
von MelRU
Kapitel 15
[Alltagstrott]
Der Gelassene nĂŒtzt seine Chance besser als der Getriebene.
Nachdem die drei Freunde die ausgestorbenen GĂ€nge schweigend passiert hatten und schlussendlich den Gryffindorturm erreichten, kam ihnen eine neugierige Ginny entgegen, die schon auf sie gewartet hatte. âUnd? Was hat deine Mum gesagt?â, fragte sie sogleich, nachdem sie das Portraitloch hinter sich gelassen hatten. Erst als sie es sich in den bequemen StĂŒhlen vor dem Kamin gemĂŒtlich gemacht hatten, begann sie zu berichten, was ihnen Lily Potter gesagt hatte und erzĂ€hlten ihr anschlieĂend von dem verwirrenden GesprĂ€ch zwischen Professor Graham und Draco Malfoy, welches sie belauscht hatten.
âSchön langsam wird das alles sehr verwirrendâ, gab Ginny nachdenklich von sich, nachdem die anderen ihrer ErzĂ€hlung beendet hatten âIch hoffe die Zeit bis Sonntag vergeht schnellâ, kam es hoffnungsvoll von dem jungen Potter. Die vier Freunde verfielen in nachdenkliches Schweigen, wĂ€hrend nur das Knistern des Feuerholzes zu hören war. Nach einiger Zeit durchbrach schlussendlich Hermine die Stille: âWir sollten zu Bett gehen, es ist schon spĂ€t und wir haben morgen ZaubertrĂ€nke und Verwandlung, da sollten wir ausgeschlafen sein.â Da niemand widersprechen wollte, verabschiedeten sich Harry und Ron von den beiden MĂ€dchen und gingen hoch in den Jungenschlafsaal. Leise, um niemanden zu wecken schlichen sie zu ihren Betten.
Ohne auch nur ein weiteres Wort zu wechseln, tauschten sie ihre Alltagskleidung gegen ihre SchlafanzĂŒge und legten sich zu Bett. Harry starrte an die Decke. Ihm kam der Gedanke, dass es ganz gut gewesen war, den Trank von Madame Pomfrey genommen zu haben, da er seine Gedanken tatsĂ€chlich leichter ordnen konnte. Er wusste nicht, wieso, aber er fragte sich gerade, was wohl sein Dad und Sirius gerade machten. Eine Antwort wĂŒrde er wohl nicht bekommen. Seufzend drehte er sich zur Seite und lauschte einige Zeit den SchlafgerĂ€uschen seiner Zimmergenossen. Es dauerte nicht lange, bis er ihnen wenig spĂ€ter ins Land der TrĂ€ume folgte.
Als unser junger Held das nĂ€chste Mal seine smaragdgrĂŒnen Augen öffnete, war es noch ruhig im Schlafsaal. Er streckte sich noch einmal und genoss die Stille. Diese Ruhe hatte seltsamer weiĂe eine beruhigende Wirkung auf ihn. Er warf einen Blick auf seinen Wecker, welcher neben ihm am NachtkĂ€stchen aus dunklem Holz stand. Es war Viertel nach sieben. Er schmunzelte leicht, deshalb war es also so ruhig. Entschlossenen schob er die wĂ€rmende Bettdecke zur Seite und erhob sich gĂ€hnend aus seinem kuscheligen Bett. Danach machte er sich leise auf den Weg ins Badezimmer, wo er sich eine wohltuende, heiĂe Dusche gönnte. Danach tappste er wieder in den Schlafsaal, wo seine Freunde noch seelenruhig schliefen und zog sich eine neue Jeans und einen schwarzen Rollkragenpulli an, immerhin war es schon Anfang Dezember und im Schloss dementsprechend kalt.
Seine Gedanken wanderten unweigerlich wieder an das GesprĂ€ch, welches sie gestern belauscht hatten. Ein tiefes Seufzen entwich seinem Mund. Er wusste wirklich nicht, was er von all dem halten sollte. Was hatte das alles zu bedeuten? Er wusste, dass ihm dieses Thema keine Ruhe lassen wĂŒrde, wenn er keine Antwort erhielt. Aber wen sollte er fragen? Sein Blick fiel auf das Fenster und ein leichtes Grinsen schlich sich auf seine schmalen Lippen. Jetzt wollte er sich keine Gedanken darĂŒber machen, ein weiterer Schultag stand ihnen bevor und da es bereits dreiviertel Acht war, war es an der Zeit, seine Zimmergenossen zu wecken. Entschlossen schritt er zum Fenster und zog die VorhĂ€nge ruckartig zur Seite, was ihm auch prompt ein Murren und erboste Rufe einbrachte, doch das störte ihn nicht. Es war schön, dass sich einige Dinge nie Ă€nderten.
Eine halbe Stunde spĂ€ter verlieĂ er gemeinsam mit Ron den Schlafsaal und machte sich auf in den Gemeinschaftsraum, wo eine ungeduldige Hermine und eine gĂ€hnende Ginny bereits auf sie warteten. âIch dachte schon ihr kommt gar nicht mehr. Los, beeilt euch. Je schneller wir mit dem FrĂŒhstĂŒck fertig sind, umso bessere PlĂ€tze haben wir in Verwandlung. Wieso braucht ihr Jungs denn immer so lange? Ach vergesst esâ, schnarrte das braunhaarige MĂ€dchen und stapfe aus dem Portraitloch. âSie denkt auch nur an Schuleâ, seufzte Ron und trottete seiner Freundin hinterher.
Harry stimmte dem zu, hĂŒtete sich aber es laut auszusprechen. Er zog es vor, Ginny mit einem leidenschaftlichen Kuss zu begrĂŒĂen. âWie hast du den geschlafen, Schatz?â âGanz gut. Nur zu wenigâ, nuschelte sie gegen seinen Hals, wĂ€hrend sie ihn fest an sich drĂŒckte. Harry lachte leicht. Ginny genoss es, das dadurch verursachte leichte Vibrieren seines Körpers zu spĂŒren. âDas GefĂŒhl kenne ichâ, antworte der Potter grinsend und entlieĂ seine Freundin aus der Umarmung. Gemeinsam folgten sie Ron und Hermine hinunter in die GroĂe Halle, wo sie wie jeden Morgen am prunkvoll aufgedeckten Gryffindortisch Platz nahmen.
Harrys Blick wanderte wie von selbst auf dem Lehrertisch, wo seine Mutter schon saĂ. Neben ihr entdeckte er Remus. Die beiden Professoren waren ĂŒber einen aufgeschlagenen Tagespropheten gebeugt und diskutieren angeregt miteinander. Plötzlich traf Harry eine Erkenntnis. âNĂ€chtliches Rumschleichen, Adeâ, murmelte er leise und Ron, welcher sein Gemurmel vernommen hatte, legte seinen Kopf leicht schief. âWie meinst du denn das jetzt Kumpel?â Harry wandte sich dem Rotschopf zu, ehe er erklĂ€rte: âRon, meine Mum ist jetzt meine Lehrerin, genauso wie Remus mein Lehrer ist und beide wissen, dass ich den Tarnumhang und die Karte von Dad habe.â In Rons Augen trat Erkenntnis, ehe sich sein Gesicht zu einer leidenden Fratze verzog. âDas heiĂt wohl keine nĂ€chtlichen AusflĂŒge mehr, oder?â Harry nickte. âGenau Ron, keine AusflĂŒge mehr.â
âDa kommt ihr jetzt erst drauf? Kompliment, ich dachte ihr braucht lĂ€ngerâ, kam es spitz von Hermine, welche ihr GesprĂ€ch belauscht hatte. âWas ist dir den heute ĂŒber die Leber gelaufen, Mine? Wir haben dir nichts getan, also könntest du auch bitte aufhören uns so anzuschnauzenâ, erwiderte Harry ungewöhnlich heftig. Er war leicht angesĂ€uert, immerhin war er nicht gerade ein Fan davon, so frĂŒh am Morgen blöd angemacht zu werden, schon gar nicht, wenn er nichts gemacht hatte. Hermine biss sich auf Unterlippe und wich seinem Blick aus. Ginny rempelte ihm leicht in die Seite und warf ihm einen strengen Blick zu. Harry seufzte. âHermine, ich wollte nicht ...â Doch seine beste Freundin unterbrach ihn. âIst schon in Ordnung Harry. Es tut mir leid, ich weiĂ auch nicht wirklich, was mit mir los ist. Es Ă€rgert mich wohl einfach, bereits in der ersten Woche so vielen Geheimnissen auf der Spur zu sein. Du kennst mich, fĂŒr mich gibt es beinahe nichts Schlimmeres als Fragen, auf die ich auf Anhieb keine plausible ErklĂ€rung finde.â
Harry schenkte ihr ein verstĂ€ndnisvolles LĂ€cheln. Erstens wollte er sich nicht wirklich streiten und zweitens konnte er sie ja sogar verstehen. Er hatte auch gehofft, dass ihnen diese auĂerschulischen Nachforschungen erspart bleiben wĂŒrden. âDa hast du recht.â Er wurde von Ginny unterbrochen, die ihm einen Toast mit Marmelade auf den Teller legte. âJetzt lasst doch wenigstens beim FrĂŒhstĂŒck dieses Thema ruhen und esst einmal was. Nehmt es etwas lockerer, wir werden sowieso alles am Sonntag erfahrenâ, meinte Ginny lapidar. Ron stimmte seiner Schwester zu und schenkte Hermine sogleich eine Tasse schwarzen, nach Röstaroma duftenden Kaffee ein. Harry grinste ĂŒber die Gelassenheit seiner Freundin und seines besten Freundes. Auch wenn sie nicht dasselbe rote Haar hĂ€tte, könnten sie nicht abstreiten, Geschwister zu sein.
Nach einem ausgiebigen FrĂŒhstĂŒck trennte sich das Trio in der Eingangshalle von Ginny, sie hatte jetzt zwei Stunden Pflege magischer Geschöpfe, wĂ€hrend die anderen das Verwandlungsklassenzimmer im dritten Stock aufsuchten. Harry und seine Freunde schafften es die erste Reihe zu ergattern, sie alle waren gespannt auf den Unterricht von Professor Tonks. Bis jetzt hatten sie nur positive RĂŒckmeldungen von anderen SchĂŒlern ĂŒber Tonksâ Unterricht bekommen. Mit dem altbekannten LĂ€uten der Glocke, kam Professor Tonks in den Klassenraum gestolpert. âHopplaâ, lachte sie gut gelaunt, ehe sie sich wieder aufrichtete und den SchĂŒlern ein strahlendes LĂ€chlen schenkte. âGuten Morgen, setzt euch.â Auch sie ging, wie am Vortag Professor Graham, die Namensliste durch. Danach setzte sie sich lĂ€ssig auf das Lehrerpult und sah ihre SchĂŒler lĂ€chelnd an.
âAlso, wir haben drei Wochenstunden, dabei habe ich mir gedacht, dass wir die Stunde am Mittwochvormittag fĂŒr die Theorie nĂŒtzen und die Doppelstunde am Freitagnachmittag fĂŒr die Praxis. Dabei werden wir am Freitag das testen, was wir am Mittwoch besprochen haben. Ist das fĂŒr euch so okay?â Als die Mehrheit der Klasse nickte, war Tonks sichtlich zufrieden. âPerfekt. Und bevor wir mit dem Unterricht beginnen, möchte ich euch noch sagen, dass ich einen anderen Unterricht fĂŒhren werde als Professor McGonagall. Ich habe nichts gegen etwas SpaĂ im Unterricht, nur sollte er sich im Rahmen halten. Okay? Also, lasst und beginnenâ, sagte sie und klatsche freudig in die HĂ€nde.
Als die Stunde beendet war, liefen die SchĂŒler laut schnattern aus dem Klassenzimmer. Alle sprachen darĂŒber, wie ihnen Professorin Tonks gezeigt hatte, was ein Metamorphmagus alles kann. âIhr Unterricht ist wirklich toll, sehr informativ. Findet ihr nicht?â, fragte Hermine begeistert ihre Jungs. âJa schon. Und das Tolle daran ist, dass ihr Unterricht trotzdem so locker ist. Aber das, was sie alles mit ihren KrĂ€ften gemacht hat, war echt total super.â âDanke Mr. Potter.â Erschrocken drehten sich die drei Freunde um und blickten ihrer Professorin direkt ins Gesicht. Sie zwinkerte dem jungen Potter zu und ging weiter zum Lehrerzimmer. Harry lief leicht Rosa an, was Ron zum Lachen brachte. âHör auf zu lachen Ron, das ist nicht lustigâ, schnauft Harry und stĂŒrmte hinunter in die Eingangshalle, Hermine und Ron mussten sich beeilen, um mit ihm Schritt zu halten.
âMan Alter, jetzt sei doch nicht gleich so eingeschnappt. War doch nicht böse gemeintâ, doch Ronâs Worte wurden durch sein breites LĂ€cheln geschwĂ€cht. âLass gut sein Ronâ, kam es grinsend von Harry. âWas haben wir jetzt eigentlich?â, versuchte Ron das Thema zu wechseln. Hermine seufzte. âKrĂ€uterkunde, Ron.â Der Rotschopf schnaubte. âEntschuldige, dass ich meinen Stundenplan noch nicht auswendig gelernt habeâ, meckerte er. Da Hermine jetzt keine Lust auf eine Streiterei hatte, sagte sie: âDas brauchst du auch nicht. Du hast ja mich.â Und mit diesen Worten drĂŒckte sie ihrem Freund einen Kuss auf die Wange. Harry verkniff sich grinsend seine Revanche und wies seinen Freund nicht darauf hin, dass seine Ohren Rot angelaufen waren.
Auf dem Weg zum Mittagessen stöhnte Ron auf. âWir haben erst den zweiten Schultag und schon wieder so viele Hausaufgaben. Ein ganze Rolle Pergament fĂŒr Professor Tonks und eine halbe Rolle fĂŒr Sprout. Ach ja, und eine halbe Rolle von Graham gesternâ, klagte der Weasley. âWir haben dann eine Freistunde und einen Teil der Mittagspause. Also haben wir mehr als genug Zeit um sie zu erledigenâ, erklĂ€rte Hermine, wĂ€hrend sie sich an den Gryffindortisch setzten. Ron lieĂ sich neben seiner Freundin fallen und meinte, wĂ€hrend er seinen Teller mit allem belud was in seiner NĂ€he stand: âDie Mittagspause ist zum Mittagessen da und nicht zum Lernen und Hausaufgaben machen.â WĂ€hrend Hermine die Augen verdrehte, brach Harry in schallendes GelĂ€chter aus. Ron war eben eine Nummer fĂŒr sich, wenn es ums Essen ging, war er nicht zu bremsen.
âWas gibtâs denn zu lachen?â, kam es von Ginny, welche sich gerade neben ihren Freund gesetzt hatte. âRons Verfressenheitâ, brummte Hermine. âIsch bin nischt verfreschenâ, mampfte Ron was nun auch Ginny zum Lachen brachte. âNein BrĂŒderchen, bist du sicher nicht.â Da Harry merkte, dass sich ein möglicher Streit anbahnen könnte, versuchte er das Thema von Rons Essgewohnheiten weg zu lenken. âUnd, wie war dein Unterricht Ginny?â Das MĂ€dchen mit den langen roten Haaren verzog leicht angewidert ihr hĂŒbsches mit Sommersprossen ĂŒbersĂ€tes Gesicht. âWie soll der Unterricht bei Hagrid schon gewesen sein? Wie immer: gefĂ€hrlich, giftig und Angst einflöĂend.â Harry lachte.
Nachdem sie, durch Hermines Standpredigt, den gröĂten Teil ihrer Hausaufgaben in ihrer Freistunde erledigt hatten, machten sie sich auf den Weg zum Nachmittagsunterricht. Zwei Stunden ZaubertrĂ€nke. Je nĂ€her sie dem Kerker kamen, umso nervöser wurde Harry. Der schwarzhaarige Junge wollte seine Mutter nicht enttĂ€uschen oder gar vor den Slytherins blamieren. âDas wird schon Alter. Du hast doch mit deiner Mum geĂŒbtâ, kam es zuversichtlich von Ron. âAber was ist, wenn ...â âHarry, du schaffst, das schon,â schnitt ihm Hermine das Wort ab. Harry seufzte ergeben und folgte seinen Freunden ins Klassenzimmer. Es waren schon viele SchĂŒler anwesend und so wie es normalerweiĂe in ZaubertrĂ€nke ĂŒblich war, hatten die sich die hinteren Reihen gesichert, so musste sich Harry zu Neville in die zweite Reihe setzten und Ron mit Hermine in die Erste. Als sie Platz genommen hatten, lĂ€utete es schon und Lily Potter betrat kurz darauf das Klassenzimmer.
Nachdem die neue Professorin ein paar einleitende Worte gesagt hatte, erklĂ€rte sie ihnen, dass sie heute einen Heiltrank brauen wĂŒrden, da sie diese Art der TrĂ€nke bis jetzt sehr auĂer Acht gelassen hatten. Harry fĂŒhlte sich, als wĂŒrde ihm ein Stein vom Herzen fallen. Am liebsten wĂŒrde er seine Mutter vor Dankbarkeit hier und jetzt umarmen, da er sich bei HeiltrĂ€nken mittlerweile ganz gut auskannte, aber er wollte sie - und ihn selbst - nicht in Verlegenheit bringen. âDen Trank und dessen Zubereitung findet ihr auf Seite 53 in eurem Schulbuch. Der Trank erfordert sicher euer ganzes Können, also möchte ich, dass ihr euch anstrengt und sehr genau arbeitet. Bildet bitte zweier Teams und holt euch eure Zutaten, ihr habt beide Unterrichtseinheiten Zeit.â
Plötzlich brach ein kleiner Tumult aus, da sich jeder einen Partner suchte. So auch Pansy Parkinson, was jeder SchĂŒler ob nun gewollt oder ungewollt mit anhören konnte. âDraco Schatzi! Braust du mit mir einen Trank?â, rief sie schrill quer durch das Klassenzimmer. Noch bevor der Blonde antworten konnte, stand sie auch schon neben ihm und zog ihn von seinen besten Freund Blaise Zabini weg. WĂ€hrend sie ihn regelrecht zum Vorratsschrank zerrte, beobachtete Harry, wie Malfoy einen hilfesuchenden Blick zu Zabini schickte, welcher nur hilflos mit den Schultern zuckte und sich zu Milicent Bulstrode setzte. Als der junge Potter seinen Blick wieder auf den Eisprinzen von Slytherin warf, hatte dieser wieder eine perfekte Maske der Emotionslosigkeit aufgesetzt und suchte gemeinsam mit der nervtötenden Schwarzhaarigen die Zutaten fĂŒr den Trank zusammen. Harry schĂŒttelte ĂŒber das komische Verhalten des Blonden seinen Kopf. Wieso war er dieses Jahr so auf Malfoy fixiert?
Er warf einen schnellen Blick in sein Buch um sich abzulenken und begann zu strahlen, die Gedanken an Malfoys komisches Verhalten waren verschwunden. Diesen Trank hatte er in den Ferien schon öfters gebraut. Als er aufblickte, sah er direkt in die smaragdgrĂŒnen funkelnden Augen seiner Mum, welche in gespannt beobachtet hatte. Er grinste sie an und sie zwinkerte ihm kurz zu, ehe sie einen SchĂŒler darauf aufmerksam machte, dass er sich die falschen Zutaten geholt hatte. Schnell begannen Neville und Harry, welche ein Team bildeten die Zutaten zu holen und begann voller Tatendrang zu brauen. Harry bemerkte schnell, dass seine Mutter im Unterricht genauso war, wie in den Ferien. WĂ€hrend die SchĂŒler brauten, ging sie durch die Reihen und gab ihnen hilfreiche Tipps oder erklĂ€rte ihnen komplizierte Methoden genauer.
WĂ€hrend Harry die FenchelkrĂ€uter hackte, beobachtete er Neville von der Seite und hob erstaunt die Augenbraue. âSag mal Neville, hast du in den Ferien etwas geĂŒbt?â Neville kratze sich leicht verlegen am Kopf - eine Gewohnheit, die er noch nicht abgelegt hatte. Harry schmunzelte, als ihm das auffiel, es gab eben Dinge, die sich nie Ă€nderten. âEin bisschen. Aber dadurch, dass wir im Unterricht jetzt deine Mutter haben, die ihre Sache ĂŒbrigens toll macht, und nicht Snape, der uns Gryffindors immer fertiggemacht hat, ist das Arbeitsklima schon ganz anders.â Harry nickte zustimmend. âDa hast du vollkommen recht.â Plötzlich beugte sich sein Zimmergenosse etwas nĂ€her zu ihm. âSag mal Harry, weiĂt du eigentlich etwas ĂŒber den Ausbruch von den Todessern aus Askaban?â, flĂŒsterte Neville, wĂ€hrend er den Trank umrĂŒhrte. âNicht mehr als in der Zeitung stand, aber Dad und Sirius kommen wahrscheinlich am Sonntag. Wenn du willst, können du und Luna auch mitkommen, wenn sie da sindâ, antwortete ihm der Potter ebenso leise. âWirklich? Ich möchte mich jetzt nicht aufdrĂ€ngen oder so.â Harry seufzte. âNeville, du bist eine meiner besten Freunde, genauso wie Luna. Ihr wart mit mir letztes Jahr in der Ministeriumsabteilung und habt da euer Leben riskiert. Also jetzt tu nicht so. Frag Luna beim Abendessen, ob sie auch mitkommen möchte, okay?â Der braunhaarige Junge nickte. âOkay, mach ich. Und danke Harry.â Harry winkte ab. âNichts zu danken Neville.â
Sie wurden unterbrochen als Professor Potter an ihren Tisch trat âBei Ihnen lĂ€uft alles nach Plan, meine Herren?â, wollte sie von den beiden wissen und tat so, als hĂ€tte sie das Getuschel nicht bemerkt. âJa natĂŒrlich, Professor Potterâ, lĂ€chelte Harry seine Mutter an. Schmunzelnd trat Lily an den Nebentisch zu Pansy Parkinson und Draco Malfoy. âOh, Mrs. Parkinson und Mr. Malfoy, ich glaube sie habe da eine kleine Zutat vergessen.â Malfoy sah sie kurz skeptisch von oben bis unten an.
Lorelei hat gesagt, dass sie ganz nett und ein Ass in ZaubertrĂ€nke ist. Abgesehen davon ist sie ihre beste Freundin, also sollte ich mich zusammenreiĂen und nett sein.
Schnell schluckte der Blondschopf einen bissigen Kommentar hinunter und warf einen kurzen Blick in sein aufgeschlagenes Buch. âWir haben die FenchelkrĂ€uter vergessen. Können wir den Trank noch irgendwie retten?â, wandte er sich fragend an Lily Potter und war darauf bedacht, nicht abfĂ€llig zu klingen. WĂ€hrend ihn Parkinson verstĂ€ndnislos anglotze, funkelten Lilys Augen kurz erfreut auf, als sie zu sprechen begann: âDer Trank wird nie mehr die Konsistenz und Wirkung haben, die er haben sollte, egal was Sie jetzt noch tun. Aber Sie können ihn noch retten, sodass er noch immer heilende Wirkungen hat. An Ihrer Stelle wĂŒrde ich âŠâ
âWas interessiert es uns was Sie tun wĂŒrden?â, fuhr Parkinson dazwischen. Lily hob verwundert ihre Augenbraue, wĂ€hrend sie ihre SchĂŒlerin abschĂ€tzend musterte. Die restlichen SchĂŒler verstummten. Wie wĂŒrde Lily Potter jetzt wohl reagieren?
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