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Fanfiction

Auferstanden - Kommunikationsversuche

von MelRU

Kapitel 18

[Kommunikationsversuche]

Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind.


Harry erwachte am Montagmorgen noch vor dem Klingeln des Weckers und fühlte sich, als habe er die Nacht in einer Zentrifuge verbracht. Er hatte das Gespräch des gestrigen Abends immer wieder Revue passieren lassen und er war zu dem Entschluss gekommen, dass er Draco Malfoy wirklich helfen wollte. Es war keine unüberlegte, spontane Reaktion seinerseits gewesen. Doch genauso sicher, wie er sich darüber war, genau so unsicher war er darüber, wie er sich gegenüber dem kühlen Slytherin von nun an verhalten sollte. Stöhnend stemmte er sich aus seinem Bett und hoffte, dass dieser Tag einmal keine Überraschungen bereithielt. Weder gute noch schlechte. Nach der morgendlichen Routine begab er sich in den Gemeinschaftsraum um seine Notizen, die er in der letzten Geschichtsstunde gemacht hatte, durchzublättern. Professor Graham hatte sie darauf hingewiesen, dass sie den Stoff der letzten Stunde am Montag wiederholen würde.

Also machte er es sich auf einem Stuhl vor dem knisternden Kamin in dem noch menschenleeren Gemeinschaftsraum bequem und begann zu lesen. Als er die ersten Geräusche aus den angrenzenden Schlafsälen vernahm, blickte er verwundert auf seine Armbanduhr und stellte fest, dass es bereits Viertel nach sieben Uhr war. Er klappte sein Notizheft zu und lies seinen Blick durch den vorwiegend roten Raum schweifen, ehe er beim Fenster hängen blieb. Er seufzte verträumt, als er die schöne Winterlandschaft betrachtete. Die Ländereien waren allesamt schneebedeckt, aus Hagrids Hütte stieg Dampf aus dem Rauchfang, die Baumkronen des Verbotenen Waldes waren leicht mit Schnee bezuckert und die Eisschicht auf dem See glitzerte durch die aufgehende Sonne. Es war einfach eine wunderschöne Aussicht.

Seufzend erhob er sich mühevoll aus dem gemütlichen Sessel - auf in einen neuen Schultag. Doch plötzlich stockte er in seiner Bewegung. Schneebedeckt? Eisschicht? Ruckartig drehte er sich wieder um und blickte hinaus in die verlockende Natur um sich zu vergewissern, dass er nicht geträumt hatte. Sein Gesicht verzog sich zu einem breiten Grinsen. Hurtig nahm er die Beine in die Hand und lief wie von einer Tarantel gestochen hoch in den Jungenschlafsaal. „Jungs! Aufstehen! Es hat geschneit!“, schrie er den noch schlafenden Jugendlichen euphorisch entgegen und riss sie somit unsanft aus ihrem Schönheitsschlaf. „Wa is‘n los?“ nuschelte Ron gegen sein Kopfkissen. „Es hat geschneit! Wir haben sicher zwanzig Zentimeter Neuschnee!“, berichtete ihnen der Schwarzhaarige. „Was?“, noch während Ron schrie – was sich eher wie ein Grunzen anhörte - war er schon aufgesprungen und rannte zum Fenster, um die Vorhänge zur Seite zu schieben. „Das gibt’s doch nicht“, hauchte Dean, der wie die anderen auch zum Fenster gelaufen war. „Doch!“, schrien Seamus und Neville und rannten ins Bad um sich so schnell wie möglich in die weise verlockende Pracht stürzen zu können. Ron und Dean folgten ihnen sogleich, als sie sich von der schönen Aussicht losreißen konnten.

Noch während sie sich wintertaugliche Kleidung überzogen, wurde schon alles für eine - wie selbstverständlich stattfindenden - Schneeballschlacht geplant. Sie wollten immerhin dann jede Sekunde dieses Vergnügens ausnutzen. „Jeder gegen jeden oder machen wir Teams?“, fragte Seamus, der gerade in seine Jeans stieg. Dean grinste. „Natürlich Teams! Ich gehe mit Ron in ein Team!“ Erschrocken wurde er angesehen. „Ne! Dann mach' ich nicht mit!“, meinte Harry. „Wieso? Was ist daran so schlimm?“, gab Ron mit einem Engelsgesicht zurück. „Was daran so schlimm ist? Das fragst du noch? Ihr zwei seid unberechenbar!“ „Aber …“ „Nichts aber, Harry hat vollkommen Recht, dass kommt nicht in Frage.“ Gaben Neville und Seamus ihren Senf dazu. „Na gut. Wenn ihr meint“, die anderen beiden. „Also machen wir von mir aus zwei Teams. In einem ist Ron und in dem anderen ist Dean, okay“, schlug der Ire vor.

„Wir sind aber eine ungerade Zahl“, unterbrach Harry Seamus' Plan. „Wir könnten Luna, Hermine und Ginny fragen, ob sie mitmachen!“, schlug Neville vor. „Gute Idee! Kommt lasst sie uns fragen.“ Als die Jungs den Gemeinschaftsraum betraten, waren die zwei Mädchen schon da, worüber sie insgeheim froh waren, da sie sich sonst etwas überlegen hätten müssen, um durch die Absperrung zu kommen. So gingen die sieben Gryffindors nach einem kurzen Gespräch hinunter, um auf die Ländereien zu gelangen. Unten in der Eingangshalle wartete bereits eine in dicke Wintersachen eingepackte Luna auf sie. „Hey Leute! Ich dachte schon ihr kommt gar nicht mehr“, begrüßte sie ihre Freunde grinsend. „Hey! Was denkst du von uns? Dass wir uns das entgehen lassen?“, kam es entrüstet von Ron, was die anderen zum Lachen brachte. Als sie endlich auf der schneebedeckten Fläche standen, gab es bereits zwei Teams. Harry, Ginny, Ron und Hermine gegen Dean, Seamus, Neville und Luna.

Die Acht lieferten sich eine erbitterte Schneeballschlacht, wobei Harrys Team, durch Ginnys Treffer knapp den Sieg holen konnte. „Das hast du toll gemacht, Süße!“, umarmte Harry seine Freundin als diese den letzten des gegnerischen Teams, Dean, zu Boden geschickt hatte. „Und was bekomme ich dafür?“, fragte ihn Ginny scheinheilig und sah ihn mit ihren großen Rehaugen an. Grinsend drückte ihr Harry einen Schmatzer auf ihre Nase, was sie zu einem mädchenhaften Kichern veranlasste. Lachend wurden sich nach dem Match die Hände gegeben und danach ging es ab zum wohlverdienten Frühstück.

Während des Frühstücks bemerkte Harry, dass Draco ihnen ab und zu verstohlene und skeptische Blicke zuwarf wenn er dachte, dass sie keiner bemerken würde. Als er jedoch Harrys Blick begegnete, verfinsterte sich sein Gesicht und er wandte sich ab. Der Gryffindor entschloss sich, den Blonden zu folgen, wenn dieser die Halle verließ, um ihm um ein vernünftiges Gespräch zu bitten. „Harry? Hörst du mir überhaupt zu?“, wedelte Neville mit seiner Hand vor Harrys Augen umher. „Sorry Neville, ich war in Gedanken. Was ist los?“, entschuldigte er sich bei seinem Freund. „Ich wollte fragen, ob du dir mal meinen Aufsatz für Verteidigung gegen die dunklen Künste ansehen kannst. Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe.“ „Sicher zeig mal“, kam es doch etwas überrascht von Harry, normalerweise war Hermine ihre Korrekturleserin. Als Harry Neville seinen Aufsatz mit einem „Der ist einwandfrei“ zurückgab, bemerkte er, dass sich der junge Malfoy am Slytherintisch erhob und gemeinsam mit Blaise Zabini die Große Halle verließ. Schnell verabschiedete sich Harry mit einem hastig gemurmelten „Wir sehen uns dann in Geschichte“ bei seinen Freunden und verschwand ebenfalls aus der Halle.



Dray! Jetzt komm schon, ich bin dein bester Freund.
Ach, bist du das?
Ich sehe dir doch an das etwas nicht stimmt! Was ist gestern passiert?
Blaise. Es ist nichts.
Sag nicht, es ist nichts. Ich bin nicht blöd verdammt noch mal!
Tatsächlich?
Draco!


Der Einsprinz von Slytherin seufzte lauthals. „Du raubst mir noch den letzten Nerv Zabini, weißt du das?“ Das veranlasste den anderen zu einem Grinsen. „Besser ich als jemand anderes.“ Er wurde aber gleich daraufhin wieder ernst. „Bitte Draco, sag mir, wie ich dir helfen kann. Ich mag es nicht, wenn du noch griesgrämiger bist, als sonst. Also sag schon, hat Lorelei eine Lösung gefunden?“ Der blonde Junge seufzte entnervt, doch insgeheim freute er sich darüber, dass sich sein Freund um ihn sorgte. Blaise hatte ihn schon in einigen Situationen gesehen, in denen es ihm - ganz unmalfoyhaft - ziemlich elend gegangen war und hatte ihm immer geholfen. Er blickte dem Jungen ihm gegenüber tief in die Augen. Er wusste, Blaise würde ihn nicht hintergehen, er würde es für sich behalten. Auch würde er sich nicht über ihn lustig machen, dass er wie ein kleines hilfloses Kind bei den Potters Unterschlupf suchte. „Also gut, aber nicht hier. Gehen wir ...“

„Malfoy! Malfoy warte!“

Sauer, weil er unterbrochen wurde, richtete sich Draco an den herannahenden Gryffindor. „Ich diskutiere hier gerade Sankt Potter! Also unterbrich mich gefälligst nicht!“, schnauzte er Harry unfreundlich in alter Manier entgegen. Doch den schien das relativ wenig zu berühren. „Ich will mit dir reden Malfoy“, offenbarte er dem Anführer der Slytherins. Draco spannte sich an. Wie sollte er reagieren? Meinte es Potter wirklich ernst? Ein vernünftiges Gespräch? Er wusste es nicht, er konnte nicht sicher sein. Er wollte nicht, dass man ihm wehtat, also tat er das, was er am besten konnte: seine Gefühle verstecken, genau so, wie er es gelernt hatte. Augenblicklich versteinerte sich sein Gesichtsausdruck. „Das interessiert mich aber nicht. Also lass mich in Frieden.“ Und mit diesen Worten drehte sich Draco am Absatz um und schritt den Gang entlang. Er hatte Angst vor dieser Konfrontation. Zwar hatte er gestern noch mit Lorelei gesprochen, welche ihm gut zugeredet hatte, doch er konnte Potters Handeln nicht nachvollziehen.Wieso sollte er ihm helfen wollen? Was sprang für ihn dabei raus? „Malfoy jetzt warte doch bitte.“ Nun mischte sie Blaise ein. „Hast du nicht gehört, was er gesagt hat? Lass in gefälligst in Frieden Potter“, fuhr er Harry an. Er machte sich Sorgen um Draco und wollte nicht, dass der Gryffindor seinen blonden Freund noch mehr aufwühlte. Harry seufzte und versuchte es noch ein letztes Mal.

„Bitte, Draco.“ Plötzlich blieb Malfoy stehen. Draco? Ein Schauer lief ihm über den Rücken. So hatte Potter ihn noch nie angesprochen. Er hielt gedanklich inne. Freute er sich etwa darüber? „Potter. Er hat gesagt er will nicht mit dir reden, also ...“ Der Blonde drehte sich um und fasste die Hand seines besten Freundes. Überrascht wurde er angesehen. Schnell versuchte er seine übliche Maske aufzusetzen, die sein Gefühlschaos verdeckte. Er wusste selbst nicht, was er fühlte geschweige denn, was er tun sollte, doch er wusste, dass sich etwas ändern musste. Er hatte keine Ahnung was, aber wenn er nie den ersten Schritt machen würde, würde nichts geschehen und das war genau das, was er nicht wollte.

„Schon gut Blaise, lass ihn.“ Verblüfft wurde er von beiden Jungs angesehen. Blaise wirkte eher fassungslos, wohingegen Potter erfreut zu sein schien. Aber vielleicht bildete er sich das auch nur ein. Das unslytherinhafte Gestammel seines Freundes riss ihn aus seinen Gedanken. „Aber … aber er … du wolltest doch ... was?“ Er hob die Hand. „Ich erkläre es dir später, okay? Aber jetzt lass mich bitte kurz mit Potter alleine.“ Der Slytherin sah skeptisch von Draco zu Harry und wieder zurück. „Na gut, aber wenn du ihn nur auch ein Haar krümmst Potter. Dann …“, er ließ die Drohung offen und begab sich langsam zum Geschichteklassenraum, nicht ohne noch einen letzten besorgten Blick über seine Schulter zu werfen. Na wenn das mal gut geht.

Als der Slytherin um die Ecke verschwunden war, wandte sich Draco mit verschränkten Armen an Harry. „Also, über was wolltest du unbedingt mit mir sprechen?“, kam es gespielt gelangweilt von Draco. Innerlich war nichts von dieser Gelassenheit zu sehen. Was wollte Harry … Potter nur von ihm? Auch Harry war sich nicht mehr sicher, ob sein Vorhaben so klug war, aber er sah es als Fortschritt an, dass der Slytherin eingewilligt hatte mit ihm zu reden. Ein Versuch war es wert. „Naja, ich wollte wissen, ob du dir das von gestern noch einmal durch den Kopf hast gehen lassen?“ Draco schnaubte, die Emotionen von gestern kamen wieder zum Vorschein. „Was würde es ändern? Es ist ohnehin ohne mein Übereinkommen entschieden worden. Ob ich will oder nicht, ist spielt keine Rolle.“ Harry ließ leicht die Schultern hängen, doch so leicht gab er sich nicht geschlagen. „Weißt du, ich denke schon, dass es etwas ändern würde. Denn wenn du aus freien Stücken zu uns kommst, würde das vieles um einiges einfacher machen. Es wäre uns schon allein dadurch geholfen, dass wir uns nicht mehr wie idiotische Kleinkinder benehmen und endlich die doofen Streitereien beenden.“

Malfoy zog abschätzend seine rechte feine Augenbraue hoch. Potter konnte ja vernünftig sein. War dieser eingebildete Hitzkopf etwa erwachsen geworden? Er musste sich eingestehen, dass der Junge, der ihm gegenüberstand, recht hatte. Wenn er diesen Weg einschlagen wollte, sollte er vielleicht nicht allen gegenüber feindlich gesinnt sein, doch es war schwierig. Es widersprach allein schon seinem ganzen bisherigen Verhalten, Potter überhaupt zuzustimmen. Ihm entwich ungewollt ein leicht frustriertes Seufzen. „Es ist gerade ziemlich viel auf einmal.“ Harry im ersten Augenblick vollkommen überrascht, schenkte ihm ein mitfühlendes Lächeln. Für ihn selbst war das nicht leicht, doch für Draco musste es noch um einiges schwerer sein. „Ich weiß.“

Der Slytherin zog scharf die Luft ein. Was war passiert? Hatte er das gerade wirklich gesagt? Was war nur los mit ihm? Seine Gedanken überschlugen sich. Die Stimme seines Vaters hallte in seinem Kopf wieder. Ein Malfoy zeigt keine Schwächen! Ein Malfoy ist stark! Ein Malfoy kennt keine hinderlichen erbärmlichen Gefühle! Draco unterdrückte ein Würgen, als er unweigerlich daran dachte, mit welchen Methoden sein Vater ihm diese Regeln eingebläut hatte. Wieso fiel es ihm so schwer, seine Maske aufrechtzuerhalten? Weil du anders bist, Draco. Du bist nicht wie Lucius. Der Gedanke, an das, was seine Tante zu ihm gesagt hatte, ließ ihn ruhiger werden.

Harry, der sah, wie der Blonde mit sich rang, sagte: „Mach dich nicht so fertig. Es ist menschlich, einmal den Überblick zu verlieren. Du wirst sehen, es wird sicher nicht so schlimm werden. Lass dir einfach Zeit und dräng dich selbst nicht zu einer Entscheidung. Okay?“ Draco blickte auf und sah ihn an. Auch wenn er wie üblich versuchte seine emotionslose Maske aufrechtzuerhalten, fesselten Harry Dracos Augen. Es schien als würde in ihnen ein Tornado wüten. „Das werde ich schon nicht, Potter. Und deine glorreichen Reden kannst du auch stecken lassen“, schnarrte Draco zurück. „Schon gut. Falls du jemals einsiehst, dass auch du nur ein Mensch bist, dann könnten wir vielleicht normal miteinander reden“, antwortete der Gryffindor nun etwas unterkühlt und ließ den blonden Stlytherin ohne eine erneute Antwort abzuwarten einfach stehen, als er sich zum Geschichteklassenzimmer begab.

Frustriert lehnte sich Draco an die Wand. Er war überfordert gewesen. Er hatte nicht gewusst, wie er auf einen Rat von Potter reagieren sollte. Er hasste das. Er hasste alles hier. Doch am meisten hasste er sich selbst. Er fühlte sich seit Wochen gespalten. Auf der einen Seite wollte er einen Neustart wagen, seine beschissene Vergangenheit hinter sich lassen. Doch auf der anderen Seite sehnte er sich nach den Zeiten, in denen er noch genau gewusst hatte, was zu tun war. Natürlich hatte er es nicht gemocht, sich so zu verhalten, wie es ihm sein Vater vorgeschrieben hatte, aber manchmal war es dadurch leichter gewesen. Es war ein Weg für ihn geebnet worden, dem er einfach nachgelaufen war und falls er einmal nur ansatzweiße daneben getreten war, hatte sein Vater gewusst ihn zu maßregeln - auf seine Weise. Doch nun sollte er einen steinernen auf den ersten Blick schier undurchdringbaren Weg durch einen stickigen Dickicht aus Frage, Vorwürfen und Ängsten beschreiten?

Seufzend schloss er die Augen. Er wusste, dass er daran scheitern würde. Er war nicht stark genug. Er zuckte zusammen, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Als er die Augen öffnete, sah er in die ozeanblauen Augen seines Sandkastenfreundes Blaise. „Ich weiß zwar nicht, was das mit Potter alles zu bedeuten hatte, aber ich hoffe du weißt, dass ich immer hinter dir stehen werde.“ „Du hast also gelauscht“, stellte Draco nüchtern fest. „Nicht wirklich, ich wollte nur da sein, falls die Sache eskalieren sollte. Darf ich jetzt erfahren, was das alles auf sich hat?“ Der Malfoyerbe wusste, dass sein bester Freund nicht dumm war. Blaise hatte bereits alle wichtigen Informationen diesem Gespräch entnehmen können und hatte sich bestimmt schon einiges zusammengereimt. Die Frage war also nur höfflicher Natur und irgendwie war er ihm dankbar dafür, da er das Gefühl hatte, dass er irgendjemanden zum Reden brauchte, auch wenn er das nicht offen zugeben würde.„Das kann ich jetzt nicht alles in drei Minuten erzählen. Ich sage es dir heute in der Mittagspause in unserem Schlafzimmer. Okay?“ Blaise nickte. „Gut, bis dahin kann ich auch noch warten.“



„Hey Alter. Wir haben dir deine Sachen mitgenommen“, begrüßte ihn sein bester Freund und übergab ihm seine Schulsachen, als er neben ihn Platz genommen hatte. „Danke Ron, die hab ich ganz vergessen“, bedankte sich der Gryffindor. „Schon okay. Wo warst du denn?“, wollte der Rotschopf von ihm wissen. „Ich habe versucht mit Malfoy zu reden“, antwortete Harry seinen besten Freund. „Was? Wieso? Ich meine, wenn er was will, dann soll er zu dir kommen. Er bildet sich doch immer ein, dass er etwas Besseres ist.“ „Ron! Jetzt sei doch nicht so engstirnig! Er will vielleicht gar nicht so sein, wie er ist, aber es wurde ihm seit seiner Kindheit so eingebläut, dass er es nicht anders kann. Gibt ihm eine Chance.“ Ron seufzte: „Wieso muss ausgerechnet mein bester Freund so einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben?“ Als er Harrys eingeschnappten Blick sah, fügte er hinzu: „Ist ja gut, ist ja gut. Ich werde es versuchen.“ Harry lächelte dankbar. „Danke Ron.“

Genau pünktlich mit dem Läuten der Glocke erschien Professor Graham im Klassenzimmer. „Morgen ihr Lieben. Wie ich letzte Woche angekündigt habe, werde ich mit euch den Stoff der letzten Woche noch einmal durchgehen, damit wir mit etwas Neuem anfangen können. Dabei könnt ihr Punkte für euer Haus sammeln, aber nicht verlieren.“ Bei diesen Worten entspannten sich die Gesichtszüge einiger Schüler. „Aber sollte ich bemerken, dass die Mehrheit nicht einmal ansatzweiße eine Ahnung hat, dann wird das Konsequenzen im Sinne von Hausaufgaben haben. Haben wir uns verstanden?“ fragend sah sie in die Runde und erhielt ein einstimmiges Nicken von den Schülern.

„Gut. Fangen wir an. Mr. Longbottom, können Sie mir sagen, was im Jahre 1801 passiert ist und in was für einen Zusammenhang das mit dem Koboldkrieg von 1768 steht?“ Neville setzte sich aufrecht hin. „Im Jahre 1801 fand der Hexenkongress der Großmächte, also Zauberer, Elfen, Riesen, Kobolden und Zentauren statt. Die Herrscher und hochrangigen Vertreter ihrer Arten berieten über Maßnahmen, um die inakzeptable Entwicklung des Verhältnisses zwischen Zauberern und den anderen magischen Wesen zu stoppen.“ Die Professorin nickte zufrieden. „Das ist richtig. Und was hat das nun mit dem Koboldkrieg von 1768 zu tun?“ Neville fuhr fort: „Der damalige Koboldkrieg, der bis 1779 andauerte, war ausschlaggebend für diesen Kongress. Die Verluste auf beiden Seiten waren so groß, dass sich die Zauberer und die magischen Wesen einig waren zusammenzuarbeiten und nicht gegeneinader.“

„Sehr gut Mr. Longbottom. Das sind dann schon einmal zwanzig Punkte für Gryffindor. Mrs. Shea können Sir mir sagen was genau die Großmächte damals bei diesem Kongress festgelegt haben?“ wandte sie sich an die nächste Schülerin. Und so verging die ganze Stunde. Als die Glocke läutete, waren sowohl die Slytherins als auch die Gryffindors um einige Punkte reicher. Nach dieser eher trockenen Lernstunde wurden gnädigerweise in Verteidigung gegen die dunklen Künste noch die Patronuse geübt. „Letzte Woche haben einige von euch schon geformte Patronuse zustande gebracht. Ich möchte, dass diejenigen die einen schön geformten Patronus bereits beherrschen, ihren Mitschülern helfen.“ Es wurde eine interessante Stunde wo es Remus mit Hilfe von Harry, Hermine, Seamus, Blaise, Theodor und Draco gelang, dass es alle SchülerInnen schafften, bis zum Ende der Stunde einen geformten Patronus zu erzeugten.

Remus entließ die Schüler noch vor dem Läuten in ihre wohlverdiente Mittagspause, jedoch nicht ohne Harry noch einmal kurz zurückzuhalten. „Harry, wie geht es dir?“ Unter Moonys wachsamen, musternden Augen antwortete der Gryffindor: „Eigentlich ganz gut. Es war zwar ein bisschen viel gestern, aber ich hab alles im Griff.“ Remus schien ihm nicht so recht zu glauben, denn er hackte nach. „Wie hast du geschlafen?“ „Gut. Nur als ich aufgewacht bin, hatte ich leichte Kopfschmerzen.“ Als Remus seine rechte Augenbraue nach oben zog, fügte er schnell hinzu: „Ich denke, dass das aber davon kommt, dass ich erst um zwei Uhr ins Bett gekommen bin.“ „Bist du dir da sicher?“ „Ja Remus. Es ist nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.“ Der Professor seufzte. „Wenn du meinst.“



Draco schloss die Türe zu seinem und Blaises Schlafraum. Während er sie verriegelte, legte sein Freund einen Stillezauber auf die hölzerne Pforte. Danach machte es sich der Schwarzhaarige auf Dracos Bett gemütlich, was den Blonden dazu brachte, seine Nase zu rümpfen. Er mochte es nicht, wenn sich jemand auf sein Bett setzte, doch er entschied es Blaise dieses Mal durchgehen zu lassen und setzte sich neben ihn. „Nun, du weist ja, dass mich Lorelei gestern Abend noch unbedingt sprechen wollte. Und hör zu, ich erzähle es dir nur einmal. Sie hat eine Lösung für mein Problem gefunden und dafür braucht sie die Potters. Genauergesagt sind die Potters meine Lösung. Es ist nämlich so …“ Während Draco erzählte, versuchte sein Gegenüber alle Gefühlsregungen von seinem Gesicht abzulesen. Er war nämlich einer der wenigen, denen gegenüber der sonst so kalte Malfoyspross seine Gefühle zeigte und Blaise war stolz darauf, er würde das Vertrauen seines besten Freundes nicht missbrauchen.

Als der Malfoyspross geendet hatte, breitete sich Schweigen im Raum aus. Jeder der Jungs hing seinen Gedanken nach. „Naja, also wenn du mich fragst, solltest du versuchen mit Harry klarzukommen“, durchbrach der Slytherinschönling die Stille. Draco biss sich auf die Unterlippe - eine Angewohnheit, die er sich eigentlich abgewöhnen wollte. „Das würde vermutlich einiges leichter machen, aber es ist halt nicht so einfach.“ Blaise legte ihm eine Hand auf die schmalen Schultern.„Tja, da musst du jetzt wohl durch. Du hast schon viel hinter dir Dray, dann wirst du das wohl auch schaffen und davon abgesehen, ist Harry gar kein schlechter Kerl und seine Mum ist auch voll nett, sie hat mir ein A auf meine Hausaufgabe gegeben.“ Als Draco ganz snape-like eine Augenbraue hob, fügte Blaise schnell hinzu: „Und sie ist einfach total nett und so.“ Malfoy unterdrückte ein Schmunzeln. Blaise war ein Idiot. Aber ein liebenswürdiger Idiot. „Lass es Blaise. Ich werde es versuchen“, gab er sich geschlagen und wusste selbst nicht, ob er seinen Worten glauben schenken sollte. Würde er es wirklich versuchen? Konnte er es? War er stark genug sich gegen alles zu stellen, was ihn bisher ausgemacht hatte? Konnte Loreleis Plan überhaupt funktionieren?

„Aber erwarte kein Wunder.“ Erwarte kein Wunder, sonst wirst du enttäuscht werden.


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