
von MelRU
Hallöchen an alle!
Alle Beschwerden bezĂŒglich der langen Wartezeit richtet bitte an meine geliebte Schule, okay?
Und nun wie immer viel SpaĂ beim lesen! Enjoy it (:
Kapitel 27
Erwischt
Ruckartig drehte er sich um und stand dann direkt seinem Dad, Sirius und Remus gegenĂŒber.
Dieses Mal hatten sie allerdings nicht das fĂŒr die Rumtreiber typische spitzbĂŒbische LĂ€cheln auf ihren Gesichtern. Remusâ Gesichtsausdruck war ganz der eines strengen Lehrers und auch seine Stimme klang recht unterkĂŒhlt, als er die vier ziemlich unsicher aussehenden SchĂŒler ansprach.
âDĂŒrfte ich erfahren, was ihr vier hier zu suchen habt? Und erzĂ€hlt mir bitte nicht, dass ihr die Durchsage nicht gehört hĂ€ttet!â
Harry und seine Freunde schwiegen, nicht ganz sicher was sie darauf erwidern sollten. James seufzte leise. âBitte nicht alle gleichzeitig, wir haben zwar sehr gute Ohren, aber eure ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rungen wĂŒrden wir gerne nacheinander hören.â Die vier warfen sich unbehagliche Blicke zu. SchlieĂlich sagte Harry leise: âKönnen wir in dein BĂŒro gehen?â, fragte er Remus.
Dieser deutete ihnen, vorzugehen. Noch nie war Harry der Weg zu Remusâ BĂŒro so lange vorgekommen. Die bedrĂŒckende Stille in den GĂ€ngen machte das Ganze nur noch unbehaglicher.
Vor seinem BĂŒro angekommen, lieĂ Remus alle eintreten, bevor er die TĂŒr grĂŒndlich verschloss. Dann wandten sich die drei Erwachsenen den SchĂŒlern zu und musterten sie schweigend. Harry begann, sich noch unwohler zu fĂŒhlen. Noch nie waren die drei so ernst gewesen, zumindest nicht sein Dad und Sirius, denn sie zeigten nichts von ihrer ĂŒblichen Heiterkeit. Was hatten sie denn falsch gemacht? Irgendwie hatte er das GefĂŒhl, dass sie hier nicht mit einer Ermahnung und einem resignierten Seufzen raus kommen wĂŒrden.
Nachdem eine Weile ein unangenehmes Schweigen im Raum geherrscht hatte, machte Sirius einen neuen Versuch. âFalls es euch noch nicht aufgefallen ist â wir sind in Remusâ BĂŒro angekommen. Harry, wĂŒrdest du so freundlich sein und uns erklĂ€ren, was ihr dort zu suchen hattet?â
Harry schluckte, dann versuchte er zu erklĂ€ren: âBlaise hat heute wahrscheinlich etwas ĂŒber die Horkruxe heraus gefunden! Wir wollten uns nach dem Abendessen im Raum der WĂŒnsche treffen!â
âDas ist ja alles schön und gut, aber es gab einen Aufruf an alle SchĂŒler, dass sie sich in ihren Gemeinschaftsraum begeben sollen. Habt ihr nicht daran gedacht, dass es dafĂŒr vielleicht auch einen Grund gab?â, erwiderte James.
âJa aber ⊠Moment mal, was macht ihr zwei ĂŒberhaupt hier?â, kam es verwirrt von Harry. Wieso hatte er nicht gewusst, dass sein Dad und sein Pate heute kommen? âZuerst will ich eine Antwort, junger Mann!â, forderte sein Vater. âVon mir aus! Wenn wirklich etwas oder irgendjemand GefĂ€hrliches in Hogwarts ist oder war und Blaise und Draco auf den Weg zum Raum der WĂŒnsche ihm ĂŒber den Weg gelaufen wĂ€ren, hĂ€tten wir gedacht, dass wir ihnen helfen könnten!â, erwiderte Harry stur und leicht angesĂ€uert.
âAch, und ihr habt nicht daran gedacht, dass die zwei vielleicht auf den Aufruf gehört haben und gar nicht dort hin unterwegs waren? Oder ist dir nicht in den Sinn gekommen zu deiner Mum oder Remus zu gehen und ihnen davon zu erzĂ€hlen? Hattest du ĂŒberhaupt vor irgendjemand zu erzĂ€hlen, dass ihr etwas gefunden habt?â âSicher hĂ€tten wir was gesagt, aber âŠâ
âHarry, haben wir dir nicht gesagt, was du tun sollst, wenn irgendetwas dergleichen passiert?â Harry drehte sich zu Sirius um, der mit ĂŒber der Brust gekreuzten Armen am Schreibtisch lehnte und ihn ernst musterte. âWir wollten zu euch kommen ehrlichâ aber wir wollten erst genaueres wissen! Sei doch mal ehrlich, Sirius, was hĂ€ttet ihr denn in unserer Situation gemacht?â Sirius schĂŒttelte den Kopf.
âDas ist nicht der Punkt, Harry. Der Punkt ist, dass ihr sehr genau wisst, dass euch verboten wurde, heute Abend im Schloss herumzustreifen. Und ich muss gestehen, dass ich euch fĂŒr intelligenter gehalten hĂ€tte, als ausgerechnet bei offensichtlicher Gefahr, nur mit Tarnumhang herumzuschleichen. Du weiĂt genauso gut wie wir, dass es möglich gewesen wĂ€re, dass ihr auf Todesser trefft. Was hĂ€ttest du in dieser Situation getan?â
âWir haben trainiert! Wir hĂ€tten uns wĂ€hren können!â âAch so, das ist ja schön, dass du dich fĂŒr so toll hĂ€ltst. Aber du bist nicht zufĂ€llig auf die Idee gekommen, dass ein kleiner Zufall gereicht hĂ€tte, damit sie euch entdeckt und ĂŒberwĂ€ltigt hĂ€tten â und dass vielleicht der ein oder andere unter ihnen glĂŒcklich gewesen wĂ€re, dich an Voldemort auszuliefern?â Harry runzelte die Stirn und verschrĂ€nkte ebenfalls die Arme ĂŒber der Brust. âWieso sollten Todesser in der Schule umherschleichen?â
Noch wĂ€hrend er den Satz beendete, kam ihn ein erschreckender Gedanke. Was ist wenn wirklich Todesser hier in Hogwarts waren? Das wĂŒrde einen Sinn ergeben. Sein Dad und Sirius sind Auroren und wenn ruft man wenn Todesser hier sind - Auroren!
Und die Karte! Nur die beiden wussten etwas ĂŒber sie und sie wussten auch wo er sie aufbewahrte. Die Karte wĂŒrde ihnen einen taktischen Vorteil geben, deshalb haben sie sich die Karte geholt!
Und er hatte es wieder einmal geschafft seine Freunde unnötig in groĂe Schwierigkeiten zu bringen.
Ein Teil seiner Gedanken musste sich auf seinem Gesicht widergespiegelt haben, denn Remus nickte und sagte: âSehr richtig, Harry! Nun weiĂt du wer die Karte hat! Wir haben James und Sirius geholt, als wir etwas MerkwĂŒrdiges bei den Schutzschilden festgestellt hatten. Als sie dann angekommen sind, hatten sie schon den Verdacht, dass sich eventuell Todesser hier herumtreiben könnten. Wir haben die SchĂŒler in die GemeinschaftsrĂ€ume geschickt, wĂ€hrend sie sich die Karte geholt haben!â
âLeider haben wir die Todesser durch den Aufruf verschreckt, aber wir haben etwas anderes auf der Karte gesehenâ, meinte James ernst. âUnsâ, kam es unbehaglich von Harry. Neben ihm biss sich Hermine auf die Lippen, offenbar nicht gerade begeistert, wĂ€hrend Ron nervös seine Roben knetete und ihn Ginny unsicher ansah.
âRichtig, Harry!â Bei der Art wie James seinen Namen aussprach senkte Harry den Kopf, er konnte den dreien nicht wirklich in die Augen sehen. Er hatte ihnen versprochen keine AlleingĂ€nge mehr zu machen. Er hatte ihnen beweisen wollen, dass er erwachsen war und jetzt hatte er alles vermasselt. Er spĂŒrte Ginnyâs zierliche Hand auf seiner Schulter, hob langsam wieder den Kopf und fragte: âWisst ihr wie sie es durch das Schutzschilde geschafft haben und was sie wollten?â
James sah in prĂŒfend an, als ob er ĂŒberlegen wĂŒrde, wie viel er ihm erzĂ€hlen sollte. âWir sind uns nicht sicher. Aber das ist fĂŒr mich zweitrangig. Das was fĂŒr mich momentan wichtig ist, ist wie ich meinen Sohn davon abhalte sich und seine Freunde freiwillig in Gefahr zu begeben!â âUnd? Was gedenkt ihr dagegen zu tun?â fragte Harry herausfordernd. Er hasste es wie ein Kleinkind behandelt zu werden. NatĂŒrlich, er hatte einen Fehler gemacht, aber deshalb konnte er noch immer selbst auf sich aufpassen.
Remus musterte ihn einen Moment lang schweigend, dann sagte er ruhig, wenn auch noch immer mit einem Ă€rgerlichen Unterton: âDas, was jeder Lehrer in meiner Situation tun wĂŒrde. Der Tarnumhang ist konfisziert. Eure Eltern werden darĂŒber informiert was ihr getan habt. FĂŒnfzehn Punkte Abzug von Gryffindor und Strafarbeiten fĂŒr jeden von euch. Ich erwarte euch morgen nach dem Abendessen hier, ich werde euch dann sagen, was ihr zu tun habt. Und bevor ihr euch Hoffnungen macht: ihr werdet diese Strafarbeit getrennt absitzen! Und jetzt geht in euren Gemeinschaftsraum und macht ja keine Umweg, falls doch, sehen wir es genau!â
Gerade als Harry die TĂŒr schlieĂen wollte, sagte James noch: âOh und falls es euch interessiert, Draco und Blaise waren klug genug um auf die Durchsage zu hören und sind in ihren Gemeinschaftsraum geblieben.â
âIch glaube das nicht! Ausgerechnet Remus gibt uns â gibt dir eine Strafarbeit? Und dein Dad und Sirius sind auch noch total damit einverstanden! Ich glaubâs einfach nicht!â Ron sah unglĂ€ubig zwischen Harry, seiner Freundin und seiner Schwester hin und her. Die vier hatten sich im Gemeinschaftsraum ihre beliebten PlĂ€tze am Kamin ergattert, wobei Ginny es sich auf Harrys SchoĂ gemĂŒtlich gemacht hatte und besprachen die Ereignisse des Abends.
WĂ€hrend Ron einfach nur sauer war, machte Hermine einen eher besorgten Eindruck. âRon, es ist genau das passiert, wovor ich euch gewarnt habe! Ich wusste, ich hĂ€tte nicht mitkommen sollen!â
âUnd dann zieht er auch noch Punkte ab!â Ron hörte Hermine nicht einmal zu, er hatte sich noch lange nicht beruhigt. Hermine warf ihm einen irritierten Blick zu. âNaja, der Punktabzug ist noch regelrecht harmlos â fĂŒnfzehn Punkte pro Person ist nicht so viel, wenn Professor McGonagall uns erwischt hĂ€tte, hĂ€tte sie mindestens das Doppelte abgezogen!â
WĂ€hrend Ron sich noch weiter aufregte und Hermine versuchte ihn zu beruhigen, versuchte Ginny irgendwie an Harry heran zu kommen, der seid ihrer Ankunft im Gemeinschaftsraum nichts mehr gesagt hatte und nur in die Flamen des Kamins starrte. âHey Schatz. Was ist den los?â
Harry verdrehte die Augen. âIch kann einfach nicht glauben, dass sie uns tatsĂ€chlich bestrafen. Wir wollten doch nur helfen und etwas ĂŒber die Horkruxe heraus finden! Und Dad und Sirius haben nicht ein einziges Wort dazu gesagt! Als wenn das normal wĂ€re! Ausgerechnet die zwei â habt ihr eine ungefĂ€hre Vorstellung davon, was die in ihrer Schulzeit alles angestellt haben mĂŒssen?â
Hermine seufzte. âJa schon, aber sie hatten auch keine Feinde, die sie Tod sehen wollten! Sie wollen dich nur schĂŒtzen, Harry. So wir wie wir alle. Ich wusste, ich hĂ€tte euch zurĂŒckhalten sollen!â
Harry schob Ginny von seinem SchoĂ und sprang Ă€rgerlich auf und öffnete den Mund, doch dann schĂŒttelte er einfach nur den Kopf und sagte: âAch, was sollâs â ich gehe schlafen!â Er wirbelte herum und stampfte die Treppe zum Schlafsaal hoch, dicht gefolgt von Ginny, die ihren Freund besorgt musterte.
Im Schlafsaal angekommen, schnappte er sich seinen Pyjama und ging ins Bad, wobei er Ginny keines Blickes wĂŒrdigte. Ginny seufzte nur leise und setzte sich auf sein Bett. Eine Viertelstunde spĂ€ter kam der junge Potter mit nassen Haaren, wieder aus dem Badezimmer und sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. âDu bist immer noch hier?â
âWie du sehen kannst! Und ich gehe erst, wenn du mit mir geredet hast!â, meinte sie stur. âUnd worĂŒber sollte ich mit dir reden wollen?â Harry wusste, dass er seiner Freundin unrecht tat, aber der Ărger ĂŒber seinen Dad und dessen Freunde war einfach zu groĂ. Sie hĂ€tten vielleicht etwas wirklich Wichtiges von Blaise erfahren. Ginny stöhnte genervt auf und sprang vom Bett. âKann es sein, dass du nicht auf deinen Dad, Remus und Sirius sauer bist, sondern auf dich selbst? Darauf, das du dich erwischen lassen hast? Das du dadurch bewiesen hast was fĂŒr ein Kindskopf du noch immer bist? Das du uns in Gefahr gebracht hast?â
Harry machte zwar den Mund auf um etwas zu erwidern, doch er konnte nichts sagen. So schwer es ihm fiel das zuzugeben, musste er seiner Freundin recht geben. Er seufzte nur leise, zuckte mit den Schultern, legte sich auf sein Bett und zog die Decke ĂŒber seinen Kopf.
âHey, jetzt komm schonâ, flĂŒsterte Ginny mitfĂŒhlend und zog ihm die Decke wieder vom Kopf. âDu Dummerchen hast ja noch ganz nasse Haareâ, kicherte sie leise und brachte ihn dazu leicht zu lĂ€cheln. âDankeâ âHey, dafĂŒr bin ich doch da, oder nicht? Und abgesehen davon haben wir uns selbst dazu entschieden mit dir mitzugehen und mal ganz unter uns, wenn du so dominant bist wie vorhin, bist du ziemlich sexy!â âGinny!â âWas? Stimmt doch! Und jetzt denk nicht mehr so viel darĂŒber nach, okay? Das heute ist zwar in die Hose gegangen, aber beim nĂ€chsten Mal machen wir es besser! Und dein Dad, Sirius und Remus werden auch nicht lange auf dich sauer sein können.â
WĂ€hrend sie sprach, zauberte sie ihm seine strubbeligen Haare trocken.
âWas wĂŒrde ich ohne dich nur machen?â âDas frage ich mich allerdings auch oft.â âHey!â
Schnell hĂŒpfte er aus dem Bett und fing seine lachende Freundin, die von ihm davon laufen wollte wieder ein und schmiss sie aufs Bett um sie einmal richtig durch zu kitzeln. WĂ€hrenddessen merkte er nicht wie die TĂŒr leise aufging und ein unsichtbarer, grinsender James sich einen Weg durch den Gemeinschaftsraum bahnte.
Als James wieder in Remus BĂŒro war, legte er den Tarnumhang ab. âUnd? Sind wir zu hart gewesen? Ich hab immer so ein schlechtes Gewissen wenn ich streng sein muss!â, kam es voller Selbstmittleid von Sirius. âIch glaube Harry hat verstanden warum wir sauer waren. Aber Remus du bist jetzt echt der Buh-Mann, besonders bei Ronâ, lachte James zum Schluss. âDamit werde ich wohl leben mĂŒssen. Aber ich glaube, dass auch er es bald verstehen wirdâ, lĂ€chelte Remus gutmĂŒtig.
âLĂ€sst du ihnen morgen wirklich Strafarbeiten machen?â fragte Sirius unglĂ€ubig. âSie sollen wirklich begreifen, dass wir ihnen nicht alles durchgehen lassen können.â âSie tun mir Leid! Versprich mir, dass sie nichts Schlimmes oder Ekliges machen mĂŒssen.â Remus seufzte bei Sirius kindischem Verhalten. âIch verspreche es dir, Sirius.â
Als Sirius wieder zufrieden lĂ€chelte, sagte James: âWir sollten schön langsam wieder zu den anderen gehen, die werden sich schon wundern wo wir bleiben.â âGlaubst du sie haben schon eine Lösung fĂŒr den Schutzschild gefunden?â
âIch hoffe es, denn sonst mĂŒssten wir Auroren rund um Hogwarts platzieren. Und wenn das passiert, werden Eltern massenweise ihre Kinder von der Schule nehmen, da Hogwarts dann kein sicherer Ort mehr ist.â âImmer noch sicherer als bei ihnen zu Hause.â âSchon, aber versuch das mal panischen Eltern zu erklĂ€ren.â
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel