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Fanfiction

Auferstanden - Auroren auf Abwegen

von MelRU

Kapitel 21

[Auroren auf Abwegen]

Eine Angewohnheit kann man nicht einfach aus dem Fenster werfen.
Man muss sie die Treppe hinunter locken.
Stufe fĂĽr Stufe - Teil 2



Draco ließ seinen neugierigen Blick über die mal mehr, mal weniger alten Buchrücken schweifen. Bis jetzt hatte er schon einige interessante Werke entdeckt, konnte sich aber nicht entscheiden, welches er sich zu Gemüte führen sollte. Plötzlich blieb der Teenager stehen. Vorsichtig zog er das Buch heraus, dessen Titel ihm ins Auge gestochen war. Tatsächlich, hierbei handelte es sich um ein seltenes schwarzmagisches Buch – seine Neugierde war geweckt. Wieso war es im Besitz der Potters? Nachdenklich nahm Draco auf der gemütlich aussehenden Couch, die zum Relaxen einlud, in der Mitte des Raumes platz. Er schlug das Buch auf und strich langsam über die an den Rändern bereits vergilbten Blätter. Man konnte auf dem ersten Blick erkennen, dass es sich um ein altes Werk handelte, vielleicht war es sogar eine Originalausgabe, von denen nur mehr wenige zu finden waren. Ob es schon lange im Familienbesitz war? Die Potters waren immerhin eine der ältesten Zauberfamilien und früher war Schwarze Magie keinesfalls ein Synonym für das Böse gewesen.

Gespannt begann er zu lesen, gefesselt von den Erklärungen der Zauber und Beschreibungen der Rituale. Bei einigen makaberen Zelebrationen breitete sich sogar bei ihm eine Gänsehaut auf seinen Oberarmen aus, obwohl er schon selbst einigen schwarzmagischen Ritualen beigewohnt hatte. Anfangs noch freiwillig, danach – als die Todesser immer brutaler wurden und Muggelopfer an der Tagesordnung standen - hatte er sich überwinden müssen mit seinem Vater mitzugehen. Manchmal wunderte es ihn nicht, dass viele Magier die Schwarze Magie mit dem Teufel verbanden. Aber waren nicht die Resultate ausschlaggebend? Natürlich sollten die Opfer, die aufgebracht werden mussten und das Ergebnis in einer akzeptablen ethnischen Relation stehen. Er war so in das Buch vertieft, dass er zusammenzuckte, als er Lilys Stimme hörte. „Draco, das Essen ist fertig! Kannst du bitte Harry bescheid geben?“ Der Slytherin seufzte. In ihm keimte der Verdacht, dass sie das mit Absicht machte, damit er und Potter möglichst oft aufeinandertrafen und sich nicht all zu sehr aus dem Weg gehen konnten. Es erinnerte in entfernt an Blaises Verhalten, wenn er ihn wieder mal mit einem Mädchen verkuppeln wollte. „Ich hole ihn!“ „Danke!“ Er legte das Buch am gläsernen Beistelltisch ab und schritt hinaus in den Gang.

Als Harry frisch geduscht aus dem Badezimmer kam, fühlte er sich so richtig wohlig warm und merkte schnell, wie müde er eigentlich war. Am liebsten wäre er einfach in sein Bett gekrochen und hätte sich seiner Müdigkeit hingegeben, doch sein knurrender Magen teilte anscheinend nicht dieselbe Ansicht. Schnell huschte er in sein Schlafzimmer und kramte eine gemütliche Jogginghose und einen warmen Rollkragenpullover aus seinem Kleiderschrank hervor. Während er sich den Pullover über den Kopf zog, dachte er bei sich, dass es besser gewesen wäre, wenn er den beiden anderen nur früher gesagt hätte, dass er sich da draußen den Arsch abfriert. Dann wäre seine Mum nicht sauer gewesen und er hätte keine halbe Stunde unter der Dusche verbracht. Fertig angezogen machte er sich auf den Weg nach unten, da kam ihm auch schon ihr neuer Mitbewohner entgegen. „Hey Potter, ich soll dich zum Essen hohlen.“ Kurz musterte der Slytherin den anderen Jungen. „Geht’s dir besser?“ „Danke, es geht schon wieder“, lächelte Harry seinem Schulkameraden, nach einigen Sekunden der Verwunderung an.

Draco fand es seltsam, dass in diesem Haus wirklich alle Speisen gemeinsam eingenommen wurden. Er war es zwar von Hogwarts gewohnt, aber bei sich zu Hause hatte er seine Mahlzeiten immer in seinem Zimmer eingenommen. Nur zu besonderen Anlässen hatten sie sich im Speisesaal versammelt. Nach dem Nachtisch verschanzte sich Draco recht schnell wieder in der Bibliothek, nicht das Potter noch einmal auf die Idee kam, ihn zu so etwas Banalem wie eine Schneeballschlacht einzuladen. Er machte es sich auf der Couch bequem und vertiefte sich wieder in seine Lektüre. Verwundert blickte er auf, als sich kurze Zeit später die Türe öffnete. Er unterdrückte ein Aufstöhnen, rollte jedoch mit seinen Augäpfeln – hier hatte man auch nie seine Ruhe. „Ach jetzt hör auf, wenn ich gewusst hätte, dass jemand hier ist, hätte ich angeklopft“, murrte Harry. Draco sagte nichts, Potter schien nicht mehr bester Laune zu sein. „Ich such nur ein Buch für meinen Verwandlungsaufsatz, sobald ich es gefunden habe, bin ich schon wieder weg“, erklärte er dem Blonden, während er seinen Aufsatz auf dem Tisch ablegte und zu den Regalen schritt um das genannte Buch zu suchen. Draco war überrascht, dass Potter so vernünftig war, seine Hausaufgaben gleich zu Beginn der Ferien zu erledigen. Vermutlich hatte Lily da ihre Finger im Spiel - wenn nicht sogar Granger. Neugierig, wie er nun einmal war, linste er hinüber zu Potters halb fertigem Aufsatz. Seine feine Augenbraue wanderte in alter Manier nach oben. Harry, dem das zufällig aufgefallen war, fragte: „Was? Schreib ich so hässlich, dass du es nicht lesen kannst?“ Draco schüttelte den Kopf. „Nein, aber so viel Blödsinn, dass mein Hirn Probleme hat, dem hier zu folgen“, antwortete er und tippte dabei auf den Aufsatz.

Harry reichte es. Er war müde von der Schneeballschlacht, die Kälte kehrte schön langsam wieder in seine Glieder zurück und er war genervt, weil er sich die ganze Heimfahrt von Hermine hatte anhören müssen, dass er seine Aufgaben gleich erledigen sollte und nun auch seine Mutter damit angefangen hatte. Es war immerhin sein erster Ferientag. Er wollte sich gerade seinen Aufsatz schnappen und sich beleidigt in seine eigenen vier Wände zurückziehen, als Draco Harrys Schreibfeder in die Hand nahm und anfing seine Arbeit zu korrigieren. Harry blieb die Spucke weg. „Glotz nicht so dämlich, Potter. Ich mache es nur, da ich es von Blaise gewohnt bin und ich dumme Menschen in meiner Umgebung nicht leiden kann.“ Doch Harry glaubte ihm das nicht ganz. „Wieso gibst du nicht zu, dass du es machst, weil du nett bist?“, setzte er alles auf eine Karte und setzte sich kackfrech neben den Slytherin. „Ich bin nicht nett, Potter. Und ich hab' dir auch nicht erlaubt dich neben mich zu setzen“, erwiderte Angesprochener und zog die Nase kraus. Harry grinste. „Aber beim Essen habe ich auch neben dir gesessen.“ Draco seufzte. „Du bist genauso anstrengend wie Blaise, nur das ich …“ Er wurde von Harry unterbrochen: „Wieso hast du das durchgestrichen?“ „Was?“ Harry zeigte auf eine bestimmte Stelle des Pergamentbogens in Dracos Händen. „Na da, wieso hast du das durchgestrichen? Das hab ich aus dem Buch zitiert, das kann nicht falsch sein.“ „Potter, hast du dir überhaupt die Fragestellung mal angesehen? Dass was du hier geschrieben hast, wurde nicht gefragt“, erklärte ihm der Blonde besserwisserisch, was Harry entfernt an eine genervte Hermine erinnerte – aber er hütete sich davor, diesen Vergleich laut auszusprechen. „Ich weiß, aber sieh’ mal, hier habe ich doch geschrieben, dass es eine andere Variante auch gibt, deshalb hab ich gedacht, ich erkläre, worum es dabei geht.“ Draco las es sich noch einmal durch. „Aber es hat nichts mit der Frage zu tun. Viele Professoren ziehen dafür Punkte ab mit der Begründung, dass man die Frage nicht verstanden hat.“ Harry nickte. „Ich weiß, aber Tonks gibt für so etwas Extrapunkte, sie sieht das als Fleißaufgabe.“ „Professor Tonks, Potter.“ Harry lachte.

Kurz herrschte Stille zwischen den beiden Jungen, in der Draco den restlichen Aufsatz korrigierte. „Malfoy?“ Als dieser nicht reagierte, fuhr er einfach fort: „Was hältst du davon, wenn wir unsere Aufgaben gemeinsam machen? Wir könnten uns jeden Tag hier treffen und ein Fach gemeinsam abarbeiten.“ Der Gryffindor schien von der Idee ziemlich begeistert zu sein, irgendwie gefiel ihm die Atmosphäre, welche gerade bei ihrem Gespräch herrschte. „Davon profitiere ich nicht. Erstens bin ich besser als du und zweitens habe ich die meisten Aufgaben bereits in Hogwarts erledigt“, antwortete ihm sein Gegenüber nach kurzem Überlegen. „Streber.“ Draco wurde rot. Ob vor Zorn oder vor Scham wusste Harry nicht. „Was? Ich bin kein Streber! Ich bin nur sorgfältig“, verteidigte sich der Blondschopf. „Ja, natürlich. Streber.“

Potter, ich warne dich!
Ach, wovor denn?
Das weiĂźt du ganz genau!
Und was willst du tun, Malfoy?
Ich vernichte deinen Aufsatz!
Das wĂĽrdest du nicht wagen!
Willst du es herausfinden, Potty?
Da steckt harte Arbeit drinnen!
Ja, von mir, da ich ihn korrigiert habe!
Ach halt die Klappe du Streber!
Wie oft soll ich es dir noch sagen …
Wie oft soll ich es dir noch sagen …
Äffst du mich nach?
Äffst du mich nach?
Hör sofort auf damit!
Hör sofort auf damit!
Potter!
Potter!
Bist du etwa ein Kleinkind?
Bist du etwa ein Kleinkind?
Es reicht, wie du willst!
Es reicht, wie du … warte, spinnst du! Das kannst du nicht machen!
Und ob!


Harry sah ihn an, sein Blick schweifte zu seinem Aufsatz unter dem eine kleine Flamme aus Dracos Zauberstab loderte.

Gib ihn zurĂĽck!
Nie im Leben, Potter!
Malfoy!
Nein!
Ich verhex dich!
Tu’s doch!
Ich tu’s wirklich!
Ich warte.


Draco wurde überrumpelt, als sich sein Gegenüber - anstatt zu seinem Zauberstab zu greifen - unerwartet auf ihn warf. Der Slytherin schaffte es irgendwie sich aus Harrys Griff zu befreien und eine wilde Verfolgungsjagd durch die Bibliothek entstand. Hin und wieder konnte man ein Poltern oder das Lachen der beiden Jungs vernehmen. Eine gefühlte Ewigkeit später lungerten beide Schüler schnaufend auf der Couch, der Aufsatz vergessend in einer Ecke liegend. „Ich wusste gar nicht, dass man mit dir Spaß haben kann, Malfoy.“ „Halt die Klappe, Potter.“ „Du kannst mir meine Laune nicht vermiesen, ich bin viel besser gelaunt als vorher“, schnaufte Harry grinsend. „Meine Anwesenheit hat deine Laune verbessert?“ „Halt die Klappe, Malfoy.“ „Es ist immer wieder aufregend sich mit dir auf diesem Niveau zu unterhalten.“ Harry kicherte. „Irgendwie ist diese Unterhaltung seltsam“, sinnierte er. „Das liegt dann wohl an dir, Potter“ Harry schnaubte, sein Grinsen jedoch blieb. Wenn man sich Dracos Sticheleien nicht so zu Herzen nahm, war das Ganze eigentlich ziemlich unterhaltsam. Es erinnerte ihn an die kleinen Sticheleien zwischen seinem Vater, Remus und Sirius – nur nicht ganz so vertraut. „Wie wäre es, wenn wir öfters einfach so etwas zusammen unternehmen. Ohne zu streiten. So wie eben?“ Draco schaute auf. „Du willst mich jeden Tag wie ein Irrer durch die Bibliothek jagen? Nein danke.“ Harry lachte. „Nur zu deiner Information, ab irgendeinem Punkt, hast du mich gejagt.“

Sie wurden unterbrochen, als Sirius und James hereinkamen. Wenn die Auroren überrascht darüber waren, die beiden hier gemeinsam anzutreffen, ließen sie es sich nicht anmerken. „Hey ihr zwei, macht ihr etwa eure Aufgaben?“, fragte James grinsend, während Sirius das Blatt Pergament vom Boden aufhob und einen Blick darauf warf. „Ja, Draco und ich haben beschlossen, all unsere Aufgaben gemeinsam zu machen.“ Draco öffnete empört den Mund, schloss ihn aber dann wieder. Kein Streit. Er begnügte sich schlussendlich mit einem: „Ich hasse dich, Potter.“ „Das weiß ich bereits“, sagte Harry gelassen. Malfoy hob eine Braue und Harry war sich ziemlich sicher, dass Draco belustigt war. „Diese Verbesserungen sind gut“, teilte ihnen Harrys Pate mit. Draco streckte sein Kinn. „Natürlich sind sie das, die habe ich gemacht.“ Sirius lachte. „Diese Portion Selbstbewusstsein gefällt mir.“ Der Slytherin sah ihn überrascht an, er hatte mit einer Moralpredigt bezüglich seines Egos gerechnet. „Was guckst du so. Wir sind hier nicht in der Schule, solange sich niemand beleidigt, kann jeder so reden, wie ihm oder ihr der Schnabel gewachsen ist“, erklärte ihm James, ehe er fortfuhr: „Wir wollen euch nicht lange stören, wir sind nur auf der Suche nach einem Buch.“ Harry stand auf. „Schon okay, Dad. Ich muss sowieso den Aufsatz fertig schreiben.“ Draco folgte ihm. „Ich werde mich ebenfalls zurückziehen.“ Vielleicht würde er ja in seinem Zimmer etwas Ruhe finden.

Als die beiden Jungen die Bibliothek verlassen hatte, führte Sirius einen Aufrufzauber aus um die Sache zu beschleunigen. Überrascht zog er eine Augenbraue nach oben, als das Buch vom Couchtisch zu ihm herüber schwebte. „Haben die beiden das Buch gelesen?“, kam es fragend von James. Sirius zuckte die Schultern, es würde ihn überraschen, wenn sein Patensohn seine Nase in dunkle Magie steckte, nicht wenn es nicht unbedingt nötig war. „Denkst du, dass Harry etwas von unserem Vorhaben mitbekommen hat?“ Sirius schüttelte den Kopf. „Das denke ich nicht, aber vielleicht hat er selbst angefangen, Nachforschungen anzustellen?“ James nickte leicht. „Das wäre durchaus möglich. Aber es ist sowieso nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn in unsere Entdeckungen einweihen.“


Das Wochenende verging ohne weitere Zwischenfälle. Abgesehen von den gemeinsamen Mahlzeiten trafen sich Harry und Draco jeden Tag in der Bibliothek um ihre Hausaufgaben abzuarbeiten. Es hatte den Gryffindor doch etwas überrascht, als Malfoy tatsächlich am nächsten Tag in die Bibliothek gekommen war, aber er würde lügen, wenn er sagen würde, dass er sich nicht ein kleines Bisschen darüber gefreut hatte. Ihre Gespräche bezogen sich ausschließlich auf den Unterricht, aber das schien keinen der beiden zu stören. Sie mussten feststellen, dass es angenehm war, sich mit dem jeweils anderen zu unterhalten, ohne sich wüste Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Am Sonntagabend nahm James seinen Sohn vor dem Schlafen gehen noch kurz zur Seite und schob ihn ins Wohnzimmer. Erstaunt stellte Harry fest, dass seine Mutter und Sirius ebenfalls anwesend waren. James drückte ihn in den Ohrensessel vor dem Kamin und verwundert bemerkte der junge Gryffindor, dass vor jedem Anwesenden bereits eine Tasse mit dampfendem Tee stand. Verwirrt blickte er in die Runde. Was war denn los? Misstrauisch verengten sich seine Augen. Er konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass sie alle wieder etwas wussten, was er nicht wusste.

Als ob er Harrys Gedanken gelesen hätte, zog Sirius seinen Zauberstab hervor und sprach einen Stillezauber über sie, was seinen Patensohn veranlasste, eine Augenbraue nach oben zu ziehen. „Draco ist bereits in seinem Zimmer, jedoch sollten wir bei diesem Thema auf Nummer sicher gehen, immerhin weiß der Orden selbst auch nichts davon.“ Harry verstand sofort, dass es um die Horkruxe ging. Seine Hände begannen zu schwitzen, als Sirius zu reden begann. „Gleich an unserem ersten Arbeitstag haben wir angefangen Nachforschungen bezüglich der Horkruxe anzustellen. Es war eigentlich ein Zufall, dass uns dieses Foto hier bei unseren Recherchen im Archiv in die Hände gefallen ist.“ Er zog ein Foto aus dem Bogen, welchen er in der Hand hielt, und legte es auf den Tisch. „Wie du sehen kannst, befindet sich in dieser Vitrine Hufflepuffs Becher. Es hat einige Zeit gekostet herauszufinden, wo der Standort dieser Vitrine ist. Nachdem wir bestätigen konnten, dass sie in einer der gesicherten Abteilung des Ministeriums ist, mussten wir noch herausfinden, ob es sich dabei um eine Fälschung handelt oder nicht. Während deine Mutter nach dem passenden Zauber für diese Überprüfung suchte, waren James und ich auf der Suche nach einem Weg, um in diese Abteilung zu kommen. Normalerweise braucht man für den Zutritt in diese Abteilung die schriftliche Erlaubnis eines ranghohen Ministeriumsangestellten, aber die würden alle nur unangenehme Fragen stellen, deshalb haben wir einen Weg gesucht um – nunja, nicht ganz so legal da hineinzukommen“, erklärte Sirius und zwinkerte ihm schelmisch zu, als würde er einen dummen Jungenstreich planen. „Am besten wurde uns das gelingen, indem wir Gebrauch von deinem Tarnumhang machen. Ich hoffe mal, wir dürfen ihn uns ausborgen, sonst wäre unser schöner Plan im Arsch“, fuhr sein Vater fort. „Sprache, James“, rügte ihn Lily lächelnd.

Harry sah sie an. Er wusste nicht, was er denken sollte. Eine Welle der Euphorie schwappte über ihn, als ihm Bewusst wurde, dass sie dadurch Voldemorts Vernichtung einen kleinen Schritt näher gekommen waren. Doch dieses Hochgefühl wurde von seinen tadelten Gedanken überschattet. Hätte er nicht zumindest in irgendeiner Art und Weise mithelfen müssen, um diesen Fortschritt herbeizuführen? Er war die ganze Zeit über unbeschwert in Hogwarts gewesen und war nicht einmal auf die Idee gekommen, irgendwie nach den Horkruxen zu recherchieren. Ihn plagte ein schlechtes Gewissen.

„Bist du böse auf uns, weil wir es dir nicht gleich gesagt haben?“ Sirius’ Frage riss ihn aus seinen Gedanken. Harry lächelte leicht und schüttelte seinen Kopf. „Ich fühl mich irgendwie schlecht, weil ich mir selbst noch keine Gedanken darüber gemach habe. Ich weiß, ihr habt versprochen mir dabei zu helfen, aber ich möchte auch etwas tun. Ich weiß auch, dass ihr nicht wollt, dass ich die Schule vernachlässige, aber ich würde mir wünschen, dass ihr mir in Zukunft bescheid gebt, sobald ihr etwas herausfindet, auch wenn es nur eine Vermutung ist, denn vielleicht gibt es da etwas, dass auch ich tun kann. Auch wenn ich nur in der verbotenen Abteilung etwas nachschlagen kann – es wäre mir wichtig.“

James lächelte. Harry zeigte sich gerade von seiner erwachsenen Seite. Der Junge wusste, dass seine Möglichkeiten aufgrund seines Alters und seines Aufenthaltsortes begrenzt waren, doch anstatt wütend darüber zu sein, hatte er für sich die im Moment beste Lösung gefällt. „Wir haben nicht vor, dich auszuschließen, ich hoffe, dass haben wir dir klar gemacht. Wir verstehen deinen Drang zu helfen und respektieren ihn auch. Da dich die letzten Monate schwer belastet haben und gerade die Schule angefangen hat, wollten wir dich nicht sofort damit konfrontieren. Jetzt wo du wieder in den Alltag zurückgefunden hast und die Sache mit Draco auch nicht aus dem Ruder gelaufen ist, haben wir uns entschieden dir alles zu erklären, was wir bis jetzt herausgefunden haben. Wir würden unseren Plan nicht durchführen, solange wir dir nichts darüber erzählt haben, klar? Wir geben dir unser Wort darauf, dass wir dich daran teilhaben lassen, vor allem da du ja eine entscheidende Rolle dabei spielst“, erklärte ihm sein Vater ruhig. Harry nickte ernst.

„Wir müssen Morgen wieder zur Arbeit, da uns Kingsley aufgrund der Unterbesetzung gebeten hat, für die nächsten beiden Tage als Vertretung einzuspringen. Wir haben vor, den Plan gleich morgen in die Tat umzusetzen“, offenbarte Sirius. „Aber wie vernichtet ihr ihn?“, wollte Harry wissen. „An diesem Punkt feilen wir noch ein bisschen. Es gibt, wie du hier sehen kannst, in diesem Raum auch einige andere magische Gegenstände. Dieses Schwert ist deiner Mutter ins Auge gestochen, sie hat Nachforschungen angestellt und herausgefunden, dass es ein sehr hohes magisches Potenzial hat und zur Zeit der Hogwartsgründung geschmiedet worden war.“ Harry legte seinen Kopf leicht schief und schob den Gedanken, dass ihn seine Mutter viel zu oft an seine beste Freundin erinnerte kurz beiseite. „Aber woher wollt ihr wissen, ob das funktioniert?“ James zuckte die Schulter. „Das wissen wir nicht. Wir können es nur versuchen, da wir keine Checkliste zur Horkurxzerstörung gefunden haben. Wenn wir ihn nicht vernichten können, werden wir ihn an einen sicheren Ort bringen und überlegen dann, wie wir weiter verfahren werden.“

Harry ließ nicht locker. „Und was ist, wenn etwas schief geht? Diese Abteilung wird doch auch mit Zaubern geschützt sein, was werdet ihr tun, um nicht erwischt zu werden?“, forderte der junge Mann zu wissen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Schutzzauber außer Gefecht setzen können, ohne den Alarm auszulösen, deshalb haben wir vor auf denselben Weg hinauszugelangen, wie wir hineinkommen sind. Für den Notfall haben wir gemeinsam mit Moony einen Portschlüssel erschaffen, der die Schutzschilde des Ministeriums durchbrechen und nicht verfolgt werden kann, außerdem bringt er uns sofort hier her“, erklärte Sirius. „Es wäre sinnlos zu fragen, ob ich euch begleiten kann, oder?“ Die beiden Auroren warfen einen kurzen Blick zu Lily, die sofort den Kopf schüttelte. „Es würde zu viel aufsehen erregen, wenn der Auserwählte im Ministerium auftauchen würde, deshalb müssten wir dich versteckt halten und zu dritt haben wir unter dem Tarnumhang keinen Platz“, zählte Sirius die Schwierigkeiten auf, die mit Harrys Beteiligung auftreten würden. Harry ließ ein tiefes Seufzen hören. James legte ihm seine Hand auf die Schulter. „Wir werden auf uns aufpassen, Harryboy.“


Am nächsten Morgen war Harry kein bisschen ausgeruht. Nachdem er seinem Vater dem Tarnumhang ausgehändigt hatte, war er zu aufgeregt gewesen, um einzuschlafen. Es war bereits drei Uhr morgens gewesen, als er endlich in einen unruhigen Schlaf gefallen war. Gähnend quälte er sich aus seinem Bett und tapste ins Badezimmer um sich frisch zu machen. Fertig angezogen begab er sich hinunter und traf vor der Küche auf einen gähnenden Draco. Harry grinste, er war wohl nicht der Einzige, der nicht viel geschlafen hatte. „Guten Morgen, Sonnenschein.“ Malfoy schickte ihm einen bösen Blick. „Klappe, Potter.“ Harrys Grinsen schwand. Der Ton war nicht so wie die letzten Tage, automatisch ging er in Abwehrstellung. Dem Slytherin war die plötzliche Spannung, die zwischen ihnen aufgekommen war, nicht entgangen und wandte sich zur Seite. Musste er gerade jetzt seine schlechte Laune an Potter auslassen? Eine Entschuldigung lag ihm auf der Zunge, doch er schüttelte einfach den Kopf und schritt an dem Gryffindor vorbei hinein in das Esszimmer. Harry, etwas verwirrt von Dracos Verhalten, folgte ihm ein paar Sekunden später. Erstaunt wurden die zwei Jugendlichen angesehen. „Ihr seid schon wach?“, kam es überrascht von James Potter. „Ich wollte mich noch von dir und Sirius verabschieden“, erklärte ihm sein Sohn und niemandem im Raum entging der Ernst, welcher in seiner Stimme lag, was Draco dazu brachte verwirrt eine Augenbraue zu heben. Hatte er etwas versäumt? Um halb acht verabschiedeten sich die zwei Auroren und flohten ins Ministerium, aber nicht ohne Harry vorher das Versprechen zu geben, auf sich aufzupassen. Nachdem die grünen Flammen die beiden Männer vollkommen verschlungen hatten, beruhigte sich das Feuer und nahm seine gewohnte rotgelbe Farbe an. Harry stand noch immer an der gleichen Stelle, von welcher er die beiden verabschiedet hatte, und starrte gedankenversunken in den Kamin. Wieso nur hatte er so ein schlechtes Gefühl bei der Sache?

Ihm fiel nicht auf, dass Draco ihn von der Seite beobachtete. Irgendetwas stimmte heute mit Potter nicht. In Gedanken korrigierte er sich, mit Potter stimmte grundsätzlich etwas nicht, aber heute war es besonders auffällig. „Harry?“ Sie hatten sich in den letzten Tagen nicht festgelegt, wie sie sich zukünftig ansprechen sollten. Meist nannten sie sich beim Nachnamen, der Vorname fiel oft unbewusst und nebenbei, manchmal aber auch um zu zeigen, dass die vorher genannten Wörter keine Boshaftigkeit übermitteln sollten. Der Retter der Zauberwelt schüttelte leicht den Kopf und wandte sich mit fragendem Blick dem Slytherin zu. „Deine Mutter hat mich vorher gefragt, ob wir ihr beim Tränkebrauen helfen wollen“, offenbarte ihm der Blonde. Harry stöhne auf und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Merlin, steh mir bei! Wie konnten mich die beiden nur mit zwei Zaubertrankfanatikern alleine lassen?“, fragte er mit gespieltem weinerlichen Tonfall, was Draco ein kurzes Schmunzeln in sein blasses Gesicht trieb. „Hast du etwa Angst, Potter?“ Harry, ließ seine Hände sinken. Er nahm die unterschwellige Herausforderung gerne an, nicht zuletzt um sich auf andere Gedanken zu bringen. „Niemals, Malfoy.“



„Du bist wirklich besser geworden. Du warst letztes Jahr immerhin noch grottenschlecht“, kam es nach einiger Zeit von Draco, als sie gerade dabei waren die getrockneten Adzukibohnen zu zermahlen und dem Trank beizufügen. Als Harry merkte, dass dies eine reine Feststellung und keine Schikane sein sollte, grinste er verschlagen. „Ich weiß“, sagte er süffisant. Malfoy hob nur eine Augenbraue, sagte aber nichts. Irgendwie schafften sie es eine annähernd freundliche Diskussion über ihre Erfahrungen mit dem Tränkebrauen zu führen, nachdem keiner von ihnen zu der spannungsgeladenen Stimmung von vor dem Frühstück zurück wollte – und ihre Beziehung festigte sich ein wenig mehr. Lily, die gerade selbst ihr eigenes Süppchen kochte, beobachtete das ganze lächelnd.

Es war kurz vor dem Abendessen, als Harry, welcher seiner Mutter gerade beim Kochen half, ein Poltern aus dem Wohnzimmer vernehmen konnte. Gespannt darüber, ob es ihnen geglückt war den Horkrux zu vernichten, lief er hinüber um die Neuankömmlinge zu begrüßen. Doch im Türrahmen blieb er wie vom Blitz getroffen stehen. Wie erstarrt blickte er auf die Szene vor ihm und er hatte das Gefühl, als würde ihm das Blut in den Adern gefrieren – ihm fröstelte. Sein Vater und Sirius standen vor dem Kamin und beide sahen aus, als kämen sie direkt von einem Schlachtfeld. James hatte mehrere Schrammen im Gesicht und war so blass, dass Harry befürchtete er würde das Bewusstsein verlieren. Sirius hatte seinen linken Arm unprofessionell einbandagiert und die Bandage triefte vor Blut. Harrys Brust zog sich zusammen. „Dad! Sirius! Was ist denn mit euch passiert?“ Ertappt hoben die beiden Auroren ihre Köpfe, doch bevor sie etwas sagen konnten, kam Lily – alarmiert durch Harrys Ausruf – in das Zimmer gerauscht. Mit einem Blick erfasste sie die Situation. „Das ist vorerst nicht wichtig. Zuerst sollten wir uns um eure Verletzungen kümmern. Die hat sich bestimmt kein Heiler ansehen lassen.“ Harry sah seine Mutter befremdlich an, welche missbilligend den Verband an Sirius’ Arm begutachtete, wie konnte sie so ruhig bleiben? Draco erschien hinter ihm, da er von dem Tumult angelockt worden war. Auch er versuchte, die Situation zu erfassen.

„Wir mussten einer Aufnahme ins Krankenregister entgehen, deshalb dachten wir, dass du dir das vielleicht ansehen könntest, Lils.“ Das waren Sirius’ erste Worte, nachdem er Lilys kritischen Blick gesehen hatte. Lily ging zu ihm und begann den Verband zu entfernen, um sich die Wunde darunter ansehen zu können. Harry stand nach wie vor wie versteinert im Türrahmen. Erst als er Draco hinter im scharf die Luft einzog, konzentrierte er sich wieder auf die Geschehnisse vor ihm. Sirius’ Verletzung sah nicht all zu gut aus, aber was war denn nur schief gelaufen? Mit aufkommender Verzweiflung wandte er sich an seinen Vater, welcher sich gerade stöhnend auf den Sessel fallen lies und sich auf den Hinterkopf griff. Harry spürte, wie das Gefühl der Nutzlosigkeit Besitz von ihm ergriff. Draco schob Potter resolut zur Seite und schritt an ihm vorbei. „Zeigen Sie mir die Wunde auf Ihrem Hinterkopf, James.“ Erstaunt sah Angesprochener den jungen Malfoy an, wandte aber seinen Kopf so, dass man die Platzwunde sehen konnte. „Sie sollten die Wunde nicht anfassen, ich muss sie zuerst desinfizieren, erst danach kann ich einen Heilzauber darüber sprechen“, erklärte Draco und beschwor das Desinfektionsmittel herbei, dass er in Lilys Schrank unten im Labor gesehen hatte. „Nicht, dass ich deinem Urteil nicht vertrauen würde, aber woher kennst du dich mit Heilmagie aus?“, kam es verwundert von James. Kurz schwieg Draco, ehe er sagt: „Mein Vater war der Ansicht, dass ich es lernen müsste.“ Während er begann die Wunde zu reinigen, wandte sich Lily an ihren Sohn. „Harry, im Spiegelschrank im Badezimmer müsstest du eine Salbe für Verbrennungen finden. Könntest du mir auch einen frischen Verband mitnehmen?“ Harry nickte nur kurz, froh darüber etwas tun zu können und verschwand aus dem Wohnzimmer.

Es dauerte nicht lange, bis er mit den gewünschten Utensilien zurückkam. Draco war mit James’ Behandlung gerade fertig geworden. „Du solltest Heiler werden, weißt du das? Deine Reaktion war vortrefflich und du weißt, was du tust“, kam es von James, der sich über seinen Hinterkopf strich. Draco konnte ein leicht zufriedenes Lächeln nicht unterdrücken, als er das hörte, Tante Lorelei hatte ihm dasselbe geraten. Während Lily sich weiter um Sirius kümmerte, heilte sich James die kleinen Wunden im Gesicht selbst, als er damit fertig war, ging Harry auf ihn zu. „Willst du mir endlich sagen, was passiert ist?“, fragte er und drückte seinem Vater einen Kopfschmerztrank in die Hand. „Du kannst Gedanken lesen, Harryboy“, seufzte James erfreut auf und leerte den Inhalt der Phiole auf einmal.

Danach wechselten Sirius und James einen nachdenklichen Blick mit seiner Mutter. Danach sahen alle drei etwas unsicher zu Harry und dann zu Draco. Der Slytherin verstand – im Gegensatz zu Harry – sofort. Augenblicklich verhärtete sich sein Gesicht. „Ich bin hier unerwünscht. Ich werde mich auf mein Zimmer zurückziehen.“ Am Absatz drehte er sich um und schritt Richtung Türe. Wie hätte er auch nur denken können, dass sie ihm erzählen würden, was passiert ist. Was immer es war, es muss etwas gewesen sein, worüber nicht einmal das Ministerium bescheid wusste, da sie einer Aufnahme ins Krankenregister entgehen wollten. Aber als Sohn eines Todessers, der er nun einmal war, würden sie ihn bestimmt in keine Details einweihen. Und am schlimmsten traf es ihn, dass ihn der Gedanke wirklich verletzte. Auf seine verzwickte Art und Weise wollte er ihnen helfen, diesen Krieg zu gewinnen, aber wie sollte er das anstellen, wenn er nicht erwünscht war?

Als Harry begriff, dass sie das Thema Horkruxe nicht vor Draco debattieren konnten, reagierte er sofort. Er wollte Draco nicht ohne Erklärung wegschicken, schnell ergriff er dessen Oberarm. „Was, Potter!“, zischte der Blonde, doch Harry blieb unbeeindruckt. „Wir schicken dich nicht weg, weil wir dir nicht trauen.“ Sein Gegenüber schnaubte. „Natürlich, Potter.“ Der Schwarzhaarige ließ seinen Arm los und begann zu erklären: „Wir müssen etwas besprechen, von dem nicht einmal Ron und Hermine eine Ahnung haben. Im Gegensatz zu dir wissen sie nicht einmal, dass es da etwas gibt, dass ich vor ihnen geheim halte.“ Draco sah ihn misstrauisch an. Potter war bekannt dafür, sein Herz bei dem Schlammblut und dem Wiesel auszuschütten, wieso sollte es dieses Mal nicht so sein? Harry lächelte unglücklich. „Dumbledore hat mir Verboten es überhaupt jemandem zu erzählen, ich hab schon ein schlechtes Gewissen, es Mum, Dad und Sirius erzählt zu haben. Es ist gefährlich und ich will nicht noch mehr Menschen damit hineinziehen.“ Draco beobachtete ihn genau. Er suchte nach etwas und nach einigen Sekunden schien er es ihn Harrys Augen gefunden zu haben. Ehrlichkeit. Kurz nickte er und verließ das Zimmer, sich selbst nicht im klaren was er fühlen sollte. Augenblicklich wurde ein Stillezauber über den Raum gelegt.

Harry sah ihm nach und biss sich auf die Unterlippe. „Das ging nach hinten los, oder?“ Sirius gluckste. „Ich glaube du bist hier der Einzige, der das so sieht. Ich habe das Gefühl, dass Draco verstanden hat, dass wir ihn nicht wegschicken, weil wir ihm arg misstrauen. Vor allem das Argument, dass deine beiden Freunde es nicht wissen, wird ihn besänftigt haben.“ Harry seufzte. „Wie gesagt, ich hasse es etwas geheim zu halten. Ich will mir gar nicht ausmalen, was Hermine und Ron dazu sagen, wenn sie je herausfinden, dass ich etwas so Großes vor ihnen geheim halte.“ Kurz herrschte Schweigen, ehe Harrys Aufruhr erneut von ihm Besitz ergriff. „Also was ist passiert?“, fragte er und sein Ton ließ vermuten, dass er keine weiteren Unterbrechungen dulden würde. „Wir haben den Horkrux vernichtet“, offenbarte ihm sein Patenonkel. Harrys Augen wurden groß. Hatten sie es wirklich geschafft? Konnte es wirklich sein, dass sie ihrem Ziel ein kleines Stückchen näher gekommen waren? „Unser Plan in die Abteilung zu kommen hat tadellos funktioniert, nur hat es etwas gedauert, bis wir herausgefunden hatten, wie wir das Schwert benutzen mussten, um den Becher vollkommen zu zerstören. Dabei gab eine kleine Explosion, wobei sich Sirius, welcher das Schwert geführt hat, diese Verbrennung zugezogen hat und ich die Verletzung am Hinterkopf. Leider ist dabei die ganze Magie des Schwertes vollkommen aufgebraucht worden“, fuhr James mit der Erzählung fort.

Harry schluckte. „Habt ihr ihn mitgenommen?“ James und Sirius sahen sich kurz an, ehe James den in mitleid gezogenen vergoldeten Becher aus seiner Hosentasche hervor zog und ihn seinem Sohn überreichte, welcher auf ihn zugekommen war. Dieser nahm ihn vorsichtig entgegen. Kurz hielt er inne und seufzte nach ein paar Sekunden erleichtert aus. „Was ist los?“, verstand Lily nicht ganz. „Naja, bei Riddles Tagebuch hatte ich immer so ein komisches Gefühl, wenn es in meiner Nähe war. Als würde mir jemand eine eiskalte Hand auf die Schulter legen. Ich denke es hat damit zutun, dass ich diese Verbindung mit Voldemort habe, deshalb kann ich die Anwesenheit seiner Magie spüren.“ Erstaunt wurde er angesehen. „Aber hier spüre ich nichts mehr. Das bedeutet also, dass ihr den Horkrux wirklich zerstört habt.“ Langsam lies er sich neben seinem Vater auf der Couch nieder. „Irgendwie kann ich es gar nicht fassen.“ James lächelte verstehend, während Sirius sagte: „Das solltest du aber. Und ab morgen suchen wir den nächsten.“ Doch da hatte er wohl seine Rechnung ohne Harrys Mutter gemacht. „Nichts da! Ihr müsst euch ausruhen, diese Verletzungen sind nicht zu unterschätzen. Ab mit euch unter die Dusche! Erst wenn ihr sauber seid, gibt es Abendessen und danach geht es ohne Widerrede ab ins Bett. Haben wir uns verstanden?“ „Lilymäuschen, bist du dir sicher, dass du nicht mit McGonagall verwandt bist?“ „Abmarsch!“ Schneller als Harry gucken konnte, waren die beiden Auroren verschwunden. Lily schüttelte verständnislos ihren Kopf und murmelte etwas von zwei kleinen Kindern, ehe sie in Richtung Küche davon schritt, um nach dem Essen zu sehen.

Harry blieb auf seinem Platz und starrte auf den verkohlten Becher in seinen Händen. Sie hatten einen Teil von Voldemorts Seele zerstört. Ein Schauder lief über seinen Rücken. Er konnte der Frage, die ihm seit geraumer Zeit plagte nicht mehr davonlaufen. Wie sollte er das schaffen? Er biss sich auf die Unterlippe, als er an die Verletzungen dachte, die sich Sirius und sein Vater zugezogen hatten. Er wusste nicht, wo diese Verzweiflung plötzlich herkam, aber es war doch offensichtlich, dass er dem nicht gewachsen war. Die beiden waren ausgebildete Auroren, wie sollte er dann jemals einen Horkrux vernichten, geschweige denn Voldemort töten? Ein Schluchzen kämpfte sich seine Kehle herauf und er war dankbar, dass seine Mutter vergessen hatte, den Stillezauber aufzuheben. Was er jedoch nicht wusste, war, dass er bereits von einem Paar grauer Augen aufmerksam beobachtet wurde.


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