sirius lachte. „Hast du denn nicht aufgepasst? Dass ich das noch einmal erleben darf. Harry hat es dir doch gerade erklärt, du Schlaumeier.“ Remus' Blick schweifte zwischen den drei Auferstandenen hin und her. „Es ist wirklich wahr?“ James lachte. „Und wie wahr das ist Moony.“ Er und Sirius warfen sich verschwörerische Blicke zu, ehe sie beide riefen: „Rumtreiberumarmung!“ Gleichzeitig schritten sie auf den, wie gelähmt dastehenden Werwolf zu und zogen ihn in eine feste Umarmung. Nach einigen Sekunden realisiert Remus endlich, dass es wirklich seine beiden besten Freunde waren, und erwiderte die Umarmung schluchzend.

„Alter Moony, du heulst doch nicht etwa, oder?“, zog ihn Sirius auf, doch auch seine Stimme klang etwas belegt. „Doch“, war alles was der ehemalige Hogwartsprofessor in dem Moment herausbrachte. Es dauerte etwas, bis Remus wieder einigermaßen Herr seiner Gefühle war. Als sich die beiden von ihm lösten, stand Lily schon bereit und umarmte ihn herzlich. „Ich bin so froh dich wieder zu sehen, Remus“, sagte sie und drückte den Mann fest. „Und ich erst“, murmelte der Werwolf. Als er sich von Lily getrennt hatte, blickte er die Drei noch einmal an. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ihr mir gefehlt habt. Ich habe mich immer gefragt was wir anders hätten machen können. Ob ich etwas anders hätte machen können, damit all das nicht passiert wäre.“

„Nein, was passiert ist, ist passiert. Wir alle haben Fehler gemacht, aber wir können es nicht mehr ändern oder ungeschehen machen, wir können nur daraus lernen und nach vor blicken. Ich finde es noch immer unfassbar, dass wir noch eine Chance bekommen haben, es dieses Mal richtig zu machen“, schnitt ihm James das Wort ab. Kurz war es still, ehe er fortfuhr: „Niemand von euch hat sich etwas vorzuwerfen, verstanden? Ich kann es nicht ertragen, wenn sich meine besten Freunde Vorwürfe für etwas machen, was man nicht verhindern hätte können - zumindest nicht zum damaligen Zeitpunkt. Nachher Lösungen zu finden ist immer leicht, aber in dem Moment richtig zu entscheiden ist eine ganz andere Sache. Also hört bitte auf damit. Und falls ihr doch irgendeinen Akt des Verzeihens braucht, bitte ihr habt meinen Segen. Verdammt, ihr seid meine Familie und habt in den letzten Jahren schon genug gelitten, ich werde nicht zulassen, dass ihr damit weitermacht, seht das endlich ein“, sagte James resolut.

Während Remus ihn einfach sprachlos ansah, fuhr sich Sirius schnell über die Augen, ehe er sich räusperte. „Prongs hör auf solche Reden zu schwingen, da kommen ja dem härtesten Rumtreiber die Tränen.“ Die Anwesenden lachten. „Ihr seid wirklich wieder da“, lächelte Remus. Er wusste, dass er das noch oft sagen würde. „Ich kann’s trotzdem nicht so recht glauben.“ Er musste es sich einfach weiterhin immer wieder bestätigen lassen. „Ging mir am Anfang auch so“, grinste Harry. Er hatte das ganze Schauspiel mit einem leichten Lächeln auf den Lippen verfolgt, es war wirklich eine rührende Szene gewesen. Auch er hatte heimlich ein oder zwei Tränen vergossen.

„Was stellen wir jetzt, zu Ehren unserer Wiedervereinigung an?“, grinste Sirius unternehmungslustig. Remus wurde ernst. „Zuallererst einmal gar nichts, was irgendwie Aufsehen erregen könnte! Wer weiß sonst noch von eurer Auferstehung?“, fragte er die drei Erwachsenen. „Nur Harry und du. Wir haben aber vorhin einen Brief für die Abteilung für außergewöhnliche Fälle verfasst“, erklärte ihm James. „Habt ihr ihn auch schon abgeschickt?“, fragte Remus und klang dabei etwas besorgt. „Nein, wir hatten keine Eule zur Verfügung, wieso fragst du? Ist das denn eine schlechte Idee gewesen?“

„Grundsätzlich nicht, aber bei dem Misstrauen, welches gerade im Ministerium herrscht, wäre es besser vorsichtig vorzugehen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass bereits jede dritte Abteilung von den Todessern infiltriert ist. Jeden zweiten Tag kann man von Verhaftungen von mutmaßlichen Voldemort Anhängern lesen. Was wenn diese Abteilung genau so davon betroffen ist? Stellt euch vor, wie die Todesser und Voldemort auf eure Auferstehung reagieren werden! Es wäre also klug zuerst den Orden zu informieren. McGonagall hat Dumbledores Position eingenommen und Kingsley ist ihre Stellvertretung. Er hat als Leiter des Aurorenbüros natürlich hervorragende Kontakte im Ministerium, die wir gleich einmal nutzen können, um eure Angelegenheiten ohne viel Tamtam regeln zu können. Wahrscheinlich werdet ihr nicht darum herum kommen mit Vertiaserum befragt zu werden aber ...“

„Moony! Hohl doch einmal Luft“, unterbrach ihn Sirius. Der Werwolf sah ihn verwundert an. „Es geht hier im eure Sicherheit Sirius, dieses Mal werde ich nichts falsch machen“, erklärte Remus. Harry nickte leicht, er würde nicht zulassen, dass ihm seine Familie durch irgendeine Unachtsamkeit ein weiteres Mal genommen wurde. „Alles schön und gut, aber lasst uns das nicht im Stehen bereden, wie wäre es, wenn wir uns alle ins Wohnzimmer setzen? Ich habe Plätzchen gebacken.“ So fanden sie sich wenig später im Wohnzimmer ein, wo sie darüber debattierten, welches Vorgehen das klügste wäre. So erfuhren sie auch, dass Sirius' Name bereits vollkommen reingewaschen worden war, was Sirius vor Erleichterung ein paar Tränen in die Augen getrieben hatte.

Es wurde ziemlich spät und Harrys lautes Gähnen, veranlasste seine Mutter dazu, auf die alte Wanduhr zu blicken. „Bei Merlin, ist es schon so spät? Du solltest ins Bett Schatz, du bist bestimmt müde.“ Harry wollte ihr widersprechen, aber da er merkte wie schwer es ihm fiel die Augen offen zu halten nickte er nur. Auch Remus erhob sich. „Ich glaube, ich sollte dann mal gehen.“ James schnappte sich seinen Hemdärmel. „Was? Du bleibst heut Nacht hier!“ „Aber…“, wollte Remus widersprechen. „Kein aber, Moony! Wenn Prongs das sagt, dann ist das so!“ „Und wo soll ich schlafen?“, fragte Remus wenig überzeugt. „Na hier mit mir auf der Couch, soviel ich weiß, kann man die ausziehen“, meinte Sirius und begann an der Couch herumzudrücken und zu ziehen. „Mach nichts kaputt Padfoot“, lachte Remus, der sich Sirius' Treiben eine Zeit lang angesehen hatte. Die anderen lachten. „Lach nicht blöd Moony. Hilf mir lieber“, beschwerte sich der langhaarige Mann.

Die beiden anderen Rumtreiber erbarmten sich schließlich und halfen ihm. „Ist es für dich okay, wenn du einstweilen im Gästezimmer schläfst? Morgen, wenn wir dann die Möbel bestellen, können wir dann dein Zimmer einrichtet“, wandte sich Lily währenddessen an ihren Sohn. „Sicher“, gähnte Harry und stand auf. „Vergiss deinen Koffer nicht, Harry!“ Er nickte nur, wünschte ihnen eine gute Nacht, ehe samt seines Koffers und Hedwigs Käfigs die Treppen hinauf ins Gästezimmer empor stieg. Dort angekommen öffnete er das Fenster, sodass Hedwig jederzeit hereinkonnte, wenn sie von ihrem Streifzug zurückkam. Harry zog sich noch schnell seinen Schlafanzug über, ehe er sich ins Bett legte. Der junge Potter schlief augenblicklich, als sein Kopf das weiche Kissen berührte, mit einem Lächeln im Gesicht ein.

Auch im restlichen Haus waren bereits alle Lichter gelöscht worden und die andern Bewohner in ihre Betten gehuscht. Es war einige Stunden später, als Remus durch eine Berührung am Arm aufwachte. Verwirrt schlug er die Augen auf. Wo war er? Es dauerte etwas, bis er sich an die Geschehnisse der letzten Stunden erinnern konnte. Ungläubig schüttelte er den Kopf. Er konnte es noch immer nicht fassen. Der Werwolf registrierte eine Bewegung aus den Augenwinkeln und erblickte Sirius, welcher sich gerade aufsetzte. „Padfoot?“, fragte er besorgt. Sirius zuckte zusammen. „Hab ich dich geweckt? Das tut mir leid, schlaf weiter, es ist alles okay, ich hol mir nur schnell ein Glas Wasser.“ Remus hätte ihm das auch geglaubt, wenn seine Stimme nicht gezittert hätte. „Was ist los?“, fragte er und setzte sich nun ebenfalls aufrecht hin. Sirius seufzte. „Euch kann man auch nie etwas vormachen.“ Als er nicht weitersprach, warf sein Freund seine Vermutung in den Raum. „Du hattest wieder einen Albtraum, nicht wahr?“

„Mir gehen diese verdammten Bilder einfach nicht aus dem Kopf Moony. James' und Lilys Leichen, Peters wahnsinnige Fratze, wie er all die Muggel in die Luft sprengt, die anklagenden Gesichter im Ministerium, die Schreie, die Dementoren ... sie gehen nicht weg, sie gehen einfach nicht weg.“ Er unterdrückte ein Schluchzen. „Wieso, verdammt? Es ist doch jetzt alles wieder in Ordnung.“ Remus legte ihm mitfühlend die Hand auf die Schulter. Er hatte gewusst, dass Sirius Albträume hatte, er hatte ihn öfters nachts schreiend aufwachen hören, als er bei ihm im Grimmauld Place gelebt hatte. Als Sirius das mitbekommen hatte, hatte er immer einen Zauber auf sein Zimmer gelegt, sodass ihn niemand hören konnte, und hatte zusätzlich noch seine Türe verschlossen. Es hatte Remus wehgetan, dass Sirius nicht dazu bereit gewesen war, sich von ihm helfen zu lassen.

Deshalb sah er dieses Gespräch als großen Fortschritt an und er wusste, dass das James' und Lilys Auferstehung zu verdanken war. Sirius hatte wieder Hoffnung geschöpft zu leben. Nicht nur zu überleben um für Harry da zu sein und sein Versprechen zu erfüllen, sonder aus eigenem Willen und aus eigener Überzeugung zu leben.

„Wieso kann ich die Vergangenheit nicht loslassen und in der Gegenwart leben?“

Remus legte den Kopf leicht schief. Die Vergangenheit loslassen. In der Gegenwart leben. Konnte man wirklich beides voneinander trennen? War die Gegenwart denn nicht das Resultat vergangener Ereignisse, und konnte man die Gegenwart nicht erst dann verstehen, wenn man auch die Vergangenheit verstand? Dasselbe sagte er auch Sirius. „Das bist wieder einmal so typisch du Moony. Aber was bringt mir dein philosophischer Quatsch? In Ruhe schlafen kann ich davon auch nicht“, fragte Sirius, doch Remus konnte ein leichtes Grinsen aus seiner Stimme heraushören. „Es geht nicht von heute auf morgen all die Geschehnisse deiner Vergangenheit zu fassen, zu verstehen und zu akzeptieren. Es wird nicht leicht, nicht nach allem, was dir wiederfahren ist, Sirius. Aber du weist, dass wir für dich da sind und das wir dir gerne dabei helfen. Wenn du nicht anfängst, das alles zu verarbeiten, wird es dich von innen heraus auffressen.“ Der schmerzhafte Knoten in seiner Brust würde wachsen wie ein knospender Tumor, der seinen Leib betäuben und seine Sinne vergifteten würde.

„Rede mit uns darüber, oder, wenn du nicht willst, schreib alles nieder, was dir wiederfahren ist, was du dabei gefühlt hast und denk daran, dass du all das überstanden hast und nicht allein bist. Wir sind für dich da, das weißt du. Und auch Harry.“ Sirius wollte etwas sagen, doch Remus stoppte ihn. „Ich weiß, dass du nicht willst, dass es ausgerechnet Harry von allen Menschen auf der Welt erfährt. Aber du kennst ihn, der Junge ist nicht dumm. Ich kann verstehen, dass du nicht willst, dass er sieht, wie kaputt dich das alles gemacht hat. Für ihn bist du eine Art Held, der all das überstanden hat. Aber glaub mit eins, auch Harry macht sich Sorgen um dich. Er weiß, dass du kein Superheld bist und dass du die Hilfe und Unterstützung von uns brauchst. Aber nichtsdestotrotz liebt er dich, daran wird sich nie etwas ändern. Also falls er dir einmal helfen möchte, weise die helfende Hand nicht fort, okay? “

Sirius seufzte ergeben. „Ich versuch's Monny, aber ich bin nicht gut darin mir helfen zu lassen.“ Dieses Geständnis entlockte Remus ein Lachen. „Das, mein lieber Sirius, brauchst du vor allem James und mir nicht erzählen.“ „Ach halt die Klappe und schlaf endlich“, sagte Sirius, legte sich hin und drehte sich zur Seite. Remus schüttelte nur den Kopf und lies sich ebenfalls zurück in die Kissen sinken. „Remus?“, durchbrach kurz darauf Sirius' Stimme die Stille der Nacht. „Hmmm?“ „Danke.“ Remus lächelte. „Dafür nicht. Schlaf gut.“



Langsam wurde Harry wach, da die Sonne ihm vorwitzig die Nase kitzelte. Müde schlug er die Augen auf, nur um sie dann gleich wieder zu schließen, da er vom grellen Sonnenlicht geblendet wurde. Lächelnd dachte er an den gestrigen Abend, er hatte sich gefreut, seinen ehemaligen Professor so glücklich zu sehen. Als sich seine Augen wieder an das Sonnenlicht gewöhnt hatten, streckte er sich gähnend und stand auf. Nach einer kurzen Morgenwäsche und einem Kleiderwechsel huschte er nach unten. Als er in der Küche angekommen war, schwor er sich dieses Bild, welches ihm sich bot, niemals zu vergessen. James Potter und Sirius Black standen in der Küche und machten Frühstück. „Morgen, gut geschlafen? Du kannst schon ins Esszimmer gehen, wir sind gleich fertig“, begrüßte ihn sein Vater. „Okay. Wo sind Mum und Remus?“

„Die decken gerade den Tisch ein“, antwortete ihm sein Pate. Harry nickte und meinte dann: „Soll ich euch irgendwo helfen?“ „Nein, wir schaffen das auch ohne dich“, kam es zuversichtlich von Sirius. „Wenn du meinst.“ „Ja, ich meine.“ Harry verließ lächelnd die Küche und schritt ins Esszimmer, wo er auf seine Mum und Remus traf. „Guten Morgen, Harry. Hast du gut geschlafen?“, fragte ihn Lily. „Jep. Kommt es öfters vor, dass die Zwei das Frühstück machen?“, fragte Harry skeptisch seine Mum und er deutete Richtung Küche. Lily lachte. „Du brauchst dir keine Angst um dein Frühstück zu machen, dass können sie wirklich gut!“ Harrys Blick fiel auf den Werwolf, welcher seine Kaffeetasse allem Anschein nach zu hypnotisieren versuchte. „Remus? Ist alles in Ordnung“, sprach er ihn an. Lily kicherte, als sie seinem Blick folgte. „Dein Pate dürfte heute Nacht ein bisschen geschnarcht haben.“

„Ein bisschen? Lily das ist definitiv eine Untertreibung! Er hat einen ganzen Wald gesägt“, empörte sich Remus. Lily lachte und tätschelte mitfühlend seine Schulter. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dir einen kleinen Zauber verraten können, immerhin haben wir einen Pakt abgeschlossen, der besagt, dass wir beide zusammenhalten müssen“, zwinkerte sie. Remus lachte, während Harry die beiden nur verwirrt ansah. „Was für ein Pakt?“ Remus begann daraufhin zu erklären: „Dein Dad und Sirius waren ja ziemliche nunja Rabauken ...“

„Rabauken klingt viel zu niedlich“, warf Lily murmelnd ein. „Wie dem auch sei. Deine Mum und ich haben damals als wir beide Vertrauenschüler wurden beschlossen ihrem Treiben ein bisschen Einhalt zu gebieten, aber ...“ „Irgendwie waren wir nicht besonders gut darin, besonders am Anfang“, seufzte Lily, während Remus grinste. „Aber nach einigen Jahren hat unsere Arbeit endlich Früchte getragen.“ Harry lachte. Er hätte nicht gedacht, dass Remus hinter den Rücken seines Paten und seines Vaters so einen Pakt mit seiner Mutter abschließen würde. „Wieso ...“

„Wieso ausgerechnet Remus, obwohl er auch immer auf den Potter und Black Festwaagen aufgestiegen ist? Nun, er war der Vernünftigste unter ihnen“, erklärte seine Mutter nachdenklich. „Nein, ich meinte eigentlich, wieso ihr das gemacht habt.“ „Sie sind meine beiden besten Freunde, ich wollte nicht, dass sie sich immer in Schwierigkeiten bringen“, erklärte ihm Remus. „Und durch ihre dummen Streiche hat Gryffindor eine Menge Punkte verloren, das konnte ich als Vertrauensschülerin nicht durchgehen lassen“, sagte seine Mutter. Irgendwie erinnerte sie ihn an Hermine. „Außerdem hat es mir Spaß gemacht ihnen eins auszuwischen“, grinste sie breit. Oder auch nicht.

Es dauerte nicht lange, bis James und Sirius mit dem Frühstück zu ihnen stießen. Während des Frühstücks beobachtete Remus Sirius genau, doch der Black verhielt sich wie immer. Er seufzte. Nach dem Essen machten sich Remus, James und Sirius wie abgemacht auf den Weg. Sie hatten gestern Abend beschlossen, dass Remus die beiden zum Ordentreffen mitnehmen würde und sie dort den Mitgliedern erklären, was passiert war. Danach sollten Kingsleys Männer die Abteilung für außergewöhnliche Fälle auf Todesseraktivitäten überprüfen, ehe sie mit Arthur und McGonagall ins Ministerium flohen würden, um dort ein weiteres Mal ihre Geschichte vorzubringen. Lily würde einstweilen mit Harry hier in Godric's Hollow bleiben, falls etwas schief gehen sollte und sie unerwarteten, unerwünschten Besuch bekommen würden.

Harry blickte nachdenklich zum Kamin, durch den die drei gerade verschwunden waren. Er hoffte, dass alles gut gehen würde. Lily beobachtete ihren Sohn, sie konnte verstehen, dass dieser sich sorgte, aber von hier aus konnten sie gerade nichts ausrichten, also sollten sie wenigstens etwas Nützliches tun. „Komm, Harry. Wir können einstweilen dein Zimmer einrichten.“ „Aber dauert das nicht mindestens ein paar Stunden, bis die Möbel hier sind?“, fragte Harry sie. Lily sah ihren Sohn irritiert an. „Wie meinst du das?“ Nun war es an Harry verwirrt zu sein. „Bestellt man denn die Möbel anders als in der Muggelwelt?“ Plötzlich ging Lily ein Licht auf. „Ein wenig. Man muss die Sachen, die man haben will, nur mit dem Zauberstab antippen und dann die Verliesnummer nennen. Danach wird das Geld automatisch überwiesen und die Möbel tauchen dann gleich im Zimmer auf.“ „Echt?“, kam es erstaunt von Harry. Lily lachte. „Ja, echt. Ich musste mich auch erst daran gewöhnen. Schnapp dir den Katalog und dann gehen wir in dein Zimmer, dort kann ich es dir gleich zeigen.“

Als Mutter und Sohn in dem Zimmer mit der Dachterrasse gerade dabei waren Harrys Bett, welches gerade mitten im Raum erschienen war, ausrichteten, zuckten sie zusammen, als etwas gegen die Fensterfront krachte. Bei genauerem Hinsehen erkannte Harry den Vogel der Weasleys. „Errol!“ Schnell öffnete er die Türe und holte die noch etwas benommene Eule herein. „Hat sie sich verletzt?“, fragte seine Mutter besorgt. Harry zuckte die Schulter. „Ich bin mir nicht ganz sicher.“ Lily nahm ihm die Eule ab. Zuerst entfernte sie die Pergamentrolle und drückte sie ihrem Sohn in die Hand. „Die gehört wahrscheinlich dir“, sagte sie, ehe sie begann, Errol zu untersuchen. Harry dachte für sich, dass er vielleicht ein bisschen besser bei Hagrids Unterricht hätte aufpassen sollen, wobei im dann wieder einfiel, dass sie nur etwas über monströse Tiere gelernt hatten und nichts über Eulen.

Er schüttelte kurz seinen Kopf, ehe er den Brief entfaltete.

Lieber Harry,

ich bin seit einer Woche bei Ron im Fuchsbau und heute hätte ich gedacht, dass mein Herz stehen bleibt, als ich Sirius in der Küche gesehen habe! Und zuerst dachte ich, dass du es bist, der da neben ihm am Tisch sitzt, doch es war tatsächlich dein Vater!

Sie haben uns alles erklärt, was passiert ist. Oh Harry das ist so wundervoll! Wir freuen uns alle sehr für dich! Dein Vater hat uns angeboten, dich in Godric's Hollow besuchen zu kommen, aber es ist vollkommen verständlich, dass ihr noch etwas Zeit für euch braucht.


(Hier änderte sich Hermines schöne Schreibschrift in Rons Gekrakel)

Hi Kumpel!

Alter, es ist voll abgefahren, dass deine Eltern und Sirius auferstanden sind! Ich freu mich natürlich auch total für dich! Dein Dad ist wirklich klasse und gemeinsam mit Sirius sind sie noch lustiger als Fred und George. Wie ist denn deine Mum so?

Dein Dad meinte, dass wir dich mal besuchen dürfen und Mum sagt, das geht in Ordnung, wenn wir euch keine Umstände machen … warum sollten wir Umstände machen?


(Jetzt war Ginnys Schrift zu sehen)

Hi Harry,

Ich freue mich auch sehr für dich und deine Familie! Endlich seit ihr wieder zusammen!

Was Ron eigentlich schreiben wollte, war, wenn es für dich in Ordnung und deine Mutter auch einverstanden ist, dann würden Hermine, Ron und ich (wenn es Fred und George erfahren bestimmt auch die beiden) gerne mal zu euch auf Besuch kommen.

Wir hoffen du schreibst uns bald zurück,
Hermine
Ron
Ginny


Harry konnte sich ein Grinsen einfach nicht verkneifen, das waren so typisch seine Freunde. „Wer schreibt dir denn?“, wollte Lily wissen. „Meine Freunde. Allem Anschein nach haben sie nach der Ordenssitzung Sirius und Dad getroffen und Dad hat ihnen angeboten uns einmal hier zu besuchen. Geht das in Ordnung?“ Lily lächelte. „Aber natürlich. Ich würde sagen, dass wir noch die restliche Woche brauchen werden, um hier alles zu regeln. Schreib ihnen am besten, dass sie nächste Woche kommen können, wenn sie wollen. Und vielleicht solltest du deine Eule mit dem Brief losschicken, diese hier - Errol? - sollte sich etwas ausruhen.“

Gesagt getan.

Harry und Lily bereiteten gerade das Mittagessen vor, als sie den Kamin rauschen hörten. Schnell gingen sie ins Wohnzimmer, wo Remus gerade dicht gefolgt von James aus dem Kamin stieg, während sich Sirius bereits auf die Couch fallen lies. „Und? Ist alles glatt gelaufen?“, wollte Harry gleich von ihnen wissen. Während Remus Sirius Füße von der Couch schmiss und sich neben ihm sinken lies, erklärte ihm sein Vater: „Es ist alles nach Plan gelaufen. Im Ministerium wurden wir zwar ziemlich lange aufgehalten, irgendwo auch verständlich, so eine Auferstehung gibt es ja nicht all zu oft.“ Die Drei blickten sich kurz an und begannen zeitgleich zu lachen. „Ich musste mich so beherrschen, um nicht zu lachen“, lachte James, während er sich einige Lachtränen aus den Augenwinkeln wischte. Harry und Lily sahen sich verwundert an, doch auch bei ihnen schlich sich ein Grinsen auf die Lippen, irgendwie war das Lachen ansteckend.


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