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Fanfiction

Nie gedacht... - Nie gedacht...

von artis.magica

Nie gedacht


Was sich Hermine nun schon wieder dabei gedacht hatte. Als ob er nicht schon genug um die Ohren hÀtte. Jetzt sollte er auch noch zum Kindergarten und Marie abholen. Es wÀre ja alles halb so schlimm gewesen, wenn Hermine nicht unbedingt darauf bestanden hÀtte, dass das Kind in einen dieser sonderbaren Muggelkindergarten gehen sollte.
Severus brummte unwillig, als er an ihren Disput und an seine, seiner Ansicht nach, mehr als begrĂŒndeten EinwĂ€nde dachte, die Hermine einfach weggewischt hatte. ?Mir hat es auch nicht geschadet', hatte sie abgewinkt und selbst auf seinen Hinweis, dass sie zu diesem Zeitpunkt selbst unmöglich gewusst haben konnte, dass sie eine Hexe war, hatte sie diese Diskussion fĂŒr beendet erklĂ€rt. Er hatte sich mĂ€chtig darĂŒber geĂ€rgert und ihr unmissverstĂ€ndlich zu verstehen gegeben, dass man ihn in dieser Einrichtung niemals zu Gesicht bekommen werde.
Bisher hatte er sich auch erfolgreich durchsetzen können, aber heute hatte Hermine keine Zeit, und um des lieben Friedens willen hatte er sich breitschlagen lassen und bereiterklÀrt, die Tochter abzuholen.
?Aber ohne Magie', hatte Hermine ihm heut Morgen noch ins Ohr geflĂŒstert, bevor sie ihm einen Kuss aufgedrĂŒckt und, ohne dass er darauf hĂ€tte antworten können, verschwunden war.
Da hatte er nun davon. Jetzt stand er mit verdrießlicher Miene am Tor zum Kindergarten und sah sich auf dem Spielplatz um. Eine ganze Meute Kinder tobten ausgelassen. Es war nicht schwierig, Marie auszumachen. Eine Traube von Kindern drĂ€ngte sich um sie und lauschte andĂ€chtig ihren Worten. Ab und an schenkte sie den unaufmerksamen einen strengen Blick, der dem von Severus alle Ehre gemacht hĂ€tte. Er hĂ€tte nur zu gerne gewusst, worĂŒber sich diese Kinder wohl unterhielten. Schließlich brachen sie allesamt amĂŒsiert in lautes GelĂ€chter aus und stoben wild auseinander, nur um dem nĂ€chsten Spielzeug nachzutoben.
Als Marie ihren Vater entdeckt hatte, winkte sie ihm, wild mit den Armen rudernd, zu und schenkte ihm ein so hinreißendes LĂ€cheln, durch das Severus sehr stark an Hermine erinnert wurde. Ein weiches LĂ€cheln schlich sich in sein Gesicht.
„Mr. Snape?“, wurde Severus von der Seite angesprochen. Er wandte unwillig den Kopf und sah sich einer kleinen zierlichen Frau gegenĂŒber. Er konnte sich nur dunkel erinnern, wer diese Frau war.
„Miss Parker, nehme ich an?“, fragte er zögernd und hob die Brauen.
Miss Parker nickte und lÀchelte ihn freundlich an.
„Ja, ich bin die Kindergartenlehrerin Ihrer Tochter“, sagte sie, erfreut darĂŒber, dass er sich an sie erinnert hatte.
„Ihre Frau hat schon angekĂŒndigt, dass Sie Marie heut abholen werden.“
Was fĂŒr eine mitteilsame Person diese Miss Parker doch war. Und nicht genug, dass sie ihn unaufgefordert angesprochen hatte, jetzt versuchte sie auch noch, ihm ein GesprĂ€ch aufzudrĂ€ngen.
Severus nickte und verzog die Mundwinkel zu einem gezwungenen LĂ€cheln. Hoffentlich kam Marie bald... Doch Marie ignorierte geflissentlich die Blicke ihres Vaters und tobte mit den anderen weiter ĂŒber den Spielplatz, einem kunterbunten Ball hinterher.
„Sie sind Lehrer?“, fragte Miss Parker.
„Hm“, brummte Severus. Wer hatte dieser Person das nun wieder erzĂ€hlt.
„An welcher Schule?“
Severus sah Miss Parker in die Augen.
„Es ist keine Schule in London“, sagte er ĂŒberdeutlich und abweisend, in der Hoffnung, Miss Parker damit abzuschrecken.
Aber Miss Parker schien einiges gewohnt zu sein. Es störte sie nicht im Geringsten, dass ihr GesprĂ€chspartner so mĂŒrrisch war.
„Ah ja“, sagte sie und gab nicht auf, „und wo?“
?Was fĂŒr eine neugierige Person!', dachte er verĂ€rgert.
„Es ist ein Internat!“, sagte er nachdrĂŒcklich.
Miss Parker nickte verstÀndnisvoll.
„Marie redet bestĂ€ndig von Ihnen“, sagte sie unvermittelt. „Sie ist sehr stolz auf Sie.“
Severus fĂŒhlte sich ĂŒberrumpelt.
„Und sie ist klug“, hörte er Miss Parker sagen.
„Wer?“, fragte er abwesend.
„Ihre Tochter! Marie!“
„Ach so.“ Severus zog verstimmt die Brauen zusammen. Das mochte doch wohl sein, schließlich war sie seine Tochter... Nun ja, Hermine war auch nicht gerade auf den Kopf gefallen, aber dieses Ergebnis verbuchte er eindeutig fĂŒr sich. Er fĂŒhlte leisen Stolz in sich aufsteigen.
„Und sie kann zaubern“, raunte ihm Miss Parker zu.
Severus Brauen wanderten erstaunt in Richtung Haaransatz. Er wandte sich jetzt sehr interessiert Miss Parker zu. War das nicht ein Muggelkindergarten? Er wĂŒrde mit Marie ein ernstes Wort reden mĂŒssen. Wenn sie sich verplaudert hatte...
„Woher wissen Sie das?“, fragte er sichtlich irritiert und wandte sich verĂ€rgert ab. Er hĂ€tte sich auf den Mund schlagen können, dass ihm diese blöde Frage herausgerutscht war. Wie stellte er sich nur wieder an! Diese Muggelwelt war eindeutig nichts fĂŒr ihn. Er schielte unauffĂ€llig zu Miss Parker. Doch diese hatte wohl nichts bemerkt, denn sie redete unbeeindruckt weiter: „Nun ja, nicht richtig natĂŒrlich, sie sagt es zwar immer und ich muss zugeben, ihre Zaubertricks sind gar nicht mal schlecht. Aber ich bitte Sie... zaubern.“ Miss Parker lachte hell auf. „Diese ZauberkunststĂŒckchen haben Sie ihr sicher beigebracht?“
?ZauberkunststĂŒckchen!', dachte Severus empört und runzelte die Stirn. Er öffnete schon den Mund, doch noch bevor er ein verrĂ€terisches Wort zur AufklĂ€rung der ganzen Sache verlieren konnte, kam Marie angerannt und warf sich in die Arme ihres Vaters.
Severus schob sie von sich und begutachtete streng ihre verschmutzten Kleider.
Marie sah schuldbewusst an sich hinunter, als sie seinen kritischen Blick wahrnahm. „Das bringen wir wieder in Ordnung, gell?“, fragte sie und lĂ€chelte ihn an.
Severus nickte. Ein LĂ€cheln huschte ĂŒber sein Gesicht.
„Gehen wir“, sagte er.
„Auf Wiedersehen, Miss Parker.“ Marie umarmte die kleine Frau.
„Machs gut, SĂŒĂŸe. Bis morgen.“
Marie suchte die Hand ihres Vaters.
Sie gingen eine Weile schweigend nebeneinander her.
„Redet die immer so viel?“, fragte Severus schließlich und sah zu Marie hinab.
„Wer?“
„Diese Miss Parker.“
„Nicht mehr als Mami.“
„Ach so.“ Severus musste sich ein Lachen verkneifen.
„Daddy“, sagte Marie leise und sah zu ihm auf.
„Was ist?“
„Mami schimpft immer mit mir, wenn ich mich schmutzig mache.“
„So, tut sie das?“, schmunzelte er und blieb stehen. „Sollte ich wohl auch mit dir schimpfen?“
Marie lachte auf.
„Nein!“
„Gut.“ Sie gingen weiter.
„Daddy?“
„Ja.“
„Könnten wir noch ein bisschen spazieren gehen?“
„Ich denke, wir sollten jetzt lieber nach Hause gehen.“
„Ach bitte.“ Marie sah ihn mit großen Kulleraugen an und Severus war verloren. Wie konnte er diesem Kind etwas abschlagen.
„Also gut“, gab er nach und hockte sich vor sie hin. Er strich ihr die braunen Locken aus dem Gesicht. „Wo möchtest du hingehen?“
„In den Wald, an den kleinen See... du weißt schon“, flĂŒsterte sie ihm zu.
Severus wusste genau, was sie meinte. Es war ein wunderbarer Platz, um ungestört seinen TrÀumen nachhÀngen zu können. Insgeheim gefiel es ihm, dass auch Marie diesen Platz so liebte.
„Der ist zu weit weg.“
Marie lÀchelte verschmitzt.
„Aber wir könnten doch apparieren.“
Severus sah sie streng an.
„Ich habe es deiner Mutter versprochen, keine Magie.“
Marie legte einen Finger auf den Mund.
„Ich werd auch nichts verraten“, sagte sie geheimnistuerisch. „Wirklich“, setzte sie noch beschwörend hinzu.
„Also gut.“ Severus erhob sich wieder. Er zog Marie hinter einen Baum und sah sich um, dass keiner sie sah und im nĂ€chsten Moment waren sie verschwunden.
Als sie schließlich nach Hause zurĂŒckkehrten, war es beinahe dunkel, Marie noch schmutziger, mĂŒde und glĂŒcklich. Sie warf sich Hermine in die Arme, die sie schon erwartet hatte.
„Ihr wart ja lange weg“, sagte sie zur BegrĂŒĂŸung und kĂŒsste Marie zĂ€rtlich auf die Stirn. „Ab ins Bad, Dreckspatz.“
Und wĂ€hrend Severus die Jacke auszog und es sich in seinem Sessel vor dem Kamin gemĂŒtlich machte, half Hermine Marie beim Ausziehen und verschwand mit ihr im Badezimmer.
„Ich kann das allein, Mami“, hörte Severus Marie protestieren und musste unwillkĂŒrlich lĂ€cheln.
„Gut, dann machst du das alleine“, sagte Hermine lachend. „Aber die Ohren nicht vergessen, ich werde ganz genau gucken“, rief sie im Hinausgehen und ging zurĂŒck ins Wohnzimmer. Sie kam zu Severus und setzte sich auf seinen Schoß, sie legte die Arme um seinen Hals.
„Und“, sagte sie leise und drĂŒckte ihm einen zĂ€rtlichen Kuss auf die Lippen, „war's schlimm?“
Severus zog sie an sich.
„Diese Miss Parker ist vielleicht eine Plaudertasche“, sagte er und gab ihren Kuss leidenschaftlich zurĂŒck.
Hermine kicherte.
„Ich hĂ€tte dich vielleicht vor ihr warnen sollen. Mein armer Mann.“ Sie schmiegte sich in seine Umarmung und schloss lĂ€chelnd die Augen.
Nach dem Abendessen bestand Marie vehement darauf, dass sie heute nur von ihrem Vater ins Bett gebracht werden sollte. Hermine nickte lĂ€chelnd und gab den heftigen Kuss ihrer Tochter zĂ€rtlich zurĂŒck. Ein kleiner Klaps auf den Po, begleitet von einem ?TrĂ€um schön, mein Schatz', und Marie ging an der Hand ihres Vaters in das Kinderzimmer.
„Nur noch eine Geschichte“, sagte Marie mit schlafroten Wangen, reichte ihm ein Buch und zog die Decke bis ans Kinn.
Severus ließ sich erweichen, er setzte sich zu ihr und begann zu lesen.
Doch schon nach dem dritten Satz unterbrach ihn das kleine MĂ€dchen: „Daddy.“
Severus sah hoch. „Ja?“ Er klappte das Buch zu und legte es beiseite.
Marie setzte sich auf und legte ihm die Arme um den Hals, ganz so, wie es Hermine vorhin getan hatte. Ein wunderbares GefĂŒhl

„Du darfst Mami aber nix sagen, sonst ist sie traurig“, flĂŒsterte sie ihm zu.
Nun wurde er aber doch neugierig.
„Was soll ich Mami nicht sagen?“, fragte er und sah dem Kind in die Augen.
„Kannst du mich nicht immer vom Kindergarten abholen? Es war heut so viel schöner mit dir als mit Mami.“
Und Hermine, die an der leicht geöffneten TĂŒr gelauscht hatte, lĂ€chelte leise und schlich vorsichtig zurĂŒck ins Wohnzimmer.

- ENDE -


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Emma ist eine natĂŒrliche Schönheit – wenn sie also die ,normale‘ Hermine in ihrer Schuluniform spielt, mĂŒssen wir ihr Aussehen unter dem Make-up eher herunterspielen. Aber der Weihnachtsball erfordert natĂŒrlich das genaue Gegenteil – da konnten wir uns mit dem Make-up richtig austoben.
Amanda Knight, Maskenbildnerin