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Fanfiction

Auferstanden - Neugierde

von MelRU

Kapitel 14

[Neugierde]

Man macht sich immer übertriebene Vorstellungen von dem, was man nicht kennt.


Lily Potter sprach gerade angeregt mit der Professorin für Geschichte der Zauberei. Sie fühlte sich, als wäre sie in der Zeit zurückgereist. Sie war wieder in Hogwarts, in dem Märchenschloss, dass sie vor so vielen Jahren in ihren Bann gezogen hatte. Neben ihr saß ihre beste Freundin, die sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Aber nichts hatte sich geändert, weder das Schloss noch Lorelei. Sie blickte auf, als sich Remus zu ihnen an den Lehrertisch setzte. „Mahlzeit meine Damen! Wie war denn euer Unterricht?“, erkundigte er sich bei den beiden. „Ganz okay, kein Schüler ist begeistert, wenn es um Geschichte geht. Und deiner?“, fragte Lorelei neugierig. Remus begann zu schmunzeln und erzählte ihnen was Seamus zu Beginn der Stunde zu ihm gesagt hatte. „Siehst du? Wir haben dir doch alle gesagt, dass dich die Schüler mögen!“, kam es besserwisserisch von Lily, was Lorelei zum Lachen brachte. Wie in alten Zeiten.

„Hey, ich hatte heute deinen Sohn in meiner ersten Stunde“, fiel der ehemaligen Slytherin wieder ein. „Ich weiß, ich habe es beim Austeilen der Stundenpläne gesehen. Wie hat er sich gemacht?“, erkundigte sich Lily neugierig. „Als ich ihn gesehen habe, habe ich mir gedacht ich kann mich schon auf einen Streich gefasst machen. Er ist das genaue Ebenbild von James, bis auf seine Augen, die hat er von dir. Aber ich glaube er wollte, wie viele andere auch, die Geschichtsstunden einfach nutzen, um Schlaf nachzuholen.“ Lily lächelte etwas gequält, was Remus und Lorelei zum Lachen brachte. „Keine Angst, als ich ihn dann auf die Probe gestellt habe, hat er diese durchaus gut gemeistert. Das Grundwissen hat er, was - dafür das sie all die Jahre Bins hatten - durchaus erstaunlich ist und ich bei den Schülern deshalb wirklich hoch schätze“, beruhigte sie ihre Freundin.

„Ihm bereitet irgendwas Sorgen“, kam es gedankenverloren von Remus, welcher Harry am Gryffindortisch beobachtete. „Mir ist auch aufgefallen, dass er irgendwie erschöpft aussieht“, pflichtete ihm die Professorin für Geschichte bei. „Er meinte er hat nicht gut geschlafen. Meinst du, da steckt mehr dahinter?“ fragte Lily besorgt. „Ich habe ihn nach der Stunde noch kurz aufgehalten und gefragt, ob er mir etwas sagen will, aber er hat verneint. Ich glaube dennoch, dass es etwas gibt, was ihn momentan sehr beschäftigt. Er wirkte am Ende der Stunde regelrecht abwesend.“

Die Blicke der drei Professoren wanderten zum Gryffindortisch und blieben bei einem schwarzen Wuschelkopf hängen. Als Harrys Oberkörper plötzlich bedrohlich zu schwanken begann, spannten sie sich an. Remus erhob sich bereits von seinem Platz, doch sie hatten keine Zeit mehr zu reagieren, als Harry keinen Augenblick später in sich zusammensackte und Bekanntschaft mit dem harten Steinboden gemacht hätte, hätte ihn sein bester Freund nicht vor dem Fall bewahrt. Während Remus und ein paar andere Lehrer, die dasselbe beobachtet hatten, aufsprangen und zu den Gryffindors eilten, die sich besorgt um den bewusstlosen Harry scharten, saß Lily wie versteinert auf ihrem Stuhl. Sie merkte, wie ihr Herz zu rasen begann. Was fehlte ihm? Wieso hatte er nicht mit ihr gesprochen? Hätte sie das verhindern können? Hätte sie es als Mutter nicht gar verhindern müssen? Lorleis Hand auf ihrer Schulter holte sie aus ihren wirren Gedanken. „Komm, lass uns zu ihm gehen. Sie bringen ihn gerade in den Krankenflügel.“ Lily war nur zu einem steifen Nicken imstande.


Als Harry wieder zu sich kam, war alles ruhig. Er lauschte, doch er konnte nur seinen eigenen Atem hören. Wo war er? Er zog seine schmale Nase kraus, als er den sterilen Geruch wahrnahm. War er etwa im Krankenflügel? Als er die Augen öffnete, sah er alles verschwommen. Er schob seine Hand unter der kuscheligen, wärmenden Bettdecke hervor, die um ihn geschlungen war, und schickte sie auf die Suche nach seiner Brille. Nach kurzer Zeit hatte er sie auf dem Nachtkästchen ertastet und setzte sie auf seine Nase. Er blickte sich um. Es dauerte keine zwei Sekunden, bis er sich selbst bestätigen konnte, dass er im verhassten Krankenflügel von Hogwarts war.

Er seufzte. Wie spät war es überhaupt? Er blickte zu dem großen, wuchtigen Fenster und stellte fest, dass sich die Sonne gerade hinter den Hügeln der Ländereien zurückzog und der Welt ihre Licht spendenden Sonnenstrahlen verwehrte. Er legte seine Stirn in Falten, warum war er überhaupt hier? „Guten Abend Mr. Potter. Wie ich sehe, sind Sie endlich zu sich gekommen. Wie fühlen Sie sich?“ Harry wandte seinen Blick vom Fenster ab und entdeckte Madame Pomfrey, die Hüterin des Krankenflügels, die gerade herbeigewuselt kam. Bevor er auch nur den Mund aufmachen konnte, schnappte sie sich seinen Arm und fühlte seinen Puls. „Mir geht es gut“, antwortete Harry leicht verwirrt. „Wie lange bin ich denn hier? Was ist überhaupt passiert? Ich kann mich nur daran erinnern, dass mir schwindlig war.“

Pomfrey betrachtete ihn eingehend, ehe sie ihm erklärte, was passiert war: „Sie sind gestern am Mittagstisch ohnmächtig geworden. Professor Lupin hat Sie hier hergebracht. Sie sind kurze Zeit später wieder zu sich gekommen, jedoch gleich darauf eingeschlafen. Können Sie sich nicht mehr daran erinnern?“ Harry schüttelte leicht seinen Kopf. „Ich glaube ich weiß noch, dass ihn ohnmächtig geworden bin, aber ich kann mich nicht daran erinnern dazwischen einmal wach gewesen zu sein.“ Pomfrey nickte. „Der häufigste Grund für eine Ohnmacht bei ansonsten gesunden Menschen ist eine Fehlsteuerung in der Weitstellung der Blutgefäße. In Folge einer psychischen Belastungssituation zum Beispiel Angst, Schmerz oder Stress wird häufig eine Kettenreaktion ausgelöst, an deren Ende ein Blutdruckabfall steht. Diese Art von Ohnmacht kündigt sich meist zuvor durch Alarmsignale wie Schwankschwindel, Verschwommensehen, Tunnelblick, Übelkeit, Herzklopfen oder Schwitzen an. Trifft das auch auf Sie zu?“, erkundigte Sie sich bei ihren Patienten.

„Herzklopfen hatte ich nicht, aber alles andere schon“, antwortete Harry nach kurzem Überlegen. „Die meisten Ohnmachtsanfälle sind harmlos und enden von selbst nach wenigen Minuten, was auch bei Ihnen der Fall war. Nachdem Sie Professor Lupin auf das Krankenbett gelegt hatte, waren Sie kurz wieder bei Bewusstsein. Sie haben sogar kurz mit Ihrer Mutter gesprochen und ihr versichert, dass es Ihnen gut geht. Können Sie sich wirklich nicht daran erinnern?“, hackte sie abermals nach. Harry verneinte. „Nun gut, in seltenen Fällen steckt hinter dem Ohnmachtsanfall eine ernsthafte Erkrankung. Ich werde Sie sicherheitshalber noch ein paar Tage hier behalten und Test durchführen, um sicherzugehen, dass Sie nicht an einer Nerven- oder Gehirnerkrankung leiden oder eine Rhythmusstörung oder Herzmuskelerkrankung vorliegt.“ Harry sah sie etwas unbehaglich an. Die Krankenschwester legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter. „Wie gesagt gehe ich nicht davon aus, dass das auf Sie zutrifft und ich kann Sie vielleicht bereits etwas früher entlassen. Abgesehen davon möchte ich auch noch mit Ihnen über die Schlafprobleme reden, die Ihre Mutter angesprochen hat.“

„Ich kann nur manchmal nicht einschlafen.“ Pomfrey musste sich ein Grinsen unterdrücken, es war erstaunlich wie sehr es Harry immer wieder versuchte von hier wegzukommen. „Genau das versteht man unter Schlafstörungen, Mr. Potter. Für den Anfang werde ich Ihnen einen Trank verschreiben, den Sie eine Woche lang einmal täglich zu sich nehmen müssen. Wenn die Schlafprobleme danach nicht verschwunden sind, müssen wir eine andere Therapie heranziehen.“ Der Gryffindor nickte ergeben. „Gut, ich werde Ihrer Mutter schnell Bescheid geben, dass Sie wach sind.“ Mit diesen Worten verließ sie das Krankenbett und verschwand in ihr Büro. Harry streckte sich ausgiebig und drehte sich leicht zur Seite. Irgendwie war er noch immer müde, obwohl er allem Anschein nach einen ganzen Tag geschlafen hatte. Er glitt in einen leichten Dämmerschlaf, welcher gestört wurde, als plötzlich die große, wuchtige Türe des Krankenflügels aufgestoßen wurde und eine aufgebrachte Lily Potter regelrecht hereinstürmte, gefolgt von einem blassen Werwolf.

„Wie geht es dir?“, fragte sie sogleich besorgt, als sie sich auf der Bettkante niederließ. „Hey ihr zwei. Es ist alles Okay, mir geht’s gut Mum“, versuchte er seine Mutter zu beruhigen. „Madame Pomfrey hat uns bereits gesagt, dass es wahrscheinlich nur ein "harmloser" Ohnmachtsanfall war. Also hat es allem Anschein nach nichts mit Voldemort zu tun, so wie wir vermutet hatten?“, kam es fragend von Remus, welcher Links von ihm auf einem herbeigezauberten Sessel Platz nahm. Harry schüttelte verneinend den Kopf. „Nein hat es nicht. Es war nicht meine Narbe, die geschmerzt hat“, versicherte er seinem Professor. Remus nickte sichtlich erleichtert. Natürlich war es nicht gut, dass Harry ohnmächtig geworden war, aber es erleichterte ihn doch, dass Voldemort dabei seine Finger nicht im Spiel gehabt hatte. Der junge Potter gähnte leicht. Lily fuhr ihm sanft lächelnd durch die wirren Haare. „Du solltest noch etwas schlafen Schatz. Wir werden deinen Freunden Bescheid sagen, dass sie dich morgen besuchen können.“

Remus und seine Mutter waren schon im Begriff zu gehen, als Remus noch etwas einfiel. „Ach, bevor ich es vergesse Harry. Wir haben gestern James und Sirius noch darüber informiert, was passiert ist. Sie wollten, dass du dich meldest, sobald es dir wieder besser geht. Hier.“ Er überreichte seinem Schüler den Zweiwegspiegel. „Danke“, sagte Harry, als er den kostbaren Spiegel in den Händen hielt. Erst als sich die beiden endgültig verabschiedet hatten und die Tür hinter sich schlossen, konzentrierte sich Harry wieder auf den Spiegel. „Dad? Sirius?“ Er musste ein paar Augenblicke warten, bis sich sein Vater meldete. „Harry? Wie fühlst du dich?“, kam es sogleich besorgt von diesem. „Hey Dad. Mir geht’s gut.“ Prüfend sah James seinen Sohn an. „Naja, all zu gesund siehst du nicht aus. Du bist ziemlich blass.“ Harry zuckte die Schultern. James schloss kurz seufzend die Augen und rieb sich seine Nasenwurzel. Sein Sohn beobachtete dies mit wachsender Sorge. All zu fidel sah sein Vater auch nicht aus. Seine ganze Haltung wirkte abgekämpft. „Dad? Ist alles Okay? Wo ist überhaupt Sirius?“

James lächelte müde. „Du brauchst dir keine Sorgen um uns zu machen. Wir haben im Ministerium nur gerade sehr viel zu tun und haben eine anstrengende Nacht hinter uns. Sirius ist noch in einer Besprechung, aber ich soll dir von ihm schöne Grüße ausrichten und gute Besserung bestellen. Wo wir gerade bei guter Besserung sind, was hattest du eigentlich? Lily war gestern ziemlich kurz angebunden.“ Schnell gab Harry die Worte der Krankenschwester wieder. James hörte aufmerksam zu und sah seinen Sohn dann eindringlich an. „Du kennst mich und du weißt, dass ich den Krankenflügel und alles drum herum genau so hasse wie du. Aber bitte hör auf Poppy und befolge ihre Anweisungen, sie weiß, was sie tut.“ Harry lächelte leicht. „Ich habe vor artig zu sein, Dad.“ James lachte. „Gut. Möchtest du mit mir vielleicht über sonst noch irgendetwas reden?“ Harry überlegte. Natürlich bäumte sich in ihm das Verlangen auf, seinen Vater über Graham auszufragen, jedoch meldete sich auch gleichzeitig sein Gewissen. Sein Vater sah ziemlich erschöpft aus und Harry wollte ihn jetzt keinem Verhör unterziehen. Seine Mutter und Remus waren in unmittelbarer Nähe, er konnte diese beiden jederzeit fragen.

„Nein ich denke nicht.“ Er sah die Skepsis in den Augen seines Vaters und fuhr fort. „Müssen Sirius und du auch am Wochenende arbeiten?“ James, der wusste, worauf sein Sohn hinaus wollte, nickte leicht. „Am Samstag haben wir Dienst und das bis neun Uhr abends“, offenbarte er seinem Erben. „Und sonntags?“, stocherte der Junge nach. „Vermisst du uns schon so sehr?“, kam es sanft lächelnd von James. Harry wich etwas beschämt kurz dem Blick seines Vaters aus, doch dann nickte leicht. „Könnt ihr nicht am Sonntag mal vorbei kommen, dann können wir alle miteinander reden.“ James öffnete gerade den Mund als Harry im Hintergrund eine Stimme hörte: „Entschuldigen Sie die Störung, Mr. Potter. Aber wir haben hier einen echten Notfall, bei dem Sie dringend gebraucht werden.“ James wurde ernst. „Ich komme sofort, Jack.“ Er wandte sich wieder an seinen Sohn: „Harry ich muss Schluss machen. Ich werde versuchen, dass ich mit Sirius am Sonntag zu euch kommen kann.“ „Okay“, kam es langsam von Harry, der nicht wusste, was er von all dem halten sollte. Ein Notfall? Um welche Art von Notfall handelte es sich dabei. Würde sich sein Vater in Gefahr begeben?

„Dad?“ James, welcher sich schon von seinem Sessel erhoben hatte, blickte ihn fragend an. „Pass auf dich und Sirius auf.“ James lächelte ihn beruhigend an, er wusste, dass es für seinen Sohn nicht leicht war, dass er und sein bester Freund als Auroren tätig waren. „Das werde ich, versprochen. Und du ruhe dich noch etwas aus, damit ich dich am Sonntag zu einer Partie Quidditch herausfordern kann.“ Harry lachte. Sein Vater verabschiede sich noch kurz und schon war die Verbindung unterbrochen. Harrys Lachen hallte an den kahlen hohen Wänden des Krankenflügels wieder. Es hörte sich hohl und lieblos an. Der Junge blickte mit gemischten Gefühlen auf den Spiegel in seiner Hand. Er wusste, dass sein Vater und sein Patenonkel gut waren, in dem was sie taten und er war stolz auf die beiden, jedoch blieb dem Ganzen immer ein ängstlicher Beigeschmack. Harry war sich im Klaren darüber, dass er sich dieser Angst nicht hingeben durfte, da er ansonsten nie wieder einen Schritt vor die Tür machen und nach und nach dem Wahnsinn verfallen würde, falls es seine Freunde und seine Familie trotz seiner Angst tun würden. Und das würden sie. Sie würden nicht aufgeben. Nicht sie.


Als Harry das nächste Mal die Augen öffnete, erstrahlte der Krankenflügel im Glanz der morgendlichen Sonne. Gestern Abend hatte Madame Pomfrey noch ein paar Tests mit ihm durchgeführt, sie hatte jedoch - sehr zur Harrys Freude - nichts feststellen können. Sein Blick glitt zur Uhr und er stellte fest, dass es sechs Uhr morgens war. Durch den Trank, den er gestern Abend vor dem Schlafen gehen noch von Madame Pomfrey bekommen hatte, hatte er nun einen erholsamen Schlaf hinter sich. Doch er hatte so ein komisches Gefühl irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben. Als die Krankenschwester eine Stunde später zu Harrys Bett schritt, mit dem Vorhaben ihren Patienten zu wecken, musste sie überrascht feststellen, dass der Junge bereits wach im Bett lag und an die Decke starte. „Guten Morgen, Mr. Potter. Wie geht es Ihnen heute?“ Harrys Blick wanderte zu ihr. „Morgen, Madame Pomfrey. Mir geht es gut aber …“ Er sprach nicht weiter. Er war sich nicht sicher, wie er dieses komische Gefühl der Krankenschwester erklären sollte. Als Harry nicht weiter sprach, zog Madame Pomfrey ihre Augenbraue in die Höhe. „Was aber, Mr. Potter?“ Prüfend lies sie ihren Blick über ihren jungen Patienten wandern. „Ich weiß nicht. Ich habe das Gefühl irgendwas Wichtiges vergessen zu haben.“

Ein fragender Blick traf die gute Seele des Krankenflügels und ihr prüfender Blick wurde augenblicklich weicher. „Das werden die Nachwirkungen des Trankes sein Mr. Potter. Der Trank hat bewirkt, dass Sie Ihre Gedanken besser ordnen konnten und keine Albträume hatten, doch Ihr Körper hat mit Albträumen oder sonstigen Hirngespinsten gerechnet. Er muss sich erst auf den Trank einstellen“, erklärte sie geduldig. „Oh …“ war Harrys einziger geistreicher Kommentar. „Sie sollten sich fertigmachen Mr. Potter. Um dreiviertel acht werden Sie Ihre Freunde abholen kommen.“ Harry sah die Krankenschwester überrascht an. Auf Madame Pomfreys sonst so strengem Gesicht schlich sich ein Grinsen. „Ich denke Ihre Freunde werden Sie in den nächsten Tagen nicht aus den Augen lassen Mr. Potter. Nicht nach dem Tamtam den sie gestern vor dem Krankenflügel veranstaltet haben. Wenn Sie für die restliche Woche jeden Abend vorbeikommen, ich Ihre Werte kontrolliere und Ihnen den Trank verabreiche, müsste das in Ordnung gehen. Eine zusätzliche Bedingung habe ich aber: Wenn Sie sich nicht wohlfühlen oder merken, dass Ihnen schwindlig wird, dann geben Sie sofort jemandem Bescheid und kommen zu mir. Haben Sie mich verstanden Mr. Potter?“ Mit strengem Blick sah sie ihn an.

„Klar und deutlich Madame Pomfrey. Ich werde jeden Abend vorbeikommen und Bescheid geben, sobald etwas nicht stimmt“, stimmte ihr Harry augenblicklich zu - nur raus aus dem Krankenflügel. Als sich die Krankenschwester erhob, hielt Harry sie noch kurz zurück. „Danke, Madame Pomfrey.“ „Ich erledige nur meine Aufgabe Mr. Potter. Aber ich würde mich freuen, Sie nicht so oft hier zu sehen - zumindest nicht als mein Patient.“ Mit einem Lächeln verschwand die Krankenschwester wieder in ihre Gemächer.

Kurz darauf, nachdem sich der junge Potter frisch gemacht und angezogen hatte, betraten auch schon seine Freunde den Krankenflügel. Ginny, welche ihn als Erste entdeckte, blieb vor ihm stehen und sah ihn nur an. Harry wusste nicht, was sie von ihm erwartete. Die etwas ratlosen Blicke von Hermine und Ron halfen ihm auch nicht weiter. Als sie ihre Arme in die Hüfte stemmte - ganz wie ihre Mutter - zog Harry die Schultern als Abwehrmechanismus in die Höhe. „Harry James Potter! Jag mir nie wieder so einen Schrecken ein!“ Sie schnaufte und blickte kurz zur Seite. „Ich weiß, dass du nichts dafürkannst, dass du ohnmächtig geworden bist. Aber es ist nur ... ich bin doch deine Freundin, oder?“ Harry sah sie verwirrt an, ehe er die Bedeutung der Frage fasste und energisch nickte. Ginny musste aufgrund dieser Reaktion unwillkürlich lachen. „Und als solche möchte ich auch für dich da sein. Ich mache mir immerhin auch Sorgen um dich. Das heißt, dass ich in Zukunft wissen möchte, wenn es dir nicht gut geht, okay?“ Hermine nickte bekräftigen und sah ihren besten Freund dabei tadelnd an. „Da hat sie recht Kumpel. Dasselbe gilt auch für uns“, fügte Ron hinzu.

Harry lächelte sie alle entschuldigend an. „Ich verspreche es.“ Mehr brauchte das rothaarige Mädchen nicht zu hören, um regelrecht in Harrys Arme zu springen. „Ich hab mir wirklich Sorgen gemacht“, nuschelte sie an seiner Schulter. Harry hielt sie fest an sich gedrückt und atmete ihren süßen, blumigen Duft ein. „Das tut mir leid. Das wollte ich wirklich nicht und Madame Pomfrey meint es ist nichts Schlimmes“, flüsterte er gegen ihre samtig weichen Haare. Aus den Augenwinkel konnte er Hermine und Ron regelrecht aufatmen sehen. „Merlin sei Dank“, murmelte Ginny, ehe sie sich von ihm löste und mit ihrer zierlichen Hand sanft seine Wange streichelte. „Ich bin froh, dass es dir wieder gut geht.“ Sie legte ihre Hände in seinen Nacken und zog ihn etwas zu sich herunter. Ihre Lippen trafen sich zu einem süßen Kuss.

Da der Kuss Rons Meinung nach etwas zu lange dauerte, setzte er an um sich zu räuspern, doch da hatte er die Rechnung ohne Hermine gemacht, die ihn ihren Ellbogen in die Seite stieß. Die beiden Verliebten hörten Rons überraschtes Aufkeuchen und lösten grinsend den Kuss. Nun war Hermine an der Reihe ihren Freund kräftig zu umarmen. „Hey Kumpel, ich bin froh, dass es dir besser geht. Aber du hast uns echt einen totalen Schrecken eingejagt“, meinte Ron, welcher als Letzter an der Reihe war und klopfte ihm auf die Schulter. Harry lächelte ihm dankbar zu.

Nachdem Harry Poppy noch einmal versichert hatte sich seine Tränke zu holen, begab er sich mit seinen Freunden runter zur großen Halle, um zu frühstücken. Als sie die Halle betraten, wurde es augenblicklich still, fast alle Augenpaare waren auf den Jungen der überlebte gerichtet. Harry schluckte. Sein Ohnmachtsanfall hatte sicher für einigen Klatsch und Tratsch in der Hogwartsgerüchteküche gesorgt. Er spürte augenblicklich, wie ihm unter all den fragenden, spöttischen und teils besorgten Blicken heiß wurde. Am liebsten würde er umdrehen, aber diesen Gefallen würde er ihnen nicht tun. Ginny griff nach Harrys Hand und drückte sie fest. Sie konnte erahnen, was in ihrem Freund vorging, doch sie kannte Harry. Er würde nicht weglaufen und das würde sie auch nicht. Der junge Potter schenkte ihr ein dankbares Lächeln, atmete noch einmal tief durch und schritt dann gemeinsam mit seinen Freunden zum Gryffindortisch.

Nun kam wieder Leben in die Schüler, alle rätselten was mit dem Held der Zauberwelt los war. Warum war er vor zwei Tagen einfach vom Stuhl gekippt? Böse Zungen ließen auch verlauten, dass er einfach zu schwach für diesen Krieg war und sein sanftes - wenn nicht sogar labiles - Wesen, diesen Druck nicht standhielt. Ab und zu hörte man jemanden die Frage stellen, wie er die Zauberwelt von Voldemort befreien könne, wenn er sich nicht mal auf den Beinen halten konnte. Als sich Harry zu seinen Zimmergenossen gesetzt hatte, flüsterte Dean ihm zu: „Hey Harry, ignorier die Idioten einfach. Sie sind nicht wichtig, das Einzige, das du wissen musst, ist, dass wir immer hinter dir stehen werden, okay?“ Seamus und Neville nickten bekräftigend. „Danke Leute, dass bedeutet mir sehr viel.“

Pünktlich zum Frühstück kamen die Posteulen. Vor Hermine landete ein alter Waldkauz, der ihr den Tagespropheten überbrachte. Harry sah sich nach Hedwig um, doch seine wunderschöne Schneeeule war nirgends zu sehen. Seufzend griff er nach seiner Tasse Kaffee, schlürfte lustlos daran und beobachtete Hermine dabei, wie sie dem Waldkauz ihre Bezahlung gab. „Hättest du auf irgendeine Post gewartet?“, fragte Ginny ihren Freund, da ihr aufgefallen war, dass er die Halle nach seiner Eule abgesucht hatte. Harry zuckte mit den Schultern. „Ich hab gestern mit Dad geredet, vielleicht können er und Sirius am Wochenende vorbeikommen“, erzählte er seiner Freundin von dem gestrigen Gespräch. „Das wäre ja toll“, freute sich Ginny für ihn. „Finde ich auch, ich hoffe sie können kommen“, lächelte Harry hoffnungsvoll.

Plötzlich hörte er das Aufkeuchen seiner besten Freundin. „Was ist denn, Mine?“, fragte Ron, welcher es ebenfalls gehört hatte, und blickte seiner braunhaarigen Freundin über die Schulter um die Titelseite zu erblicken. Schlagartig verlor auch er alle Farbe im Gesicht. „Hey Leute, was ist denn?“, wollte Harry von den beiden wissen. Hermine seufzte schwer. „Es gab einen Ausbruch aus Askaban“, übermittelte sie die schlechten Nachrichten. „Was?“, kam es geschockt von den anderen. „Wie konnte das passieren?“, fragte Dean verwirrt, doch keiner hatte eine Antwort auf seine Frage. „Wer ist überhaupt ausgebrochen?“, wollte Ginny wissen. „Das Ministerium vermutet, dass Voldemort dahinter steckt. Mehrere Todesser, darunter Bellatrix Lestrange und Lucius Malfoy konnten fliehen“, antwortete Hermine, nachdem sie den Artikel geschwind nach Informationen durchforstet hatte. Harrys Blick wanderte zum Slytherintisch und suchte einen bestimmten platinblonden Slytherin. Er fand Draco Malfoy am Ende des Slytherintisches, neben seinem besten Freund Blaise Zabini. Der blonde Junge war leichenblass und hatte tiefe Ringe unter den Augen.

„Malfoy scheint sich nicht sonderlich über die Flucht seines Vaters zu freuen“, bemerkte er abwesend. „Das kann uns doch egal sein, ob sich das Frettchen freut oder nicht. Wir sollten besser herausfinden was das Ministerium dagegen unternehmen will“, kam es aufgebracht von Ron. „Du hast recht Ron. Harry glaubst du, du kannst deinen Dad oder Sirius erreichen?“, wandte sich Hermine an den Jungen, der ihr gegenübersaß. Harry schüttelte verneinend den Kopf. „Ich glaube, dass die beiden durch den Ausbruch schon genug um die Ohren haben.“ „Stimmt. Aber vielleicht weiß Lily mehr, wir können sie doch heute Abend besuchen. Was meint ihr?“ Harry, Ron und Ginny stimmten Hermines Vorschlag zu. Doch der Tag schien kein Ende nehmen zu wollten. In der letzten Stunde warteten die drei Freunde schon sehnlichst auf das Leute der Glocke. Als diese endlich erklang, liefen sie in die Halle, um dort schnell ihr Abendessen hinunter zu schlingen. Ginny konnte sie leider nicht begleiten, da sie in Geschichte eingeschlafen war und dafür Strafarbeiten von Professor Graham kassiert hatte.

Schnell verabschiedeten sie sich und machten sich auf den Weg zum Büro von Harrys Mutter. Davor mussten sie noch einen kurzen Abstecher in den Krankenflügel machen, damit sich Harry seinen Trank holen konnte. Als sie dann beim Büro ankamen und Harry ohne zu klopfen die Türe öffnete und eintrat, zischte Hermine: „Harry! Du kannst doch nicht einfach so ohne anzuklopfen hinein gehen!“ Harry verdrehte die Augen. „Hermine, das hier ist das Büro von meiner Mum.“ Hermine schnaubte. „Na und. Trotzdem hast du keine Manieren.“ Sie fuhren zusammen, als Lilys Lachen ertönte. „Ist schon in Ordnung Hermine. Es freut mich euch zu sehen. Ich hab mir schon denken können, dass ihr heute noch vorbei kommen werdet. Setz euch doch.“ Lily Potter war vor sie getreten und deutete ihnen mit einer Handbewegung an, in der gemütlichen Sitzecke Platz zu nehmen. „Möchtet ihr einen Tee?“, fragte sie die drei lächelnd. „Ja gerne.“

Nachdem Lily den Tee herbeigezaubert hatte, setzte sie sich neben ihren Sohn auf die Couch. „Mum, was weißt du alles über den Ausbruch?“, kam dieser auch gleich zum Grund ihres Besuches. „Alles der Reihe nach: Hast du deinen Trank genommen?“, stellte seine Mutter sogleich eine Gegenfrage. „Ja, hab ich“, antwortete Harry und seine beiden Freunde nickten zustimmend. „Gut. Also dann zu dem, warum ihr gekommen seid: Ich habe heute nur kurz mit deinem Vater gesprochen, er sagte im Ministerium ist die Hölle los. Alles geht drunter und drüber. Niemand will für den Ausbruch verantwortlich sein“, weihte sie die Schüler in ihr bisheriges Wissen ein. „Na toll. Und was wollen sie jetzt tun? Ich meine es sind mindestens wieder fünfzehn Todesser unter uns, die frei herumlaufen“, kam es kopfschüttelnd von Harry. „Sie versuchen irgendwelche Spuren zu finden, die ihnen weiterhelfen. Denn sie glauben nicht, dass sich die Flüchtigen so schnell wieder unter das Volk mischen werden. Aber es sieht nicht sehr vielversprechend aus.“ Der junge Potter schnaubte. „Natürlich wird es nicht leicht werden sie zu finden, die Todesser werden sich ja tarnen. Oder glauben die im Ministerium, dass sie einfach so in der Winkelgasse herumspazieren?“

Lily gluckste, wodurch sie drei erstaunte Augenpaare ansahen. „Entschuldigt, aber James hat genau dasselbe gesagt.“ „Apropos Dad, hat er irgendwas gesagt ob er und Sirius am Wochenende vorbei kommen können?“ Fragend sah er seine Mutter an. „Sie haben mit ihrem Vorgesetzten gesprochen, höchst wahrscheinlich können sie am Sonntag vorbei kommen.“ Harry seufzte erleichtert auf. „Hoffentlich wissen sie dann mehr.“ Lily stellte ihre leere Tasse zurück auf den Tisch. „Tja, tut mir leid, dass ich euch auch nicht so viel übermitteln konnte. Ich würde sagen ihr beeilt euch lieber, sonst kann euch Filch noch erwischen und es ist bereits Sperrstunde.“ Die Schüler nickte und erhoben sich. „Wir werden aufpassen, Mum. Gute Nacht.“ „Nacht euch dreien und versprecht mir eins: Unternehmt nichts auf eigene Faust, haben wir uns verstanden? Falls euch irgendetwas komisch vorkommt, ihr einen Verdacht habt oder irgendetwas Auffälliges entdeckt, kommt zu mir oder zu Remus, okay?“ Harry und seine Freunde nickten ernst. „Gut so. Nun gut, ab mit euch in die Betten. Schlaft gut, Kinder.“

Gemeinsam machten sich die drei Gryffindors auf zum Gryffindorturm, doch als sie um eine Ecke bogen, drängte sie Harry wieder zurück und deutete ihnen still zu sein „Da kommt jemand“, zischte er hinter vorgehaltener Hand. Gespannt lauschten die drei in die Stille hinein, bis sie zwei, ihnen bekannten Stimmen, hörten.

„Aber was soll ich denn jetzt machen, Lorelei?“, kam es verzweifelt von einer Person, die die drei Freunde auf Anhieb erkannten - Draco Malfoy, Eisprinz von Slytherin. „Draco, beruhige dich erst mal. Ich werde schon irgendeine Lösung finden. Weiß sonst noch jemand davon?“ „Nur du und Blaise. Ach ja, Voldemort und all seine Todesser, die habe ich ganz vergessen, sie wollen mich ja nur töten“, kam es zum Schluss sarkastisch und aufgebracht von dem blonden Slytherin. „Draco! Musst du immer den Teufel an die Wand malen? Wir werden eine Lösung finden und du weißt ganz genau, dass ich bis jetzt immer eine Lösung gefunden habe, oder?“ „Ja, tut mir leid, es ist nur alles ziemlich viel.“ „Kopf hoch Draco, jetzt bin ich ja immer in deiner Nähe, und falls etwas sein sollte, kannst du immer zu mir kommen.“ „Danke, Tante Lorelei.“

Geschockt sahen sich die drei Freunde an. Tante Lorelei? Das Ende des Gespräches bekamen die drei nicht mehr mit. Erst als die Schritte der zwei verklungen waren und es wieder ganz ruhig im Gang war, traute sich Hermine zu sprechen: „Was hat das alles nur zu bedeuten?“ „Ich hab keine Ahnung, Hermine. Wirklich keine Ahnung“, kam es hilflos von Harry. Er hoffte, dass die Zeit bis Sonntag schnell verging und seine Eltern, Remus und Sirius gute Erklärungen für sie hatten.


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Es war wirklich schwierig, niemandem erzählen zu dürfen, dass ich die Rolle der Cho Chang bekommen hatte, wo es doch so verlockend war! Ich hatte meinen Freunden erzählt, dass ich zum Vorsprechen gehen würde, also haben sie immer wieder gefragt, ob ich sie nun bekommen hätte. Ich musste dann immer sagen, dass ich nich glauben würde, dass ich sie bekommen hätte und nach einer Weile hören sie auf, mich danach zu fragen. Als ich es ihnen zu guter letzt erzählt habe, haben sie einfach nur geschrien. Meine Freunde haben mich wirklich unterstützt.
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