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Fanfiction

Auferstanden - Entschlossenheit

von MelRU

Kapitel 22

[Entschlossenheit]

Ohne Mut und Entschlossenheit kann man in großen Dingen nie etwas tun, denn Gefahren gibt es überall.


Die negativen Gedanken schlangen sich wie schwere eiserne Fesseln um seine Brust und lähmten ihn am ganzen Körper. Zittrig versuchte der junge Potter seiner Gefühle wieder Herr zu werden. Seine Familie und seine Freunde hatten ihm doch schon so oft gesagt, dass er all das nicht alleine durchstehen musste. Aber egal wie sehr sie ihn unterstützten, eine Aufgabe gab es, die er – und nur er – bewältigen konnte. Ein bitteres Seufzen entwich ihm, als die kleine Stimme in seinem Kopf vehement die Prophezeiung diktierte. Beide werden sterben, während der andere überlebt. Er musste Voldemort vernichten, oder dieser würde ihn töten. Niemand sonst konnte dieses Monster aufhalten. Ein Schauder lief erneut über seinen Rücken. Er war der Auserwählte. Harry zuckte zusammen, als er Schritte hörte, die sich ihm näherten. Schnell fuhr er sich mit der Hand fahrig über die Augen, um die verräterischen Tränen wegzuwischen. „Mir geht es gut“, presste er hervor, ehe er sich zu dem Neuankömmling umdrehte. Seine Augen wurden groß, als er Malfoy erblickte. Der Gryffindor wartete bereits auf die ersten spöttischen Worte, als Draco plötzlich in die Tasche seines Sweatshirts griff und ein sauberes Taschentuch hervorzog, um es seinem Schulkameraden zu reichen. „Du siehst grässlich aus, Potter.“ Harry nuschelte ein halbherziges: „Sieh dich doch mal selbst an“, nahm jedoch das Tuch entgegen und schnäuzte sich geräuschvoll.

Draco zog die Nase kraus, ehe er sagte: „Du solltest lernen, deine Gefühle nicht so zur Schau zu tragen. Diese Schwäche macht dich und deine Handlungen berechenbar.“ Der Schwarzhaarige blickte trotzig zu ihm hoch. „Was? Damit ich ein Gesicht aus Stein habe, so wie du?“, schoss Harry zurück, doch zu seiner Überraschung schmunzelte Draco nur kurz, ehe er wieder ernst wurde. „Also“, auffordernd sah er ihn an. „Was hast du für ein Problem?“ Erstaunt wurde der Slytherin angesehen, was ihn zu einem genervten Schnauben veranlasste. „Ich frage das nicht, weil ich dir helfen möchte, sondern weil ich nicht jeden Tag deine heulende Visage sehen will.“ Auf Harrys Gesicht schlich sich ein Grinsen. „Klar.“ Als er nichts weiter sagte, verdrehte Draco die Augen. Potter musste man auch immer alles aus der Nase ziehen. Harry lachte. „Ich wusste, dass du das jetzt machst.“ Der Blonde sagte nichts, dieses eine Mal, ließ er Potter den Spaß.

Als Harry aufgehört hatte zu lachen, kehrte dessen Unsicherheit zurück und er wandte sein Gesicht von dem Slytherin ab. „Bei eurem Gespräch gerade eben ging es um Voldemort“, stellte Draco fest. Als Potter dies nicht abstritt, nickte er – mehr für sich selbst, als für jemand anderen – und fuhr fort: „Wenn ich deine zur Schau getragene Palette von Gesichtsausdrücken richtig deute – und davon gehe ich aus – spielst du den mitleiderregenden Ritter einer Fantasiegeschichte, der sich nicht gewachsen fühlt, den Drachen alleine umzulegen.“ „Wenn es nur ein Drache wäre“, nuschelte Harry und spielte auf die Geschehnisse in ihrem vierten Schuljahr an, „mit denen hätte ich wenigstens Erfahrung.“ Kurz wurde er von Draco gemustert. „Weißt du, man kann vieles über dich behaupten Potter, aber nicht das du schwach bist. Dein übertriebener Sinn für Gerechtigkeit, dein Gryffindorstolz und deine ungesunde Portion an Mut können dich zu einem gefährlichen Gegner machen, den man nicht unterschätzen sollte. Und ich weiß, wovon ich rede.“

Harry sah ihn weiterhin an. Versuchte Draco gerade ihn aufzumuntern? Auf seine seltsame Art und Weise schaffte er es, etwas von dem Schatten, der sich um Harrys Herz gelegt hat, wegzureißen. „Wieso bist du nett zu mir?“ Diese Worte kamen dem Gryffindor über die Lippen, ohne nachzudenken. Draco seufzte theatralisch und ließ sich ihm gegenüber sinken. „Ich bin nicht nett.“ Er schlug die Beine übereinander. „Nicht wirklich“, murmelte er, ehe er Harry wieder ansah. „Ich weiß, eigentlich sollte ich dich piesacken. Aber es macht mir gerade keinen Spaß. Was nicht heißen soll, dass ich dich leiden kann, Potter“, beharrte er zum Schluss vehement Harry lächelte schief. „Aber ich kann dich und deine Taten sehr wohl schätzen und respektieren“, fügte er hinzu und sein Gesicht nahm kurzzeitig sanfte Züge an, ehe er wieder ernst wurde. „Potter.“ Harry hob die Augenbraue. „Was?“ „Wirst du Voldemort besiegen?“ Harry blieb für einen Moment die Luft weg. Was war das denn jetzt für eine Frage? „Natürlich will ich Voldemort besiegen!“ Der Slytherin schüttelte den Kopf, stellte beide Beine auf den Boden und lehnte sich etwas nach vorne. „Ich hab nicht gefragt, ob du ihn besiegen willst. Wollen kann man viel. Ich habe dich gefragt, ob du ihn besiegen wirst.“

Harry blickte auf seine Hände, welche auf seinem Schoß ruhten. Er wusste, dass es für ihn an der Zeit war, endgültig eine Entscheidung zu fassen, er konnte es sich nicht leisten, jedes Mal die Fassung zu verlieren. Wie hatte Sirius einmal gesagt? Es ist nicht schlimm mit einer Situation überfordert zu sein. Man muss sich nur zu helfen wissen. „Ich will keine hinderlichen Zweifel sehen, Potter. Gib mir gefälligst die richtige Antwort!“, schrien Dracos Gedanken. Wenn Potter sagte, dass er etwas tut, dann tat er das auch, auch wenn er dazu Himmel und Hölle in Bewegung setzten musste. Harry hob seinen Kopf und blickte Draco tief in die Augen, um seine Entscheidung, die sein Herz schon längst gefällt hatte, sein Verstand jedoch nie so wirklich wahr haben wollte, zu offenbaren. „Ja, das werde ich.“ Der Blonde nickte, das reichte ihm. „Ich bin zwar kein verdammter Gryffindor, der sich selbst opfert, aber ich werde versuchen zu helfen. Nein, ich werde helfen. Ich weiß, dass du buchstäblich im Zentrum von allem stehst und jede helfende Hand gebrauchen kannst. Also lasst mich helfen.“

Harry hatte das Verlangen sich in den Oberarm zu zwicken. Hier saß Draco Malfoy, ihm gegenüber in seinem Wohnzimmer und bot ihm und all den Zauberern und Hexen der hellen Seite seine Hilfe an. In den letzten Tagen waren einige Dinge passiert, die er selbst vor ein paar Monaten für unmöglich gehalten hatte, aber Draco überraschte ihn immer wieder aufs Neue. Plötzlich erfasste ihn eine Welle der Euphorie, aber er musste sich zur Ruhe mahnen, sie waren so weit gekommen, er durfte jetzt nichts Falsches sagen, ansonsten waren die Fortschritte der letzten Tage umsonst gewesen und Draco würde ihnen seine Hilfe vielleicht doch noch verwehren. Er wollte gerade den Mund aufmachen, als er ihn wieder schloss ohne, dass ein Laut über seine Lippen gekommen war. „Was?“, fragte der Junge ihm gegenüber und seine Stimme kam einer eisigen Tonlage ziemlich nahe. Harry seufzte und biss sich auf die Unterlippe. „Naja, ich hab mich gerade wahnsinnig gefreut, als du sagtest, dass du uns helfen willst und wenn es nach mir ginge, wäre das auch kein Problem, aber das müssen wir wahrscheinlich mit dem Orden besprechen, immerhin …“

„Immerhin bin ich der Sohn eines Todessers“, beendete Draco den Satz. Harry sah ihn an und konnte den Frust in seinen Gesichtszügen erkennen, auch wenn der Blonde versuchte ihn zu verstecken. „Du bist der Junge-der-lebt, Potter. Wer, wenn nicht du, soll der Anführer der hellen Seite sein? Zu wem sollen die Leute sonst kommen, wenn nicht zu dir“, beharrte der Slytherin. „Ich leite den Orden nicht!“, wehrte Harry ab. „Wie könntest du, du bist sechszehn, Dummkopf. Aber du hast Einfluss, Potter. Werde dir deiner Position gewahr und nutze sie endlich. Wenn du befürwortest, dass ich dem Orden helfen kann – sei es auch nur um ein paar nützliche Tränke zu brauen, dann werden sie es eher akzeptieren können.“ Harry nickte kurz, auch wenn er in der Vergangenheit nicht besonders froh über seine Stellung in der Zaubergesellschaft gewesen war, konnte sie ihm in diesem Fall nützlich sein.

Er hatte, als sie hier hergekommen waren, die Entscheidung gefasst, Draco nicht nur helfen zu wollen, sonder ihn in das Ganze mit einzubinden. Denn so wie Draco vorhin gesagt hatte, dass er wüsste, dass Harry ein ernst zu nehmender Gegner ist, so wusste auch Harry, dass man die List und den Verstand von Draco Malfoy ebenso wenig unterschätzen sollte. Er vertraute dem Slytherin und er erwartete insgeheim mehr als nur ein paar Tränke. „Gut, ich werde es versuchen. Außerdem hab ich Mum, Dad und Sirius auf meiner Seite, gemeinsam werden wir es schon schaffen den Orden zu überzeugen.“ Draco war kurzzeitig überrascht, als Harry so mir nichts dir nichts seine Eltern und seinen Paten miteinbezog, nickte aber dann. „Wir sollten alles Weitere mit deinen Eltern nach dem Essen besprechen.“ Bevor Harry Zeit hatte zu reagieren, erhob sich der Blondschopf. „Wasch’ dir dein Gesicht, Potter. Sonst vergeht mir der Appetit.“ Und mit diesen Worten schritt er erhaben Richtung Esszimmer davon.

Als Harry ihm wenig später folgte, stand seine Mutter plötzlich vor ihm. Sanft und mit einem beruhigenden Lächeln im Gesicht strich sie ihm durch die Haare. „Geht es dir gut?“ Plötzlich ging Harry ein Licht auf. „Du hast gar nicht vergessen den Stillezauber aufzuheben.“ Kurz sah seine Mutter ertappt aus, ehe sie schief lächelte. „Als ich das Wohnzimmer verlassen habe, hab ich gesehen wie Draco die Treppen herunterkam. Ich dachte mir, ich überlasse es ihm, dich aufzumuntern.“ „Woher wusstest du, dass er das tun würde.“ „Im Herzen ist er ein guter Junge, Harry.“ Harry kam nicht um den Gedanken herum, dass ihn seine Mutter manchmal mit ihrer Gutmütigkeit an Dumbledore erinnerte. „Ja, das ist er.“ Kurz schwiegen sie, ehe er sich wieder an seine Mutter wandte. „Mum?“ „Hmmm?“ „Du bist ganz schön hinterlistig.“ Lilys Reaktion war nur ihr bezauberndes glockenhelles Lachen, ehe sie Harry einen Kuss auf die Stirn drückte und ihn ins Bad schickte, um sich frisch zu machen.


„Sirius. Dad. Wir müssen mit euch reden“, wandte sich Harry nach dem Essen an die beiden Auroren. Sirius blickte zu James. „Den Ton hat er von deiner geliebten Frau. Ich habe plötzlich das Gefühl etwas angestellt zu haben und mich dafür schuldig fühlen zu müssen.“ James grinste leicht, sagte aber nichts, da ihm aufgefallen war, dass Harry bewusst das Wort „wir“ verwendet hat. Das schloss somit den ernst aussehenden Draco auf der anderen Seite des Tisches mit ein. Er nickte seinem Sohn zu, um fortzufahren. „Draco hat uns seine Hilfe angeboten und wir müssen nun den Orden davon überzeugen, dass Draco auf unserer Seite ist“, resolut stellte er seine Eltern vor beschlossene Tatsachen. Die drei Erwachsenen schienen erfreut das zu hören und nach einem aufmunternden Lächeln von Lily und einem anerkennenden Blick von James, stieß Dracos unbewusst die Luft aus, von der er gar nicht gewusst hatte, dass er sie angehalten hatte.

Sirius haderte kurz mit sich selbst. Natürlich freute er sich darüber, dass Draco diesen Schritt von sich aus gewagt hatte, aber sie mussten dem Jungen klar machen, dass nicht alle so positiv überrascht reagieren würden, wie sie. Sie würden mehr brauchen als gut platzierte Worte um den Orden von Dracos förderlichen Absichten zu überzeugen und das würde für keinen von ihnen, und vor allem für Draco, nicht leicht werden. Er entschied sich, den Jungen ins kalte Wasser zu werfen. „Ich weiß, dass dir das Ganze nicht behaglich sein wird, aber so wie ich dich kenne, warst du klug genug und hast dich bereits darauf eingestellt nicht mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Also: Ich will es wissen. Und ich will es genau wissen.“ Dieses Mal war es Harry, der seinen Patenonkel erstaunt ansah. So ernst bekam man ihn selten zu Gesicht. „Ich mag dich, Junge, aber ich habe nicht vor diese Familie in irgendeiner Art und Weise in Gefahr zu bringen. Mein Instinkt sagt mir, dass wir dir vertrauen können, aber ich will einen Grund. Einen vernünftigen Grund. Wieso tust du das? Wir haben dich hier her gebracht, um dir Schutz anzubieten und dir zu helfen. Wir erwarten dafür keine Gegenleistung, das ist dir klar, oder? Niemand verlangt von dir, dass du dich auf „unsere Seite schlägst“. Doch du hast dich entschieden uns zu helfen – wieso?“

Draco straffte seine Schultern, doch bevor er etwas sagen konnte, fuhr Sirius fort: „Du bist in der ersten Reihe gestanden und weißt, wie die Welt aussehen würde, falls Voldemort diesen Krieg gewinnt. Es macht dir Angst und das macht dich wütend. Du willst deine Mutter retten und du willst dich für das Leid, was deiner Familie angetan wurde, rächen.“ Dracos Gesicht hatte sich innerhalb der letzten Sekunden so angespannt, dass die Wangenknocken unnatürlich hervortraten. Harry wollte Sirius fragen, was das sollte, doch der Blick von seinem Vater hielt ihn zurück. Wieso verlangen sie das von Draco? Sie wussten das alles doch bereits von Lorelei. „Das ist richtig“, presste der Blonde hervor. „Sind das die einzigen Gründe?“, hackte der andere Auror nach. Kurz wandte sich der Junge ab. „Es fühlt sich richtig an euch zu helfen.“ Harry grinste breit. Wurde Draco etwa gerade rot? „Draco, sieh mich bitte wieder an.“ Es dauerte etwas, bis der Slytherin Sirius’ Bitte nachkam. Sanft wurde er angelächelt. „Ich hasse dieses guter Auror, böser Auror Spiel, aber weißt du, wieso wir dich da gerade durch gequält haben?“

„Ich kann nicht erwarten von eurer Seite mit offenen Armen empfangen zu werden, so wie es hier in diesem Haus der Fall war. Ihr wolltet mir klar machen, dass es durchaus passieren kann, dass mir von den anderen Hass und Misstrauen entgegen kommen. Aber damit hab ich bereits gerechnet.“ James nickte. „Das war ein Punkt. Der andere Punkt ist der, auf den du empfindlich reagiert hast. Das Sirius plötzlich diesen Ton angeschlagen hat, hat dich nicht aus der Bahn geworfen, du hast dich darauf vorbereitet. Das, was dich etwas aus der Fassung gebracht hat, waren deine Beweggründe. Solange du nicht - mit demselben ernsten Gesicht wie Harry gerade eben - deine Standpunkte den anderen verdeutlichen kannst, können wir dich nicht zu einem Ordenstreffen mitnehmen, sie würden dich auseinandernehmen.“

„Veritaserum.“

„Wie bitte?“

„Ich sagte: Veritaserum. Dasselbe Spiel wie eben, nur vor Publikum und mit dem Einfluss von Veritaserum“, erklärte er den anderen. „Du willst dich vor den Ordensmitgliedern dieser Befragung unterziehen?“, fragte Sirius erstaunt. Draco schnaubte. „Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann ziehe ich die auch durch. Und wenn ich sie durchziehe, dann effektiv! Solange sie mir nicht trauen, bringen meine gebrauten Zaubertränke nichts, da ich sie vermutlich alle vergiftet habe“, spöttelte der Blonde. „Den Beweis mit Veritaserum können sie nicht einfach ignorieren!“ Harry sah ihn einen Augenblick überrascht an. „Das ist mutig“, entwich es ihm. „Ist es nicht, Potter. Ich werde nur Fragen beantworten.“ „Aber in dem Zustand würdest du alle Fragen beantworten.“ „Was denn, werdet ihr mich nach dem Passwort unseres Verließ’ fragen? Wohl kaum, ihr habt genug Gold. Wobei bei Weasley müsste ich mir Sorgen machen.“ Harry boxte ihm gegen den Oberarm. „Den letzten Satz hättest du dir sparen können.“ Draco zuckte mit den Schultern. „Aber vermutlich hast du wohl recht, so können wir sie am schnellsten überzeugen.“ Kurz verfielen sie in Schweigen, während die Erwachsenen sie musterten. „Hey, Potter?“, wandte sich plötzlich der Slytherin an sein Gegenüber. „Was?“ „Hast du wirklich gesagt, dass ich recht habe?“, fragte Draco. „Gewöhn dich nicht daran, Malfoy“, erwiderte Harry skeptisch. Draco grinste plötzlich. „Hätte ich auch nicht anders von dir erwartet“, stimmte er zu.

„Ihr beide seid ein seltsames Duo“, kam es von Sirius, der beide aufmerksam, mit einem leichten Funkeln in den Augen, musterte. James grinste. „Aber es scheint zu funktionieren, Padfoot.“ „Das tut es, die beiden haben mehr Hürden überwunden, als wie ihnen zugetraut haben“, lächelte Lily sanft. Harry wandte sich an Draco. „Fühlst du dich auch gerade wie ein Versuchsobjekt?“ Der Slytherin zog die Nase kraus, was Harry dazu brachte aufzulachen.


Wenig später saßen Harry und Draco in der Bücherei der Potters und erledigten ihre letzten Hausaufgaben. Harry rutschte auf seinem Sessel hin und her. „Potter, wenn du das nicht bald abstellst, kann ich für nichts garantieren“, knurrte der Blonde. Harry sah ihn schmollend an. „Ich bin aufgeregt wegen dem Ordenstreffen, welches Dad und Sirius extra für morgen einberufen haben.“ Draco nickte leicht, er hatte selbst nicht damit gerechnet, dass es so schnell passieren würde, aber das änderte nichts an seiner Entscheidung. „Dad hat ihnen nicht gesagt, dass du das „neue potenzielle Mitglied“ bist. Ich bin gespannt, wie sie reagieren, wenn sie es herausfinden … aber auf der anderen Seite auch irgendwie nicht. Ich meine, wer weiß schon …“

„Potter halt die Klappe. Was passiert, passiert. Wir wissen es morgen.“ Harry legte seinen Kopf leicht schief. „Wie kannst du so ruhig bleiben?“ Draco schnaubte. „Training.“ Harry lachte. „Mich kannst du nicht täuschen, Malfoy. Wetten, dass du nervös bist? Nur willst du es nicht zeigen. Stimmt‘s?“ Draco zog seinen Zauberstab und ließ Harrys Unterlagen in der ganzen Bibliothek herum schweben. „Ich sagte: Klappe, Potter. Mach gefälligst deine Aufgaben und sei ruhig dabei.“ Der Gryffindor meckerte irgendetwas, während er seine Schulsachen wieder zusammensuchte, was Draco zum Schmunzeln brachte. Nachdem der Schwarzhaarige wieder Platz genommen hatte, war herrschte eine entspannte Stille im Raum, welche von Harry durchbrochen wurde. „Wie willst du dem Orden helfen?“

„Das habe ich bereits gesagt, hör gefälligst zu, Potter“, sagte Draco ohne aufzusehen. Jedoch konnte er Harrys durchdringenden Blick spüren, also legte er seine Schreibfeder zur Seite. „Ich kann Tränke brauen.“ „Ja das kannst du, aber ist das alles, was du tun willst?“ „Sie werden mich nicht wirklich etwas anderes machen lassen.“ Harry begann mit seiner Feder zu spielen. „Weißt du, ich hab nachgedacht“ Draco klatschte die Hände zusammen und sah Harry fassungslos an. „Nein! Bei Merlins Bart, das gibt’s nicht!“ Ihm flog ein Tintenfässchen entgegen, welches er als Sucher natürlich geschickt auffangen konnte. „Worüber hast du nachgedacht?“, wollte er wissen, nachdem er das Fässchen an seinen Platz zurückstellte.

„Wenn ich Voldemort besiegen will, muss ich etwas dafür tun. So wie ich jetzt bin, kann ich nicht viel gegen ihn ausrichten.“ Der Slytherin verstand, vorauf der andere Junge hinaus wollte. „Du willst trainieren.“ Harry nickte. „Wir brauchen viel mehr Übung im Duellieren. Sonst überleben wir nicht einmal ein Zusammentreffen mit den Todessern, was früher oder später folgen wird.“ Die grauen Augen sahen ihn durchdringen an. Schnell wurde Harry bewusst, dass sein Mund wieder schneller gewesen war als sein Hirn. „Also ich brauche mehr Übung.“ Draco zog eine seiner feinen Augenbrauen in die Höhe. „Und wir sollen hilflos sterben oder was?“ Das brachte Harry aus der Fassung. „Nein, ich meinte … also ihr solltet nicht alle für so etwas trainieren müssen.“ „Ich denke nicht, dass wir eine Wahl haben, Potter. Voldemort ist irgendwo da draußen und irgendwann, vielleicht nicht heute oder morgen, aber irgendwann wird die große Schlacht kommen, bei der wir alle kämpfen müssen, um unser Leben und das, was uns lieb ist zu verteidigen.“

„Du willst mit uns kämpfen?“, fragte Harry vorsichtig nach. Draco gab ein schnarrendes Geräusch von sich. „Hör mir zu, wenn ich rede, Potter. Ich habe dir bereits erklärt, dass ich kein verdammter Gryffindor bin, der sich heroisch in die Schlacht wirft und sich selbst opfert. Aber indem ich dir Hilfe anbiete – egal in welcher Form – begehe ich gegenüber Voldemort und seiner Truppe Höchstverrat, somit stehe ich genauso auf seiner Abschussliste und ich will vorbereitet sein.“ Harry nickte, das genügte ihm einstweilen. „Dad und Sirius können uns bestimmt trainieren.“ Draco machte eine abschätzende Handbewegung. „In den Ferien – ja. Aber sie können uns nicht mehr trainieren, sobald wir in Hogwarts sind“, tat er seine Überlegung kund. „Aber dort haben wir Lupin, Professor Tonks und Tante Lorelei. Sie sind alle drei Ordensmitglieder und Professor Tonks und Lorelei sogar ausgebildete Auroren“, fügte er hinzu. „Und Remus ist Verteidigungsprofessor ist ebenso eine gute Wahl“, kam es bestimmt von dem Gryffindor. „Ich hab nicht das Gegenteil behauptet, Potter“, sagte er lächelnd. Es war amüsierend, wie sehr der schwarzhaarige Junge den Werwolf immer verteidigte.

Plötzlich änderte sich etwas im Gesichtsausdruck des schwarzhaarigen Jungen und er wandte sich genervt an Draco. „Wir sollten lernen Stillezauber zu verwenden. In diesem Haus wird man immer belauscht.“ „Was soll das heißen, junger Mann? Darf ich mich in meinem Haus nicht mehr frei bewegen?“ Harry lachte. „Das hab ich nicht gesagt, Dad. Aber es wäre nett, wenn ihr euch bemerkbar macht, wenn ihr hereinkommt.“ Sirius grinste ungeniert. „Aber es macht Spaß zu lauschen.“ Harry schüttelte lächelnd den Kopf. „Was habt ihr gehört?“ Beide kamen auf die Schüler zu. „Nur dass wir eingeteilt wurden, euch zu trainieren.“ Draco wandte sich erstmals an die beiden Auroren. „Voldemort hat es auf Potter abgesehen, deshalb ist es für ihn besonders wichtig sich zu verteidigen, aber auch seine Freunde sollten damit anfangen, denn niemand von euch erwartet wirklich, dass sie sich da raushalten, oder? Abgesehen davon haben stehen sie sowieso aufgrund ihrer Beziehung zu Potter auf der Abschussliste. Ebenso wie ich.“ Harry nickte zustimmend. „Deshalb brauchen wir euer Wissen und euer Können als Auroren um unsere Verteidigung zu verbessern und uns im Ernstfall duellieren zu können.“

James nickte zufrieden. Diese Jungen wuchsen immer mehr über sich hinaus. „Ich denke so ein kleiner magisch geschützter Trainingsraum im Keller, gegenüber von Lilys Tränkelabor, könnte nicht schaden.“ Sirius stimmte dem zu. „Dort können wir euch dann verschiedene Zauber beibringen, sowohl welche für die Verteidigung als auch welche die ihr zum Angriff gebrauchen könnt, ohne das ganze Haus zu zerlegen.“ James spannte den Gedanken fort: „Und am besten geht so was mit praktischen Übungen, also Duellen.“ Sirius nickte. „Vielleicht sollten wir uns mit ihnen auch einmal im Garten duellieren, wer sagt uns, dass wir uns in Zukunft nur in Gebäuden mit Todessern duellieren müssen? Über Stock und Stein, Wiese und Feld ist das gleich um einiges schwieriger und natürlich spielt auch Fitness eine wichtige Rolle.“

Gesagt getan.

Durch ein energisches Rütteln an seiner Schulter wurde Harry am nächsten Morgen aus dem Land seiner Träume gerissen. Fest entschlossen den Unruhestifter qualvoll zu ermorden, öffnete er widerwillig seine Augen. Verschlafen blickte er in das grinsende Gesicht seines Paten. „Bist du wahnsinnig?“, stöhnte Harry frustriert auf. „Ist noch nicht raus. Ich warte immer noch auf die Ergebnisse. Aber genug davon. Auf mit dir“, grinste ihm sein Pate – für diese Uhrzeit viel zu fröhlich – entgegen. „Und was soll ich um diese Uhrzeit außerhalb meines Bettes tun?“, fuhr er seinen Paten leicht angesäuert an, was diesen nur noch breiter grinsen lies. „Soviel ich mich erinnern kann, wollten ihr beide gestern noch ein angemessenes Training. Und wie ich gestern schon gesagt habe: Fitness gehört genauso dazu.“ „Aha“, war Harrys geistreicher Kommentar, sein Hirn hatte Schwierigkeiten seinem Paten zu folgen. „Deshalb haben wir uns gedacht, dass euch eine morgendliche Runde joggen sicher gut tut.“ Harry stöhnte gequält auf, als er die Bedeutung des Wortes „joggen“ erfasst hatte, während Sirius ihm die Decke wegzog. „Na los, ab ins Bad. In fünfzehn Minuten will ich dich in Trainingssache unten in der Küche sehen.“

Grummelnd begab sich Harry sein Badeszimmer, während Sirius pfeifend die Treppen hinunter ins Erdgeschoss stieg, wo er auf Draco traf, welcher von James geweckt worden war und gerade ins Bad tapste. „Einen wunderschönen guten Morgen!“ Draco schenkte ihm einen Blick, der besagt, dass er diesen Morgen gerade nicht als wunderschön bezeichnen würde. Er machte sich gar nicht erst die Mühe den Gruß zu erwidern und verschwand im Bad. James, welcher das Ganze beobachtet hatte, lachte los.

Pünktlich um Viertel nach fünf standen die zwei Jungs in warmen Trainingsanzügen, wider Erwarten in der Küche, wo James und Sirius schon auf sie warteten. „War es dir also doch möglich aus dem Bett zu kriechen, mein Lieblingspatensohn.“ Harry schnaubte, ehe er eine gespielt fröhliche Miene aufsetzte. „Nach deinem Weckkommando wäre es mir auch unmöglich gewesen wieder einzuschlafen, mein liebes Patenonkelchen.“ Sirius grinste. „Na dann los.“ Als sie die Türe aufschlugen und vor die Haustüre traten, schlug ihnen die winterliche Morgenluft entgegen. Nachdem sie den Garten durchquert hatten, begannen sie ihre kleine Joggingtour durch das verschneite Dorf Godric’s Hollow. Sirius und James wählten bewusst zu anfangs ein langsameres Tempo, um die Jungen daran zu gewöhnen. Als sie wenig später ein kleines Wäldchen durchquerten, erklärte ihnen James: „Egal was man euch später beibringt, Fitness ist genauso wichtig wie das Beherrschen der Verteidigungs- und Angriffszauber. Mit einer guten Ausdauer kann man seinen Gegner ausspielen und müde machen.“

Eine Stunde später saßen zwei Jugendliche schnaufend auf der Wohnzimmercouch der Potters. „Ich dachte eigentlich immer, dass ich ganz gut in Form wäre“, stellte Harry schnaufend fest und Draco nickte neben ihn zustimmend. „Wir haben nicht gesagt, dass ihr das nicht seid“, meinte Sirius schmunzelnd. „Nur es geht noch bisschen besser“, fügte James dann noch zwinkernd hinzu. „Aber jetzt solltet ihr euch erst mal frisch machen. Unseren Trainingsplan besprechen wir heute Abend.“ Nach einer angenehmen heißen Dusche merkte Harry so richtig, wie hungrig er war. Gemeinsam mit Draco fand er sich dann um halb sieben im Esszimmer ein. Lily hatte sich beim Anrichten des Frühstückstisches selbst übertroffen. Angefangen bei Toast und Konfitüren über Rührei mit Schinken war alles zu finden. Mit großem Appetit wurde zugelangt und James hatte es schwer Sirius vom Esstisch loszureisen, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Als die beiden Auroren das Haus verlassen hatten, wandte Lily an die zwei Schüler. „So, ich denke, dass ihr beide den restlichen Tag genießen und euch ausruhen solltet. Der heutige Abend wird ohnehin noch anstrengend werden.“ „Wann beginnt eigentlich das Ordenstreffen?“ „Wann James und Sirius zurückkommen, werden wir noch zu Abendessen. Danach werden James, Sirius und du Harry, vorgehen. Ich komme mit Draco erst nach, wenn ihr die Wogen geglättet habt.“

Draco schluckte leicht. Insgeheim war er froh, dass er nicht von Anfang an dabei sein würde. Wer wusste schon, wie heftig die Reaktion wirklich ausfallen würde? Er hütete sich aber davor, diesen Gedanken laut auszusprechen. Er wurde aus den Gedanken gerissen, als sich eine Hand auf seine Schulter legte. „Verlass dich auf uns. Wir werden sie schon davon überzeugen“, lächelte ihn Harry aufmunternd an. Und zum ersten Mal war Draco froh, Potter auf seiner Seite zu haben.


Seltsam, wie sich die Dinge in letzter Zeit veränderten.


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