Auferstanden - Träume sind Schäume
von MelRU
Kapitel 51
Träume sind Schäume
Übelkeit stieg in ihm hoch. War es soweit? Waren die Todesser in Hogwarts? Es war doch noch viel zu früh für den Angriff! Als eine Türe laut aufgestoßen wurde, sprang er von seinem Sessel hoch und drehte sich ruckartig um.
Er sah, wie ein entschlossener Draco einen noch etwas verschlafenen Blaise aus deren Schlafraum zerrte. „Was …“, begann Harry doch Draco unterbrach ihn. „Das ist der Evakuierungsalarm! Du hast ihn damals nicht gehört, weil du auf der Krankenstation warst! Beeilt euch, wir müssen zum Hauptportal!“, rief Draco den anderen entgegen die nach und nach aus ihren Schlafzimmern stürmten.
„Komm, Harry!“, drängte ihn Draco durch das Portraitloch. „Aber was ist mit Ginny?“, fragte er und warf einen Blick auf ihre noch immer verschlossene Türe. „Sie wird nachkommen! Sie weiß was zu tun ist! Und jetzt beeil dich! Wir müssen runter zum Portal! Wir dürfen keine Zeit verlieren!“
Harry nickte und lief los. Schnell liefen sie die Gänge entlang, ab und zu sahen sie Gruppen von Schülern, welche gerade von den meist älteren Evakuierungsbeauftragten evakuiert wurden. Gerade stieß David Leary mit einer kleinen Gruppe kampfbereiter Schüler auf sie und schloss sich ihnen zum Weg hinunter zur Eingangshalle an.
„Ist es ernst?“, fragte er Harry, als er neben ihn her sprintete. Harry sah ihn etwas hilflos an und zuckte die Schultern. David schenkte ihm einen ebenso beunruhigten Blick und beide legten einen Zahn zu. Ein paar Gänge weiter stießen Lorelei, Remus und ein paar Mitglieder des Ordens zu ihnen, auch sie sahen sehr besorgt aus. Noch nie war Harry der Weg bis zum Schlosseingang so lange vorgekommen. Doch als sie um die nächste Ecke bogen, sah er am anderen Ende des Ganges das Portal.
Noch einmal beschleunigten sich ihre Schritte, doch zu Harrys Verwunderung blieb das Portal in derselben Entfernung. „Was zur Hölle ist hier los?“, vernahm er Rons Stimme. Plötzlich hörte er hinter sich laute Schreie. Verwundert und alarmiert drehte er sich um, seinen Zauberstab fest in der Hand haltend. Er musste an sich halten um seinen Zauberstab nicht fallen zu lassen – so etwas hatte er noch nie gesehen. Was war das?
Eine Finsternis breitete sich aus und verschluckte alles was ihr in den Weg kam. Alle Schüler die nicht schnell genug waren, verschwanden in dem schwarzen Nebel und man konnte nur wenige Sekunden später ihre schmerzerfüllten Schreie hören. Harry erblickte Draco und sah in dessen vor Furcht geweiteten Augen. „Schnell Harry! Lauf!“, hörte er ihn noch rufen, ehe auch der Slytherin von dem Nebel verschluckt wurde. Der Schwarzhaarige musste sich stark zusammenreißen um Dracos Befehl Folge zu leisten, doch er nahm schließlich die Beine in die Hand und lief. Kurz darauf folgte sein Schrei, welcher sich in Harrys Gehirn einbrannte.
Harry kniff die Augen zusammen um die aufkommenden Tränen zu unterdrücken und versuchte sich auf seinen Weg zu konzentrieren. Doch egal wie schnell er lief, er kam dem Portal nicht näher. Er wusste nicht wie lange er lief, doch plötzlich wurde ihm bewusst, dass er nur mehr seine eigenen Schritte an den Wänden wiederhallen hörte. Er war alleine, alle anderen waren von dem Nebel verschluckt worden. Waren auch alle seine anderen Freunde im Nebel verschwunden? Seine Eltern?
Plötzlich breitete sich eine gewisse Teilnahmslosigkeit in ihm aus. Er war alleine, kam dem Portal nicht näher und konnte den Nebel nicht abhängen. Er blieb stehen und drehte sich um. Er riss die Augen auf, als er zwei glühendrote Augen im Nebel ausmachen konnte.
Plötzlich spürte er ein Schütteln an seiner Schulter. Verwirrt blickte er zur Seite, doch da war niemand. Erneut verspürte er das Rütteln, nun intensiver. Was war hier los!
„Harry, komm schon du Schafmütze! Wach auf!“ Verwirrt blinzelte Harry in Rons grinsendes Gesicht. „Was?“, verschlafen sah er seinen besten Freund an. „Alter! Hat dich Ginny aus eurem Zimmer vertrieben, oder wieso schläfst du auf dem Sessel“, lachte der Rotschopf. „Ich habe ihn nicht aus dem Zimmer geworfen!“, verteidigte sich Ginny.
Harry sah sich um und stellte fest, dass sich alle seine Mitbewohner hier um ihn versammelt hatten und bereit für das morgendliche Training waren - schließlich hatten sie alle ihre Trainingsanzüge an. Als sein Blick bei Draco hängen blieb, konnte er nicht verhindern den Blonden anzustarren.
War er gerade eingenickt? War das nur ein Traum gewesen? Anscheinend sah er noch dazu ziemlich verwirrt aus, denn Hermine fragte ihn besorgt: „Harry? Alles okay?“ Harry blinzelte kurz und wandte seinen Blick von Draco ab, welcher die Stirn kraus gezogen hatte.
„Ich hab das alles nur geträumt, oder?“, fragte er die anderen, welche nicht ganz verstanden. „Was hast du geträumt?“, wollte Draco alarmiert wissen. „Hattest du eine Vision?“, fragte ihn Neville und sah ihn besorgt an. Harry griff sich reflexartig an die Stirn, was die anderen nur noch mehr in Alarmbereitschaft versetzte. „Nein, ich denken nicht“, sagte er langsam. Draco kam auf ihn zu, packte ihn an der Schulter und sah ihn eindringlich an. „Bist du dir sicher?“, hackte er sicherheitshalber noch einmal nach. Harry nickte. „Ja, bin ich. Ich hatte nur einen komischen Traum, nichts weiter.“
„Okay. Kannst du mitlaufen, oder legst du dich wieder hin?“
„Was? Wieso? Natürlich komme ich mit!“, ereiferte sich Harry und sprang aus seinem Stuhl. Draco musterte ihn von oben bis unten, ehe er nickte und sich zum Ausgang begab. Die anderen folgten ihm, aber nicht ohne Harry noch einen besorgten Blick zuzuwerfen. Dem Schwarzhaarigen blieben diese Blicke natürlich nicht verborgen und er rollte genervt mit den Augen. „Leute, hört auf damit! Ich hatte wirklich nur einen schlechten Traum! Es ist alles okay!“
„Wenn du das sagst, Kumpel“, sagte Ron und zuckte die Schultern. Harry stieß genervt die Luft aus. Na toll, da träumt man nach langer Zeit wieder einmal schlecht und schon sehen sie einen an, als hätte man eine todbringende Krankheit.
Als sie in der Eingangshalle – wo ihr morgendlicher Treffpunkt war - gerade zu den anderen Mitläufern stießen und kurz stehen blieben um auf die Restlichen zu warten, wurde er von hinten umarmt. „Sei uns nicht böse, ja? Wir machen uns halt einfach nur sorgen“, flüsterte ihm seine Freundin sanft ins Ohr. Harry seufzte. „Ich weiß, dass ihr es nur gut meint. Aber du weißt, dass ich es nicht mag, wenn ihr euch immer um mich sorgt.“ „Ich weiß, aber wir können anscheinend einfach nicht damit aufhören“, lächelte sie schief, als Harry sich umdrehte und sie ansah.
„Du solltest dir nicht so viele Sorgen machen, sonst bekommst du wegen mir noch graue Haare“, lächelte Harry verschmitzt und stupste seine Freundin leicht gegen die Nase. Ginny sah ihn kurz irritiert an, ehe sie lachte. „Dummkopf! Und jetzt komm“, schnell schnappte sie sich die Hand ihres irritierten Freundes und lief an den anderen vorbei. „Wer zuletzt beim Drachengehege ist, ist ein stinkender Troll!“, rief sie den andern zurück, die ihnen verwirrt nachgesehen hatten.
Harry konnte Ron rufen hören: „Das ist unfair! Ihr habt nen Vorsprung!“ „Ronald, schrei nicht, sondern lauf!“ Als Harry einen kurzen Blick nach hinten warf, um zu sehen wer das gesagt hatte, sah er, dass sein Vater der erste war, der ihnen gefolgt war, dicht gefolgt von Blaise und Draco. Er konnte Rons doofes Gesicht sehen und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Es dauerte nicht lange, bis auch die anderen an dem mehr oder weniger fairen Wettrennen teilnahmen. Aber darum ging es auch nicht, es ging einfach darum ein bisschen Spaß zu haben und das war jeden einzelnen von ihnen bewusst. Und sogar Harry schaffte es, den verstörenden Traum von vorhin für geraume Zeit zu vergessen.
Als sie dann am Drachengehege ankamen, waren sie zwar alle ins Schwitzen gekommen, doch so richtig ausgepowert waren sie nicht. „Wahnsinn, Leute! Ihr werdet immer besser!“, teilte ihnen Tonks grinsend mit, die Harry bis jetzt gar nicht bemerkt hatte. Während sich die anderen bedankten oder von ihren herbeigezauberten Trinkflaschen tranken, sah sich Harry suchend um.
„Falls du deinen Patenonkel suchst, der schläft sicher noch“, teilte ihm Remus mit, welcher mit James zu ihm getreten war. „Ja, das tut er. Ich habe es nicht über mich gebracht ihn zu wecken“, sagte Lorelei, welche Remus gehört hatte. Verwundert sah Harry die Erwachsenen an. „Wieso? Ist etwas passiert?“ „Heute Nacht wurde ein ganzes Dorf ausgelöscht“, antworte James unverblümt. Ron, welcher gerade von seiner Flasche getrunken hatte, spuckte das Wasser wieder aus. „Was?“, rief er schockiert. „Jede Hilfe war zu spät gekommen. Die Rettungsteams des Ministeriums hatte nur mehr Leichen bergen können. Wir alle rätseln, was das Motiv für diesen Angriff sein könnte, doch wir kommen einfach nicht dahinter“, meinte Harrys Vater.
Harry war nicht sehr erfreut darüber, dass ihm niemand Bescheid gesagt hatte. Er und seine Freunde hätten gerne geholfen. James sah ihm und den anderen das wohl an, denn er sagte. „Es war ein Auftrag im Rahmen des Ministeriums. Nur Sirius und ich sind dort hin gerufen worden.“ „Und wir hatten einstimmig beschlossen, euch Schüler schlafen zu lassen. Ihr sollt eure Kräfte sparen“, erklärte ihm Remus.
Harry war gerade am Überlegen ob er dankbar oder erbost sein sollte, als er bemerkte wie müde sein Vater aussah. „Wieso bist du eigentlich hier? Du hast doch sicher auch nicht viel geschlafen“, fragte er seinen Vater besorgt. James schenkte ihm ein sanftes Lächeln. „Du brauchst dir keine Sorgen machen, mir geht es gut. Ich konnte einfach nicht mehr schlafen, deshalb bin ich hier.“
Harry entschied, dass er sich nicht über etwas ärgern sollte, was man nicht mehr ändern konnte. Allein schon deshalb, weil er sich jetzt nicht mit seinem Vater streiten wollte. Ihm taten nur die Menschen, die diesem Angriff zum Opfer gefallen waren unglaublich leid. Es war einfach nicht fair.
„Von was für einem Dorf sprechen wir hier überhaupt“, fragte Hermine nach. „Linkelholt, ein Muggeldorf. Laut Aufzeichnungen des Ministeriums waren dort keine Zauberer beheimatet“, erklärte ihr der Verteidigungsprofessor. „Linkenholt … das sagt mir etwas. Das ist doch das Dorf in dem Seth gewohnt hat, oder?“, fragte Draco nachdenklich. „Was! Woher weißt du das?“, fragte Lorelei nach. „Er hat mir irgendwann einmal etwas darüber erzählt.“
„Das bedeutet ja dann, dass es irgendetwas mit seinen Eltern zu tun hat, oder?“, stellte Ginny ihre Vermutung in den Raum. „Vielleicht wollte er Informationen von ihnen und als er diese nicht bekommen hat, hat er als Strafe ihr Heimatdorf vernichtet“, schlussfolgerte Harry weiter. „Aber was sollten das für Informationen gewesen sein?“, fragte Ron nicht ganz überzeugt. „Da haben auch wir leider keine Ahnung, Ron“, antwortete ihm James.
„Wir sollten uns jetzt nicht den Kopf darüber zerbrechen. Macht euch frisch und geht frühstücken. Nachher in der Ordenssitzung können wir darüber sprechen“, meinte Remus bestimmt. Schweigend machten sie sich wieder zurück ins Schloss. Nach einiger Zeit fragte Harry seinen Vater, welcher neben ihn schritt: „Dad? Ist es okay, wenn ich heute mit dir und Mum frühstücke?“ Irgendwie hatte Harry gerade das Verlangen, seinen Eltern nahe zu sein. James sah seinen Sohn lächelnd an. „Natürlich, aber das weißt du doch. Wir freuen uns immer, wenn du uns besuchen kommst.“
„Ist mit dir wirklich alles in Ordnung?“, fragte Harry seinen Vater, da dieser ziemlich schweigsam war. „Ich denke schon. Ich bin nur ein bisschen müde“, erklärte ihm der Auror wahrheitsgemäß. „Wieso schläfst du dann nicht?“, hackte Harry nach. James seufzte wieder, doch eine Antwort blieb aus. „Dad, sei bitte ehrlich“, bat Harry, der sich allmählich wirklich Sorgen machte. „Ich bekomme die Bilder des zerstörten Dorfes nicht mehr aus meinem Kopf. Sobald ich die Augen schließe sind sie da.“
„Wieso nimmst du keinen Traumlosschlaftrank?“, fragte Harry verwirrt. Das war doch die einfachste Lösung, oder? „Der verhindert aber nur, dass ich nicht davon träume, aber er hilft mir nicht das zu verarbeiten. Abgesehen davon wird man abhängig, wenn man ihn zu oft nimmt“, erklärte James. „Ja, aber … wie oft hast du ihn den in letzter Zeit genommen?“ „Nach dem Einsatz in London ziemlich oft, zumindest sagen das Poppy und deine Mutter. Mir selbst ist es gar nicht aufgefallen.“
Die beiden Potters verfielen in Schweigen. Harry machte sich Gedanken über seinen Vater. Natürlich hatte er sich immer gefragt, wie dieser mit dem Schrecken dieses Krieges umging, doch er hatte irgendwie immer mit der utopischen Vorstellung gelebt, dass sein Vater mit allem zurechtkam. Es war aber nur natürlich, dass auch er mit den Schattenseiten des Krieges zu kämpfen hatte. Es war sicher schrecklich immer mit Zerstörung und Tod konfrontiert zu sein.
„Versprich mir, dass du dir nicht zu viele Gedanken darüber machst, Harryboy. Denn genau das ist der Grund warum ich es dir nicht erzählt habe.“ „Du bist aber nicht abhängig oder?“, fragte Harry mit leichtem Unbehagen nach. „Nein, das bin ich nicht. Falls es so wäre, würde ich dir das gestehen“, antwortete ihm sein Vater ernst. Harry nickte beschämt „Tut mir leid, dass ich dich so verhöre! Ich wollte nur …“ „Schon gut, Harryboy. Ich verstehe dich ganz gut. Sehen wir uns dann nachher beim Frühstück?“, fragte James, da sich hier ihre Wege trennten.
„Ja, Dad. Bis nachher“, sagte Harry und blickte seinen davongehenden Vater nachdenklich nach. „Wenn er sagt, dass du dir keine Sorgen machen sollst, dann meint er das auch so!“, meinte Ginny, welche neben ihn getreten war. Harry seufzte. „Es tut mir nur Leid, dass ich davon nichts mitbekommen habe.“ „Ich glaube es war auch sein Ziel, dass du davon nichts mitbekommst“, antworte Ginny daraufhin. Den Rest des Weges brachten sie schweigend hinter sich.
Während Ron, Harry und Neville ihren Freundinnen zuerst unter die Dusche ließen und Draco Blaise dem Vortritt gelassen hatte, saßen die vier Jungs zusammen im Wohnzimmer und schwiegen sich an. Alle hingen ihren Gedanken nach, bis Draco plötzlich die Stille durchbrach.
„Was hast du heute eigentlich geträumt?“ „Das würde mich auch interessieren“, meinte Neville ernst und Ron nickte zustimmend. Verwundert sah Harry die drei an. „Es war nur ein Alptraum, okay? Es hat einen Alarm gegeben und wir sind hinunter zur Eingangshalle gelaufen. Aber sobald wir das Portal gesehen haben, sind mir nicht mehr weiter gekommen. Egal wie schnell wir gelaufen sind, wir haben uns nicht vom Platz bewegt, beziehungsweise hat sich das Portal kontinuierlich weiter entfernt.“
„Mach dir nicht zu viele Gedanken darüber. Mein Vater sagt immer Träume sind Schäume“, meinte Ron und machte eine wegwerfende Handbewegung. Harry lächelte daraufhin, doch als er zu Draco sah, schwand sein Lächeln. Der junge Malfoy sah ihn forschend mit seinen wachsamen grauen Augen an. Harry wusste, dass er wusste, dass es nur die halbe Wahrheit war. Doch der Slytherin fragte nicht weiter nach und Harry war froh darüber.
*
Verschwitzt kam Lorelei bei ihren Privaträumen an. Leise öffnete sie die Türe und schlich hinein, schließlich wollte sie ihre Jungs nicht wecken, es war immerhin erst viertel nach sieben Uhr früh. Lautlos tapste sie ins Bad und stellte sich unter die Dusche. Wohlig seufzte sie auf, als sie unter dem heißen Wasserstrahl stand. Schön langsam begannen sich ihre angespannten Muskeln etwas zu lösen. Das heutige Morgentraining war ziemlich lustig gewesen, naja zumindest am Anfang. Als danach das Gespräch auf das Thema von letzte Nacht gekommen ist, war die erheiternde Stimmung wie weggeblasen gewesen.
Seufzend legte sie ihre Stirn an die kühlen Fliesen. Wie sollten sie das alles vor Seth geheim halten? Das war alles viel zu schrecklich für ein kleines Kind und zu komplex um alles zu verstehen. Sie fragte sich kopfschüttelnd wohin dieser Krieg noch führen würde.
Nachdem sie ein paar Minuten einfach nur dagestanden hatte, griff sie zum Duschgel. Sie öffnete gerade den Verschluss, als sie einen kalten Luftzug spürte. Als sie sich umdrehen wollte, stieß sie gegen den muskulösen Oberkörper ihres Verlobten.
„Was tust du hier?“, fragte sie zuerst erschrocken, ehe sie ihn musterte. „Duschen?“, schlug er vor und grinste scheinheilig. Lorelei lächelte. „Willst du Wasser sparen, oder was?“, neckte sie ihn. Sirius ging nicht darauf ein, sondern fragte sie: „Wieso hast du mich nicht geweckt?“ Danach nahm ihr das Duschgel aus der Hand und verteilte ein bisschen davon auf seiner Hand, ehe er es wieder zurück stellte. „Du hast so friedlich geschlafen und da du gestern noch mit James bei den Aufräumarbeiten geholfen hast, habe ich mir gedacht, dass du dir ein paar Stunden mehr Schlaf verdient hast“, erklärte sie ihm.
Sirius lächelt sie warm an, ehe er langsam und unglaublich sanft begann seine Verlobte einzuschäumen. „Was machst du wenn Seth plötzlich hereinschneien würde?“, fragte Lorelei und genoss die Verwöhnungen ihres Verlobten. „Der schläft tief und fest und außerdem habe ich einen Stillzauber über das Badezimmer gelegt.“ Bei Sirius lasziven Grinsen wurden Loreleis Beine beinahe schwach. Sirius schien das zu merken, denn sein Arm schlang sich um ihre Taille. „Sirius wir können doch nicht …“ „Wieso nicht? Wäre ja nicht das erste Mal“, antworte ihr Sirius lapidar, woraufhin Lorelei lachte. Ihr Lachen wurde jedoch gestoppt, da Sirius seinen und ihren Mund zu einem leidenschaftlichen Kuss verschloss.
Eine halbe Stunde später verließen die beiden Frischgeduschten mit einem zufriedenen und glücklichen Lächeln das Badezimmer. „Wir sollten Seth aufwecken, er hat mir versprochen beim Frühstückmachen zu helfen“, meinte Sirius und steuerte Seths Kinderzimmer an. Doch er wurde von Lorelei aufgehalten. „Lass ihn noch etwas schlafen. Er kann dir morgen genauso gut helfen. Er hat heute Nacht nicht viel geschlafen“, erklärte sie ihm.
Erstaunt sah Sirius seine Verlobte an. „Wieso das denn? Hatte er wieder einen Alptraum?“, fragte er besorgt. „Gestern war es besonders schlimm. Ich konnte ihn gar nicht beruhigen. Ich habe fast eine Stunde auf ihn eingeredet, ehe er wieder eingeschlafen ist.“
„Verdammt! Wieso hast du nichts gesagt?“ „Wann? Als du um zwei Uhr früh, vollkommen fertig hier angekommen bist? Oder jetzt gerade unter der Dusche?“ „Entschuldige, ich habe nicht wirklich nachgedacht. Es ist nur …“ „Du fühlst dich schuldig weil du nicht da warst? Sirius, du kannst nicht immer und überall für jeden da sein!“ „Ich weiß“, seufzte der Black und blickte niedergeschlagen zu Seths Zimmertür.
„Hat er wieder von seinen Eltern geträumt?“, fragte er seine Verlobte. „Ja. Jedes Mal wenn er länger nicht von ihnen spricht, sind die Alpträume schlimmer.“ Kurz schwiegen sie, ehe Lorelei ihre Neuigkeiten mitteilte: „Das Dorf, das gestern zerstört worden ist, war das Dorf in dem die Cohens gelebt haben.“ Sirius drehte sich zu ihr um und sah sie mit großen Augen an. „Woher weißt du das?“ „Draco hat es mir gesagt, Seth hat es ihm gegenüber erwähnt.“ „Aber warum sollte Voldemort ihr Dorf vernichten? Was für einen Grund hätte er dazu?“
„Ich weiß es auch nicht, vielleicht war es nur Zufall? Wobei ich das selbst nicht glaube.“ „Ich auch nicht“, stimmte ihr ihr Verlobter zu. „Denkst du sie sind überhaupt noch am Leben?“, fragte sie flüsternd. „Zuletzt wurden sie lebend gesehen, daran sollten wir uns halten“, antwortete ihr Sirius entschlossen. „Ich weiß, aber wenn ich daran denke ihm sagen zu müssen, dass seine Eltern …“
Sirius sah, dass Lorelei um ihre Beherrschung kämpfte. „Das werden wir nicht müssen. Wir werden sie finden, okay? Genauso wie Narzissa für Draco. Hast du mich verstanden?“ Lorelei atmete tief durch. „Ich weiß. Es tut mir leid, ich wollte nicht …“ „Schon okay, mein Engel. Komm her“, sanft lächelnd öffnete er seine Arme und Lorelei schmiegte sich an ihn. Kurz standen sie so da und genossen den Moment. Danach machten sie sich daran, ein leckeres Frühstück für ihren kleinen Rabauken zu zaubern.
Nach dem gemütlichem Frühstück mit Seth, wo Sirius und Lorelei versucht hatten sich nichts anmerken zu lassen, ging Sirius mit dem kleinen Jungen die Drachen anschauen. Sie hatten einstimmig beschlossen, dass sich während den Sitzungen immer jemand um ihren kleinen Wirbelwind kümmerte, da sie alle der Meinung waren, dass es nicht unbedingt notwendig war, dass ein kleiner Junge so etwas mitanhören musste. Heute war Sirius an der Reihe und er wusste, dass der Kleine von den magischen Geschöpfen total begeistert war – er hatte ihnen sogar schon Namen gegeben. Während also die beiden hinaus auf das Gelände traten, ging Lorelei schon einmal in die Große Halle.
Erstaunt stellte sie fest, dass sie nicht die erste war. Remus und Tonks standen etwas abseits und diskutierten heftig miteinander. Lorelei zog eine Augenbraue in die Höhe, doch sie wollte nicht lauschen und lies ihren Blick weiterschweifen. Ihr Blick blieb bei Lily hängen, welche gerade ein Gespräch mit Madame Pomfrey beendet hatte und nun auf sie zukam. Einige ihrer rubinroten Haare hatten sich aus ihrem strengen Zopf gelöst und fielen ihr ins Gesicht.
„Hey, Lorelei, du bist auch schon so bald hier? Wie war das morgendliche Training?“, erkundigte sie sich. Lorelei sah sie kurz irritiert an „Sie waren alle hervorragend. Ihre Ausdauer wird immer besser und besser. Aber ich hätte mir gedacht, dass du sicher mit Harry schon darüber geredet hast. War er denn nicht bei dir und James?“, fragte sie ihre Freundin. „Schön zu hören. Doch, er war bei uns, aber wir haben eigentlich nur über gestern Nacht gesprochen. Es ist so schrecklich was passiert ist. Er hat uns außerdem gesagt, dass die Cohens dort gewohnt haben, aber ein wirkliches Motiv finden wir trotzdem nicht“, meinte Lily frustriert.
Lorelei seufzte. „Wem sagst du das. Es ist einfach zum verrückt werden!“
„Wo hast du überhaupt Sirius und Seth gelassen?“, fragte Lily und sah sich suchend um. „Sirius ist mit ihm hinausgegangen, Drachen anschauen. Nach dem Schrecken von gestern Nacht, braucht er ein bisschen Ablenkung.“ „Wer braucht Ablenkung? Sirius?“ „Nein, naja vielleicht auch. Aber ich meinte eigentlich Seth.“ „Wieso? Weiß er etwas was gestern Nacht passiert ist?“, fragte Lily ihre beste Freundin schockiert. „Nein, nein. Aber er hatte wieder einen seiner Alpträume“, erklärte ihr Lorelei.
„Oh, wie ich diesen verfluchten Voldemort hasse! Er ist an allem schuld! Ich hasse ihn für alles was er getan hat, aber am meisten dafür, was Harry, Draco und Seth wegen ihm durchmachen müssen! Wie gerne würde ich ihm in die Eier treten, falls der überhaupt welche hat!“, erboste sich die Rothaarige. Lorelei prustete los. „Lily! So habe ich dich ja schon lange nicht mehr reden hören! Ich denke, das letzte Mal war, als du dir noch eingebildet hast James zu hassen! Jetzt weiß ich wieder, woher Harry sein Temperament hat!“
Lily wurde etwas rot um die Nase. „Ist doch wahr!“, verteidigte sie sich. „Du musst dich vor mir nicht rechtfertigen, Lily Liebes. Ich kann dir nur von ganzen Herzen zustimmen. Wobei ich jetzt wirklich wissen will, ob Voldemort Eier hat oder nicht!“
„Igitt! Lorelei!“, schrie Lily und schlug ihre Freundin leicht gegen den Oberarm. Kurz sahen sie die beiden Frauen an, ehe sie zu lachen anfingen. Dass sie einige der Anwesenden komisch ansahen, störte sie dabei nicht. Nachdem sie sich beruhigt hatten, fragte Lorelei: „Wo sind eigentlich deine Jungs?“
„Harry und James haben noch gefrühstückt, als ich hier her gekommen bin. Poppy hat mir Bescheid gegeben, dass sie die Liste mit den letzten benötigten Tränken fertig hat, da musste ich einfach einen Blick drauf werfen. Hier schau, es sind gar nicht mehr so viele“, sagte Lily und überreicht ihrer Freundin einen Bogen Pergament. „Wenn die Sitzung heute nicht sehr lange dauert und wir uns gleich danach an die Arbeit machen, schaffen wir das sogar vor dem Mittagessen, wenn wir etwas Unterstützung bekommen“, war Lorelei überzeugt.
„Das denke ich auch! Ah da sind sie ja alle!“ Lorelei drehte sich um und sah, wie James, sein Sohn und so ziemlich der ganze Rest der Schüler tratschend durch die große Flügeltüre schritten. „Die Ähnlichkeit erstaunt mich immer wieder“, sagte Lorelei und schüttelte den Kopf. Lily sagte nichts darauf, sondern lächelte nur versonnen.
Harry und James hatten sie entdeckt und kamen auf sie zu. „Hallo ihr zwei Hübschen!“, begrüßte sie James wie immer grinsend. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit seiner Familie schien es im schon wieder etwas besser zu gehen. Während Lorelei ihn ebenfalls begrüßte, beugte sich Lily nach vorne und küsste ihren Mann sanft. Harry grinste nur, insgeheim froh, dass seine Mutter genauso für seinen Vater da war, wie er immer für sie.
Nach und nach füllte sich die Halle und unsere Freunde begaben sich zu ihren Plätzen. Und das nicht zu früh, denn kurz darauf betrat Kingsley gemeinsam mit der Schulleiterin die Große Halle und schritt nach vorne zu dem Pult, welches zwischen all den Krankenbetten aufgebaut worden war. Kurz ließ er seinen Blick wohlwollend über die Anwesenden schweifen, ehe er seine Stimme erhob.
„Wie jeden Tag freue ich mich auch heute, euch hier zu begrüßen und wünsche euch einen guten Morgen!“, eröffnete Kingsley die Sitzung. „Ich möchte heute gleich mit dem wichtigsten Thema dieser Sitzung beginnen! Euch soll klar sein, was euch erwartet. Die Schalt die uns alle erwartet, wird kein Trainingskampf werden! Ihr habt nicht die Chance einige Dinge wieder und wieder zu üben, falls es nicht klappen sollte! Ihr habt nur diese eine Chance, ein Fehler und es könnte euch euer Leben kosten!“
Auch wenn nicht allzu viel passiert ist, hoffe ich doch, dass es euch gefallen hat! Ich weiß es ist ein fieses Ende, aber das nächste Kapitel ist so gut wie fertig. Ja, ihr habt richtig gelesen *lach* Es kann also nicht lange dauern, bis es weiter geht. Ich hoffe ihr freut euch schon darauf! Wer von euch hätte eigentlich gedacht, dass Harry den Alarm nur im Traum gehört hat? Keiner? Kein Wunder, ich habs auch lange nicht gewusst – hat sich einfach so ergeben =)
Also bis bald,
eure Mel
***
Sirius James: Hallöchen! Freut mich, dass das Training mit Lily so gut rüber gekommen ist. Ja, das mit Harry ist mir selbst auch einmal in den Sinn gekommen, aber ich denke auch dass er sich im Laufe der Geschichte durch seine Familie und neuen Freunde ein bisschen verändert hat (und außerdem ist er so handlicher zu schreiben^^).
Ich habe vor noch eine Trainingsstunde genauer zu schildern (eigentlich im nächsten Kapitel, ich hoffe zumindest das ich es unterbringen kann. Wenn nicht, dann halt im übernächsten *lach*)
Das mit dem Magielevel werde ich vielleicht am Ende der Story noch einmal erwähnen!
Und einen ganz besonderen Danke für das Kommi, es war der perfekte Arschtritt den ich gebraucht habe um weiter zu machen *zwinker*
Rinchen: Und ich versuche mich mit regelmäßigen Postings zu revanchieren =) Keine Panik, es wird schon alles gut gehen … zu viel verraten?
Lina: Also der erste Absatz hat mich ziemlich geschockt (du hättest mal mein geschocktes Gesicht sehen sollen^^) und beim zweiten Absatz hab ich so doof gegrinst, dass mir meine Mund nachher schon beinahe wehgetan hätte *lach*
Ich denke, dass sich Harry schon ein bisschen gebessert hat, zumindest kann er jetzt schneller einsehen, dass er zu viel von sich erwartet!
Ich (als Autorin^^) bin auch davon überzeugt, dass sie einen großen Vorteil gegenüber Voldemort haben werden, da er sie unterschätzen wird.
Bei der Schlacht werden die Wassermenschen sicher eine Rolle spielen und ich werde versuchen sie mehr in die Sache zu involvieren (hab es mir zumindest in meinem Heftchen notiert, vielleicht küsst mich ja noch die Muse und mir fällt was Gutes dazu ein^^)
Haha, jaja die liebe Tonks! Eigentlich sollte es schon in dieses Kapitel eingebaut werden, aber irgendwie ist sich das nicht ausgegangen, dann halt beim nächsten =)
Wirklich? Ich mag das total gerne, vor allem da ich nicht finde, dass ich diese Action besonders gut rüber bringe. Ich schreibe sowieso lieber lustige, traurige oder alltägliche Dinge als Kampfszene oder so … aber es freut mich, wenn ich die Mischung ganz gut treffe!
Es stimmt, es tropf dir Honig von den Fingern und ich suhle mich grinsend darin *lach* Es freut mich zu lesen, dass dir die Story gefällt. Ich habe selbst ein paar Geschichten die ich immer wieder gerne lesen und wie besessen darauf warte das es weiter geht … es ist für mich immer noch unfassbar, das es einigen bei meiner Story auch so geht! Das ist einfach ein fantastisches Gefühl – Danke!
chap01: Dankeschön! Freut mich, dass es dir gefallen hat und danke für das brave warten auf die neuen Kapitel =)
Tonks97: Es freut mich, dass dir das Kapitel gefallen hat =) Und hoffe, dass du die lange Wartezeit ausgeharrt hast und die Story noch mitverfolgst *schief grins*
GinnyPotter:): Ja, ich lebe noch *lach* Es tut mir Leid für die langen Wartezeiten, ich werde versuchen mich zu bessern, aber versprechen kann ich es leider nicht! Ich rege mich als Leserin auch immer über Cliffs auf, aber ich liebe es einfach welche zu schreiben – nicht böse sein, ja? *lieb schau*
Draco*Ginny: Ach was, ich bin keine FF-Autorin die jeden dazu zwingen möchte Kommentare da zu lassen. Natürlich freue ich mich über eure Meinung, aber wenn ihr die Kapitel nicht kommentieren wollt, dann ist das allein eure Entscheidung ;)
Es freut mich, dass dir meine Story gefällt und es tut mir leid, dass ich so ewig auf mich habe warten lassen – ich hoffe du bist noch mit dabei!
Aleta: Oh weh, ich hoffe du hast das Versprechen gehalten und die BN ist noch immer an … ich weiß, ich weiß! Ich bin schrecklich! Aber (ja es gibt ein aber^^) jetzt war ich wenigstens so motiviert und habe einen (wenn auch nur kleinen) Kapitelvorrat, dh dass ich in naher Zukunft wieder regelmäßig posten kann! Gute Nachricht?
Das ist nicht nur ein Kompliment, sondern eine Ehre! Jedes Kommentar ist mir wichtig, aber bei so langen werde ich immer total wuschig ^^ Es ist einfach sooo toll lange ausführliche Kommentare zu lesen *lach*
Das mit dem beta lesen wäre toll, ich weiß halt nicht wie viele Kapitel noch kommen werden (ich schätze 5 bis 6 … aber wie oft habe ich mich bei dieser Story schon verschätzt^^), aber wenn du es machen möchtest, dann würde es mich freuen =) Wie machen wir das am besten?
Deine FF habe ich angefangen zu lesen, bin aber irgendwann ausgestiegen weil ich was erledigen musste und habs dann vergessen … und ein Kommi hab ich auch noch nicht da gelassen – wie doof kann man sein *kopfschüttel* Ich habe momentan bei mir zuhause kein Internet, aber sobald ich wieder eines habe werde ich es nachholen, versprochen ;)
Findest du? Ich mag meine ganzen letzten Kapitel nicht so … aber ich glaube das liegt einfach daran, dass ich mit nichts ganz zufrieden bin was ich mache.
Balu2008: Hallo! Freut mich, dass es dir so gefällt und es tut mir leid, dass ich so eine lahme Ente bin. Einerseits möchte ich diese Story jetzt bald beenden, aber andererseits würde dann etwas fehlen =(
Ginny Molly Weasley: Oh weh oh weh – diese bösen Weisheitszähne (sind bei mir auch schon gezogen worden) Aber alles geht einmal vorbei ;)
Irgendwie habe ich in der (langen) Zeit in der ich diese Story schreibe, wirklich gefallen an Cliffs gefunden *zwinker*
***Danke an alle, die noch mit dabei sind***
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Wahrscheinlich haben sich darin irgendwann ein paar Eichhörnchen ein gemütliches Nest eingerichtet.
Jany Temime, Kostümbildnerin, über die Haare Prof. Trelawneys