
von safranblüte
Dumbledore machte eine kurze Kunstpause, dann sprach er weiter.
"Ich dachte mir, dass dieses kleine Spielchen dazu dienen sollte, dass sich Leute, die, nun ja, sagen wir mal, nicht so angetan sind voneinander, sich besser verstehen.
Schliesslich wollen wir doch nun alle in Frieden und Harmonie leben."
Severus spuckte beinahe sein Rührei auf den Tisch, als er versuchte ein Lachen zu unterdrücken.
Frieden und Harmonie! Was mochte dieser alte senile Mann sonst noch für kranke Gedanken haben?
Als ob diese verzogen kleinen Biester, die sich Schüler schimpften, und er, ein doch sehr gebildeter und begabter Mann jemals in HARMONIE leben könnten! Pah.
"Harmonie sollte man zum unnötigsten Wort des Jahres wählen!", dachte Severus zynisch.
Dumbledore liess sich von den Reaktionen etlicher Lehrer und Schüler, welche ungefähr ähnlich der von Severus waren, nicht weiter beirren und verkündete:
"Da ich natürlich alles weiss..."
Schon wieder musste Severus sich beherrschen..
".., weiss ich natürlich, wer von wen zum Feind hat. Und deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, jeweils die zwei Personen, die sich in letzter Zeit am meisten auf die Nerven gegangen sind, in eine Gruppe einzuteilen.
Beim Orienteering werdet ihr den jeweils anderen besser kennen lernen, und vielleicht bilden sich sogar neue Freundschaften! Ist das nicht wunderbar?!"
Hermine runzelte die Stirn. "Mit wem werde ich wohl zusamen sein?" Kurz dachte sie an Draco Malfoy, doch das würde wohl kaum möglich sein, denn es gab keinen, der Malfoy mehr verabscheute als Harry. Und sonst? Sonst gab es eigentlich keine mehr, der sie wirklich hasste. Na ja, Lavender war nicht gerade ihre beste Freundin, aber verabscheuen tat sie ihre Zimmergenossin eigentlich auch nicht wirklich. Hmm...
Severus` Augen hatten indess eine grösse erreicht, das seine Tischnachbarn sich wahrscheinlich schon Sorgen machten, eines davon würde in bälde in ihrem Essen landen.
Severus war fassungslos. Erst wurde bekannt, dass er an einem ausserordentlichen lachhaften Spiel teilnehmen musste, anstatt sich seinen sinnvollen und weltverändernden Aufgaben zu widmen, und dann sollte er auch noch mit seinem grössten Feind den Tag verbringen!
Hmm, wer das wohl sein mochte? Trelawney? Wohl eher nicht, denn die würde wahrscheinlich Firenze zum Partner haben. Kurz stahl sich ein Grinsen auf sein Gesicht, als er an die beiden Wahrsager zusammen auf einem Stuhl, sozusagen, dachte. Das würde der schlimmste Tag in Firenzes` Leben werden.
Aber wer würde dann wohl sein Partner sein? Die dummen Bälger verabscheute er alle, aber alle auf einmal konnte der Alte ihm wohl kaum anhängen.
Tja....
"Ich werde jetzt einen Spruch aussprechen, und dann werden ihr euch alle, zusammen mit eurem Partner an eurem Zielort wiederfinden.
Ich hoffe doch, jeder hier drin weiss, was Orienteering ist? "
Die ratlosen Gesichter der meisten Anwesenden beanwortete diese Frage ausreichend.
"Das ist ja entsetzlich! Das gehört doch zur Allgemeinbildung!...Na, ich will ja nicht so sein: Also, ihr werdet, wie gesagt, an einem Anfangsort ausgesetzt. Damit das ganze lustiger wird, wird euch mittels meines Spruchs auch der Zauberstab entnommen und ihr könnt nicht mehr apparieren. Das wär ja sonst nicht spannend."
Allgemeines Aufstöhnen , manchmal auch ein entsetztes Keuchen, wie beispielsweise in Severus` Fall, erfüllten die Halle.
"Nun habt euch nicht so. Das wird wirklich lustig! Also, auf jeden Fall ist es so, dass das Spiel in der Muggelwelt stattfindet. So lernt ihr auch gleich etwas über die lieben Muggel (erneutes Aufstöhnen in der Halle). ...Ihr habt nun die Aufgabe, gemeinsam mit eurem Partner mithilfe einer Landkarte, auf der der Zielort eingezeichnet ist, zu ebendiesem Zielort zu kommen. Falls ihr den Zielort nicht spätestens nach drei Tagen erreichen solltet, werdet ihr geholt. Doch dann setzt es eine weitere Zeit mit eurem Partner, denn dann habt ihr offensichtlich noch nicht gut genug zusammengearbeitet! Als Hilfmittel habt ihr etwas Geld, und, ja eigentlich nichts mehr."
Ein breites Grinsen erschien auf Dumbledores Gesicht.
"Dieser gottverdammte Sadist", dachte Severus.
Hermine entspannte sich ein bisschen. Wenigstens hatte sie als Muggelgeborene den Vorteil, sich in der Muggelwelt auszukennen.
"So nun wünsche ich euch viel Spass!" Das waren Dumbledores letzte Worte, ehe es einen lauten Knall gab und die Halle auf einmal samt und sonders leer war.
Hermine spürte nur noch, wie sie in die Luft gehoben wurde, dann drehte sich auf einmal alles.
SEverus dachte, er müsse sich gleich erbrechen, wenn dieses verdammte DRehen nicht aufhörte, als er unsaft auf seinem Hintern landete.
Sobald es ihm sein schmerzender Kopf möglich machte, öffnete er die Augen.
Er befand sich auf einer wunderschönen, grünen Wiese.
"Na toll, ich bin im Happy-Dumbledore-Land gelandet", dachte Severus, als er hörte, wie neben ihm auf dem Boden eine Person genause unsanft landete, wie er es getan hatte.
Das Mädchen hielt sich eine Hand an den Bauch und öffnete dann langsam die Augen. Ihr grünliches Gesicht liess schon nichts gutes verheissen, doch als sie ihn erblickte, sah sie aus als stünde sie einer Ohnmacht nahe.
"GRANGER!!!)
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